Hitzige Tage in Budapest

Blick auf Budapest nach Sonnenuntergang

12 Jahre nach meinem ersten und bisher einzigen Besuch habe ich die ungarische Hauptstadt Budapest endlich wieder ausführlich erkundet. Vier volle Tage gaben mir die Chance, nicht nur von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen, sondern die Stadt dazwischen auch einmal gemütlich zu erleben. Gemütlichkeit war auch notwendig, denn der Hochsommer machte mit über 30 Grad die Städtetour zur schweißtreibenden Angelegenheit. Belohnt wurde ich aber mit jeder Menge tollen Motiven.

BUDAPEST

FAKTEN

Reisezeit: Juli 2016 (4 Tage)
Anreise:
Mit dem Zug direkt von Wien Hauptbahnhof nach Budapest Keleti (2:37h)
Hotel:
ROOMbach Hotel Budapest Center (Rumbach Sebestyén u. 14, 1075 Budapest – sehr gute zentrale Lage, sehr viele Verkehrsmittel ums Eck, sauber, modern, gratis WLAN, super Dusche, vielfältiges Frühstücksbuffet) Weiterempfehlung? JA

St.-Stephans-Basilika (Szent István-bazilika)

Mit der St.-Stephans-Basilika schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen ist die Kirche selbst ein Blickfang und durch ihre Größe von vielen erhöhten Punkten in der Stadt sofort als Orientierungspunkt zu erkennen. Das Innenleben beeindruckt durch viele verspielte Details und Goldverzierungen. Zum anderen kann man über 297 Stufen auf die Kuppel hinaufsteigen und ein herrliches Panorama genießen.

Fotospots

Für die Panoramaaufnahmen von der Kuppel aus sollte man möglichst den Vormittag nutzen, da die Sonne dann schön auf die Burg und die Fischerbastei scheint. In meinem Fall war es zeitlich leider nicht anders möglich, als am Nachmittag die Kirche zu besuchen. Dabei fotografiert man ins Gegenlicht und erhält kontrastarme Aufnahmen.

Die Stiege nach oben ist hübsch!

 

Parlament (Országház)

Glaubt man diversen Internetportalen, zählt das ungarische Parlament zu den schönsten Europas. Ich muss zugeben, da ist wahrlich was dran, denn ein prachtvolleres Parlament habe ich bisher noch nicht persönlich gesehen. Schon von außen ist es das Aushängeschild der Stadt – ein Rundgang um das Parlament ist Pflicht, um die Details der Fassade erfassen zu können. Der Vorplatz wurde vor einigen Jahren neu gestaltet und lädt zum Verweilen ein. Wirklich sensationell wird es aber innen, unbedingt eine Führung machen! Ein Onlinekauf auf dem offiziellen Ticketportal https://www.jegymester.hu/eng/Production/480000/Parliament-visit empfiehlt sich, ein Ticket kostet für EU-Bürger 2.000 HUF (rund 6 EUR). Der Rundgang dauert eine knappe Stunde und man bekommt u.a. die Hauptstiege, einige architektonisch herausragende Räume und den Plenarsaal zu sehen. Der Höhepunkt ist der Kuppelsaal, in dessen Mitte sich die Stephanskrone befindet. Diese wird rund um die Uhr von zwei Soldaten bewacht, fotografieren ist hier leider strengstens verboten. Ein Rundblick in diesem Saal ist dennoch ein unfassbarer Augenschmaus, ein Sattsehen absolut unmöglich!

Fotospots

Das Parlament „versteckt“ sich in einer leichten Rechtskurve am Donauufer und präsentiert sich von den Aussichtspunkten (Burg, Gellertberg, Kettenbrücke) aus gesehen immer schräg von der Seite. Frontal von vorne lässt sich das Gebäude nur auf dem Gehsteig/Radweg gleich bei der Station Batthyány tér (Metro M2, S-Bahn H5, Tram 19 und 41) ablichten – wenn nicht, wie in meinem Fall, ein Schiff im Weg steht. Dieser Punkt ist also Glückssache, ansonsten bleibt nur wieder ein leicht schräger Winkel.

Die Straßenbahnlinie 2 fährt direkt am Parlament vorbei und gibt mit ihren alten Wagen ein schönes Bild ab.

Am Donaukorso bietet sich gegenüber ein herrliches Arrangement der Fischerbastei, der Matthiaskirche und der Calvinistischen Kirche.

Entfernt man sich einige Meter vom Parlament, stößt man auf eine kleine Brücke mit einer Männerfigur. Es handelt sich dabei um die Statue von Nationalheld Imre Nagy (Nagy Imre szobra). Verweilt man hier einige Minuten, kann man sehr gut beobachten, wie Touristen funktionieren. Ein oder mehrere Personen gehen auf die Brücke zur Statue, posieren, lassen sich fotografieren und marschieren wieder weg. Die wenigsten bemerken den Umstand, dass die Statue von hinten betrachtet direkt Richtung Parlament blickt und sich wunderbar kombinieren lässt.

 

Gresham-Palast (Gresham-palota)

Am Fuße der Kettenbrücke in Pest liegt unübersehbar der Gresham-Palast, in dem sich das Fünf-Sterne-Hotel Four Seasons befindet. Das historische Jugendstilgebäude erinnert mich von außen betrachtet an die Kulisse des Films Ghostbusters 2. Der Empfangsbereich und das mit schönen Fenstern verzierte Stiegenhaus machen Lust, gleich mal ein Zimmer mit Blick auf die Kettenbrücke zu buchen. Naja, nach einem kurzen Blick auf die Preisliste verlässt man das Hotel dann doch wieder rasch und unauffällig. 🙂

Fotospots

 

Spazieren am Donaukorso

Flanieren auf der Promenade der Pester Seite von Budapest ist sowohl untertags als auch in der Abenddämmerung ein Spektakel. Die schönsten Blicke auf den Palast, die Kettenbrücke und die Fischerbastei ergeben sich, wenn man die Strecke von der Straßenbahnstation Vigadó tér (Tram 2) bis zum Parlament geht (etwas mehr als ein Kilometer). Mit jedem Meter ergeben sich neue Perspektiven. Unterwegs passiert man die Statue der Kleinen Prinzessin (Kiskirálylány-szobor) und das bedrückende Mahnmal Schuhe am Donauufer (Cipők a Duna-parton), das an die Judenpogrome 1944 und 1945 erinnert. Es ist erschreckend, wie sich manche Menschen an solchen Orten verhalten, sei es nun das Duckface-Selfie vor dem Mahnmal oder das Fotografieren von Touristen-Flipflops gemeinsam mit einem Paar Schuhe, das an einen ermordeten Menschen erinnern soll …

Fotospots

 

Fischerbastei (Halászbástya)

An Aussichtspunkten mangelt es Budapest wirklich nicht, aber eine der besten Möglichkeiten, die Pester Seite von oben zu betrachten, bietet die Fischerbastei. Es offenbart sich ein ungetrübter Blick auf das Parlament, die St.-Stephans-Basilika, den Gresham-Palast und die Kettenbrücke. Dazu gesellt sich noch die Bastei selbst, die man aus der Nähe ansehen sollte. Gleich daneben befindet sich die Matthiaskirche, die ich leider trotz zweimaligem Besuch nicht betreten konnte. Erwähnenswert ist auch das eigentlich unglaublich hässliche Hilton-Hotel, in dessen Fassade sich die Fischerbastei und die Matthiaskirche spiegeln. Das Hotel wurde in die Überreste einer ehemaligen Dominikanerkirche aus dem 13. Jahrhundert integriert, wodurch es sich ironischerweise aus der Ferne betrachtet (z.B. von Parlament aus gesehen) in die Fischerbastei gut einfügt und beide Bauwerke als zusammengehörend erscheinen.

Tipp

Die Buslinie 16 fährt vom zentralen Umsteigeknoten Deák Ferenc tér in wenigen Minuten über die Kettenbrücke hinauf zur Fischerbastei und weiter ins Burgviertel.

 

Fotospots

Motive gibt es in Unmengen, die Bastei besteht aus vielen Treppen und Durchgängen. Diese abzulichten ist aber nicht gerade einfach, es laufen dutzende Touristen umher – mit wenig Sinn für Fotografenbedürfnisse. Mit einem Stativ und etwas Glück gelingen dann aber doch gute Fotos ohne Menschen.

 

Palast der Künste (Művészetek Palotája)

Als Architekturfan musste ich einen Blick in den 2005 eröffneten Palast der Künste werfen. Das Gebäude liegt etwas abseits der Innenstadt, wird aber direkt mit der Straßenbahnlinie 2 vom Zentrum aus angefahren. Während der Fahrt sieht man dann auch mal das etwas weniger prunkvolle Budapest. Im Palast selbst konnte ich zwar nur die Vorräume bewundern, der Zutritt zum fantastischen Saal war leider nicht möglich – dafür gibt es dort aber etwas ganz Spezielles zum Ausprobieren. Eine Orgel mit angeschlossenen Kopfhörern steht unscheinbar in der Vorhalle, rundherum bequeme Sofasessel. Man hört allerdings nicht Orgelmusik, man spielt sie selbst! Wer also immer schon mal kräftige Töne wie in einer Kirche produzieren wollte, kommt hier auf seine Rechnung (mich hat es gleich eine Stunde lang fasziniert, auch wenn ich nicht Orgel spielen kann). 🙂

Fotospots

 

Burgpalast (Budavári palota)

Der Budapester Burgpalast ist als größtes Gebäude Ungarns imposant anzusehen und lässt wie die Fischerbastei grandiose Ausblicke auf die Pester Seite zu. Im Inneren der Burg befinden sich gleich mehrere Museen, aber ich habe mich mit der Außenansicht und der Aussicht begnügt. Auf den Burgpalast gelangt man entweder zu Fuß (ca. 10-20 Minuten, je nachdem, wie oft man stehen bleibt, um neue Perspektiven auf die Stadt zu entdecken), mit dem Bus 16 über die Fischerbastei oder wie ich mit der Standseilbahn Budavári Sikló (1.200 HUF / 4 EUR Einzelfahrt) am Fuß der Kettenbrücke. Das Warten in der Schlange kann etwas mühsam werden, da nicht sonderlich viele Personen in die Kabine passen und die Bahn nur alle fünf Minuten verkehrt – klingt zwar nach einem kurzen Intervall, bei Touristenmassen dauert der Spaß aber auch gut und gerne eine halbe Stunde. Die Fahrt selbst ist dagegen im Nu vorbei.

Fotospots

Nachdem man bei der Bahn aussteigt, lässt sich auf der Rückseite ein schönes Fotomotiv mit der Standseilbahn und der Kettenbrücke einfangen.

Zahlreiche Figuren, Balustraden und auch Menschen lassen sich als Vordergrund nutzen, um die Fotos lebendiger zu machen.

Auf der rechten Seite blickt man auf den Gellertberg sowie die Elisabethbrücke (Erzsébet híd) und die grüne Freiheitsbrücke (Szabadság híd).

Geht man zu Fuß hinauf oder hinab in Richtung Kettenbrücke, passiert man die Standseilbahn und kann auch diese schön fotografieren.

 

Rund um den Gellértberg (Gellért-hegy)

Als Berg kann man den 235 Meter hohen Hügel zwar nicht wirklich bezeichnen, für einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt reicht die Höhe aber locker. Auf dem „Gipfel“ befindet sich die Zitadelle mit der mächtigen Freiheitsstatue. Wenn es dämmert ist hier die Hölle los und zahlreiche Einwohner Budapests sowie jede Menge Touristen strömen auf die Aussichtsplattformen, um den Sonnenuntergang und danach die erstrahlende Stadt zu bewundern.

Ich empfehle zwei bis drei Stunden vor Sonnenuntergang die Gegend rund um den Gellértberg zu erkunden. Am Fuß des Bergs liegt das berühmte Hotel Gellért, in das man einen kurzen Blick werfen kann. Gleich ums Eck wäre das Gellértbad (Gellért gyógyfürdő), für dessen Besuch aber doch einige Stunden extra eingeplant werden sollten – ich habe darauf verzichtet. Auf dem Weg zur Zitadelle liegt gleich zu Beginn die Felsenkapelle (Gellért sziklakápolna), die sich einen Besuch unbedingt verdient.

Sehr markant ist die grüne Freiheitsbrücke (Szabadság híd), auf deren breiten Auslegern sich trotz Verbotsschildern dutzende Menschen breit machen und sich sonnen lassen oder den Blick auf den Gellértberg genießen. Zum Zeitpunkt meines Besuchs war die Brücke für den Auto- und Straßenbahnverkehr wegen einer umliegenden Baustelle gesperrt und man konnte beim Überqueren eine tolle zentrale Perspektive einfangen.

Auf der anderen Seite wird es schmackhaft: in der Großen Markthalle (Nagy Vásárcsarnok) wird man im Untergeschoss von Salamistangen und Paprikapulver förmlich erschlagen – natürlich gibt es noch jede Menge anderer Spezialitäten. Im ersten Stock sind die Kitsch- und Souvenirstände zu Haus und es duftet verlockend. Folgt man dem Duft, gelangt man zu Imbissständen, die typisch ungarische Speisen anbieten, ein Genuß! Ich habe mir eine perfekt gegrillte Bratwurst mit Sauerkraut und Brot gegönnt.

Fotospots

Auf der Zitadelle ist zwar viel Platz für gute Fotos – ohne störende Bäume sollte man aber trotzdem nicht zu spät kommen und sein Stativ rechtzeitig an einer guten Stelle platzieren. Für Perfektionisten empfehle ich untertags eine ausgiebige Begehung des Gellértbergs und die Erforschung der diversen kleineren Aussichtsplattformen, um sich für eine oder zwei am Abend beim Fotografieren zu entscheiden.

Bei der Freiheitsstatue selbst ist es nicht möglich die Burg und das Parlament gemeinsam auf ein Bild zu bekommen, dazu muss man ca. hundert Meter weiter bergab in Richtung Parkplatz bei den Verkaufsständen gehen.

 

Margareteninsel (Margit-sziget)

Ein herrliches Fleckchen zum Entspannen findet man auf der riesigen Margareteninsel im Norden der Stadt zwischen Buda und Pest. Der Zugang befindet sich in der Mitte der geknickten Margaretenbrücke (Margit híd). Es gibt viel zu entdecken, hier nur ein klitzekleiner Eindruck eines rund dreistündigen Besuchs: Gleich zu Beginn kann man sich mit Langos oder Bratwurst stärken. Zu Hause in Wien bin ich kein Fan von in altem Fett vorgebackenem Langos, in Budapest jedoch war es einfach nur lecker und frisch. Der Klassiker wird mit Sauerrahm, Knoblauch, Speck und Zwiebeln serviert (nach dem Genuss vielleicht nicht unbedingt ein Date ausmachen. 😉 ) Danach entspannt man am besten am größten Springbrunnen Budapests, der zu jeder vollen Stunde eine Wassershow mit musikalischer Begleitung bietet – sehenswert!

Fotospots

 

Heldenplatz (Hősök tere) und Stadtwäldchen (Városliget)

Als schönster Platz Budapests verschrien, darf der Heldenplatz bei einem Besuch natürlich nicht fehlen. Bei grauem Wetter gibt dieser Platz allerdings gar nichts her – bei Sonenschein, blauem Himmel oder in der Dämmerung wirkt er sicherlich attraktiver. Interessanter ist hinter dem Platz das Stadtwäldchen, ein schöner Park mit See und der Burg Vajdahunyad. Im Winter ist der See ein Eislaufplatz und man kann sich vorstellen, dass es hier bei Schneefall,  Weihnachtsbeleuchtung und Glühwein durchaus romantisch zugehen kann.

Fotospots

 

Kettenbrücke (Széchenyi lánchíd)

Die Kettenbrücke nicht zu überqueren ist bei einem Budapest-Besuch eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Egal ob zu Fuß, per Bus oder mit dem Auto – es ist ein Erlebnis. „Bewacht“ wird die Brücke von Löwenstatuen, die sich hervorragend für Fotos nutzen lassen. Am Ende der Brücke befindet sich auf der Budaer Seite das Portal des Burgberg-Tunnels und auf der Pester Seite der Gresham-Palast.

Fotospots

 

Rumbach Synagoge (Rumbach utcai zsinagóga)

Ein wahres Kleinod versteckt sich nahe des zentralen Umsteigeknotens Deák Ferenc tér. Die Rumbach Synagoge (Eintritt 500 HUF / 1,50 EUR) wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, da sie das einzige Bauwerk vom österreichischen Architekten Otto Wagner in Ungarn ist. Die Synagoge ist innen baufällig und benötigt dringend eine Restaurierung. Weitgehend intakt sind aber die Decke und die oberen Wände – absolut beeindruckend und sollte man gesehen haben! Zum Zeitpunkt meines Besuchs gab es auch eine kleine Ausstellung mit Fotos und Informationen über die Synagogen Europas.

Hinweis

Die wesentlich bekanntere Große Synagoge (Nagy Zsinagóga) – die größte Europas – hatte ich ursprünglich auch auf meinem Plan. Allerdings war der Ansturm vor der Synagoge derart unangenehm, dass ich mich gegen einen Besuch entschieden und stattdessen die unweit gelegene Rumbach Synagoge vorgezogen habe.

 

Fotospots

 

U-Bahn-Museum (Földalatti Vasúti Múzeum)

Ein U-Bahn-Museum ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Nachdem es sich bei der Budapester Untergrundbahn (Földalatti) aber nach London um die zweitälteste der Welt handelt (die Linie M1 ist seit 1896 durchgehend in Betrieb) und das Museum mitten in der zentralen Station Deák Ferenc tér liegt, habe ich es gleich „mitgenommen“. Der Eintritt ist mit 350 HUF (1,20 EUR) verkraftbar, wer fotografieren will, zahlt nochmals 500 HUF (1,50 EUR) – auch diesen Luxus habe ich mir gegönnt. Das Museum ist klein und die Beschreibungen nur in ungarischer Sprache, trotzdem geben einem historische Wagen und viel Bildmaterial vom Bau einen Eindruck davon, wie es anno dazumal so unter der Straßenoberfläche zuging und wie mühsam es für die Arbeiter war, die Tunnel zu graben. Die alten Wagen sind meiner Meinung nach übrigens wesentlich hübscher anzusehen als die aktuell im Einsatz befindlichen „modernen“.

Fotospots

Die historisch erhaltenen Stationen der Linie M1 führen unter der Prachtstraße Andrássy út entlang. Einfach mal irgendwo austeigen (im Foto die Station Oktogon) und das Flair der vergangenen Zeit spüren.

 

Allgemeine Tipps

Auf den Boden schauen: Jeder Kanaldeckel Budapests scheint ein Unikat mit schönen Formen und Motiven zu sein.

Versteckte Cafés aufspüren und probieren: Überall in der Stadt finden sich nette Möglichkeiten, eine Kaffeepause einzulegen. Als besonderer Tipp sei hier das alte Pariser Kaufhaus (Andrássy út 39) genannt, ein Jugendstilgebäude aus dem Jahr 1910. Im Kaufhaus fährt man einfach mit der Rolltreppe in den ersten Stock und wird von einem fantastischen Café (nachmittags mit Klavierbegleitung) und humanen Preisen empfangen.

Vorsicht bei Bankomaten: Alle Bankomaten, die ich aufgesucht habe, benötigen erhöhte Aufmerksamkeit. Die zu Beginn angezeigten Summen sind alle sechsstellig von 120.000 – 300.000 Forint (ca. 400 – 1.000 Euro!). Erst nach einem Klick auf „Anderer Betrag“ werden die fünfstelligen Beträge 10.000 – 90.000 Forint (ca. 30 – 300 Euro) angezeigt!

Die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen ist in Budapest wirklich unkompliziert. Pläne zum Ausdrucken gibt es hier: http://www.bkk.hu/en/maps/. Es gibt vier U-Bahn-Linien (M1-M4), S-Bahnen (H5-H9), dutzende Straßenbahnen und Busse. Für einen Besuch empfehle ich entweder eine Tageskarte bzw. Dreitageskarte (1.650 HUF / 5 EUR bzw. 4.150 HUF / 13 EUR) zu nehmen oder wenn man nur ab und zu die Verkehrsmittel nutzen will, einen Zehnerblock Einzelfahrkarten (3.000 HUF / 10 EUR). U-Bahnen kann man mit einer Karte kombinieren, beim Umsteigen in eine Straßenbahn oder Bus muss man jedoch ein neues Ticket lösen. Achtung: Fahrkarte unbedingt bis zum Fahrtende aufbewahren, sie wird häufig sowohl beim Zugang als auch Ausgang verlangt!

Kulinarisch: Ein schöner Ort zum Ausgehen ist der Gozsdu-Hof (Gozsdu udvar). Hier reihen sich Bars, Restaurants und Cafés aneinander, dazwischen verkaufen Händler Kunsthandwerk und Ramsch. Ungarische Speisen – beispielsweise Paprikahuhn, Gefüllte Paprika, Gulaschsuppe, klassisches Gulasch (=Pörkölt), Langos, Bratwurst, etc. – werden an vielen Orten angeboten. Empfehlen kann ich die Lokale Ötkert (Budapest, Zrínyi u. 4, gute heimische Küche, leckere Somlauer Nockerl) und kantin (Andrássy út 44, nur 3-Gang-Menüs, aber sehr lecker und günstig). Für Süßspeisen reicht es, in eines der vielen Cafés zu gehen und die Klassiker Dobos oder Esterházytorte zu probieren. Besucht habe ich beispielsweise das Astoria Café (Kossuth Lajos u. 19, wunderschöne Einrichtung, gute Tortenauswahl) und das berühmte Café Gerbeaud (Vörösmarty tér 7-8, Horrorpreise, aber sehr gute Mehlspeisen!). Leckeren frischen Baumkuchen (Kürtőskalács) gibt es bei Molnár‘s (Váci u. 31) in der Einkaufsstraße Váci utca. Ebenfalls ausprobieren kann man bedenkenlos ungarischen Wein und lokale Biere (Soproni, Borsodi).

 

FAZIT

Budapest ist eine enorm sehenswerte Stadt und bietet sich gleich für einen mehrere Tage dauernden Besuch an, ohne dass einem langweilig wird. Die prunkvolle Architektur giert an jeder Ecke nach Aufmerksamkeit und es zahlt sich auf jeden Fall aus, soweit möglich auch in das Innere der Gebäude zu schauen – als Beispiel sei hier nur das sensationelle Parlament genannt. Neben der leckeren ungarischen Küche hat mir weiters vor allem die Möglichkeit imponiert, Budapest von mehreren erhöhten Positionen aus zu überblicken und grandiose Erinnerungsfotos schießen zu können. Kurz gesagt: Budapest wird mich sicher wieder sehen!

 

Reisebericht über Budapest in Ungarn mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps.

Reisebericht über Budapest in Ungarn mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps.

7 Kommentare

  1. Gerlinde L. sagt: Antworten

    Wow! Mir ist, als wäre ich soeben auf einer kleinen Reise durch Budapest gewesen! Wunderbare Eindrücke durch deine tollen Fotos! Es macht richtig Lust, die Stadt selbst zu erkunden, mit deinen tollen Tipps und Ideen! Vielen Dank für diesen interessanten Reisebericht!

  2. Susanna T. sagt: Antworten

    Ein wunderbarer Reiseblog, der unwiderstehlich verlockt, wieder mal hin zu fahren. Die Rumbach-Synagoge war übrigens schon 2009 in Renovierung! :o) Viel hat sich seit damals nicht geändert…
    Die Große Synagoge musst Du Dir unbedingt bei Deinem nächsten Besuch ansehen, denn sie ist ebenfalls absolut sehenswert! Ich wohne damals im „Gellert“ und habe meine Cam mit ins Bad geschmuggelt – ein Traum!! Die Fotos sind allesamt phänomenal – wie ohnehin von Dir erwartet! ;o)
    GLG Susanna

    1. Ist bei meinem nächsten Besuch sicher eingeplant, dann aber gleich in der Früh wenn sie aufmacht!

  3. Danke fuers Herzeigen! Viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt.

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