Mit der Schafbergbahn zum besten Seenblick

Für manche Dinge braucht man einfach länger: Die Fahrt mit der Zahnradbahn auf den Schafberg stand bei mir schon lange am Programm, doch immer wieder wollte es nicht gelingen. Mal ging das Auto in Bad Ischl kaputt, mal war es Winter und zu nebelig … aber im August 2016 hat es dann doch endlich geklappt. Belohnt wurde ich mit einem fantastischen Ausblick auf über zehn Seen – ein einprägsames Erlebnis!

FAKTEN

Reisezeit: August 2016 (Tagesausflug während eines Urlaubs in Bad Ischl)
Anreise:
Mit dem Auto von der Zwischenunterkunft in Bad Ischl nach Gschwendt-Parkplatz, von dort mit dem Wolfgangsee-Schiff nach St. Wolfgang Schafbergbahn (0:25 h netto ohne Wartezeit auf das Schiff)
Hotel: Hotel Oase (Kreuterer Straße 72, 4820 Bad Ischl – kleines familiengeführtes Hotel von der österreichischen Fußballlegende Friedl Koncilia, mittelmäßige aber dennoch ruhige Lage nahe der Hauptstraße, Fußweg ins Zentrum von Bad Ischl 2,8 Kilometer/35 Minuten, geräumige Zimmer, sauber, sehr gutes Frühstücksbuffet, gratis WLAN)

Wolfgangseeschifffahrt

Anreise per Auto und/oder Schiff

Die Talstation der Schafbergbahn befindet sich etwas außerhalb von St. Wolfgang. Die Anreise kann entweder unspektakulär mit dem Auto erfolgen oder wenn man seine Unterkunft auf einer der anderen Seiten des Wolfgangsees bezogen hat, mit Hilfe des Schiffs. Die Wolfgangsee-Schifffahrt hat in St. Gilgen, Strobl und am Parkplatz in Gschwendt Anlegestationen, sodass man von überall gut zur Schafbergbahn gelangt. Die Fahrt Richtung St. Wolfgang bietet bereits super Ausblicke auf das malerische Dorf und den Schafberg selbst. Alle nötigen Informationen bezüglich Fahrpläne und Preise für die Schafbergbahn sowie die Schiffe findet man gemeinsam auf der Webseite schafbergbahn.at. Meine Überfahrt von der Anlegestation Gschwendt Parkplatz nach St. Wolfgang Schafbergbahn hat hin und zurück 7,40 EUR gekostet. Es gibt auch vergünstigte Kombitickets für Schiff und Bahn, ein solches konnte ich allerdings ärgerlicherweise aus Mangel an Bargeld und unmöglicher Bankomatzahlung auf dem Schiff nicht kaufen.

TIPP

In St. Wolfgang ist es vom Preis her egal, ob man bei der Station St. Wolfgang Schafbergbahn oder St. Wolfgang ein- oder aussteigt. Es bietet sich aber an, bei der Anreise mit dem Schiff bei der Station Schafbergbahn auszusteigen und bei der Rückfahrt einen Abstecher in den schönen Ortskern von Sankt Wolfgang zu unternehmen und die dortige Schiffsanlegestelle zu nutzen.

 

Fotospots

 

Schafbergbahn

Fahrt mit der Schafbergbahn

Schon beim Ticketkauf an der Talstation (472m) erblickt man im Hintergrund die Züge der Schafbergbahn. Je nach Uhrzeit und Glück fährt man entweder mit einer schönen Dampflokomotive oder mit einer dieselelektrischen Lokomotive, welche wesentlich unromantischer erscheint – ich hatte mit beiden Wagen das Vergnügen zu fahren. Der Preis für eine Berg- und Talfahrt beträgt für einen Erwachsenen 34,- EUR. Wer wie ich von der Schafbergspitze (1.732m) auf die Schafbergalpe (1.363m) (oder umgekehrt) wandern und schöne Fotos entlang der Bahn machen will, sollte trotzdem das normale Berg- und Talfahrtticket beziehen, da andere Kombinationen deutlich teurer sind. Die Fahrt selbst dauert rund 40 Minuten, der Zug schlängelt sich gemächlich die steile Strecke mit Hilfe eines Zahnrads hinauf. Schon nach wenigen Minuten bieten sich einem erste traumhafte Ausblicke auf den Wolfgangsee. Oben angekommen ist es noch ein kleiner Fußweg bis zum Hotel Schafbergspitze (Achtung, keine Kartenzahlung möglich) und den Aussichtspunkten.

TIPP

Der erste Zug bergwärts fährt leider relativ spät um 9.20 Uhr. Zu dieser Uhrzeit sind im Hochsommer bereits massenhaft Leute vor Ort an der Kassa, es zahlt sich deshalb aus, deutlich früher anwesend zu sein und die Wartezeit dann in einem Café zu überbrücken. In das Zentrum von St. Wolfgang geht man von der Schafbergbahn rund zehn Minuten zu Fuß.

Nach der Ankunft bei der Bergstation wird man sofort aufgefordert, Zählkarten für die Talfahrt zu holen, um die Besuchermassen auf die Züge aufzuteilen. Diesen Vorgang kann man sich sparen, wenn man von der Bergspitze zur Schafbergalpe herunterwandert und erst dort zur Talfahrt zusteigt. Bei der Schafbergalpe informieren Anzeigetafeln über die Anzahl an freien Sitzplätzen in den nächsten talwärts fahrenden Zügen. Stellt man fest, dass erst später wieder Platz in einem Waggon ist, kann man die Wartezeit in der angrenzenden Schafbergalm überbrücken.

Bei Hochbetrieb fahren die Züge alle 20 Minuten und teilweise sogar im Doppelpack knapp hintereinander.

Im Hochsommer fährt jeden Sonntagvormittag ein Nostalgiezug mit einer historischen Dampflokomotive (Reservierung erforderlich).

 

Fotospots

Hat man nach dem Kauf des Tickets noch Zeit und Lust auf ein schönes Foto, kann man den Schienen der Schafbergbahn bergwärts folgen. Nach rund fünf Minuten erreicht man eine Stelle, an der man schön auf die erste Steigung der Bahn sieht.

 

Blick vom Schafberg

Herrlicher Seenblick auf der Schafbergspitze

Rund um das Hotel Schafbergspitze lassen sich sagenhafte Ausblick auf gefühlt unendlich viele Seen erhaschen. Offiziell sind es 14 (Wolfgangsee, Mondsee, Attersee, Schwarzensee, Irrsee, Fuschlsee, Traunsee, Hallstätter See und andere), gesehen habe ich weit weniger – aber das ändert nichts daran, dass das Panorama hier oben wohl eines der besten Österreichs ist! Das Wetter hat mich anfangs etwas im Stich gelassen, der angesagte Sonnenschein musste sich erst schrittweise durch die Regenwolken kämpfen. Bei Schönwetter und klarer Sicht soll man aber bis zum Chiemsee blicken können. Ein paar Meter entfernt vom Hotel findet sich die Himmelspforte sowie die gleichnamige Schützhütte. Bei der Himmelspforte handelt es sich um ein Felsentor, welches der Zugang zum talwärts führenden anspruchsvollen Felssteig auf die andere Seite des Schafbergs Richtung Eisenau ist. Zu Fuß habe ich mich dann entlang eines kleinen Wanderwegs bergab in Richtung Schafbergalpe begeben. Zu Beginn ist man von der Strecke der Zahnradbahn recht weit entfernt, das ändert sich aber nach rund einer halben Stunde Gehzeit. Dann ergeben sich erstmals sehr gute Gelegenheiten, die Schafbergbahn inklusive Berg- und Seenpanorama festzuhalten – ein echtes Postkartenmotiv. Nach einer knappen Stunde kommt man bei der Mittelstation Schafbergalm neben der Schafbergalpe an, wo ich nach einer kurzen Stärkung einen Zug Richtung Tal bestiegen und bei sehr ruckeliger Fahrt das Abenteuer Schafberg beendet habe.

Fotospots

Beim einzigen Bahnübergang mit dem Wanderweg zahlt es sich aus, etwas länger zu verweilen und die nahe Umgebung nach Aufnahmepositionen abzusuchen. In den folgenden Fotos findet ihr meine GPS-Positionen entlang der Strecke. Bitte achtet immer auf herannahende Züge – sie sind zwar langsam und nicht zu überhören, aber dennoch nicht zu unterschätzen.

 

Blick auf St. Wolfgang

Kurzbesuch in St. Wolfgang

In der Talstation angekommen, kann entweder die Heim- oder Weiterreise oder ein Besuch in St. Wolfgang angeschlossen werden. Nachdem ich bis zur Rückfahrt per Schiff zum Parkplatz Gschwendt noch eine Stunde Zeit hatte, habe ich mich für die Erkundung des schönen Dorfs entschieden. Schon der Weg ins Zentrum entlang der Seepromenade ist entspannend. Folgt man dann der von historischen Gebäuden gesäumten Fußgängerzone, stößt man kurz vor dem berühmten Hotel Weisses Rössl an die absolut empfehlenswerte denkmalgeschützte Pfarrkirche, die den Ort schon von Weitem erkennbar macht. Die Innenausstattung ist opulent und mit viel Gold verziert, die Ruhe lädt zum Verweilen ein. Ein weiterer Ort darf auf der Besuchsliste nicht fehlen, die Kaffeewerkstatt! Ein faszinierendes Café mit kunterbunter, undefinierbarer Einrichtung macht Lust und Laune, sich einfach hinzusetzen und zu staunen. Gegessen habe ich zwar nichts, sondern nur einen „Schluck Bier“ (ja, das gibt es wirklich! Man bekommt ein Sektglas mit 0,1l Bier um einen Euro) eingenommen. Wenn man aber den Blogartikel der Frühstückerinnen liest (von 2013), dürfte man auch mit den Speisen dort keinen Fehler begehen.

Fotospots

 

HINWEIS

Im Winter gibt es in St. Wolfgang einen wunderschönen Weihnachtsmarkt, meinen Bericht dazu findest du hier: Weihnachtsromatik am Wolfgangsee

 

Reisebericht über St. Wolfgang in Österreich mit Erfahrungen zur Schafbergbahn, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps.

Reisebericht über St. Wolfgang in Österreich mit Erfahrungen zur Schafbergbahn, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps.

4 Kommentare

  1. Susanna sagt: Antworten

    traumhaft schönes Panorama und auch absolut beeindruckend die Kirche. Ich war mal vor ca. 25 Jahren oben am Schafberg und im Ort…

  2. […] Meinen Sommeraufenthalt in Sankt Wolfgang habe ich bereits in einem eigenen Artikel auf meinem Blog ausführlich besprochen: Mit der Schafbergbahn zum besten Seenblick […]

  3. […] bin und die herrliche Aussicht auf über zehn Seen in der Umgebung förmlich eingesaugt habe. Mit der Schafbergbahn zum besten Seenblick (Reisebericht) Kurzbericht: Zu Gast beim Kaiser in Bad Ischl […]

  4. Jenny Eckhardt sagt: Antworten

    Vielen Dank für den tollen Beitrag. Neulich waren wir im Urlaub und hatten eine ähnliche Aussicht gehabt.

Schreibe einen Kommentar