Das war der Linzer Höhenrausch 2016

Engelskulptur an der Ursulinenkirche

Er gehört mittlerweile zu Linz wie der Pöstlingberg, das Ars Electronica Center oder die Voestalpine Stahlwelt: der Höhenrausch. Es handelt sich dabei um eine Kunst- und Kulturveranstaltung über den Dächern der Stadt, die seit 2009 jedes Jahr (mit Ausnahme 2010) mit einem anderen Hauptthema die Massen begeistert – dieses Jahr mit einem himmlischen.

FAKTEN

Der Höhenrausch wurde 2009 im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres LINZ09 ins Leben gerufen. Der Ausstellungsort befindet sich mitten in der Innenstadt auf den Dächern des Passage-Einkaufszentrums, des City-Parkhauses, Räumlichkeiten im Offenen Kulturhaus und im Ursulinenhof. Die Besonderheit ist, dass man als Besucher immer wieder zwischen Ausstellungsflächen im Inneren und Äußeren wechselt. Man wandelt auf Holzstegen, Brücken, Rampen sowie Türmen und bekommt so Linz einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu Gesicht.

Höhenrausch 2016 – Andere Engel

Der Höhenrausch 2016 ließ mit dem Thema „Andere Engel“ viel Interpretationsspielraum. Nicht umsonst haben sich mit insgesamt 60 Künstlern und Künstlerinnen soviele Kreative wie noch nie an der Veranstaltung beteiligt. Mit Engeln kann wohl jeder von uns etwas anfangen, sei es nun der Schutzengel, der Racheengel oder Engel im Sinne von mystischen Geschöpfen zwischen Erde und Himmel. Im Folgenden stelle ich euch meine Highlights vom Rundgang durch die Ausstellung vor.

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Alltagsengel – MVD
Gleich bei der Kassa des Höhenrausch beginnt die ebenerdige Ausstellung mit einer Sammlung von Alltagsengeln, angeordnet zu Himmelsleitern. Das Kunstwerk soll die kulturelle Diversität der Engel als tägliche Begleiter darstellen.
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Auf dem Rundweg muss man den OK-Platz überqueren, der bereits einen Blick auf den Metallkäfig voestalpine open space, Teil des Linzer Höhenrausch, zulässt.
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Im Ursulinenhof beginnt der eigentliche Aufstieg zum Höhenrausch
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Über die Stufen eines Holzturms gelangt man auf das Dachniveau.
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Foreign Angel, 2016 – Mary Sibande
Die südafrikanische Künstlerin beschäftigt sich mit der kolonialen Vergangenheit ihrer Heimat. Ihr Alter Ego nimmt in dieser Skulptur die Form einer purpurfarbenen Figur ein, die wie Phönix aus der Asche aufsteigt und als neue kraftvolle Person für Selbstbestimmung, Weiblichkeit und den Kreislauf des Lebens steht.
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Ursulinenkirche
Die Ursulinenkirche ist kompletter Bestandteil des Höhenrausch. Sie wurde im 18. Jahrhundert gebaut und ist der Dreifaltigkeit sowie allen Engeln geweiht. In der Kirche finden sich über 400 Engel, alleine auf dem barocken Hochaltar sind über 100 dargestellt.
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Identical: Portraits of Twins, 2011-2012 – Martin Schoeller
In Martin Schoellers Studie über Identität und Differenz porträtiert der Künstler und Fotograf Zwillinge in einzelnen Fotos. Nebeneinander gestellt wirken die Bilder wie Abzüge desselben Negativs.
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Wooden Mirror, 2014 – Daniel Rozin
Ein grandioses Kunstwerk in meinen Augen. Der New Yorker Künstler lässt 830 nicht reflektierende Holzplättchen zu einem Spiegel werden. Eine Kamera nimmt die Gesten der davor stehenden Personen auf und eine Software gibt die Bewegungen an die Plättchen weiter.
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Engelmann, 2016 – Stephan Balkenhol
Der Engelmann ist ein sehr irdischer Engel. Der Typus des Mannes in weißem Hemd und schwarzer Hose ist bereits aus anderen Arbeiten des deutschen Bildhauers bekannt.
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Flying Angels, 2006 – Heri Dono
Der indonesische Künstler inszeniert fremdartige Engelserscheinungen beiderlei Geschlechts mit mechanisch schlagenden Flügeln und Begleittönen, die mich an einen leisen Feueralarm erinnert haben.
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Flügelengel, 2013 | 2016 – Georg Nussbaumer
Als Besucher kann man bei diesem Kunstwerk des österreichischen Komponisten an einer schwarzen, langen Schnur ziehen und das Klavier (im Deutschen auch „Flügel“ genannt) zu einem sich bewegenden Flügelengel machen. Geniale Idee!
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Auf dem Dach des voestalpine open space bieten sich den Besuchern bereits tolle Ausblicke auf die Stadt.
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Space with man left out – No man’s space, 2016 – Eva Schlegel
Die Wiener Künstlerin hat den Metallkäfig voestalpine open space durch Stahl- und Spiegelkonstruktionen in ein begehbares Labyrinth verwandelt. Als Besucher erhält man neue Sichtweisen auf sich selbst und die Umgebung.
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Höhenrausch Flying Fox – Powered by Passage Linz
Wer selbst Engel sein wollte, konnte sich zu zweit auf dem Flying Fox in 20 Metern Höhe langsam über den OK-Platz ziehen lassen.
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Links: Besucher „fliegen“ auf dem Flying Fox an der Ursulinenkirche vorbei. Rechts: Blick auf den Keine-Sorgen-Turm, der eine spektakuläre Aussicht auf Linz bietet.
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Fluide Verstrickung, 2016 – Michael Kienzer
Auf dem Dach der Parkgarage platzierte der oberösterreichische Künstler ein chaotisches Wirrwarr aus bunten Wasserschläuchen.
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Ausblick auf den Pöstlingberg, davor links der alte Dom und rechts der Landhausturm.
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Silhouette der Türme der Ursulinenkirche und des Mariä-Empfängnis-Doms.
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Blick auf den Rundweg des Höhenrausch.
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Links: Der Höhenrausch-Rundweg Richtung Ursulinenkirche. Rechts: Besucher innerhalb eines Turms der Ursulinenkirche mit Blick auf den Mariä-Empfängnis-Dom.
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Bogenharfe, 2016 – Josef Baier
Der Bildhauer hat in Kooperation mit der Anton Bruckner Universität einen Klanggarten angelegt. Dabei wurden Skulpturen mit Elementen von Musikinstrumenten versehen, die der Besucher benutzen kann.
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The Fallen Angel, 1996 – Ilya & Emilia Kabakov
Der Höhenrausch endet in der Ursulinenkirche. Auf dem Boden liegt, hinter einem mit Absperrband gesicherten Unglücks- oder Tatort, der gefallene Engel. Ein makabres, aber großartiges Ende der Ausstellung!
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FAZIT

Für mich persönlich war der Linzer Höhenrausch 2016 der erste Besuch in dieser wirklich außergewöhnlichen Ausstellung. Das Konzept, zwischen Innen- und Außenräumen zu wechseln und dabei Räume sowie Ausblicke auf die Stadt zu sehen, die man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt, finde ich einfach spannend. Auch das Thema Engel konnte voll überzeugen, wobei es unglaublich faszinierend ist, wie sich Kreative mit unterschiedlichsten und verrücktesten Ideen künstlerisch austoben. Einziger Wermutstropfen: 2017 wird es wegen einer schöpferischen Pause keinen Höhenrausch geben – man darf aber gespannt sein, was 2018 aus dem Hut gezaubert wird. 🙂

 

Linzer Höhenrausch 2016: Erfahrungsbericht über die Kulturveranstaltung, die besten Fotospots sowie allgemeine Tipps.

4 Kommentare

  1. Susanna sagt: Antworten

    ein wunderbarer Bericht! Ich war bisher nur einmal dort (2011), aber vielleicht schaff ich es 2018 wiedermal 😉

  2. […] immer mit einer Reise, einem spannenden Ausflug oder einer interessanten Veranstaltung (z.B. Linzer Höhenrausch oder OPEN HOUSE WIEN). Sofern dies schon in der Vergangenheit liegt, muss ich auf meine […]

  3. […] – ein sehr spannendes Thema, auf das ich in einem eigenen Blogartikel zurückgeblickt habe: Das war der Linzer Höhenrausch 2016. Nach einem Jahr Pause habe ich mir 2018 den Höhenrausch erst zum zweiten Mal angesehen, obwohl es […]

  4. […] Das war der Linzer Höhenrausch 2016 […]

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