Bordeaux: Wo der Genuss Zuhause ist

Der beleuchtete Place de la Bourse in Bordeaux

Anlässlich der Fußballeuropameisterschaft EURO 2016 in Frankreich habe ich Österreich zu den drei Vorrundenspielen begleitet. Das erste Ziel war mit Bordeaux gleich ein absoluter Höhepunkt – kulinarisches Schlemmen feinster Speisen, großartigen Wein genießen und als Krönung Sehenswürdigkeiten der Extraklasse erleben.

FAKTEN

Reisezeit: Juni 2016 (3 1/2 Tage)
Anreise: Mit dem Flugzeug von Wien-Schwechat nach Paris-Charles de Gaulle (ca. 2:00 h), danach mit dem Zug vom Flughafenbahnhof Aéroport Charles de Gaulle 2 TGV direkt nach Bordeaux (4:16 h).
Unterkunft: Privat über Airbnb (Details zur Unterkunft siehe Allgemeine Tipps am Ende des Beitrags)

Die weiteren Stationen meiner Frankreich-Reise

Teil 1 // Bordeaux: Wo der Genuss Zuhause ist

Teil 2 // Dune du Pilat: Aufstieg auf Europas höchste Wanderdüne

Teil 3 // La Rochelle und die „weiße Insel“

Teil 4 // Nantes: Eine Stadt erfindet sich neu

Teil 5 // Paris: Sieben Tage zu Gast in Frankreichs Herz (folgt demnächst)

Reiseverlauf (13 Tage): Wien –> Paris Charles de Gaulle (Flug Austrian Airlines) // Paris Charles de Gaulle –> Bordeaux (Zug TGV) // Bordeaux –> Dune du Pilat (Mietauto) // Dune du Pilat –> La Rochelle (Mietauto) // La Rochelle –> Nantes (Mietauto) // Nantes –> Paris Montparnasse (Zug TGV) // Paris Gare de l’Est –> Frankfurt/Main (Zug TGV) // Frankfurt/Main –> Wien (Flug Lufthansa)

 
Die französische Weinstadt Bordeaux, deren Altstadt seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist aufgrund der herrlichen Bilder, die ich aus dem Internet und dem Fernsehen kannte, schon sehr lange auf meiner Wunschliste gestanden. Deshalb habe ich innerlich extrem gejubelt, als ich die Spielorte von Österreich bei der Fußballeuropameisterschaft 2016 erfahren habe. Mit Bordeaux war gleichzeitig auch klar, dass ich mir die Gegend rundherum ansehen kann, mehr dazu aber in anderen Blogbeiträgen! 🙂

Details zur Anreise

Die Anreise aus Wien ist prinzipiell per Direktflug mit der Fluggesellschaft ASL Airlines France möglich. Bei der Planung der Reise hat sich aber schnell herauskristallisiert, dass der Flugpreis einfach zu teuer und die Flugzeiten zu unattraktiv sind. Deshalb habe ich die Variante mit einem Flug nach Paris und einer Direktfahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV vom Flughafen nach Bordeaux gewählt. Die Reisezeit hat sich dadurch zwar verdreifacht, dafür konnte ich Bordeaux am Anreisetag aber bereits ab 14 Uhr statt 23 Uhr genießen. Für den Flug von Wien nach Bordeaux mittels Austrian wurde aufgrund des großen Ansturms österreichischer Fans eine Boeing 777-200 als Fluggerät eingesetzt – auf einer Kurzstrecke mit einem Langstreckenflugzeug zu fliegen, ist schon etwas Besonderes. Meine Sitzplatzwahl ganz hinten hat sich dann in Paris fast gerächt. Zuerst dauerte es nach der Landung ewig, bis wir das Gate erreichten, dann war beim Aussteigen aus dem riesigen Flugzeug große Geduld angesagt. Nachdem schlussendlich auch noch Passkontrollen durchgeführt wurden (das Schengener Abkommen war nach den Anschlägen in Frankreich teilweise ausgesetzt worden), stieg langsam meine Nervosität, was das Erreichen des Zugs anbelangte. Zehn Minuten vor der geplanten Abfahrt konnte ich dann aber doch relativ entspannt den Bahnsteig direkt auf dem Flughafen Charles de Gaulle betreten. Die vierstündige Fahrt selbst verlief in der ersten Klasse sehr entspannend. Diese habe ich übrigens nur gewählt, weil ich schon mehrere Monate zuvor die Zugfahrt gebucht und dadurch einen unschlagbaren Preis für die bessere Klasse bekommen konnte.

Fotospots

 

Rundgang durch die Altstadt

Der Tag der Ankunft ist für mich prinzipiell immer etwas mühsam. Man spürt noch die Strapazen der Anreise und fühlt sich in der neuen Umgebung noch nicht angekommen. Der erste Fixpunkt ist deshalb immer ein stressfreier Rundgang durch die Innenstadt, um einmal erste Eindrücke zu bekommen. Nur wenige Meter entfernt von meiner Unterkunft erhebt sich die gotische Basilika Saint Michel (Basilique Saint-Michel) aus dem 14. Jahrhundert, die Teil des Jakobswegs ist. Der 114 Meter hohe Glockenturm bietet nach einem beschwerlichen Aufstieg (5,00 EUR) eine fantastische, wenn nicht sogar die beste Aussicht über die Stadt. Als Besonderheit blickt man oben angekommen in die Turmspitze hinein – ein sehr interessantes Fotomotiv. Die Basilika selbst war zum Zeitpunkt meines Besuchs nicht geöffnet. In der Innenstadt kommt man irgendwann unweigerlich an der Porte de la Grosse Cloche vorbei. Es handelt sich dabei um eines von zwei noch erhaltenen Stadttoren (das zweite, Porte Cailhau, konnte ich leider nicht besuchen). Besonders in der Nacht und durch regnerisches Wetter kommt die Beleuchtung gut zur Geltung, was übrigens auch für die umliegenden kleinen Gassen und Plätze gilt. Den Platz Place des Quinconces, einer der größten Europas, habe ich nur im Vorbeigehen wegen des imposanten Monumentalbrunnens angeschaut. Nachdem dort wegen der EURO 2016 die offizielle Fanzone von Bordeaux aufgebaut war und ich Menschenmassen nicht ausstehen kann, war mir der Aufenthalt dort keine fünf Minuten wert. Wer auf Shopping aus ist, findet in der Rue Sainte-Catherine, eine der längsten Einkaufsstraßen Europas, mehr als genug Auswahl. Neben der anfangs erwähnten Basilika Saint Michel befindet sich in Bordeaux noch ein zweiter wichtiger Sakralbau, nämlich die Kathedrale Saint-André (Cathédrale Saint-André de Bordeaux) mit sehenswertem Innenleben. Von der Kirche entkoppelt steht nebenan der Glockenturm Tour Pey-Berland, dessen Aufstieg (5,50 EUR) sich ebenfalls lohnt und erneut super Ausblicke auf Bordeaux zulässt. Der Zugang zum Aussichtsbalkon ganz oben ist extrem schmal, hier heißt es Bauch einziehen und durch! 😉

Fotospots

Ein Geheimtipp für eine postkartentaugliche Aufnahme der Kathedrale Saint-André und des Glockenturms Tour Pey-Berland ist der Justizpalast (Palais de Justice). Er besteht aus einem historischen Gebäude und einem modernen Zubau von 1998 durch Architekt Richard Rogers. Durch eben diesen Zubau gelangt man nach einer Sicherheitskontrolle in das Gebäude, geht dort in den ersten Stock zu den Verhandlungssälen und genießt den Wahnsinnsausblick. Die Säle selbst wären übrigens auch architektonisch interessant, allerdings konnte ich aufgrund von laufenden Verhandlungen nirgends fotografieren.

Neben der Kathedrale Saint-André lohnt sich ein kurzer Blick auf das Rathaus (Hôtel de ville) im Palais Rohan aus dem Jahr 1778.

 

Die zwei Highlights von Bordeaux

Das (zurecht) wohl bekannteste Fotomotiv der Stadt ist der Place de la Bourse direkt an der Garonne. Der Platz wurde im 18. Jahrhundert angelegt, die historischen Gebäuden rundherum beherbergen heute das Zollmuseum und die Handelskammer. Seit 2006 ergänzt eine riesige, nur ca. zwei Zentimeter tiefe Wasseroberfläche namens Miroir d’Eau das Geschehen am Platz und sorgt für einzigartige Anblicke. Mehrere Male pro Stunde sprüht aus dem Boden Nebel, was vor allem bei hohen Temperaturen jede Menge Leute anlockt (diese Bilder kenne ich nur aus dem Internet, während meines Besuchs habe ich den Nebel nicht live erlebt). Ansonsten spiegeln sich die historischen Gebäude wunderschön und ergeben ein imposantes Gesamtbild.

Das zweite Highlight ist die älteste Brücke in Bordeaux, die Pont de Pierre. Die Geschichte ist sehr interessant: Unter der Herrschaft Napoléons wurde die Brücke 1821 fertiggestellt, starke Strömungen machten den Bau allerdings schwierig. Die 17 Brückenbögen sollen den 17 Buchstaben des Namens Napoléon Bonaparte entsprechen. Bis 1965 war die Pont de Pierre sogar die einzige Straßenverbindung über die Garonne in Bordeaux.

Fotospots

Wer kein Stativ mit sich führt, kann die Kamera auch einfach auf den Boden vor die Wasseroberfläche stellen. Sofern nicht zuviele Menschen im Wasser umhersteigen, ist die Oberfläche ruhig und die Kamera nicht durch Wellen in Gefahr.

Ab und zu wird das Wasser automatisiert abgelassen, dann ergibt sich eine ganz andere Art von Spiegelung. Aber Achtung: sobald es zu Blubbern beginnt, wird aus unterirdischen Düsen wieder Wasser nachgefüllt! Ich musste einmal ziemlich rasch aus der Mitte des Beckens flüchten.

Ich empfehle einen abendlichen Spaziergang oder eine Fahrt mit der Straßenbahn über die Brücke Pont de Piere, um von der anderen Seite in Richtung Innenstadt mit Blick auf die Basilika Saint Michel ein stimmiges Foto zu erhalten.

Am Ende der Brücke auf der Altstadtseite liegt der Triumphbogen Porte de Bourgogne, der am Abend in Regenbogenfarben angestrahlt wird.

 

Vinothek L’Intendant

Weinhandlungen gibt es in Bordeaux natürlich sehr viele, aber eine sticht ganz extrem heraus. In der Vinothek L’Intendant wird man von angenehmen Holztönen und Dutzenden Flaschen in halbrunden Weinregalen empfangen. Ein Blick nach oben offenbart das architektonische Highlight, eine wunderschöne spiralförmige Treppe. Während im Erdgeschoss noch „einfache“ Weine zu günstigen Preisen angeboten werden, steigt mit jedem Stockwerk die Qualität und auch der Preis der angebotenen edlen Tropfen. Ganz oben am Ende des Stiegenhauses thront – geschützt hinter Plexiglas – der Rotwein des Château Pétrus, einer der teuersten Weine der Welt. Ein Blick auf das Preisschild sagt 5.360 Euro, also kein Wein für Cola-Rot. 😉 Auch wer sich nicht für Wein interessiert, sollte bei einem Bordeaux-Besuch unbedingt einen Blick in diese ausßergewöhnliche Vinothek geworfen haben!

Fotospots

Gegenüber der Vinothek liegt das bedeutende Theater (Grand Théatre), das man nach Möglichkeit sowohl untertags als auch nachts mit herrlicher Beleuchtung bewundern sollte. Erwähnenswert ist auch die öffentliche Würfeluhr, die sich mit oder ohne Straßenbahn schön in das Bild mit dem Theater einfügt.

 

Markthalle für Genießer

Die Markthalle Marché des Capucins habe ich selbst einem Artikel des Reiseblogs travelita.ch zu verdanken. Unter der Woche war bei meinem Besuch keine Spur von Touristen, was ziemlich sicher an der Lage abseits der Innenstadt liegt. Es sind zwar nicht wahnsinnig viele Stände in der Halle untergebracht, ich war dennoch hellauf begeistert. Die frischen Fische haben mich im Vorbeigehen schon „angelacht“, aber an einem Kräuterstand gab es dann kein Vorbeikommen mehr, so intensiv und gut war der Geruch rundherum. Man wurde förmlich angezogen, um die verschiedenen Kräuterduftnoten zu analysieren. Danach konnte ich einen großen Wunsch von mir erfüllen, ich wollte während meiner Frankreich-Reise unbedingt einmal Moules-frites (Miesmuscheln mit Pommes Frites) essen. Gemeinsam mit meinem Reisebegleiter haben wir eine riesige Portion für jeweils 9,90 Euro pro Person erhalten, dazu noch eine gute Flasche Weißwein um 13 Euro – günstiger geht es in Bordeaux kaum noch.

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Hubbrücke für Technikfans

Fährt man mit der Straßenbahn B nördlich der Garonne entlang, kommt man nach wenigen Minuten zur architektonisch herausragenden Pont Jacques-Chaban-Delmas (der seines Zeichens der ehemalige Bürgermeister und Premierminister war). Die 2013 eröffnete Hubbrücke kann um 53 Meter angehoben werden, um Kreuzfahrtschiffen die Fahrt in die Stadt zu ermöglichen. Das Anheben und Absenken dauert zwölf Minuten, der Prozess wird allerdings bereits lange durchgeführt, bevor das erwartete Schiff tatsächlich ankommt. Wer nach Bordeaux reist und schon im Vorhinein wissen möchte, ob die Brücke in Aktion zu sehen sein wird, findet die Schließzeiten auf der Webseite pontchaban.fr. Ich hatte gleich doppeltes Glück: während meines viertägigen Aufenthaltes sollte sich die Brücke genau einmal in Bewegung setzen, und das ausgerechnet zeitlich passend vor dem Spiel Österreich – Ungarn. Noch dazu kam kein geringeres Kreuzfahrtschiff als die Seabourn Legend in den Hafen von Bordeaux – das Schiff wurde im Film Speed 2 mit Sandra Bullock für alle Außenaufnahmen verwendet.

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Die schönsten Blicke auf die Brücke hat man vom Quai de Bacalan direkt an der Garonne (eignet sich auch, um etwas zu trinken oder essen) oder wenn man direkt davor steht.

Solange die Brücke nicht angehoben ist, kann man sie als Fußgänger betreten. Es bietet sich ein schöner Blick in Richtung der drei Kilometer entferneten Innenstadt.

 

Wein und Architektur in der Cité du Vin

Als begeisterter Architekturfan war ich komplett aus dem Häuschen, als ich online gesehen habe, dass das Weinmuseum Cité du Vin zwei Wochen vor meiner Ankunft in Bordeaux seine Pforten öffnen sollte (und es auch tat). Der ungewöhnliche, 55 Meter hohe Bau von XTU Architects spielt optisch gleich auf mehrere Dinge an: einen Weinstock, Wein, der in einem Glas geschwenkt wird sowie die Strömungen in der daneben fließenden Garonne. Im Inneren gibt es mehrere Themenschwerpunkte, die allesamt multimedial aufbereitet sind und zum Erkunden und Ausprobieren einladen. Einige Beispiele: Präsentation der größten Weinbaugebiete der Welt, Kunst und Wein, Vorstellung besonderer Winzer, Details zur Geschichte des Weins und dessen historischer Transport per Schiff. Im Dachgeschoss besteht die Möglichkeit, aus einer Auswahl von 13 verschiedenen Weinen aus aller Welt zu probieren – ein Achterl ist im stolzen Eintrittspreis von 20 Euro inkludiert. Einen Blick sollte man auch in den riesigen Weinshop im Erdgeschoss werfen, der ebenfalls architektonisch sehr ansprechend gestaltet ist. Ich bin überzeugt, dass die Cité du Vin recht schnell zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt aufsteigen wird.

Fotospots

Von der Hubbrücke Pont Jacques-Chaban-Delmas aus hat man einen guten Blick auf das Museum.

 

EURO 2016: Österreich – Ungarn

Am 14. Juni 2016 ging es zum ersten Vorrundenspiel Österreichs gegen Ungarn (0:2). Das neue Stadion Matmut-Atlantique steht im Norden der Stadt und wurde erst 2015 eröffnet. Die Anreise ist entweder direkt mit der Straßenbahn C (Station Parc des Expositions) oder mit der Straßenbahn B (Station La Cité du Vin, danach per Shuttlebus weiter zum Stadion). Mich hat die Architektur wieder vollstens in den Bann gezogen, auffallend sind die Dutzenden Stelzen an der Außenseite und die weiße Farbgebung im gesamten Stadion. Nachdem im Außenbereich nirgends mobile Toiletten aufgestellt wurden, ergab sich das ironische Bild von Männern, die sich auf das Logo der EURO 2016 erleichterten. 😉 Das „Klo-Desaster“ setzte sich im Innenbereich mit langen Warteschlangen fort, ich habe noch nie so unterdimensionierte WC-Anlagen in einem Stadion erlebt. Die Sicht auf das Spielfeld ist genial, ich war im zweiten Rang hinter dem Tor untergebracht. Etwas mulmig wurde mir während des Spiels nur, wenn der Block der Österreichischen Fans am Hüpfen war – dabei schwankte der gesamte Oberrang heftig mit …

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ALLGEMEINES

Dass die Suche nach einer Unterkunft für drei Nächte während der Europameisterschaft eine finanzielle Herausforderung werden würde, war mir schon klar. Eine Suche auf den Hotelplattformen HRS und Booking.com hat mir schon Monate vor der Anreise gezeigt, dass nur noch extrem wenige Zimmer verfügbar waren – und diese natürlich zu horrenden Preisen. Wir haben uns deshalb für Airbnb entschieden und eine Unterkunft in der Rue de la Fusterie 24 gebucht. Es dürfte sich um ein ehemaliges kleines Geschäftslokal handeln, das sehr stilvoll umgebaut wurde. Ich war von Anfang an trotz Lage im Erdgeschoss sehr begeistert und habe mich wirklich wohl gefühlt. Mit ausgezogener Couch bietet das Zimmer theoretisch vier Personen Platz, das ist aber schon etwas sehr beengt. Alles war sauber, hell, gratis WLAN, gratis Kaffeekapseln, Satelliten-TV und Kühlschrank.

An öffentlichen Verkehrsmitteln reichen die drei Straßenbahnlinien A, B und C aus. Die Straßenbahn fährt in Bordeaux erst seit Ende 2003 und weist eine Besonderheit auf. In den Innenstadtbereichen verkehren die Züge ohne Oberleitung und werden durch eine Stromschiene zwischen den Gleisen mit Energie versorgt. In den Außenbereichen der Stadt wird ein Stromabnehmer ausgeklappt und wieder konventionell mit Oberleitung gefahren. Während der EURO 2016 gab es ein besonders günstiges Angebot für Fans, für nur drei Euro konnte man den ganzen Tag mit den Straßenbahnen fahren. Der aktuelle Preis (Stand September 2016) ist 4,60 EUR für ein Tagesticket. Erwähnenswert ist, dass im Preis auch die Miniboote auf der Garonne inkludiert sind. Infos und Netzpläne gibt es auf der Seite infotbm.com.

Die Preise für Alkohol schwanken in Bordeaux ganz extrem. Für Bier zahlt man fast überall mindestens fünf Euro, wobei nach oben scheinbar keine Grenzen gesetzt sind. Ich hätte in einem Café auch um 13 Euro ein großes Bier haben können – es wurde dann doch nur ein Espresso für schlappe 4,60 EUR. Einen Tipp für günstiges Bier habe ich aber: in der Vintage Bar (45 Rue Saint James) gibt es jeden Tag von 16-20 Uhr Happy Hour, Bier gibt es dann um rund drei Euro (was viel junges Publikum anlockt). In Bordeaux sollte man generell aber vom Bier Abstand nehmen und sich ganz dem hervorragenden Wein widmen. Egal wo wir eingekehrt sind, der Wein war jedes Mal ein Genuss!

Auch kulinarisch ist es anscheinend unmöglich, in Bordeaux etwas falsch zu machen. Wir haben es nicht einmal geschafft, schlecht oder durchschnittlich zu essen. 😉 Hier meine Empfehlungen: Le Palatium (22 Cours Pasteur, sehr gutes Lachsfilet und herrliche Crème brûlée), Café des Arts (138 Cours Victor Hugo, Austern zu humanen Preisen), Bistro Poulette (Marché des Capucins/Place des Capucins, Miesmuscheln mit Pommes Frites), Chez Paulette ( fantastisches Cassoulet!! Dabei handelt es sich um einen südfranzösischen Bohneneintopf mit Bohnen, Speck, Schweinefleisch, Würstchen und einer Entenkeule) und Le Bistro du Musée (37 Place Pey Berland, Zarte Lammhaxe mit Kürbispüree und Kartoffelgratin). Untertags holt man sich am besten in einer der Dutzenden Bäckereien ein leckeres Baguette oder die lokale Süßspeise Canelé, ein relativ festes, aber trotzdem flaumiges Gebäck, das nach Vanille und Rum schmeckt.

 

FAZIT

Bordeaux ist ein perfekter Ort, um südfranzösisches Flair zu spüren, zu erleben und zu schmecken. Die Stadt punktet durch ihre Mischung aus der zum UNESCO-Welterbe gehörenden Altstadt und modernen Gebäuden als Kontrast. Kulinarisch kann man schwer etwas falsch machen, solange man sich in einheimische Lokale begibt. Das Essen und der Wein sind überall ein absolutes Gedicht. Bordeaux kann ich wirklich ohne Einschränkungen empfehlen!

 

4 Kommentare

  1. […] Das verlorene Spiel Österreichs gegen Ungarn ist da fast schon zur Nebensache verkommen. Bordeaux: Wo der Genuss Zuhause ist […]

  2. […] Teil 1 // Bordeaux: Wo der Genuss Zuhause ist […]

  3. […] Teil 1 // Bordeaux: Wo der Genuss Zuhause ist […]

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