Kitzsteinhorn: Ein Schneeparadies in 3.000 Metern Höhe

Besucher auf dem Kitzsteinhorn

Die Skifahrer unter euch kennen es sicherlich sehr gut, das Kitzsteinhorn in Salzburg. Wer die Bretter fast ganzjährig schwingen will, ist auf dem Gletscher durch hohe Schneesicherheit genau richtig aufgehoben. Doch auch für mich, einen Nicht-Skifahrer, bietet der Berg mit seinem traumhaften Panorama Anreize für einen Spaziergang auf über 3.000 Metern.

KITZSTEINHORN

FAKTEN

Reisezeit: Februar 2015 (Halbtagesausflug während eines Aufenthalts in Kaprun)
Anreise: Mit dem Auto von Wien über die A1, A10 und B311 nach Kaprun, dort den Schildern zum Kitzsteinhorn folgen (4:50 h).
Unterkunft: Tauern Spa Hotel Kaprun ****superior (Tauern Spa Platz 1, 5710 Kaprun, schöne helle Zimmer, bequemes Bett, gratis WLAN, guter Wellnessbereich mit spektakulärem Blick auf das Kitzsteinhorn vom Skylinepool aus, sehr gutes Frühstück und Abendessen)

In der Gegend rund um Kaprun und Zell am See war ich in meinem Leben schon oft – und immer wieder zieht es mich dorthin zurück. Einer der Gründe ist das zur Glocknergruppe gehörende Kitzsteinhorn mit seinem markanten Gipfelspitz auf 3.203 Metern. Zugegeben, der Preis für Fußgänger für die Seilbahnfahrt zur Bergstation ist mit 40,- EUR nicht gerade ein Schnäppchen, aber jeden Cent wert – auch wenn man nicht Ski fährt, sondern nur gute Luft und das sensationelle Panorama genießen will. Mehr zu den Preisen und Betriebszeiten findet man auf der Webseite kitzsteinhorn.at.

Leider wird mit dem Kitzsteinhorn auch immer die Brandkatastrophe vom 11. November 2000 mit 155 Toten im Gedächtnis bleiben. Heute erinnert nur noch eine Gedenkstätte neben der Talstation an die Tragödie, die Anlagen der Standseilbahn selbst wurden abgebaut bzw. der Unglückstunnel auf den Gipfel stillgelegt. Wenn man die ehemaligen Gegebenheiten noch im Kopf hat, kann man aber auch heute noch sowohl im Tal als auch in der Bergstation an mehreren Stellen Teile der alten Bahn erkennen.

Ein Blick zurück auf die Geschichte der Bergbahn macht klar, dass die Erschließung des Gletschers eine wahre Pionierleistung war. Nachdem in den 50er-Jahren Skifahren zum Massensport mutierte, wurde 1963 die „Gletscherbahnen Kaprun AG“ gegründet. Ziel war es, das Gletschergebiet auf dem Kitzsteinhorn zu erschließen. Bereits Ende 1965 war die erste Bahn gebaut, nur ein Jahr später konnten Besucher bereits zur Bergstation auf 3.029 Meter Seehöhe gleiten.

Sanfte Auffahrt zum Alpincenter

Nach der Katastrophe im Jahr 2000 wurden nach der ersten Trauerphase im Eilzugstempo die zwei neuen Seilbahnen Gletscherjet 1 (Dezember 2001) und Gletscherjet 2 (Oktober 2002)  errichtet, um die parallel verlaufende alte Panoramabahn und Langwiedbahn zu entlasten und den Ausfall der Standseilbahn zu kompensieren. Den ersten Abschnitt von der Talstation überwindet man im Gletscherjet 1, der auf zwei Tragseilen geführt wird und dadurch Windgeschwindigkeiten bis zu 110 km/h standhalten soll. Zum Glück musste ich diesen Extremfall nicht austesten, während meines Besuchs war nur ein laues Lüfterl spürbar. 😉 Die Sicht aus dieser Seilbahn ist noch nicht so spektakulär, es lohnt eher der Blick nach oben auf die schneebedeckten Hänge. Sobald man aber in den Gletscherjet 2 umgestiegen ist, offenbart sich erstmals die ganze Bergpracht in der Ferne. Beim Alpincenter auf 2.450m ist die erste Etappe geschafft und man steht am zwischenzeitlichen Auslauf zahlreicher Skipisten.

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Mit der Seilbahn Gletscherjet 1 geht es von der Talstation (911m) auf 1.978m Seehöhe.
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In den Gondeln finden bis zu 24 Personen Platz
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Mit dem anschließenden Gletscherjet 2 bieten sich bereits fantastische Ausblicke
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Die Bahn endet auf 2.450m beim Alpincenter
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Im Alpincenter befinden sich unter anderem ein Skiverleih, ein Restaurant und der Zugang zur Gipfelbahn
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Weiters markiert die Ebene auf 2.450m das zwischenzeitliche Ende der diversen Skipisten
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Die Panoramaaufnahme zeigt die herrliche Bergkulisse
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Ab auf die Gipfelstation in 3.029m Höhe

Durchquert man das Alpincenter, gelangt man zur Station der Gipfelbahn, die zu Spitzenzeiten alle sechs Minuten fahren könnte und 60 Personen Platz bietet. Um ehrlich zu sein empfand ich die Bergfahrt als sehr unangenehm, da aufgrund des großen Besucherandrangs ohne Rücksicht auf Verluste Menschen in die Kabine gepresst wurden – und ich genau in der Mitte zwischen Snowboards, nassen Anoraks und spitzen Skiern in Gesichtshöhe stand. Man fängt im Unterbewusstsein zu hoffen an, dass die Seilbahn nicht plötzlich auf offener Strecke stecken bleibt. 😉 Oben angekommen führt der erste Weg gleich zu Salzburgs höchstem Aussichtspunkt Top of Salzburg. Hier könnte man sich mit einer fix installierten Kamera mittels großem schwarzen Druckknopf per Selbstauslöser vor der Bergkulisse fotografieren lassen (die Bilder gibt es dann auf kitzsteinhorn.at zum Herunterladen), diesen Spaß ließ ich aber aus und verewigte lieber die geniale Aussicht mit meiner Kamera.

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In der Station warten bereits Dutzende Menschen auf die Gipfelbahn, die jeweils 60 Personen Platz bietet
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Die Gipfelbahn überwindet auf einer Strecke von 2,2 Kilometern Länge einen Höhenunterschied von 577 Metern
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Von einer Plattform in der Gipfelstation bietet sich ein toller Blick auf die Seilbahn und in der Ferne Zell am See
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Salzburgs höchster Aussichtspunkt auf 3.029 Metern – auf dem Geländer sieht man den Selbstauslöser der Kamera
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Bei meinem Besuch hatte ich mit der Fernsicht außergewöhnliches Glück
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Vom Bergpanorama kann man sich einfach nicht sattsehen
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Touristenattraktion Gipfelwelt 3000

Ein Tourist im Jahr 2015 gibt sich nicht mit einem schnöden Bergpanorama zufrieden, ein Tourist will unterhalten werden! 😉 Die Antwort auf dieses Verlangen heißt Gipfelwelt 3000. Die dazugehörende Aussichtsplattform Top of Salzburg ist nicht das einzige Highlight in der Bergstation. Ein 360 Meter langer, mit mystischem Licht erhellter Stollen bietet auf verschiedenen Stationen unter anderem Informationen zur Seilbahntechnik, der Entstehung des Kitzsteinhorns oder den vorkommenden Kristallen im Inneren des Bergs. Am Ende angekommen präsentiert sich die Nationalpark Gallery, eine weitere Aussichtsplattform. Trotz meines Glücks mit extrem guter Fernsicht wollte sich aber der Großglockner in der Ferne nicht zeigen und war hinter einer Wolke versteckt. Weitere Attraktionen sind das Kino Cinema 3000 mit einem Film über das Kitzsteinhorn und die Ice Arena, die ich allerdings nicht besucht habe.

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Durch das Kitzsteinhorn führt ein 360 Meter langer Stollen
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Im Verlauf des mystisch beleuchteten Weges erwarten einen interessante Infostationen zu verschiedenen Themen
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Am Ende des Stollens liegt die Panoramaplattform der Nationalpark Gallery
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Erneut präsentiert sich die Bergwelt von ihrer schönsten Seite
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Die schneebedeckten Berge wirken teilweise wie in Watte gehüllt
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Ohne Wolkenschicht hätte man von der Plattform direkten Blickkontakt zum Großglockner
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Auf dem Gletscher gibt es für Profisportler ausgezeichnete Trainingsmöglichkeiten
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Vor der Rückfahrt ins Tal ein letzter Blick auf das verschneite Zell am See
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FAZIT

Das Kitzsteinhorn sollte man (auch als Fußgänger) bei Schönwetter auf jeden Fall besuchen, wenn man Urlaub in der Region Zell am See macht. Der happige Preis für die Seilbahnfahrt auf den Gipfel relativiert sich, wenn man die frische Luft, die fantastische Fernsicht und die Schneemassen auf sich wirken lässt. Mit der Gipfelwelt 3000 wird Besuchern außerdem weiteres Programm geboten, wenn die Schönheit der Natur nicht mehr ausreichen sollte. 😉

 

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