3. Advent: Weihnachtsromantik am Wolfgangsee

Adventmarkt in Sankt Wolfgang

Weihnachtsmärkte gibt es heutzutage in jeder Großstadt und sehr vielen kleineren Orten. Oftmals bekommt man als Besucher dabei aber Massenware statt Kunsthandwerk sowie nach Chemie schmeckenden Punsch statt ein Heißgetränk, das auch danach schmeckt, wie es der Name vermuten lässt. Drei kleine Orte im österreichischen Salzkammergut wirken diesem Trend unter dem Begriff Wolfgangseer Advent authentisch entgegen und feiern unter dem Motto „Advent wie damals“ – romantische Gefühle garantiert!

Karte zeigt die Ortschaften St. Wolfgang, Strobl und St. Gilgen

Der Wolfgangseer Advent im Salzkammergut ist ein Zusammenschluss der drei am Wolfgangsee gelegenen Ortschaften St. Wolfgang (oberösterreichische Seite), Strobl und St. Gilgen (Salzburger Seite). Die Weihnachtsromatik entsteht durch die wunderschöne Bergkulisse rundherum, das Fahren mit dem Schiff von einem Ort zum anderen und nicht zuletzt durch die stilvollen, authentischen Adventmärkte selbst. Dabei wird streng darauf geachtet, dass beispielsweise von kulinarischer Seite ortstypische Speisen angeboten werden – Langos & Co. findet man deshalb hier nicht. Das Kunsthandwerk ist in den drei Ortschaften sicht- und spürbar von höchster Qualität und keine billige Massenware. Bei Schönwetter kann man übrigens den Aufenthalt in St. Gilgen sogar noch durch eine Seilbahnfahrt auf das Zwölferhorn oder in St. Wolfgang durch eine Fahrt mit der Schafbergbahn ergänzen und so traumhafte Ausblicke genießen (beides war für mich am Tag meines Besuchs leider wegen Sturm und Regen nicht möglich). Dieses riesige Angebot lockt natürlich auch viele Besucher an. Wenn man eine Übernachtung in einem der drei Orte plant, sollte man schon Monate vorher ein Zimmer buchen, wenn man nicht weit außerhalb der Orte wohnen möchte. Im Folgenden stelle ich euch die drei Märkte im Einzelnen vor, Besuchstag war der dritte Adventsonntag im Dezember 2016.

Hinweis

Die Anreise erfolgte mit der Westbahn von Wien Westbahnhof nach Salzburg Hauptbahnhof, dann weiter mit dem Bus 150 nach St. Gilgen Busbahnhof (3:23h). Wenn man generell in Salzburg zu Gast ist, bietet sich im Sommer wie im Winter ein schöner Tagesausflug an den Wolfgangsee an. Der Bus 150 fährt stündlich vom Salzburger Hauptbahnhof weg in Richtung Bad Ischl und ist in rund 50 Minuten an der Westseite des Sees in St. Gilgen.

Für die Öffnungszeiten verweise ich auf die Seite wolfgangseer-advent.at. Während der Adventmarkt in St. Wolfgang täglich vom Eröffnungs- bis zum 4. Adventwochenende geöffnet hat, sind die Märkte in St. Gilgen und Strobl nur an den Wochenenden (Donnerstag bis Sonntag) offen. Der 4. Adventsonntag ist der letzte Öffnungstag der Märkte, die Tage danach bis zum Heiligen Abend bleiben die Stände geschlossen.

Wenn ihr an einem Tag mehr als zwei Ortschaften mit dem Schiff anfahren wollt, empfiehlt sich eine Tageskarte um 19,60 EUR. Detaillierte Infos zu den Fahrzeiten und zu den Preisen findet ihr in den jeweiligen PDFs ebenfalls auf der Seite wolfgangseer-advent.at. Die Schiffe fahren generell jede halbe Stunde. Verpasst man ein Schiff, lässt sich die Wartezeit rasch mit einem Punsch überbrücken.

 


Strobl

Sternschweif am Adventmarkt in Strobl

Meine erste Station war der Weihnachtsmarkt in Strobl am Ostufer des Wolfgangsees. Nachdem meine An- und Abreise über St. Gilgen erfolgte und ich alle drei Ortschaften am Plan hatte, habe ich mir in St. Gilgen gleich ein Tagesticket für die Schifffahrt besorgt. Die Fahrt nach Strobl geht nicht direkt, man muss in St. Wolfgang bei der Schafbergbahn aussteigen und 20 Minuten auf das Anschlussschiff warten. Die Zeit kann man aber bei einem kleinen Punschstand überbrücken und dabei schon einen schönen Blick auf das Ortsbild mit der Kirche St. Wolfgang genießen. Im Krippendorf Strobl schließlich angelangt, geht man entlang der Promenade an der schwimmenden Punschhütte vorbei und steht nach wenigen Schritten schon mitten im Geschehen des Adventmarkts. Ziegen, Schafe, Rehe und sogar ein Hirsch namens Max warten auf die Besucher und wollen mit günstig zu erwerbendem Tierfutter verwöhnt werden. Die Wildtiere liegen in einem Gehege neben einer großen Holzkrippe und einem überdimensionalen Schweifstern, dem Wahrzeichen des Weihnachtsmarktes. Die Verkaufsstände erstrecken sich vom Dorfplatz bis an das Ende der Ischlerstraße und bieten allerlei Interessantes und Köstliches. Wer so wie ich mit Hunger anreist und von der Schifffahrt schon etwas unterkühlt ist, kommt schwer am Stand Nummer 9 vorbei. Dort kann man sich mit einer heißen und schmackhaften Rindssuppe mit Kaspress-/Speck- oder Leberknödel wieder aufwärmen. Für den größeren Hunger bieten sich dagegen die Essensstände auf dem Dorfplatz vor der Kirche an. Hier gibt es Bratwürstel mit Sauerkraut, Blunzengröstl, Ofenkartoffeln und Raclettebrote. Zum Nachspülen empfehle ich Hochprozentiges von der Brennerei Primushäusl, zum Beispiel einen angesetzten Zirbenschnaps. Nicht fehlen darf ein Besuch im Lesesaal der Gemeinde Strobl, wo über 50 handgefertigte und extrem sehenswerte Krippen ausgestellt sind. Ebenso faszinierend sind die von Schulkindern gebauten Krippen in einem Stand auf der Ischlerstraße.

Per Schiff von St. Gilgen Richtung Strobl mit herrlicher Bergkulisse
Per Schiff von St. Gilgen Richtung Strobl mit herrlicher Bergkulisse
Aufnahmeort anzeigen
Der Dorfplatz in Strobl mitten im Sonnenuntergang
Der Dorfplatz in Strobl mitten im Sonnenuntergang
Aufnahmeort anzeigen
Die schwimmende Punschhütte (rechts) im herrlichen Abendlicht
Die schwimmende Punschhütte (rechts) im herrlichen Abendlicht
Aufnahmeort anzeigen
Hirsch Max im Wildgehege
Hirsch Max im Wildgehege
Aufnahmeort anzeigen
Stand Nummer 9 in der Ischlerstraße punktet mit heißer Suppe und Knödeleinlage
Stand Nummer 9 in der Ischlerstraße punktet mit heißer Suppe und Knödeleinlage
Aufnahmeort anzeigen
Im Lesesaal der Gemeinde Strobl gibt es über 50 handgefertigte Krippen zu bestaunen
Im Lesesaal der Gemeinde Strobl gibt es über 50 handgefertigte Krippen zu bestaunen
Aufnahmeort anzeigen
Süße Ischlertörtchen in einem der zahlreichen Stände
Süße Ischlertörtchen in einem der zahlreichen Stände
Aufnahmeort anzeigen
Unter anderem gibt es Bratwurst mit Sauerkraut sowie Ofenkartoffeln mit diversen Saucen zu probieren
Unter anderem gibt es Bratwurst mit Sauerkraut sowie Ofenkartoffeln mit diversen Saucen zu probieren
Aufnahmeort anzeigen
Zwei Stamperl Zirbenschnaps am Stand der Brennerei Primushäusl
Zwei Stamperl Zirbenschnaps am Stand der Brennerei Primushäusl
Aufnahmeort anzeigen
Faszinierende Figuren aus Holz am Adventmarkt Strobl
Faszinierende Figuren aus Holz am Adventmarkt Strobl
Aufnahmeort anzeigen
Die beleuchtete Ischlerstraße mit zahlreichen Ständen
Die beleuchtete Ischlerstraße mit zahlreichen Ständen
Aufnahmeort anzeigen

Sankt Wolfgang

Schwimmende Laterne am Adventmarkt in St. Wolfgang

Mit dem Schiff ging es nach rund zwei Stunden Aufenthalt in Strobl weiter nach St. Wolfgang. Hier ist zu beachten, dass die Ausstiegsstelle bei der Schafbergbahn und nicht im engen Ortszentrum liegt. Man geht von dort zu Fuß rund 5-10 Minuten zum Markt, was aber kein Problem darstellen sollte. Es warten über 60 Stände mit Essen, Trinken sowie Kunsthandwerk aus allerlei Materialien. Punsch trinken macht hier sogar mir – einem bekennenden Punsch-Hasser – Freude, denn er schmeckt nicht nach Chemie, sondern nach Punsch. 😉 Relativ nah am Beginn des Adventmarkts befindet sich bei der Kaffeewerkstatt (Espresso um 1,- EUR!) im Pfarrgarten eine Krippenlandschaft mit lebensgroßen Salzkammergut-Figuren. Ein paar Meter weiter gibt es kein Vorbeikommen am Stand der Schaumrollen, mein absoluter Favorit in St. Wolfgang! Der Blätterteig wird frisch gebacken und mit der Eiweißmasse gefüllt. Mein Tipp: wenn ihr seht, dass bereits einige Rollen vorbereitet zum Verkauf liegen, dann verlangt einfach nach einer frisch gebackenen Schaumrolle aus dem Ofen, die noch warm ist. Ihr werdet sehen, der Geschmacksunterschied ist unbeschreiblich! Folgt man dem Weg durch die Ortschaft, landet man schließlich am Uferplatz mit bestem Blick auf die schwimmende, 19 Meter hohe Laterne, das Wahrzeichen des Adventmarkts St. Wolfgang. Dieses Motiv sollte man naturgemäß in der Dämmerung oder generell in der Dunkelheit betrachten. Es gibt übrigens noch ein schönes Fleckchen, um die Laterne von oben zu betrachten. Seht euch dazu am besten den Aufnahmeort im entsprechenden Foto an, der Platz ist ungefähr beim Tunnelportal Ost Michael-Pacher-Straße/Markt. Unter einer überdachten Terrasse kann man hier auch mit herrlichem Ausblick auf die Laterne und die Bergwelt seinen Glühwein genießen.

Hinweis

Meinen Sommeraufenthalt in Sankt Wolfgang habe ich bereits in einem eigenen Artikel auf meinem Blog ausführlich besprochen: Mit der Schafbergbahn zum besten Seenblick

 

Blick auf die Krippenlandschaft im Pfarrgarten
Blick auf die Krippenlandschaft im Pfarrgarten
Aufnahmeort anzeigen
Zwei Figuren in der Krippenlandschaft im Pfarrgarten
Zwei Figuren in der Krippenlandschaft im Pfarrgarten
Aufnahmeort anzeigen
Der Uferplatz mit Adventständen, im Hintergrund die schwimmende, 19 Meter hohe Laterne
Der Uferplatz mit Adventständen, im Hintergrund die schwimmende, 19 Meter hohe Laterne
Aufnahmeort anzeigen
Frisch gebackene und gefüllte Schaumrollen, mein Highlight am Adventmarkt St. Wolfgang
Frisch gebackene und gefüllte Schaumrollen, mein Highlight am Adventmarkt St. Wolfgang
Aufnahmeort anzeigen
Weihnachtsromantik pur vor der Pfarrkirche St. Wolfgang
Weihnachtsromantik pur vor der Pfarrkirche St. Wolfgang
Aufnahmeort anzeigen
Einer der Punschstände mit qualitativ hochwertigen Getränken
Einer der Punschstände mit qualitativ hochwertigen Getränken
Aufnahmeort anzeigen
Ein Schiff von Strobl nach St. Wolfgang fährt an der schwimmenden Laterne vorbei
Ein Schiff von Strobl nach St. Wolfgang fährt an der schwimmenden Laterne vorbei
Aufnahmeort anzeigen
Über 60 Stände bieten Essen, Trinken sowie Kunsthandwerk
Über 60 Stände bieten Essen, Trinken sowie Kunsthandwerk
Aufnahmeort anzeigen
In der Dämmerung ist der Adventmarkt St. Wolfgang besonders schön
In der Dämmerung ist der Adventmarkt St. Wolfgang besonders schön
Aufnahmeort anzeigen

Sankt Gilgen

Kerze am Adventmarkt in St. Gilgen

Mein letzte Station des Wolfgangseer Advents war der besinnliche Ort St. Gilgen am westlichen Seeufer. Die Anfahrt mit dem Schiff von St. Wolfgang aus startet bei der Anlegestelle im Zentrum und nicht bei der Schafbergbahn. Schon während der Fahrt auf dem Schiff ist von Weitem das Wahrzeichen zu sehen: eine riesige, elf Meter hohe Kerze. Dieses Symbol findet man im gesamten Ort immer wieder als Dekoration und auch zu kaufen. Im Vergleich zu den anderen beiden Ortschaften wirkt St. Gilgen wesentlich besinnlicher, ist es auch der kleinste der drei Märkte. Das Ortsbild säumen neben vielen Kerzen und wunderschönen Straßenbeleuchtungen auch noch die zahlreichen, von der Künstlerin Raja Schwahn Reichmann barock bemalten Stände mit Engels- und Menschenbildern. In einem Glaspavillon gilt es – ähnlich wie in Strobl – zahlreiche von Hand gefertigte, mit liebevollen Details versehene Krippen zu bewundern. Der Punschstand „Zum lustigen Engerl“ punktet mit seinen beheizten und mit Wolle ausgekleideten Sitzmöglichkeiten. Kurz vor der Sperrstunde um 19.30 Uhr habe ich mich dann mit dem Bus 150 wieder Richtung Salzburg und von dort aus mit dem Zug nach Wien begeben.

Von der Bundesstraße kommend wird man sehenswert empfangen
Von der Bundesstraße kommend wird man sehenswert empfangen
Aufnahmeort anzeigen
Die riesige Kerze, das Wahrzeichen des Adventmarkts St. Gilgen
Die riesige Kerze, das Wahrzeichen des Adventmarkts St. Gilgen
Aufnahmeort anzeigen
Wie in Strobl gibt es auch in St. Gilgen von Hand gefertigte, mit liebevollen Details versehene Krippen zu bewundern
Wie in Strobl gibt es auch in St. Gilgen von Hand gefertigte, mit liebevollen Details versehene Krippen zu bewundern
Aufnahmeort anzeigen
Viele der Stände in St. Gilgen sind mit barocken Kunstwerken der Künstlerin Raja Schwahn Reichmann geschmückt
Viele der Stände in St. Gilgen sind mit barocken Kunstwerken der Künstlerin Raja Schwahn Reichmann geschmückt
Aufnahmeort anzeigen
Der idyllische Pichlerplatz in St. Gilgen
Der idyllische Pichlerplatz in St. Gilgen
Aufnahmeort anzeigen
Beim Punschstand „Zum lustigen Engerl“ genießt man seinen Punsch auf warmen, mit Wolle ausgekleideten Sitzen und Heizstrahlern
Beim Punschstand „Zum lustigen Engerl“ genießt man seinen Punsch auf warmen, mit Wolle ausgekleideten Sitzen und Heizstrahlern
Aufnahmeort anzeigen
Im Vergleich zu den anderen beiden Ortschaften des Wolfgangseer Advents geht es in St. Gilgen richtig beschaulich zu
Im Vergleich zu den anderen beiden Ortschaften des Wolfgangseer Advents geht es in St. Gilgen richtig beschaulich zu
Aufnahmeort anzeigen
Das Symbol der Kerze findet sich in St. Gilgen überall wieder und kann auch käuflich erworben werden
Das Symbol der Kerze findet sich in St. Gilgen überall wieder und kann auch käuflich erworben werden
Aufnahmeort anzeigen
Im historischen Ortszentrum gilt es jede Menge lokales Kunsthandwerk zu entdecken
Im historischen Ortszentrum gilt es jede Menge lokales Kunsthandwerk zu entdecken
Aufnahmeort anzeigen
Eine künstlerisch herausragende Krippe mitten im Ortszentrum
Eine künstlerisch herausragende Krippe mitten im Ortszentrum
Aufnahmeort anzeigen

Fazit

Der Wolfgangseer Advent verspricht „Advent wie damals“ und kann die hohen Erwartungen auch vollends erfüllen. Der Zusammenschluss der drei Orte St. Gilgen, St. Wolfgang und Strobl war ein Geniestreich und punktet mit seinem authentischen Angebot an Kunsthandwerk, den heimischen Spezialitäten und Getränken, die nach Punsch und nicht nach chemischen Zusatzstoffen schmecken. Ein Besuch aller drei Märkte ist an einem Tag möglich, aber anstrengend. Ich empfehle eine Übernachtung und pro Tag den Besuch von nur zwei Märkten – so gelangt man auch in den optischen Genuss, alle Weihnachtsbeleuchtungen strahlen zu sehen.

 

4 Kommentare

  1. […] Im Winter gibt es in St. Wolfgang einen wunderschönen Weihnachtsmarkt, meinen Bericht dazu findest du hier: Weihnachtsromatik am Wolfgangsee […]

  2. danke für den herrlichen Bericht und Tipp, ich werde ihn mal im Hinterkopf behalten, vor allem die Fotos von St.Gilgen begeistern mich total – nur mit dem Wetter hattest du leider kein Glück 😉

    1. Mach das unbedingt, die Atmosphäre ist wirklich magisch!

  3. […] verkehren Schiffe, die außergewöhnliche Blicke auf die Berglandschaft rundherum ermöglichen. 3. Advent: Weihnachtsromantik am Wolfgangsee […]

Schreibe einen Kommentar