48 Stunden Krakau: Kirchen, Wodka und Pierogi

Ein Fiaker vor den Tuchhallen in Krakau

Aus der Sicht eines Besuchers hat die zweitgrößte Stadt Polens alles, was das Touristenherz begehrt. Die faszinierende Legende eines feuerspeienden Drachens, ein imposantes Königsschloss, eine mehr als sehenswerte Altstadt aus dem Mittelalter und nicht zuletzt kulinarische Gaumenfreuden ohne Ende. Ich habe Krakau in zwei Tagen bei kühlem Wetter mit einem Mix aus Sonne, Wind und Regen genauer unter die Lupe genommen.

Krakau (Kraków)

FAKTEN

Reisezeit: Ende Oktober 2016 (2 Tage)
Anreise: Mit dem Flugzeug (LOT) vom Flughafen Wien-Schwechat zum Flughafen Warschau Chopin (Lotnisko Chopina w Warszawie, 1:10h), mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof Warszawa Centralna (0:20h) und von dort mit dem Zug nach Krakau Hauptbahnhof (Kraków Główny, 2:17h)
Unterkunft: Art & Garden Residence **** (Krowoderska 71, ruhige Lage etwas abseits der Altstadt, 15 Minuten Fußweg zum Zentrum, Begrüßungssekt, moderne und stilvolle Zimmer, sehr schönes Bad, bequeme Betten, großes Frühstücksbuffet, gratis WLAN)

Weitere Stationen dieser Reise

Krakau habe ich mit Warschau kombiniert, meinen Reisebericht dazu könnt ihr hier lesen: Warschau: Polens unzerstörbare Stadt

Reiseverlauf (5 Tage): Wien –> Chopin-Flughafen Warschau (Flug LOT) // Warschau Centralna–> Krakau Główny (Zug) // Krakau Główny –> Warschau Centralna (Zug) // Chopin-Flughafen Warschau –> Wien (Flug LOT)

 

Krakau, bis 1596 noch die Hauptstadt Polens (seitdem ist es Warschau), ist die mit Abstand meistbesuchte Stadt des Landes. Im Jahr 2000 wurde sie zur Kulturhauptstadt Europas ernannt. Die Stadt gilt mit ihren Dutzenden Museen, Theatern und Galerien als Zentrum der polnischen Kultur. Weltbekannt ist sie auch für die Jagiellonische Universität, die im Jahr 1364 gegründet wurde und die älteste Lehranstalt in Polen sowie die zweitälteste in Mitteleuropa ist – nicht umsonst gilt Krakau als beliebte Studentenstadt. Im Folgenden nehme ich euch mit auf meine Reise durch die Stadt, wobei ich allerhand Faszinierendes erfahren und gelernt habe.

Die Straße Florianska mit Blick auf die Marienkirche in Krakau

Auf königlichem Wege durch die Altstadt

Im Gegensatz zu Warschau ist Krakau im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört worden, weswegen man als Besucher noch eine Vielzahl an Bauten von der Romantik bis zum Jugendstil und Denkmäler aus der Gotik und Renaissance bewundern kann. Die Altstadt ist von der rund vier Kilometer langen Parkanlage Planty umschlossen – diese steht anstelle der alten Maueranlage. Am nördlichen Ende der Innenstadt liegt die Barbakane, eine mächtige historische Wehranlage, die zur damaligen Zeit (Ende des 15. Jahrhunderts) als unüberwindbar galt. Unmittelbar daneben betritt man durch das letzte erhaltene mittelalterliche Florianstor (Brama Florianska) die Altstadt und steht mitten auf der Straße Florianska, auf der sich Dutzende Geschäfte aneinanderreihen. Dort beginnt mit dem Königsweg die Hauptachse Krakaus, an der sich die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt befinden. Nach wenigen Minuten gilt es das Highlight von Krakau zu überblicken: den Hauptmarkt Rynek Główny, der größte europäische Marktplatz des Mittelalters. Durch die auf dem Platz verteilten Bauten wirkt er allerdings auf den ersten Blick nicht so gigantisch, wie man annehmen könnte. Drei Gebäude stechen dem Besucher sofort ins Auge: die Tuchhallen, die Marienkirche und der Rathausturm – dazu aber im nächsten Absatz mehr. Etwas abseits des Platzes verteilt verdienen sich drei Kirchen einen Besuch: die Bernhardinerkirche (Kościół św. Bernardyna ze Sieny), die Franziskanerkirche (Kościół Franciszkanów) und die Dominikanerkirche (Bazylika Świętej Trójcy w Krakowie). Krakau ist auch als Universitätsstadt weltweit bekannt, weswegen man sich die Jagiellonen-Universität und das anschließende Collegium Maius ebenfalls nicht entgehen lassen sollte.

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Der Hauptmarkt in Krakau vom Turm der Marienkirche aus gesehen

Die Highlights auf dem Hauptmarkt

Die Tuchhallen (Sukiennice) sind ein langgezogenes, einstöckiges Gebäude aus der Renaissance – der Name stammt vom früheren Handel mit Tuchen. Heute reihen sich im inneren Durchgang Dutzende kleine Geschäfte aneinander und verkaufen allerhand Touristisches. Mit viel Fantasie hat mich das Ganze an den Großen Bazar von Istanbul erinnert. Auf der hinteren Seite steht der Rathausturm (Wieża Ratuszowa), den man theoretisch besteigen und die Aussicht genießen könnte. Bei meinem Besuch war allerdings stürmisches Wetter und der Turm daher geschlossen, außerdem wollte ich sowieso lieber die Aussicht vom Nordturm der Marienkirche (Kościół Mariacki w Krakowie) sehen. Die Kirche mit den zwei ungleichen Türmen liegt gegenüber den Tuchhallen und stellt einen Pflichtbesuch dar. Ich empfehle euch, rechts neben der Kirche in einem kleinen Laden Tickets für die Besichtigung des weltberühmten Krakauer Hochaltars des gotischen Bildhauers Veit Stoß mit einer Fotogenehmigung (wird streng kontrolliert!) und sofern möglich, Karten für eine Turmbesteigung zu erwerben (alle Öffnungszeiten und Ticketpreise findet ihr auf mariacki.com). Vor allem für die Turmbesteigung muss man zeitig vor Ort sein, da die Tickets zeitgebunden sind und pro Tag nur eine relativ geringe Anzahl an Personen in die Türmerstube darf. Betritt man die Marienkirche, wird man sofort förmlich erschlagen von der prachtvollen Ausstattung – bescheiden war man hier beim Bau wahrlich nicht. Der Kontrast aus blau bemalten Wänden und jeder Menge vergoldeter Figuren und Statuen hat mich völlig in den Bann gezogen, am besten setzt man sich einige Minuten hin und staunt einfach nur. Der Hochaltar von Veit Stoß ist übrigens täglich erst ab 11.50 Uhr geöffnet, sollte aber aufgrund seiner Schönheit unbedingt besichtigt werden. Links außerhalb der Kirche ist der Eingang zur Turmbesteigung, die an der Spitze in der beschaulichen Türmerstube eine außergewöhnliche Aussicht zulässt. Es handelt sich dabei nicht um eine klassische Aussichtsplattform, man muss zum Hinausblicken extra immer ein Fenster öffnen, was dem Ganzen ein besonderes Flair verleiht und auch erklärt, warum aus Sicherheitsgründen nur eine kleine Anzahl an Menschen gleichzeitig oben sein darf. Ich hatte dann noch das Glück, den Turmbläser live erleben zu können. Zu jeder vollen Stunde spielt ein Mitglied der Feuerwehr mit einer Trompete das nach wenigen Sekunden abrupt endende Signal „Hejnał“ in alle vier Himmelsrichtungen. Es erinnert an einen Türmer, der laut einer Legende während des Blasens des Alarmsignals 1241 von einem Tatarenpfeil getötet wurde. Interessant ist übrigens auch die Geschichte hinter den ungleichen Türmen. Einer Sage nach sollen sie von zwei Brüdern in Konkurrenz erbaut worden sein. Während der ältere Bruder seinen nördlichen, 81 Meter hohen Turm bereits fertiggestellt hatte, war sein jüngerer Bruder noch mit dem Bau des südlichen, 69 Meter hohen Turms beschäftigt. Aus Angst, sein Bruder könne einen höheren Turm bauen, erstach er ihn. Danach bereute er die Entscheidung und stürzte sich selbst vom Nordturm in den Tod.

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Der beleuchtete Wawel in Krakau

Die Burganlage Wawel – ein Wahrzeichen der Stadt

Der Krakauer Wawel ist die ehemalige Residenz der polnischen Könige in Krakau. Die Burganlage liegt auf dem Krakauer Hügel über der Weichsel (Wisła) und wurde durch seine strategisch gute Lage schon früh besiedelt. Der Sage nach lebte früher ein Drache auf dem Wawel, der vom Ritter Krak getötet wurde – danach wurde die Stadt Krakau gegründet. Das Burggelände kann außen frei besichtigt werden, für eine Burgbesichtigung innen gibt es unterschiedliche Ticketoptionen. Ein Rundgang in der wunderschönen Wawel-Katedrale (Katedra Wawelska) ist kostenlos, nur für bestimmte Bereiche in der Kirche muss Eintritt bezahlt werden. In der Kathedrale liegen übrigens zahlreiche polnische Könige sowie nationale Helden begraben – und der 2010 beim Flugzeugabsturz von Smolensk ums Leben gekommene Präsident Lech Kaczyński, was damals für heftige Proteste in der Bevölkerung sorgte. Die Drachenhöhle (Jaskinia Smocza) aus der Sage kann auch durchwandert werden – es ist allerdings ein extrem kurzes und wenig spannendes Unterfangen. Am Ausgang der Höhle steht die Statue des Drachen (Smok wawelski), die normalerweise alle paar Minuten Feuer speien sollte. Bei meinem Besuch verhinderte das allerdings ein technischer Defekt.

Hinweise

Alle Informationen zu den Themen Öffnungszeiten, Ticketpreise und was es eigentlich alles im Burggelände zu besichtigen gibt, findet ihr auf der offiziellen Webseite wawel.krakow.pl.

 

Fotospots

Den Wawel in seinen gesamten Ausmaßen fotografiert man optimalerweise vom gegenüber liegenden Ufer der Weichsel. Das ist zwar ein zeitlich gehöriger Umweg, bietet aber den besten Blick auf die Burganlage.

 

ESSEN UND TRINKEN IN KRAKAU

Die Kulinarik in Krakau verdient sich einen eigenen Punkt. Wen der kleine Hunger überkommt, findet an vielen Ecken der Stadt mobile blaue Verkaufsstände für das Kringelgebäck Obwarzanek (Plural: Obwarzanki). Der runde Kringel ist eine typische Krakauer Spezialität und ein Symbol der Stadt.

Die Kette Chłopskie Jadło (unter anderem an der Adresse św. Agnieszki 1) bietet herrlich authentische polnische Küche, ich hatte Brot mit Schmalz und Essiggurkerl als kostenlose Vorspeise, danach Pierogi (gefüllte Teigtaschen) und Golabki (Krautrouladen). Dazu ein helles Tyskie und das Weizenbier Książęce Złote Pszeniczne. Ein Verdauungswodka gehört natürlich in Polen ebenfalls dazu.

Wer nach Polen kommt, muss unbedingt zumindest einmal in eine Milchbar (Bar mleczny, z.B. „Pod Temidą“ an der Adresse Grodzka 43) essen gehen. Es handelt sich dabei um aus der Zeit des Sozialismus stammende, kleine Selbstbedienungsrestaurants, die polnische Hausmannskost zu unschlagbaren Preisen ausgeben. Das Motto damals wie heute: jeder soll sich pro Tag eine ordentliche warme Mahlzeit leisten können, der Staat subventioniert deshalb die Milchbars. Ich probierte den Sauerkrauteintopf Bigos, eine wunderbare Erfahrung.

Das jüdische Viertel Kazimierz hat sich in den letzten Jahren zu einem Touristenmagnet entwickelt und punktet abends durch eine Vielzahl an netten Lokalen und Bars. Eine davon habe ich auf dem Neuen Platz (plac Nowy 6) probiert. In der Bar Pijalnia wódki i piwa wird Bier und Wodka um jeweils 4,- PLN / 1,- EUR ausgeschenkt, sagenhafte Preise für einen westeuropäischen Touristen. 😉

Um nach oder vor dem Trinken eine deftige Unterlage aufzubauen, geht man am besten ein Zapiekanki essen, zum Beispiel bei „Endzior“ (Plac Nowy 4). Hier hatte ich ein überbackenes Baguette mit pikanter Wurst, Käse, Champignons, Tomaten und Zwiebeln.

Ebenfalls auf dem Plac Nowy steht ein Marktstand, der am Abend zu einem Würstelstand umfunktioniert wird. Probiert mal eine Krakauer Grillwurst mit Senf und Brot (Kiełbasa z grilla z musztardą i chlebem), großartig!

Wer Pralinen liebt, stattet am besten der zentral gelegenen Confiserie Karmello (Czekoladki Karmello, plac Wszystkich Świętych 11) einen Besuch ab. Es werden exzellente Pralinen und Trüffel angeboten, was sich vielleicht auch als Mitbringsel eignet.

 

Das Restaurant Ariel im jüdischen Viertel Kazimierz in Krakau

Das jüdische Krakau

Mit einem Städtetrip nach Krakau verbinden die meisten Menschen wohl auch eine Besichtigung des rund 50 Kilometer entfernten Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Nachdem man dort jedoch einen ganzen Tag einplanen sollte, habe ich mich aus Zeitgründen dagegen entschieden und auf eine spätere Reise verschoben. Stattdessen habe ich mir den jüdischen Krakauer Stadtteil Kazimierz näher angeschaut. Nachdem er nicht sonderlich groß ist, kann man ruhig einfach ohne Plan umherschlendern und kommt fast automatisch an den wichtigsten Punkten vorbei. Es gibt mehrere Synagogen zu sehen, darunter die Tempel-Synagoge (Synagoga Tempel) und mit der Alten Synagoge (Stara Synagoga) die älteste erhaltene in Polen. Neben der Remuh-Synagoge (Synagoga Remuh) kann der älteste jüdische Friedhof Krakaus durchquert werden. Sehenswert ist aber auch die christliche Pfarrkirche Corpus Christi (Kościół Bożego Ciała). Nicht verpassen darf man als Besucher übrigens den Neuen Platz (Plac Nowy), der in Reiseführern vor allem Nachtschwärmern ans Herz gelegt wird. Es gibt hier neben Marktständen unter anderem den herrlich schmackhaften Snack Zapiekanki zu probieren – ein mit allerhand verschiedener Belege überbackenes Baguette. Über den Steg Kładka Ojca Bernatka gelangt man über die Weichsel in den Krakauer Stadtteil Podgórze. Dort befinden sich zwei wichtige Erinnerungsstätten an die Judenverfolgung: der Platz der Ghettohelden (Plac Bohaterów Getta) mit seinen symbolischen leeren Stühlen und die Fabrik Oskar Schindlers (Fabryka Emalia Oskara Schindlera). Ein Besuch der in ein Museum umgewandelten Fabrik ist Pflicht und beleuchtet die tragische Zeit der Krakauer jüdischen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg.

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Innenansicht des Salzbergwerks Wieliczka in Krakau

Ein Salzbergwerk vor der Tür Krakaus

Ein ganz heißer Besuchstipp ist die Salzmine Kopalnia Soli Wieliczka etwas außerhalb Krakaus. Ich habe in Österreich und Deutschland schon einige Salzbergwerke gesehen, aber keines ist auch nur annähernd vergleichbar mit dem im Krakauer Vorort Wieliczka. Die rund 20-minütige Anfahrt mit dem Zug vom Krakauer Hauptbahnhof ist wirklich unkompliziert und nach dem Aussteigen an der Endstation ist man nach wenigen Schritten auch schon auf dem Bergwerksgelände. Nach der Abholung meiner vorreservierten Tickets und einer kurzen Wartezeit hat die geführte Tour auch schon begonnen. Zu Beginn geht man eine gefühlte Ewigkeit 380 Stufen in 65 Meter Tiefe bergab – ein Blick nach unten erinnert dabei an einen unendlichen Zeittunnel wie in einem Science-Fiction-Film. Der Tourguide weist darauf hin, dass im Laufe der nächsten zwei Stunden nochmals 480 Stufen zu erklimmen sind, wenigstens erneut ohne große Anstrengung nach unten. Insgesamt begibt man sich so auf 135 Meter Tiefe, was schon ein seltsames Gefühl ist. Im Verlauf der Führung durchquert man jede Menge von Hand geschaffene Gänge, Wege und besichtigt 20 Kammern, von denen einige außergewöhnlich schön sind. Alle paar Meter säumen historische Bergbaumaschinen und Schaufiguren den Pfad, dazwischen gibt es Salzseen und Kunstwerke aus Salz – die wahren Highlights des Bergwerks – zu bestaunen. Im letzten Drittel der Führung kommt man zum Höhepunkt, der 465 m² großen Hl.-Kinga-Kapelle. Von oben erlangt man zuerst einen herrlichen Gesamtblick auf den riesigen, mit Kronleuchtern geschmückten Raum, bevor man sich über Stufen hinunterbegibt. Die Kapelle wird immer wieder für Konzerte und Theateraufführungen genutzt, bis zu 400 Personen finden hier Platz. Die Tour ist mit diesem Highlight aber noch nicht beendet, es geht immer noch für rund eine halbe Stunde weiter durch die Tiefe. Nach insgesamt zwei Stunden war ich dann aber wirklich müde und froh, dass der Ausgang (bzw. das unterirdische Restaurant) erreicht wurde und es mit einem extrem rasanten, engen, zweistöckigen und authentisch aussehenden Bergwerksaufzug in 20 Sekunden wieder an die Oberfläche ging. Theoretisch könnte man im Berginneren übrigens auch noch eine Multimediaausstellung ohne Führung ansehen, die nochmals eine Stunde beansprucht – für alle, die absolut nicht genug bekommen können. 😉

Hinweise

Alle gesammelten Infos findet ihr auf der deutschen Webseite salzbergwerkwieliczka.de.

Die Tickets für die Salzmine kauft man am besten auf der Seite kopalnia.pl. Ich habe die Touristenroute gewählt, alternativ gäbe es die Bergmannsroute, bei der man den Alltag eines Bergwerkarbeiters nachspielen kann. Eine Karte mit deutscher Führung kostet 84,- PLN / 19,- EUR („normale Eintrittskarte in Fremdsprache I“), die Sprache und das Datum wählt man im nächsten Schritt aus.

Will man im Bergwerk fotografieren, muss man eine Fotogenehmigung um 10,- PLN / 2,30 EUR kaufen. Diese kann man an der Kassa beim Abholen der reservierten Tickets dazunehmen. Während meiner Führung haben übrigens zahlreiche Personen ohne Genehmigung fotografiert, diese wurden aber vor der Hl.-Kinga-Kapelle an einer eigens aufgestellten Kassa nochmals an die Gebühr „erinnert“. 😉

Die Anfahrt mit dem Zug ist sehr einfach: Vom Hauptbahnhof Krakau (Kraków Główny) fährt alle 30 Minuten ein Zug zur Endstation Wieliczka Rynek-Kopalnia, das Ticket löst man vorher an einem der Automaten am Hauptbahnhof. Den Fahrplan findet ihr auf der Seite malopolskiekoleje.pl (rechts unter „Timetable“ ist der Link zu einem PDF versteckt).

 

Fotospots

Im Bergwerk ist es unglaublich dunkel zum Fotografieren! Wenn ihr nur mit einem Smartphone unterwegs seid, erwartet euch lieber nicht zuviel von den Fotos, ihr benötigt optimalerweise eine Kamera mit sehr gutem Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten.

 

Allgemeine Tipps

Die Altstadt Krakaus ist zwar nicht riesig und kann gut zu Fuß erkundet werden, dennoch ist es nach einem langen Tag angenehm, mit der Straßenbahn in die Unterkunft zurückzufahren. Für die von der Altstadt doch etwas entfernteren Stadtteile Kazimierz und Podgórze ist es generell ratsam, mit der Tram zu fahren. Einen Linienplan findet ihr auf der Webseite krakowcard.com. Für die meisten Fahrten reicht ein 20-Minuten-Ticket, das ihr an den Fahrkartenautomaten auch bequem in deutscher Sprache um 2,80 PLN / 0,60 EUR kaufen könnt. Auffallend ist übrigens die bunte Mischung an verschiedenen Straßenbahntypen: es fahren neben alten, robusten polnischen Wagen auch gebrauchte Trams aus Wien, Nürnberg und Düsseldorf.

Um kurz etwas Ruhe zu genießen, bietet sich ein Spaziergang durch den wunderschönen Park Planty an, der auf vier Kilometern Länge rund um die Altstadt verläuft.

Kirchen gibt es in Krakau wahrlich viele, und die meisten davon sind auch von der Innenausstattung sehr schön anzusehen. Beim Besuch sollte man nur die gefühlt hohe Anzahl an Messen beachten, während denen das Fotografieren in den Kirchen verboten und ein Umhergehen natürlich unerwünscht ist. So musste ich unter anderem die Franziskanerkirche ein zweites Mal aufsuchen, um sie in Ruhe besichtigen zu können.

Wenn ihr an einem Montag in Krakau seid, heißt es Sightseeing von außen zu betreiben. Die meisten Museen und Attraktionen haben dann nämlich geschlossen.

Für durstige Seelen und feierwütige Leute ist Krakau ein Paradies, denn an vielen Ecken findet man Alkoholshops, die 24 Stunden geöffnet haben.

 

Fazit

Viele Jahre wollte ich unbedingt einmal nach Krakau reisen, und nach meinem zweitägigen Besuch in der polnischen Königsstadt war ich vollends begeistert. Die Altstadt ist überschaubar und gut zu Fuß erkundbar, die Burg Wawel verleiht Krakau etwas Majestätisches. Auf den Spuren der Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg taucht man in den Stadtteilen Kazimierz und Podgórze in die bedrückende Geschichte ein. Kulinarisch kommt man in Krakau voll auf seine Kosten, die einheimische Küche ist ein absoluter Gaumenschmaus – dazu ein bekömmlicher Wodka und man ist förmlich eingetaucht in das polnische Leben. 🙂

 

1 Kommentar

  1. […] Ich bin in die polnische Hauptstadt zu Allerheiligen gereist, was wettertechnisch natürlich ein Risiko war. Und tatsächlich – der Großteil der zweieinhalb Tage in Warschau bestand aus Regen, Wind und einer Temperatur um den Gefrierpunkt. Das ist für Sightseeing im Freien zwar etwas ungut, aber ich versuche trotzdem immer das Beste aus der Situation herauszuholen und vor allem zu sehen: weniger Menschen auf den Straßen, viele Café-Pausen in schönen Lokalen und vor allem in Sachen Fotografie ist Regen oft mehr Segen als Fluch, wenn es um Spiegelungen und besondere Lichtstimmungen geht. Den Aufenthalt in Warschau habe ich übrigens mit Krakau verbunden, das mit dem Schnellzug in nur etwas mehr als zwei Stunden problemlos zu verknüpfen ist. Den Reisebericht dazu könnt ihr hier lesen: 48 Stunden Krakau: Kirchen, Wodka und Pierogi […]

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