Paris: Zu Gast in Frankreichs Herz

Ein Künstlerladen im Pariser Viertel Montmartre

Im Sommer 2016 habe ich während der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich bei allen Vorrundenspielen der österreichischen Nationalmannschaft live vor Ort im Stadion mitgefiebert. Gleich zwei von drei Matches wurden dabei in Paris ausgetragen, wodurch ich mich für eine komplette Woche einquartieren und die Vorzüge der Hauptstadt erleben „musste“. Gutes Essen, tolle Plätze und Erlebnisse – es gibt wahrlich Schlimmeres! 😉

Paris

FAKTEN

Reisezeit: Juni 2016 (7 Tage)
Anreise: Mit dem Zug von Gare de Nantes nach Paris Gare Montparnasse (2:30 h).
Unterkunft: Privatwohnung über Airbnb in der 34 Rue Greneta (sehr gute Lage in einer ruhigen Fußgängerzone, U-Bahn-Stationen Étienne Marcel M4Réaumur-Sébastopol M3/M4 und Sentier M3 jeweils fünf Minuten entfernt, zweistöckige Wohnung, ein Wohnschlafzimmer, ein Schlafzimmer, ein Bad, Küche, 5. Stock ohne Aufzug, WLAN sehr schwach, Betten sehr gut)

Die weiteren Stationen meiner Frankreich-Reise

Teil 1 // Bordeaux: Wo der Genuss Zuhause ist

Teil 2 // Dune du Pilat: Aufstieg auf Europas höchste Wanderdüne

Teil 3 // La Rochelle und die „weiße Insel“

Teil 4 // Nantes: Eine Stadt erfindet sich neu

Teil 5 // Paris: Zu Gast in Frankreichs Herz

Reiseverlauf (13 Tage): Wien –> Paris Charles de Gaulle (Flug Austrian Airlines) // Paris Charles de Gaulle –> Bordeaux (Zug TGV) // Bordeaux –> Dune du Pilat (Mietauto) // Dune du Pilat –> La Rochelle (Mietauto) // La Rochelle –> Nantes (Mietauto) // Nantes –> Paris Montparnasse (Zug TGV) // Paris Gare de l’Est –> Frankfurt/Main (Zug TGV) // Frankfurt/Main –> Wien (Flug Lufthansa)

 

Paris war auf meiner zweiwöchigen Reise zur Fußball-EM 2016 in Frankreich die letzte und zugleich längste Station. Österreich wurden die Spiele gegen Portugal und Island in die Stadien Parc de Princes sowie Stade de France zugelost. Aufgrund der hohen Hotelpreise habe ich mich entschieden, für eine Woche eine Privatwohnung über das Portal Airbnb zu buchen, mit der ich bis auf das schwache WLAN-Signal vollends zufrieden war. Ich war zuvor bereits mehrmals in Paris und kannte dadurch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bereits. Deshalb haben sich mir in den sieben Tagen Aufenthalt viele Gelegenheiten geboten, die französische Hauptstadt einmal von einer anderen Seite kennenzulernen. Die Touristenattraktionen mit ihren langen Warteschlangen habe ich komplett links liegen und mich wie ein Einheimischer durch die Stadt treiben lassen.

Hinweis

Um anstatt mehrerer Einzel- nur einen Gesamtartikel zur Stadt Paris zu schreiben, fasse ich der Vollständigkeit halber auch alle Sehenswürdigkeiten, Orte und Plätze zusammen, die ich während meiner Aufenthalte in den letzten Jahren besichtigt habe.

 

Blick auf Montmartre in Paris

Das muss man in Paris unbedingt sehen

Wenn man das allererste Mal zu Gast in Paris ist, kann man sich aufgrund der Fülle an Sehenswürdigkeiten schon einmal leicht überfordert fühlen. Nachdem ich schon mehrmals in die Stadt gereist bin, gebe ich euch hier meine persönliche und subjektive Einschätzung, welche Dinge man zu Beginn unbedingt sehen sollte.

Eiffelturm (Tour Eiffel)

Ganz oben auf der Liste steht natürlich das Wahrzeichen von Paris, der Eiffelturm. Der 324 Meter hohe Koloss wurde 1889 anlässlich der Weltausstellung zur Erinnerung an den 100. Jahrestag der Französischen Revolution errichtet und ist heute wohl die erste Anlaufstation für Touristen bei einer Stadtbesichtigung. Der Turm ist von vielen Punkten der Stadt sichtbar und immer ein guter Orientierungspunkt, wenn man mal verloren geht (was fast unmöglich ist). Er ist von allen Himmelsrichtungen über mehrere Stationen der Métro bzw. Regionalbahn und einem kurzen Fußmarsch erreichbar. Wirkt er schon von der Ferne mächtig, ist das Gefühl wirklich überwältigend, wenn man sich dem Eiffelturm immer weiter nähert und schließlich darunter steht. Wenn es um das Thema „Hinauf fahren oder nicht?“ geht, sind die Meinungen gespalten. In Reiseführern wird der Besuch der Aussichtsterrassen meist als absolutes Muss angesehen, ich dagegen sage „Es kommt darauf an“. Zuerst einmal die Optionen: man kann zu Fuß auf die erste und zweite Plattform gehen (EUR 7,-) oder mit dem Aufzug vom Boden aus in die zweite bzw. dritte Plattform (EUR 11,-) gelangen. Das Problem dabei sind die teilweise unendlich langen Warteschlangen an den Kassen. Ich empfehle deshalb (falls es euch gesundheitlich möglich ist) immer, Tickets für die Fußbesteigung des Turms zu kaufen, da man dann nur einmal ansteht und nicht bei den Aufzügen nochmals ewig wartet. Der Aufstieg ist halb so wild und bietet bereits auf der ersten Terrasse tolle Ausblicke. Nach rund 700 Stufen gelangt man auf die zweite Plattform, die mit 116 Metern die Umgebung schon locker überragt und ein fantastisches Panorama ermöglicht. Die dritte, nur über einen Aufzug erreichbare Plattform liegt auf 276 Metern, bietet aber keine wesentlich bessere Sicht als die zweite Terrasse – noch dazu muss man oben durch Glas fotografieren. Wenn ihr nicht gleich am Vormittag (Öffnungszeiten auf toureiffel.paris) vor Ort sein könnt, würde ich mir das Anstehen generell ersparen und die Zeit lieber woanders investieren. Das Panorama von oben ist zwar wunderschön, hat aber einen Haken – der Eiffelturm selbst ist natürlich nicht auf den Fotos sichtbar. Abends zahlt es sich übrigens aus, zu jeder vollen Stunde einen Blick auf den Turm zu werfen. Da sorgen nämlich für jeweils fünf Minuten 20.000 Lampen für einen funkelnden Eiffelturm. Am besten beobachtet man das Spektakel von einem erhöhten Punkt aus, zu diesem Thema habe ich diesen Artikel geschrieben: Die besten Aussichtspunkte in Paris. Und noch ein Hinweis: kauft euch bitte keine Online-Tickets über diverse Anbieter, um die Warteschlangen zu umgehen. Der Preis ist teilweise viermal so hoch wie der offizielle Eintritt und das Preis-Leistungsverhältnis passt einfach nicht – um das Geld geht ihr besser in ein feines Restaurant.

Fotospots

Es grenzt an Hohn, aber beim Fotografieren des Eiffelturms muss man tatsächlich etwas aufpassen. Untertags ist der Turm problemlos abzulichten und darf auf Fotos und Filmaufnahmen verwendet werden, wie und wo man will. Sobald er aber beleuchtet ist, benötigt man eine kostenpflichtige Genehmigung, wenn die Fotos oder Videos kommerziell eingesetzt werden sollen – von Panoramafreiheit ist hier keine Spur, da die Beleuchtung als Kunstwerk gilt und somit das Urheberrecht angewendet wird. Dieser Umstand wird zwar die wenigsten Touristen treffen, aber falls ihr doch mal was in der Richtung plant, wisst ihr nun Bescheid.

Über der Seine liegen gegenüber des Eiffelturms die symmetrischen Gärten Jardins du Trocadéro vor dem Palais de Chaillot, das mehrere Museen beherbergt. Von diesem Platz aus sieht man den Eiffelturm in seiner kompletten Pracht, dementsprechend bevölkert ist auch der Ort.

 

Notre-Dame de Paris

Die auf der Seine-Insel von Paris liegende Kathedrale Notre-Dame de Paris („Unsere Liebe Frau von Paris“) wurde zwischen 1163 und 1345 in vier Bauphasen errichtet. Die Kirche ist bei jedem Besuch immer wieder ein Fixpunkt von mir, da sie nicht nur wunderschön anzusehen ist, sondern auf dem großen Platz davor auch viel Raum zum Flanieren und Ausruhen bietet. Erreichbar ist sie über die Stationen Saint-Michel–Notre-Dame (RER B, RER C, M4) oder Cité (M4). Blickt man frontal auf die Westfassade, sieht man von den sich nach hinten ausbreitenden Dimensionen nicht viel. Bewegt man sich aber weg von der Kathedrale und geht entlang der Seine Richtung nächster Brücke, offenbart sich einem plötzlich eine komplett andere und ebenso spektakuläre Ansicht, die ich fast noch besser finde als die mit zahlreichen Details verzierte Westfassade. Das Innere der Kirche empfinde ich persönlich als nicht ganz so sehenswert, aber beim ersten Besuch gehört ein kurzer Rundgang doch dazu. Das bekannte Problem auch hier: die Warteschlange, die sich über den ganzen Vorplatz schlängelt. Zumindest bewegen sich die Massen relativ schnell voran, da eine Besichtigung kostenlos ist – etwas Warten zahlt sich hier also aus (Öffnungszeiten auf notredamedeparis.fr). Nicht kostenlos, aber durchaus empfehlenswert ist der Aufstieg über 422 Stufen auf die Türme der Kirche. Der Eingang dazu befindet sich an der linken Seite der Kathedrale. Der Preis ist mit EUR 10,- ziemlich gesalzen, immerhin kommen EU-Bürger unter 26 Jahren aber gratis auf die Spitze. Während die Kathedrale schon relativ zeitig ihre Pforten öffnet, ist der Turmaufstieg leider erst ab 10 Uhr möglich (mehr Infos auf tours-notre-dame-de-paris.fr). Zu diesem recht späten Zeitpunkt sind schon wieder Horden an Menschen unterwegs und die Wartezeit bei den Türmen natürlich generell länger als in der Kirche, da nur eine bestimmte Anzahl an Personen gleichzeitig hinauf darf. Ich persönlich war genau einmal während einer Schulwoche vor vielen Jahren oben. Die Aussicht hat wahrscheinlich jeder schon einmal irgendwo auf Postkarten oder in Magazinen gesehen, handelt es sich hier doch um die bekannte Kombination der steinernen Wasserspeier mit dem Eiffelturm im Hintergrund – sehenswert, aber schon millionenfach fotografiert.

Fotospots

 

Montmartre und Sacré-Cœur

Kommen wir zu einem Punkt, der euch sicherlich viele schöne Momente oder sogar Stunden beschert. Der Hügel Montmartre im Norden von Paris ist gleichzeitig der Name des 18. Arrondissement (Bezirk) und ein Viertel, in dem man wahrlich die Zeit vergisst. An der Spitze der höchsten Erhebung von Paris thront die Basilika Sacré-Cœur, die wie der Eiffelturm von vielen Orten in der Stadt sichtbar ist. Für die Anfahrt empfehle ich die Métro M2 bis zur Station Anvers. Von dort geht man dann ein Stück auf einer kleinen Straße bergauf (einfach den Touristen folgen) bis man zur Standseilbahn Funiculaire de Montmartre gelangt, die zu den öffentlichen Verkehrsmitteln gehört. Solltet ihr ein Tagesticket besitzen, könnt ihr gleich einsteigen, ansonsten wird ein Einzelfahrschein benötigt. Alternativ kann man natürlich auch über zahlreiche Stufen zur Basilika gelangen. Beide Varianten haben ihren Reiz! Ein Blick in die Kirche zahlt sich aus, sie ist von innen sehr nett anzusehen und es tummeln sich hier auch nicht ganz so viele Leute wie bei der Kathedrale Notre-Dame. Der Platz vor der Basilika ist bei Einheimischen wie Touristen gleich beliebt, da man von dort eine grandiose Aussicht auf Paris hat (leider aber nicht auf den Eiffelturm). Wenn abends die Sonne untergeht und die Stadt langsam zu leuchten beginnt, findet man sich auch zwischen Dutzenden Liebespaaren wieder, die die romantische Atmosphäre rund um talentierte Straßenmusikanten geradezu zelebrieren – eine Flasche Rotwein mitzunehmen ist hier eine sinnvolle Option! Abseits von Sacré-Cœur ist ein Spaziergang durch die schmalen Gassen Pflicht. Lasst euch einfach treiben und achtet immer wieder auf Details an den Hausfassaden, am Boden oder auf den Plätzen. Apropos Platz, an einem kommt ihr garantiert vorbei: der Place du Tertre. Er liegt nur rund 200 Meter von der Basilika entfernt und ist der Ausstellungsraum für zahlreiche Künstler. Es lohnt sich, den Malern zuzusehen, wie sie Touristen porträtieren oder Stadtansichten von Paris in detaillierter Kleinstarbeit auf das Papier bringen. Auf dem Platz befindet sich auch das Museum Espace Dali, das über 300 Werke von Salvador Dali beherbergt. Sofern ihr kein extremer Dali-Fan seid, kann ich euch von einem Besuch nur abraten, denn es gibt keinerlei bekannte Werke zu sehen. Wenn ihr noch Zeit habt, schaut euch doch lieber den Friedhof Cimetière de Montmartre an, auf den ich schon sehr oft hingewiesen wurde – leider habe ich ihn selbst noch nicht besucht, beim nächsten Mal dann! Beenden würde ich den Rundgang dann bei der Métro-Station Abbesses, an dessen Oberfläche ihr noch einen von in Paris nur noch zwei existierenden, überdachten Treppenabgängen im Art-Nouveau-Stil bewundern könnt (den anderen, ebenfalls sehenswerten, findet ihr an der M2-Station Porte Dauphine). Die Station ist mit 36 Metern übrigens die tiefstgelegene im gesamten U-Bahn-Netz. Geht mal zu Fuß die – gefühlt ewig lange – Wendeltreppe runter, dann wisst ihr, was ein Drehwurm ist. 😉

Fotospots

 

Champs-Elysées und Triumphbogen (Arc de Triomphe)

Sie ist zwar nicht die schönste, aber beim ersten Paris-Besuch dennoch die wichtigste Straße: die Avenue des Champs-Élysées. Der Prachtboulevard erstreckt sich über knapp zwei Kilometer Länge und weist eine beachtliche Breite von 71 Metern auf. Trotz der zehn Fahrstreifen für Autos (inklusive Parkstreifen) bleibt so immer noch genügend Platz für zwei breite Gehsteige für Fußgänger und eine Baumallee. Ich empfehle, die Champs-Élysées einmal komplett abzugehen, immerhin sind der Ort des Starts (Place de la Concorde) und das Ende (Arc de Triomphe) sowieso zwei Pflichtpunkte. Aber alles der Reihe nach: fahrt am besten mit der Métro zur Station Concorde (M1, M8, M12) und beginnt den Fußmarsch auf dem geschichtsträchtigen Place de la Concorde, dem zweitgrößten Platz Frankreichs (der größte liegt in Bordeaux). Lasst euch nicht sofort vom völligen Autochaos abschrecken, sondern beobachtet einen Moment den Wahnsinn auf vier Rädern – es ist direkt faszinierend, wie sich hier hunderte Fahrzeuge auf mehreren Spuren voranschlängeln, ohne andauernd ineinanderzukrachen. Den an sich nicht besonders hübschen Platz schmückt ein Obelisk, schöne Laternen, ein Brunnen und ein Riesenrad, aus dem man eine tolle Sicht auf Paris hat. Geht dann einfach auf einer Seite eurer Wahl die Prachtstraße entlang und seht euch die Geschäfte an. Auf der Avenue des Champs-Élysées befinden sich alle großen Nobelmarken, egal ob es um Kleidung, Parfum oder Autos geht. Wer genug Geld auf der Kante hat, fühlt sich hier im siebenten Himmel. Aber auch alle anderen finden genügend Shops und Restaurants, die das Entlangschlendern rechtfertigen. Spätestens, wenn man sich dem Endpunkt langsam nähert, kommt man wieder ins Staunen. Der 1836 errichtete Arc de Triomphe de l’Étoile (Triumphbogen) bildet einen großartigen visuellen Abschluss des Prachtboulevards und stellt zurecht ein weiteres Wahrzeichen der Stadt dar. Unter dem Bogen liegt das Grabmal des unbekannten Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg mit der Flamme du Souvenir (ewige Flamme), die an die unidentifizierten Toten erinnert. Auf dem Triumphbogen befindet sich eine Aussichtsplattform, die durchaus nette Blicke auf den Eiffelturm und die Champs-Élysées erlaubt. Ich empfehle dennoch, euch die EUR 12,- hier zu sparen und in das Riesenrad am Beginn der Straße zu investieren – dort habt ihr die bessere Sicht! Vom Triumphbogen könnt ihr dann übrigens ausgehend von der Station Charles de Gaulle Étoile schnell mit der Métro M1, M2, M6 oder der Regionalbahn RER A wieder zum nächsten Punkt eures Paris-Besuchs fahren.

TIPP

Beim Place de la Concorde liegt der Eingang zur Gartenanlage Jardin des Tuileries, die ihr gemütlich durchschreiten könnt und am Ende beim Louvre ankommt.

 

Fotospots

 

Musée du Louvre

Generell bin ich ein bisschen ein Kulturbanause, was Museumsbesuche anbelangt. Das liegt nicht unbedingt daran, dass mich Kultur nicht interessiert, sondern fast immer am zeitlichen Rahmen. Ich investiere bei einer Städtereise lieber Zeit in die Stadt, als in Museen. In Paris gibt es aber ein Museum, das nicht einmal ich ignorieren kann. Das Musée du Louvre befindet sich in der ehemaligen Residenz der französischen Könige, dem Palais du Louvre. Es ist eine unbeschreiblich riesige Ausstellungsfläche, sodass man mehrere Besuche bräuchte, um alles abzuhandeln. Es gibt acht Abteilungen auf 73.000 m² Fläche mit rund 35.000 Ausstellungsstücken – man muss seinen Besuch also im Vorhinein planen, um vor Ort nicht völlig planlos umherzulaufen. Der Eingang befindet sich in der berühmten Glaspyramide in der Mitte des Platzes, die gleichzeitig ein beliebtes Fotomotiv darstellt. Ich habe den Louvre aufgesucht, um einmal die bekanntesten Werke der Welt live zu erleben, zum Beispiel die Statue Venus von Milo oder das Gemälde Mona Lisa von Leonardo da Vinci. Ich will aber ganz ehrlich sein: der Rundgang war für mich sehr anstrengend, da ich mich durch die Menge an Kunstwerken schlicht überfordert gefühlt habe und die Füße sowie das Hirn auch irgendwann streiken. 😉 Für Informationen zu Eintrittspreisen, Öffnungszeiten und sonstigen Infos über das Museum schaut ihr am besten auf der Webseite louvre.fr vorbei. Wenn ihr dabei oben rechts auf den roten Punkt „Select language“ klickt, könnt ihr auch ein deutschsprachiges PDF mit Raumplänen und allerlei Wissenswertem abrufen.

Fotospots

 

Galeries Lafayette und Printemps

Mitten im Herzen von Paris steht ein Kaufhaus, das man auf gar keinen Fall versäumen darf. Die traditionsreiche Geschichte der Galeries Lafayette Haussmann (40 Boulevard Haussmann) geht bis auf das Jahr 1893 zurück, das heute bekannte Gebäude besteht seit 1912. Im Inneren thront eine riesige Glaskuppel im Jugendstil, die Etagen dazwischen erstrahlen in Goldgelb und verleihen dem Kaufhaus ein majästätisches Aussehen. Alles was Rang und Namen hat, stellt hier seine Waren aus – die Preise sind natürlich jenseits von Gut und Böse, aber man wird ja nicht gezwungen etwas zu kaufen. 😉 Geht unbedingt auch in die oberen Stockwerke und genießt den Blick, er verändert sich mit jedem Geschoss. Ganz oben befindet sich ein Restaurant, ein großer Souvenirladen und am wichtigsten: eine kostenlose Aussichtsterrasse mit tollen Ausblicken (siehe auch: Die besten Aussichtspunkte in Paris). Nur wenige Meter von den Galeries Lafayette Haussmann entfernt steht die nächste Einkaufsmöglichkeit, Printemps Haussmann (64 Boulevard Haussmann). Dort findet man unter anderem Einrichtungsgegenstände, ich habe mir zwei hübsche Espresso-Tassen aus Porzellan als Mitbringsel gegönnt. Auch dieses Kaufhaus besticht durch seine Architektur und kann ebenfalls mit einer wunderbaren Glaskuppel punkten. Die Dachterrasse kann man über das Restaurant betreten und einen ähnlichen Blick auf Paris wie zuvor von den Galeries Lafayette Haussmann auf sich wirken lassen. Und noch ein letzter Tipp: jeweils schräg gegenüber liegt in der Mitte der beiden Kaufhäuser Lafayette Maison / Gourmet (35 Boulevard Haussmann). Einfach gesagt handelt es sich hier um einen Supermarkt der Superlative. Ihr findet dort jegliche Köstlichkeiten und Spezialitäten, die man sich vorstellen kann. Wenn ihr also euren Daheimgebliebenen eine Freude machen wollt, findet ihr dort garantiert etwas Passendes! Ein Geheimtipp ist die ein paar Gassen weiter stehende Dreifaltigkeitskirche (Église de la Sainte-Trinité, Place d’Estienne d’Orves), in die ihr unbedingt einen Blick werfen solltet. Sie ist einfach umwerfend anzusehen und man kann in der Stille der Kirche den Straßenlärm rundherum für einen Moment ausblenden. Der Eingang befindet sich auf der Rückseite des Gebäudes.

Fotospots

 

Das Rathaus (Hôtel de Ville) in Paris

Und noch mehr Sehenswertes

Neben den zuvor genannten Sehenswürdigkeiten gibt es in Paris natürlich noch viele weitere Plätze und Gebäude, die sich eine nähere Betrachtung verdienen. Je nachdem wie viel Zeit ihr übrig habt, könntet ihr meine folgenden Tipps umsetzen. Auch hier gilt wieder: alles ist natürlich subjektiv! Ich beginne mit zwei Orten, von denen ich euch zwar keine Fotos von innen (da nur analog vorhanden) zeigen kann, die ich euch aber trotzdem ans Herz legen möchte. Zum einen ist das der Invalidendom (Dôme des Invalides) und das angrenzende Heim Hôtel des Invalides, beides von Sonnenkönig Ludwig XIV. Ende des 17. Jahrhunderts für seine Kriegsinvaliden erbaut. Der Invalidendom ist keine Kirche, wie der Name vermuten lässt! Er ist vielmehr eine riesige Grabstätte für Napoleon und innen wirklich spektakulär anzusehen. Der Heimkomplex daneben beherbergt heute ein Militärmuseum, für das ich mich aber generell nie interessiert und deshalb auch nicht besucht habe. Im Eintrittspreis von EUR 11,- sind jedenfalls beide Gebäude inkludiert, auf der offiziellen Webseite musee-armee.fr findet ihr weitere Informationen. Zum anderen solltet ihr einen Besuch im Musée d’Orsay in Betracht ziehen, sofern ihr noch viel Zeit übrig habt. Das Gebäude selbst ist schon ein Kunstwerk, denn es handelt sich um einen alten Bahnhof an der Seine, der anlässlich der Weltausstellung 1900 gebaut wurde. Heute findet man im Inneren rund 4.000 Werke, unter anderen von namhaften Malern wie van Gogh, Monet, Matisse, Cézanne, Manet und Rodin. Wie bei den anderen Hauptattraktionen der Stadt muss man sich auch hier zu gewissen Zeiten sehr lange anstellen. Schaut am besten auf der Webseite musee-orsay.fr den Besucherstrom und die vorraussichtliche, aktuelle Wartezeit an.

Kommen wir nun zu den Punkten, die ihr auf den Fotos am Ende dieses Absatzes näher ansehen könnt. Wenn ihr die Kathedrale Notre-Dame besichtigt, lohnt sich ein kleiner Abstecher über die Brücke Pont d’Arcole zum in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Stil der Neorenaissance errichteten Rathaus (Hôtel de Ville). Der Platz vor der mit kleinen Details verzierten Fassade wird gerne für öffentliche Veranstaltungen genutzt. Das Rathaus selbst kann man als Besucher leider nur einmal im Jahr besichtigen – wer es sich für 2017 vormerken möchte: am 16. und 17. September ist es im Rahmen des Wochenendes des offenen Denkmals (Journées du patrimoine) soweit. Wo man als Tourist auch fast automatisch vorbeikommt, ist die Brücke Pont Alexandre III., die wie das Musée d’Orsay anlässlich der Weltausstellung 1900 errichtet wurde. Beeindruckend sind beispielsweise die vergoldeten Bronzefiguren auf den Pylonen der Brücke und die zahlreichen fünfarmigen Kandelaber (Armleuchter), die natürlich vor allem abends in beleuchtetem Zustand für romantische Atmosphäre sorgen – was übrigens auch jede Menge Hochzeitspaare und ihre Fotografen anlockt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Anblick des Kunstmuseums Centre Pompidou, das seine Gebäudetechnik ganz offen an der Außenseite herzeigt und so zu einem etwas bizarren Gebäude mutiert. Ich war zugegebenerweise zwar noch nie in einer Ausstellung, aber um EUR 5,- kann man über die charismatischen Rolltreppen auf die Aussichtsterrasse fahren – das Panorama ist nett, aber es gibt bessere Blickpunkte in Paris. Weltbekannt, aber kein Pflichtbesuch, ist das Moulin Rouge. Von außen wirkt die rote Windmühle untertags völlig langweilig, weswegen man lieber nach der Dämmerung kommen und die tolle Beleuchtung bestaunen sollte. Wer etwas Geld investieren möchte, kann sich auch eine Kabarettshow mit Champagner und Abendessen gönnen – ich habe es noch nicht getan. 😉 Mein letzter Tipp spricht sicherlich alle Freunde der modernen Architektur an. Das Hochhausviertel La Défense westlich von Paris ist ein wahrer Schatz für Fotografen, die Glas und Stahl lieben. Zahlreiche Banken und Versicherungen haben hier ihren Sitz, zusätzlich findet man noch Hotels, Geschäfts- und Kongresszentren im riesigen Komplex. Bei der Anfahrt mit der vollautomatischen Métro M1 oder mit der S-Bahn RER A ist zu beachten, dass La Défense eine Station außerhalb der Kernzone liegt und ein zusätzliches Ticket gelöst werden muss. Das herausstechendste Bauwerk liegt direkt vor der Métro-Station: der gigantische weiße Grande Arche. Wenn man davor steht und das 110 Meter hohe „Ding“ aus der Nähe betrachtet, könnte man von einem modernen Triumphbogen sprechen. Bis 2010 war es Touristen möglich, über außen liegende Glasaufzüge auf das Dach zu fahren und die Sicht in Richtung Stadt und Hochhäuser zu genießen. Nach technischen Problemen mit den Aufzügen und generellen Umbauarbeiten wurde diese Möglichkeit leider verworfen. Allerdings soll die Terrasse ab April 2017 wieder öffnen – man darf gespannt sein!

Fotospots

 

Ein österreichischer Fußballfan im Stade de France

Die EM-Spiele Österreichs

Portugal – Österreich 0:0

Ach ja, da war ja noch ein gewisser Anlass, warum ich sieben Tage in Paris verbringen musste. 😉 Zwei aufregende Gruppenspiele der Fußballeuropameisterschaft 2016 warteten auf mich in wunderschönen Stadien, aber eins nach dem anderen. Nachdem das erste Spiel in Bordeaux gegen Ungarn mit 0:2 verloren ging, war Österreich bereits gehörig unter Druck und zu einem Punktgewinn gegen Portugal verdammt. Dementsprechend emotional und mit großer Vorfreude wurde die Fahrt zum Prinzenparkstadion (Parc des Princes) angegangen – dass das Match ausgerechnet mit meinem Geburtstag zusammenfiel, war noch die Krönung. Mit der Métro M9 ging es über 20 Stationen fast direkt von meiner Unterkunft zur Station Porte de St Cloud. Waren anfangs noch wenig Fans in den Waggons vorzufinden, änderte sich das an den großen Umsteigeknoten schlagartig. Die Stimmung war großartig und trotz Aufeinandertreffens von österreichischen und portugiesischen Anhängern, die sich lautstark gegenseitig niedersangen, war zu keiner Zeit Aggressivität spürbar. Die einheimischen Fahrgäste in der Métro waren weniger begeistert, einige wenige feierten aber gleich einfach mit den Fans mit. Außerhalb der Station versammelten sich bereits Hunderte in rot-weiß-rote Kleidung gehüllte Schlachtenbummler aus Österreich und glühten gemeinsam vor. In den Bars vor Ort wurden die Preise spontan auf gesalzene EUR 9,- für ein Bier angehoben, ich habe mich dagegen mit den zahlreichen illegalen Bierdosenverkäufern angefreundet, die notdürftig gekühlten Gerstensaft um 4-5 Euro (je nach Verhandlungsgeschick) an den Mann bringen wollten. Dazwischen wurde auch noch der ehemalige Nationalspieler Michael Hatz gesichtet, der sich das Spiel offensichtlich als Fan anschauen wollte – sehr sympathisch! Rund eine Stunde vor Matchbeginn begab ich mich dann zu den Sicherheitskontrollen, die rasch und unkompliziert vonstatten gingen. Dabei präsentierte sich mir das Prinzenparkstadion schon mit seiner prägnanten Außenfassade, die seit 1972 besteht. Der erste Blick von den Tribünen auf das Spielfeld hat mich dann fast umgeworfen, so imposant wirkte alles. Das Stadion ist trotz seines Alters recht modern und gut in Schuss gehalten, selbst die Toiletten sind positiv zu erwähnen. Das gesamte Spiel über haben die tausenden österreichischen Fans akkustisch aufgezeigt und mitgefiebert. Das Match wurde erwartungsgemäß vom späteren Europameister Portugal dominiert, Österreich lieferte sich eine Abwehrschlacht. Unser Tormann Robert Almer hielt alles, was es zu halten gab – dazwischen half auch mal das Glück. Als dann Superstar Cristiano Ronaldo noch dazu das seltene Kunststück zuwegebrachte, einen Elfmeter zu vergeben, jubelten die rot-weiß-roten Fans wie bei einem erzielten Tor. Obwohl die Partie schlussendlich torlos endete, war der Spielverlauf hochdramatisch und Österreich durch den Punktgewinn noch im Rennen um den Aufstieg ins Achtelfinale. Dieser Umstand und mein Geburtstag wurden dann daheim im Appartment stilgerecht mit Champagner begossen. 😉

Fotospots

 

Österreich – Island 1:2

„Siegen oder Fliegen“ hieß es dann am letzten Spieltag der Gruppenphase. Österreich musste im Spiel gegen Island unbedingt gewinnen, nachdem in der vor Anpfiff bereits beendeten Parallelpartie Ungarn – Portugal ein 3:3 zu Buche stand. Der passende Ort für so ein Entscheidungsspiel: das 80.000 Zuschauer fassende französische Nationalstadion Stade de France vor den Toren von Paris. Die Anreise fand mit der S-Bahn RER B zur Station Gare de la Plaine Stade de France statt und war diesmal nicht ganz so stimmungsvoll wie noch gegen Portugal, wohl auch weil sich die Massen gut verteilten. Auf dem Fußweg zur Arena waren allerhand skurrile Typen unterwegs, einige Beispiele seht ihr in den Fotos weiter unten. Das Vorglühen wurde hier ähnlich vorgenommen wie vor dem Prinzenparkstadion, allerdings war die Polizei schnell vor Ort, um die illegalen Bierverkäufe zu unterbinden. Im Stade de France lachte dann wieder mein Herz, denn dieses gigantische Bauwerk als Zuschauer zu erleben ist einfach etwas ganz besonderes. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn hüllten die 30.000 österreichischen Anhänger die Sitzplätze in ein rot-weiß-rotes Meer aus Trikots, Schals und Fahnen – ein mächtiger Anblick. Nach viel Gänsehaut beim Singen der Hymne ging es los, 90 Minuten Vollgas um die Mannschaft zum Sieg zu peitschen. Schon nach 18 Minuten lag Österreich 0:1 zurück, konnte aber mit dem ersten Tor dieser EM durch Alessandro Schöpf den verdienten Ausgleich erzielen. Die anfänglichen Jubeltrauben auf den Rängen legten sich rasch wieder, die Anspannung blieb. Trotz zahlreicher hochkarätiger Chancen wurde das Match aber in der letzten Sekunde nach einem Konter sogar noch mit 1:2 verloren. Zurück blieben fassungslose Gesichter, gezeichnet durch die Enttäuschung. Für mich war damit das Kapitel Euro 2016 in Frankreich leider auch vorzeitig beendet, obwohl ich noch optionale Tickets für das Achtelfinalspiel von Österreich in der Hinterhand gehabt hätte. Was bleibt, sind fantastische Eindrücke, Emotionen und eine Atmosphäre, die Lust auf das nächste Fußballgroßereignis live vor Ort macht.

Fotospots

 

ALLGEMEINE TIPPS

In Paris bewegt man sich in der Regel zu Fuß, mit der Métro oder den Regionalzügen RER (Réseau Express Régional) fort. Es gibt zwar seit kurzem auch Straßenbahnen, diese verkehren aber in den Vororten als schnelle Zubringer zu den größeren Stationen und sind für Touristen nicht von Nutzen. Busse habe ich überhaupt noch nie benötigt, was beim generellen Verkehrsaufkommen in Paris auch besser ist. Das Schöne in Paris ist, dass man fast überall ohne Orientierung herumlaufen kann und in kurzer Zeit garantiert auf eine Métro-Station stößt. Da man in einer fremden Stadt eher viel zu Fuß unternimmt, empfehle ich euch kein Tagesticket, sondern ein Carnet um EUR 14,50 (10 Einzeltickets, sogenannte Ticket+) am Fahrscheinautomaten zu erwerben. In Paris kann man alle wichtigen Sehenswürdigkeiten mit solch einem Einzelticket anfahren, es gilt auch beim Umsteigen zwischen Métro und RER, sofern man nicht die Station verlässt. Für eine Fahrt zum Hochhausviertel La Dèfense muss man ein Ticket für die Zone 3 kaufen. Druckt euch am besten daheim schon einen Linienplan aus, den ihr auf der Seite ratp.fr unten im kleinen Kästchen links findet.

Stellt euch in den Stationen der Métro und RER auf lange Wege, schmale Gänge und viele Treppen ein! Rolltreppen und Aufzüge sucht man in vielen Stationen vergebens.

Vom Flughafen Roissy Charles-de-Gaulle fährt man am besten mit der S-Bahn RER B in rund 30 Minuten in die Stadt, ein Ticket kostet EUR 10,-. Vom Roissybus kann ich nur abraten, es sei denn ihr wollt mehr als eine Stunde nach Paris fahren und dabei auch noch mehr bezahlen (EUR 11,50). Um günstigere EUR 6,- gibt es auch die Möglichkeit, mit den öffentlichen Bussen 350 oder 351 in das Zentrum zu gelangen, hier beträgt die Fahrzeit aber bereits rund 90 Minuten.

Vielleicht habt ihr Glück und kommt zufällig (oder geplant) an einem der Pariser Märkte vorbei. Empfehlen kann ich zum Beispiel den Marché Edgar Quinet (Boulevard Edgar Quinet vor dem Tour Montparnasse, Métro M6 Station Edgar Quinet) oder den Marché de Grenelle (Rue de Grenelle an der Hochbahn, Métro M6, M8, M10 Station La Motte-Picquet – Grenelle). Auf beiden Märkten findet man warme Köstlichkeiten, frisches Obst und Gemüse sowieso Fleisch und Fisch. Man kommt hier fast nicht vorbei, ohne sich einen kleinen Snack zu gönnen.

Zum Stadtbild dazu gehören die zahlreichen Crêpes-Stände, bei denen ihr die süßen Palatschinken (Pfannkuchen) mit allerlei Zutaten bestellen und genießen könnt. Oft sind die Stände auch optisch schön anzusehen und eignen sich für ein nettes Erinnerungsfoto.

Was ihr unbedingt machen müsst, ist Kaffee trinken wie die Einheimischen. An jeder Ecke sind vor den Lokalen jede Menge Stühle und kleine Tische aufgestellt, auf denen die Pariser mit Blick auf die Straße sitzen und das Treiben beobachten. Ich habe es ausprobiert und sofort den Reiz der Sache verstanden: sehen und gesehen werden – mit einem Espresso in der Hand ein spannender Zeitvertreib! 😉

Essen gehen in Paris macht Spaß, auch wenn man in der Menge an Lokalen schnell einmal in das falsche gelangt und dann enttäuscht ist. Generell empfehlenswert ist aber ein Restaurantbesuch im Künstlerviertel Montmartre, dort geht ihr am besten in die kleinsten Lokale und versucht einen Platz zu ergattern (beispielsweise Chez Marie Restaurant, 27 Rue Gabrielle). Richtig gute Meeresfrüchte bekommt man bei Le Verre Volé Sur Mer (53 Rue de Lancry), ein teurer aber verdammt lohnenswerter Spaß. Wer Lust auf Burger hat, findet in Paris genügend Auswahl, ich habe einen bei Au Rocher de Cancale (78 Rue Montorgueil) getestet und für schmackhaft befunden. Die Gegend rund um die Straße Rue Montorgueil kann ich euch prinzipiell empfehlen, dort reihen sich Bars, Restaurants, Feinschmäckerläden und Weingeschäfte aneinander. Äußerst nett zum Biertrinken ist Les têtes brûlées (21 Rue de Turbigo), wo man auch super Fußballspiele mit Einheimischen verfolgen kann. Weitere Lokaltipps: La Fresque (100 Rue Rambuteau, französische Küche) und The Frog & Rosbif (116 Rue St Denis, französisches Pub mit eigener Brauerei). Auch wenn es nicht passend erscheint: man bekommt sogar Hot Dogs mit Bratwurst im Baguette in Paris, gesehen bei der Basilika Sacré-Cœur. Und als krönenden Abschluss: nicht vergessen, in einer beliebigen Boulangerie (Bäckerei) ein französisches Baguette mit Schinken und Käse zu probieren – ein kulinarischer Hochgenuss!

Die Preise für Getränke schwanken in Paris ganz extrem, je nachdem in welcher Gegend ihr seid. Ich habe für einen halben Liter Bier im Schnitt 6 Euro bezahlt, hätte aber in einem Café (das ich nicht weiterempfehle) auf dem Boulevard Saint-Germain auch EUR 13,- für ein stinknormales Heineken ablegen können. Ich habe mich dann für die billigste Variante in der Getränkekarte entschieden und einen Espresso um läppische EUR 4,50 getrunken. Mein Tipp: schaut euch zuerst kurz die vor den Lokalen aufliegende Speisekarte an, bevor ihr euch für einen Besuch entscheidet.

Wenn ihr einmal eine etwas andere Sicht auf die Sehenswürdigkeiten von Paris werfen wollt, dann macht eine Bootsfahrt auf der Seine! Es gibt mehrere Anbieter, die an unterschiedlichen Stellen des Flusses anlegen. Einen sehr guten Überblick über die verschiedenen Touren findet ihr auf Roman Kugges Webseite parismalanders.com.

 

FAZIT

Paris war der krönende Abschluss einer zweiwöchigen Reise durch Frankreich, um Österreich bei der Fußball-EM 2016 live vor Ort zu unterstützen. Die französische Hauptstadt durfte ich dabei gleich ganze sieben Tage lang erkunden. Nachdem ich in der Vergangenheit schon mehrfach zu Gast war, konnte ich diesmal auch die weniger touristischen Seiten der Stadt kennenlernen und mich wie ein Einheimischer fühlen. Dennoch habe ich selbstverständlich die weltbekannten Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten ausgiebig genossen, tolle Bars und Restaurants getestet und insgesamt einfach eine verdammt gute Zeit in Paris verbracht – und das sicher nicht zum letzten Mal!

 

3 Kommentare

  1. […] Teil 5 // Paris: Zu Gast in Frankreichs Herz […]

  2. […] beiseite legen und Dinge anschauen, die ich zuvor aus Zeitgründen nicht auf dem Plan hatte. Paris: Zu Gast in Frankreichs Herz […]

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