Die besten Aussichtspunkte in Paris

Ein Tourist fotografiert auf der Aussichtsterrasse des Tour Montparnasse in Richtung Eiffelturm

Paris macht es Besuchern wirklich überraschend einfach, die Stadt von oben zu betrachten. Nachdem ich schon mehrere Male in der französischen Hauptstadt zu Gast war, konnte ich über die Zeit auch bereits viele erhöhte Terrassen und Aussichtspunkte testen. In diesem Beitrag stelle ich euch dazu 15 Möglichkeiten vor: die besten, die außergewöhnlichsten und die Plätze, die man getrost auslassen kann.

 

PANORAMABLICKE ÜBER PARIS

1. Tour Montparnasse

Die meiner Meinung nach unangefochtene Nummer 1 bei den Aussichtspunkten ist das unfassbar hässliche Hochhaus Tour Montparnasse (tourmontparnasse56.com) vor dem gleichnamigen Fernbahnhof. In 38 Sekunden geht es per Expressaufzug in den 56. Stock, wo man im Warmen und Trockenen die Aussicht erleben kann. Über Stufen gelangt man von dort auf die freie Terrasse im 59. Stockwerk auf 210 Metern Höhe inklusive 360-Grad-Blick über Paris. Es ist zwar alles eingeglast, dazwischen gibt es aber offene Spalten, durch die man ohne Störungen durchfotografieren kann. Ob Stative grundsätzlich erlaubt sind weiß ich nicht, allerdings habe ich schon öfters welche im Einsatz gesehen – auf der Terrasse selbst wird es jedenfalls nicht kontrolliert. Der Eintritt ist mit EUR 15,- sehr hoch, aber die Aussicht dafür auch wirklich einmalig gut. Es gibt übrigens ein Tag-und-Nacht-Ticket um EUR 20,-, mit dem man innerhalb von 48 Stunden zweimal mit dem Aufzug fahren kann, um die Stadt bei Sonnenschein (hoffentlich) und beleuchtet am Abend zu sehen. Wenn ihr nur einmal Zeit habt, besucht den Turm unbedingt kurz vor Sonnenuntergang, schöner geht es nicht! Der Zugang ist täglich von 9.30 Uhr bis weit nach der Abenddämmerung möglich. Ein Tipp für die Anreise: kommt mit einer der Métro-Linien M4, M6, M12 oder M13 zur Station Gare Montparnasse und sucht den Eingang an der Adresse 25 Rue de l’Arrivée am Fuß des Turms – die Ausschilderung vor Ort ist nämlich etwas verwirrend und führt Touristen regelmäßig vor verschlossene Türen.

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2. Sacré-Cœur

Am Fuß der Basilika Sacré-Cœur im Künstlerviertel Montmartre liegt einem die Stadt zu Füssen. Man sieht in der Ferne zwar leider statt des großartigen Eiffelturms nur den grauenhaften Tour Montparnasse, aber sofern man darüber hinwegsieht, kann man den Moment wirklich genießen. Am besten setzt man sich auf die Stufen vor der Kirche und lauscht den Straßenmusikern, während die Abenddämmerung Paris zum Leuchten bringt. Wenn man als Paar unterwegs ist, lohnt sich die Mitnahme einer Flasche Wein, denn die Atmosphäre ist entspannt und romantisch.

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3. Eiffelturm

Alle drei Aussichtsplattformen des Eiffelturms (toureiffel.paris) liegen so hoch, dass man ohne Einschränkung über die Nachbarschaft schauen kann. Auch wenn die Sicht grandios ist, habe ich den Eiffelturm trotz mehrmaliger Paris-Aufenthalte in den letzten Jahren nur einmal bestiegen. Das liegt zum Einen an den langen Warteschlangen am Fuß des Turms, zum Anderen aber am Umstand, dass auf keinem Foto der Eiffelturm selbst verewigt werden kann. Deshalb mein Tipp: beim ersten Paris-Besuch unbedingt einplanen, sich ansonsten aber auf die anderen Aussichtspunkte konzentrieren.

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4. Grand Arche im Viertel La Défense

Entlang der Champs-Elysées und ihrer verlängerten Avenue Charles de Gaulle liegen gleich drei Aussichtsplattformen, von denen ich zwei empfehle. Die erste liegt knapp außerhalb der Stadtgrenze im modernen Hochhausviertel La Défense auf dem Dach des weißen Bogengebäudes Grand Arche. Bis 2010 konnte man außen von unterhalb des Bogens mit einem gläsernen Aufzug hinaufgleiten und die Wolkenkratzer rundherum betrachten, danach wurde diese Möglichkeit leider wegen technischen Problemen und zu hohen Renovierungskosten gestrichen. ABER: mit April 2017 soll die Terrasse wieder zugänglich sein und erneut den Blick auf die moderne Skyline sowie in der Ferne den Eiffelturm freigeben. Sobald ich etwas Offizielles weiß, schreibe ich hier ein Update.

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5. Riesenrad auf dem Place de la Concorde

Die zweite Aussichtsmöglichkeit entlang der Champs-Elysées befindet sich am Beginn auf dem Place de la Concorde. Ein 70 Meter hohes Riesenrad lässt einen fantastischen Blick auf den Arc de Triomphe de l’Étoile (Triumphbogen) und die dahinter liegende Skyline des Hochhausviertels La Défense zu. Zusätzlich präsentiert sich auch der Tour Eiffel (Eiffelturm) vor den Brücken der Seine von seiner besten Seite und bietet eine kitschige Fotoaufnahme. Die Fahrt kostet satte 12 Euro, die ich aber in das Riesenrad besser investiert sehe als in die Plattform des Triumphbogens, wo man ebenfalls nach oben gelangen kann. Im Internet findet man über das Riesenrad übrigens unterschiedliche Angaben, wann und wo es in Paris aufgebaut ist. Bei meinen Besuchen habe ich es jedenfalls immer auf dem Place de la Concorde gesehen. Im Zweifelsfall schaut ihr einfach vor Ort vorbei.

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6. Kaufhäuser Printemps und Galeries Lafayette Haussmann

Zwei kostenlos zugängliche Dachterrassen fasse ich gleich gemeinsam zusammen, da der Ausblick von beiden fast identisch ist. Es handelt sich um die Kaufhäuser Printemps Haussmann und die Galeries Lafayette Haussmann, die beide auf dem Boulevard Haussmann liegen und über die Métro-Stationen Havre – Caumartin (M9) bzw. Chausée d’Antin – La Fayette (M7, M9) erreichbar sind. Von oben sieht man sehr gut auf die gegenüber liegende Oper, den Eiffelturm, den Hügel Montmartre mit der Basilika Sacré-Cœur und generelle Ansichten der umgebenden Häuser.

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7. Belvédère de Belleville

Ein Aussichtspunkt in Paris, den wohl normalerweise kein Tourist auf dem Programm hat, ist der Belvédère de Belleville im Parc de Belleville. Er liegt im Nordosten der Stadt, wo ansonsten keine Sehenswürdigkeiten zu finden sind. Die Anfahrt verläuft unkompliziert mit der Métro M11 bis zur Station Pyrénées, von dort geht man dann zu Fuß rund 300 Meter zum Park, der generell einige schöne Fleckchen zum Ausrasten aufweist. Der Aussichtspunkt ist sogar mit einer Dachkonstruktion geschützt und somit leicht zu finden.

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8. Parc des Buttes-Chaumont

Mein letzter Tipp ist ebenfalls kein alltäglicher Aussichtspunkt, noch dazu musste ich ihn vor Ort erst suchen. Er liegt im weiträumigen Parc des Buttes-Chaumont auf der Insel im See. Am besten fährt man mit der Métro M7B zur Station Buttes Chaumont, deren Ausgang direkt in den Park führt. Dort hält man sich rechts und erblickt recht bald den See, in dessen Mitte sich eine kleine Insel und an deren Spitze eine Rotunde ins Auge sticht, die das Ziel darstellt. Oben angekommen blickt man zwischen den Baumwipfeln herrlich auf Montmartre mit der Basilika Sacré-Cœur. Auch ansonsten verleitet der Park dazu, sich einfach mal ins Gras zu legen und zu entspannen.

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Weitere Aussichtspunkte

Neben meinen soeben vorgestellten Favoriten gibt es noch weitere erhöhte Orte in Paris, von denen man eine Sicht auf die Stadt erhält. Einige davon habe ich selbst noch nicht gemacht, andere empfinde ich als nicht empfehlenswert. Auf das Dach des Triumphbogens (paris-arc-de-triomphe.fr) gelangt man um EUR 12,- und blickt von oben in Richtung des Hochhausviertels La Defénse und auf den Prachtboulevard Champs-Élysées. Der Blick auf den Eiffelturm ist auch gut, allerdings empfehle ich die 12 Euro besser in das Riesenrad am Place de la Concorde zu investieren, da man aus den Gondeln interessantere Blicke erhält. Vor allem die Sicht auf den alten Triumphbogen mit den modernen Wolkenkratzern im Hintergrund ist beeindruckend. Von den Türmen der Kathedrale Notre-Dame de Paris (tours-notre-dame-de-paris.fr) ist es um EUR 10,- möglich, Paris von oben zu betrachten. Abgesehen von den langen Warteschlangen ist auch nur ein Blickwinkel interessant – die steinernen Wasserspeier mit dem Eiffelturm im Hintergrund. Nachdem dieses bekannte Motiv bereits millionenfach im Internet zu finden ist, reizt mich der zeitliche Aufwand nicht wirklich. Die Dachterrasse des Kunstmuseums Centre Pompidou (centrepompidou.fr) kann schon um EUR 5,- besucht werden. Das Gebäude ist allerdings nicht so hoch, dass sich außergewöhnliche Blicke auf die Umgebung bieten. Einzig die Häuserzeile auf dem Platz vor dem Museum und der hervorstechende Hügel des Künstlerviertels Montmartre sind sehenswert, zweiteren bekommt man allerdings von den Dächern der Kaufhäuser Printemps und Galeries Lafayette kostenlos präsentiert. Ergänzend zu Punkt 2 möchte ich erwähnen, dass die Kuppel der Basilika Sacré-Cœur (sacre-coeur-montmartre.com) gegen eine mir unbekannte Gebühr zugänglich ist. Da sich der Ausblick aber nur mäßig (man sieht den Eiffelturm mit einer Säule der Basilika davor) von der Sicht am Fuße der Kirche unterscheidet, zahlt sich der Aufstieg nicht wirklich aus. Kommen wir abschließend zu zwei Aussichtspunkten, die noch auf meiner Liste stehen. Vom Dach des Institut du Monde Arabe IMA (Arabisches Institut, imarabe.org) bekommt man von Dienstag bis Sonntag einen herrlichen Blick auf die Rückseite der Kathedrale Notre-Dame de Paris und die Seine serviert. Nach einer Sicherheitskontrolle beim Eingang fährt man einfach mit dem Aufzug ganz hinaus zum Restaurant. Leider war zum Zeitpunkt meines Besuchs die Terrasse wegen Umbaus geschlossen. Das zweite Gebäude ist das Panthéon (paris-pantheon.fr), von dessen Kuppel sich gleich mehrere interessante Kompositionen der Stadt ergeben. Der Zugang war längere Zeit wegen Renovierung geschlossen, sollte seit Mitte 2016 aber wieder offen sein.

FAZIT

Paris bietet so viele Aussichtspunkte, -plattformen und -terrassen wie wohl nur wenige Städte auf der Welt. Alleine in diesem Artikel habe ich euch 15 Möglicheiten aufgezählt, einen Panoramablick auf die Stadt der Liebe zu erhaschen – und ich bin mir sicher, dass es noch viele weitere versteckte und geheime Plätze gibt, von denen sich Paris von einer ganz anderen Seite zeigt. Was ist euer persönlicher Favorit?

 

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