Grüner See: Ein magischer Ort in den Alpen

Einen schönen See in Österreich zu finden ist keine Schwierigkeit, davon gibt es glücklicherweise Dutzende im ganzen Land. Ein Gewässer wie den Grünen See in der Steiermark bekommt man allerdings nicht alle Tage zu Gesicht. Zauberhaft eingerahmt von den umliegenden Bergen glänzt das Wasser in grün und türkis dem Besucher entgegen. Dass es sich um einen magisch anmutenden Ort handelt, merkt man sofort – der Grüne See hat nämlich eine ganz spezielle Besonderheit zu bieten.

Grüner See

FAKTEN

Reisezeit: April 2017 (Tagesausflug)
Anreise: Mit dem Auto von Wien über die A2 bis Knoten Seebenstein, dann S6 bis Bruck an der Mur, dann über die L111 nach Tragöß und den Schildern zum Parkplatz am Grünen See folgen (Parkticket EUR 3,-, Kleingeld für den Automaten mitnehmen!) (ca. 2:00 h)
Gehzeit: Ca. 90 Minuten vom Parkplatz rund um den See und zurück über den Pfarrerteich und Kreuzteich
Distanz: 3,6 Km
Schwierigkeit: leicht

Der Grüne See, die „Karibik der Alpen“

Eine Fahrt zum Grünen See sollte man nicht ohne vorherige Planung angehen, denn das Gewässer präsentiert sich innerhalb eines Jahres grundverschieden. Im Frühjahr beginnt sich der See durch unterirdische Zuflüsse wie von Zauberhand langsam mit Schmelzwasser der umliegenden Hochschwabgruppe zu füllen. Sein Höchststand beträgt ca. zehn Meter und nachdem kein Schnee mehr auf den Bergen vorhanden ist, beginnt der Wasserstand auch schon wieder schnell zu sinken. Im Herbst und Winter ist dann meistens nur noch ein kleiner Rest vorhanden. Rund um den Grünen See führen zwei Wanderwege, von denen einer so tief liegt, dass er während des Höchstwasserstands vollkommen überschwemmt wird. Dieser Umstand und das extrem klare Wasser waren logische Gründe, dass der See jahrelang als absolutes Taucherparadies galt und fantastische Unterwasseraufnahmen möglich machte. Mit der Idylle war es aber spätestens seit 2014 vorbei, denn da gelangte der See an die weltweite Öffentlichkeit: zuerst postete der Hollywood-Schauspieler Ashton Kutcher auf seinem Facebook-Profil einen Link zu einem Onlinemagazin mit Fotos der Unterwasserwelt (Prädikat sehenswert!) und in der Fernsehsendung „9 Plätze – 9 Schätze“ wurde er zum schönsten Ort Österreichs gewählt. Was folgte, war ein Ansturm an Touristen aus der ganzen Welt, die alle einmal die „Karibik der Alpen“ – wie der Grüne See wegen seines smaragdgrünen Wassers liebevoll genannt wird – mit eigenen Augen sehen wollten. Als Konsequenz aus der erhöhten Besucher- und Taucherfrequenz ist es seit Anfang 2016 verboten, im See zu Baden und zu Tauchen. Zu groß ist die Sorge, dass durch Flossen aufgewirbelter Sand die markante Farbe in ein trübes Braun verwandelt. Mit der folgenden Fotostrecke nehme ich euch mit auf einen Rundgang um den See und zeige euch die schönsten Stellen abseits der Massen.

Infotafel Grüner See Tragöß
Am Parkplatz kann man sich auf einer Infotafel schon einmal über den Wegverlauf schlau machen. Dabei gibt es drei verschiedene Varianten, den Grünen See direkt oder indirekt mit dem Pfarrerteich bzw. Kreuzteich zu kombinieren.
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Türkisblaues Wasser des Grünen Sees in Tragöß
Nach rund 20 Minuten blitzt durch das Dickicht des Waldwegs erstmals das türkisblaue Wasser des Grünen Sees durch.
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Grüner See und Gipfel der Meßnerin
Eine der schönsten Stellen am Grünen See bietet diesen herrlichen Anblick. Der Gipfel der Meßnerin spiegelt sich an der ruhigen Wasseroberfläche.
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Smaragdgrünes Wasser im Grünen See in Tragöß
Je nach Lichteinfall und Tiefe des Grünen Sees erscheint das Wasser in anderen Farben, hier im Bild beispielsweise in intensivem Smaragdgrün.
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Panorama Grüner See Tragöß
Eine Panoramaaufnahme des Grünen Sees und der umliegenden Hochschwabgruppe.
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Brücke Grüner See
Am westlichen Ende des Grünen Sees gibt es eine Brücke, die man nicht immer überqueren kann. Auch wenn es hier auf dem Bild als unmöglich erscheint, wird zum Höhepunkt der Schneeschmelze das Gebiet fast bis auf Höhe des großen Felsens komplett überschwemmt.
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Unterirdische Quellen am Grünen See Tragöß
Folgt man dem (noch kleinen) Fluss hinter der Holzbrücke, bekommt man den Ursprung des Wasserzuflusses zu sehen. Über unterirdische Quellen strömt das eiskalte Nass durch Löcher an die Oberfläche und füllt den Grünen See langsam, aber stetig.
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Überschwemmter Weg am Grünen See Tragöß
Hier sieht man einen nahe am Wasser liegenden Weg, der an einigen Stellen bereits überflutet ist. Noch ist es aber möglich, außen herum zu gehen.
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Überschwemmte Bank im Grünen See Tragöß
Diese Bank auf einer kleinen Insel mitten im See ist schon zu Beginn der Schneeschmelze nicht mehr erreichbar. Auch wenn die Wassertiefe auf dem Foto gering erscheint, ist ein Durchwaten zur Insel nicht möglich.
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Fotos vom Grünen See Tragöß
Bild links oben: Entlang der Wege zahlt es sich aus, einmal innezuhalten und die riesigen Hummeln aus der Nähe zu beobachten. Bild links unten: Nutzt die Bänke entlang des Sees und lasst einfach einmal die Szenerie auf euch wirken! Bild rechts: Diesen Blick auf die Sonne, die durch einen Baum durchblinzelt, konnte ich direkt von der Parkbank aus genießen.
Bild links oben: Aufnahmeort anzeigen
Bild links unten: Aufnahmeort anzeigen
Bild rechts: Aufnahmeort anzeigen
Touristen sitzen am Ufer des Grünen Sees Tragöß
Solange noch nicht alles überflutet ist, lässt es sich am Ufer gemütlich aushalten und die „Karibik der Alpen“ zu genießen.
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Sonne scheint durch Bäume am Grünen See Tragöß
Gegen Ende des Tages muss sich die Sonne schon durch den dichten Wald kämpfen, um den See zu erreichen.
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Panorama Grüner See Tragöß
Dieses Panorama zeigt den Zufluss der unterirdischen Quellen (vorne) zum Grünen See (hinten).
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Fotos vom Grünen See Tragöß
Bild links: Die durch die Bäume kommenden Sonnenstrahlen erzeugen ein ganz besonderes Licht im dichten Wald. Bild rechts: Der Blick auf den Grünen See vom südlichen Ende aus, wo auch der Gasthof Seehof liegt.
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Kreuzteich und Pfarrerteich als Bonus

Das Tolle am Grünen See ist, dass man neben der Hauptattraktion auch noch zwei weitere Gewässer als Draufgabe bekommt: den Pfarrerteich und den Kreuzteich. Beide Teiche sind wunderbar anzusehen und weitaus idyllischer, da sich die Masse an Besuchern auf den Grünen See konzentriert. Ich empfehle euch, die beiden kleinen Seen am Ende eures Ausflugs anzusteuern, da sie auch etwas Zeit in Anspruch nehmen und man eventuell den Grünen See nicht mehr so genießen kann, wenn man bereits etwas müde vom Rundgang um die vorgelagerten Teiche ankommt. Vom Parkplatz sind die Orte jedenfalls in nur wenigen Minuten erreicht, wobei der Kreuzteich einen kleinen Umweg erfordert. Dafür empfängt euch dort ein wildromantischer, von Moosen und Bäumen umringter Fluss, der im Teich mündet und auch ein kleines Mühlrad antreibt. Rund um den See gibt es immer wieder Möglichkeiten, sich auf einer Bank hinzusetzen und die Ruhe aufzusaugen. Für Fotografen wurde sogar ein eigener Vorsprung in den See gebaut, von dem aus sich die Berge im Wasser herrlich spiegeln. Im Gegensatz dazu wirkt der Pfarrerteich weitaus unspannender, aber nicht weniger interessant. Auffallend ist dort vor allen ein schiefer, optisch in den Teich hineinkippender Baum, der dem Ort einen besonderen Charakter verleiht. Folgt man nicht der Forststraße, sondern dem kleinen Weg in den Wald hinein, wird man mit großartigen Fotomotiven belohnt!

Der Kreuzteich unweit des Grünen Sees
Der Kreuzteich ist nur unweit des Grünen Sees entfernt, aber nicht so im Fokus der Besucher und dementsprechend ruhiger.
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Brücke beim Kreuzteich nahe des Grünen Sees
Beim Rundgang um den Kreuzteich kommt man über diese Brücke, die wildromantisch zwischen den Bäumen liegt.
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Kleiner Bach beim Kreuzteich nahe des Grünen Sees
Ein schwacher, aber breiter Bach inmitten der Waldlandschaft. Die mit Moos bewachsenen Steine und der kleine Nadelbaum mitten im Bach erinnern an eine Märchenwelt.
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Mühlrad am Kreuzteich nahe des Grünen Sees
Ein kleines, aber voll funktionierendes Mühlrad am Kreuzteich, das vor allem Kinder begeistern wird.
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Wanderweg beim Kreuzteich nahe des Grünen Sees
Der Weg um den Kreuzteich schlängelt sich durch den Wald. Habt ihr beim Anblick dieses Bildes nicht auch sofort den Duft von Nadelbäumen und Sträuchern in der Nase? 🙂
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Gipfel des Pribitz spiegelt sich im Kreuzteich nahe des Grünen Sees
Der Gipfel des Pribitz spigelt sich im Nachmittagslicht fantastisch an der Wasseroberfläche des Kreuzteichs.
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Fotos vom Kreuzteich nahe des Grünen Sees
Diese beiden Bilder zeigen weitere Rastmöglichkeiten entlang des Kreuzteichs. Die Stille und Idylle machen es schwer, von diesem Ort wieder fortgehen zu wollen.
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Reflexion des Pribitz-Gipfels im Pfarrerteich nahe des Grünen Sees
Der kleine Pfarrerteich unweit des Parkplatzes bietet wie der Kreuzteich eine perfekte Reflexion des Pribitz-Gipfels.
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Pfarrerteich nahe des Grünen Sees
Begibt man sich in den Wald am Ende des Pfarrerteichs, bekommt man diese kitschige Perspektive zu Gesicht.
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Pfarrerteich nahe des Grünen Sees
Das Markenzeichen des Pfarrerteichs ist ganz klar der schief gewachsene Baum, der scheinbar in das Wasser zu kippen droht.
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Holzbrücke im Wald beim Pfarrerteich nahe des Grünen Sees
Folgt man im Wald dem Verlauf des Bachs in Richtung des Grünen Sees, kommt man an dieser fotogenen Holzbrücke vorbei.
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Waldweg zum Grünen See
Der enge Wanderweg schlängelt sich durch diese Baumlandschaft bis zum Grünen See.
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FAZIT

Er ist zwar kein Geheimtipp mehr, aber das macht einen Ausflug zum Grünen See nicht weniger attraktiv. Sobald man nach einem kurzen Waldspaziergang durch die Bäume das smaragdgrüne Wasser entdeckt, ist man in der „Karibik der Alpen“ angelangt. Ein Rundgang um den See offenbart immer wieder neue Farbspiele und tolle Plätze, an denen sich das umliegende Gebirge im Wasser reflektiert. Der Masse an Besuchern entgeht man am besten, indem man unter der Woche nach Tragöß fährt. Nicht vergessen darf man einen Sprung zum vorgelagerten Kreuzteich und Pfarrerteich, die mit ihrer Idylle einen Tag in der Natur ideal abrunden und vollenden.

 

3 Kommentare

  1. Traumhafte Fotos hast du da gemacht! Ich habe des Glück, die Gegend rund um den Grünen See meine Heimat nennen zu dürfen und war dementsprechend oft in meiner Kindheit dort. Noch heute fasziniert mich die Atmosphäre an diesem bezaubernden Ort. Auch das Tauchen war dort immer ganz besonders – wenn natürlich auch extrem kalt 😉 Vielleicht darf man ja eines Tages, wenn sich der Trubel etwas gelegt hat, wieder in die Karibik der Alpen abtauchen!

    1. Danke Christine! Wow, du bist öfters vor Ort? Beneidenswert! 🙂

  2. Nadine sagt: Antworten

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für den tollen Beitrag. Was für schöne Bilder!
    Mein Freund und ich wollen auch endlich nach Wien. Doch davor fahren wir nach Anif. Warst du dort schon einmal? Hast du Tipps für uns?

    Liebe Grüße
    Nadine aus Berlin

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