Der Dachstein: Erlebnis in luftiger Höhe

Die Region Schladming-Dachstein in der Steiermark ist im Sommer wie im Winter ein heißer Tipp für Wanderer und Skifahrer. Mich persönlich zieht es alle paar Jahre erneut in diese Gegend, da man wirklich viel unternehmen kann und auch in der Umgebung sehr interessante Orte liegen. In diesem Beitrag fahre ich mit euch per Seilbahn auf die 2.700 Meter hoch gelegene Bergstation der Dachstein-Gletscherwelt, wo man neben der tollen Aussicht noch so einiges anderes erleben kann.

Dachstein-Gletscherwelt

FAKTEN

Reisezeit: Juli 2015
Anreise: Mit dem Auto von Wien über die A2 bis Knoten Seebenstein, S6 bis Knoten St. Michael, A9 bis Liezen, B320 bis Ramsau am Dachstein, dort den Schildern zur Seilbahn folgen (ca. 3:20 h)
Webseite: http://www.derdachstein.at
Unterkunft: Hotel aqi Schladming *** –> Neuübernahme seit Ende 2016 durch TUI BLUE PULSE Schladming *** (Coburgstraße 54, 8970 Schladming; modernes und komfortables Hotel in sehr guter Lage direkt an der Talstation der Planaibahn, große Zimmer, bequeme Betten, Frühstücksbuffet variantenreich, Wellnessbereich mit Dachterrasse gut, kostenloses WLAN, kostenlose Garage) Weiterempfehlung? JA

HINWEIS

Dies ist der erste Beitrag von einigen, die meine persönlichen Wander- und Erlebnistipps während eines einwöchigen Urlaubs in der Region Schladming-Dachstein zusammenfassen. Sobald weitere Artikel online sind, verlinke ich sie an dieser Stelle.

 

Der Dachstein verbindet zwei Bundesländer, wobei sowohl von oberösterreichischer als auch von steirischer Seite eine Seilbahn auf den Berg führt. In diesem Beitrag geht es um die Dachstein-Gletscherbahn, die ihre Talstation in Ramsau am Dachstein hat. Über eine Mautstraße gelangt man vom Ort zum Parkplatz der Seilbahn, der sich in der Hochsaison bereits am frühen Vormittag enorm schnell füllt. Nicht umsonst wurde vor einigen Jahren ein Reservierungssystem über das Internet eingerichtet, um Wartezeiten zu vermeiden – alle Infos dazu im nächsten Absatz. Nach der spektakulären Auffahrt über 1.000 Höhenmeter ist es für einen Erstbesucher sicherlich faszinierend, was alles auf 2.700 Metern Seehöhe für die Unterhaltung erbaut wurde. Man kann getrost sagen, dass der Dachstein touristisch ausgeschlachtet wird – allerdings wirken dennoch sämtliche Bauwerke im Einklang mit der Natur. Neben drei Einrichtungen, die Nervenkitzel erzeugen, finde ich vor allem den Eispalast absolut sehenswert. In der nachfolgenden Bilderstrecke gehe ich nun näher auf die einzelnen Attraktionen ein.

Der Dachstein in der Steiermark

Gänsehaut in der Panoramagondel

Gleich zu Beginn eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: mit der Seilbahn auf den Dachstein fahren ist ein teures Vergnügen und kostet satte 37 Euro, die Eintrittspreise für die Attraktionen bei der Bergstation sind da noch gar nicht eingerechnet. Ergänzend dazu kostet bereits die Anfahrt mit dem Auto über die Mautstraße weitere 14 Euro. Aber nun die gute Nachricht: Sobald ihr mindestens eine Nacht in einem von über 1.000 teilnehmenden Unterkünften der Region bleibt, kommt ihr in den Genuss der Schladming-Dachstein Sommercard. Mit dieser zahlt ihr weder die Maut noch die 37 Euro für die Bergbahn! Pro Tag ist neben vielen anderen Gratisleistungen eine Berg- und Talfahrt mit einer Seilbahn nach Wahl inkludiert – ein wirklich tolles Angebot, das ich intensiv genutzt habe, wie ihr in kommenden Blogbeiträgen erfahren werdet. Zur Einstimmung könnt ihr euch auf der Seite schladming-dachstein.at alle Inklusivleistungen ansehen und dort auch nach Unterkünften suchen.

Nun aber zur Seilbahn! In den vergangenen Jahren ist der Ansturm an Besuchern derart angestiegen ist, dass immer längere Wartezeiten in Kauf genommen werden mussten. Ich selbst habe es 2007 noch so erlebt, dass man wirklich zeitig in der Früh vor Ort sein musste, um nicht ewig anzustehen. Mittlerweile wurde ein Reservierungssystem eingeführt, das man auf der Seite derdachstein.at aufrufen kann. Dort sieht man gleich, wieviele Tickets für bestimmte Zeiten noch verfügbar sind. Wer beispielsweise an einem schönen Wochenende im Sommer spontan auf den Dachstein fahren will, wird höchstwahrscheinlich keine Tickets erhalten, wenn nicht schon mehrere Tage davor gebucht wurde. Alle 15 Minuten fährt die Seilbahn im Pendelverkehr mit zwei Gondeln, eine davon hat sogar eine freiliegende Plattform auf dem Gondeldach. Da ist dann Gänsehaut und Nervenkitzel ultimativ garantiert! Noch ein wichtiger Hinweis: unterschätzt nicht die Höhenluft! Ich hatte nach einer halben Stunde auf 2.700 Metern schon deutlich das Gefühl, schwächer zu werden und schneller zu atmen.

Blick von der Talstation Türlwandhütte auf die Bergstation Hunerkogel der Dachstein-Südwandbahn
Der Blick mittels Teleobjektiv von der Talstation Türlwandhütte (1.702 m) auf die Bergstation Hunerkogel (2.700 m). Über 1.000 Höhenmeter bewältigt die Dachstein-Südwandbahn in rund sechs Minuten.
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Gondel der Dachstein-Südwandbahn
Die modernen Gondeln sind mit großflächigen Fenstern verglast und bieten somit grandiose Blicke in die Tiefe und auf die umliegende Bergwelt.
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Panoramagondel der Dachstein-Südwandbahn
Eine Gondel hat als Besonderheit noch eine offene Plattform auf dem Dach montiert. Ich selbst habe diese Gondel leider nicht erwischt, aber ich kann mir das Zittern vor Nervosität richtig vorstellen, das man während der Auffahrt haben muss.
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Gondel der Dachstein-Südwandbahn
Diese Innenansicht der Gondeln lässt erahnen, wieviele Personen gleichzeitig darin Platz finden. Bei der Rückfahrt ins Tal sind mit mir sogar Mitglieder des deutschen Biathlon-Teams gefahren, die zuvor ein Höhentraining absolviert haben.
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Auf dem Skywalk in die Ferne blicken

Oben angekommen befindet sich direkt neben der Seilbahnstation der Skywalk. Dabei handelt es sich um eine wahrlich spektakuläre, auskragende Plattform mit Glasboden. Betritt man das „Fenster in die Tiefe“ erstmals, ist es zugegeben ein mulmiges Gefühl in den Beinen. Blickt man über das Geländer nach unten, sieht man auf die 250 Meter senkrecht abfallende Felswand des Hunerkogels. Man erkennt auch den Klettersteig und mit etwas Glück kann man sogar Waghalsigen ganz nahe dabei zusehen, wie sie neben dem Skywalk das Ziel erreichen. Das ganze Erlebnis dauert natürlich nur kurz, aber es führt noch ein Rundweg um die Seilbahnstation, der ebenfalls super Ansichten ermöglicht. Von der Bergstation starten übrigens auch Wanderwege, zum Beispiel führt ein Pfad auf den Gipfel des Kleinen Gjaidsteins. Mir war der Weg im Schnee allerdings zu riskant, ich hole ihn irgendwann einmal nach.

Skywalk in der Dachstein-Gletscherwelt
Der Skywalk von der Seilbahngondel aus betrachtet, bevor man in die Bergstation einfährt. Man erkennt sehr gut das Fenster im Boden, durch das man 250 Meter in die Tiefe blickt.
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Skywalk in der Dachstein-Gletscherwelt
Ein mulmiges Gefühl ist garantiert, wenn man auf der Plattform aus Glas steht und in den Abgrund blickt.
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Aussicht von der Dachstein-Gletscherwelt
Die Ausblicke auf die Umgebung sind bei schönem Wetter und guter Fernsicht wirklich sensationell.
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Ausblick in der Dachstein-Gletscherwelt
Während ich auf einer Seite wolkenlosen Himmel und eine tolle Fernsicht hatte, bot sich mir andernorts dieser Anblick. Der Bodennebel lässt die Bergwelt spannend und facettenreich erscheinen.
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Dachstein-Gletscher
Dreht man sich auf dem Skywalk um, offenbart sich der Dachstein-Gletscher mit seinen Trainingsanlagen für Langläufer und anderen Wintersportarten.
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Wanderweg in der Dachstein-Gletscherwelt
Zum Zeitpunkt meines Besuchs im Juli 2015 war noch jede Menge Schnee vorhanden, sodass die Wanderwege ein anstrengendes und nicht ungefährliches Unterfangen gewesen wären.
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Eine Hängebrücke für Wagemutige

Österreichs höchstgelegene Hängebrücke verbindet seit 2013 die Bergstation mit dem Eispalast, den ich euch weiter unten vorstelle. Die Brücke ist 100 Meter lang und einen Meter breit. Theoretisch blickt man laut offizieller Beschreibung 400 Meter in die Tiefe, das ist aber irreführend. Steht man auf der Brücke und sieht hinunter, baut sich relativ nahe ein Felsvorsprung auf. Dieser lässt den Nervenkitzel auf einem geringen Level bleiben, was mich etwas enttäuscht hat. Die Idee ist aber dennoch ausgezeichnet und über eine wackelnde Brücke zu gehen ist ja auch nicht jedermanns Sache – was man übrigens auch nicht muss, denn zum Eispalast führt noch ein anderer Weg abseits der Brücke. Egal welchen Zugang man zum Eispalast auch wählt, es sind 10 Euro zu bezahlen (hier gilt die Sommercard nicht).

Hängebrücke in der Dachstein-Gletscherwelt
Sie sieht wirklich großartig aus, die Hängebrücke von der Bergstation zur Treppe ins Nichts und zum Eispalast.
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Hängebrücke in der Dachstein-Gletscherwelt
Das Überqueren ist eine wackelige Angelegenheit und sicher nicht für jeden empfehlenswert. Gefährlich ist es aber selbstverständlich nicht.
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Hängebrücke in der Dachstein-Gletscherwelt
Hier sieht man sehr gut, warum mich die Brücke etwas enttäuscht. Direkt unter der Stahlkonstruktion befindet sich ein Felsvorsprung, der den Blick nach unten nicht so spektakulär erscheinen lässt, wie ich es mir erhofft habe.
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Die Treppe ins Nichts

Hat man sich also für den Weg über die Hängebrücke entschieden, kommt man automatisch an der Treppe ins Nichts vorbei. Diese ist schon wesentlich aufregender als die Brücke, denn man schwebt auf einem kleinen Glaspodest wahrlich über dem Abgrund. Maximal vier Personen dürfen dort stehen, aber alleine oder zu zweit ist das Gefühl natürlich weitaus intensiver.

Treppe ins Nichts in der Dachstein-Gletscherwelt
Die Treppe ins Nichts von der Bergstation aus gesehen. Man möchte sich gar nicht vorstellen, welch Mut und Schwindelfreiheit der Arbeiter während der Errichtung vonnöten gewesen sein muss.
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Treppe ins Nichts in der Dachstein-Gletscherwelt
Fotografisch ist die Treppe ins Nichts ein Leckerbissen. Mit einem Teleobjektiv aufgenommen ergibt sie aus der Ferne ein spannendes Motiv mit der dahinter liegenden Bergwelt.
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Treppe ins Nichts in der Dachstein-Gletscherwelt
Im Gegensatz zur Hängebrücke schaut man vom kleinen Glaspodest wirklich tief in den Abgrund – selbst mir ist dabei etwas mulmig geworden.
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Treppe ins Nichts in der Dachstein-Gletscherwelt
Eine Nahaufnahme der 14 Stufen hinab. Die Attraktion ist meiner Meinung nach wirklich vollkommen gelungen.
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Ein Eispalast mitten im Gletscher

Der Eispalast ist für mich das Highlight in der Dachstein-Gletscherwelt. Er exisitiert seit 2007 und bietet immer wieder neue Kunstwerke im Inneren. Der Eispalast liegt sechs Meter tief im Eis und ist auch komplett daraus gebaut. Man durchquert ihn durch mystisch beleuchtete Gänge und kann zahlreiche aus Eis geschnitzte Figuren sowie Gebäude bewundern. Warme Kleidung und gute Schuhe sollte man unbedingt tragen, aber davon gehe ich sowieso aus, wenn ihr euch bewusst auf fast 3.000 Meter Höhe begebt. 😉 Wie schon zuvor erwähnt, kostet der Eintritt 10 Euro und beinhaltet neben dem Eispalast auch die Hängebrücke sowie die Treppe ins Nichts. Traut man sich diese nicht zu, führt auch ein normaler Weg zum Eingang.

Eispalast in der Dachstein-Gletscherwelt
Eine Skulptur aus Eis stellt Bergkristalle dar. Verbunden mit stimmiger Beleuchtung ergibt das ein sehenswertes Kunstwerk.
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Eispalast in der Dachstein-Gletscherwelt
Die Gänge bestehen komplett aus Eis, was festes Schuhwerk erforderlich macht. Die Wände zu berühren ist übrigens ein seltsames Gefühl – kalt und rutschig, aber trotzdem greift man immer wieder hin. 😉 Probiert es aus!
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Eispalast in der Dachstein-Gletscherwelt
Ein Tempel aus Eis sechs Meter innerhalb des Dachstein-Gletschers.
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Eispalast in der Dachstein-Gletscherwelt
Die Figuren sind natürlich vergänglich, auch wenn sie sehr lange in der Kälte aushalten. Dafür bekommt man beim nächsten Besuch wieder etwas Neues zu Gesicht.
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FAZIT

Ein Besuch in der Dachstein-Gletscherwelt gehört unbedingt dazu, wenn ihr in der Region Schladming-Dachstein Urlaub macht. Dank der Sommercard ist die Berg- und Talfahrt einmal inkludiert. Die Seilbahn an sich ist schon ein Erlebnis und erzeugt zitternde Arme und Beine. Wer davon nicht genug hat, holt sich auf dem Skywalk, der Hängebrücke oder der Treppe ins Nichts weiteren Nervenkitzel. Die Ausblicke, die man von der Bergstation auf 2.700 Metern Höhe erhält, sind einmalig und bleiben garantiert im Gedächtnis.

 

3 Kommentare

  1. So ein Zufall, ich war auch erst am Dachstein! Hat mir wahnsinnig gut gefallen, das ideale Ausflugsziel 🙂 Am besten hat mir aber die Aussicht gefallen. Ein Wahnsinn, wie klein man sich da plötzlich fühlt.

    1. Sehr super! Freut mich, dass du den Artikel gleich direkt nachvollziehen konntest. 😉 Die ganze Gegend dort ist ein absoluter Traum …

  2. […] Der Dachstein: Erlebnis in luftiger Höhe […]

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