Eine Liebeserklärung an München

Blick auf die Frauenkirche in München

Bayern hat es mir wahrhaftig angetan: neben der grandiosen Naturlandschaft in Deutschlands südlichstem Bundesland zieht mich vor allem München regelmäßig immer wieder magisch an. Die Mischung aus Kultur, Architektur und Freizeitaktivitäten ist enorm und obwohl es eine Großstadt ist, versprüht München das Gefühl von Unaufgeregtheit. Was es in dieser tollen Stadt alles zu entdecken und vor allem zu genießen gibt, erzähle ich euch in diesem Blogartikel.

München

FAKTEN

Reisezeit: Mehrmals zwischen 2007 und 2017, hauptsächlich Sommer, einmal Winter
Anreise: Mit dem Zug von Wien Hauptbahnhof nach München Hauptbahnhof (4:09 h) oder alternativ mit dem Flugzeug von Flughafen Wien-Schwechat nach Flughafen München (0:50h).
Unterkünfte (Auswahl):
Hotel Sofitel Munich Bayerpost *****
(Bayerstraße 12; exzellentes Luxushotel direkt am Hauptbahnhof, ausgezeichnete und stilvolle Zimmer, sehr guter Wellnessbereich, Frühstück nicht gebucht) Weiterempfehlung? JA
Marriott Hotel München **** (Berliner Straße 93; Lage etwas abseits des Zentrums nahe des Englischen Gartens und 5 Minuten von der U6-Station Nordfriedhof entfernt, leicht altmodische Zimmer mit sehr guten Betten, generell angestaubter Eindruck im gesamten Hotel, Frühstück nicht gebucht) Weiterempfehlung? NEIN
Hotel NH München Deutscher Kaiser **** (Arnulfstraße 2; Lage direkt hinter dem Hauptbahnhof in etwas zwielichtiger Umgebung, obere Stockwerke mit guter Aussicht auf die Stadt, Zimmer klein, Betten hart, Hotel hat auf mich keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, Frühstück nicht gebucht) Weiterempfehlung? NEIN
Hotel Cocoon Stachus *** (Adolf-Kolping-Straße 11; 5 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof oder von Karlsplatz/Stachus, sehr trendige Inneneinrichtung, kreative aber kleine Zimmer, sehr gute Regendusche, kostenloses WLAN, Frühstück nicht gebucht) Weiterempfehlung? JA

Über zehn Mal habe ich der bayerischen Hauptstadt bereits einen Besuch abgestattet. Warum so oft? Einerseits sind es die positiven Gefühle, die München regelmäßig in mir auslöst, andererseits ist die bequeme Erreichbarkeit mit dem Zug aus Wien in vier Stunden äußerst attraktiv. Mein absolutes Highlight sind ganz klar die zahlreichen Biergärten, in denen man nicht anders kann, als eine Maß zu bestellen und sich dazu eine herzhafte und deftige Köstlichkeit zu gönnen. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich München in der warmen Jahreszeit bevorzuge.

Natürlich gibt es auch bei Schlechtwetter oder kühlen Temperaturen genügend zu tun und zu sehen, beispielsweise ist die Anzahl an interessanten Museen geradezu riesig. Doch mit dem Wegfall der Möglichkeit, schnell und unkompliziert in einen Biergarten zu wechseln, fehlt mir die bayerische Gemütlichkeit – plötzlich erscheint mir die Stadt als etwas grau. Nachfolgend zeige ich euch nun meine Tipps und Erkenntnisse aus vielen Besuchen der letzten Jahre – denn ich war nicht immer nur im Biergarten zu Gast. 😉


Weißwurst und Weißbier in einem Biergarten in München

München und seine Biergärten

Es ist einfach nicht wegzudenken und mit München eng verbunden – das Bier. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass die Biergärten das Herz der Stadt sind. Dort treffen und vermischen sich Einheimische mit Gästen, man teilt sich brüderlich den Platz auf den Tischen, die Blasmusik sorgt für gute Stimmung und das schmackhafte Bier sowie die bayerischen Speisen lassen einen direkt in Urlaubsstimmung geraten. Die Biergärten sind sicherlich ein Hauptgrund, warum ich München trotz seines geschäftigen Treibens als derart unaufgeregt empfinde – man nimmt sich mit einem Selbstverständnis die Zeit für eine Maß und lässt die Welt um sich herum einfach einmal stehen. Stellvertretend für die vielen Biergärten in München möchte ich euch zwei vorstellen.

Weißbier am Holzturm

Mein absoluter Favorit liegt am Chinesischen Turm im Englischen Garten (U-Bahn U3/U6 Giselastraße, dann mit dem Bus 54 oder 154 bis Chinesischer Turm). Dort bin ich eigentlich bei jedem Besuch in München garantiert einmal zu finden, um eine Maß Weißbier und ein gegrilltes Hendl zu genießen. Obwohl er mit offiziell rund 7.000 Plätzen der zweitgrößte Biergarten der Stadt ist, fühle ich mich vom Ambiente her dort nie eingeengt oder gestresst. Sogar während des Oktoberfestes, wenn alle Alternativen zur Theresienwiese gestürmt werden, habe ich immer noch relativ leicht einen Sitzplatz ergattert – einzig die Wartezeiten an den Selbstbedienungsständen erhöhen sich dann naturgemäß.

Der größte Biergarten

Den größten Biergarten Münchens möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten, es ist der Hirschgarten im gleichnamigen Erholungspark (S-Bahn-Station Hirschgarten, dann 15 Minuten Fußweg). Er bietet 8.000 Plätze unter Kastanienbäumen und bei Schönwetter ist es hier herrlich zu Verweilen! Fotos habe ich allerdings leider nur von einem Besuch zu einem anderen Zeitpunkt nach einem starken Regenschauer, als kein Tisch besetzt war und ich in das angrenzende Lokal ausweichen musste – was dem Spaß aber auch keinen Abbruch getan hat. 😉

Das Hofbräuhaus als Pflichtbesuch

Da sie thematisch passen, erzähle ich euch in diesem Absatz auch gleich von weiteren kulinarischen Schmankerln in München. Vor allem wenn ihr das erste Mal vor Ort seid, ist ein Abstecher in das Hofbräuhaus ein absolutes Muss. Es ist mit der Einrichtung und den Wandverzierungen wunderschön urig, vom Stimmengewirr sowie der Blasmusik laut und gesellig, von den Speisen deftig und schmackhaft. Während man um die Mittagszeit normalerweise noch recht einfach einen Platz findet, muss man sich gegen Abend hin schon an einen Tisch dazuquetschen. In der Regel wird man aber freundlich aufgenommen und es entstehen nicht selten intensive – alkoholgeschwängerte – Tischgespräche mit Menschen aus München und dem Rest der Welt. 😉 Ein Hinweis noch, wenn ihr euch für daheim einen Hofbräu-Maßkrug mitnehmen wollt: Im Souvenirladen des Hofbräuhauses kostet so ein Glas rund 10 Euro. Für nur 1 Euro Pfand bekommt ihr dasselbe Glas im Biergarten Chinesischer Turm … 😉

Viktualienmarkt: Alles, was das Herz begehrt

Nur wenige Minuten entfernt befindet sich im Zentrum der Innenstadt der Viktualienmarkt. Ich erwähne ihn hier, da man dort auch ein zünftiges Weißwurstfrühstück mit Weißbier bekommt – prinzipiell ist der Markt aber für sein breitgefächertes Angebot an Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und allerhand sonstigen Köstlichkeiten bekannt – auch dort bin ich eigentlich immer Stammgast. Durchgehen, schauen und vor allem kosten lohnt sich!

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Das Rathaus in München

Sehenswertes in München

Auch abseits der Biergärten gibt es in München selbstverständlich eine ganze Menge zu erleben. In der Innenstadt befindet sich gleich eine Vielzahl an interessanten Orten und Plätzen, beispielsweise das imposante Neue Rathaus auf dem Marienplatz. Das im neugotischen Stil erbaute Gebäude erinnert optisch an andere Rathäuser wie das in Wien oder Brüssel. An der Fassade erblickt man ein Glockenspiel, das täglich um 11 und 12 Uhr sowie von März bis Oktober um 17 Uhr ertönt und sehr nett zum Ansehen ist. Vom Balkon des Rathauses jubeln übrigens (sehr, sehr oft) die Spieler des FC Bayern München, wenn wieder einmal eine Trophäe gewonnen wurde und der Masse an Fans präsentiert werden soll. In Blickweite steht das Alte Rathaus aus dem 14. Jahrhundert, dessen Fassade ich wunderschön finde. Im Inneren ist das Spielzeugmuseum untergebracht, das ich allerdings noch nie besucht habe.

Das Wahrzeichen der Stadt

Eines der bekanntesten Wahrzeichen Münchens ist die Frauenkirche (Dom Zu Unserer Lieben Frau) mit ihren zwei markanten Türmen und den charakteristischen „Welschen Hauben“. Das Innere der spätgotischen Kirche ist schlicht, das Deckengewölbe aber durch seine Formen und Linien absolut sehenswert. Man kann übrigens normalerweise auf den Südturm mit einem Aufzug hinauffahren (seit Längerem wegen Bauarbeiten gesperrt), was ich aber nicht empfehle. Ich rate euch, stattdessen zu Fuß auf den Turm Alter Peter der Pfarrkirche Sankt Peter zu gehen (Preise und Öffnungszeiten). Das ist zwar anstrengender, dafür werdet ihr dort mit einem fulminanten Blick auf das Rathaus und die Frauenkirche belohnt – plus weitere Fernsichten in das umliegende Land und die Bergwelt.

Tierfreunde kommen im Tierpark Hellabrunn Zoo München ganz auf ihre Kosten, denn er zählt für mich zu den schönsten Tiergärten Europas (Preise und Öffnungszeiten). Die Welt der Affen hat es mir dabei besonders angetan! Wenn ihr einen halben Tag einplanen könnt oder auch bei Regen, zahlt sich der Besuch auf jeden Fall aus.

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Innenansicht des Justizpalasts in München

Versteckte Schätze

Einige nette Orte verstecken sich etwas und können im Vorübergehen leicht übersehen werden. So erging es mir etwa mit der Asamkirche (St.-Johann-Nepomuk-Kirche) in der Sendlinger Straße 32, die ich erst bei meinem letzten Besuch erstmalig entdeckt habe. Sie wird auf vielen Seiten im Internet als die vielleicht schönste Kirche Münchens bezeichnet, und das kann ich bedenkenlos unterschreiben. Man kann zwar nur in den Vorraum der sehr kleinen Kirche und von dort durch ein Gitter hindurchblicken, aber die Innendekoration ist grandios – fast schon eine Spur zu pompös.

Das Tor zur Innenstadt

Ebenfalls unscheinbar ist der Eingang zur Jesuitenkirche St. Michael auf der Fußgängerzone Kaufingerstraße. Von außen würde man nicht erahnen, wie riesig das Innere ist. Die Kirche ist auch ein idealer Raum, um etwas Ruhe vor dem Treiben der Einkaufsstraße zu erhalten. Auf dem Verkehrsknoten Karlsplatz/Stachus fällt immer zuerst der Springbrunnen vor dem Beginn der Kaufingerstraße auf – er ist so etwas wie ein Anziehungspunkt für Jung und Alt. Dahinter erhebt sich mit dem Karlstor der Eingang zur Altstadt und eines der noch drei von vier erhaltenen Stadttoren, die anderen beiden heißen Sendlinger Tor und Isartor auf den jeweils gleichnamigen Plätzen. Auf der Kaufingerstraße und der Sendlinger Straße finden übrigens alle Shopping-Fans genügend Geschäfte.

Woher stammt die Bezeichnung Karlsplatz/Stachus?

Wohl jeder München-Besucher stellt sich diese Frage: was hat es mit der Bezeichnung Karlsplatz/Stachus auf sich? Der Namensgeber des Karlsplatzes ist der Pfälzer Kurfürst Karl Theodor, der bei den Einwohnern allerdings wenig beliebt war. Ganz im Gegenteil sehr angesehen war dafür der Gastwirt Eustachius Föderl, der Mitte des 18. Jahrhunderts am Karlsplatz das Gasthaus „Stachusgarten“ betrieb. Fortan nannten die Münchner den Platz einfach nur Stachus, um den Karlsplatz nicht jedes Mal mit Karl Theodor in Verbindung zu bringen.

 

Ein architektonisches Juwel

Dreht man sich um, sticht der mächtige Justizpalast ins Auge. Jahrelang bin ich nicht auf die Idee gekommen, dort einmal einen Fuß hineinzusetzen, warum auch? Nachdem ich aber zuvor in Berlin ganz bewusst das Amtsgericht Mitte aufgesucht habe, um dort das architektonisch unfassbare Innenleben abzulichten, habe ich es mir auch für München vorgenommen, das einen ähnlichen Aufbau aufweist. Nach einer Sicherheitskontrolle wie am Flughafen ist es problemlos möglich, im Inneren zu fotografieren – solange keine Menschen auf den Bildern zu sehen sind, die keine Zusage erteilt haben. Übrigens ist der nahezu vollständig erhaltene Sitzungssaal 216 (heute 253) zu besichtigen, in dem am 19. April 1943 der zweite Prozess gegen 14 Angeklagte der Widerstandsgruppe Weiße Rose stattfand. Eine kleine Ausstellung und viel Infomaterial geben Einblick in das damalige Geschehen.

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Schloss Nymphenburg in München

Die kulturellen Höhepunkte

Ich bin ja eigentlich eher ein Banause, wenn es um Museumsbesuche geht. Aber in München haben es mir doch einige kulturelle Einrichtungen angetan, von denen ich euch hier berichten möchte. Am spektakulärsten und im Grunde Pflichtbesuche sind zwei historische Schlösser. Beim einen handelt es sich um die Residenz an der U-Bahn-Station Odeonsplatz (werft dort unbedingt auch einen Blick in die Theatinerkirche!), das man von außen gar nicht als Schloss erkennen würde. Es ist das größte Innenstadtschloss Deutschlands mit architektonischen und künstlerischen Schätzen. Ein Rundgang führt unter anderem durch die Prunkräume, den kunstvollen Saal Antiquarium und das Cuvilliés-Theater – eines der schönsten, die ich je gesehen habe. Informiert euch vorab auf der Seite residenz-muenchen.de über die Öffnungszeiten, denn nicht alle Bereiche sind immer gleichzeitig zugänglich.

Besichtigung eines pompösen Schlosses

Der zweite Gebäudekomplex, den ihr nicht versäumen solltet, ist das Schloss Nymphenburg (erreichbar mit der Straßenbahn 17 bis Station Schloss Nymphenburg). Es gibt verschiedene Optionen für die Besichtigung, ich habe mich für EUR 6,- nur  für das Schloss selbst entschieden. Alle weiteren Ticketoptionen findet ihr auf der Seite schloss-nymphenburg.de. Innen steht man gleich zu Beginn einer Tour im Steinernen Saal, der das Highlight darstellt. Der Saal ist von natürlichem Licht durchflutet und bringt den Betrachter durch die Wand- und Deckengemälde sowie die vielen Goldverzierungen ins Staunen. Hinter dem Schloss erstreckt sich der frei zugängliche, riesige Schlosspark. Dort lässt es sich herrlich flanieren und beispielsweise am Apollotempel verweilen.

Moderne Museen in der Stadt

Wechseln wir nun wieder in die Stadt, wo mich als Anhänger moderner Architektur die Pinakothek der Moderne (Barer Straße 40, Straßenbahn 27 und 28 bis zur Station Pinakotheken) ein ums andere Mal fasziniert. Der Museumsbau strahlt innen in hellem Weiß und ist für mich durch seine Linien und Formen direkt interessanter als die ebenfalls sehenswerten Ausstellungen. Alle Infos dazu findet ihr auf der Seite pinakothek.de. Das Museum Brandhorst (Theresienstraße 35a, Straßenbahn 27 und 28 bis zur Station Pinakotheken) exisitert erst seit 2009 und stellt zeitgenössische Kunst aus. Außerdem ist es auch architektonisch äußerst interessant (alle Infos gibt es auf der Seite museum-brandhorst.de).

Ein letzter Tipp, vor allem für verregnete Tage: das Deutsche Museum (Webseite, Straßenbahn 16 bis zur Station Deutsches Museum) ist ein idealer Zeitvertreib, wenn man an Naturwissenschaft und Technik interessiert ist. Leider habe ich dort nicht fotografiert, aber auch ohne Beweisfotos könnt ihr meinem Besuchstipp bedenkenlos vertrauen. 😉

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Wichtiger Hinweis: In der Residenz und im Schloss Nymphenburg ist das Fotografieren für private Zwecke ohne Blitz und Stativ erlaubt, allerdings dürft ihr die Aufnahmen ohne Freigabe dann nirgendwo veröffentlichen! Dafür benötigt ihr eine Genehmigung der Bayerischen Schlösserverwaltung, alle Infos dazu findet ihr auf der Webseite http://www.schloesser.bayern.de.

 


Der Englische Garten in München

Entspannen im Englischen Garten

Meine Liebe zu München liegt zu einem großen Teil auch an den Möglichkeiten, einfach mal im Grünen zu Entspannen oder Spaß zu haben. Den Englischen Garten habt ihr ja weiter oben im Absatz über die Biergärten schon gehört und er verdient es sich, nochmals näher erwähnt zu werden. Der Park ist wirklich riesig und somit ein ideales Terrain für Läuferinnen und Läufer. Entlang der kleinen Bäche und in den Wiesen lässt es sich wunderbar aushalten, vor allem an heißen Sommertagen ist es hier immer angenehm schattig. Obwohl ich schon oft im Englischen Garten war, fehlt mir noch der Gang zum Monopteros-Tempel, um von dort die Sicht auf die Innenstadt zu genießen – nur aus der Ferne habe ich ihn schon betrachten können, siehe Fotos. Eine erfreuliche Meldung gibt es übrigens zum Umstand, dass der Englische Garten durch eine Autobahn zweigeteilt ist: Mitte Juni 2017 wurde beschlossen, den Park zu vereinen und die vierspurige Straße zu untertunneln.

Surfen im reißenden Bach

Man würde es nicht annehmen, aber im Englischen Garten gibt es sogar eine Stelle, die eher an eine Waldlandschaft in den Alpen als an einen Park in einer Großstadt erinnert – sogar inklusive kleinem Wasserfall! In den Fotos könnt ihr euch die exakte GPS-Position ansehen, um diese Stelle anzusteuern. Spannend geht es am östlichen Eingang des Gartens zu, dort liegt nämlich die sogenannte Eisbachwelle, eine künstliche Stromschnelle. Dass man hier nicht in den reißenden Bach hineinsteigen sollte, erklärt neben dem Hausverstand auch ein Verbotsschild – das hält aber einige Wagemutige nicht davon ab, sich mit dem Surfbrett in die Fluten zu stürzen. Mittlerweile steht dieses Ereignis sogar schon in den meisten Reiseführern und ist ein wahrer Touristenmagnet.

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Blick vom Olympiaturm auf das Olympiagelände in München

Ein Olympiagelände für alle

Eine weitere Grünoase liegt mit dem Olympiapark im Norden der Stadt (U-Bahn U3 bis Station Olympiapark). Er wurde 1972 anlässlich der Olympischen Spiele angelegt und beherbergt mit dem Olympiastadion, der Olympiaschwimmhalle und dem Olympiaturm wichtige Bauwerke. Der Kleine und Große Olympiasee in der Mitte des Areals sind tolle Orte, um die Seele baumeln zu lassen. Ich empfehle euch zum Sonnenuntergang zu kommen und mit dem Aufzug auf den 291 Meter hohen Olympiaturm hinaufzudüsen (EUR 7,-) – der Ausblick von der Aussichtsplattform in 190 Metern Höhe ist überwältigend! Durch seine lange Öffnungszeit bis 24 Uhr ist es für Fotografen problemlos möglich, Abendaufnahmen der Stadt anzufertigen. Einen perfekten Blick hat man einerseits in das Olympiastadion, das seit der 2005 erfolgten Eröffnung des Fußballstadions Allianz Arena nur noch für Veranstaltungen und Konzerte genutzt wird.

BMW mit futuristischem Bau

Andererseits sieht man auch sehr gut auf die BMW Welt. Dieses architektonische Gustostückerl des österreichischen Architekturbüros Coop Himmelb(l)au wurde 2007 eröffnet und ist eine Kombination aus Schauraum, Autoauslieferungsstätte und Museum. Während man die BMW Welt kostenlos besichtigen kann (sie ist innen nicht übermäßig spannend), müssen für das Museum stolze 10 Euro Eintritt berappt werden. Es zahlt sich aber dennoch aus, alleine die Innenarchitektur des Museums ist futuristisch und sehr sehenswert. Es werden übrigens auch Führungen durch das angrenzende BMW-Werk durchgeführt – nachdem diese aber immer Monate im Voraus ausgebucht sind und nur unter der Woche angeboten werden, ist mir eine Teilnahme bis heute noch nicht gelungen. Alle Infos zur BMW Welt, dem BMW Museum und den Führungen gibt es auf der Seite bmw-welt.com)

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Für Aufnahmen vom Olympiaturm benötigt ihr neben einem Weitwinkel- auch unbedingt ein Teleobjektiv, da die Münchner Innenstadt schon ein schönes Stück entfernt ist. Mit etwas Kreativität kann man seine Kamera auf dem Geländervorsprung fixieren (sicherheitshalber trotzdem immer festhalten oder den Gurt um die Hand binden!) und Langzeitbelichtungen durchführen. Obwohl ich bis zu 30 Sekunden belichtet habe, ist keine Bewegungsunschärfe auf den Bildern zu erkennen – der Turm steht also wirklich stabil. 😉

Die BMW-Welt ist durch ihre enorm prägnante Architektur natürlich ein tolles Fotomotiv. Am besten lässt sie sich vom Fußgängersteg über den Georg-Brauchle-Ring ablichten, da man von diesem Standpunkt aus auch den BMW-Vierzylinder und die leuchtenden Fahrspuren der Autos mit auf das Bild bekommt.

 


Außenansicht der Allianz Arena in München

Film- und Fußballfans aufgepasst!

Ziemlich weit im Süden und somit etwas aus den Augen der Touristen steht die Bavaria Filmstadt München (Straßenbahn 25 bis zur Station Grünwald, Bavariafilmplatz). Der Besuch macht nur Sinn, wenn man mehrere Stunden zur Verfügung hat – dann hat man aber richtig Spaß. In einer Führung blickt man unter anderem hinter die Originalkulissen der Kultfilme „Die unendliche Geschichte“ und „Das Boot“. Dabei ist sogar ein Durchqueren des U-Boots möglich, wobei der ein oder andere wohl klaustrophobische Gefühle bekommen wird. 😉 Den Werken des deutschen Schauspielers und Regisseurs Michael Bully Herbig wird mit dem Bullyversum Rechnung getragen, dieses war zum Zeitpunkt meines letzten, lange zurückliegenden Besuchs aber noch nicht einmal in Planung. Ein 4-D-Kino rundet das Angebot gebührend ab. Will man alle Attraktionen erleben, zahlt man EUR 27,50 (EUR 25,- bei Onlinebuchung). An seinem Geburtstag kommt man mit Ausweis sogar kostenlos hinein, eine super Sache! Alle weiteren Infos findet ihr auf der Seite filmstadt.de.

Ein Stadion für erfolgsverwöhnte Fans

Für Fußballfans ist eine Führung in der Allianz Arena sicherlich obligatorisch. 😉 Das mittlerweile 75.000 Plätze fassende Stadion des FC Bayern München – und bis vor kurzem auch des kleineren Stadtrivalen TSV 1860 München – steht an der Endstation der U-Bahn U6 in Fröttmaning und damit knapp außerhalb der Tarifzone, wodurch ein zusätzliches Ticket notwendig wird. Stadiontouren finden fast täglich statt und bieten tolle Blicke in das Stadioninnere sowie die normalerweise nicht öffentlich zugänglichen Bereiche. Erkundigt euch am besten vorab auf der Seite allianz-arena.com, wann eine Führung angeboten wird.

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ALLGEMEINE TIPPS

Der Flughafen München „Franz Josef Strauß“ befindet sich rund 30 Kilometer nordöstlich der Stadt und ist vom Hauptbahnhof mit den S-Bahn-Linien S1 und S8 in ca. 40 Minuten zu erreichen. Die beiden Linien fahren den Flughafen aus unterschiedlichen Richtungen an, also je nach Lage eurer Unterkunft kann die eine oder andere die bessere Wahl sein. Eine Einzelfahrt ist mit EUR 11,20 ganz schön teuer – nehmt euch als Fahrschein besser gleich das Single-Tageskarte für den Gesamtraum um EUR 12,80 oder wenn ihr eine Gruppe von 2-5 Personen seid, die Gruppen-Tageskarte (Gesamtraum) um EUR 23,90. Damit könnt ihr dann in der Stadt München auch gleich alle Linien benützen.

Der öffentliche Verkehr in der Stadt selbst ist sehr effizient, einzig die Intervalle empfinde ich als zu groß – gerade bei der U-Bahn ist das merklich spürbar! Da sich eine Single-Tageskarte (Innenraum) bereits ab der dritten Fahr rentiert, nehme ich eigentlich immer eine solche um EUR 6,60 (3 Tage EUR 16,50) bzw. eine Gruppen-Tageskarte (Innenraum) um EUR 12,60 (3 Tage EUR 29,10), wenn ich mit mehreren Personen vor Ort bin. Netzpläne findet ihr auf der Seite http://www.mvv-muenchen.de/de/netz-bahnhoefe/netzplaene/index.html, am nützlichsten finde ich dabei die Pläne Schnellbahnnetz (alle U- und S-Bahnen), Schnellbahnnetz mit Tram und ExpressBus sowie Tramnetz München.

Die U-Bahn-Stationen sind teilweise richtige Kunstwerke und verdienen sich fast einen eigenen Besuch. Wer fotografisch interessiert ist, kommt aber nicht drumherum, diese Stationen anzufahren: Marienplatz (U3/U6), Olympia-Einkaufszentrum (U1/U3), Georg-Brauchle-Ring (U1), Westfriedhof (U1) und Candidplatz (U1). Achtet aber darauf, dass Fotografieren mit Stativ verboten bzw. nur mit Genehmigung möglich ist.

Vom Essen her wird in München zwar international aufgetischt – und die Vielfalt ist dabei wirklich enorm. Trotzdem konzentriere ich mich bei meinen Besuchen eher mehr auf die lokale bayerische Küche. Der bereits im Artikel erwähnte Biergarten beim Chinesischen Turm im Englischen Garten bietet für ein Selbstbedienungslokal sehr gute Küche, hervorheben möchte ich den Steckerlfisch (nur bei regem Betrieb) und mein geliebtes, saftiges Grillhendl. 😉 Im Hofbräuhaus ist die Küche ausgezeichnet, probiert habe ich neben Weißwürsten auch schon Spareribs, Spanferkel und Bierbratl – alles empfehlenswert. Am Viktualienmarkt bietet es sich immer an, einen kleinen Snack wie eine Leberkässemmel (das können die Bayern!) oder Rostbratwürstchen im Brötchen zu probieren.

Wollt ihr einen wirklich verdammt guten Kaffee trinken? Dann ab zur Kafferösterei am Viktualienmarkt! Und bestellt euch dazu am besten den kleinen süßen Snack Florentiner. Als zweite Empfehlung sei das Tram Café in der Wredestraße 10 bei der Hackerbrücke genannt. In einem kleinen Straßenbahnwaggon – inspiriert von Waggons aus der Jahrhundertwende in San Francisco – kann man hier ebenfalls exzellenten Kaffee und dazu verschiedene Crêpes genießen.

Falls ihr im Artikel das Oktoberfest vermisst: ich war noch nie dort, werde das allerdings im Herbst 2017 nachholen und euch dann in einem eigenen Artikel darüber berichten!

 

FAZIT

München, i hob di oafoch gern! Seit Jahren komme ich gerne zurück in diese fantastische Stadt und genieße dort meine Maß in einem der zahlreichen Biergärten, hole mir eine frisch gebackene Brezn zu einem Grillhendl und beobachte einfach das unaufgeregte Treiben rund um mich herum. Ob man in der Wiese des Englischen Gartens oder am See im Olympiapark liegt – auf jeden Fall kommt man herunter und fühlt sich wie im Urlaub. Und wenn es doch einmal etwas Kultur sein soll, dann hat man als Besucher die Qual der Wahl zwischen einer Vielzahl an Angeboten für jeden Geschmack. Mal sehen, wohin es mich beim nächsten Mal in München verschlägt! 🙂

 

2 Kommentare

  1. Wow! Was für ein toller Beitrag! Ich seh schon, du musst hierher ziehen 😉 Dann können wir öfter zusammen losziehen. Wobei Wien auch sooooo unfassbar schön ist!

    1. Danke Pia!
      Ach, so schön München und Umgebung auch ist – aus Wien will ich trotzdem nicht weg. 😉

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