14 Tage Schottland: Zwischen Kultur und Natur

Eilean Donan Castle in Schottland

Ein lange gehegter Traum ging für mich im Sommer 2017 in Erfüllung: Zwei Wochen Schottland! Die Vorfreude auf grandiose Naturerlebnisse, spannende Städte, freundliche Menschen, köstliche Gerichte und einsame Orte war riesig – und ich wurde nicht enttäuscht. Begleitet mich in diesem Artikel auf der Reise und erfahrt mehr zu den sehr abwechslungsreichen Momenten dieser Tour!

Schottland? Da kommen mir immer sofort drei Gedanken in den Kopf: Sean Connery, der Film „Trainspotting“ und atemberaubend schöne Landschaften. Über die letzten Jahre wurde meine Fantasie durch Fotos im Internet mehr und mehr angeregt und der Wunsch, dieses Land einmal selbst mit eigenen Augen zu sehen, immer größer. Natürlich benötigt man für eine derartige Reise etwas mehr Zeit als ein Wochenende, wodurch Schottland irgendwie nie in die Urlaubsplanungen hineingepasst hat. Bei einer Flasche guten Weins war es Ende 2016 dann aber soweit und meine Freundin fasste gemeinsam mit mir den Entschluss, eine Rundreise durch einen Teil des Landes zu machen. Als Zeitrahmen hätte ich mir drei Wochen gewünscht, doch durch bestimmte Umstände und Termine wurden es schlussendlich exakt 14 Tage – aber auch in dieser Zeitspanne kann man schon sehr viel erkunden! Außerdem lässt es Raum für eine Rückkehr. 🙂

Zwei Wochen durch Schottland

Dies ist der zweite von sechs Blogartikeln zu meiner Schottland-Rundreise 2017. Er behandelt chronologisch alle 14 Tage der Reiseroute mit Berichten zu Sehenswürdigkeiten, gewählten Unterkünften und Restauranttipps. In den weiteren Artikel gehe ich gesondert auf die Großstädte Glasgow sowie Edinburgh und die größte Insel der Inneren Hebriden, die Isle of Skye, ein – zu diesen drei Orten habe ich euch der Übersicht halber bereits in diesem Beitrag Informationen zu den Unterkünften hinzugefügt, um alle gesammelt an einem Ort zu finden. Ein eigener Beitrag widmet sich der generellen Planung und Organisation einer Reise nach Schottland.

Reiseroute für 14 Tage Schottland

 

Die Reise im Überblick

Als Ausgangs- und Endpunkt war die Hauptstadt Edinburgh durch den möglichen Direktflug von Wien natürlich schnell fixiert. Vom Flughafen aus ging es per Bus direkt für zwei Nächte in das nur eine Stunde entfernte Glasgow. Anschließend über denselben Weg zurück zum Flughafen Edinburgh, um dort das Mietauto für zehn Tage entgegenzunehmen. Am Programm stand mit der berühmten Panoramastraße North Coast 500 eine überaus attraktive Strecke! Über Inverness brachte uns die Fahrt an die Nordostspitze zu John o’ Groats und den bizarren Felsen Stacks of Duncansby, anschließend der Küste entlang in Richtung Highlands mit landschaftlich sehr wechselhaften Ansichten und vielen Highlights in allen Belangen – gleich mehr dazu!

Vom Hochland ging es auf die Isle of Skye, die wir mit vier Nächten ausgiebig erkunden konnten. Die letzte Etappe führte meine Freundin und mich dann zum aus den Harry-Potter-Filmen bekannten Glenfinnan-Viadukt, in das zauberhafte Tal von Glen Coe und über das technische Meisterwerk Falkirk Wheel wieder zurück zum Flughafen Edinburgh. Mit der Straßenbahn waren wir dann rasch in der Stadt, um dort noch die letzten drei Nächte zu verbringen. Aber gehen wir die Reise nun der Reihe nach durch. 🙂

Weitere Artikel zu meiner Schottland-Reise

14 Tage Schottland in 14 Bildern

14 Tage Schottland: Zwischen Kultur und Natur

Der raue Charme von Glasgow

Isle of Skye: 10 Orte, die du sehen musst (folgt demnächst)

Edinburgh: Eine Stadt als Gesamtkunstwerk (folgt demnächst)

14 Tage Schottland: Planung und Organisation (folgt demnächst)

 


Finnieston Crane und Clyde Arc in Glasgow

Tag 1-3: Glasgow

FAKTEN

Aufenthalt: 01. bis 03. Juli 2017
Anreise: Mit easyJet vom Flughafen Wien-Schwechat nach Edinburgh Airport (2:30 h), danach direkte Weiterfahrt mit dem Citylink-Bus nach Glasgow Buchanan Bus Station (1:00 h)
Unterkunft: citizenM Glasgow Hotel **** (60 Renfrew St, Glasgow G2 3BW, Webseite): Neues und sehr trendiges Hotel unweit des Busbahnhofs. Gewöhnungsbedürftiger Self-Check-in mit Unterstützung von freundlichem Personal. Die Zimmer sind relativ klein, aber mit optimaler Raumaufteilung und sehr modernem Lichtkonzept. Mich hat der Raum etwas an ein Hostel-Zimmer für zwei Personen erinnert, allerdings weitaus schöner und bequemer. Das Bad ist eine Art Nasszelle mit WC und Dusche, trotzdem unglaublich komfortabel. Die Dusche selbst war traumhaft, dazu gibt es zwei verschiedene Shampoos für Tag- und Nachtmenschen, eine nette Idee! Über ein iPad steuert man alle elektronischen Geräte im Zimmer wie Licht, TV oder die Rollo. Das kostenlose WLAN war schnell, dazu gibt es eine unglaublich riesige Anzahl an (auch aktuellen) Filmen. Das große Fenster neben dem bequemen Bett ließ sich leider nicht öffnen, dazu konnte man auch die Klimaanlage nicht ausschalten. Zumindest gab es einen Vorhang vor der Klimaanlage, damit man im Bett nicht direkt vom Zug getroffen wird. Die Hotelbereiche sind sehr einladend, leider hatten wir keine Zeit für einen Besuch an der Bar. Das Frühstück haben wir nicht gebucht. Für das Hotel gibt es von mir jedenfalls eine klare Weiterempfehlung.

HINWEIS

Meinen Aufenthalt in Glasgow habe ich in einen eigenen Artikel ausgelagert, da es dazu eine Menge zu erzählen gibt! Den Beitrag dazu könnt ihr hier lesen: Der raue Charme von Glasgow

 


Mit dem Auto Richtung Norden

Nachdem wir die Hälfte des dritten Tags noch in Glasgow verbrachten, sind wir erst gegen 14 Uhr mit dem Bus zurück zum Flughafen nach Edinburgh gefahren. Um 15:30 Uhr konnten wir dann nach kurzer Wartezeit am Mietwagenstand von Hertz unseren weißen Vauxhall Corsa entgegennehmen. Das Übernahmegespräch davor war wie immer gespickt mit Versuchen, meiner Freundin und mir alle möglichen Zusatzleistungen anzudrehen. Mehr Details dazu und welches Angebot wir eigentlich gebucht haben, bespreche ich im letzten Teil meiner Schottland-Artikel – sobald dieser online ist, verlinke ich ihn hier natürlich! Jedenfalls ging es dann los mit der Fahrt in Richtung Inverness. Zuerst musste ich mich einmal an den Linksverkehr und die großteils verkehrte Bedienung des Fahrzeugs gewöhnen, was aber recht schnell gelingen sollte.

Der erste Zwischenstopp war mit der sehenswerten Forth Bridge nur eine halbe Stunde entfernt. Dort wären wir gerne noch etwas länger geblieben, aber vor uns lagen noch rund drei Stunden Fahrt und das Wissen, nicht später als 21 Uhr in der Unterkunft eintreffen zu müssen. Solche Umstände mag ich wirklich gar nicht, aber gut … eines kann ich gleich vorwegnehmen: in den zehn Tagen Mietwagenleihe sollte es zum Glück nur noch einen Tag geben, der ähnlich stressig wird, nämlich der letzte durch die zeitlich festgelegte Rückgabe des Autos.

Nach einer problemlosen Fahrt über die Autobahn A9 kamen wir schließlich gegen 20:45 Uhr am Ziel in Inverness an. Nach einem kurzen Abendspaziergang und etwas zu essen führte uns der nächste Tag dann zuerst zum Urqhart Castle am berühmten Loch Ness und anschließend zu den Rogie Falls. Dort haben wir erstmals auf der Reise unsere Wanderschuhe angelegt und eine schöne, leichte Wanderung zu den tollen Wasserfällen gemacht. Die Weiterfahrt in Richtung Thurso, unserem nächsten Zwischenstopp, wurde dann durch ein Picknick am Strand mit Fish  & Chips noch zu einem besonderen Erlebnis. Nun aber die Details zu den einzelnen Punkten!

Inverness Castle

Tag 3-4: Inverness

FAKTEN

Aufenthalt: 03. bis 04. Juli 2017
Anreise: Von Glasgow Buchanan Bus Station mit dem Citylink-Bus nach Edinburgh Airport (1:00 h), von dort mit dem Mietauto nach Inverness (ca. 3:15 h)
Distanz: 155 Meilen (250 Kilometer)
Unterkunft: Drumdale Bed and Breakfast (7 Kenneth St, Inverness IV3 5NR, Webseite): Ruhig gelegene Privatpension, gut mit dem Auto zu erreichen und mit eigenem abgesperrten Parkplatz im Innenhof. Die Gastgeberin Julie ist sehr nett, aber auch äußerst bestimmend – sie macht eben klipp und klar, was sie von ihren Gästen im eigenen Heim erwartet. Unser Zimmer war klein mit einem sehr engen Doppelbett, da war Kuscheln die einzige Option. 😉 Das WLAN war schnell und stabil. Für das typisch schottische Frühstück füllt man am Vorabend ein kleines Formular aus, was man will und was man nicht gerne isst. Die Qualität des reichhaltigen Frühstücks war ausgezeichnet – und das sage ich, obwohl ich kein großer Fan des Scottish Breakfast bin. Erwähnenswert finde ich noch, dass Julie uns das Restaurant „Encore une fois“ empfohlen hat, wo man als Gast des Drumdale Bed an Breakfast 20 Prozent Rabatt auf die Speisen erhält. Die Pension kann ich ganz klar weiterempfehlen!

Forth Bridge in Schottland

Das Wunderbauwerk Forth Bridge

Als erste Pause auf dem Weg vom Flughafen Edinburgh nach Inverness stand wie erwähnt die Forth Bridge am Programm. Die Eisenbahnbrücke überspannt den Meeresarm Firth of Forth und liegt in der Kleinstadt South Queensferry unweit von Edinburgh. Die rote Brücke ist 2.523 Meter lang und ein wahres Monster, wenn man davor steht. Vor allem wenn Züge das Bauwerk überqueren, bemerkt man den Größenunterschied ganz extrem – die Eisenbahn wirkt dann wie ein Modell. Ganze sieben Jahre hat der Bau gedauert, bevor im März 1890 die Eröffnung stattfand. Die Forth Bridge ist aber nur eine von drei Brücken an diesem Ort. In der Mitte steht die Autobrücke Forth Road Bridge, die wir später selbst überquert haben. Nachdem an den Tragseilen aber schon vor vielen Jahren Abnutzungserscheinungen bemerkt wurden und die Brücke im Dezember 2015 sogar für drei Wochen gesperrt werden musste, stand der Bau einer dritten Brücke am Programm.

Die Inbetriebnahme der Schrägseilbrücke namens Queensferry Crossing erfolgte nur zwei Monate nach meinem Besuch im September 2017. Nun stehen also diese drei Brücken nebeneinander und ergeben ein wahrlich imposantes Gesamtbild. Wie gern hätte ich mehr Zeit gehabt und mehrere Perspektiven für Fotos ausprobiert! Ein kleiner Tipp noch: wenn ihr gerade bei Ebbe vor Ort seid, dann geht an den Strand unter der Forth Bridge. Dort liegen jede Menge schöne kleine Muscheln herum, die sich ideal als Andenken eignen.

Fotospots

Es gibt in South Queensferry vier Parkplätze, die im Grunde alle gut situiert sind und von denen man sehr gute Bilder der Brücken machen kann. Ich habe einen Platz auf dem großen Parkplatz direkt bei der Forth Bridge ergattert (GPS-Koordinaten), weitere befinden sich im Zentrum (wenige Plätze, GPS-Koordinaten), beim Parkplatz The Binks (GPS-Koordinaten) und beim Einkaufszentrum (GPS-Koordinaten).

 

Erster Zwischenstopp in Inverness

In Schottland geht die Sonne während der Sommermonate sehr spät unter, wodurch die Autofahrt nach Inverness noch bei Tageslicht möglich war. Um kurz vor 21 Uhr kamen wir in der Unterkunft an und starteten nach einer Erfrischung einen kurzen Spaziergang. Durch Hunger und Müdigkeit wollten meine Freundin und ich aber keine Sightseeingtour im Dunklen durchführen, weswegen wir nur schnell den Blick auf das Inverness Castle und die Old High Church im Sonnenuntergang wagten. Danach ging es in das pub-ähnliche Restaurant „Encore une fois“, das ich wirklich weiterempfehlen möchte! Das Lokal war ein Tipp unserer Gastgeberin Julie, die mit dem Restaurant eine Kooperation laufen hat, was uns 20 Prozent Rabatt auf die Speisen brachte. Die Qualität war ausgezeichnet und ein großartiger Einstieg unserer Reise in das Landesinnere. Meine Freundin probierte Haggis und ich eine Lammhaxe – beides ein Traum! Nach zwei Pint lokalen Biers war dann aber der wohlverdiente Schlaf angesagt.

Fotospots

 

Loch Ness und Urquhart Castle

Nach einem ausgiebigen Frühstück stand einer der berühmtesten Seen der Welt am Programm: Loch Ness. Wir waren von diversen Berichten bereits darauf eingestellt, dass die Sache eher unspektakulär werden wird, da Loch Ness von keiner wirklich außergewöhnlichen Landschaft umklammert ist. Auch das Seemonster wollte sich nicht zeigen. 😉 Um dem ganzen etwas mehr Pepp zu verleihen, haben wir den See mit dem Urquhart Castle (Webseite) kombiniert, was doch ganz interessant war. Zur Besuchszeit zu Mittag war es schon etwas schwierig, einen Parkplatz zu finden – der Andrang ist recht groß. Schottland ist ja geradezu überhäuft mit Burgen und Schlössern, meine Freundin und ich sind aber nicht so fasziniert davon. Dennoch habe ich den Rundgang um GBP 9,- (EUR 9,80) nicht bereut, alleine die entstandenen Fotos sind den Eintritt wert. Inkludiert ist dabei auch ein kurzer Film über die Geschichte des Urquhart Castle, der mit einem großen Ohooo-Effekt endet – mehr will ich euch aber nicht verraten. 🙂

Fotospots

Ohne den Eintrittspreis zu bezahlen ist es leider vor Ort nicht möglich, einen Blick auf das Urquhart Castle zu erhaschen – das wäre nur von der anderen Seite von Loch Ness möglich.

 

Wandern zu den Rogie Falls

Unsere erste Wanderung durch die schottische Natur unternahmen wir bei den Rogie Falls. Die Wasserfälle befinden sich vom Parkplatz neben der A835 nicht weit entfernt und sind sehr einfach anzusteuern. Nach einem kurzen breiten Pfad durch den Wald hält man sich an einer Abzweigung links, um die „große“ Runde (1,5 km) zu gehen, was ich euch empfehlen würde. Der Waldweg ist traumhaft, man hört das Wasser rauschen und die Vögel singen. Große flache Steine laden an einer Stelle am Waldrand auch dazu ein, sich einfach mal daraufzulegen und die Luft aufzusaugen. Nach wenigen Minuten gelangt man auch schon an den Fluss Black Water, der seinem Namen alle Ehre macht und eine außergewöhnlich dunkle Farbe an den Tag legt. Das Rauschen wird dann schnell lauter und man kommt zur Hängebrücke über den Fluss, von wo aus man den besten Blick auf die Rogie Falls hat. Der Rückweg fädelt sich dann übrigens nach kurzer Zeit wieder in den ursprünglichen breiten Pfad ein, sodass man für die gesamte Wanderung nur rund eine Stunde einplanen muss.

Fotospots

Auf der Hängebrücke ist es durch die Bewegungen natürlich schwer, mit einem Stativ zu arbeiten. Alternativ gibt es aber auch links neben und rechts unter der Brücke noch Positionen, die sehr gute Perspektiven auf die Wasserfälle ermöglichen.

 

Fish & Chips direkt am Meer

Die Zeit vergeht auf so einer Reise wie im Flug, das könnt ihr euch wahrscheinlich gut vorstellen. Nach den Rogie Falls war es deshalb auch schon wieder notwendig, uns Richtung Unterkunft aufzumachen, die in Thurso im äußersten Nordosten des Festlandes liegt. Meine Freundin hatte während der Fahrt eine fixe Idee im Kopf, die nicht mehr weichen wollte: Fish & Chips vom Kiosk in einer kleinen Ortschaft direkt am Meer essen. Ich war etwas skeptisch, was die Erfüllung dieses Wunsches anbelangte. Aber gut, was soll ich sagen? Beim Durchfahren der kleinen Ortschaft Golspie fiel uns an der Hauptstraße ein kleiner Kiosk mit der Aufschrift „Fish & Chips“ auf (Trawler Restaurant, Adresse: Main St, Golspie KW10 6TG). Dort lachte uns schon jede Menge gebackener Fisch entgegen und wir bestellten gleich zwei Portionen. Nur wenige Meter entfernt setzten wir uns an den Strand und genossen die fette, aber köstliche Mahlzeit mit Blick auf das Meer. Bewacht wurden wir dabei von Möwen, die unter Dauergemecker immer näher kamen und unseren Fisch erschnorren wollten. 😉

Fotospots

 


Duncansby Stacks in Schottland

Tag 4-5: Thurso

FAKTEN

Aufenthalt: 04. bis 05. Juli 2017
Anreise: Mit dem Mietauto von Inverness nach Thurso (ca. 2:30 h)
Distanz: 110 Meilen (177 Kilometer)
Unterkunft: Royal Hotel *** (Traill St, Thurso KW14 8EH, Webseite): Die dritte Unterkunft auf unserer Schottland-Reise hat leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Königlich ist nur der Name des Hotels! Die Lage mitten im Zentrum von Thurso ist sehr gut, allerdings gibt es nur einen relativ kleinen Parkplatz, der bald voll ist – wir sind mit dem Auto schon etwas illegal gestanden. Das gesamte Hotel ist völlig altmodisch, schmuddelig und scheinbar in der Vergangenheit steckengeblieben. Der Weg zu unserem Zimmer ging über mehrere Treppen auf- und abwärts, zusätzlich mussten noch drei Feuerschutztüren (aus Holz und nach innen zu öffnen!) durchquert werden. Das Zimmer war prinzipiell in Ordnung, die Betten sogar bequem. Allerdings mussten wir erst an der Rezeption erfragen, wie sich die Dusche aktivieren lässt (sehr kräftig an einer Schnur ziehen!). Extrem mühsam war das WLAN, in das man sich mit einem langen und komplizierten Benutzernamen sowie Passwort einloggen und diesen Schritt nach einigen Minuten Inaktivität wiederholen musste. Immerhin hat es aber stabil und halbwegs schnell funktioniert. Das Frühstück war die einzige positive Erscheinung – mit Ausnahme des Kaffees, der diesen Namen nicht einmal ansatzweise verdient. Ich rate von diesem Hotel ganz klar ab, außer ihr findet nichts anderes in der Umgebung.

Die Ankunft in Thurso war von leichter Ernüchterung geprägt. Erstens fanden wir auf dem hoteleigenen Parkplatz keinen legalen Stellplatz mehr, zweitens enttäuschte das Hotel selbst ganz extrem, wie ihr schon in meiner Beschreibung oben gelesen habt. Und drittens fühlte ich mich zunehmend schlechter – so gut die Fish & Chips auch waren, das viele Fett hat mein Magen wohl nicht so toll gefunden. Nachdem wir aber noch eine späte Tour zum Duncansby Head in Planung hatten, half nur noch ein natürliches Wundermittel: Ananas! In einem Supermarkt in Thurso wurde ich fündig und nahm langsam die süße Frucht zu mir. Und siehe da, nach einer Stunde war meine Übelkeit tatsächlich soweit abgeklungen, dass wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang aufbrechen konnten. Darüber nun mehr im nächsten Absatz.

Duncansby Head Lighthouse

Duncansby Head an der Nordostspitze

Von Thurso benötigt man ca. eine halbe Stunde zum Parkplatz vom Duncansby Head Lighthouse, der an der äußersten Nordostspitze des schottischen Festlandes steht. Auf der Fahrt kam ich erstmals mit einer einspurigen Straße, einer sogenannten Single Track Road, in Berührung. Gleich vorweg: diese Straßen sind völlig harmlos und machen auf Dauer sogar Spaß, dazu aber in einem anderen Artikel mehr. Die nächste Premiere gab es dann kurz vor dem Ziel, als mehrere Schafe den Weg versperrten und erst weggehen wollten, als meine Freundin aus dem Auto ausstieg. Beim Leuchtturm angekommen ging die Sonne auch schon unter und nur wenige andere Menschen genossen diesen magischen Moment. Mit Wanderschuhen ausgerüstet machten wir uns dann gegen 22:30 Uhr über einen Wiesenpfad auf zu den bizarren Duncansby Stacks. Diese drei Felsen stehen als majestätische Formation im Meer und erzeugen beim Betrachter wirklich Demut. Das Licht war unglaublich speziell: von der einen Seite leuchtete uns der Mond entgegen, von der anderen Seite die kräftigen Farben der Dämmerung. Unterwegs haben wir auch ein paar Papageientaucher entdeckt, die aber leider sehr weit weg auf einem Felsvorsprung nisteten. Um kurz vor Mitternacht ging unser Tag dann vor Ort zu Ende und wir machten uns wieder zurück auf den Weg zum Hotel, wo wir um kurz vor 1 Uhr früh ins Bett fielen.

Fotospots

Vom Leuchtturm geht man rund 400 Meter über einen Pfad entlang der Steilküste und kommt dann zu einem Vorsprung, von dem aus man die Duncansby Stacks ideal fotografieren kann.

 

Abenteuer in der Smoo Cave

Tag 5 war zuerst geprägt von einer zweistündigen Fahrt durch die nördlichen Highlands in Richtung Westen. Dabei präsentierten sich uns die wunderbare Landschaft und einsame Telefonzellen, mir liefen Schafe vor das Auto und eine Möwe wollte unseren Wagen in Beschlag nehmen. 😉 Das Ziel war die Smoo Cave, eine über Tausende Jahre natürlich entstandene Eiszeithöhle. Schon der Zugang ist spektakulär und atemberaubend! In der Kalksteinhöhle kann man ein kleines Stück hineingehen und den Wasserfall ansehen, der vom darüberliegenden Bach durch ein Loch in die Höhle stürzt. Während meines Besuchs war schönes Wetter und dadurch nur ein Rinnsal sichtbar, aber in einem Video auf Youtube kann man sehen, wie reißend der Wasserfall bei Schlechtwetter werden kann. Gegen eine kleine Gebühr von GBP 5,- (EUR 5,50) ist es sogar möglich, eine Tour mit einem Höhlenforscher zu machen, was meine Freundin und ich mit Freude in Anspruch genommen haben. Mit einem Schlauchboot gleitet man ganz nahe an den Wasserfall heran und fährt dann in eine zweite Höhle weiter. Dort geht es zu Fuß ein weiteres Stück in das Innere zu einem mit Wasser gefüllten Loch. Dieses stellt den unterirdischen Zugang zu einem weiteren – noch zu erforschenden – Höhlenraum dar, erklärte uns der schrullig wirkende Guide. Die ganze Führung dauert rund 30 Minuten und sollte ein Fixpunkt bei einem Besuch sein! Nur bei sehr regnerischem Wetter kann es sein, dass der Zutritt zur Höhle aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist, da der hintere Raum schnell überflutet wird.

Fotospots

 

Der perfekte Strand: Durness Beach

Nach der Höhlenbesichtigung mussten wir dann dringend etwas essen, was sich als gar nicht so einfach erwiesen hat. Nach etwas Recherche fanden wir im Smoo Cave Hotel aber etwas Warmes zum Beißen: Filet vom Lachs und Kabeljau mit frischem Gemüse und Erdäpfeln, exzellente Energiezufuhr! Anschließend fuhren wir zum nur wenige Kilometer entfernten Durness Beach, wo mit der Bucht Sango Bay eine traumhafte Szenerie existiert. Das Wetter war bedeckt mit einigen Regentropfen, was dem Strand mit seinen dunklen Felsen eine mystische Stimmung verlieh. Ich fand dies eigentlich direkt besser und spannender als Sonne und blauen Himmel! Leute waren auch nur wenige anwesend, was dem ganzen einen zusätzlichen Reiz gab (einige Wagemutige haben sich sogar in die kalten Fluten gewagt). Durch die Müdigkeit angetrieben begaben wir uns dann aber zu unserem nächsten Gästehaus nach Rhiconich und gönnten uns dort im nahegelegenden Rhiconich Hotel noch einen Absacker.

Fotospots

 


Dramatische Landschaft in Schottland

Tag 5-6: Rhiconich

FAKTEN

Aufenthalt: 05. bis 06. Juli 2017
Anreise: Mit dem Mietauto von Thurso nach Rhiconich (ca. 2:30 h)
Distanz: 85 Meilen (137 Kilometer)
Unterkunft: Ardbeg Guest House (): Auf der Suche nach einer halbwegs preiswerten Unterkunft als Zwischenstopp für eine Nacht haben wir über Airbnb das Ardbeg Gästehaus gewählt. Das Einfamilienhaus mit mehreren Gästezimmern liegt zwar neben einer Hauptstraße, dennoch hört man nicht ein Auto. Unser Zimmer war liebevoll eingerichtet mit einem sichtlich neuen Badezimmer und einem großartig bequemen Bett. Das WLAN hat leider durchgehend schwach oder gar nicht funktioniert. Das schmackhafte Frühstück nimmt man im Wohnzimmer ein und hat dabei einen wundervollen Blick auf die Landschaft rundherum. Fünf Minuten zu Fuß entfernt liegt das Rhiconich Hotel, in dem man auch als Nicht-Hotelgast Essen und an der Bar einen Absacker einnehmen kann. Das Gästehaus könnt ihr bedenkenlos buchen, klare Weiterempfehlung!

Für Tag 6 stand eigentlich nur ein großer Punkt auf dem Programm. Meine Freundin setzte sich schon viele Wochen vor der eigentlichen Reise energisch für den Besuch der unbewohnten Insel Handa Island an der Westküste der Highlands ein. Dort leben und brüten nämlich hunderttausende Vögel – darunter auch die putzigen Papageientaucher – was für einen Naturliebhaber natürlich ein absolutes Paradies darstellt. Nach anfänglicher Skepsis meinerseits, ob sich diese Tour zeitlich ausgehen würde, haben wir uns aber auf die Fahrt dorthin geeinigt – zum Glück!

Papageientaucher auf Handa Island in Schottland

Handa Island – ein Paradies für Naturliebhaber

Mit dem Auto ging es recht flott von unserer letzten Unterkunft über eine normale Straße und das letzte Stück über eine enge sowie hügelige Single Track Road in Richtung der Bootsanlegestelle. Diese Anfahrt alleine war in der wildromantischen Landschaft und dem mystischen Wetter mit tiefen Wolken schon ein großes Erlebnis! Der Ausgangspunkt für eine Besichtigung der Insel liegt in Tarbet (GPS-Koordinaten), wo man neben dem Parkplatz einen kleinen Kiosk findet, an dem man die Tickets besorgt. Eine Hin- und Rückfahrt mit dem kleinen Speedboot kostet pro Person GBP 12,50 (EUR 13,70), was ein absolut fairer Preis ist. Von 9 bis 14 Uhr kann man überlegen, die letzte Rückfahrt findet um 17 Uhr statt. Alle Infos dazu findet ihr auf der Webseite handa-ferry.com. Wir waren gleich in der Früh vor Ort und mussten wegen des zwar trockenen, aber doch recht regnerisch wirkenden Wetters noch gut 45 Minuten warten, bis endlich genügend Besucher ankamen, um die Fahrt mit dem Boot für den Betreiber auch finanziell zu rechtfertigen.

Nach nur wenigen Minuten erreicht man einen schönen Sandstrand und wird von Park Rangers empfangen, die einen zu einer kleinen Schutzhütte führen. Dort erhält man eine kurze Einführung, was es auf der Insel alles zu entdecken gibt, welche Vogelarten gerade vor Ort sind und auf was man als Besucher Acht geben muss. Danach ist jeder auf sich selbst gestellt und kann die 6,5 Kilometer lange Erkundungsrunde rund um die Insel in Angriff nehmen. Als Anhaltspunkt für euch: meine Freundin und ich haben für diese Distanz und oftmaligen Schau- und Fotografiepausen rund dreieinhalb Stunden benötigt. Der Weg ist außergewöhnlich schön und führt durch Wiesen, über Holzstege und entlang der Klippen. An der Steilküste ist natürlich Vorsicht angesagt, denn dort geht es 150 Meter senkrecht in die Tiefe. In den windgeschützten Bereichen brüten und leben Tausende Vögel, was ein ungeheures Geschrei mit sich bringt. Um die Papageientaucher zu entdecken, gehört leider schon etwas Glück dazu, denn von ihnen gibt es vergleichsweise extrem wenige auf Handa Island. Uns ist es dennoch gelungen, ein paar Schnappschüsse der liebevoll aussehenden Tiere zu machen. 🙂

Ein besonderes Erlebnis war die Begegnung mit nahe des Wegs brütenden Raubmöwen, vor denen wir allerdings schon im Vorfeld vom Park Ranger gewarnt wurden. Diese Vögel verteidigen ihre Brutstätte inbrünstig und fliegen ungebetenen Besuchern hautnah entgegen, um sie zu vertreiben – in den Fotos könnt ihr das sehr gut erkennen. 🙂 Pünktlich zur Rückkehr bei der Schutzhütte hat das Wetter dann umgeschlagen und es wurde richtig ungemütlich mit Regen und Wind. Nach einer neuerlichen Wartezeit genossen wir dann nach der kurzzeitig wieder trockenen Überfahrt mit dem Boot ein Lachsfilet im angrenzenden Shorehouse Seafood Restaurant, bevor die lange Autofahrt in Richtung Isle of Skye anstand.

Fotospots

 


Eilean Donan Castle in Schottland

Tag 6-7: Kyle of Lochalsh

FAKTEN

Aufenthalt: 06. bis 07. Juli 2017
Anreise: Mit dem Mietauto von Rhiconich nach Kyle of Lochalsh (ca. 3:10 h)
Distanz: 135 Meilen (217 Kilometer)
Unterkunft: Balmacara Mains Guest House (By Kyle of Lochalsh IV40 8DN, Webseite): Überdurchschnittlich schöne Lage direkt am Loch Alsh mit toller Aussicht, liebevolle Zimmer mit großem Bett und ansprechendem Badezimmer. Super Dusche und Auswahl an hochwertigen Pflegeprodukten. Akzeptable WLAN-Geschwindigkeit mit einigen Aussetzern. Die Inhaber des Gästehauses sind sehr freundlich und sofort an einem tieferen Gespräch und dem Geben von Tipps interessiert. Das Frühstück mit Ausblick war zwar schmackhaft, jedoch im Vergleich zu den anderen Quartieren etwas wenig – immerhin gab es aber Lachs. Für die Unterkunft vergebe ich eine klare Weiterempfehlung.

Unsere letzte Station vor der Isle of Skye, wo wir gleich mehrere Tage verbringen wollten, brachte uns in die kleine Ortschaft Kyle of Lochalsh, besser gesagt in den dazugehörenden und noch kleineren Ortsteil Balmacara. Die Reise mit dem Auto von Handa Island bis hierher war zwar wunderschön, aber durch die lange Fahrzeit und die immer wieder plötzlich auftretenden starken Regenschauer sehr anstregend. Deshalb war nach dem Einchecken in unserer liebevollen Unterkunft eine kurze Ruhepause und danach die Suche nach einem Pub von großer Notwendigkeit. 😉

Innenansicht des The Clachan Pub in Dornie

Hart verdiente Mahlzeit im Pub

Nach einem sehr netten Begrüßungsgespräch mit unserem Gastgeber bekamen wir den Tipp, ein paar Kilometer entfernt nach Dornie zu fahren und dort in einem von zwei Pubs zu essen. Gesagt, getan – außerdem kam uns der Hinweis äußerst gelegen, da wir sowieso noch für Abendfotos zum Eilean Donan Castle schauen wollten, das gleich daneben liegt. Nach einer Viertelstunde waren wir auch schon vor dem Pub The Clachan () angelangt. Es nieselte stark und die Dämmerung setzte langsam ein, wirklich ein mystisches Feeling! Das Pub war gut besucht und wir mussten ca. 20 Minuten auf einen freien Platz warten. Aber die Zeit ließ sich gut nutzen, um an der Bar bei einem Pint langsam herunterzukommen und die Leute im Lokal genauer zu beobachten. 😉

Als wir dann Platz an einem Tisch bekamen und die Speisekarte studierten, bemerkten wir die geringe Auswahl an Hauptspeisen, was normalerweise immer ein sehr gutes Zeichen für die Qualität eines Lokals ist. Und was soll ich sagen? Meine Freundin und ich entschieden uns beide für den Homemade Steak & Guinness Pie, der ein  a b s o l u t e r  Traum war, wow! Auch die Nachspeise war nicht zu verachten: Zitronentarte und Schokotorte. Wenn ihr also in der Gegend seid – und die Chancen dafür stehen wegen des bei Besuchern beliebten Eilean Donan Castle wirklich gut  – dann kehrt im Pub The Clachan ein! 🙂

Fotospots

 

Das berühmte Eilean Donan Castle

Nach dem Abendessen war dann zu später Stunde noch ein Fotoshooting mit dem nebenan befindlichen Eilean Donan Castle an der Reihe. Die Burg ist eine der bekanntesten von ganz Schottland, denn sie war schon in vielen Filmen als Kulisse zu sehen. Unter anderem wurden hier Highlander (1986) und James Bond – The World Is Not Enough (1999) gedreht. Die Ursprünge des Bauwerks gehen bis ins Jahr 1220 zurück, das heutige Aussehen wurde aber erst 1932 realisiert, als man die zerstörten Überreste des Castle wieder aufbaute.

Es war schon 22:30 Uhr und der Himmel von dunklen Wolken und starkem, typisch schottischen Nieselregen geprägt, als wir über eine kleine Straße auf eine Anhöhe gelangten und dort einen tollen Blick von oben auf die Burg erhaschten. Durch die künstliche orange Beleuchtung und das blaue Abendlicht rundherum war die Stimmung einmalig! Nach einigen Fotos und andauerndem Putzen des Kameraobjektivs fuhren wir mit dem Auto ein Stück näher zum Schloss auf den offiziellen Parkplatz, der teilweise auch in der Nacht zugänglich ist. In immer stärker werdender Dunkelheit begaben wir uns noch an den Fuß des Castle für Nahaufnahmen. Das ist übrigens nur während Ebbe möglich, da das Eilean Donan Castle zur Flut vollständig mit Wasser umgeben und dann nur über eine Steinbrücke zu erreichen ist – und das, obwohl es nicht einmal direkt am Meer liegt.

In den Fotos seht ihr übrigens auch Tagaufnahmen. Diese sind zeitlich fünf Tage später entstanden, als wir von unserem Aufenthalt auf der Isle of Skye wieder zurückfuhren und nochmals am Eilean Donan Castle vorbeikamen – diesmal bei sehr schönem Wetter und tollen Wolkenformationen. Ich habe sie gleich hier hinzugefügt, um alle Fotos des Schlosses gemeinsam zu zeigen. Eine Besichtigung haben meine Freundin und ich übrigens nicht gemacht, da wir uns (wie schon weiter oben erwähnt) beide nicht so für Burgen erwärmen konnten. 😉

Fotospots

 


Sonnenuntergang auf der Isle of Skye

Tag 7-11: Isle of Skye

FAKTEN

Aufenthalt: 07. bis 11. Juli 2017
Anreise: Mit dem Mietauto von Kyle of Lochalsh nach Portree (ca. 1:00 h)
Distanz: 39 Meilen (63 Kilometer)
Unterkunft: Grasmhor Bed and Breakfast (Woodend, Isle of Skye IV51 9LN, Webseite): Nachdem wir gleich vier Nächte auf der Isle of Skye verbringen wollten, war uns eine gute und preiswerte Unterkunft äußerst wichtig. Natürlich gehört immer etwas Glück dazu, was man tatsächlich erhält – und dieses Glück hatten wir! Das Haus Grashmor liegt rund zwei Meilen von Portree entfernt und ist über eine Single Track Road sowie eine äußerst ruckelige „gravel road“ erreichbar. Es verfügt nur über drei Gästezimmer, wobei wir das geräumigste (Nummer 2, Woodend) im ersten Stock ergattern konnten. Die Lage ist exponiert und dadurch absolut ruhig, nur ab und zu hört man den lieben Haushund Brenna bellen. Das WLAN war immer verfügbar und schnell – eine Wohltat bei vier Nächten Aufenthalt. Im gesamten Haus hängen überall die grandiosen Bilder des Hauseigentümers und professionellen Fotografen Tim Wilcock, was vor allem für mich eine immense Inspiration dargestellt hat. Er und seine Frau waren äußerst sympathisch und wir haben auch tolle Ausflugstipps erhalten. Beim Frühstück kann man am Vorabend jeweils über ein Formular angeben, ob man gerne ein Scottish Breakfast oder lieber ein Continental Breakfast einnehmen würde. Da ich sowieso schon etwas vom deftigen schottischen Frühstück übersättigt war, kam mir das gerade recht und ich konnte morgens auch einmal frische Früchte sowie ein Croissant genießen. Klare Weiterempfehlung!

HINWEIS

Meinen Aufenthalt auf der Isle of Skye habe ich in einen eigenen Artikel ausgelagert, da es dazu eine Menge zu erzählen gibt! Der Beitrag geht demnächst online und wird dann an dieser Stelle verlinkt.

 


Fort William in Schottland

Tag 11-12: Fort William

FAKTEN

Aufenthalt: 11. bis 12. Juli 2017
Anreise: Mit dem Mietauto von Portree nach Fort William (ca. 2:45 h)
Distanz: 111 Meilen (179 Kilometer)
Unterkunft: Dalchreggan Guest House (Achintore Rd, Fort William PH33 6RQ, Webseite): Kitschiges und altmodisches Gästehaus, das dennoch viel Flair versprüht. Von der Lage her nur wenige Gehminuten von der Fußgängerzone mit ihren vielen Lokalen und Geschäften entfernt. Geräumiges Zimmer mit sehr guter Dusche und engem Bett, das WLAN war in Ordnung. Das Frühstück war von der Menge her sehr überschaubar und leider mit dem schlechtesten Kaffee, den ich seit Jahren getrunken habe. Auch die Qualität des Essens war eher mangelhaft, der Speck sogar grauenhaft und unappetitlich. Wenn man diesen Umstand beiseite lässt, ist die Unterkunft für einen Zwischenstopp aber in Ordnung und deshalb empfehlenswert.

Nach der fantastischen Zeit auf der Isle of Skye hieß es sich langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass die Reise mit dem Mietwagen nun bald zu Ende gehen würde. Vorher lagen aber noch einige spannende Orte vor uns. In Fort William machten wir einen Tag Zwischenstopp, um genügend Zeit für die Besichtigung des Glenfinnan-Viadukts und der schönen Landschaft von Glen Coe zu haben. Und bei der Rückfahrt zum Flughafen Edinburgh stand noch das technische Wunderwerk Falkirk Wheel auf dem Programm.

Fort William in Schottland

Hübsche Kleinstadt mit gutem Pub

Richtig ungewohnt war die frühe Uhrzeit, zu der meine Freundin und ich bereits in Fort William eintrafen – es war erst 16:30 Uhr. So nutzten wir die Gelegenheit, die nette Kleinstadt anzusehen. Nach einem Blick in die schöne Saint Andrew’s Church schlenderten wir entspannt durch die nette Fußgängerzone und suchten uns ein einladendes Pub zum Essen. Fündig wurden wir im The Grog & Gruel, wo uns wie schon in Dornie die typisch schottischen Pie’s anlachten. So bestellten wir jeweils einen Stag Pie (mit Wild und Maroni) sowie einen Cullen Skink Pie (mit geräuchertem Haddock-Schellfisch und Wildlachs), beide extrem schmackhaft! Anschließend machten wir uns auf den Weg in die nahe gelegende Unterkunft für eine kleine Ruhepause.

Fotospots

 

Das zauberhafte Tal Glen Coe

Zum Sonnenuntergang wollte ich die wundervolle Landschaft im Tal Glen Coe fotografieren. Davor stand eigentlich noch kurz das Glenfinnan-Viadukt am Plan, aber über das dort erlebte Planungsdesaster lest ihr besser im nächsten Absatz. 😉 Jedenfalls fuhren wir bei langsam zuziehendem Wetter ca. 45 Minuten nach und durch Glen Coe – genauer gesagt zu einer ganz bestimmten Stelle, die ich zuvor im Internet herausgesucht hatte. Mitten in der unbewohnten Landschaft schlängelt sich ein kleiner Fluss durch Wiesen sowie Steine und überquert an einem Punkt eine kleine Höhendifferenz. Diese Miniwasserfälle geben mit dem dahinter befindlichen Bergmassiv Buachaille Etive Mòr ein äußerst hübsches Fotomotiv ab.

Vor Ort galt es aber, sich erst einmal zum Wasser vorzukämpfen. Die Wiese war durch die vorangegangenen starken Regenfälle extrem sumpfig und auf dem torfigen Boden schwierig zu begehen, außerdem machten sich wieder einmal die lästigen Midges (kleine, beißende Mücken) bemerkbar. So kam es, dass ich während des Fotografierens eher wenig begeistert und mit den Bildern nicht wirklich zufrieden war. Zurück im Hotel allerdings hob sich die Laune nach dem Duschen wieder und bei der Durchsicht der Bilder kamen in mir dann doch Glücksgefühle auf. 🙂 Die Stimmung mit dem fast verhüllten Berggipfel und den letzten durch den Sonnenuntergang beleuchteten Wolken war doch einmalig!

Ein kleiner zeitlicher Vorgriff: am nächsten Morgen kamen wir nach dem Besuch des Glenfinnan-Viadukt (siehe nächster Absatz) bei unserer Weiterfahrt in Richtung Edinburgh nochmals durch das Tal Glen Coe. Das Wetter war nun sonnig und ich schoss noch schnell ein paar Erinnerungsbilder. Es gibt an der Straße sehr viele Parkmöglichkeiten, die auch gut ausgenutzt werden. Glen Coe ist extrem beliebt bei Wanderern, was mich jetzt aber aufgrund der Schönheit auch nicht wirklich verwundert.

Fotospots

 

Glenfinnan-Viadukt und Loch Shiel

Am Morgen des 12. Tages unserer Schottland-Reise fuhren wir nach dem Frühstück gleich zum Glenfinann-Viadukt, das rund 30 Minuten entfernt liegt. Das Viadukt ist jedem Harry-Potter-Fan ein Begriff, da es als Filmkulisse diente – ebenso wie der Nostalgiezug Jacobite Steam Train. Und genau dieses Fotomotiv eines über die Brücke fahrenden Dampfzuges wollte ich natürlich in meiner Sammlung haben. 🙂 Obwohl ich mich extra über die Abfahrts- und Ankunftszeiten in Fort William informiert habe, ist mir am Vorabend das Kunststück gelungen, mit dem Auto zum Viadukt zu fahren und beim Aussteigen nur noch den hinteren Teil des Zuges über die Brücke fahren zu sehen – was für eine persönliche Enttäuschung über die falsche Planung!! Merkt euch deshalb: seid mindestens 60-90 Minuten am Viadukt, bevor der Zug fahrplanmäßig in Fort William eintreffen oder abfahren soll (für die Strecke benötigt der Zug rund 30 Minuten). Dadurch habt ihr noch genügend Spielraum, einen geeigneten Fotospot aufzusuchen. Um die Schmach zu tilgen, habe ich mir zumindest noch die Lokomotive des Zugs im Bahnhof von Fort William angesehen.

Aber gut, am nächsten Morgen war ich dann eben besser vorbereitet, dachte ich zumindest. Rund eine halbe Stunde, bevor der Zug über das Viadukt fahren sollte, waren wir am offiziellen Parkplatz (Achtung, sehr schnell voll belegt!) angelangt und folgten dem kurzen Weg zum angeschriebenen Aussichtspunkt. Dort war die Sicht zwar schön, aber nicht das, was ich eigentlich fotografieren wollte. Vom erhöhten Punkt aus sah ich allerdings gut den richtigen Weg, der direkt zum und hinter das Viadukt führte. Zu diesem Zeitpunkt kam dann schon leichte Panik auf, dass ich die Ankunft des Zuges erneut verpassen würde. Schnell spurteten wir also wieder hinab zum Auto und fuhren die Straße ein kleines Stück weiter zu einem zweiten, weitaus kleineren Parkplatz, wo es keine freie Stelle mehr gab – so stellten wir uns illegal hin und versperrten einem anderen Wagen die Ausfahrt. Meine Freundin hatte dann allerdings das Herz, mich zum Fotografieren zum Viadukt zu schicken, während sie beim Auto bleiben wollte, um im Notfall wegfahren zu können.

Ich eilte mit Kamera und Stativ ca. einen halben Kilometer zum Glenfinnan-Viadukt und bestieg dahinter einen nahe gelegenen Hügel, um das Viadukt mit dem wunderschönen See Loch Shiel im Hintergrund ablichten zu können. Dann hieß es noch ein paar Minuten warten, und das Foto mit dem vorbeifahrenden Jacobite Steam Train war schlussendlich im Kasten! 🙂 Witzigerweise kam ich dann wieder bei unserem Auto exakt zu dem Zeitpunkt an, als das eingesperrte andere Fahrzeug wegfahren wollte, gutes Timing! Mit etwas mehr Ruhe genossen wir dann noch den Anblick von Loch Shiel und dem davor liegenden Glenfinnan Monument.

Fotospots

 

Falkirk Wheel – ein Aufzug für Schiffe

Es war soweit: der letzte Programmpunkt unserer Schottland-Rundreise, den wir mit unserem Mietauto ansteuerten. Die lange Fahrt von Fort William nach Edinburgh unterbrachen wir in der Ortschaft Falkirk, wo das technische Wunderwerk Falkirk Wheel steht. Diese Schiffshebeanlage ist erst seit 2002 in Betrieb und neben seiner eigentlichen Aufgabe noch ein absoluter Anziehungspunkt für technikinteressierte Besucher. Kurz ein paar Worte zum Sinn des Bauwerks: es verbindet den tieferliegenden Forth and Clyde Canal mit dem höher gelegenen Union Canal und ermöglicht somit eine direkte Fahrt mit Kleinschiffen von Edinburgh nach Glasgow.

Es werden untertags mehrere Führungen angeboten, wo man mit einem Boot das Falkirk Wheel hautnah in Aktion erleben und eine Fahrt in die Höhe genießen kann. Alle Infos zu Preisen und Führungszeiten findet ihr auf der Seite scottishcanals.co.uk. Die 24 Meter Höhenunterschied überwindet das Rad in nur vier Minuten, dann fährt man ein Stück durch einen Tunnel und dreht wieder um. Die ganze Tour dauert rund 40 Minuten und ist wirklich erlebenswert! Während der Fahrt erzählt ein Tourguide interessante technische Details und jede Menge Hintergrundwissen. So verbraucht das Falkirk Wheel durch seien ausgeklügelte Bauweise mit Gegengewichten pro Runde nur so viel Strom wie eineinhalb Waschmaschinengänge – und das, obwohl beide Gondeln gemeinsam 600 Tonnen Gewicht aufweisen.

Erwähnenswert finde ich auch den Wasserspielplatz für Kinder, der physikalische Grundgesetze spielerisch aufzeigt. Nach dem Besuch wollten meine Freundin und ich eigentlich noch zu den „Kelpies“ fahren, zwei 30 Meter hohe Pferdekopfskulpturen aus Metall. Leider ging sich das zeitlich mit der Rückgabe des Mietautos unmöglich aus. Zumindest habe ich trotzdem noch mein Foto mit den Kelpies erhalten – auf dem obersten Parkplatz des Falkirk Wheel stehen sie auch, allerdings in stark verkleinerter Version. Und so endete nun also unser Abenteuer mit dem Auto wieder auf dem Flughafen von Edinburgh. Der Urlaub selbst sollte aber noch zweieinhalb Tage in der schottischen Hauptstadt weitergehen! 🙂

Fotospots

 


Panorama von Edinburgh in Schottland

Tag 12-15: Edinburgh

FAKTEN

Aufenthalt: 12. bis 15. Juli 2017
Anreise: Mit dem Mietauto von Fort William nach Edinburgh Airport (ca. 2:50 h), von dort mit der Straßenbahn nach Edinburgh zur Station York Place (0:37 h)
Distanz: 125 Meilen (202 Kilometer)
Unterkunft: The Place Hotel **** (34-38 York Place, Edinburgh EH1 3HU, Webseite): Das Hotel in Edinburgh habe ich als etwas zwiespältig empfunden. Für drei Nächte wollten wir am Ende der Reise nochmals etwas Bequemes und die Fotos auf der Hotelwebseite haben auch vielversprechend gewirkt. Die Unterkunft liegt direkt an der Endstation der Straßenbahn und ist nur fünf Gehminuten von der Einkaufsstraße Princes Street entfernt. In unmittelbarer Nähe gibt es einen Supermarkt und eine Menge Pubs. Für unser Doppelzimmer mussten wir dann tatsächlich Stufen hinuntergehen, weswegen wir scherzhalber von einem Kellerraum sprachen. Obwohl das Zimmer recht klein war und nur ein Dachfenster hatte, war es trotzdem nicht unangenehm dunkel oder einengend. Das Bett war bequem, das Badezimmer mir persönlich allerdings zu schmal. An die Dusche mit ruckartigem Strahl mussten wir uns auch erst gewöhnen. Im WLAN war es wie bereits in Thurso andauernd notwendig, sich neu einzuloggen, was wirklich auf die Nerven geht. Frühstücken waren wir nicht im Hotel, sondern in einem Café in der Nähe. Ich fand das Hotel zwar durchaus gut, aber ehrlich gesagt würde ich es wegen des schlechten Preis-Leistungs-Verhältnisses nicht nochmals buchen.

HINWEIS

Meinen Aufenthalt in Edinburgh habe ich in einen eigenen Artikel ausgelagert, da es dazu eine Menge zu erzählen gibt! Der Beitrag geht demnächst online und wird dann an dieser Stelle verlinkt.

 

FAZIT

In diesem (zugegeben sehr langen) Reisebericht habt ihr meine zweiwöchige Tour durch Schottland im Detail miterlebt! Für Abwechslung war jeden Tag gesorgt: ob Großtstadt mit Industriecharme, einsamer Sonnenuntergang an einer Steilküste, spannende Höhlenerforschung in der Smoo Cave, Vogelbeobachtungen auf Handa Island, nasses Fotoshooting am Eilean Donan Castle, ein denkwürdiger Aufenthalt auf der Isle of Skye oder die intensive Erkundung der Hauptstadt Edinburgh – all das wird meiner Freundin und mir ewig im Gedächtnis bleiben und von nun an ununterbrochen schöne Erinnerungen fabrizieren. Ich kann nur jedem von euch empfehlen, ebenfalls solch eine grandiose Tour durch Schottland und seine Highlands zu unternehmen! 🙂

 

Reisebericht über zwei Wochen Schottland mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

Reisebericht über zwei Wochen Schottland mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

Reisebericht über zwei Wochen Schottland mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

Reisebericht über zwei Wochen Schottland mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

3 Kommentare

  1. […] 14 Tage Schottland: Zwischen Kultur und Natur […]

  2. Wow, deine Fotos sind ein Traum, genauso wie die Reise! Und ihr habt Papageientaucher gesehen, die hab ich im September in Island leider nicht mehr angetroffen. Schottland ist definitiv im Rennen als Urlaubsziel fürs nächste Jahr. Daher freue ich mich auch schon auf die folgenden Beiträge 😉

  3. […] 14 Tage Schottland: Zwischen Kultur und Natur […]

Schreibe einen Kommentar