Ljubljana: Adventzeit in der Drachenstadt

Slowenien grenzt direkt an Österreich – dennoch hat es bei mir eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis ich endlich das erste Mal zu Gast war. Mein vergangener Aufenthalt in Bled hat mich derart fasziniert, dass ich schon bald wieder in dieses bergige Land zurückkehren wollte. In der Weihnachtszeit habe ich es nun geschafft und diesmal der wahrlich zauberhaften Hauptstadt Ljubljana die Ehre erwiesen.

Ljubljana (Laibach)

FAKTEN

Reisezeit: 2. Adventwochenende 2017 (2 Tage, 1 Übernachtung)
Anreise mit dem Zug: Von Wien Hauptbahnhof nach Ljubljana (6:08 h)
Anreise mit dem Auto: Von Wien über die A2 und A9/E59 bis zur Staatsgrenze, dann weiter auf A1/E57 bis Ljubljana. (ca. 4:00 h)
Unterkunft: Privatunterkunft über Airbnb (Link zur Wohnung), perfekte Lage direkt neben dem zentralen Prešeren-Platz. Die Einzimmerwohnung liegt im dritten Stock ohne Aufzug und ist relativ geräumig. Sehr weiches aber gemütliches Doppelbett und ein Sofa als zusätzliches Zustellbett. Kleine, gut ausgestattete Küche u.a. mit Herd und Kühlschrank, Bad mit Waschmaschine, gute Dusche. WLAN ist vorhanden, kein TV, dafür ein Radio. Die Kommunikation erfolgte über Mail und SMS, Begrüßung sowie Schlüsselübergabe war spontan möglich und sehr gut organisiert. Weiterempfehlung? JA

Einprägsamer Kurzurlaub in Ljubljana

Wenn ihr meine anderen Artikel zur Adventzeit bereits kennt, dann wisst ihr auch, dass ich jedes Jahr Ausflüge in die Nachbarländer Österreichs mache, um neue Weihnachtsmärkte kennenzulernen. 2017 war nun also Ljubljana in Slowenien dran – und es sollte ein intensiver Kurztrip werden! Für die Anreise habe ich diesmal (untypischerweise für mich) das Auto gewählt. Von Wien ist man in gut vier Stunden am Ziel angelangt und fährt dabei ausschließlich auf Autobahnen. Im Gegensatz dazu benötigt der Zug sechs Stunden, womit schon ein halber Tag verloren geht.

Warum überhaupt Ljubljana? Über die slowenische Hauptstadt mit dem etwas schwierig auszusprechenden Namen habe ich bis zum Besuch recht wenig gehört, gelesen oder gewusst – aber wenn ich einmal einen Artikel in die Hand bekam, dann war dieser immer äußerst positiv. Es gibt nicht übermäßig viele Sehenswürdigkeiten, aber diese sind dafür von besonderer Schönheit. Die Mischung aus historischen Gebäuden, Brücken, dem allgegenwärtigen Wahrzeichen des Drachen und einer mittelalterlichen Burg ist einfach spannend. Wenn man dann noch die junge Kreativszene dazunimmt, ergibt das eine perfekte Mischung für eine lebendige Stadt.

Im folgenden Text erzähle ich euch nun alles über meinen kurzen, aber sehr einprägsamen Urlaub in Ljubljana. Bei den Fotos werdet ihr schnell bemerken, dass einige Motive mit und einige ohne Schnee zu sehen sind. Am Tag meiner Anreise hat es ab Mittag ohne Unterbrechung sehr stark geregnet (meine Freundin und ich haben ausgesehen wie völlig durchnässte Pudel) und in der Nacht ist der Regen dann in Schneefall übergegangen. Die Folge: in der Früh war ein romantischer Morgenspaziergang im Winterwonderland zwischen einigen Zentimetern Neuschnee möglich! 🙂

TIPP

Was ihr in den warmen Sommermonaten in Ljubljana anstellen könnt, habe ich euch in einem eigenen Blogartikel zusammengefasst, den ihr hier lesen könnt: Fünf Sommertipps für Ljubljana

 


Die Markthallen und der Fluss Ljubljanica in Lubljana

Eine Altstadt mit viel Jugendstil

Die Altstadt von Ljubljana ist wahrlich das Zentrum von Sehenswürdigkeiten und quirligem Leben. Am Fuß des Burgareals schlängeln sich die (autofreien) Gassen entlang und laden mit ihren zahlreichen Geschäften sowie Lokalen zum Verweilen ein. Alle paar Meter entdeckt man etwas Neues und die Zeit verfliegt hier wie im Nu. Bevor ich im Detail auf die Hauptattraktionen eingehe, möchte ich euch einige Eindrücke aus der Altstadt zeigen, etwa den imposanten Dom St. Nikolaus (Stolnica svetega Nikolaja), das liebevolle Rathaus mit dem Brunnen der Drei Krainer Flüsse davor und die Fleischerbrücke (Mesarski most) mit ihren Tausenden Liebesschlössern sowie bizarren Figuren rundherum.

Dabei sind bei den Bildern auch schon Bauwerke im Jugendstil des berühmten slowenischen Architekten Jože Plečnik zu sehen, die Ljubljana enorm prägen und der Stadt ein ganz eigenes Flair verleihen. Plečnik war ein Schüler Otto Wagners (der bedeutendste Architekt Österreichs) in Wien, dementsprechend weisen auch in der österreichischen Hauptstadt zahlreiche Gebäude die Handschrift des slowenischen Architekten auf. In Ljubljana verwirklichte Plečnik nach seiner Rückkehr 1921 unter anderem die an Venedigs Paläste erinnernden Markthallen (Plečnikove arkade) entlang des Flussufers der Ljubljanica oder die Schusterbrücke (Čevljarski most) mit ihren dünnen Säulen. Weitere sehr wichtige Werke seht ihr dann weiter unten im Artikel.

Fotospots

 


Der Preseren-Platz in Lubljana

Der Prešeren-Platz, das Herz der Stadt

Es war schon ein etwas unwirklicher Moment, als ich den zentralen Prešeren-Platz (Prešernov trg) vor Augen hatte. Benannt nach dem slowenischen Dichter France Prešeren vereint der Ort gleich mehrere Sehenswürdigkeiten sowie eine Vielzahl an großartigen Gebäuden. Verbunden mit der festlichen Weihnachtsbeleuchtung hat sich mir ein Bild ergeben, das ich nicht mehr vergessen werde. Die Mariä-Verkündungs-Kirche, die Drei Brücken und der vorherrschende Jugendstil – hier konnte ich mich einfach nicht sattsehen!

Die Mariä-Verkündigungs-Kirche

Am auffälligsten ist die Mariä-Verkündigungs-Kirche (Frančiškanska cerkev Marijinega oznanenja, auch Franziskanerkirche genannt) mit ihrer rosa Fassade. Die Kirche stammt aus den Jahren 1646-1660 und wurde im 19. Jahrhundert umgebaut. Die markante Fassade erhielt der Sakralbau um das Jahr 1700. Auf der Kirche steht die größte Bronzestatue Marias in Ljubljana. Eine Besichtigung ist nicht immer ganz einfach, da mehrmals täglich Messen abgehalten werden (um 7/8/9/10/19 Uhr, sonntags zusätzlich um 11.15, 16.00 und 21.00 Uhr), währenddessen man nicht stören sollte. Da die Kirche aber so zentral steht, kommt man eigentlich sowieso immer wieder vorbei und findet sicherlich einen Zeitpunkt, zu dem man das fantastische Innere ganz in Ruhe ansehen kann.

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Die Drei Brücken

So etwas habt ihr wahrscheinlich noch nirgendwo sonst gesehen: die Drei Brücken (Tromostovje) überspannen gemeinsam den Fluss Ljubljanica und bilden so ein ganz besonderes Merkmal der Stadt. Im Mittelalter stand nur eine strategisch wichtige Holzbrücke, die Nordwesteuropa mit dem Balkan bzw. Südosteuropa verband. 1842 wurde diese Brücke durch eine steinerne ersetzt, bis schließlich der bereits weiter oben erwähnte slowenische Architekt Jože Plečnik in den Jahren 1929-1932 zwei weitere Fußgängerbrücken anbauen ließ. Die Steinbalustraden mit ihren Lampen verleihen dem dreigeteilten Flussübergang weitere Eleganz. Ich habe mich wirklich gefreut, dieses Meisterwerk zusätzlich auch mit Schnee fotografieren zu können!

Fotospots

 

Die Jugendstil-Gebäude

Der Jugendstil prägt Ljubljana in enormer Art und Weise. Während das erste bedeutende Werk die Drachenbrücke aus dem Jahr 1901 ist (siehe nächster Absatz), entstanden die meisten Jugendstilgebäude Anfang des 20. Jahrhunderts in der Straße Miklošičeva ulica zwischen dem Prešeren-Platz und dem Bahnhof.

Das wohl schönste Haus ist dabei das Gebäude der Genossenschaftlichen Wirtschaftsbank von Architekt Ivan Vurnik – diese prachtvoll verzierte und verspielte Fassade muss man gesehen haben! Gegenüber steht das Grand Hotel Union, seinerzeit das größte Gebäude der Stadt und vom Architekten Josip Vancaš entworfen. Vom selben Künstler stammt das wiederum schräg gegenüber liegende Gebäude der Volksdarlehenskasse.

Auf dem Prešeren-Platz stechen zwei weitere Bauwerke optisch stark hervor. Zum einen das Hauptmann-Haus von Architekt Ciril Metod Koch aus dem Jahr 1873, welches das große Erdbeben von 1895 fast unbeschadet überstand. Zum anderen das Urbanc-Haus von Architekt Friedrich Sigismundt aus dem Jahr 1903, welches das erste Kaufhaus in Ljubljana war und den Namen Galerija Emporium trägt. Seht euch vor allem das über dem Eingang hängende Vordach aus Glas und Metall sowie den monumentalen Eingangsbereich mit der Hauptstiege an!

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Die Drachenbrücke und die Burg in Lubljana

Die Drachenbrücke

Die Drachenbrücke (Zmajski most) ist nur fünf Gehminuten vom zentralen Prešeren-Platz entfernt und stellt einen weiteren Höhepunkt Ljubljanas dar. Das Bauwerk von 1901 ist das erste der Stadt im Jugendstil und sticht nicht nur deswegen hervor, sondern natürlich vor allem durch seine Drachenfiguren, die das Wahrzeichen von Ljubljana sind. Diese wurden vom Architekten Jurij Zaninović entworfen, genauso wie die kleinen Drachenfiguren auf der Balustrade der Brücke.

Etwas schade finde ich, dass die Schönheit und das Erlebnis auf der Drachenbrücke vom starken Verkehrsaufkommen und den Menschentrauben geschmälert werden. Das macht sich insofern bemerkbar, wenn sehr viele Touristen gleichzeitig um die Drachenfiguren versammelt sind und sich teilweise schon auf die Fahrbahn drängen. Aus fotografischer Sicht sind die Drachen jedenfalls ein dankbares Motiv, denn sie lassen sich ideal mit der Burg oder dem Turm des St.-Nikolaus-Doms als gemeinsames Motiv verbinden.

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Die Burg von Lubljana im Winter

Ljubljana und seine mittelalterliche Burg

Auch wenn ich sie erst etwas weiter hinten in meinem Blogartikel erwähne, ist die Burg von Ljubljana (Ljubljana grad) natürlich eine der Hauptsehenswürdigkeiten und ein Pflichtbesuch. Die Ursprünge gehen bis in das 11. Jahrhundert zurück mit mehreren Um- und Zubauten in den nachfolgenden Jahrhunderten. In den Innenräumen gibt es neben zahlreichen Ausstellungen noch das Puppentheatermuseum und eine Kapelle zu besichtigen. Unbedingt hinaufsteigen muss man auf den weißen Aussichtsturm, von dem man eine fantastische Sicht auf die Stadt und die umliegenden Berge hat (sofern sie nicht durch Wolken verdeckt sind). Zur Weihnachtszeit ist auch ein kleiner Markt im Innenhof inklusive einer schönen Krippe aufgebaut.

Das Areal der Burg könnt ihr prinzipiell auch ohne Ticket betreten, nur für die Innenbereiche ist eine Eintrittskarte notwendig. Diese könnt ihr entweder beim Eingang zur Burg kaufen, wo sich wahrscheinlich eine Schlange an Menschen befindet. Oder ihr geht einfach an den Wartenden vorbei durch das Burgtor und besorgt eure Karten im Innenhof beim Ticketshop, wo normalerweise weitaus weniger oder gar keine Leute stehen. Der Eintritt für alle Bereiche kostet EUR 7,50, was ich als wirklich angemessen und relativ billig empfinde.

Zur Burg gelangt ihr übrigens entweder zu Fuß, mit dem Auto oder bequem mit der Standseilbahn, deren Talstation sich hinter dem zentralen Marktplatz neben dem schönen gelben Gebäude des Puppentheaters befindet. Hier erwartet euch aber mit Sicherheit eine sehr lange Warteschlange, in die ihr euch selbst dann einreihen müsst, wenn ihr die Tickets schon vorab im Internet auf der Seite shop.ljubljanskigrad.si gekauft habt. Wenn ihr noch kein Ticket habt, dann sollte einer von euch in der Schlange bleiben, während der andere nach vorne zur Kassa geht und schon die Eintrittskarten besorgt. Dabei gibt es auch ein Kombiticket für die Standseilbahn und die Burg um EUR 10,-, während nur die Bahnfahrt EUR 4,- kostet. Auf jeden Fall empfehle ich euch, gleich zur Öffnungszeit (alle Infos dazu auf der Seite ljubljanskigrad.si) vor Ort zu sein, denn meine Freundin und ich haben alleine mit der Wartezeit auf die Bahn in der Tal- und Bergstation ca. 90 Minuten verplempert. Dadurch mussten wir nachfolgend einige Bereiche der Stadt streichen, die wir noch ansehen wollten (siehe blauer Infokasten weiter unten).

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Das Viertel Metelkova in Lubljana

Metelkova – die Heimat der Kreativszene

Metelkova bezeichnet ein autonomes Zentrum für Politik und Kultur und ist ein ganz besonderer Ort in Ljubljana. Das Areal liegt nur unweit vom Bahnhof entfernt und umfasst die alten Gebäude einer Kaserne aus der Zeit der Jugoslawischen Volksarmee. Nach dem Abzug der Armee 1993 besetzten Künstler und Aktivisten die leerstehenden Räume und tobten sich gestalterisch aus. Das Ergebnis sieht man bei einem Rundgang: bunte, kreative Graffiti an den Hausfassaden und teils bizarre Kunstwerke aus Alltagsgegenständen (sogenannte Readymades bzw. Objets trouvés).

Man fühlt sich hier fast wie in den kreativen Vierteln Berlins, nur noch extremer. Bei meinem Besuch untertags im strömenden Regen war natürlich wenig Leben sichtbar, aber ein großer, an eine Tür geklebter Zettel verriet ein dichtes Programm an Konzerten alternativer Musikrichtungen an den folgenden Abenden. Wenn ihr also eine Gegend zum Fortgehen sucht, seid ihr hier wahrscheinlich an der richtigen Adresse.

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LEIDER KEINE ZEIT

In sehr kurzer Zeit ist es leider nicht immer möglich, alles Vorgenommene auch tatsächlich unterzubringen. So habe ich drei Orte nicht besichtigen können, da es sich einfach nicht ausgegangen ist. Aber: solche verpassten Gelegenheiten sind der ideale Grund, um nochmals zurückzukehren! 🙂

Nicht gesehen habe ich den Kongressplatz (Kongresni Trg), auf dem einige sehr schöne historische Gebäude aufgereiht stehen. Von dort ganz in der Nähe gibt es die Möglichkeit, mit dem Aufzug auf die Terrasse des Hochhauses Nebotičnik zu fahren und den tollen Blick auf die Burg und die Stadt zu genießen. Ebenfalls verpasst habe ich einen Spaziergang im Tivoli-Park, der wunderschön sein soll und in der Winterlandschaft sicherlich traumhaft gewesen wäre. Aber egal, das wird alles zu einem späteren Zeitpunkt bei einem erneuten Besuch nachgeholt!

UPDATE 09/2018: Mittlerweile konnte ich alles Verpasste im Sommer 2018 nachholen, was ihr in folgendem Artikel nachlesen könnt: Fünf Sommertipps für Ljubljana

 


Weihnachtsbeleuchtung in Lubljana

Ljubljana in der Weihnachtszeit

Ljubljana während der Weihnachtszeit zu besuchen kann ich nur uneingeschränkt empfehlen. Von Fotos aus dem Internet her bin ich mir sicher, dass die Stadt schon im Sommer enorm reizvoll ist, aber im Winter erstrahlen die Straßen, Plätze, Bäume und Gebäude zusätzlich noch in einer unglaublichen Vielzahl an Lichterketten. Die Weihnachtsbeleuchtung ist dabei dem Thema „Weltall“ gewidmet und vom Künstler Zmago Modic umgesetzt, was vor allem auf dem Prešeren-Platz mit den Drei Brücken, der Mariä-Verkündigungs-Kirche und den Jugendstilbauten voll zur Geltung kommt.

Der Weihnachtsmarkt findet natürlich auch an eben diesem Prešeren-Platz statt und wird von einem großen, dichten und mit Hunderten Lichtern erstrahlendem Weihnachtsbaum behütet. Auf dem Hauptplatz findet man allerdings nur gastronomische Stände, an denen beispielsweise Glühwein (kuhano vino) um günstige 2 Euro verkauft wird. Dieser hat mir außerordentlich gut geschmeckt – er war weder übersüßt, noch zu stark vom Alkohol her. Außerdem gibt es allerhand süße sowie pikante Speisen zu probieren, was meine Freundin und ich aber wegen mangelndem Hungergefühl ausgelassen haben.

Wer Kunsthandwerk und Kitsch sucht, muss sich ein paar Schritte weiter zu den Markthallen begeben, wo die Stände im Schutz der Arkaden aufgereiht sind und teils wirklich schöne Produkte verkaufen (teils aber auch echt Sinnloses). Erneut ein paar Meter weiter sind auf dem Platz Pogačarjev trg vor dem Dom St. Nikolaus weitere Stände aufgebaut – folgt einfach der Ziehharmonikamusik, die wir ununterbrochen hörten. 😉 Das Kunsthandwerk sieht dort wesentlich feiner und qualitativer aus, also lasst diesen Teil des Weihnachtsmarkts nicht aus! Was man auch hier erneut findet: jede Menge Essen, hauptsächlich Fleisch. Das hat uns allerdings gar nicht angelacht, denn es war schon eine große Menge vorproduziert, die auch noch etwas abgelegen aussah. Wenn ihr wirklich gutes, lokales „Fast Food“ wie Krainer Wurst, Burek oder Pljeskavica sucht, dann seht euch meine nachfolgenden Allgemeinen Tipps an!

Fotospots

 

ALLGEMEINE TIPPS

In Ljubljana benötigt ihr im Normalfall keine öffentlichen Verkehrsmittel, denn die Sehenswürdigkeiten sind alle fußläufig gelegen. Die längsten Strecken sind vom Bahnhof in die Altstadt bzw. von der Altstadt zum Tivoli-Park – und selbst dafür benötigt ihr maximal 10-15 Minuten zu Fuß.

Wenn ihr mit dem Auto anreist wie ich, dann stellt sich natürlich schon im Voraus die Frage, wo man das Fahrzeug am besten und sichersten abstellt. Die Altstadt ist großteils eine Fußgängerzone und rundherum gibt es nur Kurzparkzonen. Auf Empfehlung der Gastgeber meiner Unterkunft habe ich das Auto deshalb in die Parkgarage Komenskega (Einfahrt Komenskega ulica 28) gestellt, von wo aus man nur 150 Meter von der Drachenbrücke und vom Prešeren-Platz nur 400 Meter entfernt ist. Die Garage ist zwar nicht übermäßig groß und ich musste im Inneren auch kurz auf einen freien Platz warten, aber es kommen und fahren eigentlich dauernd Autos. Der Preis ist für 24 Stunden mit 15 Euro in Ordnung, wie ich finde. Eine Anmerkung noch: der Zugang zur Garage befindet sich seltsamerweise nicht bei der Einfahrt, sondern einige Meter weiter die Straße entlang in einem Innenhof. Hier sind die exakten GPS-Koordinaten, da wir uns selbst auch erst von einer hilfsbereiten einheimischen Frau hinlotsen lassen mussten. Amüsiert hat uns dabei ihre Aussage: „Der Architekt war ein Idiot“. 😉

Wenn ihr etwas Zeit habt, stattet doch auch dem Zentralen Marktplatz (Glavna tržnica) auf den zwei Plätzen Vodnikov trg und Pogačarnev trg einen Besuch ab. Dort kaufen die Einheimischen ihr Obst, Gemüse, Blumen und was es sonst noch so allerlei gibt. Dort ist immer etwas los und es gibt viel zu entdecken. Fleisch und andere Spezialitäten werden dagegen in den angrenzenden Markthallen am Flussufer der Ljubljanica verkauft. Jeden Mittwoch findet übrigens ein Bauernmarkt mit regionalen Produkten statt.

Lokale gibt es in der Altstadt wie Sand am Meer. Die meisten findet ihr aufgereiht am Flussufer der Ljubljanica an der Promenade Petkovškovo nabrežje. Dort haben wir uns im Lokal Forum (Petkovškovo nabrežje 27) gleich ein slowenisches Union vom Faß und ein ungefiltertes aus der Flasche gegönnt. Auffallend ist dabei, dass auch bei Schlechtwetter und Kälte die Plätze im überdachten Freien geöffnet und mit Decken oder Heizstrahlern ausgestattet sind – Slowenen lieben es eben, an der frischen Luft zu sein! Selbst als es über Nacht geschneit hat, wurden am nächsten Morgen sofort die Wege zu den Sitzplätzen vom Schnee befreit und die Heizpilze angeworfen. 😉

Richtig slowenisch in einem Restaurant gegessen haben meine Freundin und ich leider aus Zeitgründen nicht, aber dennoch haben wir nicht auf die lokale Küche verzichtet, ganz im Gegenteil! Typisch slowenisch probierten wir die Krainer Wurst (Kranjska Klobasa) mit Senf, Kren und Semmel im kleinen Kiosklokal Klobasarna (Ciril-Metodov trg 15), jeweils ein großartiges Burek mit Käse sowie mit Faschiertem aus der Bäckerei Pekarna Delfina (Resljeva cesta 2, auch sehr guter und saftiger Mohnstrudel!) direkt an der Drachenbrücke und unser Highlight, das Balkan-Lokal Roštilj (Čopova ulica 12). Dort wird von einem Serben authentisches Pljeskavica frisch am Grill zubereitet und mit Zutaten nach Wahl im selbstgemachten Fladenbrot verfeinert. Ein Traum, sage ich euch – vor allem, wenn man schon komplett ausgehungert ist. 😉 In den Fotos seht ihr auch noch als Gegenbeispiel zum frisch gegrillten Fleisch das schon etwas abgestande vom Weihnachtsmarkt.

Auf dem Fluss Ljubljanica kann man auch Schiffsfahrten machen, wovon ich aber abgesehen habe, weil ich nicht aus einem geschlossenen Schiff durch Glas hinaussehen will. Im Sommer ist das aber sicherlich eine tolle Möglichkeit, die Stadt aus einer neuen Perspektive kennenzulernen und vor allem die vielen schönen Brücken vom Wasser aus bestaunen zu können. Mehr Infos dazu findet ihr auf der Webseite visitljubljana.com.

 

FAZIT

Obwohl meine Freundin und ich nur knappe zwei Tage in der slowenischen Hauptstadt zu Gast waren, hat uns Ljubljana voll in ihren Bann gezogen. Die Altstadt ist durch ihre Mischung aus dem Fluss Ljubljanica, den zauberhaften Brücken, den Jugendstilgebäuden und die alles überragende Burg einfach nur großartig anzusehen. Überall bietet sich die Möglichkeit, die Atmosphäre mit einem Getränk im Freien – gewärmt durch Decken und Heizstrahler – auf sich wirken zu lassen. Die Weihnachtsbeleuchtung gab der Stimmung dann noch den zusätzlichen Kick und dass es über Nacht stark schneite, war natürlich ein weiterer Höhepunkt. Der Weihnachtsmarkt selbst rückte da schon fast in den Hintergrund. 😉 Ich bin mir sicher, dass Ljubljana uns in einem warmen Sommermonat garantiert wieder sehen wird!

 

Weihnachtszeit in Ljubljana: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.Weihnachtszeit in Ljubljana: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

Weihnachtszeit in Ljubljana: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

5 Kommentare

  1. Susanna sagt: Antworten

    danke für den schönen Bericht und die herrlichen Fotos. Ich kenn die Stadt nur von einem Zwischenstopp auf dem Weg nach Kroatien, aber so weihnachtlich geschmückt und dann noch mit Schnee, einfach bezaubernd 😉

    1. Danke! Aber das wichtigste Motiv der Stadt hast du ja schon fotografiert: das Stiegenhaus der Burg! 😉

  2. […] einem heißen oder kalten Getränk zu genießen. Eines ist sicher: diese Stadt sieht mich wieder! Ljubljana: Adventzeit in der Drachenstadt […]

  3. […] man beim Thema Städteurlaub in Slowenien eher automatisch an Ljubljana denkt (siehe mein Beitrag Ljubljana: Adventzeit in der Drachenstadt), steht Maribor etwas im Schatten der Hauptstadt. Gerade als Österreicher verbindet man den […]

  4. […] Beschreibungen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten könnt ihr in meinem Blogbeitrag Ljubljana: Adventzeit in der Drachenstadt nachlesen. Unser Kurztrip in das weihnachtliche Ljubljana war enorm intensiv und durch das Wetter […]

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