Mailand – mehr als eine Modestadt

Mailänder Dom auf dem Piazza del Duomo

Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt Mailands offenbart sich ein offenes Geheimnis: an diesem Ort ist die Mode zuhause! Nicht nur sind hier die wichtigsten Unternehmen versammelt, sondern überall kommen einem auch noch stilvoll gekleidete Menschen entgegen. Doch Mailand ist weitaus mehr als Prada, Gucci, Versace und Co., was ich euch mit diesem Blogbeitrag beweisen will.

Mailand (Milano)

FAKTEN

Reisezeit: November 2017 (2 Tage, 1 Übernachtung) und März 2008 (Halbtag)
Anreise: Mit Austrian Airlines von Flughafen Wien-Schwechat nach Milano Malpensa Airport (1:10 h).
Unterkunft: Hotel Raffaello **** () – deutlich vom Stadtzentrum entferntes Hotel, durch die Straßenbahnlinien 1 und 14 allerdings direkt mit der Innenstadt verbunden, wenn auch zeitaufwendig. Die Umgebung ist eher trostlos und von außen wirkt das Gebäude schon deutlich abgenutzt, die Zimmer und Innenbereiche sind aber in gutem Zustand. Geräumige Zimmer, sehr weiche Betten, großes Bad, Dusche leider ohne Vorhang, was zu einer kleinen Überschwemmung führt. Minibar mit moderaten Preisen, kostenloses WLAN. Das Frühstück ist für italienische Verhältnisse sehr gut, u.a mit frischem Brot, Mozarrella und ausgezeichnetem Schinken. Weiterempfehlung? Unter Vorbehalt –> bei einem nochmaligen Besuch würde ich trotz der Anbindung per Straßenbahn eine zentralere Unterkunft wählen.

Mailand im Schnelldurchlauf

Nach Mailand hat es mich im November 2017 anlässlich eines Fußballauswärtsspiels von Austria Wien verschlagen. Ich habe dabei ausnahmsweise keine Eigenanreise gewählt, sondern ein fix und fertiges Paket mit Flug, Hotel und Transfer per Bus genutzt. Dadurch hatte ich natürlich auch keinen Einfluss auf das Hotel, dessen Bewertung ihr oben in den Fakten lesen könnt. Der Zeitrahmen für eine Besichtigung der Stadt war eng und stressig, aber immerhin sehr viel länger als bei meinem ersten Besuch der Stadt 2008 – damals war ich überhaupt nur wenige Stunden in Mailand und habe auch noch den Rückflug verpasst. Damit euch das nicht auch passiert, empfehle ich euch meine Tipps zur Anreise zum Flughafen am Ende des Beitrags.

Doch nun zu Mailand selbst: wenn man an Mode sehr interessiert ist und im besten Fall auch das nötige Kleingeld zur Verfügung hat, lässt es sich mit Sicherheit mehrere Tage in der Stadt aushalten. Mir persönlich gibt diese Thematik allerdings gar nichts, weswegen ich für einen Besuch ein Wochenende von Freitag bis Sonntag als ausreichend betrachten würde – also einen Tag länger, als ich zur Verfügung hatte. Auch wenn es in Mailand keine riesige Anzahl an Sehenswürdigkeiten gibt, finden sich doch auch abseits der bekanntesten Spots einige nette Fleckchen, die wunderbare Momente ermöglichen. Nachfolgend zeige ich euch nun meine Entdeckungen und meine Erfahrungen dazu.


Innenansicht des Mailänder Doms

Der Mailänder Dom

Egal wie kurz man auch in Mailand zu Gast ist, ein Bauwerk ist immer ein Pflichtbesuch. Der Mailänder Dom (Duomo di Santa Maria Nascente) ist nicht nur das Wahrzeichen der Stadt, sondern das absolute Highlight. Das Gefühl, auf dem Domplatz vor dem riesigen Sakralbau mit der unglaublich schönen Fassade zu stehen und den Blick auf die vielen Details zu schwenken, ist einfach unbeschreiblich. Der Bau des Doms wurde 1386 begonnen und war bei seiner Einweihung 1572 noch immer nicht vollendet. Auch in den nachfolgenden Jahrhunderten sollten noch zahlreichen Umbauten folgen. Heute zählt die Kirche zweifelsfrei zu den wichtigsten und bekanntesten der Welt.

Tipps zum Ticketkauf

Eine Besichtigung ist normalerweise immer mit langen Wartezeiten sowohl beim Kauf der Tickets als auch beim Eintritt verbunden. Ihr könnt aber den Ticketkauf schon online auf der Webseite duomomilano.it durchführen (rechts auf Buy Tickets klicken). Die billigste Option ist nur der Dom inklusive Museum um EUR 3,50. Wenn euch das ausreicht, seht ihr zumindest das absolut beeindruckende und gigantische Innere der Kirche. Ich empfehle euch aber trotz des saftigen Preises die Option „DUOMO PASS by lift“ um EUR 16,50 (mit Aufzug) oder „DUOMO PASS by stairs“ um EUR 12,50 (über Stufen) zu kaufen, da hier neben weiteren Ausstellungen auch der Zugang zum Dach des Doms inkludiert ist – und dieser ist aus meiner Sicht ein unbedingtes Muss, mehr dazu gleich. Der Nachteil des Onlinekaufs ist die zusätzliche Servicepauschale von EUR 1,50. Ich habe die Eintrittskarten vor Ort in einem von zwei Ticket Offices gekauft, wobei man dort eine Nummer ziehen muss. Da die Schlange wirklich lang war, habe ich mich stattdessen bei der extrem kurzen Warteschlange zu den Ticketautomaten angestellt und hatte nach nicht einmal fünf Minuten meine Karten (beachtet aber, dass es an den Automaten keine ermässigten Tickets gibt).

Der Dom und sein Dach

Den Dom selbst habe ich mir erst am späten Nachmittag angesehen und siehe da: keine Warteschlange! Nach einer Taschenkontrolle durch schwer bewaffnete Soldaten war ich dann im Inneren sofort extrem beeindruckt. Der Mailänder Dom ist einfach nur riesengroß und eine Augenweide! Die bunten Fenster, die zahlreichen Verzierungen, der Altar … Wahnsinn! Vergesst bei eurem Rundgang auch nicht die kleine Krypta, deren Zugang sich auf der rechten Seite ganz vorne befindet. Das zweite Highlight ist wie erwähnt das Dach, das ihr von außen auf der Rückseite des Doms über einen eigenen Zugang erreicht (natürlich wieder mit Kontrolle). Oben angelangt geht man zuerst an der Außenseite entlang und gelangt schließlich über Stufen auf das Dach selbst. Nicht nur erhält man hier ganz nahe Blicke auf die Details der zahlreichen Außensäulen, sondern auch eine tolle Aussicht – sofern es das Wetter zulässt. Die Zeit dort oben habe ich wirklich genossen, und ihr werdet das sicherlich auch! 🙂

Fotospots

 


Panorama der Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand

Galleria Vittorio Emanuele II

Gleich neben dem Mailänder Dom wartet die nächste Hauptattraktion auf Besucher. Durch einen mächtigen Triumphbogen betritt man die im Jahr 1867 eröffnete Einkaufspassage Viktor-Emanuel-Galerie (Galleria Vittorio Emanuele II). Benannt ist sie nach Viktor Emanuel II., dem Einiger und König Italiens aus dem 19. Jahrhundert. An diesem Ort sind alle namhaften und vor allem hochpreisige Geschäfte vertreten, darunter Versace, Armani, Prada, Gucci und Louis Vuitton – wer zuviel Geld übrig hat, wird es hier garantiert schnell los.

Faszinierende Fassaden

Viel Zeit wird man hier normalerweise nicht verbringen, denn die Passage ist zwar groß, aber nicht allzu lang. Beeindruckend sind die mit Stuck, Fresken und Marmor verzierten Gebäudefassaden von Architekt Giuseppe Mengoni sowie das immense Glasdach. In der Mitte teilt sich die Passage auf und am Schnittpunkt entdeckt man am Boden vier Mosaiken mit den Wappen der Städte Rom, Florenz, Turin und Mailand. Tolle Fotos nimmt man von der Galleria Vittorio Emanuele II aber auf jeden Fall mit.

Fotospots

 


Leonardo da Vincis Wandgemälde Das Abendmahl (Il Cenacolo)

Das letzte Abendmahl

Egal ob ihr religiös seid oder nicht: in Mailand befindet sich ein weltbekanntes Kunstwerk, das man einmal im Leben gesehen haben sollte. Leonardo da Vincis Wandgemälde „Das Abendmahl“ (Il Cenacolo) kann besichtigt werden, allerdings erhalten nur jeweils 25 Personen alle 15 Minuten Zutritt durch eine spezielle Schleuse, um die Staubbelastung so gering wie möglich zu halten. Vor Ort Tickets zu erhalten dürfte so gut wie unmöglich sein, deshalb müsst ihr euch zwingend schon mindestens einige Wochen vor der Anreise mit dem Onlinekauf der Karten beschäftigen! Ich hatte Glück, dass mein Aufenthalt unter der Woche war, denn so konnte ich sogar noch einige Tage vor dem Besuch Resttickets ergattern. Es gibt mehrere Verkaufsplattformen, die euch um viel Geld eine Tour andrehen wollen. Problemlos gebucht habe ich dagegen auf der Webseite vivaticket.it (dreimal hintereinander jeweils auf „BUY“ klicken), wo man zuerst das verfügbare Datum und danach die noch verbleibenden Uhrzeiten sehen sowie auswählen kann. Der Eintrittspreis beträgt EUR 12,- (inklusive Zuschlag), es gibt aber einige Optionen für einen reduzierten oder freien Eintritt – seht euch die Details am besten auf der Seite an.

Beeindruckende Kathedrale

Vor Ort müsst ihr im ausgeschilderten Ticket Office, das sich ein paar Meter neben dem Eingang zum Abendmahl befindet, die Karten mit eurer Online-Bestätigung mindestens 20 Minuten vor der gewählten Uhrzeit abholen. Ich empfehle euch gleich noch früher zu kommen und die Wartezeit mit einem Besuch der angrenzenden Kirche Santa Maria delle Grazie zu verbinden. Der spätgotische Sakralbau, der von den Dominikanern zwischen 1463 und 1482 errichtet wurde, ist sowohl von außen wie auch von innen ein architektonischer Traum.

Auge in Auge mit einem echten Meisterwerk

Überpünktlich zur ausgewählten Uhrzeit habe ich dann Zugang zum Wandgemälde von Da Vinci erhalten. Etwas ehrfürchtig und demütig wird man schon, wenn man im Refektorium tatsächlich vor dem 1494 bis 1497 geschaffenen Original eines der weltweit bekanntesten Kunstwerke steht und die riesige Dimension des Gemäldes zu Gesicht bekommt. Man hat 15 Minuten Zeit, um alle Details auf sich wirken zu lassen. Gegenüber des Abendmahls ist übrigens mit dem Wandbild „Die Kreuzigung“ von Donato da Montorfano ein zweites riesiges Kunstwerk zu bestaunen.

HINWEIS

Eine interessante Zusatzinfo gibt es seit Ende 2017: aufgrund der starken Erschütterungen durch die an der Kirche vorbeifahrende Straßenbahn wurde beschlossen, ein Tempolimit für die Tramway einzuführen. Gleichzeitig wurde auch eine Station für Sightseeing-Busse aufgelassen. Sofern diese Maßnahmen nicht ausreichen, sollen die Schienen der Straßenbahn überhaupt komplett verlegt werden, um das Gemälde zu schützen.

 

Fotospots

 


Springbrunnen vor dem Mailänder Schloss (Castello Sforzesco)

Das Castello Sforzesco

Mitten in der Stadt gibt es eine große Burganlage zu besichtigen. Das Mailänder Schloss (Castello Sforzesco) stammt aus der Renaissancezeit und wurde im 14. Jahrhundert zum Zweck der Verteidigung errichtet. Über die Zeit gab es mehrere Um- und Zubauten, heute wird der rote Ziegelbau für verschiedene Ausstellungen verwendet – unter anderem sind die Freskenmalereien von Leonardo da Vinci ausgestellt. Alle relevanten Informationen dazu findet ihr auf der Webseite milanocastello.it.

Sehenswerte Innenhöfe

Ich selbst habe mir keine Ausstellungen angesehen, sondern nur die Innenhöfe – diese sind aber auch schon sehr sehenswert! Ein beliebtes Fotomotiv ist der Springbrunnen vor dem Schloss auf dem Piazza Castello. Dort solltet ihr nur ein offenes Auge haben, denn es schwirren Unmengen an Straßenverkäufern herum, die euch wertloses Zeug andrehen wollen und dabei teilweise auch ziemlich aufdringlich werden.

Ruheoase hinter dem Schloss

Auf der Rückseite des Schlosses verlässt man das Areal direkt in den Simplonpark (Parco Sempione), der eine Ruheoase in der Stadt ist. In der Mitte liegt ein kleiner See, dessen Zufluss von romantischen Bäumen und einer kleinen Brücke überspannt wird. Dort lässt es sich auf einer Parkbank gut aushalten und mit etwas Glück entdeckt ihr im See kleine Babyschildkröten. Am Ende des Parks stoßt ihr auf den Friedensboden (Arco della Pace), der zunächst an den Ruhm Napoleons und später an den Europäischen Frieden von 1815 erinnern sollte.

Fotospots

 


Statue im Cimitero Monumentale in Mailand

Cimitero Monumentale

Dass Friedhöfe nicht nur traurige Orte sein müssen, beweist in Mailand der Zentralfriedhof (Cimitero Monumentale). Dieser Ort erinnert mehr an ein Freilichtmuseum mit prachtvoll dekorierten Mausoleen, Statuen und Tempeln. Es ist der Ruheort für zahlreiche bekannte Mailänder Persönlichkeiten wie Arturo Toscanini (Orchesterdirektor der Mailänder Scala), Salvatore Quasimodo (Nobelpreisträger), Carlo Mozart (jüngster Sohn von Wolfgang Amadeus) oder Vladimir Horowitz (Pianist). Geöffnet ist der Friedhof übrigens von Dienstag bis Sonntag 8-18 Uhr.

Ein Friedhof als Gesamtkunstwerk

Am besten erreichbar ist der Friedhof mit der Metro M5 (Station Monumentale). Das monumentale Eingangsgebäude von Architekt Carlo Maciachini deutet schon an, dass es sich beim Cimitero Monumentale um einen besonderen Friedhof handelt. Zu meinem Ärger habe ich bei meinem Besuch 2008 leider nur sehr wenig Zeit für einen Rundgang auf dem wirklich riesigen Areal gehabt – 2017 ist es sich sogar überhaupt nicht ausgegangen, obwohl ich unbedingt mehr von diesem sehenswerten Teil Mailands sehen wollte. Deshalb kann ich euch eben nur wenige Eindrücke meines ersten Aufenthaltes zeigen. Nehmt euch auf jeden Fall etwas mehr Zeit als ich, es lohnt sich!

Fotospots

 


Naviglio Grande in Mailand

Das Navigli-Viertel

Mailand weist einen Umstand auf, den ich schon lange nicht mehr in einer Stadt erlebt habe: es fließt kein großer Fluss durch die Straßen und Gassen. Stattdessen durchziehen künstliche Wasserstraßen – die sogenannten Navigli – die Stadt und verbinden Mailand über mehrere andere Flüsse so praktisch mit der Adria. Der Gedanke an Venedig kommt hier unweigerlich automatisch auf. Früher war das Viertel Naviglio die Heimat von Arbeitern, heute zählt es zu den beliebtesten Fortgehvierteln. Es haben sich hier auch viele Geschäfte mit kreativen und kulinarischen Produkten angesiedelt, leider hatten die meisten schon geschlossen, als ich vor Ort war.

Venedig mitten in Mailand

Ich bin extra gegen Abend mit der Straßenbahnlinie 10 zur Station Via Vigevano V.le Gorizia gefahren (alternativ mit der Metro M2 zur Station P.TA Genova FS, dann ein kleiner Fußweg), um die Stimmung der beleuchteten Kanäle aufzusaugen. Ausgesehen haben die Häuser entlang des Naviglio Grande wirklich fabelhaft, nur Stimmung war keine. Das lag offensichtlich an meinem Besuch unter der Woche am frühen Abend, als noch niemand essen oder trinken wollte. 😉 Nichtsdestrotrotz bin ich an den vielen Lokalen vorbeigeschlendert und habe mir ein nettes Restaurant gesucht (Details dazu in den Allgemeinen Tipps weiter unten). Gestört haben mich nur einige Keiler, die mich überzeugen wollten, in ihrem Lokal zu speisen – solche Orte streiche ich gewöhnlich gleich als Option. 😉

Fotospots

 


Giuseppe-Meazza-Stadion (San Siro) in Mailand

Weiteres Sehenswertes in Mailand

Die Mailänder Scala

Das berühmte Opernhaus Teatro alla Scala zählt zu den wichtigsten der Welt, auch wenn man es als Kulturbanause leicht übersehen kann. 😉 Am Ende der Galleria Vittorio Emanuele II stößt man nämlich auf den Platz Piazza della Scala und steht direkt vor dem Gebäude der Scala, das von außen nicht nur unspektakulär, sondern auch wenig ansprechend aussieht. Mich hat mehr der Zuschauerraum im Inneren interessiert, der außerhalb von Aufführungen zwar nicht betreten, aber durch eine Loge im Museum besichtigt werden kann.

Ich habe allerdings kurz vor dem Eintritt auf einen Kauf der Tickets um EUR 9,- verzichtet, da mir am Schalter eine Hinweistafel gezeigt wurde, die in mehreren Sprachen darüber informiert, dass aktuell Proben oder sonstige technische Einstellungen im Zuschauerraum vorgenommen werden, wodurch die Beleuchtung des Saals ausgeschalten ist. Da ich nur auf das Museum selbst keine Lust hatte, habe ich mich gegen einen Besuch entschieden. Wenn ihr dennoch interessiert seid, findet ihr auf der Webseite museoscala.org alle weiteren Infos.

Fotospots

Wenn ihr bei der Scala seid, dann schaut euch auch gleich kurz die Statue von Leonardo da Vinci auf dem Piazza della Scala an.

 

Das Giuseppe-Meazza-Stadion

Mailand ist natürlich auch für seine beiden Top-Fußballteams AC Mailand und Inter Mailand weltweit bekannt. Freunde des runden Leders sollten deshalb entweder versuchen, ein Spiel live zu besuchen oder zumindest eine Stadiontour im Giuseppe-Meazza-Stadion (San Siro) zu machen. Ein Ticket dafür kostet stolze EUR 17,- und beinhaltet einen Rundgang durch die Arena ohne Führer und den Zutritt in das Museum. Mit dem Preis bewegt man sich hier in stolzer Gesellschaft zum FC Barcelona und Real Madrid, die ebenfalls derart viel Geld für die Besichtigung des leeren Stadions verlangen.

Im Inneren erhält man Einblick in die Kabinen, den Presseraum, den Gang auf das Spielfeld und Teile der Tribünen. Die Tour kann täglich zwischen 9.30 und 18 Uhr durchgeführt werden, nur an Match- und sonstigen Veranstaltungstagen gibt es Einschränkungen. Alle Infos dazu und den Link zur Online-Buchung der Tickets gibt es auf der Webseite sansiro.net.

Zu Gast als Auswärtsfan

Ein kurzer Erfahrungsbericht zu einem Matchbesuch als Auswärtsfan: Vom Eintrittsbereich außerhalb der Arena wird man durch einen langen abgeriegelten Weg zum Stadionzugang geführt. Leider hat man aus Sicherheitsgründen keinerlei Möglichkeit, vor dem Spiel gemütlich ein Bier zu trinken oder sich die verschiedenen Verkaufsstände anzusehen. Der Auswärtssektor befindet sich ganz oben unter dem Stadiondach, wobei der Weg nach oben anstatt über Treppen mühsam über ewig lange Rampen in riesigen Türmen erfolgt (welche an eine Parkhauszufahrt erinnern). Auch wenn die Entfernung vom Spielfeld sehr groß ist, sieht man das Spiel (und vor allem die taktischen Formationen) nahezu perfekt – sogar das gegenüberliegende Tor war ausgezeichnet zu erkennen. Die Toiletten sind dafür eine absolute Katastrophe und nur etwas für Hartgesottene. Ebenso mies war die Verpflegung mit billigstem Fast Food.

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Torre Branca

Am Aussichtsturm Torre Branca kommt man vorbei, wenn man vom Mailänder Stadtschloss (Castello Sforzesco) durch den Parco Sempione in Richtung Friedensbogen (Arco della Pace) geht. Mit dem Aufzug gelangt man in 100 Meter Höhe und genießt sicherlich einen fantastischen Blick auf die Stadt. Zum Zeitpunkt meines Besuchs hatte der Turm leider nicht geöffnet. Die verschiedenen Öffnungszeiten entnehmt ihr am besten der offiziellen Webseite museobranca.it (nur italienisch verfügbar).

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ALLGEMEINE TIPPS

Der Flug von Wien nach Mailand ist spektakulär! Wenn möglich, sucht euch einen Platz auf der linken Seite des Flugzeugs aus, da ihr dann eine tolle Sicht über die Alpen habt.

Für die Anreise vom Mailänder Flughafen Malpensa in die Innenstadt gibt es Züge und Busse – von einer Taxifahrt würde ich abraten, diese kostet rund 100 Euro. Leider ist der Flughafen vom Zentrum eine gefühlte Ewigkeit entfernt, das müsst ihr vor allem bei der Busfahrt (ca. 45 Minuten ohne Verkehr) unbedingt berücksichtigen! 2008 habe ich meinen Rückflug verpasst, weil der Bus nicht aus dem dichten Stadtverkehr rauskam … Es gibt drei Busunternehmen, die regelmäßig zwischen dem Flughafen und dem Hauptbahnhof Milano Centrale FS pendeln. Nehmt einfach den erstbesten am Ausgang des Terminals, die Kosten schwanken zwischen EUR 8,- und EUR 10,- für eine Einzelfahrt bzw. EUR 14,- und EUR 16,- für eine Hin- und Rückfahrt. Alternativ verkehrt der Zug Malpensa Express im Halbstundentakt um EUR 13,- (Einzelfahrt) bzw. EUR 20,- (Hin- und Rückfahrt, nur bei Onlinekauf!). Dabei könnt ihr als Ziel entweder den Hauptbahnhof Centrale FS (58 Minuten Fahrzeit) oder den Bahnhof Cadorna FN (43 Minuten Fahrzeit) wählen. Beide sind zentral und an die Metro angebunden.

In Mailand werdet ihr ziemlich sicher die öffentlichen Verkehrsmittel in Anspruch nehmen, da die Gehdistanzen zwischen den interessanten Orten doch etwas größer sind. Eigentlich recht einfach, aber in der Praxis manchmal doch nervig, ist das Besorgen der Fahrscheine. In den Fahrzeugen gibt es keine Automaten, nur an den größeren Stationen. Theoretisch verkaufen zusätzlich unzählige Kioskshops, Cafés und Trafiken Tickets, aber wenn man schnell eines benötigt, sucht man sich teilweise dumm und dämlich. Für Einzelfahrten nehmt ihr ein Biglietto Urbano um EUR 1,50 (ab dem Entwerten 90 Minuten gültig mit Umsteigen) oder besser gleich ein Tagesticket (Biglietto giornaliero) um EUR 4,50. Vergesst nicht, in jedem Fahrzeug das Ticket zu entwerten (auch das Tagesticket!).

Die Mischung aus uralten und ultramodernen Straßenbahnen ist in Mailand wirklich einmalig! Die historischen Fahrzeuge versehen dabei ihren Dienst genauso verlässlich wie ihre aktuellen Konkurrenzmodelle. Einen Plan für das dichte Netz der Straßenbahn bietet der Mailänder Betreiber ATM aus mir unverständlichen Gründen leider nicht an. Auf der Webseite urbanrail.net habe ich einen guten, wenn auch sehr detaillierten Plan gefunden, den ihr euch am besten im A3-Format ausdruckt und die wichtigsten Stationen mit einem Leuchtstift markiert, um die Übersicht nicht zu verlieren. Für die Metro ist die Sache etwas einfacher, den Netzplan gibt es auf der offiziellen Seite atm.it. Praktisch ist bei der Straßenbahn übrigens noch der Umstand, dass an vielen Stationen ein kleines Schild mit der Aufschrift „Tram a passo d’uomo“ Fahrgästen, die zum Mailänder Dom bzw. ins Stadtzentrum wollen, auch ohne Netzplan bei der Orientierung hilft.

Essen kann man in Mailand naturgemäß sehr gut. Ich wollte einmal authentische italienische Pasta und einmal Pizza genießen – beides ist ausgezeichnet gelungen. Empfehlen kann ich im Viertel Navigli die Pizzeria Buona Forchetta (Via Casale 5, hervorragende Bruschetta und Lachs-Tagliatelle) sowie in der Innenstadt nahe des Mailänder Doms die Pizzeria Di Gennaro (Via Santa Radegonda 14, traumhafte Pizza Bufala und Pizza Quattro Stagioni; preislich trotz der Lage nicht überteuert).

Einen gemütlichen Absacker kann man im Navigli-Viertel gut im Irish Pub Blues Canal (Via Casale 7) zu sich nehmen. Das Ambiente ist sehr schön und Livemusik wird auch geboten.

Im Kaufhaus Rinascente Milano (Piazza del Duomo) gegenüber des Doms findet ihr im obersten Stockwerk eine riesige Auswahl an italienischen Spezialitäten aller Art – ideal vor allem für kleine und große kulinarische Mitbringsel.

 

FAZIT

Bei meinem zweiten Besuch in Mailand habe ich zwar deutlich mehr Zeit zur Verfügung gehabt als noch beim ersten, nur wenige Stunden dauernden Aufenthalt – dennoch wäre ich gerne noch länger geblieben, um die Stadt weitaus intensiver erleben und mehr versteckte Spots finden zu können. So spannend es auch ist, in der Innenstadt zwischen all den gut gekleideten Menschen Sightseeing zu betreiben: die Stadt hat mehr als Mode zu bieten! Neben dem Mailänder Dom haben mich vor allem Leonardo da Vincis Original des Kunstwerks „Das Abendmahl“ und der beeindruckende Friedhof Cimitero Monumentale fasziniert. Abgerundet wurde meine Reise durch die großartige italienische Küche, von der man sich nicht sattessen kann! 🙂

 

Mailand: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.Mailand: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

4 Kommentare

  1. Susanna T. sagt: Antworten

    Tipp falls Du wieder hinmkommst: ein Hauptwerk des Brutalismus ist der (wirklich grauenhaft hässliche) Torre Velasca in der Innenstadt. Und runherum in den Außenbezirken gibt es viel moderne Architektur! Ich mag diese Stadt auch sehr und habe Deinen Bericht – wie auch die anderen – sehr genossen!
    Liebe Grüße,
    Susanna T.

    1. Den Torre Velasca habe ich vom Dach des Mailänder Doms aus bestaunt. Wahnsinn das Teil! Für die moderne Architektur in der Umgebung hat mir nur leider die Zeit gefehlt und das Wetter war auch zu diesig. Next time! 😀

      Liebe Grüße
      Christian

  2. […] ist dabei vor allem das runde Glasdach – insgesamt hat mich das Aussehen an ähnliche Passagen in Mailand und Brüssel erinnert. Wenn ihr es einrichten könnt, solltet ihr auch abends einmal zum Roten […]

  3. […] in Leipzig. Die Passage versprüht zwar nicht die Größe und Eleganz wie die Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand, aber dennoch ist sie äußerst sehenswert, blickt auf eine lange Geschichte zurück und ist durch […]

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