Moskau: Ein Kurztrip in die Megacity

Der Moskauer Kreml

Moskau hat mich schon jahrelang gereizt und Berichte über die russische Hauptstadt faszinierten mich einfach wahnsinnig. Die teuren Flugpreise, das etwas mühsame Prozedere der Visumsbeantragung und etliche Schauergeschichten über die Sicherheit vor Ort haben jedoch dafür gesorgt, dass ich einen Besuch eine gefühlte Ewigkeit vor mich hinschob. 2015 war es dann aber endlich soweit und ich kann sagen: Moskau hat mich ziemlich begeistert!

Moskau

FAKTEN

Reisezeit: Juni 2015 (3 Tage, 3 Übernachtungen)
Anreise: Mit Ukraine International vom Flughafen Wien-Schwechat nach Flughafen Kiew-Boryspil (1:50h), dann weiter nach Flughafen Moskau-Domodedowo (1:30h). Hinweis: diese Flugverbindung besteht nicht mehr!
Unterkunft: Hotel Hilton Moscow Leningradskaya ***** (Kalanchevskaya Ulitsa, 21/40, Hotel buchen*): ausgezeichnetes Luxushotel in verkehrstechnisch guter Lage, nur 150 Meter vom Bahnhof Leningradskij und von der Metro-Station Komsomolskaja (M1, M5) gelegen. Das Hotel ist in einem von sieben historischen Wolkenkratzern im stalinistischen Zuckerbäckerstil untergebracht. Das Innere des Gebäudes ist prachtvoll, die Zimmer dagegen recht nüchtern, aber geräumig. Sehr gute Betten, stilvolles Badezimmer, kostenloses WLAN, tolle Aussicht auf die Stadt. Das inkludierte interkontinentale Frühstück war reichhaltig und qualitativ hochwertig. Weiterempfehlung? JA
Weitere schöne Hotels in Moskau könnt ihr hier* suchen und buchen.

TRANSPARENZHINWEIS

*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn ihr über diese Links etwas bucht, unterstützt ihr meine Arbeit und ich erhalte eine kleine Provision. Für euch entstehen dabei keine Nachteile.

 

Blick über die Stadt Moskau

Das gigantisch große Moskau

Ein Fußballauswärtsspiel des Österreichischen Nationalteams war der ausschlaggebende Grund für mich, Moskau endlich aufzusuchen. Zwar war ich anfangs etwas skeptisch, doch schlussendlich schloss ich mich einem guten Freund an und flog gemeinsam in die zweitgrößte Stadt Europas. Unglaubliche 12 Millionen Menschen (Stand Juli 2017) leben im Großraum Moskaus, das sich über eine gewaltige Fläche erstreckt. Ihr könnt euch deshalb vorstellen, dass man bei einer erstmaligen Besichtigung viele Kompromisse und Abstriche machen muss, wenn es um die sehenswerten Plätze geht – außer man verbringt mehrere Wochen vor Ort. 😉

Drei Tage habe ich mir Zeit genommen, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Moskaus anzusehen. Das ist für eine derartige Megacity wirklich nicht viel und erwartungsgemäß konnte ich auch nicht alles im Detail ansehen, was ich mir vornahm – nichtsdestotrotz war es ein großartiger erster Besuch in Russland – und sicher nicht der letzte. Ein Entspannungsurlaub ist so ein Städtetrip nach Moskau aber sicher nicht. Anders als in anderen Hauptstädten konzentrieren sich die sehenswerten Orte nicht nur im und um das Zentrum, sondern sind teilweise stark in der Umgebung verstreut. Zeit sowie Geduld solltet ihr deshalb auf jeden Fall mitbringen. Aber nun alles der Reihe nach in meinem ausführlichen Reisebericht!

ANTRAG AUF VISUM

Das mühsamste Unterfangen bei einer Reise nach Russland beginnt schon bei der Planung – man benötigt ein Visum. Ihr werdet sehen, das unglaublich viel Bürokratie dahinter steckt und man einiges beachten muss. Ich kann natürlich nur über das Prozedere für einen Visumsantrag aus Wien berichten, aber der Ablauf dürfte wohl überall ähnlich sein. Das günstigste Visum (EUR 35,-) erhält man bei der Botschaft der Russischen Föderation in der Republik Österreich. Auf der Webseite steht ganz genau, was man für einen Antrag benötigt, lest euch den Text am besten gut durch.

In aller Kürze: es muss neben dem eigentlichen Visumantrag ein gültiger Reisepass, ein Passfoto, der Nachweis einer Reisekrankenversicherung und eine Einladung des Hotels vorgelegt werden (diese erhält man nach der Buchung vom Hotel zugesendet).

All das muss persönlich erfolgen! Deshalb muss man sich auf der genannten Webseite austria.mid.ru auch noch registrieren, um eine Terminvereinbarung zu erhalten. Lasst euch hier ja nicht zuviel Zeit damit, denn die Termine sind relativ rar! Wenn ihr keinen zeitnahen Termin findet (so wie in meinem Fall), gibt es noch eine alternative Lösung:

Zahlreiche Firmen haben sich auf eine Visumvermittlung spezialisiert – die Bearbeitung wird dadurch naturgemäß deutlich teurer. Ich habe in Wien den Service von VHS (Visa Handling Service) genutzt, was mich satte EUR 119,- gekostet hat. Am besten vergleicht ihr die Preise noch mit anderen Anbietern, um eventuell etwas zu sparen.

 

Der Rote Platz in Moskau

Der Rote Platz, das Machtzentrum Moskaus

Der Rote Platz ist ohne Zweifel das Zentrum Moskaus und das Herz Russlands. Auf Russisch heißt der Platz Krasnaja Ploschtschad, was früher „schöner Platz“ bedeutete. Sagenhafte 500 Meter Länge und 150 Meter Breite ergeben eine wirklich riesige Fläche, die im Normalfall leer steht und recht unspektakulär wirkt. In der Vergangenheit fanden darauf unter anderem Militärparaden, Aufmärsche, Bekanntmachungen des Zaren und Hinrichtungen statt. Dass der Rote Platz seit 1990 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde, liegt wohl eher an den grandiosen Bauwerken rundherum.

Ich bin nach meiner Ankunft in Moskau am späten Nachmittag sofort zum Roten Platz aufgebrochen, um gleich zu Beginn meiner Reise das Highlight im Abendlicht erleben zu können. Pünktlich zur Dämmerung stand ich vor dem Auferstehungstor, durch das man den Platz betritt. Schon von außen sticht neben dem Tor noch das Staatliche Historische Museum optisch einfach enorm hervor – die prachtvolle Beleuchtung tat noch ihr Übriges. Mein erster Eindruck auf dem Roten Platz selbst hat mich dann fast zu Tränen gerührt. Es war für mich ein sehr emotionaler Moment, solch einen weltbekannten Ort dann tatsächlich mit eigenen Augen zu sehen und die Atmosphäre zu spüren!

Die wichtigsten Bauwerke umfassen natürlich den mächtigen Kreml, das Lenin-Mausoleum, die unheimlich verspielt wirkende Basilius-Kathedrale, das pompöse Kaufhaus GUM und eben das vorhin genannte Staatliche Historische Museum neben dem Auferstehungstor. Nachfolgend erhaltet ihr nun mehr Info darüber.

Fotospots

 

Der Kreml

Der Moskauer Kreml ist unbestritten die wichtigste Sehenswürdigkeit der russischen Hauptstadt. Das von roten Mauern umgebene, 28 Hektar große Areal beherbergt neben mehreren Kirchen, jeder Menge Türmen und repräsentativen Bauten auch den Senatspalast, in dem der russische Präsident seines Amtes waltet. In die Nähe des Palastes gelangt man als Tourist selbstverständlich nicht, aber auch ohne dieses Gebäude bleiben noch eine Vielzahl an anderen sehenswerten Kulturschätzen. Alle Infos zu den verschiedenen Ticketoptionen, Preisen und Öffnungszeiten findet ihr auf der Webseite kreml.ru. Einfacher ist es, wenn ihr euch zum Beispiel einer der von GetYourGuide angebotenen Kreml-Touren* anschließt, da hier schon alles organisiert ist. Am besten zu erreichen ist der Kreml über die Metro-Stationen Borowitzkaja (M9), Bibliotheka Lenina, Okhotny Rjad (beide M1), Ploschad Rewoljuzii (M3) oder Theatralnaja (M2). Mehr zum Thema Metrofahren in Moskau dann weiter unten im Artikel.

Ich selbst habe den Kreml leider nur von außen besichtigt, da ich einfach nicht die Zeit für einen ausführlichen Besuch hatte. Ein Rundgang durch das Areal würde wohl gut und gerne einige Stunden verschlingen, die ich lieber darin investiert habe, andere Bereiche von Moskau kennenzulernen. Vom Roten Platz aus sieht man jedenfalls den bekanntesten der zahlreichen Kreml-Türme, den Erlöser-Turm mit seiner großen goldenen Uhr. Unmittelbar daneben steht das Lenin-Mausoleum, in dem der einbalsamierte Körper des am 21. Januar 1924 verstorbenen Kommunistenführers und Gründers der Sowjetunion, Wladimir Lenin, aufgebahrt liegt. In das Innere kann man täglich außer montags und freitags kostenlos einen Blick hineinwerfen (10-13 Uhr). Zu beachten gilt hier nur, dass man weder fotografieren noch größere Taschen mitnehmen darf. Abgeben kann man seine Habseligkeiten gegen eine Gebühr im Staatlichen Historischen Museum.

HINWEIS

Für den Besuch des Kreml solltet ihr darauf achten, keine zu große Kamera mitzunehmen. Ich habe in mehreren Berichten und Reiseführern davon gelesen, dass am Eingang anhand der Objektivgröße entschieden wird, ob die Kamera als Profiausrüstung gewertet wird und nicht auf das Areal mitgenommen werden darf. Da ich diesem Umstand auch im restlichen Moskau entgehen wollte, habe ich von vornherein meine kleinere Canon PowerShot G6 anstelle meiner Spiegelreflexkamera mitgenommen. Dadurch hatte ich nirgendwo Probleme, Fotos zu schießen.

 

Fotospots

Einen tollen Blick auf den Kreml und den Großen Kremlpalast erhält man von der Großen Steinernen Brücke (Bolschoi Moskworezki most) unweit des Roten Platzes. Die Brücke führt über den Fluss Moskwa und ermöglicht es euch durch eine flache Steinmauer, auch ohne Stativ eure Kamera abzulegen und Langzeitbelichtungen am Abend aufzunehmen.

 

Basilius-Kathedrale

Die Basilius-Kathedrale ist von der Wichtigkeit zwar hinter dem Kreml aufzuführen, von der optischen Erscheinung ist die ehemalige Kirche aber klar die Nummer eins. Schon von Weitem springen die farbenprächtigen Zwiebeltürme dem Besucher ins Auge und wenn man einmal davor steht, weiß man gar nicht so recht, wo man zuerst hinschauen soll. Die Basilius-Kathedrale ist meiner Meinung nach ein Bauwerk, das in der Realität weitaus beeindruckender wirkt als auf Fotos.

Heute ist im Inneren, das laut Berichten wahnsinnig eng und klaustrophobisch sein soll, eine Außenstelle des Staatlichen Museums für Geschichte untergebracht, in der unterschiedliche Dauer- und Wechselausstellungen gezeigt werden. Auf Fotos im Internet sieht das Innenleben sehr schön aus mit üppig dekorierten Wänden, ich selbst hatte aber leider wieder keine Zeit mich anzustellen, um hineinzugehen.

Fotospots

 

Warenhaus GUM

Das Warenhaus GUM nimmt in seiner Länge die Hälfte des Roten Platzes ein und ist nicht zu übersehen. Das 1893 errichtete Gebäude hat eine über 100-jährige Geschichte hinter sich und ist heute ein beliebter Ort für Touristen, um Geld dazulassen. Auf den drei Stockwerken haben sich neben Juwelieren, Luxusboutiquen und allerhand Bekleidungsgeschäften weiters Restaurants und Cafés niedergelassen.

Ein zumindest kurzer Rundgang durch die Längspassagen sollte bei eurem Moskau-Aufenthalt nicht fehlen. Beeindruckend ist dabei vor allem das runde Glasdach – insgesamt hat mich das Aussehen an ähnliche Passagen in Mailand und Brüssel erinnert. Wenn ihr es einrichten könnt, solltet ihr auch abends einmal zum Roten Platz gehen und die detailreiche, wie weihnachtliche Lichterketten wirkende Beleuchtung an der Fassade des Warenhaus GUM bestaunen.

Fotospots

 

Die Moskauer Metro

Die Benutzung der Metro in Moskau ist eigentlich obligatorisch, ob ihr gerne U-Bahn fahrt oder nicht. 😉 Erstens ist es die unangefochten schnellste Art, sich in der Stadt fortzubewegen (Taxis und Autos stehen nur im Stau), zweitens sind die Stationen fantastisch anzusehen – einige sogar richtige Kunstwerke. Die Benutzung der Metro ist eigentlich kinderleicht, man muss sich nur an die teilweise irren Massen gewöhnen – pro Tag fahren immerhin rund sieben Millionen Menschen im Untergrund. Tickets erhält man einfach am Automaten, dessen Benutzeroberfläche sich auf Englisch umstellen lässt. Eine Einzelfahrt kostet RUB 55,- (EUR 0,80), 20 Fahrten auch nur günstige RUB 747,- (EUR 10,70). Ob ihr eine 24h- (RUB 218,- / EUR 3,10) oder 72h-Karte (RUB 415,- / EUR 6,-) auch am Automaten kaufen könnt weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich habe dies am Ticketschalter persönlich gemacht.

So findet ihr euch im Untergrund zurecht

Die Orientierung in den Stationen ist am Anfang sicherlich ungewohnt und verwirrend. Ladet euch am besten schon vorab den Netzplan von der Webseite mosmetro.ru direkt als PDF herunter und druckt ihn in Farbe aus. Dabei sind die Stationsnamen neben kyrillisch auch im lateinischen Alphabet angegeben, was die Sache etwas erleichtert (mehr zum Thema kyrillisches Alphabet – und wie ihr euch daran gewöhnt – in den Allgemeinen Tipps am Ende des Beitrags). Die Züge kommen sogar in den Randzeiten ca. alle 1-2 Minuten, was ich bisher aus keiner anderen Stadt kenne. Die Wagen selbst sind recht alt und wenig bequem, aber dafür gelangt man recht schnell von Punkt A nach Punkt B. Die Stationsabstände sind teilweise kilometerlang, was vor allem bei der nützlichen braunen Ringlinie M5 deutlich wird, mit der man enorme Distanzen in der Stadt in kurzer Zeit überwindet.

Die schönsten Stationen

Wie erwähnt, sind viele Stationen prachtvoll ausgestattet und erinnern an Paläste unter der Erde. Einige besonders schöne habe ich absichtlich angefahren, dazu zählen beispielsweise die Stationen Komsomolskaja (M1, M5), Arbatskaja (M3), Dobryninskaja (M5), Prospekt Mira (M5, M6) und Kievskaya (M3, M4, M5) – es gibt aber noch deutlich mehr faszinierende. Wenn ihr euch die Metro nicht auf eigene Faust ansehen wollt, dann gibt es auch verschiedene Metro-Führungen mit Guide*, auf denen euch die Geschichte und Architektur der kunstvoll ausgestatteten Stationen nähergebracht wird.

Fotospots

 

Zuckerbäckerbau Kotelnitscheskaja in Moskau

Die Sieben Schwestern

In den letzten Jahren unter der Herrschaft von Josef Stalin wurden in Moskau zwischen 1947 und 1953 sieben Hochhäuser im Zuckerbäckerstil errichtet (von acht geplanten). Die monumentalen Bauwerke werden als Sieben Schwestern bezeichnet. Ich selbst habe in einem dieser mächtigen Wolkenkratzer übernachtet (Hotel Hilton Leningradskaja), was ein wirklich besonderes Gefühl war. Fotos findet ihr im gesamten Artikel verstreut in den Fotospots. Hier ist eine Auflistung der einzelnen Gebäude und der heutige Verwendungszweck:

Zentraler Campus der Lomonossow-Universität (GPS-Koordinaten): 1948–1953 erbaut, das erste und höchste Gebäude unter den Sieben Schwestern. Es sind dort Fakultäten für Geologie, Geografie und die mechanisch-mathematische Fakultät untergebracht, zusätzliche Wohnungen für das Lehrpersonal und Studentenwohnheime.

Gebäude des Außenministeriums (GPS-Koordinaten): 1948–1953 erbaut, Sitz des russischen Außenministeriums.

Hotel Ukraine (GPS-Koordinaten): 1953–1957 erbaut, heute ist das Radisson-Blu-Hotel dort untergebracht.

Wohnhaus an der Kotelnitscheskaja-Uferstraße (GPS-Koordinaten): 1938 begonnen, nach dem Zweiten Weltkrieg 1948 bis 1952 fertiggestellt, Nutzung als reines Wohngebäude.

Haus am Roten Tor (GPS-Koordinaten): 1953 fertiggestellt, heutige Nutzung als Wohngebäude und Sitz des Moskauer Stadtbauunternehmens Transstroi.

Hotel Leningradskaja (GPS-Koordinaten): 1949–1952 erbaut, heute ist das Hotel Hilton Leningradskaja darin untergebracht.

Wohnhaus am Kudrinskaja-Platz (GPS-Koordinaten): 1948–1954 erbaut, Nutzung als reines Wohngebäude.

 

Gorki Park

Der Gorki-Park ist vielen von euch wahrscheinlich vor allem durch seine Erwähnung im Lied „Wind of Change“ der Band Scorpions bekannt. Die Grünanlage ist durch ihre großzügigen Dimensionen der ideale Ort, um einmal vom Sightseeing zu entspannen und dabei auch den Einheimischen bei der Erholung oder beim Freizeitsport zuzusehen. Die Gartenanlage erinnert an westeuropäische Parks und ist sehr gepflegt.

Wunderschön ist es beispielsweise, am kleinen See mit einem Springbrunnen zu sitzen und dem Wasser beim Plätschern zuzuhören. Am Ufer der Moskwa lässt es sich ebenfalls gut aushalten und den Ausflugsschiffen (siehe nächster Punkt) beim Vorbeifahren zuzusehen. Dabei stört auch nicht wirklich der gegenüber liegende und Respekt einflössende Gebäudekoloss des Verteidigungsministerium der Russischen Föderation. Ich empfehle euch, in einem der im Park befindlichen Cafés einen Drink einzunehmen und die Szene auf euch wirken zu lassen.

Fotospots

 

Bootsfahrt auf der Moskwa

Eine Bootsfahrt auf der Moskwa zählt für mich zu den Highlights, die ich in Moskau erlebt habe. Solch eine rund zweistündige Fahrt ist nicht nur entspannend (bestellt euch doch ein Bier auf dem Schiff!), sondern man sieht viele Sehenswürdigkeiten aus einer anderen und teilweise sogar besseren Perspektive als vom Land aus. Die großzügig bemessenen Boote legen am Ufer nahe des Kiewer Bahnhofs (Metro M3, M4, M5 Station Kievskaya) an und ab. Ich habe die Route 1 gewählt, die ihr vorab auf der Webseite cck-ship.ru ansehen könnt.

Eine Fahrt kostet RUB 800,- (EUR 11,50), wobei die Schiffe täglich zwischen 11 und 19.30 Uhr halbstündlich losfahren. Während der Fahrt gibt es jede Menge Informationen zu hören, sofern man Russisch spricht – andere Sprachen werden leider nicht angeboten. Aber das schmälert nicht das Erlebnis: man sieht die Wolkenkratzer des modernen Wirtschaftsviertel Moskau City perfekt, betrachtet zwei wundervolle Zuckerbäckerbauten (die Lomonossow-Universität und das Wohnhaus an der Kotelnitscheskaja-Uferstraße) und kann vor allem den Kreml fotografisch perfekt in Szene setzen. Nicht zu vergessen die von außen wundervoll anmutende Christ-Erlöser-Kathedrale mit ihren goldenen Kuppeln.

Alternativ gibt es bei GetYouGuide auch ein interessantes Kombiangebot einer Bootsfahrt und einem 48h-Ticket für die Hop-on-hop-off-Busse*.

Fotospots

 

Alter Arbat und eine grandiose Aussicht

Der Arbat ist nicht nur eine der ältesten erhaltenen Straßen in Moskau, sondern auch eine der beliebtesten Einkaufsstraßen in der Stadt. Es gibt entlang der rund einen Kilometer langen Meile viele historische Gebäude, in denen berühmte Künstler lebten – dafür habe ich mich aber ehrlich gesagt nicht sonderlich interessiert. Ich wollte mich vielmehr davon überzeugen, wie sich eine russische Fußgängerzone von einer in Westeuropa unterscheidet. Die nüchterne Antwort: so gut wie gar nicht. 😉

Im Grunde entdeckt man zwischen einzelnen russischen Lokalen dieselben Geschäfte der international vertretenen Ketten, wie in jeder anderen Einkaufsstraße der europäischen Metropolen. Gestartet habe ich den Spaziergang von der östlich gelegenen Metro-Station Arbatskaya, deren rotes Aufnahmegebäude in Form eines fünfzackigen Sowjetsterns errichtet wurde und sehenswert ist. Das Ende der Fußgängerzone Arbat liegt neben dem Außenministerium, das sich in einem der stalinistischen Zuckerbäckerbauten befindet.

Empfehlen muss ich euch unbedingt noch die nahegelegene Kalina Bar (Novinskiy Blvd., 8) im Gebäude des Einkaufszentrums Lotte Plaza. Die Bar liegt im 21. Stock und ist täglich von 12 bis 6 Uhr früh geöffnet. Untertags wie auch nachts kann man dort einfach einen (teuren) Drink einnehmen oder eine Kleinigkeit essen – der wahre Höhepunkt ist aber ganz klar die Aussicht. Von zwei Seiten aus, wobei auf einer eine kleine Terrasse mit Sitzgelegenheiten angelegt ist, erhält man einen fast kompletten 360-Grad-Blick über Moskau. So sieht man etwa direkt auf die herausstechenden modernen Wolkenkratzer im Stadtviertel Moskau City sowie das Hotel Ukraine (heute Teil von Radisson Blu), das Apartmentgebäude am Kudrinskaja-Platz und das Außenministerium. Ein klarer Tipp, wenn ihr Moskau mal von oben sehen wollt!

Fotospots

 

Schöne Gebäude an allen Ecken

Eines muss man wirklich neidlos anerkennen: in Moskau kommt man bei einem Streifzug durch die Straßen und Gassen ununterbrochen an schönen Gebäuden vorbei. Dazu zählt natürlich auch das weltberühmte Bolschoi-Theater für Oper und Ballett in Russland, wo ich gerne einen Blick hineingeworfen hätte. Nahe des Roten Platzes findet ihr in der Straße Nikolskaya noch die traumhafte Kasaner Kathedrale, die sich wunderbar mit dem Historischen Museum und dem dahinter stehenden Nikolausturm als Gebäudeensemble fotografieren lässt. Ebenfalls sehr gefallen hat mir die Beleuchtung der Bauwerke rund um den Platz Komsomolskaya mit dem Leningrader Bahnhof und dem prachtvollen Metro-Zugang.

Fotospots

 

ALLGEMEINE TIPPS

Ich bin am Flughafen Moskau-Domodedowo angekommen und habe mich sehr schnell zurechtgefunden. Die Einreisekontrolle ging flott über die Bühne und ich habe mir an einem Geldautomaten in der Ankunftshalle sofort mit meiner Bankomatkarte Bargeld besorgt, was problemlos war. Für die Fahrt in die Stadt habe ich den Zug Aeroexpress gewählt, was beim Moskauer Verkehrschaos wohl immer die beste Option ist. Alle Preise findet ihr auf der Webseite aeroexpress.ru, wobei zwei Optionen besonders interessant sind: Für Einzelpersonen das Hin- und Rückfahrticket (Round Trip) um RUB 1.000,- (EUR 14,30) oder das Gruppenticket für bis zu drei Personen (nur in eine Richtung) um RUB 990,- (EUR 14,10). Die Fahrzeit zum Bahnhof Paveletskiy beträgt ca. 45 Minuten, dort habt ihr Anschluss an die Metro-Linien M2 und M5.

Auf die kyrilische Schrift in Russland solltet ihr euch unbedingt zumindest in Grundsätzen vorbereiten – dann macht das Orientieren wirklich wenig Probleme bzw. sogar richtig Spaß! Im Internet finden sich Dutzende Webseiten, die Hilfe beim Erlernen und Verstehen der kyrillischen Buchstaben geben, beispielsweise auf andersreisen.net. Es reicht prinzipiell, die wichtigsten, sich zum lateinischen Alphabet unterscheidenden Buchstaben zu erkennen, um sich in den Metro-Stationen und auf der Straße problemlos zurechtzufinden. Ich habe mich bereits am ersten Tag in der Stadt schnell an die Schrift gewöhnt und konnte häufig intuitiv aus den russischen Worten den Sinn ableiten. Ihr werdet sehen, es ist halb so wild, wenn man sich vorher damit beschäftigt!

Das Essen und Trinken war leider ein Punkt, der mir in Moskau gar nicht zugesagt hat. Erstens war es wahnsinnig schwer überhaupt annehmbare Restaurants zu finden, zweitens haben mich die angebotenen Speisen großteils nicht angelacht. Ich hätte mir lokale Spezialitäten erwartet, aber dafür muss man anscheinend genau wissen, wo man hingehen sollte. Dementsprechend habe ich mich leider nur von Fast Food (im Bild Burger mit Pommes Frites im Lokal Shake Shack, Arbat St 38) ernährt, was sehr unbefriedigend war. Ein weiteres Problem war das Auffinden von Bars, um einen Absacker zu trinken. Selbst in der Innenstadt rund um den Roten Platz war es wirklich schwierig, ein Bier aufzutreiben.

Wenn ihr Lust auf eine französische Bäckerei mit frischen Croissants und Baguettes habt, dann haltet Ausschau nach Le Pain Quotidien (Zubovskiy Bulvar, 11).

 

FAZIT

Mein Kurztrip nach Moskau war ein wirklich spannendes und emotionales Unterfangen. Drei Tage in der Megacity sind prinzipiell schon zu wenig, um alles Wichtige zu erkunden. Wenn man dann noch die An- und Abreise sowie den Besuch eines Fußballspiels dazuzählt, bleibt noch weniger Spielraum für die Sehenswürdigkeiten. Nichtsdestotrotz konnte ich einen ersten Eindruck der beeindruckenden Bauwerke erhalten, die in mir jedenfalls die Lust geweckt haben, nochmals in die russische Hauptstadt zu fliegen und Moskau mehr Zeit zu geben – denn das verdient sie ohne Zweifel!

 

Moskau: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

Moskau: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

2 Kommentare

  1. Hi Christian!
    Danke für deine Einführung in die Stadt Moskau!
    Sehr bald werde ich dort sein und deinen Bericht als kleinen Leitfaden verwenden 😉
    LG
    Ronon

    1. Viel Spaß in Moskau!

      Viele Grüße
      Christian

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