Regensburg: Kultur und Gemütlichkeit

Regensburger Altstadt und Dom St. Peter

Mit dem deutschen Bundesland Bayern verbindet mich eine besondere Beziehung. Vor allem im Sommer bin ich wahnsinnig gerne in der Region, um die bayrische Gemütlichkeit und das vielfältige Kulturprogramm auf mich wirken zu lassen. Regensburg stellt in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar und hat großen Eindruck bei mir hinterlassen.

Regensburg

FAKTEN

Reisezeit: August 2015 (2 Tage, 1 Übernachtung)
Anreise: Mit dem Zug von Wien Hauptbahnhof nach Regensburg Hauptbahnhof (3:15 h).
Unterkunft: Hotel ACHAT Plaza Herzog am Dom Regensburg **** (, Webseite): Sehr gute und zentrale Lage hinter dem Dom St. Peter, 10 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt, stilvolle Zimmer, sehr bequeme Betten, schönes Badezimmer, kostenloses WLAN, Frühstück nicht genutzt, kleiner aber sehr feiner Biergarten. Weiterempfehlung? JA

Altstadt von Regensburg

Ab ins schöne Bayern!

Vielleicht kennt ihr bereits meinen Blogartikel über München und meine Liebe zu dieser Stadt. Darin erläutere ich ausführlich, warum ich Bayern so ins Herz geschlossen habe. Aus diesem Grund war ich sofort Feuer und Flamme, als mit meinem Vater und Bruder eine gemeinsame Männertour anstand und wir uns für Regensburg sowie Passau (den Reisebericht dazu könnt ihr hier lesen: Passau: Treffpunkt der Flüsse) entschieden. Die Anreise von Wien aus ist extrem unkompliziert, fährt doch ein ICE der Deutschen Bahn in nur etwas mehr als drei Stunden direkt von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof. Im zum UNESCO-Welterbe gehörenden Regensburg selbst erkundeten wir dann in zwei Tagen ausschließlich zu Fuß die Sehenswürdigkeiten und genossen ausführlich die kulinarischen Seiten der mittelalterlichen Stadt. Aber nun alles im Detail!


Gedenkstätte Walhalla bei Regensburg

Meine Top 3 Sehenswürdigkeiten

Gedenkstätte Walhalla

Über diese Sehenswürdigkeit werdet ihr euch vielleicht wundern, denn sie liegt gar nicht in Regensburg, sondern einige Kilometer entfernt im Ort Donaustauf. Da die Gedenkstätte Walhalla allerdings sehr einfach zu erreichen ist und sie mich derart beeindruckt hat, steht das historische Bauwerk bei mir an erster Stelle bei einem Besuch in Regensburg!

Für die Anreise haben wir den Wasserweg gewählt und sind mit einem Boot der Schifffahrt Klinger gefahren. Das Schiff legt zentral in der Nähe der Steinernen Brücke ab, die Tickets (Hin- und Rückfahrt EUR 13,80) kann man direkt am Kiosk davor kaufen – Infos und den Fahrplan findet ihr auf der Webseite schifffahrtklinger.de. Der gesamte Ausflug dauert drei Stunden, wobei man für die Besichtigung der Walhalla 75 Minuten Zeit hat. Dabei geht zwar schon (gesamt) eine halbe Stunde für den Fußmarsch zwischen der Anlegestelle und der Gedenkstätte drauf, trotzdem konnten wir alles in Ruhe und stressfrei besichtigen.

Die Walhalla ist ein monumentales Bauwerk, dessen Architekt Leo von Klenze offensichtlich von der Athener Akropolis inspiriert wurde. In Auftrag gegeben wurde die Errichtung von Königs Ludwig I. – er wollte ein Denkmal für verdienstvolle Männer und Frauen. 1842 und somit zwölf Jahre nach Baubeginn wurde das beeindruckende Gebäude fertiggestellt. Für eine Besichtigung der Ruhmeshalle sind EUR 4,- zu bezahlen, die gut investiert sind. Das Innenleben ist wirklich grandios und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Außerhalb kann man rundherum spazieren und zwischen den Marmorsäulen das Donaupanorama genießen. Für alle Infos zu den Öffnungszeiten schaut ihr am besten auf die Webseite schloesser.bayern.de.

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Dom St. Peter

Der gotische Regensburger Dom St. Peter ist das Wahrzeichen der Stadt und eigentlich von fast überall sichtbar – die beiden 105 Meter hohen Türme überragen einfach die anderen Bauwerke um einiges. Der Bau der Kirche zog sich über 600 Jahre hinweg, währenddessen immer wieder verschiedene Elemente hinzugefügt wurden. Das Innenleben wirkt relativ nüchtern und einfach, gegenteilig dazu stechen jedoch die enorm detailreich verzierten, bunten Glasfenster hervor. Eine Besichtigung hat man zwar recht schnell absolviert, nichtsdestotrotz gehört der Regensburger Dom unbedingt zu einem Besuch dazu! Für die Öffnungszeiten und Infos zu angebotenen Führungen seht ihr euch am besten die Webseite bistum-regensburg.de an.

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Steinerne Brücke

Ein weiteres Wahrzeichen und Symbol für Regensburg ist die mittelaterliche Steinerne Brücke, welche die Altstadt mit dem Stadtteil Stadtamhof verbindet. Auch wenn sie sich optisch nur dezent ähneln, hat mich das 300 Meter lange Bauwerk sofort an die Prager Karlsbrücke erinnert. Die Steinerne Brücke jedenfalls gilt als die älteste erhaltene Brücke Deutschlands, sie wurde von 1135 bis 1146 erbaut. Eine Besonderheit ist, dass sie 800 Jahre lang bis 1935 die einzige Donauquerung in Regensburg und Umgebung blieb.

Ein Spaziergang über die Brücke ist natürlich Pflicht für jeden Besucher. Von mehreren Stellen aus ergeben sich tolle Blicke auf die Altstadt mit dem Regensburger Dom im Hintergrund. In der Mitte der Brücke kann man auf der Jahninsel direkt ans Wasser gehen und dort einfach mal abschalten. Alleine ist man dort bei warmen Wetter sicher nicht – zahlreiche Leute grillen oder unterhalten sich am Ufer. Für Fotografen würde sich dort ein fantastisches Motiv ergeben: Die Steinerne Brücke mit Regensburger Dom und einer Spiegelung im Wasser. Leider wurde mir diese Aufnahme verwehrt, da die Brücke großteils eingezäunt war und erst im Laufe des Jahres 2018 wieder vollkommen in neuem Glanz erstrahlen soll.

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TIPP

Ein kleiner Geheimtipp: im Einkaufszentrum Galeria Kaufhof am Neupfarrplatz könnt ihr zu den Öffnungszeiten (Mo-Sa 9-20 Uhr) im obersten Stockwerk auf die Terrasse des Restaurants gehen und tolle Blicke auf den Dom St. Peter und die Neupfarrkirche erhaschen.

 


Historisches Gebäude in Regensburg

Historische Gebäude an jeder Ecke

Ich habe während meiner Reisen schon zahlreiche historische Stadtkerne besichtigt, aber die Regensburger Altstadt gehört sicherlich zu den besonders schönen. An gefühlt jeder Ecke erblickt man erhaltene Gebäude, deren Ursprung teilweise bis in das Mittelalter zurückgeht. Bei meinem Spaziergang durch die Gassen sind mir fünf Bauwerke ganz besonders ins Auge gestochen:

Brückturm

Am Ende der Steinernen Brücke leuchtet einem in kräftiger Farbe der Brückturm entgegen – der einzige erhaltene von drei Türmen entlang der Brücke. Im Turm aus dem 14. Jahrhundert waren früher Schuldner eingesperrt, heute befindet sich ein kleines Museum im Inneren. Von April bis Oktober kann man täglich von 10-19 Uhr um EUR 2,- Ausstellungsstücke über die Steinerne Brücke besichtigen sowie von der Turmwohnung ganz oben den Blick genießen. Ich hatte diese Möglichkeit leider bei meinem Besuch nicht auf dem Radar, also vielleicht macht ihr es besser als ich. 😉

Altes Rathaus

Nur etwa 150 Meter stadteinwärts vom Brückturm entfernt steht man dann direkt vor dem Alten Rathaus aus dem Jahr 1245. Der Turm ist dabei das älteste Überbleibsel des Gebäudes. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wurde im darin befindlichen Reichstagssaal der Immerwährende Reichstag abgehalten, welcher als Vorläufer des deutschen Parlaments, der EU und der UNO gilt. Eine Besichtigung des Museums document Reichstag ist im Zuge einer Führung möglich, alle Infos dazu gibt es auf der Webseite regensburg.de. Auch dieses Museum haben wir zugunsten eines Biergartens ausgelassen (shame on us!).

Porta Praetoria

Geht man in Richtung Osten weiter, passiert man die Porta praetoria, ein römisches Tor. Man kann es leicht übersehen, weil das Tor selbst nur sehr klein ist. An der Außenwand sind noch erhaltene Mauerreste eingebettet. Das Haupttor von ehemals vier Toren war Teil eines Legionslagers, das unter Kaiser Marc Aurel gegründet wurde – aus diesem Lager entstand dann übrigens die Stadt Regensburg.

Ostentor

Wiederum einige Minuten Spaziergang weiter entdeckt man – wie der Name schon vermuten lässt – das Richtung Osten zeigende Ostentor. Es stammt von Anfang des 14. Jahrhunderts und war Teil der damaligen Stadtbefestigung. Es zählt heute zu den am besten erhaltenen gotischen Stadttoren Deutschlands. Ich hatte das große Glück, dass die tiefstehende Sonne ein wunderbares Licht durch das Tor zauberte!

Königliche Villa

Der letzte Gebäudetipp von mir betrifft die Königliche Villa. Unmittelbar neben dem Ostentor kann man den Villapark betreten, eine kleine aber feine Grünfläche. Durchquert man den Park, stößt man an das Ufer der Donau und sieht direkt auf die Königliche Villa, die Sommerresidenz von König Maximilian II. von Bayern. Das Bauwerk besticht durch seinen neugotischen Baustil, der sich vor allem in München in der Maximilianstraße stark wiederfindet.

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Bratwürste in der historischen Wurstkuchl in Regensburg

Kulinarisches in Regensburg

Regensburg strotzt – wie so viele Orte in ganz Bayern – vor einer riesigen Anzahl an Gasthäusern und Biergärten. Während meines zweitägigen Besuchs habe ich vier kulinarische Tipps für euch gesammelt, die alle unterschiedliche Geschmäcker treffen sollten:

Wurstkuchl

Was gibt es Schöneres, als nach der Ankunft in einer fremden Stadt gleich einmal etwas Schmackhaftes zu essen und ein bayrisches Weißbier zu trinken? Wir haben uns sofort in die historische Wurstkuchl (Thundorferstraße 3) begeben, um unseren Hunger mit frisch gegrillten Bratwürsten zu stillen. Gleich daneben blickt man auf die Donau und die Steinerne Brücke, herrlich! Im Gebäude aus dem 17. Jahrhundert kann man auch direkt zusehen (und riechen), wie die kleinen Würste vor sich hinbruzeln.

Dampfnudel Uli

„Die besten Dampfnudeln gibt’s beim Dampfnudel Uli“ – dieses Zitat des Sternekochs Alfons Schuhbeck empfängt den Besucher auf der Webseite der Gaststätte von Ulrich Deutzer. Und es ist wahrlich keine Übertreibung, denn die gleichnamige Süßspeise beim Dampfnudel Uli (Am Watmarkt 4, nur Mittwoch bis Samstag geöffnet) schmeckt sündhaft gut. Mit etwas Glück erwischt man einen der wenigen freien Plätze in der ruhigen Fußgängerzone direkt vor dem Lokal, ansonsten ist aber auch das Gewölbe im Inneren sehr sehenswert und bietet genügend Sitzflächen!

Biergarten im Hotel Bischofshof am Dom

Wie bereits erwähnt gibt es in Regensburg einige Biergärten, deshalb ist dieser Tipp hier stellvertretend für die anderen zu sehen. Beim abendlichen Spaziergang durch die Altstadt und der Suche nach einem schönen Platz im Freien sind wir auf den Gastgarten des Hotels Bischofshof am Dom () gestossen. Dieser ist typisch bayrisch und hat mir auch deshalb so gut gefallen, weil die Fassade des Hotels wunderschön anzusehen ist – hier lässt sich also in prächtiger Atmosphäre eine Maß trinken!

Wochenmarkt Regensburg

Wie es der Zufall so wollte, konnten wir am Tag unserer Abreise noch den Wochenmarkt direkt hinter unserem Hotel besuchen. Dieser findet jeden Samstag von 5-13 Uhr auf dem Alten Kornmarkt statt. Ich habe mitbekommen, dass es noch einige weitere in Regensburg gibt, fragt bei Interesse am besten in der Touristeninfo (Rathausplatz 4) nach. Der Wochenmarkt am Alten Kornmarkt bietet jedenfalls alles an Obst und Gemüse, was in der Umgebung so wächst. Nicht nur das Umherschlendern zwischen den Ständen hat Spaß gemacht, auch der frische Duft der Früchte war betörend in der Nase! Nach einer Tasse süßer und riesiger Erdbeeren mussten wir dann auch noch unbedingt eine original Regensburger Wurst an einem Stand probieren, diese war aber nicht so mein Geschmack – ich glaube, ich bleibe bei den Bratwürsten.

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FAZIT

Regensburg kann ich euch wärmstens empfehlen, wenn ihr in der warmen Jahreszeit einen Städtetrip über das Wochenende plant! Der historische Stadtkern aus dem Mittelalter ist wunderschön und zurecht Teil des UNESCO-Welterbes. Beim Spazieren durch die Gassen entdeckt man mit dem Dom St. Peter und der Steinernen Brücke nicht nur die beiden Hauptsehenswürdigkeiten, sondern stößt auch zwangsweise an gefühlt jeder Ecke an ein historisch bedeutsames Gebäude. Ein Halbtagesausflug mit den Schiff zur monumentalen Gedenkstätte Walhalla sollte auch unbedingt auf eurer To-do-Liste stehen! Abgerundet wird der Aufenthalt in Regensburg dann noch mit den fantastischen kulinarischen Möglichkeiten von der Bratwurst über frisches Obst vom Markt bis zur süßen Dampfnudel. 🙂

 

Regensburg: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.Regensburg: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

1 Kommentar

  1. […] Wenn es nach Klischees geht, bedeutet eine Männertour im Hochsommer nur eines: das ausgiebige Testsitzen in Biergärten mit Verkostung des lokalen Gerstensaftangebots. Doch um diesen Artikel über Passau auch mit echten Inhalten füllen zu können, habe ich mich neben dem Überprüfen des bayrischen Reinheitsgebotes noch um die kulturellen Höhepunkte der Stadt gekümmert. 😉 Die gesamte Reise dauerte drei Tage, wobei wir die Hälfte davon zuvor in Regensburg verbrachten, wo es uns sehr gut gefiel. Meinen Reisebericht dazu könnt ihr hier nachlesen: Regensburg: Kultur und Gemütlichkeit […]

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