Washington, D.C.: Die unaufgeregte Hauptstadt

Das Kapitol in Washington DC

Wenn es um eine Reise in die USA geht, steht bei vielen wohl New York City an erster Stelle. So war es auch bei mir – aber ich wollte noch mehr sehen und bin deshalb weitergereist in die Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika: Washington, D.C.! Was ich dort alles erlebte, welche berühmten Bauwerke ich bestaunte und warum die Stadt einen komplett anderen Eindruck als erwartet auf mich ausübte, lest ihr in diesem Blogbeitrag.

Washington, D.C.

FAKTEN

Reisezeit: Mai 2010 (4 Tage, 3 Übernachtungen)
Anreise: Mit JetBlue von New York JFK Airport nach Ronald Reagan Washington National Airport (1:10 h).
Unterkunft: Hotel The Dupont Circle **** (, Webseite): gute Lage nördlich des Zentrums, recht ruhige Gegend, Metro-Station Dupont Circle (Red Line) nur wenige Schritte entfernt, geräumige Zimmer, leicht düsteres Ambiente durch dunkle Farben, dennoch stilvoller Gesamteindruck, gewöhnungsbedürftiges offenes Badezimmer, Dusche/WC nur durch Milchglastür vom Zimmer getrennt, bequeme Betten, kostenloses WLAN, Frühstück nicht gebucht. Weiterempfehlung? JA

HINWEIS

Meine Reise nach Washington, D.C. Mitte 2010 ist schon mehrere Jahre her, wodurch einige Details in meinem Artikel möglicherweise nicht mehr existieren oder mittlerweile anders sind. Für diesen Artikel habe ich jedoch Anfang 2018 alle Daten sowie Links auf den neuesten Stand gebracht und gehe auf Unterschiede, falls vorhanden, in diesem Reisebericht explizit ein.

 


Innenstadt von Washington DC

Washington, D.C.: eine US-Großstadt wie keine andere

Bei der Stadt Washington, D.C. ist der (vielleicht etwas nervig wirkende) Zusatz „D.C.“ sehr wichtig, denn ohne ihn würde man vom Bundesstaat Washington sprechen, der geografisch im äußersten Nordwesten der USA und damit komplett woanders als die Hauptstadt liegt. Die Abkürzung steht übrigens für District of Columbia – welcher allerdings kein eigener Bundesstaat, sondern direkt dem Kongress unterstellt ist. In weiteren Verlauf dieses Blogartikels werde ich der Einfachheit halber das Kürzel D.C. trotzdem weglassen, ich denke ihr könnt damit leben. 😉

Drei Tage sind ein guter Anfang

Für den Besuch Washingtons haben meine Freundin und ich uns etwas mehr als drei Tage Zeit genommen, was zwar für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reicht, eine etwas tiefere Beschäftigung mit der Stadt aber leider nicht zulässt. Trotzdem war es uns enorm wichtig, auf unserer USA-Reise neben New York auch die politisch wichtigste Stadt der Vereinigten Staaten kennenzulernen. Immerhin stehen hier weltbekannte Bauwerke, Institutionen und der US-Präsident hat in Washington seinen Sitz im Weißen Haus.

Washington, die „Provinzstadt“

Bevor ich euch meine zehn Highlights der Reihe nach vorstelle, möchte ich einen für mich überraschenden Umstand gleich vorwegnehmen. Washington hat sich mir vollkommen anders präsentiert als erwartet! Das lag sicherlich am vorherigen Aufenthalt in der großen, lauten und stressig wirkenden Megacity New York, denn so ähnlich habe ich mir auch Washington vorgestellt. Dort ist aber alles vollkommen anders: es gibt keine Wolkenkratzer und keine Skyline wie in anderen US-Großstädten, auch die normalerweise allerorts hörbaren Sirenen der Einsatzfahrzeuge konnte ich in drei Tagen kein einziges Mal vernehmen. Das Leben auf den Straßen wirkt großteils unaufgeregt und direkt ruhig, außerdem wurde ich von ungewohnt vielen Grünflächen sowie Parks überrascht – alles Punkte, die mir den Besuch wirklich versüßten! 🙂

Weitere Stationen dieser Reise

Washington, D.C. war Teil einer zweiwöchigen Reise durch die USA. Meine Freundin und ich haben auch noch New York, die Niagarafälle und Chicago besucht, die Reiseberichte dazu folgen demnächst!

Reiseverlauf: Wien –> New York (Flug Austrian Airlines) // New York –> Washington, D.C. (Flug JetBlue) // Washington, D.C. –> Buffalo Niagara (Flug United) // Buffalo Niagara –> Chicago (Mietauto) // Chicago –> New York (Flug JetBlue) // New York –> Wien (Flug Austrian Airlines)

 


Skyline von Washington DC

Meine Top 10 in Washington

Washington ist reich an Sehenswürdigkeiten, vor allem was die kulturellen Möglichkeiten angeht. Neben dem absoluten Pflichtbesuch vor dem Weißen Haus ist es vor allem die National Mall, die viel Zeit erfordert – aber auch viel Freude bereitet. Auf dieser 4,8 Kilometer langen Nationalpromenade reihen sich die Museen und wichtigsten historischen Bauwerke aneinander. Bekannt ist sie natürlich auch, weil auf der National Mall die Amtseinführung des US-Präsidenten gefeiert wird und Hunderttausende Menschen Platz finden, um die Zeremonie zu beobachten. Darüberhinaus bietet Washington natürlich noch weitere Highlights, die ich euch nun im Detail vorstelle.

Platz 1: Das Weiße Haus

Die wohl wichtigste Sehenswürdigkeit in Washington ist ganz klar das Weiße Haus (White House), der Sitz des US-Präsidenten. Aus Dutzenden Filmen kennt es wohl fast jeder – umso intensiver war für mich dann das Gefühl, tatsächlich einmal selbst vor dem berühmten Gebäude zu stehen! Natürlich ist das Gelände rund um das Weiße Haus eine absolute Sicherheitszone, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht und man näher an den Regierungssitz herankommt als erwartet. Durch einen Zaun kann man sich sowohl die Nordseite als auch die wesentlich bekanntere Südseite ansehen und fotografieren. Natürlich wird man ständig von Polizeibeamten und Sicherheitsleuten streng beäugt, außerdem erkennt man bei genauerem Hinsehen auf dem Dach des Weißen Hauses Scharfschützen – also immer brav sein! 😉

Falls ihr euch fragt, ob man das Weiße Haus auch von innen besichtigen kann: man kann. Allerdings nicht so einfach und spontan, als dass wir es geschafft hätten einen Besuch zu organisieren. Als US-Staatsbürger muss man dies über einen Kongressabgeordneten beantragen und als internationaler Staatsbürger ist ein Antrag bei der jeweiligen Botschaft bzw. der Landesvertretung in Washington Pflicht. Optimalerweise führt man diesen Schritt bereits Monate vor dem geplanten Besuch durch, denn die Führungen sind schnell ausgebucht. Übrigens: es gibt auch ein Visitor Center (1450 Pennsylvania Ave NW) mit allgemeinen Informationen über das Weiße Haus, dort waren wir aber nur ganz kurz.

Fotospots

Östlich des Weißen Hauses kommt man übrigens am Finanzministerium (U.S. Department of the Treasury) vorbei. Das neoklassizistische Gebäude ist auf der Rückseite des 10-Dollar-Scheins abgedruckt, also durchaus einen Blick wert!

 

Platz 2: Das Lincoln Memorial

Am westlichen Ende bzw. am Anfang der National Mall findet man das große, im griechischen Stil gehaltene Lincoln Memorial. Es wurde nach siebenjähriger Bauzeit 1922 zu Ehren Abraham Lincolns, dem 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten, fertiggestellt. Im Inneren thront seine überdimensionale Statue auf einem Stuhl sitzend und man fühlt sich als Besucher richtig winzig. Auf den Stufen des Denkmals hielt übrigens 1963 Martin Luther King seine berühmte „I have a dream“-Rede vor rund 250.000 Menschen – alleine deshalb ist dieser Ort schon etwas ganz besonderes für mich. Außerdem wurde hier auch eine Szene des Films „Forrest Gump“ gedreht. 😉

Vor dem Denkmal ist der Lincoln Memorial Reflecting Pool angelegt, in dem normalerweise Wasser und eine Reflexion sichtbar sein sollten. Leider war das flüssige Nass zum Zeitpunkt meines Besuchs fast komplett aus dem Becken ausgelassen, aber zumindest hat sich im restlichen Wasser dennoch eine Spiegelung des entfernten Washington Monument ergeben, das ich gleich im nächsten Punkt bespreche.

Fotospots

 

Platz 3: Washington Monument und World War II Memorial

Vom Lincoln Memorial ausgehend haben wir uns dann entlang des Reflecting Pool entlang der National Mall bewegt. Nach rund einem halben Kilometer und am Ende des flachen Wasserbeckens stößt man auf das World War II Memorial, welches an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen US-Soldaten erinnert. Ich fand diesen Ort trotz des ernsten Hintergrundes als sehr stilvoll umgesetzt und einen Platz, an dem man gerne einige Minuten verweilt. Rund um einen Springbrunnen sind 56 Säulen mit Kranz angelegt und an deren Ende jeweils ein bogenförmiges Denkmal für die Gefallenen im Pazifik sowie im Atlantik.

Ein paar Minuten entfernt erhebt sich das Washington Monument zu Ehren des ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten, George Washington. Es ist aufgrund seiner Höhe von 169 Metern von vielen Stellen der Stadt aus sichtbar. Die Baugeschichte steckt voller Probleme durch fehlende Finanzierung, Streitereien und dem Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkriegs – insgesamt dauerte der Bau so fast 40 Jahre bis 1884. Rund um das Denkmal sind 50 US-Flaggen für jeden Bundesstaat aufgestellt, was vor allem bei stärkerem Wind ein fantastisches Fotomotiv ergibt. Theoretisch kann man mit einem Aufzug an die Spitze fahren und dort wohl eine faszinierende Aussicht erleben. Allerdings war das Washington Monument während meines Besuchs 2010 geschlossen und ist auch aktuell bis zumindest Frühling 2019 wegen der Erneuerung des Aufzugs nicht zugänglich.

Fotospots

 

Platz 4: Das Kapitol

Das Kapitol (Capitol) mit seiner herausragenden Kuppel ist neben dem Weißen Haus sicher das begehrteste Objekt bei einem Besuch in Washington. Es ist der Sitz des Kongresses, wo Sitzungen des Senats (Senate) und des Repräsentantenhauses (House of Representatives) stattfinden. Erbaut wurde das Kapitol in zwei Phasen von 1793 bis 1823 und 1851 bis 1863. Die Abmessungen bestätigen den mächtigen Eindruck, den man schon von Weitem erahnen kann: 229 Meter lang, 107 Meter breit und mit der Kuppel 88 Meter hoch, wow!

Das Kapitol ist wieder eines dieser Bauwerke, bei denen ich tief berührt war, als ich persönlich davor stand. Es macht mich immer wieder richtig glücklich, solche weltbekannten Orte selbst zu spüren und die Umgebung zu erleben. Leider waren meine Freundin und ich schlecht vorbereitet, denn eine Führung durch das Innere hätten wir schon viele Wochen vor der Anreise reservieren müssen. Damit ihr es besser macht, geht ihr am besten auf die Webseite visitthecapitol.gov, sucht euch dort das Datum eures Besuchs und hofft, dass noch Reservierungen möglich sind. 🙂

Fotospots

Ein ganz wichtiges Gebäude befindet sich an der Ostseite des Kapitols. Werft unbedingt einen Blick auf den Supreme Court, den Obersten Gerichtshof der USA!

 

Platz 5: Arlington National Cemetery

Friedhöfe sind normalerweise nicht die erste Anlaufstation für Touristen, aber den Arlington National Cemetery müsst ihr euch unbedingt ansehen. Es ist einer von 139 Nationalfriedhöfen in den USA und der zweitgrößte der Vereinigten Staaten. Angelegt wurde er 1864 während des Sezessionskrieges. Ein Bild des Friedhofs habt ihr höchstwahrscheinlich schon einmal irgendwo im Internet oder in einem Film gesehen – die charakteristischen weißen Grabsteine sind sehr einprägend.

Ein Spaziergang durch die riesige Anlage ist vor allem im späten Nachmittagslicht schön und regt zum Nachdenken an. Die meisten Besucher von außerhalb der USA suchen den Arlington National Cemetery aus einem ganz bestimmten Grund auf: dort ist nämlich Präsident John F. Kennedy beerdigt (gestorben 1963) – seine Frau Jacqueline sowie die Kinder Arabella und Patrick Bouvier liegen an seiner Seite. Vor der Grabplatte brennt die Ewige Flamme (John F. Kennedy Eternal Flame). Den Nationalfriedhof könnt ihr übrigens sehr gut mit den Sehenswürdigkeiten auf der National Mall verbinden. Dazu müsst ihr vom Ausgang des Friedhofs nur die Brücke Arlington Memorial Bridge überqueren, welche auch sehr fotogen ist und sich super gemeinsam mit dem Lincoln Memorial ablichten lässt.

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Platz 6: National Air and Space Museum und Smithsonian Institution Building

Entlang der National Mall sind eine ganze Reihe an Museen aufgereiht, darunter sehr bedeutsame wie das National Air and Space Museum (nationales Luft- und Raumfahrtmuseum). Dort sind zahlreiche historische Fluggeräte aus der zivilen Luftfahrt und von Weltraummissionen ausgestellt, aber auch jede Menge anderer beeindruckender Gegenstände. In einem Planetarium und einem IMAX-Kino werden verschiedene Filme sowie Dokumentationen in hochauflösender Qualität gezeigt, was wirklich absolut sehenswert ist! Und das Beste: der Besuch ist kostenlos, was wir der Forschungs- und Bildungseinrichtung Smithsonian Institution zu verdanken haben. Alle Infos zu den Öffnungszeiten gibt es auf der Webseite airandspace.si.edu.

Das Smithsonian Institute verwaltet nicht weniger als 19 Museen und Galerien, ein Großteil davon in Washington. Alleine neun Museen sind auf der National Mall zu finden – langweilig wird Kulturinteressierten hier also garantiert nicht. Das Smithsonian Institution Building, auch The Castle genannt, ist das zentrale Verwaltungsgebäude, in dem alle Museen koordiniert werden. Das in leuchtendem roten Sandstein erbaute Bauwerk sieht einfach nur großartig aus, unbedingt zumindest von außen ansehen!

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Platz 7: National Gallery of Art

Meine Freundin und ich haben uns noch ein zweites Museum angeschaut, das allerdings nicht zum Smithsonian Institute gehört: die National Gallery of Art (Nationale Kunstgalerie). Ich gebe es gleich zu, die ausgestellten Gemälde waren nicht der Grund, warum ich unbedingt in das Museum wollte. 😉 Auch wenn es Werke unter anderem von Rembrandt, Monet, Van Gogh, Da Vinci, Picasso, Matisse und Warhol zu besichtigen gibt, hat mich die Architektur in und vor das Gebäude getrieben.

Außen ist die National Gallery of Art nämlich in zwei Gebäude geteilt: das neoklassizistische West Building und das moderne East Building aus Glas und Beton. Beide Teile werden innen durch einen unterirdischen Tunnel verbunden, der ein Traum für jeden Fotografen ist. Auf langen Rolltreppen gleitet man horizontal durch einen dunklen Gang mit einer sich verändernden Lichtinstallation. Durch eine Langzeitbelichtung auf der Rolltreppe konnte ich so visuell grandiose Ergebnisse erreichen. Aber keine Sorge, anschließend haben wir uns natürlich auch noch den historischen Kunstwerken gewidmet. 😉 Alle Infos dazu findet ihr auf der Webseite nga.gov.

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Platz 8: United States Marine Corps War Memorial

Das Kriegerdenkmal United States Marine Corps War Memorial ist vom Motiv her sicherlich vielen von euch bekannt. Es ist eine Skulptur, die das Hissen einer US-Flagge durch sechs Soldaten auf einem Berg während der Schlacht um Iwojima in Japan im Jahr 1945 zeigt. Inspiriert wurde die Schaffung des Denkmals durch die Fotografie „Raising the Flag on Iwo Jima“ des Kriegsfotografen Joe Rosenthal – eines der am meisten reproduzierten Bilder aller Zeiten.

Verbinden lässt sich das Kriegerdenkmal ganz gut mit dem Arlington National Cemetery, auch wenn ein Fußmarsch von gut 20 Minuten notwendig ist. Man wird aber für die Mühen belohnt und erhält auf der erhöht liegenden Gedenkstätte einen tollen Blick auf die National Mall. Alle drei Hauptattraktionen – Lincoln Memorial, Washington Monument und das Kapitol – liegen in einer Sichtachse und lassen sich gemeinsam ablichten.

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Platz 9: Hauptbahnhof Union Station

Der Hauptbahnhof von Washington, die Union Station, ist ein beeindruckendes Bauwerk. Von außen wirkt er in seinem neoklassizistischen Stil bereits monumental und extrem wuchtig, auch der Arkadengang strahlt Macht aus. Richtig interessant wird es aber nach dem Betreten – dann leuchtet dem Besucher oder Fahrgast nämlich die gebogene Decke in prächtiger Dekoration entgegen. In dem riesigen Gebäudekomplex sind nicht nur 18 Bahnsteige untergebracht, sondern auch einige andere Einrichtungen. Unter anderem kann man hier auch shoppen gehen, was ich mir aber erspart habe. 😉

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Platz 10: Smithsonian’s National Zoo

Meine Freundin und ich gehen gerne in Tiergärten und so haben wir die Chance genutzt, den Smithsonian’s National Zoo zu besichtigen. Wenn ihr den Rest des Artikels schon gelesen habt, dann werdet ihr beim Namen Smithsonian sicher aufhorchen. Ja, auch der Tiergarten ist dank dieser Institution kostenlos zu besichtigen (alle wichtigen Infos auf der Seite nationalzoo.si.edu). Die Lage im Norden von Washington erfordert eine Spur mehr Zeit für die Anfahrt, denn von der Metro-Station Woodley Park-Zoo (Red Line) ist es noch ein Fußmarsch von 15-20 Minuten zum Eingang.

Der Zoo existiert bereits seit 1889 und ist in einem sehr ansprechendem Gelände beherbergt. Die Anzahl an Tieren scheint unendlich zu sein und wir haben uns auf die bekannteren Arten wie Pandas, Gorillas, Löwen und Tiger konzentriert, um nicht den ganzen Tag im Tiergarten zu verbringen – was problemlos möglich wäre! Ich würde euch einen Besuch dann empfehlen, wenn ihr etwas Zeit aufbringen könnt, ein unbedingtes Muss ist der Smithsonian’s National Zoo aber nicht.

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ALLGEMEINE TIPPS

Washington hat gleich zwei Flughäfen, wobei wir beide benützt haben. Unser Flugzeug von New York landete am Ronald Reagan Washington National Airport im Osten der Stadt. Dieser Flughafen ist sehr nahe am Zentrum und direkt durch die blaue und gelbe Metro-Linie hervorragend angebunden. Unsere spätere Weiterreise nach Buffalo zu den Niagarafällen erfolgte über den Flughafen Washington Dulles International Airport, der ein schönes Stück entfernt im Westen liegt. Diesen erreicht man von der Innenstadt aus mit der silvernen Metro-Linie bis zur Endstation Wiehle-Reston East, von dort geht es dann mit einem Shuttlebus in 15 Minuten zu den Terminals.

In Washington haben wir zwangsweise sehr viele Strecken zu Fuß zurückgelegt, wodurch unsere Beine und Füße am Abend immer ordentlich bedient waren. Das Problem: es gibt zwar eine Metro mit einem ganz guten Streckennetz, dennoch sind viele Sehenswürdigkeiten immer noch weit von den Stationen entfernt. Das ergänzende Busnetz haben wir ehrlich gesagt nicht durchschaut und deshalb gleich ganz darauf verzichtet. Netzpläne für Metro und Bus findet ihr jedenfalls auf der Webseite wmata.com.

Für die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel muss jeder Passagier zwingend eine sogenannte SmarTrip Card an einem Schalter oder gekennzeichneten Automaten in den Stationen kaufen. Für die Plastikkarte sind USD 2,- und ein beliebiger Betrag zum Aufladen zu zahlen. Das Umständliche am Öffi-Netz in Washington: der Tarif richtet sich nach der Distanz der Stationen und nach der Tageszeit. Peak Fares (Tarife zur Stoßzeit) gelten von Montag bis Freitag von Betriebsbeginn bis 09:30 und von 15:00-17:00 Uhr. Off-Peak Fares (Tarife außerhalb der Stoßzeit) gelten zu allen anderen Zeiten. In jeder Station hängt bei den Ticketautomaten eine Liste mit den Tarifen zu den Dutzenden Stationen – dort sucht ihr euch die Zieldestination heraus und wisst dann, wieviele Dollar auf eurer SmarTip Card verfügbar sein müssen. Das Dumme ist übrigens, dass man die Karte vor der Abreise nicht zurückgeben und das Restgeld nicht retour verlangen kann. Schenkt die Karte also entweder her oder nehmt sie nach Hause mit, falls ihr nochmal zurückreisen wollt oder Freunde vielleicht eine Reise nach Washington planen.

Und noch ein weiterer Punkt zur Metro, diesmal aber etwas gänzlich anderes. 😉 Die auch heute noch modern wirkende 70er-Jahre-Architektur vieler Stationen stammt großteils vom Architekten Harry Weese. Die Decken sind mit offenen, großen und sich wiederholenden Betonblöcken gepflastert, was einen futuristischen Effekt auf mich ausgeübt hat. Wenn ihr in den Stationen fotografieren wollt, dann seid besser schnell und unauffällig. Ich wurde kurz nach dem Auslösen auch schon von einem Sicherheitsmann darauf aufmerksam gemacht, dass man nicht fotografieren darf. Im Endeffekt habe ich dennoch genügend Bilder zum Herzeigen mitgebracht. 😉

Eine Sache, die mir irrsinnig gefallen hat und so bezeichnend ist für die ruhige und entspannte Stadt Washington, sind die Schachspieler im Park Lafayette Square. Dort sitzen tagein, tagaus die Hirnakrobaten an öffentlichen Tischen mit vorgefertigtem Schachbrett und grübeln um den Sieg. Rundherum stehen nicht selten eine Menge Leute und schauen gespannt zu – so auch wir! 🙂

Wer denkt, dass die US-Amerikaner keine Märkte mit Obst und Gemüse kennen, der liegt falsch. Direkt vor unserem Hotel auf dem Dupont Circle wird jeden Sonntag von 08:30 bis 13:30 Uhr der FRESHFARM Dupont Circle Market veranstaltet. Die dort von regionalen Produzenten verkauften Produkte erinnern an eine Mischung aus europäischen Bauernmärkten und Streetfood-Festen. Einen Besuch lege ich euch wirklich stark ans Herz, falls es sich zeitlich gerade ausgeht! Alle Infos zu den angebotenen Waren gibt es auf der Webseite freshfarm.org.

Was ich euch leider nicht liefern kann, sind Restauranttipps. Zwar waren meine Freundin und ich selbstverständlich essen – Sushi, Steak und Burger. Blöderweise habe ich weder Fotos davon noch aufgeschrieben, wo wir genau eingekehrt sind. 🙁

 

FAZIT

Die Reise nach Washington, D.C., der Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika, hat mir enorm viel bedeutet und sich mir ins Herz gebrannt. Einmal so berühmte Gebäude wie das Weiße Haus, das Lincoln Memorial oder das Kapitol hautnah aus der Nähe zu sehen, ist schon etwas ganz Besonderes. Auch dass Washington richtig „zugepflastert“ ist mit Museen aller Art hat mich wahrlich beeindruckt – dass durch das Smithsonian Institute viele Museen sogar kostenlos zugänglich sind, ist absolut vorbildlich. Die größte, aber auch positivste Überraschung war für mich allerdings der Umstand, dass Washington eine ruhige, unaufgeregte und sehr grüne Stadt ist – ein angenehmes Beispiel gegenüber anderen US-Städten!

 

Washington, D.C.: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.Washington, D.C.: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

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