Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße

Der Großglockner ist mit seinen beachtlichen 3.798 Metern der höchste Berg Österreichs und durch seine charakteristische Spitze auch sehr einfach zu erkennen. Wagemutige können den Gipfel inklusive Adrenalinschub erklimmen, doch das Bergerlebnis lässt sich auch bequemer und weniger gefährlich angehen. Die Großglockner Hochalpenstraße führt nämlich in spektakulärer Art und Weise auf die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe – mit fantastischen Ausblicken auf der Strecke! 

Großglockner Hochalpenstraße

FAKTEN

Reisezeit: Mitte August 2017 (Tagesausflug während eines Urlaubs in Zell am See)
Meine Anreise: Mit dem Auto von Zell am See über die B107 bis Bruck an der Glocknerstraße, dann den Schildern Richtung Glocknerstraße folgen (ca. 0:25h)
Webseite: https://www.grossglockner.at/
Betriebszeiten: Anfang Mai bis Anfang November
Unterkunft: Privatpension Haus Elisabeth (Finksiedlung 8, 5700 Zell am See, Webseite; sehr günstig, ruhig gelegene Pension, einfache aber stilvolle Zimmer, sehr gute Betten, gutes Frühstück, netter Kontakt mit den Besitzern, WLAN mit oftmaligem Ausfall, Seife und Shampoo selbst mitnehmen!) Weiterempfehlung? JA
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Großglockner Hochalpenstraße

Landschaftserlebnis mit vielen Kurven

Die Großglockner Hochalpenstraße ist 47,8 Kilometer lang und führt über 36 Kehren von Bruck an der Glocknerstraße im Bundesland Salzburg nach Heiligenblut im Bundesland Kärnten. Der Großglockner selbst ist das zentrale Element des Nationalparks Hohe Tauern. Von der direkten Verbindung zweigen noch zwei kürzere Straßen auf die Edelweißspitze und die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ab – beides gehört bei einem Besuch zum Pflichtprogramm! Da die Straße eine rein touristische Bedeutung hat, wird eine Mautgebühr eingehoben, die mit EUR 36,- für einen PKW auf den ersten Blick etwas happig erscheint. Bei genauerer Betrachtung relativiert sich der Preis allerdings, denn es gibt auf der Strecke viel zu entdecken. Für die verschiedenen Mautoptionen werft ihr am besten selbst einen Blick auf die Webseite grossglockner.at, dort sind auch die Öffnungszeiten zu finden.

Eine Straße durch das Gebirge

Die ersten Planungen für eine Großglockner Hochalpenstraße gehen auf die 1920er-Jahre zurück, als ein genereller Trend aufkam, die Alpen für den Tourismus zugänglich zu machen. Nach einigem Hin und Her gab der Salzburger Landeshauptmann Franz Rehrl den Ausschlag für den Baubeginn. Als leidenschaftlicher Autofahrer war es ihm ein persönliches Anliegen, das Projekt umzusetzen. 1934 konnte er auf einer provisorischen Straße als erster die Hohen Tauern überqueren – allerdings mit finanziellen Konsequenzen. Die eigens gegründete Großglockner-Hochalpenstraßen Aktiengesellschaft (GROHAG) musste aufgelöst werden. Doch nur wenige Monate später gingen die Bauarbeiten unter der Regierung Dollfuß weiter, sodass die Straße am 3. August 1935 eröffnet werden konnte. Von den Strapazen und vom Leiden der Bauarbeiter kann man sich heute in einer kleinen Ausstellung bei der Fuscher Lacke ein Bild machen, wie ihr weiter unten in der Fotostrecke sehen könnt.

Ein Tag auf der Großglockner Hochalpenstraße

Stolze vier Anläufe über mehrere Jahre hat es gebraucht, bis ich schönes Wetter mit blauem Himmel erwischte und die Spitze des Großglockners endlich zu Gesicht bekam. Die Wolken bleiben an dieser Stelle gerne ewig hängen und verhüllen die Schönheit des Dreitausenders. Für die nachfolgende Bilderstrecke habe ich nun allerdings genügend attraktive Fotos parat, um euch die Highlights auf der Strecke von Fusch an der Glocknerstraße bis nach Heiligenblut präsentieren zu können. Ich würde euch auf jeden Fall empfehlen, einen kompletten Tag für den Besuch einzuplanen – optimalerweise seid ihr schon in der Nähe des Glockners und habt nur eine kurze Anfahrt.

Mautstelle in Fusch vor der Großglockner Hochalpenstraße
Nachdem ich meinen Tagesausflug zur Großglockner Hochalpenstraße von Zell am See aus gestartet habe, war die Anfahrt zur Mautstation Ferleiten nur eine kurze Strecke. Früh kommen zahlt sich aus, um sich Wartezeiten beim Kauf der Tickets zu ersparen.
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Landschaft rund um die Großglockner Hochalpenstraße
Von der Salzburger Seite aus kommend beginnt die Streckenführung zu Beginn recht harmlos, ändert sich aber bereits nach wenigen Minuten markant. Zuerst durchquert man noch Wälder, bevor die Landschaft immer karger und hochalpin wird. Auch wenn hier am Foto keine Rad- und Motorradfahrer sichtbar sind, solltet ihr jederzeit auf diese achten! Nicht nur einmal sind mir vor allem in Kurven teils haarsträubende Fahrmanöver dieser Verkehrsteilnehmer untergekommen.
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Edelweißspitze auf der Großglockner Hochalpenstraße
Nach knapp 15 Kilometern Fahrt bietet sich die erste Abzweigung von der Hauptstrecke an. Beim Fuscher Törl blickt man auf die Edelweißspitze, deren Erschließung in den ursprünglichen Bauplänen gar nicht vorgesehen war. Nachdem nach der Fertigstellung der Großglockner Hochalpenstraße allerdings noch Geld vorhanden war, entschied man sich für den Bau der Straße zu einem weiteren Panoramapunkt.
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Auffahrt zur Edelweißspitze auf der Großglockner Hochalpenstraße
Die Straße ist relativ eng und steil – ich muss ehrlich sagen, dass ich an zwei Stellen etwas Bauchweh bei der Auffahrt hatte. Aber es lohnt sich, wie ihr im nächsten Bild sehen werdet!
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Ausblick von der Edelweißspitze auf die Großglockner Hochalpenstraße
Der Ausblick von der Edelweißspitze ist der absolut schönste (und gleichzeitig höchste) auf der gesamten Strecke der Großglockner Hochalpenstraße. Obwohl man den Großglockner selbst nicht sieht – er ist auf dem Bild links hinter dem Brennkogel versteckt – ist das Panorama umwerfend. Im August ist durch die Sommerhitze nur noch auf den Gipfeln Schnee zu sehen, aber im Mai nach der Öffnung der Straße sieht es da noch anders aus, wie ihr beispielsweise auf dem Blog von christine unterwegs sehen könnt.
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Parkplatz auf der Edelweißspitze auf der Großglockner Hochalpenstraße
Auf der Edelweißspitze befindet sich ein kleiner Aussichtsturm, von dem aus man nochmals eine etwas andere Perspektive auf die Umgebung erhält. Außerdem ermöglicht er den Blick auf den Parkplatz und zeigt euch, dass nicht unendlich viele Stellplätze zur Verfügung stehen – deshalb mein eingangs erwähnter Tipp, eher früh anzureisen. Rechts seht ihr noch die Edelweisshütte, in der man sich stärken oder Souvenirs kaufen kann.
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Blick von der Edelweißspitze auf das Hochtor und die Großglockner Hochalpenstraße
Nochmals ein Blick vom Aussichtspunkt der Edelweissspitze, diesmal in Richtung Hochtor – im Vordergrund sieht man die Fuscher Lacke. Beeindruckend finde ich, wie sich die Großglockner Hochalpenstraße relativ unauffällig in die Landschaft einfügt und nicht negativ hervorsticht.
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Fuscher Lacke auf der Großglockner Hochalpenstraße
Die Fuscher Lacke war mein nächster Zwischenstopp. Dort lädt ein kleiner See mit Steg zu einem Rundgang ein, außerdem spiegelt sich die Bergwelt schön im Wasser. Die Hütte in der Mitte des Bildes beherbergt eine kleine Ausstellung, siehe nächstes Bild. Rechts daneben seht ihr den Gasthof Fuscherlacke, berühmt für seinen „Mankeiwirt“ (Mankei = Murmeltier auf pinzgauerisch). Der Wirt Herbert Haslinger fand vor Jahren ein junges, zahmes Murmeltier und zog es auf. Bei meinem Besuch war der Wirt aber leider nicht anwesend – zu gern hätte ich das Tier selbst gesehen.
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Ausstellung Bau der Glocknerstraße auf der Großglockner Hochalpenstraße
In der Hütte an der Fuscher Lacke sind zahlreiche historische Werkzeuge, Fotos und Filmaufnahmen ausgestellt, die vom Bau der Großglockner Hochalpenstraße erzählen. Es sind faszinierende Zeitdokumente, die einen Einblick in die unglaublich harte Arbeit damals geben und zum Nachdenken anregen.
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Glocknerhaus auf der Großglockner Hochalpenstraße
Kurz bevor man das Glocknerhaus erreicht, zeigt sich auch endlich der Großglockner selbst von seiner besten Seite. Die Stelle des heutigen Glocknerhauses war 1856 das Ziel von Kaiserin Elisabeth, die von Heiligenblut über 800 Höhenmeter zum damals Bretterboden genannten Ort hinaufritt. In der Folge wurde die Stelle auf Elisabethruhe umbenannt. Ihr Mann, Kaiser Franz Joseph I., wanderte dagegen die gesamte Strecke und noch ein Stück weiter (siehe nächstes Foto). Das Glocknerhaus selbst wurde erst 1870, damals noch unter dem Namen Hofmannshütte, erbaut. Heute ist es ein wichtiger Ausgangspunkt für ausgedehnte Bergtouren.
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Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit Großglockner und Pasterze
Das Hauptziel für alle Besucher der Großglockner Hochalpenstraße ist die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf 2.369 Metern Seehöhe. Benannt ist sie, wie schon im vorigen Bild zum Glocknerhaus angedeutet, nach Kaiser Franz Joseph I. Der damals 26-Jährige wollte 1856 die Pasterze – den größten Gletscher Österreichs – mit eigenen Augen sehen und wanderte in vier Stunden 1.100 Höhenmeter hinauf. Heute hat man über dem Besucherzentrum einen grandiosen Blick auf den Großglockner und die Pasterze. Allerdings ist es auch erschreckend, wie wenig Gletschereis nur noch vorhanden ist.
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Kaiserstein mit Großglockner auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
Über dem Besucherzentrum verläuft ein kleiner Weg noch einige Höhenmeter weiter zu einer Statue von Franz Joseph I. Dieses „Kaiserstein“ genannte Denkmal erinnert an den Besuch des Kaisers am 7. September 1856. Bei Schönwetter kann man an dieser Stelle ungestört den Glocknerblick aufsaugen.
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Murmeltiere auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
Auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe wartet noch ein weiterer Höhepunkt, und zwar ein tierischer! Die dort ansässigen Murmeltiere sind großteils an Menschen gewöhnt und lassen sich bereitwillig ablichten.
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Murmeltiere auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
Um die Murmeltiere derart nah anzulocken, darf man zeitlich nicht zu spät anreisen. Die Tiere müssen erstens noch richtig hungrig sein, zweitens dürfen keine Menschenmassen herumtrampeln und drittens – das Wichtigste – braucht man schmackhafte Nahrung für die Nager mit. Am besten eignen sich frische Kohlrabi- oder Karottenstücke, denen die Murmeltiere nicht widerstehen können. Bei aller Liebe und Zuneigung: vergesst nicht, dass es sich trotzdem um Wildtiere handelt und achtet auf eure Finger. 😉
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Murmeltiere auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
Dieses Foto konnte ich dank der enormen Zutraulichkeit des Murmeltiers sogar mit meinem Weitwinkelobjektiv erstellen. Der Abstand zwischen meiner Kamera und dem süßen Nager betrug hier nur einen halben Meter, was auch für mich ein ganz besonderes Erlebnis war.
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Murmeltiere auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
An einigen Stellen lassen sich die Murmeltiere sogar wunderbar mit der Umgebung des Großglockners und der Pasterze kombinieren.
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Kaiser Franz Josef Haus und Großglockner
Im wenige Minuten entfernten Kaiser Franz Josef Haus habe ich eine Kaffeepause eingelegt. Von dort präsentiert sich der Großglockner ebenfalls in seiner vollen Pracht und es lässt sich auf bereitgestellten Liegestühlen herrlich in der Sonne rasten (Sonnencreme nicht vergessen!).
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Sandersee vor der Pasterze auf dem Großglockner
Vom Kaiser Franz Josef Haus aus ergibt sich weiters ein interessanter Blick auf den Sandersee, in den das Schmelzwasser der Pasterze läuft.
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Wasserfälle und See auf der Großglockner Hochalpenstraße
Bei der Rückfahrt habe ich noch einen kurzen Stopp auf dem kleinen Parkplatz in der engen Kehre nach dem Kreisverkehr eingelegt. Dort zahlt es sich aus, noch einige Hundert Meter über einen Schotterweg zu spazieren und zwei Wasserfälle sowie den See zu erkunden.
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Pfarrkirche Heiligenblut und Großglockner
Die Großglockner Hochalpenstraße endet auf Kärntner Seite in Heiligenblut – ein wunderbar idyllisches Dorf. Die Pfarrkirche bildet in Kombination mit dem Großglockner ein herrliches Erinnerungsbild! Übrigens: ihr könnt problemlos die Mautstraße verlassen und einmalig am selben Tag wieder zurück auf die Salzburger Seite fahren. In der Regel erkennt die Mautstelle das Nummernkennzeichen automatisch und öffnet den Schranken.
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FAZIT

Die Großglockner Hochalpenstraße ist ein ideales Ausflugsziel, wenn ihr in der Umgebung Urlaub macht. Die knapp 48 Kilometer lange Erlebnisstraße verbindet die Bundesländer Salzburg sowie Kärnten und ist wirklich ein Spektakel. Die Fahrt selbst ist durch die vielen Kurven, Ausblicke und beeindruckende Natur niemals langweilig. Zwei Abstecher von der Hauptverbindung gehören auf jeden Fall zu diesem Tagesausflug dazu: einerseits die Edelweißspitze mit dem wohl besten Panorama und andererseits die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit der Pasterze. Nicht zu vergessen die lieben Murmeltiere, die gierig auf Karottenstücke warten und dank ihrer Zutraulichkeit für unvergessliche Momente sorgen!

 

Großglockner Hochalpenstraße: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps.Großglockner Hochalpenstraße: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps.

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