Wiener Highlights: Das Burgtheater

Außenansicht des Burgtheaters in Wien

Die Wiener Ringstrasse präsentiert sich auf einer Länge von 5,2 Kilometern wie eine einzige, die gesamte Altstadt umschließende Sehenswürdigkeit. Gefühlt steht ein historisches Gebäude neben dem anderen — manchmal auch gegenüber, wie im Fall des Burgtheaters, das direkt auf das ehrwürdige Rathaus blickt. Von außen schon eine Augenweide, bringt erst ein Blick ins Innere das ganze Ausmaß der Eleganz zutage, die das Burgtheater versprüht.

Das Burgtheater

FAKTEN

Baujahr: 1874-1888
Architekten: Gottfried Semper und Carl Freiherr von Hasenauer
Baustil: Hochrenaissance mit neobarocker Innenausstattung
Erreichbarkeit: Straßenbahn 1, 71, D (Station Rathausplatz/Burgtheater)
Führungen: Für Einzelpersonen gibt es täglich Führungen um 15 Uhr (EUR 7,-), für die keine Anmeldung erforderlich ist. Alle Details dazu gibt es auf der Seite burgtheater.at.

Wiener Highlights

Mit der Artikelserie „Wiener Highlights“ stelle ich euch die schönsten Orte sowie Gebäude meiner Heimatstadt Wien von innen und außen im Detail vor. Hier könnt ihr die bisher erschienenen Beiträge ansehen:

DAS PARLAMENT

DAS RATHAUS

DIE STAATSOPER

DAS BURGTHEATER

 

Feststiege im Burgtheater in Wien

Ein Theater mit langer Geschichte

Egal ob ein Spaziergang auf der Ringstraße, ein geselliges Treffen während einer Veranstaltung am Rathausplatz oder überhaupt gleich ein Besuch einer Theatervorstellung: am Burgtheater kommt man als Wiener oder Tourist so gut wie immer vorbei. „Die Burg“, wie das Theater gerne genannt wird, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Schon seit 1794 wurden in einem früheren Haus unter dem Namen „k.k. Hoftheater nächst der Burg“ Aufführungen dargeboten, was die Erfolgsgeschichte der Schauspielkunst in Wien einleitete.

Neues Haus am Ring

Als ab 1865 die alte Stadtmauer rund um die Innenstadt entfernt wurde, sollte auf der neugeschaffenen Ringstraße auch ein Neubau des Hoftheaters entstehen. Mit der Planung waren der deutsche Architekt Gottfried Semper und der österreichische Architekt Carl Freiherr von Hasenauer beauftragt. Die Arbeiten begannen 1874 und sollten sich 14 Jahre in die Länge ziehen. Das Architektenduo zerstritt sich bereits nach zwei Jahren und Semper zog sich nach Rom zurück. Von ihm stammt der Grundriss des Burgtheaters – welches eine Ähnlichkeit zur Semperoper in Dresden aufweist –, während von Hasenauer für die Fassade und die neobarocke Innengestaltung verantwortlich zeichnete. Am 14. Oktober 1888 eröffnete das „k.k. Hofburgtheater“ als eines der letzten neuen Häuser auf der Ringstraße mit Aufführungen von Grillparzers „Esther“ und Schillers „Wallensteins Lager“.

Das Burgtheater im Wandel der Zeit

1918 erfolgte die Übergabe der Verwaltung des Hauses an den Staat und der Name änderte sich in Burgtheater – an der Hauptfassade ist aber bis heute noch der alte Schriftzug „k.k. Hofburgtheater“ zu lesen. Im Zweiten Weltkrieg zerstörte nach einem Bombentreffer ein Großbrand den Zuschauerraum und die Bühne, während die Deckengemälde und Teile des Foyers beinahe unbeschädigt blieben. In der Nachkriegszeit wurden die Vorstellungen im Ausweichquartier des Etablissement Ronacher aufgeführt. Bis 1955 setzte man den Entwurf von Michael Engelhart um und das wiederaufgebaute Burgtheater mit einigen architektonischen Änderungen konnte erneut seinen Betrieb aufnehmen. Heute ist es die wichtigste Schauspielbühne des Landes – nachfolgend führe ich euch nun durch die „Burg“ und zeige euch die schönsten Seiten.

Außenansicht des Burgtheaters in Wien
Das Wiener Burgtheater gilt als das österreichische Nationaltheater. An der Außenfassade finden sich mit den Büsten von Goethe, Schiller, Lessing, Calderon, Shakespeare, Molière, Hebbel, Grillparzer und Halm Abbilder der berühmtesten Dichter der Literatur.
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Eingang im Burgtheater in Wien
Einer der Eingänge des Burgtheaters.
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Foyer im Burgtheater in Wien
Das breit angelegte Foyer leitet die Eleganz des Hauses gleich nach dem Betreten ein.
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Garderobe im Burgtheater in Wien
Eine kleine Garderobe für die Besucher der Führung versprüht noch die Ästhetik der 50er-Jahre.
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Feststiege im Burgtheater in Wien
Die beiden symmetrischen Feststiegen sind mit Sicherheit eines der Highlights im Burgtheater. Die hier abgebildete liegt auf der Volksgartenseite und trägt den Namen „Kaiserstiege“, da sie nur dem Kaiser vorbehalten war.
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Deckengemälde auf der Feststiege im Burgtheater in Wien
Die aufwendigen Deckengemälde stammen von Gustav Klimt und seinem Bruder Ernst sowie Ernst Matsch. Sie zeigen im Detail das Dionysetheater in Athen (Matsch), das Globe Theatre in London (G. Klimt) und das Théâtre Molière in Paris (E. Klimt).
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Schauspielerbüsten auf der Feststiege im Burgtheater in Wien
Die Treppenpodeste sind von Schauspielerbüsten umgeben und ehren vergangene Größen des Hauses.
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Kunstwerk auf der Feststiege im Burgtheater in Wien
Auf den Feststiegen lohnt der Blick auf Details – überall finden sich liebevoll ausgestaltete Kunstwerke.
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Feststiege im Burgtheater in Wien
Die Feststiege verleiht dem Burgtheater das kaiserliche und prunkvolle Flair, für das es weltbekannt ist.
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Zuschauerraum im Burgtheater in Wien
Der zweite Höhepunkt im Burgtheater ist natürlich der Zuschauerraum. In seiner ursprünglichen Bauweise vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg waren große akustische Defizite und Sichteinschränkungen zu beklagen. Mit dem Wiederaufbau gehörten diese Probleme dann ab 1955 endgültig der Vergangenheit an.
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Zuschauerraum im Burgtheater in Wien
Der Zuschauerraum im Burgtheater bietet 1.340 Besuchern Platz (davon 165 Stehplätze) – damit zählt es zu den größten Repertoiretheatern Europas.
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Bühne im Burgtheater in Wien
Die Bühne weist eine Fläche von 780 m² auf und verfügt unterirdisch über mehrere Stockwerke, um Bühnenbilder mit einem paternosterähnlichen Aufzugssystem schnell austauschen zu können. Der Eiserne Vorhang, welcher im Brandfall den Zuschauer- vom Bühnenbereich trennen soll, kann in 28 Sekunden heruntergelassen werden und hält starkem Feuer 20 Minuten stand.
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Großes Pausenfoyer im Burgtheater in Wien
Das große Pausenfoyer lädt durch seine Luster und Spiegel zum Verweilen ein. Ein Durchgang über 60 Meter ermöglicht es, während der Pause einige Schritte zu machen und in einer Ehrengalerie die Porträts der Burgschauspieler zu betrachten.
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Blick vom Burgtheater auf das Rathaus in Wien
In der Mitte des großen Pausenfoyers bietet sich dieser schöne Blick auf das gegenüber liegende Wiener Rathaus. Abends in den Pausen der Vorstellungen sieht es mit Beleuchtung sicherlich nochmals beeindruckender aus.
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Goldener Aschenbecher im Burgtheater in Wien
Diesen schönen goldenen Aschenbecher findet man mit geschultem Auge ebenfalls im Pausenfoyer. Ein übrig gebliebenes Relikt aus vergangenen Zeiten, als Rauchen im Theater noch erlaubt war.
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Feststiege im Burgtheater in Wien
Nach dem Ende einer Vorstellung – oder wie in meinem Fall einer Führung – führt der Weg wie auf der Bühne durch einen roten Vorhand zum Ausgang. Das Burgtheater verabschiedet sich so, wie es einen begrüßt hat: mit Eleganz und Prunk.
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Quellenverzeichnis:
https://www.burgtheater.at/de/die-burg/spielstaetten/das-burgtheater/
https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Burgtheater_(Geb%C3%A4ude)
https://de.wikipedia.org/wiki/Burgtheater

FAZIT

Wenn ihr nach Wien kommt, solltet ihr euch das Burgtheater auf keinen Fall entgehen lassen – das gilt natürlich auch speziell für die Wiener selbst. 😉 Das Gebäude gehört seit jeher zum Stolz der Stadt und ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten auf der an historisch wertvollen Gebäuden sowieso nicht armen Ringstraße. Während einer Führung erhält man tolle Einblicke in den Glanz und Prunk der neobarocken Innenausstattung. Die Feststiegen und der Zuschauerraum gehören zu den absoluten Highlights und werden euch mit Sicherheit noch lange im Gedächtnis bleiben. Wenn es euch möglich ist, seht euch am besten auch eine Vorstellung an und erlebt das Burgtheater in seiner ganzen Eleganz!

 

Burgtheater Wien: Erfahrungsbericht mit Fotos des Foyer, der beiden Feststiegen, dem Zuschauerraum und der Bühne.Burgtheater Wien: Erfahrungsbericht mit Fotos des Foyer, der beiden Feststiegen, dem Zuschauerraum und der Bühne.

4 Kommentare

  1. Susana Talgovnyik sagt: Antworten

    Da kommen mir ein paar Leute auf den Bildern bekannt vor! 😉
    Sehr feine Doku mit exzeptionellen Fotos (wie immer)!
    Freut mich total, dass auch unser Fototreff seinen Beitrag dazu leisten konnte! 🙂
    LG Susanna

    1. Dankeschön!

      Viele Grüße
      Christian

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