Niagarafälle – Das geteilte Naturwunder

American Falls bei den Niagarafällen

Jedes Mal, wenn mich jemand fragt, ob ich schon in Kanada war, verneine ich das. Dabei stimmt das gar nicht, wie mir dann immer später einfällt. Auf einer meiner USA-Reisen standen nämlich die Niagarafälle auf dem Programm, welche sowohl in den USA als auch in Kanada beheimatet sind. Doch von welcher Seite kommt das Naturwunder besser zur Geltung? Das und mehr erfahrt ihr in diesem Reisebericht!

Niagarafälle (Niagara Falls)

FAKTEN

Reisezeit: Juni 2010 (2 Tage, 1 Übernachtung)
Anreise: Mit United Airlines von Ronald Reagan Washington National Airport nach Buffalo Niagara International Airport (ca. 1:10 h), dann weiter mit dem Mietauto nach Niagara Falls (ca. 0:40 h)
Unterkunft: Hotel Marriott on the Falls **** (6755 Fallsview Blvd, Niagara Falls, ON L2G 3W7, Kanada, Hotel buchen*): teures Hotelhochhaus mit sehr schönen Zimmern (meine Fotos zeigen noch den alten Zustand von 2010, mittlerweile sind die Zimmer in neutralen Farben und modern eingerichtet), große Panoramafenster mit perfektem Blick auf die Wasserfälle, große Whirlpool-Badewanne im Zimmer, bequeme Betten, kostenloses WLAN, Frühstück gut, Wellness-Bereich nicht genutzt. Weiterempfehlung? JA
Weitere schöne Hotels an den Niagarafällen könnt ihr hier* suchen und buchen.

TRANSPARENZHINWEIS

*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn ihr über diese Links etwas bucht, unterstützt ihr meine Arbeit und ich erhalte eine kleine Provision. Für euch entstehen dabei keine Nachteile.

 

HINWEIS

Meine Reise zu den Niagarafällen Mitte 2010 ist schon mehrere Jahre her, wodurch einige Details in meinem Artikel möglicherweise nicht mehr existieren oder mittlerweile anders sind. Für diesen Artikel habe ich jedoch im Herbst 2018 alle Daten sowie Links auf den neuesten Stand gebracht und gehe auf Unterschiede, falls vorhanden, in diesem Reisebericht explizit ein.

 


Horseshoe Falls bei den Niagarafällen

Die Wasserfälle rufen!

In meiner Heimat Österreich verbringe ich gerne Zeit mit Wandern und dem Erkunden sowie Fotografieren von Wasserfällen (Bilder davon und mehr könnt ihr auf meiner Webseite coeser.de/showcase ansehen). Dementsprechend groß war mein Interesse, als ich mit meiner Freundin eine USA-Reise von New York über Washington nach Chicago plante und dabei auf die am Weg liegenden Niagarafälle stieß. Ich kannte die riesigen Wasserfälle bis zu diesem Zeitpunkt nur aus dem Fernsehen und von Bildern – es wurde also Zeit, sich selbst ein Bild von diesem imposanten Naturwunder zu machen!

Die Anreise zu den Niagarafällen

Bei meinen Recherchen im Internet für diesen Blogartikel ist mir aufgefallen, dass ein Großteil der Reiseberichte eine Anreise über die kanadische Großstadt Toronto empfiehlt. Von dort kommt man mit dem Auto oder dem Bus* in eineinhalb bzw. zwei Stunden zu den Niagarafällen und muss keine Grenze passieren. Meine Freundin und ich sind allerdings von US-amerikanischer Seite gekommen und mit dem Mietauto vom Flughafen Buffalo aus zu den Wasserfällen gestartet. Nachdem ein Großteil der Hotels (wie auch unseres) auf kanadischer Seite steht, mussten wir also eine Grenzkontrolle über uns ergehen lassen – diese ging aber überraschend schnell und problemlos vonstatten.

Ein Name, drei Wasserfälle

Nun kurz ein paar geografische und geschichtliche Details zu den Niagarafällen, die ich sehr interessant finde. Gespeist werden die Wasserfälle vom Niagara River, der die beiden Seen Lake Erie und Lake Ontario miteinander verbindet. Dabei stürzt der Fluss an den Niagarafällen 57 Meter in die Tiefe, wodurch Schiffe gezwungen sind, eine Umleitung über einen zwölf Kilometer entfernten Kanal zu nehmen. Der Ursprung der Fälle geht auf das Ende der letzten Kaltzeit vor rund 12.000 Jahren zurück, als die letzten Gletscher des Gebietes schmolzen und den Lake Erie zum Überlaufen brachten, was wiederum den Niagara River entstehen ließ. Das Wasser des Flusses ergießt sich seitdem über die Niagara-Schichtstufe zum Lake Ontario. Die Niagarafälle „wandern“ durch Erosion des weichen Schiefergesteins beständig Richtung Eriesee – seit ihrer Entstehung bereits rund elf Kilometer! Um dieses geologische Phänomen zu verlangsamen und gleichzeitig die Wassermassen für die Stromerzeugung zu nutzen, wird ein Teil des Flusses zu Kraftwerken umgeleitet.

Die beleuchteten Horseshoe Falls der Niagarafälle

Niagarafälle: Erwartung vs. Realität

Dieser Absatz ist mir sehr wichtig, denn ich möchte euch etwas über meine damaligen Erwartungen an die Niagarafälle und die Realität vor Ort erzählen. Im Kopf hatte ich die schönen Wasserfälle mit viel Natur ringsherum – also eine sehr romantische Vorstellung. Wenn ihr dann tatsächlich ankommt, wird es euch vielleicht im ersten Moment wie mir gehen und ihr traut euren Augen nicht. Die Niagarafälle sind trotz ihrer riesigen Dimension nur ein kleiner Teil der Landschaft, eingebettet zwischen Casinos, Aussichtstürmen, Hotels, Restaurants, Bars, Vergnügungsparks und sonstigem touristischen Firlefanz. Im Grunde erinnert das ganze Setting ein wenig an Las Vegas, nur ohne Prunk und ohne Leuchtreklamen. Dieser Umstand ist vielleicht auch der Grund, warum die Niagarafälle nicht in das UNESCO-Welterbe aufgenommen wurden.

Wie lange soll ich bleiben?

So sehr mich die wenig attraktive Umgebung der Wasserfälle auch gestört hat: ein Besuch der Niagarafälle ist trotzdem ein Highlight, wenn man alles rundherum außer Acht lässt. Wir hatten eine Übernachtung eingeplant, was ich für das Gesamterlebnis als sehr sinnvoll erachte. Wenn ihr aber nur einen Tagesausflug zu den Niagarafällen machen wollt, ist das natürlich auch nicht verkehrt. Wenn ihr wie meine Freundin und ich fix über Nacht bleiben wollt, dann greift lieber etwas mehr in die Geldbörse und nehmt euch unbedingt ein Hotel mit Blick auf die Wasserfälle – das ist aus meiner Sicht notwendig, um das Maximum aus einem Besuch herauszuholen. Es ist einfach fantastisch, am Panoramafenster zu sitzen und die Niagarafälle von oben sowohl bei Tageslicht als auch mit Beleuchtung am Abend zu bewundern. Wenn ihr euch dazu eine Flasche Wein gönnen wollt, dann sucht euch per Google Maps oder mit Empfehlung des Hotels einen nahen Liquor Store, um auch an leistbaren Alkohol zu gelangen (Pass oder Ausweis mitnehmen nicht vergessen).

Was kann man an den Wasserfällen machen?

Vor Ort empfehle ich euch, euren Mietwagen im Hotel oder bei einem Tagesausflug auf einem der zahlreichen Parkplätze abzustellen und alles zu Fuß zu machen. Auf kanadischer Seite gibt es einen wundervollen Panoramaweg mit den besten Blicken auf die Wasserfälle und ihr kommt stellenweise sehr nahe an das Wasser heran. Über die Rainbow Bridge gelangt man auf die Seite der USA und ist als Fußgänger weitaus schneller mit der Passkontrolle fertig als die Autofahrer. Egal in welchem Land ihr euch befindet: ihr müsst auf jeden Fall eine Bootsfahrt bis ganz nah an die Fälle heran machen (Infos dazu in der Bilderstrecke unten). Ganz Mutige können auch noch bei der Attraktion Cave of the Winds über einen Steg neben den American Falls hinuntersteigen – dabei wird man allerdings garantiert komplett nass. Nun aber zeige ich euch mit einer Auswahl an Fotos meine Erlebnisse bei den Niagarafällen!

Weitere Stationen dieser Reise

Der Besuch der Niagarafälle war Teil einer zweiwöchigen Reise durch die USA. Meine Freundin und ich haben auch noch New York, Washington und Chicago besucht, die Reiseberichte dazu findet ihr nachfolgend bzw. folgen demnächst!

Reisebericht zu Washington, D.C.: Washington, D.C.: Die unaufgeregte Hauptstadt

Reiseverlauf: Wien –> New York (Flug Austrian Airlines) // New York –> Washington, D.C. (Flug JetBlue) // Washington, D.C. –> Buffalo Niagara (Flug United) // Buffalo Niagara –> Chicago (Mietauto) // Chicago –> New York (Flug JetBlue) // New York –> Wien (Flug Austrian Airlines)


Niagarafälle mit American Falls, Bridal Veil Falls und Horseshoe Falls
Von Kanada aus könnt ihr alle drei Wasserfälle der Niagarafälle gemeinsam betrachten. Sie bestehen von links nach rechts gesehen auf US-amerikanischer Seite aus den American Falls (260 Meter Breite) und den Bridal Veil Falls (17 Meter Breite) sowie fast komplett auf kanadischer Seite aus den Horseshoe Falls (670 Meter Breite). Im Vordergrund seht ihr eines der Ausflugsboote, die euch ganz nahe an die Fälle heranbringen.
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Boot Maid of the Mist vor den Niagarafällen
Bevor meine Freundin und ich uns selbst auf das Boot wagten, beobachteten wir die Fahrt aus der Ferne. Einsteigen könnt ihr auf beiden Länderseiten, nur die Touranbieter heißen anders. Auf der kanadischen Seite besteigt ihr die Hornblower (Ticket CAD 25,95 / EUR 17,20, niagaracruises.com) und auf US-amerikanischer Seite die Maid of the Mist (USD 19,25 /EUR 16,50, maidofthemist.com). Eine Fahrt dauert rund 20 Minuten, was völlig ausreichend ist.
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Besucher mit Regencapes auf der Maid of the Mist vor den Niagarafällen
An Bord der Boote erhält man ein kostenloses Regencape, welches absolut notwendig ist, um nicht vollkommen durchnässt zu werden. Für Belustigung ist auf jeden Fall gesorgt und witzige Erinnerungsfotos entstehen so auch fast automatisch.
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Maid of the Mist vor den Niagarafällen
Unser Boot Maid of the Mist steuerte furchterregend nahe sowohl an die American Falls als auch an die Horseshoe Falls heran, sodass die Gischt wirklich extrem spürbar war – ein tolles (und vor allem lautes) Erlebnis!
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Vor Wasser geschützte Kamera vor den Niagarafällen
Eines solltet ihr unbedingt vor Beginn der Bootsfahrt beachten: schützt eure Kamera, egal ob mit einem Plastiksackerl oder sonstigen Hilfsmitteln. Bereitet euch auch darauf vor, die Linse zwischendurch mehrmals mit einem Tuch abwischen zu müssen.
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Niagara Falls Observation Tower, American Falls und Bridal Veil Falls
Eine Panoramaaufnahme der American Falls und der schmalen Bridal Veil Falls, links davon seht ihr den Niagara Falls Observation Tower. Diesen kostenpflichtigen Aussichtsturm haben wir aber nicht aufgesucht, da es genügend andere kostenlose Möglichkeiten mit Blick auf die Niagarafälle gibt.
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Beleuchtete Niagarafälle mit den American Falls und den Bridal Veil Falls in Regenbogenfarben
Abends nach Einbruch der Dunkelheit werden die Wasserfälle in wunderschönen und wechselnden Farben angestrahlt. Hier seht ihr die American Falls und die Bridal Veil Falls in Regenbogenfarben.
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Panorama der beleuchteten Niagarafälle
Hier seht ihr den Grund, warum ich eine Übernachtung in einem der Hochhaushotels auf kanadischer Seite empfehle. Mit einer Flasche Wein saßen meine Freundin und ich am Panoramafenster und genossen diesen fantastischen Ausblick auf die beleuchteten Niagarafälle.
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Hochhäuser in Niagara Falls
Nach den eben gezeigten emotionsgeladenen Fotos hier nun ein ernüchternder Eindruck. Dreht ihr euch nach einem Blick auf die Niagarafälle einmal um, springen euch wenig stilvolle Hochhäuser, Casinos und sonstige Gebäude mit touristischer Bedeutung förmlich an. Es schreit richtig nach einem billigen Las Vegas, nur ohne Lichtershow.
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Rainbow Bridge und Niagarafälle
Wenden wir uns lieber wieder schnell den Wasserfällen zu. Über die links abgebildete Rainbow Bridge gelangt man von Kanada in die USA. Überquert die Brücke am besten zu Fuß und vergesst nicht euren Reisepass mitzunehmen.
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Panorama der Niagarafälle und Skyline von Niagara Falls
Auf der Rainbow Bridge stehend konnte ich die American Falls und die Horseshoe Falls gemeinsam aufs Bild bringen, zusätzlich seht ihr noch das Boot Maid of the Mist und die Skyline der kanadischen Stadt Niagara Falls. Auf US-amerikanischer Seite heißt der Ort übrigens ebenfalls Niagara Falls – es handelt sich um Schwesterstädte.
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Cave of the Winds bei den Niagarafällen
In den USA findet ihr die Attraktion Cave of the Winds, die euch ganz nah an die American Falls und Bridal Veil Falls heranbringt. Ersatzkleidung unbedingt bereit halten! 😉 Alle Infos dazu gibt es auf der Webseite niagarafallsstatepark.com. Alternativ kommt man auch bei der Attraktion Journey behind the Falls* an die Wasserfälle heran.
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Horseshoe Falls bei den Niagarafällen
Wir sind bis zu den Horseshoe Falls gegangen und konnten dann von einer Aussichtsplattform diesen intensiv spürbaren Blick auf die 670 Meter breiten Wasserfälle erhaschen. Im Hintergrund seht ihr die Hotels auf kanadischer Seite – im zweiten von links waren meine Freundin und ich untergebracht.
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Detailaufnahme der Horseshoe Falls bei den Niagarafällen
Wir gingen dann den gesamten Weg wieder zurück auf die kanadische Seite und kamen nochmals sehr nahe an die Horseshoe Falls heran. Es ist fast hypnotisierend, dem Wasser zu lauschen und auf seine sanften Formen zu starren.
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Langzeitbelichtung der Horseshoe Falls bei den Niagarafällen
Ein abschließender Ausblick mit Langzeitbelichtung der Horseshoe Falls. Mit Glücksgefühlen im Bauch beendeten meine Freundin und ich das Abenteuer Niagarafälle wieder und fuhren weiter Richtung Chicago.
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FAZIT

Mein lange gehegter Wunsch wurde im Jahr 2010 erfüllt und ich konnte erstmals mit eigenen Augen die Niagarafälle sehen und vor allem spüren. Eingebettet zwischen den beiden Schwesterstädten Niagara Falls stürzen sich die Wasserfälle durch die Landesgrenze der USA und Kanada 57 Meter in die Tiefe und sorgen so für ein gewaltiges Naturschauspiel. Das wenig attraktive, Las-Vegas-artige Setting rundherum muss man einfach ausblenden, dann steht einem grandiosen Aufenthalt wirklich nichts im Wege. Um das Maximum aus einem Besuch herauszuholen, solltet ihr euch eine Nacht in einem der Hochhaushotels auf kanadischer Seite gönnen, um die Niagarafälle auch bunt beleuchtet und vor allem mit Blick von oben vollends genießen zu können! 🙂

 

Niagarafälle (Niagara Falls): Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps.Niagarafälle (Niagara Falls): Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps.

2 Kommentare

  1. […] Reisebericht zu den Niagarafällen: Niagarafälle – Das geteilte Naturwunder […]

  2. Sehr coole Aufnahmen!
    Hier möchte ich auch mal hin.
    Mir würde glaube ich auch ein Tagesausflug reichen 🙂

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