Linz: 10 Gründe für einen Pflichtbesuch

Mann blickt während eines Sonnenuntergangs auf Linz

Egal ob man mit dem Auto oder dem Zug kommt: der erste Eindruck von Linz ist nicht unbedingt der beste. Die riesigen Stahl- und Chemiebetriebe am Stadtrand mit ihren dampfenden Schornsteinen lassen nicht erahnen, welche kulturellen und architektonischen Schätze im Zentrum auf die Besucher warten. Die oberösterreichische Landeshauptstadt konnte jedoch in den letzten Jahren ihr Image als Industrieort erfolgreich ablegen. In diesem Blogbeitrag gebe ich euch deshalb 10 Gründe, warum ihr Linz unbedingt einmal sehen solltet!

Linz

FAKTEN

Reisezeit: August 2018 (2 Tage, 1 Übernachtung)
Anreise: Mit dem Zug von Wien Hauptbahnhof nach Linz Hauptbahnhof (ÖBB Railjet 1:14 h oder Westbahn 1:20 h)
Unterkunft: Austria Trend Hotel Schillerpark **** (Schillerplatz 1, Hotel buchen*): Großes und stilvolles Hotel mit angeschlossenem Casino in guter Lage, 10 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof bzw. 5-10 Minuten Fußweg in die Innenstadt. Sehr geräumige, helle und ruhige Zimmer, bequeme Betten, schönes Badezimmer, WLAN-Geschwindigkeit gut, Frühstücksauswahl und -qualität sehr gut, Personal von der Rezeption über die Bar bis zum Frühstück durchwegs mürrisch bzw. unmotiviert. Abends ist die Atmosphäre im Park vor dem Hotel durch herumlungernde Gestalten etwas zwiespältig, aber als Hotelgast kommt man normal nicht in direkte Nähe. Empfehlenswert sind die beiden gut frequentierten Würstelstände ebenfalls vor dem Hotel für einen Abendsnack. Weiterempfehlung? JA, sofern man sich nicht vom Personal die Stimmung vermiesen lässt. Weitere schöne Hotels und andere Unterkünfte könnt ihr hier* suchen und buchen.

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Linzer Schlossmuseum während der blauen Stunde

Von „In Linz beginnt’s“ zu „Linz verändert“

Anfang der 70er-Jahre hat sich Linz erstmals ein Motto einfallen lassen, mit dem das Image der Stadt aufpoliert werden sollte. „In Linz beginnt’s“ wurde von bösen Zungen aber schnell zum nicht förderlichen Satz „In Linz stinkt’s“ umformuliert. Die Achtzigerjahre brachten dann mit dem neuen Motto „Linz lebt auf“ den Versuch, die Landeshauptstadt zur saubersten Industriestadt werden zu lassen. Und tatsächlich: die Luftqualität konnte massiv verbessert werden und heute bemerkt man von den Stahl- und Chemieanlagen am Stadtrand so gut wie gar nichts mehr. Das aktuelle Leitmotto „Linz verändert“ ist seit 2009 im Einsatz, als Linz zur europäischen Kulturhauptstadt erkoren wurde.

In 48 Stunden Linz erkunden

Als Wiener ist es für mich im Grunde immer ein Leichtes, schnell in das nur 75 Minuten entfernte Linz zu fahren – es tatsächlich zu machen ist dann wieder eine andere Geschichte. Jedenfalls hatte ich mir schon lange vorgenommen, einmal die wichtigsten Attraktionen aller österreichischen Landeshauptstädte im Detail zu erkunden. Mit Linz habe ich damit begonnen und mir zwei volle Tage Zeit genommen, die ich auch absolut benötigte. Das kulturelle Programm in der Stadt an der Donau ist unglaublich vielfältig und es kommt garantiert nie Langeweile auf. Nachfolgend präsentiere ich euch jetzt meine persönlichen Highlights aus 48 Stunden Linz!

DER LINZER HÖHENRAUSCH

Habt ihr schon vom Linzer Höhenrausch gehört? Bei diesem Kunstprojekt der anderen Art wandelt man mitten in der Innenstadt auf Dächern, über Holzstege, durch den Turm sowie Dachstuhl einer Kirche und bewundert dabei die unterschiedlichen Kunstwerke eines jährlich wechselnden Leitthemas. Und das Beste: all das wird begleitet von wunderbaren Ausblicken über Linz. Zweimal habe ich den Höhenrausch bis jetzt besucht und nachfolgend findet ihr meine detaillierten Blogbeiträge dazu:

Linzer Höhenrausch 2018 – Kultur mit Ausblick

Das war der Linzer Höhenrausch 2016

 


Innenansicht des Linzer Mariendoms

1) Mariendom

Der Mariendom (auch Mariä-Empfängnis-Dom oder Neuer Dom genannt) ist nicht nur das Wahrzeichen von Linz, sondern aus meiner Sicht auch das absolut wichtigste Bauwerk, das ihr unbedingt besichtigen müsst. Die Dimensionen sind schlichtweg umwerfend und es ist wirklich schwierig, den Dom komplett auf ein Foto zu bekommen. Die Geschichte der Kirche ist relativ jung, denn erst 1862-1898 erfolgte der Bau der Krypta und Votivkapelle, in der die ersten Messen abgehalten wurden. Die Domweihe des zumindest provisorisch fertiggestellten Mariendoms erfolgte dann erst am 29. April 1924.

Die Nummer 2 und Nummer 1 von Österreich

Eine lange Tradition hatte die Diskussion darüber, ob nun der Mariendom in Linz oder der Stephansdom in Wien die höchste Kirche Österreichs ist. Im Zuge von Vermessungsarbeiten für die bevorstehende Turmspitzsanierung wurde im Herbst 2017 dann mittels Drohne und Theodolit (ein Winkelmessinstrument) eine exakte Messung vorgenommen – mit dem Ergebnis, dass der Mariendom 134,69 Meter hoch ist und damit die Nummer 2 hinter dem Wiener Stephansdom, der es auf eine Höhe von 136,44 Metern schafft. Trotzdem gehört dem Mariendom ein erster Platz, denn er ist mit einer bebauten Fläche von 5.851 m² die größte Kirche Österreichs.

Innen einfach umwerfend

Nachdem ich den Dom betreten hatte, war ich erst einmal sprachlos. Die Mischung aus der neogotischen Architektur und dem einfallenden Tageslicht taucht das Innenleben in eine magische Atmosphäre – die enorme Größe der Kirche sorgt zusätzlich für Demut und trägt das seinige dazu bei. Schaut euch in Ruhe um, setzt euch auch einmal hin und genießt einfach alle Details! Besondere Aufmerksamkeit verdienen vor allem die grandiosen Glasfenster, die sowohl in moderner als auch traditioneller Ausführung zu finden sind.

Anstrengende Turmbesteigung mit Belohnung

Einen weiteren Höhepunkt solltet ihr euch nicht entgehen lassen, falls es sich zeitlich ausgeht. Jeden Donnerstag um 16 Uhr bzw. Samstag, Sonntag und Feiertag um 14 Uhr kann man nämlich im Rahmen einer Führung eine Turmbesteigung machen (EUR 4,50, Kinder EUR 3,00). Dabei geht es über 395 Stufen zunächst zum Glockengeläut und dann zur Turmplattform in 65 Metern Höhe. Die Aussicht ist phänomenal! Da nur eine begrenzte Anzahl an Personen mitgehen kann, holt euch am besten schon untertags eure Tickets im Domcenter in der Herrenstraße 36 vor dem Mariendom. Eine Auflistung aller angebotenen Führungen findet ihr auf der Webseite dioezese-linz.at.

Fotospots

 


Blick auf den Linzer Pöstlingberg

2) Pöstlingberg

Auch den Pöstlingberg dürft ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen! Der 539 Meter hohe Linzer Hausberg ist von vielen Punkten der Stadt aus gut zu sehen und an seiner an der Spitze thronenden Basilika leicht zu erkennen. Er ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel sowohl bei Linzern als auch Touristen. Um die im folgenden beschriebenen Attraktionen alle stressfrei durchzubringen, solltet ihr zumindest 2-3 Stunden Zeit einplanen.

Pöstlingbergbahn

Wenn man sehr viel Zeit hat, kann man natürlich auch zu Fuß auf den Berg gehen, aber die Pöstlingbergbahn ist einfach ein wunderbares Hilfsmittel. Seit 1898 verbindet die Bahn den Linzer Hauptplatz (bis 2008 war Linz-Urfahr/Mühlkreisbahn die Endstation) mit dem Pöstlingberg und benötigt dafür nur 22 Minuten. Sehenswert ist dabei die Bergstation, welche sich in einem alten Befestigungsturm befindet. Eine historische Besonderheit war die Überwindung der steilen Strecke ohne Zahnrad oder Standseil. Mit Hilfe einer speziellen Zangenbremse konnte aber vermieden werden, dass die Zuggarnituren bei Schlechtwetter abrutschten. Heute verkehren „leider“ moderne Züge, welche keinerlei Charme mehr mit sich bringen. Ich hatte 2007 noch das Glück, mit einer historischen Bahn fahren zu können, ein Foto davon seht ihr unten. Alle Details zu den Fahrzeiten und vor allem zu den Ticketoptionen findet ihr gesammelt mit den Infos zum öffentlichen Verkehr im blauen Hinweiskasten am Ende des Beitrags.

TIPP: Museum Pöstlingbergbahn

Nachdem die Pöstlingbergbahn 2008 zum Linzer Hauptplatz verlängert und als Linie 50 in das Straßenbahnnetz integriert wurde, gab es für den alten Bahnhof in Linz-Urfahr an der Mühlkreisbahn keine Verwendung mehr. Die Talstation erhielt dann als Museum doch noch eine Funktion und informiert nun über die Geschichte und Gegenwart der Bahn. Für Technikfans am interessantesten ist sicherlich die ausgestellte Zangenbremse, die für den Betrieb ohne Zahnrad bzw. Standseil notwendig war. Wenn ihr nett nachfragt, könnt ihr in der angrenzenden Remise auch die alten Wagen ansehen, was ich unbedingt empfehlen würde! Geöffnet ist das Museum allerdings nur von 1. März bis 1. November am Samstag, Sonn- und Feiertag von 10:00 bis 16:00 Uhr, dafür aber kostenlos.

 

Wallfahrtskirche

Die Pöstlingbergkirche (auch Basilika zu den Sieben Schmerzen Mariä genannt) ist neben dem Mariendom ein weiteres Wahrzeichen von Linz. Schon seit 1720 war der Pöstlingberg das Ziel von Pilgern, für die man eine hölzerne Kapelle errichtete. Von 1742 bis 1748 wurde anstelle des Provisoriums die Basilika erbaut. Von außen leuchtet einem die grellweiße Fassade entgegen, innen erstrahlt die spätbarocke Ausgestaltung. Da zum Zeitpunkt meines Besuchs gerade eine Messe stattfand, habe ich es bei einem schnellen Foto belassen.

Aussichtsplattform

Theoretisch bietet sich von der Aussichtsplattform am Fuße der Basilika ein fantastischer Blick über Linz. In der Praxis habe ich es trotz mehrmaliger Versuche noch nicht erlebt, vor Ort einmal eine klare Fernsicht genießen zu können – der Wettergott hatte bisher scheinbar immer etwas gegen mich in der Hand. 😉 Zumindest am Vortag meines Besuchs im August 2018 war mir das Glück hold, als ich von einigen anderen Aussichtspunkten (die ihr in diesem Beitrag noch kennenlernt) eine sehr gute Sicht auf Linz hatte.

Grottenbahn

Eigentlich bin ich aus dem Alter ja schon heraus, aber nachdem die Grottenbahn überall derart angepriesen wird, wollte ich mir schlussendlich doch einmal selbst ein Bild davon machen. Eine lange Geschichte hat sie jedenfalls: Acht Jahre nach der Inbetriebnahme der Pöstlingbergbahn eröffnete 1906 die Grottenbahn mit einer kreisförmigen Strecke, auf der ein Motorwagen mit Drachenkopf einen Anhängerwagen zog. Dieses Konzept hat sich bis heute nicht verändert, nur die Technik und Ausstattung ist natürlich moderner geworden. Ich habe mir um EUR 5,50 (Kinder EUR 3,30) ein Ticket gekauft und war ziemlich überrascht. Die ganze Anlage ist wirklich sehr liebevoll gestaltet, sodass auch Erwachsene ihren Spaß haben werden. Nach der Fahrt mit der Bahn gibt es im Untergeschoss noch eine Nachbildung des Linzer Hauptplatzes um 1900 zu bewundern. In mehreren Räumen werden Märchenszenen, hauptsächlich der Gebrüder Grimm, animiert nachgestellt. Alle Details zu den Öffnungszeiten und Preisoptionen findet ihr auf der Webseite linzag.at.

Fotospots

 


Blick auf das Ars Electronica Center und Lentos in Linz

3) Ars Electronica Center und Lentos Kunstmuseum

Das Ars Electronica Center (AEC) bezeichnet sich selbst als „Museum der Zukunft“ und versucht, die Technologien der Zukunft bereits in der Gegenwart für alle Altersstufen begreifbar zu machen. In unterschiedlichen Themenbereichen kann man sich so unter anderem beispielsweise zu Gentechnik, Robotik oder Medienkunst informieren. Nachdem das alles eine ziemlich komplexe Materie ist, helfen zahlreiche Mitarbeiter direkt vor Ort den Besuchern bei den einzelnen Stationen. Eine Besonderheit ist das Kino Deep Space 8K, in dem hochauflösend Wand- und Bodenprojektionen durchgeführt werden. Ich hatte das Vergnügen, die per Helmkamera gefilmte Skiabfahrt auf der Kitzbüheler Streif mitzuerleben – allerdings mit dem Ergebnis, dass mir aufgrund der schnellen Bewegungen dann ziemlich schlecht war. 😉 Mit dem jährlich stattfindenden Ars Electronica Festival kann sich Linz auch das weltweit bedeutendste Festival der digitalen Kunst an die Brust heften. Alle Infos zum Museum gibt es auf der Webseite ars.electronica.art.

Kunstmuseum am Wasser

Das Lentos Kunstmuseum steht schräg gegenüber des Ars Electronica Center auf der anderen Seite der Donau. Das Gebäude ist 130 Meter lang und wirkt dadurch von außen sehr groß und mächtig. Aber jedes Mal, wenn ich eine Ausstellung besuche, kommt mir im Inneren die Ausstellungsfläche dagegen richtig klein und überschaubar vor. 😉 Zu sehen gibt es in Wechselausstellungen jedenfalls moderne und zeitgenössische Kunst, was mich oft anspricht. Außerhalb des Museums ist im Erdgeschoss direkt unter dem Gebäude eine Freifläche, in der man sich an der Decke bzw. Unterseite des Museums spiegelt – ein netter Effekt. Außerdem ist auch die Aussicht auf den Pöstlingberg und den Stadtteil Linz-Urfahr wirklich sehenswert. Alle Infos zum Museum findet ihr auf der Webseite lentos.at.

TIPP

Ein Abendspaziergang an der Donau ist ein Muss, sofern ihr über Nacht bleibt oder in den Wintermonaten in Linz seid, wenn es schon am Nachmittag finster wird. Ab Einbruch der Dunkelheit erstrahlen nämlich sowohl das Ars Electronica Center als auch das Lentos Kunstmuseum in leuchtenden Farben, die regelmäßig wechseln. Zehntausende Leuchtdioden sorgen für ein stimmungsvolles Bild direkt am Wasser! Am besten könnt ihr das alles von der Nibelungenbrücke aus beobachten.

 

Fotospots

 


Straßenschild Altstadt in Linz

4) Das Altstadtviertel

Das Flanieren im Altstadtviertel gehört zu einem Aufenthalt in Linz selbstverständlich dazu. Besonders schön sind die autofreien Bereiche, wo ihr wunderbar umherschlendern und die zahlreichen Geschäfte genauer unter die Lupe nehmen könnt. Viele historische Gebäude mit teils bunten Fassaden verleihen dem Stadtteil eine spannende Atmosphäre. Immer wieder ergeben sich ausgezeichnete Möglichkeiten für ein stimmiges Erinnerungsfoto. Freunde des Einkaufsbummelns finden dagegen auf der Landstraße mehr als genügend große Ketten, Restaurants sowie sonstige Geschäfte, aber auch weitere Sehenswürdigkeiten wie die Karmelitenkirche und die Ursulinenkirche.

Das Landhaus

Optisch herausstechend ist in der Altstadt das Landhaus, Sitz des oberösterreichischen Landeshauptmannes, des Landtages und der Landesregierung. Im italienisch anmutenden Innenhof des Renaissancegebäudes aus dem 16. Jahrhundert erinnert der Planetenbrunnen an den Astrologen (und vieles mehr) Johannes Kepler. Vor dem südlich gelegenen Portal übersieht man leicht den Glockenring auf dem Boden. Dabei handelt es sich um eine Erinnerung an die berühmte Pummerin, welche 1952 als Geschenk des Landes Oberösterreich an Wien übergeben wurde und an dieser Stelle ihre Reise antrat. Ebenfalls ansehen müsst ihr euch die im selben Gebäudekomplex, aber nördlich befindliche Minoritenkirche im spätbarocken Rokokostil.

Fotospots

 


Blick auf das Linzer Schlossmuseum

5) Schlossmuseum

Das Schlossmuseum wollte ich ursprünglich nur aus einem Grund aufsuchen, nämlich der Aussichtsterrasse. Doch vor Ort entschloss ich mich dann spontan, auch die Ausstellungen anzusehen – und das hat sich gelohnt. Das Museum ist von der Altstadt aus schnell über die liebevoll aufsteigende Hofgasse und einige Stufen zu erreichen. Schon vor dem Betreten des Schlossareals bietet sich ein toller Blick Richtung Pöstlingberg, aber die Aussicht wird noch besser. Durchquert man den Schlosshof Richtung Eingang, befindet sich neben diesem ein Modell der Stadt Linz und die angesprochene, kostenlos zugängliche Aussichtssterrasse mit Café. Der Ausblick könnte nicht besser sein und ist wohl einer der schönsten der Stadt. Im Museum selbst werden auf rund 10.000m² Fläche Dauer- und Wechselausstellungen zur Natur-, Kultur- und Kunstgeschichte Oberösterreichs präsentiert.

Fotospots

Einen besonders schönes Blick auf das Schlossmuseum bekommt man von der anderen Seite der Donau am Ende der Nibelungenbrücke.

 


ESSEN UND TRINKEN IN LINZ

Eine echte Institution in Linz ist die Konditorei Jindrak, die seit 1929 existiert. Ich war sowohl in der Stammfiliale in der Herrenstraße 22 als auch Am Pöstlingberg 12 einige Meter neben der Bergstation der Pöstlingbergbahn zu Gast. Einmal habe ich eine Kardinalschnitte gegessen, die mir ausgezeichnet schmeckte. Und auf dem Pöstlingberg probierte ich dann bei einer tollen Aussicht auf die Stadt die berühmteste Süßspeise, die Linzer Torte. Ich muss ehrlich sagen: Freunde werden die Torte und ich nicht mehr. Nachdem ich generell eher auf cremige Kuchen stehe, ist die sehr trockene Linzer Torte wirklich gar nichts für mich. Aber probieren solltet ihr sie auf jeden Fall! 😉

Ausgezeichnet essen könnt ihr im Restaurant Gelbes Krokodil (OK-Platz 1), wo ihr aber unbedingt reservieren oder gleich zu den Öffnungszeiten kommen müsst, um einen Platz zu bekommen. Ich genoss herrliche Schweinsfilets mit Eierschwammerlsauce und Reis, dazu oberösterreichisches Bier.

Nach einem langen Fußmarsch durch die Stadt wunderbar entspannen konnte ich in der Sandburg (Untere Donaulände 5) unmittelbar nach dem Lentos Kunstmuseum. Dort ist nur in den Sommermonaten ein künstlicher Strand mit Palmen, Hängematten und einer Bar aufgebaut. In einer alten Garnitur der Pöstlingbergbahn verköstigt man sich mit Burger & Co. Geöffnet ist nur bei Schönwetter von 16:00 bis 24:00 Uhr.

Eine weitere Institution in Linz ist der Leberkas Pepi (Rathausgasse 3 und Hauptbahnhof). Ok, Vegetarier sollten hier besser nicht weiterlesen. 😉 In einem kleinen Lokal unweit des Hauptplatzes gibt es über zehn verschiedene Sorten an Leberkäse, die wirklich ausgezeichnet schmecken, sofern man darauf steht.

 


Innenansicht des Alten Doms in Linz

6) Alter Dom

Der Alte Dom (auch Ignatiuskirche oder Jesuitenkirche genannt) diente, wie der Name schon sagt, bis zur Übernahme durch den Neuen Mariendom (siehe Punkt 1) ca. 125 Jahre als Bischofskirche der Diözese Linz. Die Ursprünge gehen bereits auf das Jahr 1678 zurück und noch heute prägt das Bauwerk mit seinen zwei Türmen das Linzer Stadtbild. Berühmtheit erlangte der Dom durch die Brucknerorgel, die nach dem Komponisten und Organisten Anton Bruckner benannt ist. Er spielte zwischen 1855 und 1868 an der Orgel, die seit damals nicht mehr umgestaltet wurde und damit ein echtes Klangdenkmal darstellt. Die Orgel kann im Rahmen einer Führung auch aus der Nähe betrachtet werden, Infos dazu findet ihr auf der Seite linztourismus.at. Im Inneren des Alten Doms ist aber nicht nur die Brucknerorgel ein Blickfang, sondern weiters auch das barocke Gesamterscheinungsbild. Der prächtige Hochaltar und die Kanzel laden zu einer genauen Inspektion der Details ein!

Fotospots

 


Linzer Hauptplatz während des Stadtfestes

7) Hauptplatz

Das Zentrum der Innenstadt ist der barock ausgestaltete Hauptplatz. Auf ihm steht das Alte Rathaus, die Dreifaltigkeitssäule von 1723 sowie viele Häuser mit wunderschöner Fassade und historischer Bedeutung. Aus einem von ihnen erklingt jeden Tag um 11:03 Uhr, 14:03 Uhr und 17:03 Uhr ein rund vier Minuten langes Glockenspiel mit wechselnden Melodien. In vergangenen Zeiten war der Hauptplatz zugleich ein Marktplatz und verhalf der Stadt zu wirtschaftlichem Aufschwung. Ein häufiges Problem, das mich auch bei meinem Besuch im Sommer 2018 wieder eingeholt hat, ist die Dichte an Veranstaltungen auf dem Hauptplatz. Der gesamte Raum war anlässlich des Stadtfestes mit Bühnen, Werbung und Ständen vollgepflastert, sodass von der Schönheit nicht mehr allzu viel zu erkennen war. Das ist auch der Grund, warum ihr in meinen Fotos unten Aufnahmen von vergangenen Besuchen seht, auf denen man von den Bauwerken etwas erkennen kann.

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Blick von der Aussichtsplattform Franz-Josefs-Warte auf Linz

8) Franz-Josefs-Warte

Ein kleiner Geheimtipp ist die Franz-Josefs-Warte, denn wenn man sie nicht kennt, findet man sie auch nicht zufällig. Sie steht etwas abseits der Innenstadt auf dem westlich gelegenen und dicht bewaldeten Freinberg. Erreichbar ist sie von der Stadt aus zum Beispiel von der zentralen Station Taubenmarkt mit der Buslinie 26 bis zur Station Vergeinerstraße. Dort startet direkt an der Straße ein Waldweg zur rund 10 Minuten entfernten Warte. Erbaut wurde sie 1888 zu Ehren des vierzigjährigen Amtsjubiläums von Kaiser Franz Josef. Über rund 100 Stufen und ein hübsches Treppenhaus gelangt man auf eine Aussichtsplattform. Die Sicht ist umwerfend und lässt komplett neue Perspektiven auf Linz zu. Die Öffnungszeiten der kostenlos zugänglichen Franz-Josefs-Warte findet ihr auf der Webseite linztourismus.at.

Fotospots

 


Ein Javaneraffe im Zoo von Linz

9) Zoo

Der Zoo Linz ist mit Sicherheit nicht der größte und nicht der spannendste Tiergarten der Welt, aber dafür einer der charmantesten. Er liegt eingebettet am Fuße des Pöstlingbergs und bietet Besuchern den Bonus eines traumhaften Ausblicks auf die Stadt – jedenfalls, sofern es das Wetter zulässt. Ideal kombinieren könnt ihr den Zoo mit den Attraktionen des Pöstlingbergs (siehe Punkt 2). Dabei steigt ihr entweder bei der Auffahrt oder der Abfahrt mit der Pöstlingbergbahn einfach bei der Station Tiergarten aus und seid nach einem kurzen Fußweg schon beim Eingang. Der Zoo existiert seit 1980 und pflegt ca. 650 exotische und heimische Tiere aus rund 100 Arten. In den Fotos unten seht ihr einige meiner Favoriten vom Besuch. Besonders gefallen hat mir auch der Umstand, dass der Rundweg teils durch einen sehr schönen Wald verläuft und man so einmal dem Stress der Stadt entfliehen kann.

Fotospots

 


Botanischer Garten in Linz

10) Botanischer Garten

Wenn es darum geht, einfach mal die Seele baumeln zu lassen und gleichzeitig auch einmal exotische Pflanzen zu sehen, dann seid ihr im Botanischen Garten richtig. Es ist zwar kein kostenloses Vergnügen (EUR 3,50 Eintritt), aber ein befriedigendes. Erreichbar ist die Gartenanlage mit der Buslinie 27, Station Botanischer Garten. Achtung: Der Eingang befindet sich von der Busstation aus gesehen auf der rechten Seite in der Roseggerstraße und nicht links in der Kapuzinerstraße! Am heutigen Standort wird die Pflanzensammlung mit mehr als 100.000 Arten seit 1952 gepflegt, die Ursprünge des Gartens gehen aber schon bis in das Jahr 1853 zurück. Bei einem Spaziergang durch die Anlage kommt ihr an jeder Menge Kakteen- und Orchideen vorbei, aber auch die liebevoll angelegten Wege entlang eines Teichs sowie zahlreiche Sitzmöglichkeiten laden zum Entspannen ein. Die Öffnungszeiten und Preise sind auf der Seite linztourismus.at aufgelistet.

Fotospots

 

ALLGEMEINE TIPPS

Die Touristeninformation findet ihr auf dem zentralen Hauptplatz im Gebäude des Alten Rathauses. Dort liegen jede Menge Prospekte auf und man hilft euch gerne bei Fragen weiter.

In anderen Reiseblogs zu Linz werdet ihr garantiert auf den Hafen mit seinen riesigen Murals (Wandgemälde) stoßen. Ich wollte mir das eigentlich auch ansehen, doch dies geht nur im Rahmen einer Führung am Wochenende – ich war allerdings unter der Woche vor Ort. Neugierig, warum man den Hafen nicht selbst erkunden kann, fragte ich in der Touristeninformation nach. Die Antwort: aus Sicherheitsgründen ist dies aktuell noch nicht möglich, es ist aber für die Zukunft ein gesicherter Weg durch die Hafenanlage geplant, um auch ohne Führung die Kunstwerke bewundern zu können. Sobald es Neues dazu gibt, werde ich es hier im Artikel erwähnen.

In Linz könnt ihr bis auf den Pöstlingberg im Grunde alles zu Fuß erledigen, aber für die Franz-Josefs-Warte oder den Botanischen Garten ist es dann doch empfehlenswert, sich einfach eine leistbare Tageskarte für den öffentlichen Verkehr zu gönnen. An den Automaten vieler Stationen findet ihr mehrere Optionen, wie im unten abgebildeten Foto ersichtlich. Die Lang- und Kurzstrecke benötige ich eigentlich nie, weswegen ich immer gleich eine Tageskarte um EUR 4,50 nehme. Diese rentiert sich schon ab zwei Fahrten, was sich schnell auszahlt. Beachtet vor dem Kauf aber den nächsten Hinweis:

Falls ihr auf den Pöstlingberg fahren wollt, dann kauft euch nicht eine Tageskarte (diese gilt nicht für den Berg), sondern gleich das sogenannte Erlebnisticket. Darin ist nämlich eine Berg- und Talfahrt sowie ein 24-Stunden-Ticket für Linz inkludiert. Das ganze kostet EUR 9,50 und ist billiger, als wenn ihr zum 24h-Ticket (EUR 4,50) zusätzlich einen Fahrschein für die Pöstlingbergbahn (Berg- und Talfahrt EUR 6,30) kauft. Die Betriebszeiten der Bahn findet ihr übrigens auf der Webseite linzag.at.

 

FAZIT

Mit meinem Ziel, die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz einmal auf Herz und Nieren kennenzulernen, bin ich sehr zufrieden. In zwei Tagen habe ich ein intensives Programm zwischen Sightseeing und Entspannung absolviert, das wirklich alle Stücke spielte. Dass Linz einen riesigen Industriesektor am Stadtrand hat, ist eigentlich zu keiner Zeit merk- oder spürbar. Ganz im Gegenteil: jede Ecke schreit nach Kultur, Erlebnis und Offenheit. Es ist vielleicht nicht die erste Stadt auf eurem Radar, aber Linz solltet ihr definitiv eine Chance geben – ihr werdet nicht enttäuscht sein, das garantiere ich euch!

 

Linz: Reisebericht mit allen Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.Linz: Reisebericht mit allen Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

2 Kommentare

  1. Wenn ich die Aufmerksamkeit noch auf die Linz-Card lenken darf.
    https://www.linztourismus.at/freizeit/reise-planen/linzcard/
    Kostet die Ein-Tageskarte 18 Euro (3-Tage 30,–) dafür kann man damit die gesamten Linz Linien (Strassenbahn, Buss) benützen, Höhenrauch 0,–, Lentos 0,–, AEC 0,– usw. und noch viele andere Vergünstigungen.

  2. Tellinger Alfred sagt: Antworten

    Gut gesehen Linz verstanden tolle Fotos

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