Hüttenhüpfen auf dem Muckenkogel

Blick auf den Muckenkogel in Herbstfarben

Wenn die Wettervorhersage ein traumhaftes Herbstwochenende mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ankündigt, dann heißt es ab zur Planung eines tollen Ausflugs! In meinem Blogartikel berichte ich euch diesmal von meiner Wanderung auf dem Muckenkogel in Niederösterreich. Hoch oben im Gebirge bietet sich dort nämlich ein herrlicher Rundweg über drei Hütten an, was das ganze zu einem wahren Vergnügen macht.

MUCKENKOGEL (LILIENFELD)

FAKTEN

Reisezeit: Mitte Oktober 2018 (Tagesausflug)
Anreise: Mit dem Auto von Wien über die A2 bis St. Pölten Süd, dann B20 bis Lilienfeld, dort den Schildern zur Bergbahn Muckenkogel folgen (ca. 1:25 h).
Bergbahn: Liftstraße 3, 3180 Lilienfeld (GPS-Koordinaten); Betriebszeiten und Preise siehe sessellift-lilienfeld.at
Gehzeit:
unterschiedliche Tourenlängen, meine Wanderung dauerte ca. 2 1/2 Stunden netto
Distanz: ca. 12 Kilometer, 900 Höhenmeter (ähnliches Routenprofil meiner Tour auf bergfex.at)
Schwierigkeit: leicht bis mittel

Wanderweg auf dem Muckenkogel in Herbstfarben

Wildromantischer Herbstausflug

Den Wandertag auf dem von Wien rund 90 Minuten entfernten Muckenkogel verdanke ich meiner Freundin, die in ihrer Kindheit schon oft auf dem beliebten Ausflugsberg zu Gast war und die Tour vorgeschlagen hatte. Der Ausgangspunkt ist dabei Lilienfeld, das vom Tourismusverband als „Grüne Lunge“ Niederösterreichs bezeichnet wird. Und das ist wirklich keine Übertreibung, wie man dann später vom Gipfel aus bei einem Rundumblick bemerkt. Unser Auto stellten wir am großen, aber bereits ziemlich belegten Parkplatz an der Talstation der Bergbahn ab – wir waren an einem sonnigen Herbsttag eben nicht die einzigen Menschen, die auf den Muckenkogel wollten. 😉 Mit einem liebevollen Einser-Sessellift ging es dann in rund 20 Minuten gemächlicher Fahrt durch eine Waldschneise zur Bergstation.

Von einer Hütte zur nächsten

Es gibt mehrere Wanderwege, die sich miteinander wunderbar verknüpfen oder aber auch eigenständig absolvieren lassen. Meine Freundin und ich entschieden uns für folgende Variante: wie erwähnt starteten wir mit dem Sessellift die Auffahrt, von der Bergstation dann vorbei am Funkturm des Muckenkogels zur Hinteralm mit der Traisnerhütte (ca. 35 Minuten), weiter zum Almgasthaus Klosteralm (ca. 45 Minuten), anschließend zur Lilienfelder Hütte (ca. 20 Minuten) und schließlich über den etwas anspruchsvolleren Wasserfallsteig retour zur Talstation des Sesselliftes (ca. 60 Minuten). Während die erste Etappe durchwegs bergauf geht, führt der restliche Weg teils steil bergab und ist für die Kniegelenke mitunter recht anstrengend – Sportliche können die Route natürlich auch umdrehen und mehr für die Beinmuskulatur tun. 😉

Die Highlights der Wanderung

Eine Viertelstunde nach dem Start unserer Wanderung kamen wir auch schon am ersten wunderschönen Aussichtspunkt vorbei, der zugleich eine historische Bedeutung hat. Am 19. März 1905 veranstaltete an dieser Stelle nämlich Mathias Zdarsky am Muckenkogel den ersten Torlauf der alpinen Skigeschichte. Bei der Hinteralm stand das obligatorische Gipfelkreuzfoto am Programm, bevor wir in der Klosteralm eine Essenspause mit einer für eine Hütte wirklich guten Verköstigung einlegten. Einige Teile der Wanderung waren von traumhaften Waldwegen in intensiven Herbstfarben geprägt. Der Abstieg über den Wasserfallsteig stellte dann ein finales kleines Abenteuer dar, denn der steile Weg geht über Stock und Stein entlang einer Felswand. Der Wasserfall selbst rieselte aufgrund langer Trockenheit leider nur vor sich hin und wollte nicht so recht überzeugen. In der folgenden Bilderstrecke könnt ihr meiner Freundin und mir nun vom Beginn bis zum Ende der Tour folgen!

Talstation der Bergbahnen Lilienfeld auf den Muckenkogel in Lilienfeld
In der Talstation der Bergbahnen Lilienfeld wartet dieses romantische und etwas nostalgische Bild auf die Besucher. Auf einer Ein-Sessel-Bahn geht es gemächlich, ruhig und fast schon meditativ durch den Wald in die Höhe.
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Bergstation des Sessellifts auf den Muckenkogel in Lilienfeld
20 Minuten und damit eine gefühlte Ewigkeit dauert die Fahrt mit dem Sessellift zur Bergstation. Die Ruhe im Wald ist allerdings herrlich und lässt einen so richtig entspannen, bevor es an die Wanderung geht. Im Bild sieht man links übrigens schon den Sendeturm auf der Spitze des Muckenkogels.
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Wanderwege auf dem Muckenkogel in Lilienfeld
Auf einer Infotafel heißt es sich dann entscheiden, welche Wanderung man tatsächlich durchführen will. Meine Freundin und ich sind den grün markierten Zdarsky Panoramaweg und anschließend den gelben Wasserfallweg bis zur Talstation gegangen.
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Zdarsky-Panoramaweg auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Der Zdarsky-Panoramaweg erinnert an den Skipionier Mathias Zdarsky.
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Aussichtspunkt und Torlaufstrecke von Mathias Zdarsky auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Der erste Aussichtspunkt ist schnell erreicht und lädt gleich zu einer Pause ein. Das Panorama ist umwerfend und gleichzeitig hat man auch eine historische Besonderheit vor sich. Am Hang vor der Bank hielt Zdarsky 1905 den ersten weltweiten Torlauf ab.
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Herbstlicher Wanderweg zur Traisner Hütte auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Nach dem Aussichtspunkt heißt es sich entscheiden: entweder folgt man dem breiten Forstweg oder zweigt an einer Markierung in den steil ansteigenden Wald ab. Meine Freundin und ich haben die zweite Variante gewählt und wurden mit einem traumhaften Pfad durch die Herbstfarben belohnt.
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Gipfelkreuz auf der Hinteralm auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Egal welchen Weg ihr nehmt, beide enden beim Gipfelkreuz auf 1.313 Metern Seehöhe vor der Traisnerhütte auf der Hinteralm.
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Traisnerhütte und Hinteralm auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
In der Traisnerhütte herrschte ein regelrechter Ansturm an durstigen und hungrigen Wanderern, sodass wir uns entschlossen, hier keine Pause einzulegen und gleich weiterzugehen. Auf der Terrasse der Hütte, aber auch auf der abfallenden Wiese daneben ließ es sich jedenfalls sichtlich perfekt entspannen.
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Aussicht auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Weiter ging die Tour in Richtung Klosteralm. Auf dem Weg dorthin kommt man nur wenige Minuten von der Traisnerhütte entfernt an einem kleinen Felsvorsprung vorbei, den man sehr einfach erklimmen kann. Von dort offenbart sich euch der im Aufmacherfoto gezeigte, geniale Blick auf den herbstlich gefärbten Muckenkogel.
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Musikanten vor der Klosteralm auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Schon von Weitem hörten wir zünftige Musik und bei der Klosteralm empfing uns dann die hier gezeigte stimmungsvolle Situation. Unsere geplante Essenspause sollte da gleich noch mehr Spaß machen!
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Grießnockerlsuppe und warmer Topfenstrudel mit Vanillesauce in der Klosteralm auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Meine Freundin und ich holten uns zwei Grießnockerlsuppen und einen warmen Topfenstrudel mit Vanillesauce. Beides schmeckte vorzüglich, was auf einer Berghütte nicht unbedingt selbstverständlich ist.
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Blick auf den Ötscher vom Muckenkogel (Lilienfeld)
Nach der Stärkung folgte die nächste Etappe auf einem flachen Almplateau, wo sich uns in der Ferne der Ötscher und die umliegende Bergwelt präsentierten.
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Sonne scheint durch Bäume in einem Wald auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Über ein kleines Waldstück gelangten wir zu unserem nächsten Ziel, der Lilienfelder Hütte. Davor genossen wir aber noch die durch die Bäume blinzelnde Sonne.
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Lilienfelder Hütte auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Die letzte Chance, sich vor dem Abstieg ins Tal noch einmal zu stärken, gibt es in der Lilienfelder Hütte, die wunderschön in die Landschaft eingebettet liegt.
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Stempel der Traisnerhütte, der Klosteralm und der Lilienfelder Hütte auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Als schöne Erinnerung an den Wanderweg haben sich die Stempel der Traisnerhütte, der Klosteralm und der Lilienfelder Hütte erwiesen, die meine Freundin in ihrem Kalender verewigte.
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Wegweiser zum Wasserfallsteig auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Der Rückweg über den Wasserfallsteig war dann aufgrund unklarer Wegweiser etwas nervig. Direkt bei der Lilienfelder Hütte weist ein Pfeil Richtung Jägersteig und Kleinem Wasserfallweg – vom Wasserfallsteig keine Spur. Wir gingen deshalb über die Forststraße ca. 15 Minuten weiter bis zum im Foto ersichtlichen Wegweiser und zweigten erst dort ab. Im Nachhinein betrachtet hätten wir aber ruhig Richtung Kleinem Wasserfallweg gehen können, der dann später in den Steig übergeht.
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TIPP ZUR ORIENTIERUNG

Vor Ort habe ich leider nicht daran gedacht – aber hier gebe ich euch einen wertvollen Tipp, falls ihr auch einmal vor dem Problem eines unklaren Wegverlaufs steht. Auf openstreetmap.org sind nämlich im Gegensatz zu Google Maps auch die Wege bzw. Pfade im Gelände eingezeichnet. Mit Hilfe der Karte hätte ich direkt vor Ort schnell erkannt, dass wir Richtung Jägersteig bzw. Kleinem Wasserfallweg gehen und dann in den Wasserfallsteig abzweigen können.

 

Wegweiser zum Wasserfallsteig auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Ein eigenes Hinweisschild weist dann auf den Beginn des Wasserfallsteigs hin. Die Warnhinweise sind durchwegs ernst zu nehmen, auch wenn man keine Angst haben muss. Der Weg ist schmal, durch Herbstlaub etwas rutschig und mit vielen natürlich und künstlich angelegten Stufen versehen – sprich: ihr solltet Trittsicherheit haben, keine Unsicherheit mitbringen und vor allem auf gutes Schuhwerk achten.
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Der Wasserfallsteig auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Hier seht ihr einen kurzen Abschnitt des Wasserfallsteigs, der durch die Metallstufen einfach zu begehen ist.
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Der Große Wasserfall auf dem Wasserfallsteig auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Der Höhepunkt des Wasserfallsteigs sollte eigentlich der Große Wasserfall sein. Tja, könnt ihr ihn im Foto erkennen? 😉 Nach tagelanger Trockenheit war bis auf ein Rinnsal nichts vom Wasserfall zu bemerken, sodass meine Freundin und ich uns nicht lange an der Stelle aufhielten.
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Wasserfallsteig auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Die letzten Meter des Wasserfallsteigs gefielen mir durch den schmalen Pfad inmitten der Waldlandschaft wirklich gut.
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Wanderung auf dem Muckenkogel (Lilienfeld)
Mit diesem idyllischen Anblick war der anstrengende, aber befriedigende Wandertag dann auch schon wieder vorbei. 🙂
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FAZIT

Besser hätten meine Freundin und ich ein sonniges und warmes Herbstwochenende im Oktober 2018 nicht nützen können! Unsere Rundwanderung auf dem Muckenkogel in Lilienfeld war von Anfang bis zum Ende ein Fest für Körper und Seele. Für die Auffahrt wählten wir den liebevollen Einser-Sessellift, bevor es an eine Runde über das Gipfelkreuz sowie drei Hütten ging. Unterwegs gab es nicht nur tolle Ausblick auf die umliegende Bergwelt, sondern auch den Startpunkt des ersten weltweiten Torlaufs zu sehen, der 1905 von Skipionier Mathias Zdarsky ins Leben gerufen wurde. Spannend war gegen Ende der Tour der Abstieg über den Wasserfallsteig, der zwar etwas anspruchsvoller zu gehen, aber landschaftlich ein wirklicher Höhepunkt ist. Ich hoffe, ich konnte euch Lust auf einen Ausflug auf den Muckenkogel machen! 🙂

 

Wanderung auf dem Muckenkogel (Lilienfeld): Erfahrungsbericht mit der Traisnerhütte, Klosteralm, Lilienfelder Hütte und dem Wasserfallsteig.Wanderung auf dem Muckenkogel (Lilienfeld): Erfahrungsbericht mit der Traisnerhütte, Klosteralm, Lilienfelder Hütte und dem Wasserfallsteig.

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