Zagreb: Europas Liebling im Advent

Beleuchteter Weihnachtsmarkt im Zrinjevac-Park in Zagreb

Gleich drei Jahre hintereinander wurde der Weihnachtsmarkt von Zagreb im Onlineportal „European Best Destinations“ auf das Siegerpodest gestellt. Dieser Umstand hat mein Interesse geweckt und ich wollte unbedingt selbst herausfinden, ob der Advent in der kroatischen Hauptstadt wirklich so etwas Spezielles ist. Meine persönlichen Eindrücke vom Besuch im stimmungsvollen Zagreb habe ich euch deshalb in diesem Artikel zusammengefasst!

Advent in Zagreb (Advent u Zagrebu)

FAKTEN

Reisezeit: Dezember 2018 (2 Tage, 2 Übernachtungen)
Anreise: Mit Austrian Airlines von Flughafen Wien-Schwechat nach Flughafen Franjo Tuđman Zagreb (ca. 0:40 h), dann mit dem Airport Bus in die Stadt (Details siehe allgemeine Tipps am Ende des Beitrags)
Weihnachtsmarkt: mehrere Plätze in der ganzen Innenstadt, von 01.12.2018 bis 06.01.2019
Offizielle Webseite: adventzagreb.com
Unterkunft: Hotel Main Square Residence **** (Trg bana Josipa Jelačića 5, Hotel buchen*): Relativ günstiges Hotel mit leichtem Hostel-Feeling in absolut perfekter Lage mitten auf dem Hauptplatz Zagrebs. Historisches Gebäude von 1905 im Sezessionsstil mit wunderschönem Treppenhaus, kein Aufzug. Die Rezeption sieht katastrophal einfach aus, davon darf man sich aber nicht abschrecken lassen. Sehr stilvoll, edel sowie geräumig eingerichtete Zimmer, bequeme Betten, Decken sind selbst zu überziehen, nur ein Badetuch (kein kleines Handtuch), modernes Bad mit super Dusche, kostenloses WLAN mit schnellem Up- und Download. Im Zimmer befindet sich noch ein Kühlschrank, eine Mikrowelle, eine Abwasch sowie ein Minisafe. Weiterempfehlung? Klares JA.
Weitere schöne Hotels in Zagreb könnt ihr hier* suchen und buchen.

TRANSPARENZHINWEIS

*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn ihr über diese Links etwas bucht, unterstützt ihr meine Arbeit und ich erhalte eine kleine Provision. Für euch entstehen dabei keine Nachteile.

 

Weihnachtsbecher Advent in Zagreb

Zagreb in Weihnachtslaune

Jedes Jahr bin ich in der Adventzeit auf der Suche nach neuen Weihnachtsmärkten in Europa, die sich idealerweise mit einem interessanten Städtetrip kombinieren lassen. 2018 hat sich meiner Freundin und mir Zagreb aufgedrängt. Warum? Weil ich in den vergangenen Jahren im Internet regelmäßig Blogbeiträge und andere Artikel über den angeblich „besten Weihnachtsmarkt Europas“ vorgehalten bekam – und irgendwie wirkt Werbung ja dann doch. 😉 Da ich von Natur aus skeptisch bin, sah ich mir zuerst einmal das EU-Online-Portal „European Best Destinations“ (europeanbestdestinations.com) an, das diese Auszeichnung vergibt. Das Ergebnis bestimmen die Besucher der Webseite und keine Fachjury. Ich schenkte den 38.830 Usern, die im vorhergehenden Jahr Zagreb zur Nummer eins der Weihnachtsmärkte wählten, das Vertrauen und machte mir also zu zweit mit meiner Freundin selbst ein Bild.

Die Mischung macht es aus

Mein Fazit möchte ich gleich vorwegnehmen. Die Weihnachtsmärkte in Zagreb sind fast ausnahmslos zauberhaft und ich verstehe, warum die kroatische Hauptstadt so sehr in der Gunst der Besucher und Besucherinnen steht. Trotzdem gilt für mich nach dem Lokalaugenschein dasselbe wie in anderen Städten: einige Plätze sind einfach umwerfend von der Atmosphäre und der Dekoration, andere wiederum fühlen sich eher wie Lückenfüller an. In der Gesamterscheinung überwiegen aber überall in Zagreb die positiven Emotionen rund um die zahlreichen Märkte.

Ansturm am Eröffnungstag

Das Motto der Stadt lautet „Advent u Zagrebu“ („Advent in Zagreb“) und startet jeweils am Samstag des ersten Adventwochenendes. Für mich als Wiener, wo die Christkindlmärkte schon ab Mitte November ihre Tore öffnen, erscheint das auf den ersten Blick etwas spät – aber im Grunde fände ich es nicht schlecht, wenn auch andere Destinationen die Weihnachtsmärkte wirklich erst mit Beginn der Adventzeit oder eine Woche davor aufsperren würden. Meine Freundin und ich haben uns eher unbewusst für eine Anreise am Abend vor der offiziellen Eröffnung entschieden, wovon ich euch ehrlich gesagt abraten würde. Warum? Am Tag des Starts in die Adventzeit strömt gefühlt die halbe Welt nach Zagreb und macht das Erkunden der Weihnachtsmärkte zu einer echten Herausforderung – die Fotos weiter unten sprechen für sich.

Es geht auch ruhiger

Am ersten Adventsonntag sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Wir konnten ab dem späten Vormittag nochmals durch die Weihnachtsmärkte schlendern und diesmal auch über den Tag verteilt tatsächlich in Ruhe einen Glühwein trinken, eine der zahlreichen kulinarischen Köstlichkeiten essen und einfach entspannt auch die Angebote der Stände begutachten. Zwar stieg im Laufe des Tages die Besucherzahl wieder deutlich an, die wahnwitzigen Dimensionen des Eröffnungstages erreichte sie aber zum Glück nicht mehr. Nun aber genug der allgemeinen Worte und ab ins Detail! 🙂 Nachfolgend stelle ich euch mein persönliches Ranking der wichtigsten Adventmärkte in Zagreb mit einer Beschreibung und Fotos vor, viel Spaß dabei!

Sehenswürdigkeiten in Zagreb

In diesem Blogbeitrag stelle ich euch mit wenigen Ausnahmen nur die Weihnachtsmärkte vor. Zagreb hat natürlich auch außerhalb der Adventzeit eine Vielzahl an schönen Orten, Plätzen und Attraktionen zu bieten – diese könnt ihr zum Beispiel im Rahmen einer zweistündigen Führung durch die Stadt* kennenlernen. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Tipps zum Essen sowie Trinken in Zagreb fasse ich jedenfalls gesammelt in einem eigenen Artikel zusammen, der im Jänner 2019 erscheint und dann hier verlinkt wird.

 


Beleuchteter Weihnachtsmarkt auf der Strossmayer-Promenade in Zagreb

1) Strossmayer-Promenade (Strossmayerovo šetalište)

Mein absoluter Favorit unter den Weihnachtsmärkten in Zagreb befindet sich auf der Strossmayer-Promenade (GPS-Koordinaten) in der Oberstadt (Gornji Grad). Erreichbar ist die Promenade entweder zu Fuß von allen Himmelsrichtungen (teilweise über Stufen) oder am bequemsten mit der Standseilbahn (Uspinjača, zu finden in der Sackgasse Tomićeva ulica), welche selbst eine Sehenswürdigkeit ist. Mit nur 66 Metern Länge und einer Fahrzeit von 55 Sekunden zählt sie zu den kürzesten Standseilbahnen der Welt. Eine Fahrt kostet HRK 5,- (EUR 0,70) und hat für sportliche Besucher mehr symbolischen Charakter – für betagte Personen ist sie aber ein Segen.

Weihnachtsmarkt mit Aussicht

Oben angekommen kann man sich entscheiden, ob man links oder rechts gehen möchte, denn die Strossmayer-Promenade führt sowohl Richtung Westen als auch Richtung Osten. Geht einfach beide Teile ab und lasst euch auf das kulinarische Angebot ein! Meiner Freundin und mir hat vor allem die stilvolle Dekoration der Stände und das allgemeine Ambiente gefallen – es hat uns richtig Spaß gemacht, dort zu verweilen und die Stimmung aufzusaugen. Der Glühwein sticht zwar geschmacklich nicht besonders hervor, dafür haben uns Maroni und Germknödel zufriedengestellt. 😉 Das Beste an der Strossmayer-Promenade ist aber ganz klar die fantastische Aussicht auf Zagreb. Dementsprechend gibt es für Touristen auch eine Menge an Fotospots, wo man sich perfekt mit der Zagreber Kathedrale ablichten kann.

FOTOSPOTS

 


Beleuchteter Weihnachtsmarkt im Zrinjevac-Park in Zagreb

2) Zrinjevac-Park

Der Adventmarkt im Zrinjevac-Park (GPS-Koordinaten) ist der klassischte unter den Weihnachtsmärkten in Zagreb. Die Stände sind entlang einer Allee aufgebaut, die von 220 Platanen gebildet wird. Im Winter ist die Atmosphäre durch die mit Tausenden Lichtern geschmückten Bäume einfach romantisch anzusehen, aber auch im Sommer stelle ich mir den Park als ruhigen Rückzugsort mitten in der Innenstadt vor. Apropos ruhig – davon war am Eröffnungstag nichts zu spüren. 😉

Ganz Zagreb auf den Beinen

Meine Freundin und ich kamen abends gegen 19.30 Uhr genau zum Zeitpunkt auf den Markt, als in der Mitte beim Musikpavillon von allen Seiten die Smartphone-Kameras gezückt wurden und eine Menge Fernsehteams bereitstanden. Nach einem Countdown wurde auch unsere Frage aufgelöst, warum nur ein Teil der Weihnachtsbeleuchtung in Betrieb war – die wirklich schönen Lichter erstrahlten erst nach der offiziellen Eröffnung unter großem Jubel der Besucher und Besucherinnen. So toll die Szenerie auch anzusehen war, an ein entspanntes Umherflanieren war zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken.

Erneuter Besuch am Sonntag

Deshalb probierten meine Freundin und ich nur noch schnell das kroatische Weihnachtsgebäck Fritule, welches den österreichischen Gebackenen Mäusen ähnelt. Unser Fazit: etwas trocken, aber trotzdem lecker. Am folgenden Tag spazierten wir dann bei Tageslicht nochmals durch den Zrinjevac-Park und fanden diesmal auch die Gelegenheit, das Kunsthandwerk an den Ständen aus der Nähe zu betrachten.

FOTOSPOTS

 


Beleuchteter Weihnachtsmarkt im Ledeni Park in Zagreb

3) Eispark im Ledeni Park

Der Eispark im Ledeni Park (GPS-Koordinaten) ist auf einer großen Fläche zwischen dem Hauptbahnhof (Glavni Kolodvor) und dem Kunstpavillon Zagreb (Umjetnički paviljon u Zagrebu) angelegt. Das Setting ist ohne Übertreibung phänomenal! Der wundervoll beleuchtete Kunstpavillon erstrahlt in schönstem Gelb und ist ein idealer Hintergrund für die Eislaufbahn davor – tolle Erinnerungsfotos sind hier garantiert. Entfernt erinnert hat mich die ganze Szene an den Wiener Christkindlmarkt mit dem chrakteristischen Rathaus und dem Eistraum (siehe mein Beitrag Meine Top 5 Wiener Weihnachtsmärkte).

Eislaufen vor dem Kunstpavillon

Beim Ausborgen der Eislaufschuhe war leider auch wieder eine Menschentraube vorzufinden, weshalb meine Freundin und ich es vorzogen, die Action auf dem Eis nur aus der Ferne zu beobachten. An den Weihnachtsständen unter einigen großen Bäumen vor dem Kunstpavillon gab es hauptsächlich Kulinarisches, entlang der Eisbahn findet man aber auch allerhand Kunsthandwerk sowie Andenken für zuhause. Untermalt ist der Adventmarkt im Ledeni Park übrigens von Weihnachtspopklassikern, was sichtlich für ausgelassene Stimmung sorgte.

FOTOSPOTS

 


Beleuchteter Weihnachtsmarkt Fuliranje in Zagreb

4) Fooling around (Fuliranje)

Ein Weihnachtsmarkt der anderen Art ist Fooling around (Fuliranje) (GPS-Koordinaten). Er kann ideal mit den beiden anderen Märkten im Zrinjevac-Park und dem Eispark im Ledeni Park kombiniert werden, da er genau dazwischen aufgebaut ist. Außer der festlichen Dekoration erinnert recht wenig an Weihnachten: aus den Boxen erklingt Discomusik, die Stände bieten eher unkonventionelle Artikel an und meiner Freundin fiel auf, dass relativ wenige Kinder anwesend waren – was aber auch irgendwie verständlich war, denn die anderen Märkte sind für Familien einfach attraktiver.

Ein Adventmarkt zieht um

Ein Umstand war für mich kaum zu fassen: bis ins Jahr 2017 fand Fuliranje immer in der Sackgasse Tomićeva ulica vor der Standseilbahn statt. Wenn ihr einmal selbst vor Ort seid, werdet ihr die beengten Verhältnisse bemerken. Durch die immer größer werdende Popularität der Veranstaltung entschied sich die Stadt Zagreb dazu, Fuliranje in den Strossmayer-Park zu verlegen. Das war eine wirklich gute Entscheidung, denn bei unserem Besuch strömten die Massen nur so herum!

Köstlichkeiten aus Kroatien

Ein Tipp noch aus kulinarischer Sicht: wenn ihr auf der Suche nach den typisch kroatischen Krautrouladen Sarma seid, dann ist Fuliranje der richtige (und möglicherweise einzige) Ort – auf den anderen Weihnachtsmärkten suchten meine Freundin und ich die Spezialität nämlich vergeblich. Zusätzlich probierten wir auch noch ein frisches Spanferkel, das während unseres zweitägigen Besuchs in Zagreb das geschmackliche Highlight bleiben sollte. 🙂

FOTOSPOTS

 


Beleuchteter Weihnachtsmarkt auf dem Ban-Jelačić-Platz in Zagreb

5) Ban-Jelačić-Platz (Trg bana Josipa Jelačića)

Sehr bekannt und das Ziel vieler Menschen ist natürlich auch der Ban-Jelačić-Platz (GPS-Koordinaten) im Herzen der Innenstadt Zagrebs, umrahmt von zahlreichen pompösen Gebäuden. Für meine Freundin und mich war der dortige Weihnachtsmarkt das ideale Ziel für einen Absacker, da unsere Unterkunft direkt auf dem Platz lag. In der Mitte steht das Reiterstandbild des Volkshelden Ban Jelačić, links daneben thront ein dezent geschmückter, riesiger Weihnachtsbaum. Das Zentrum des Platzes rund um eine große Bühne wurde absichtlich freigehalten, um die Besucher und Besucherinnen der zahlreichen Konzerte aufnehmen zu können.

Ein kitschiger Spaß

Die Weihnachtsstände sind deshalb teilweise auf der westlichen und großteils auf der östlichen Seite des Ban-Jelačić-Platzes aufgereiht. Die Dekoration ist dabei enorm kitschig, aber doch charmant gehalten: mit Kunstschnee besprühte Tannenbäume, große rote Christbaumkugeln und dazu passend im Hintergrund sichtbar die Kathedrale von Zagreb. Dazu sorgen noch weihnachtliche Chöre und andere kroatische Bands für ausgelassene Stimmung. Störend empfand ich die überall präsente Werbung – Fotos ohne Produktnamen sind fast nicht möglich. Ein beliebtes Fotomotiv ist übrigens ein überdimensionaler Adventkranz in einem Brunnen. Vom Essen her konnten wir uns diesmal nicht zurückhalten und probierten endlich die überall in der Stadt angebotene kroatische Wurst, welche ich euch dringend empfehle (außer ihr seid Vegetarier)! 🙂

FOTOSPOTS

 


Beleuchteter Weihnachtsmarkt im Maksimir-Park in Zagreb

6) Advent im Maksimir-Park (Advent u Maksimiru)

Wenn der Trubel auf den innerstädtischen Weihnachtsmärkten zu viel wird, dann zahlt sich eine Fahrt mit der Straßenbahn (Linien 4,5,7,11,12, Station Bukovačka) zum Maksimir-Park (GPS-Koordinaten) aus. Dieser ist zwar ein Stück vom Zentrum entfernt, die öffentliche Anfahrt dauert aber nicht lange. Hinter dem wunderschönen Eingangsportal verbirgt sich ein zwar sehr kleiner, aber durchaus faszinierender Markt. Die Bäume sind bunt beleuchtet und verwandeln die Szene in eine Art Traumwelt.

Bunte kleine Weihnachtswelt

An den in überschaubarer Anzahl vorhandenen Ständen gibt es ausschließlich Essen und Trinken zu kaufen, was mich persönlich aber nicht gestört hat. Interessant ist der Maksimir-Weihnachtsmarkt auch in Verbindung zum Zoo, der sich nur wenige Minuten entfernt befindet. Aufgefallen ist meiner Freundin und mir noch der Umstand, dass wir sichtlich die einzigen Touristen vor Ort waren – eine mehr als angenehme Überraschung!

FOTOSPOTS

 


Weihnachtsbeleuchtung in der Marić-Passage in Zagreb

7) Weihnachtsstände in der Innenstadt

Zagreb bietet nicht nur große Weihnachtsmärkte an – in mehreren Straßenzügen kann man weitere Stände entdecken. Fündig werdet ihr beispielsweise in folgenden Straßen und Gassen rund um den Ban-Jelačić-Platz: Bogovićeva ulica, Gajeva ulica, Petrićeva ulica, und Varšavska ulica. In Verbindung mit der kreativen Weihnachtsbeleuchtung über den Köpfen der Besucher und Besucherinnen ergibt sich ein stimmungsvolles Gesamtbild.

Stimmungsvolle Passage

Vom Angebot ist hier alles kunterbunt durchgemischt, von Christbaumschmuck über Wollsachen bis hin zu kreativen Souvenirs (oder Mitbringsel für Daheimgebliebene). Hervorheben möchte ich noch den Advent in der Marić-Passage (Marićev prolaz), in der weiße Äste mit Lichterketten dezent beleuchtet werden und eine mystische Atmosphäre schaffen.

FOTOSPOTS

 


Weihnachtsbeleuchtung im Grič-Tunnel in Zagreb

8) Advent im Grič-Tunnel (Tunel Grič)

Der Grič-Tunnel (GPS-Koordinaten) wurde während des Zweiten Weltkrieges als Schutzraum und gleichzeitig als Promenade angelegt, verkam dann aber nach Ende des Krieges recht schnell. Durch den Kroatienkrieg 1991-95 folgte erneut die Nutzung als Schutzraum. Seit 2016 ist der Tunnel renoviert, für die Öffentlichkeit wieder zugänglich und mittlerweile auch eine Art Sehenswürdigkeit. Es gibt mehrere Ein- und Ausgänge, die teilweise gar nicht so einfach zu finden sind.

Advent im Kriegsrelikt

Während der Adventzeit ist der Innenraum teilweise bunt ausgeleuchtet und einige Seitengänge mit speziellen Themenbereichen dekoriert. Ehrlich gesagt hat mich der Tunnel als Kriegsrelikt mehr fasziniert – der Weihnachtsbezug war nicht so spannend. Das lag wohl auch daran, dass im Inneren eine Fotoausstellung der UNICEF vorzufinden war. Der Hintergrundgedanke ist sinnvoll und gut, aber meine Freundin und ich wurden auf der kurzen Distanz im Tunnel mehrere Mal von UNICEF-Mitarbeitern regelrecht angeschnorrt, was ich als völlig unangebracht und aufdringlich empfand. Unser Aufenthalt im Untergrund war deshalb nur recht kurz. Die Ausstellungen wechseln jedoch in der Adventzeit , wir hatten also vielleicht einfach nur Pech am Tag unseres Besuchs.

FOTOSPOTS

 

ALLGEMEINE TIPPS

Wenn ihr mit dem Flugzeug über den vom Stadtzentrum zehn Kilometer entfernten Flughafen Franjo Tuđman anreist (übrigens seit März 2017 mit supermoderner Architektur!), dann findet ihr außerhalb der Ankunftshalle gleich rechts eine kleine Bushaltestelle. Dort fährt der Airport Bus zu jeder vollen und halben Stunde in rund 30 Minuten zum Autobusbahnhof in Zagreb (Autobusni kolodvor Zagreb), wo euch eine Menge Straßenbahnen ins Zentrum bringen. Zu denselben Zeiten erfolgt auch wieder die Rückfahrt. Tickets kauft ihr direkt im Bus, eine Fahrt kostet HRK 30,- (EUR 4,10). Es gibt zwar auch ein Hin- und Rückfahrticket um HRK 40,- (EUR 5,40), dieses gilt aber leider nur am selben Tag und ist für Touristen somit ziemlich sicher nutzlos.

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind während der Advent- und Weihnachtszeit an allen Wochenenden kostenlos (Stand 2018), was eine super Sache ist! Überprüft diese Information aber bitte unbedingt, wenn ihr 2019 und später nach Zagreb reist, da sich das natürlich immer ändern kann. Einen Plan der Straßenbahnen findet ihr auf der Webseite zet.hr, „Network of daytime tram lines“.

Wenn ihr nicht zur Weihnachtszeit in Zagreb seid und die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen wollt, dann könnt ihr Papiertickets entweder an offiziellen Schaltern des Betreibers ZET oder in ausgewählten Kiosken kaufen. Alternativ gibt es auch in den Straßenbahnen die Möglichkeit, beim Fahrer 90-Minuten-Tickets um HRK 15,- (EUR 2,-) und Tagestickets um HRK 30,- (EUR 4,10) zu erwerben. Alle Tarife seht ihr auf der Webseite zet.hr übersichtlich aufgelistet.

In Zagreb sind die Preise allgemein deutlich unter dem Niveau Westeuropas, aber auch nicht wirklich extrem niedrig.

Was ich einerseits schade, andererseits aber auch wieder gut fand: auf den Weihnachtsmärkten wird in Bechern und nicht in Souvenirtassen ausgeschenkt. Damit gibt es keinen nervigen Pfand, dafür aber auch keine schönen Häferl als Andenken.

Einige Fotos habe ich vom Aussichtsturm Zagreb 360° (zagreb360.hr) auf dem Ban-Jelačić-Platz gemacht, den ich euch wirklich empfehle. Die Auffahrt kostet zwar HRK 60,- (EUR 8,10), dafür ist die Aussicht phänomenal. Und das Beste: lasst ihr euch beim Kommen oder Gehen einen Stempel auf den Arm geben, könnt ihr am selben Tag nochmals kommen und so auch zum Beispiel abends die Stimmung des beleuchteten Zagrebs erleben.

 

FAZIT

Dass Zagreb als Weihnachtsdestination drei Jahre hintereinander den Sieg davontragen konnte, ist für mich keine große Überraschung. Rund um die Innenstadt verteilen sich mehrere Märkte, wobei jeder einen anderen Charakter aufweist. Das Gesamtangebot an Essen und Trinken unterscheidet sich zwischen den Märkten zwar nur wenig – die unterschiedliche Mischung aus bezaubernder Atmosphäre, kreativer Dekoration und ausgelassener Stimmung ergibt dann schlussendlich aber ein grandioses Gesamtbild. Ich kann nur jedem von euch empfehlen, sich selbst ein Bild des weihnachtlichen Zagrebs zu machen – nur eventuell nicht am Eröffnungstag, wenn gefühlt die halbe Welt anwesend ist. 😉

 

Advent in Zagreb: Erfahrungsbericht mit Infos zu allen Weihnachtsmärkten, Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps.Advent in Zagreb: Erfahrungsbericht mit Infos zu allen Weihnachtsmärkten, Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps.

3 Kommentare

  1. Hailwax Robert sagt: Antworten

    obwohl ich wahrscheinlich nicht nach Zagreb fahren werde: Dein Artikel befriedigt auf´s Trefflichstes mein Fernweh. Vielen Dank dafür

    1. Besten Dank Robert, das freut mich!

      Viele Grüße
      Christian

  2. […] meine Freundin und ich neben für uns neuen Destinationen (zum Beispiel Zagreb, siehe mein Artikel Zagreb: Europas Liebling im Advent) auch gerne Städte ins Visier, die wir bereits kennen. Wie sich Budapest zur Weihnachtszeit […]

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