Zürich: Die teure Genussstadt

Großmünster und Limmat in Zürich während eines Sonnenuntergangs

Zürich, was für eine Stadt! Pulsierendes Alltagstreiben, ein traumhafter See mitten im Zentrum und eine Gastronomieszene der Extraklasse! Na gut, ein Urlaub in der größten Stadt der Schweiz ist sicher nicht das billigste Vergnügen, aber dafür ein äußerst befriedigendes. In diesem Reisebericht stelle ich euch die aus meiner Sicht wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen vor, die ihr auf keinen Fall verpassen dürft.

Zürich

FAKTEN

Reisezeit: Juni 2018 (4 Tage, 3 Übernachtungen)
Anreise: Mit Austrian Airlines von Flughafen Wien-Schwechat nach Flughafen Zürich (ca. 1:20 h)
Unterkunft: 25hours Hotel Zürich West **** (Pfingstweidstrasse 102, Hotel buchen*): ausgezeichnetes Hotel abseits der Innenstadt, mit der Straßenbahnlinie 4 (Station Toni-Areal direkt vor dem Haus) aber schnell erreichbar, sehr kreativ eingerichtet, geräumige Zimmer mit unterschiedlichem Aussehen, stilvolles Badezimmer mit super Dusche, bequeme Betten, Ausborgen eines kostenlosen WLAN-Routers für die Stadt möglich, toller Wellnessbereich mit Saunablick auf den Uetliberg, WLAN-Geschwindigkeit im Zimmer sehr gut, Frühstück nicht gebucht. Weiterempfehlung? JA
Weitere schöne Hotels in Zürich könnt ihr hier* suchen und buchen.

TRANSPARENZHINWEIS

*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn ihr über diese Links etwas bucht, unterstützt ihr meine Arbeit und ich erhalte eine kleine Provision. Für euch entstehen dabei keine Nachteile.

 

Boote am Pier entlang der Schifflände in Zürich

Die Rückkehr nach Zürich

Das erste Mal hatte es mich 2009 für einige Stunden nach Zürich verschlagen, als ich Freunde in St. Gallen besuchte. Schlechtes Wetter und wenig Zeit sorgten jedoch dafür, dass mir dieser Kurztrip nicht wirklich im Gedächtnis blieb. 2018 erfolgte dann allerdings die grandiose Rückkehr in die Stadt am Zürisee – und diesmal gleich für vier Tage! Was sich für einen Städteurlaub vielleicht als zu lang anhört, verträgt Zürich auf jeden Fall, wie ihr gleich in meiner Aufzählung der interessantesten Spots sehen werdet.

Die hügelige Stadt

Sehr spannend an Zürich finde ich den Umstand, dass die Stadt auf sieben Hügeln erbaut wurde. Ihr könnt euch also vorstellen, dass es bei der Erkundung zu Fuß bergauf- und bergab geht, was festes Schuhwerk sinnvoll macht. Dafür bekommt ihr aber an zahlreichen Aussichtspunkten unvergessliche Blicke auf die Stadt serviert – ich liebe es ja generell total, von einer Erhöhung aus einen Ort zu entdecken!

Sightseeing, Erholung und Genuss

Das Flanieren durch enge Gassen sowie große Einkaufsstraßen hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Dank eines mehrmonatigen Auslandssemesters meiner Freundin konnte sie mir neben den wichtigsten Plätzen und Gebäuden auch viele verschiedene Restaurants bzw. Cafés zeigen. Und diese sind absolut notwendig, um tagsüber neben dem Sightseeing neue Kräfte zu sammeln.

Hohe Lebensqualität

An Grünflächen und Erholungsgebieten mangelt es der bevölkerungsreichsten Stadt der Schweiz mit der hohen Lebensqualität wahrlich nicht – daran könnten sich andere Orte ruhig ein Scheibchen abschneiden! Ein weiterer Pluspunkt: überall in der Stadt werden euch ausgefallene Brunnen mit Trinkwasserqualität unterkommen. Nach dieser kurzen Einleitung nun aber wirklich zu meiner Aufzählung der besten Sehenswürdigkeiten in Zürich! 🙂

WEITERE ARTIKEL ZU ZÜRICH

Zürich bietet von Haus aus schon eine gewaltige Anzahl an Sehenswürdigkeiten, aber denoch verstecken sich zahlreiche Schätze, die man nicht auf den ersten Blick sieht. Ich präsentiere euch deshalb in einem weiteren Beitrag zehn Orte und Dinge, die ihr wahrscheinlich noch nicht auf eurer To-do-Liste für die größte Schweizer Stadt hattet: Zürich: 10 Dinge, die du noch nicht kennst

Wenn ihr gerne fotografiert, dann ist mein Blogartikel Die 10 schönsten Fotospots in Zürich sicherlich eine große Hilfe und Inspiration für euch!

 


Klassische Stadtansicht von der Quaibrücke in Zürich

1) Spaziergang entlang der Limmat

Gleich nach dem Ablegen des Gepäcks in unserem Hotel entschieden meine Freundin und ich uns, die Erkundung Zürichs mit einem Spaziergang entlang der Limmat zu beginnen. Der Fluss wird vom Zürisee gespeist und führt mitten durch die Innenstadt. Der schönste Abschnitt ist dabei die Strecke vom Hauptbahnhof bis zur Quaibrücke. Unsere Unterkunft befand sich zwar etwas außerhalb der Innenstadt, mit der Straßenbahn (alle Infos zu Netzplänen und Tickets siehe blauer Infokasten am Ende des Beitrags) düsten wir aber in nur knapp 15 Minuten direkt und schnell mitten in das Zentrum.

Prachtvolle Blicke in der Innenstadt

Den Startpunkt legten wir dabei an der Quaibrücke fest (Straßenbahn-Station Bellevue), von der aus man den absolut bekanntesten und wohl auch einen der schönsten Blicke auf Zürich werfen kann – inklusive der wichtigsten Kirchen Grossmünster, Fraumünster und St. Peter. Auf dem Spaziergang in Richtung Hauptbahnhof wechselten wir entlang der Limmat immer wieder die Seiten, um unterschiedliche Blicke auf die prachtvollen Gebäude werfen zu können. An der Münsterbrücke solltet ihr nach Möglichkeit einen kurzen Blick in die Wasserkirche werfen, sofern sie geöffnet ist.

Empfehlenswert bei Tag und Nacht

Einige weitere wichtige Bauwerke und Sehenswürdigkeiten entlang der Limmat stelle ich euch im Detail noch in den kommenden Absätzen vor. Hier in diesem Punkt möchte ich euch aber noch den Tipp geben, den Spaziergang unbedingt am Abend kurz vor oder nach Sonnenuntergang zu wiederholen. Dann erstrahlt nämlich alles in fantastischer Beleuchtung und ermöglicht euch garantiert perfekte Urlaubsfotos. Vielleicht habt ihr auch so viel Glück wie meine Freundin und ich, denn nach einem intensiven Gewitter verwöhnte uns die untergehende Sonne mit außergewöhnlichem Licht!

TIPP

Wenn ihr eine Stadterkundung nicht auf eigene Faust durchführen, sondern euch von einem Einheimischen durch die Innenstadt von Zürich führen lassen wollt, dann seht euch einmal diesen zweistündigen Sightseeing-Rundgang* an.

 

FOTOSPOTS

Ein besonders schöner Fotospot ist der Limmatquai entlang der Schifflände, wo ihr Dutzende kleine Boote als idealen Vordergrund für eure Fotos vorfindet.

Neben dem Eingang zur Wasserkirche findet ihr eine kleine Treppe zu einem ebenerdigen Balkon an der Limmat. Dort sind einige Sessel aufgestellt, die euch einen entspannten Blick auf die gegenüberliegende Seite mit dem Fraumünster ermöglichen.

 


Zwei Mädchen sitzen am Zürisee in Zürich

2) Zürisee

Städte an Seen gibt es ja einige auf der Welt, aber der Zürichsee (bzw. Zürisee) ist schon wirklich ein besonderes Asset von Zürich. Der wie eine Banane gekrümmte See weist eine beeindruckende Länge von 42 Kilometern auf und ist an drei Kantone (St. Gallen, Schwyz und Zürich) angeschlossen. An einem heißen Sommertag, wie ihn wir zum Glück erlebten, sind entlang des Zürisees Hunderte Menschen unterwegs, um sich sonnen zu lassen, Schwäne sowie Enten zu füttern oder mit Freunden die Zeit zu zelebrieren.

Bootfahren, Schwimmen, Entspannen

Da auf dem See auch rege Schifffahrt mit allerlei großen und kleinen Booten herrscht (alle Infos dazu auf der Seite zsg.ch), ist das Baden nur an ausgewählten Stellen erlaubt. Auf der Webseite schweizersee.ch findet ihr weiter unten eine gute Übersichtskarte mit allen Strandbädern. Meine Freundin und ich haben uns einfach einmal für eine Stunde mit einer Wurst und einem Bier vom Sternen Grill an den Utoquai nahe der Quaibrücke gesetzt und das Treiben beobachtet. Details zum Sternen Grill findet ihr dann in der Mitte des Artikels, wenn es um das Essen und Trinken in Zürich geht.

FOTOSPOTS

Den besten Blick auf den Zürisee bekommt ihr vom Turm des Grossmünsters, siehe auch Punkt 4.

 


Panoramablick vom Lindenhof in Zürich

3) Lindenhof und Kirche St. Peter

Wie ich schon in der Einleitung geschrieben habe, ist Zürich auf sieben Hügeln aufgebaut. Auf einem dieser Hügel liegt der Lindenhof mitten in der Innenstadt, der auf keinen Fall auf eurer Liste fehlen darf. Vor Jahrhunderten befanden sich auf dem Lindenhof unter anderem ein römisches Kastell und eine königliche Residenz. In der Gegenwart ist es ein großer parkähnlicher Platz mit vielen Bäumen, die in der Hitze angenehmen Schatten spenden – viele Bänke laden zusätzlich zu einer Pause ein.

Ein Ruheort mit Ausblick

Zahlreiche Einwohner und Touristen finden hier zusammen, um entweder die Aussicht zu genießen oder dem allseits beliebten Bocciaspiel nachzugehen. Apropos Aussicht: diese ist wirklich unbeschreiblich schön! Man erhält einen perfekten Blick auf die Ostseite der Zürcher Altstadt und erkennt erneut in beeindruckender Art, wie hügelig die Stadt tatsächlich ist. Eine Rückkehr am Abend kann ich euch nur schwerstens empfehlen, denn die Atmosphäre inmitten der leuchtenden Stadt lässt am Lindenhof sicher niemanden kalt.

Die Alstadtkirche St. Peter

Auf dem Fußweg zum Lindenhof kommt ihr mit ziemlicher Sicherheit am Pfarrhaus St. Peter vorbei, eine der drei Hauptkirchen in Zürich. Auf dem Turm ist mit 8,64 Metern Durchmesser das größte Ziffernblatt Europas angebracht (sehr gut vom Turm des Grossmünsters zu sehen, siehe Punkt 4), was alleine schon eine Beachtung wert ist. St. Peter ist jedoch auch gleichzeitig die älteste Pfarrkirche der Stadt – es existieren noch Grundmauern aus dem 9. Jahrhundert. Das barocke Erscheinungsbild im Inneren empfand ich zwar als ungewöhnlich schlicht, durch die Stuckaturen aber doch sehr sehenswert.

FOTOSPOTS

Dank eines großen Mauervorsprungs gelingen abends auch ohne Stativ scharfe Fotos, indem ihr einfach eure Kamera auflegt und eine Langzeitbelichtung macht.

 


Außenansicht des Großmünsters in Zürich

4) Großmünster

Das Grossmünster ist die bekannteste Kirche Zürichs und mit ihren markanten Türmen gleichzeitig auch das Wahrzeichen der Stadt. Die Legende sagt, dass einst Karl der Grosse an der Stelle der heutigen Kirche die Gräber der beiden Stadtheiligen Felix und Regula fand und deshalb eine erste Kirche als Chorherrenstift erbauen ließ. Historisch wichtig ist das Grossmünster weiters als Ausgangspunkt der deutschschweizerischen Reformation unter Huldrych Zwingli und Heinrich Bullinger im 16. Jahrhundert.

Faszinierende Details im Inneren

Die Besichtigung ist kostenlos möglich, die Öffnungszeiten findet ihr auf der Webseite grossmuenster.ch. Besonders beeindruckt haben mich die unterschiedlichen Details im Inneren, vor allem die aus Edelsteinen gefertigten bunten Kirchenfenster von Sigmar Polke. Leider konnte ich nicht sehr lange fotografieren, da dies vor Ort (warum auch immer) untersagt wurde – ein ähnliches Ärgernis gab es dazu auch im Fraumünster, siehe Punkt 8. Werft unbedingt auch einen Blick hinab in die Krypta, wo sich ein Original der imposanten Sitzfigur Karl des Grossen befindet.

Beste Aussicht über Zürich

Der eigentliche Höhepunkt im Grossmünster war für mich aber ohnehin der Karlsturm, auf den man über 187 Stufen hinaufgelangt. Der Ticketverkauf dafür befindet sich in der Kirche selbst, der Aufstieg kostet CHF 5,- (EUR 4,50). Beachtet bitte die anderen Öffnungszeiten für den Turm! Oben angekommen offenbart sich dem Besucher der freie Ausblick in alle Himmelsrichtungen. Man sieht von hier auch perfekt auf den Zürisee und die gesamte Altstadt von Zürich. Das zuvor in Punkt 3 beschriebene größte Ziffernblatt Europas auf dem Turm der Pfarrkirche St. Peter lässt sich vom Grossmünster ebenfalls fantastisch begutachten.

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ESSEN UND TRINKEN IN ZÜRICH

Wie ihr dem Beitragstitel und meiner begeisterten Einleitung entnehmen könnt, hatten meine Freundin und ich viel Spaß mit dem Essen in Zürich. 😉 Nachfolgend findet ihr unsere Lokale, Cafés und sonstige kulinarische Entdeckungen. Ein typisches Gebäck stelle ich euch gleich als erstes vor: das Gipfeli. Dabei handelt es sich um ein Plunderteiggebäck ähnlich einem Croissant, nur doch etwas anders von der Konsistenz. Ihr bekommt es frisch und saftig in Bäckereien oder auf Märkten nur vormittags, danach steht das Gipfeli nicht mehr zum Verkauf – also unbedingt mal zum Frühstück einplanen!

Ein typisch schweizerisches Restaurant ist mitten in der Innenstadt der Zeughauskeller (Bahnhofstrasse 28A). Wenn auch etwas touristisch, ist das urige Ambiente doch sehenswert. Eine Reservierung ist empfehlenswert, obwohl genügend riesige Tische vorhanden sind. Nicht wundern, wenn man plötzlich mit anderen Gästen zusammensitzt, das ist hier anscheinend gang und gäbe – uns hat es nicht gestört. Wir aßen den Klassiker schlechthin, Zürcher Geschnetzeltes. Gemundet hat es ausgezeichnet, aber stellt euch auf unfassbare Preise ein (CHF 36,50 / EUR 32,40). Sehr gut sind auch das Hausbier und das alkoholfreie schweizerische Erfrischungsgetränk Rivella.

Mitten in der Altstadt liegt das Restaurant Raclette Factory (Rindermarkt 1), wo wir einen super Flammkuchen und ein Raclette probierten. Man kann direkt vor dem Lokal in (engen) Sitznischen essen und dabei das Treiben rundherum beobachten – empfehlenswert!

Hiltl ist laut Guinness World Records das älteste vegetarische Restaurant der Welt. In Form von Buffets werden Dutzende verschiedene Speisen angeboten, die man auf einen Teller lädt und dann je nach Gewicht bezahlt. Geschmacklich wirklich top, preislich erneut nicht das günstigste. Es gibt in der Stadt mehrere Restaurants, wir waren bei Hiltl Sihlpost (Europaallee 1A) und Hiltl Langstrasse (Langstrasse 84).

Für alle, die es gerne unkompliziert und urban lieben, ist Frau Gerolds Garten (Geroldstrasse 23/23a) ein Top-Tipp! Der Biergarten mit Grill und weiteren Speisen befindet sich im ehemaligen Industriegebiet Zürich-West nahe des Prime Tower und sollte ein Fixpunkt bei eurem Besuch sein.

Eine echte Institution in Zürich ist der Sternen Grill (Theaterstrasse 22) am Bellevue. Hier stehen die Menschen Schlange, um eine leckere St. Galler Bratwurst mit scharfem Senf und einem Gold-Bürli (knuspriges Brötchen) zu essen. Wir haben uns die Wurst sowie eine Dose Bier gegönnt und das ganze genüsslich am Ufer des unweit gelegenen Zürisees genossen.

Das Café Milchbar (Kappelergasse 16) hat uns im Internet angelacht und war auch in der Realität ein echter Volltreffer. Der Capucchino ist schön kräftig und der Cheesecake ein echtes Gedicht. Dazu sitzt man wunderbar in einem kleinen, ruhigen Innenhof.

Das Café Kleine Freiheit (Weinbergstrasse 30) ist eine kleine Oase mitten in der Stadt. Wir haben es durch Zufall entdeckt und waren ganz begeistert. Mit Blick auf die sehenswerte Liebfrauenkirche kann man hier auf Sitzen oder Liegestühlen unter anderem orientalische Kleinigkeiten probieren – ein echter Geheimtipp und schwer zu empfehlen!

Zürich ist natürlich auch ein Paradies für Naschkatzen. Wir haben bei der Confiserie Sprüngli (Bahnhofstrasse 21) eine längere Pause eingelegt und einen sogenannten Chocoladentraum sowie eine Erdbeercharlotte genüsslich verschlungen. Einen weiteren kurzen Stopp machten wir bei Läderach (Bahnhofstrasse 106), wo wir einem Konditormeister auch über die Schulter schauen konnten, bevor wir Pralinen für später aussuchten.

Die Bäckerei BACKbAR (Seefeldstrasse 169) hat unseren großen Hunger nach der Ankunft in Zürich gestillt, als wir zu unserem ersten Sightseeing-Punkt unterwegs waren. Das Angebot in den Vitrinen ist vielfältig und sieht verlockend aus. Wir kauften zwei gefüllte Baguettes, die mich an Frankreich erinnerten – herrlichst!

Nur im Vorbeigehen gesehen, aber wegen des Konzepts sehr erwähnenswert finde ich die Äss-Bar (Stüssihofstatt 6) in der Altstadt. Dort werden von unterschiedlichen Bäckereien gesammelte Backwaren vom Vortag zum halben Preis angeboten. Ich finde die Idee großartig – mir graut es immer bei der Vorstellung, was alles an Essen weggeschmissen wird, obwohl es noch gut ist.

 


Schweizer Flaggen in der Augustinergasse in Zürich

5) Die Altstadt und Innenstadt entdecken

Rechts und links der Limmat laden unzählige Straßen und Gassen zum Flanieren und Entdecken ein. Wenn ihr beispielsweise nach dem Besuch des Grossmünsters gleich in die angrenzende Münstergasse einbiegt, landet ihr automatisch im autofreien Gewirr des Altstadtteils Niederdorf. Von den Einheimischen einfach nur „Dörfli“ genannt, findet ihr hier wahnsinnig viele kleine Geschäfte und Lokale mit ausgefallenen sowie kreativen schweizerischen Waren. Abends ist die Stimmung wieder ganz anders und ihr solltet auf jeden Fall nochmals zurückkehren, um dann irgendwo einen Drink einzunehmen oder etwas zu essen – einen Lokaltipp findet ihr oben im blauen Infokasten.

Shopping und Architektur

Links der Limmat ist die Atmosphäre anders und eher städtischer. Nicht verpassen dürft ihr die Augustinergasse mit ihren Dutzenden schweizerischen und Zürcher Fahnen – mehr Schweiz geht nicht! 😉 In der Bahnhofstraße, wo neben Fußgängern nur die Straßenbahn verkehrt, kommen die Shopping-Fans unter euch auf ihre Kosten. Imponiert hat mir am Ende der Bahnhofstraße die Architektur des Hauptbahnhofs, dessen Äußeres im Gegensatz zur Bahnhofshalle prunkvoll um Aufmerksamkeit buhlt. Der Platz vor der Frauenkirche, Münsterhof genannt, bietet ein schönes Ensemble aus interessanten Hausfassaden. Während unseres Besuchs fanden gerade die Festspiele Zürich statt und der Platz wurde mit einem riesigen rosa Teppich verziert – sowas sieht man auch nicht alle Tage.

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Die Standseilbahn Polybahn in Zürich

6) Polybahn und Hochschulviertel

Auf dem großen Hügel über der Altstadt Niederdorf sind die Universitäten und Fachschulen angesiedelt. Ihr erreicht diese  entweder zu Fuß, mit der Straßenbahn oder am stilvollsten mit der Polybahn. Die ehemals Zürichbergbahn genannte rote Standseilbahn verbindet den Platz Central mit dem Hochschulviertel seit 1889. Die Bahn gehört dem Netz der öffentlichen Verkehrsmittel (ZVV) an, ihr benötigt also einen Einzelfahrschein oder eine Tageskarte für die Benutzung. Achtet nur auf die Betriebszeiten, vor allem am Wochenende: Montag bis Freitag 6.45-19.15 Uhr sowie Samstag und am 24.12. 07.30-14 Uhr jeweils alle 2-5 Minuten, Sonntag und an Feiertagen kein Betrieb.

Ehrwürdige Universität

Die Bergstation der Polybahn liegt an der Polyterrasse. Dabei handelt es sich um eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform, die zur ETH Zürich (Eidgenössische Technische Hochschule) gehört. Die Aussicht von hier oben auf die Stadt ist spannend, denn man blickt auf Hunderte Hausdächer, aus denen die zahlreichen Kirchtürme hervorragen. Direkt neben der ETH steht die Universität Zürich (UZH), die innen sehenswert ist. Die Uni besteht schon seit 1833 und zählt zu den angesehensten Universitäten Europas.

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Detailansicht des Prime Tower in Zürich

7) Prime Tower und Freitag Tower

Ein Hochhaus, das man mit gespaltener Meinung betrachten kann, ist der Prime Tower im Stadtteil Zürich-West. Der 126 Meter hohe Büroturm aus dem Jahr 2011 ist das höchste Gebäude der Stadt, aber sicher nicht das attraktivste. 😉 Er ist auf jeden Fall das Aushängeschild für einen neuen Stadtteil im ehemaligen Industriequartier, das seit Jahren komplett umgebaut wurde und wird. Meine Freundin hatte mir vor der Buchung unserer Reise Zürich-West als neues, modernes Zentrum empfohlen – und es war wirklich kein Fehler, dort unser Hotel zu wählen!

Aussicht aus dem Hochhaus

Im 35. Stockwerk des Prime Tower ist eine Bar und das Restaurant Clouds untergebracht. Wegen der Aussicht fuhren wir also hinauf (Achtung, Zugang nicht über den Haupteingang, sondern seitlich – achtet einfach auf die Schilder) und bekamen nach kurzer Wartezeit einen Platz im Barbereich am Fenster. Die Getränkepreise sind erwartungsgemäß mehr als saftig, dafür überblickt man ganz Zürich. Gestört haben mich nur zwei Umstände: einerseits gibt es beim Fotografieren durch das Glas lästige Spiegelungen, andererseits kann man sich nicht frei in alle Himmelsrichtungen bewegen, weil die Sitzplätze direkt an den Scheiben liegen und man die Leute stören würde. Je nachdem welchen Platz ihr ergattert, schaut ihr also in Richtung Innenstadt oder in die äußeren Stadtteile inklusive dem dichten Schienennetz vor dem Hauptbahnhof.

Der Freitag Tower

Ein weiterer Turm steht direkt neben dem Prime Tower, allerdings mit gänzlich anderem Flair. Der aus Baucontainern aufgeschichtete Freitag Tower des schweizerischen Taschenherstellers Freitag ist sowohl Flagstore als auch Aussichtsturm in einem. Der Aufstieg ist kostenlos, die Aussicht nicht aufregend. Dafür sieht man wunderbar auf Frau Gerolds Garten, wo man herrlich unkompliziert Bier trinken und Snacks Essen kann, siehe mein Tipp im blauen Infokasten weiter oben. Übrigens: ein Foto werdet ihr hier vielleicht vermissen, nämlich das bekannte bunte Regenschirmdach in einer Seitenstraße einige Meter weiter. Durch ein starkes Gewitter haben wir die Besichtigung leider kurzfristig ausgelassen, next time!

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Detail im Kreuzgang des Fraumünsters in Zürich

8) Fraumünster

Das letzte Must-see in Zürich auf meiner Liste ist das Fraumünster. Dort habe ich mich wirklich richtig geärgert (mehr dazu gleich), die Kirche gehört dennoch zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Aber kommen wir zuerst zum Positiven: wesentlich beeindruckender als die Kirche selbst habe ich den außen befindlichen Kreuzgang empfunden. Ich kann mich eigentlich nicht erinnern, überhaupt jemals einen so imposanten und detailreichen Kreuzgang gesehen zu haben. Wenn ihr ihn nicht gleich entdeckt, dreht einfach eine Runde um die Kirche, dann stoßt ihr automatisch auf den Durchgang.

Geld ja, Fotos nein!

Warum habe ich mich also nun so geärgert über das Fraumünster? Am Eingang wird eine Gebühr von CHF 5,- (EUR 4,50) eingehoben. Das alleine ist ok und vertretbar, aber es wird nicht als Eintritts-, sondern als „Informationsgebühr“ bezeichnet. Man „darf“ sich entweder ein lächerlich billig wirkendes Faltblatt mit Infos zur Kirche oder einen Audioguide kaufen (warum bitte nicht beides??). Zusätzlich wurden Gäste vor uns harsch angefahren, als sie das Prozedere nicht gleich verstanden. Im Grunde ist mir schon vor dem Betreten die Lust auf einen Besuch vergangen.

Die berühmten Fenster

Drinnen gilt es dann die berühmten Glasfenster von Marc Chagall und Augusto Giacometti zu bewundern. An das strikte Fotografierverbot wollte sich hier natürlich niemand halten, was ich absolut verstehe. Das Internet ist voll von Fotos der Fenster, warum wird dann also künstlich so eine Aufregung vor Ort produziert? Die Antwort gibt der Kirchenshop, wo Produkte mit den Fenstermotiven darauf warten, teuer erstanden zu werden …

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ALLGEMEINE TIPPS UND HINWEISE

Der Flughafen Zürich ist nur rund zehn Kilometer von der Stadt entfernt und man ist in nur knapp 15 Minuten schnell im Zentrum. Meine Freundin und ich wählten den Zug: Einzeltickets kosten CHF 6,80 / EUR 6,- bzw. Tagestickets CHF 13,60 / EUR 12,-, wenn ihr in Zürich auch gleich ganztags herumfahren wollt. Alle 5-10 Minuten kommen entweder die S-Bahnen S2 und S16 oder Regional- bzw. Intercityzüge, die ihr alle nehmen könnt. Alternativ könnt ihr auch die gemütliche Straßenbahn-Linie 10 wählen (selber Preis, Fahrtdauer zum Hauptbahnhof 35 Minuten). Oder ihr nehmt euch gleich am Flughafen die Zürich Card, siehe übernächster Punkt.

Wenn ihr mit dem Zug anreist, dann ist der Hauptbahnhof Zürich wahrscheinlich euer Endziel. Der offen gestaltete Bahnhof bietet dann zahlreiche Bus-, Straßenbahn- und S-Bahn-Verbindungen an.

Die Zürich Card gibt es wahlweise für 24 Stunden (CHF 27,- / ca. EUR 24,-) oder 72 Stunden (CHF 53,- / ca. EUR 47,-), kaufen könnt ihr sie hier online* oder an einer Verkaufsstelle am Flughafen bzw. am Hauptbahnhof. Inkludiert sind alle öffenstlichen Verkehrsmittel inklusive Flughafentransfer, freier oder ermäßigter Eintritt in 40 Museen sowie zahlreiche weitere Ermäßigungen.

Entscheidet ihr euch gegen die Zürich Card und wollt nur die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, dann müsst ihr euch an den Ticketautomaten ein Einzelticket (Billett genannt) um CHF 3,10 (EUR 2,80) oder besser gleich ein Tagesticket um CHF 13,- (EUR 11,50) kaufen. Inkludiert sind dabei neben Bahn, Bus und Straßenbahn auch die Polybahn und die Limmat-Schifffahrt! Einen Netzplan findet ihr auf der Seite zvv.ch („Stadt Zürich“).

Wenn ihr die Hauptzone Zürich verlassen wollt (beispielsweise für einen Ausflug ins Umland oder auf den Uetliberg), dann benötigt ihr zusätzlich noch ein sogenanntes Anschlussbillette. Schaut dazu auf der Webseite zvv.ch („Ganzer Verbund“) auf dem Zonenplan nach, wie viele Zonen ihr außerhalb von Zürich durchfahren müsst, um das richtige Anschlussbillette zu erwerben.

Achtung beim mobilen Surfen und Telefonieren, in der Schweiz gilt die EU-Roaming-Ausnahme nicht! Meine Freundin und ich haben deshalb gleich die mobilen Daten auf unseren Smartphones deaktiviert. Keine Sorge: es gibt in Zürich genügend WLAN-Hotspots in den Lokalen. Oder euer Hotel bietet (so wie unseres kostenlos, siehe Faktenbox am Beginn des Artikels) euch die Nutzung eines WLAN-Routers an.

Eine nette Sache lässt sich in den alten Straßenbahn-Garnituren ausprobieren: ganz hinten im Waggon findet ihr am Boden einen kleinen Druckknopf, mit dem ihr die hintere Glocke der Tram bedienen könnt – aber nicht übertreiben! 😉

In der Innenstadt sind mir ab und zu Tafeln mit rätselhaften Angaben untergekommen. Es handelt sich dabei um eine Art Schnitzeljagd namens Foxtrail, die mich sofort angesprochen hat. Leider hatten meine Freundin und ich keine Zeit dafür eingeplant, aber falls euch die Sache interessiert, findet ihr auf der Webseite foxtrail.ch mehr Infos dazu.

Wenn ihr wie ich sehr an Architektur interessiert seid, dann werden euch an einigen Gebäuden vielleicht die Tafeln mit der Aufschrift „Auszeichnung für gute Bauten“ auffallen. Eine Liste mit allen ausgezeichneten Bauten gibt es auf der Webseite gutebauten.stadt-zuerich.ch.

 

FAZIT

Vier Tage Zürich habe ich so intensiv aufgesaugt, wie schon lange keinen Städtetrip mehr! Trotz der enormen Dichte an sehenswerten Orten und Plätzen, die meiner Freundin und mir wirklich viele Kilometer an Fußmärschen bescherten, empfand ich den Aufenthalt als äußerst entspannend. Das liegt auch an der großartigen Gastronomieszene, die eine Stärkung sowie Erholung bei einer authentischen schweizerischen Speise oder einem schmackhaften Kuchen in einem Café ermöglicht. Zürich ist zwar ein teures Pflaster, bietet aber gleichzeitig eine enorm hohe Lebensqualität, die man auch als Gast sofort spürt. Lasst mich wissen, ob euch Zürich auch so gut wie mir gefallen hat oder ob ihr demnächst hinfahren werdet! 🙂

 

Zürich: Reisebericht mit allen Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.Zürich: Reisebericht mit allen Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

3 Kommentare

  1. […] ihr auf jeden Fall zumindest einmal ein Original Zürcher Geschnetzeltes vor Ort essen! 🙂 Zürich: Die teure Genussstadt (Erfahrungsbericht) Die 10 schönsten Fotospots in Zürich (Erfahrungsbericht) Zürich: 10 Dinge, […]

  2. […] bewiesen (und hoffentlich schmackhaft gemacht). Den Artikel dazu könnt ihr hier nachlesen: Zürich: Die teure Genussstadt. Bei meiner Recherche bin ich allerdings noch auf zahlreiche weitere Orte und Plätze in Zürich […]

  3. […] ich euch in zwei weiteren Artikeln inklusive Restauranttipps und allgemeinen Hinweisen berichte: Zürich: Die teure Genussstadt und Zürich: 10 Dinge, die du noch nicht […]

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