Berlin für Fortgeschrittene, Teil 1

Die Oberbaumbrücke in Berlin

Berlin, ein Ort voller Attraktionen, sehenswerter Plätze und Gebäude! Seid ihr das erste Mal in der riesigen Metropole, dann werdet ihr garantiert hauptsächlich mit den bekanntesten Sehenswürdigkeiten beschäftigt sein. Doch wenn ihr erneut in die deutsche Hauptstadt kommt, sucht ihr vielleicht schon etwas abseits der Touristenströme. Mit diesem zweiteiligen Blogartikel möchte ich euch meine 12 persönlichen Tipps und Entdeckungen abseits des Mainstreams vorstellen!

Dieser Artikel wurde zuletzt am 23. Mai 2019 aktualisiert.

BERLIN

FAKTEN

Reisezeit: Juli 2018 (4 Tage, 3 Übernachtungen)
Anreise: Mit EasyJet von Flughafen Wien-Schwechat nach Flughafen Berlin-Tegel (ca. 1:10h)
Unterkünfte (Auswahl):
25hours Hotel Bikini Berlin ****
(Budapester Str. 40, Hotel buchen*): Ausgezeichnetes Hotel in sehr guter Lage unweit des Bahnhofs Zoologischer Garten mit direkter Anbindung an den Flughafen Tegel per Expressbus X9. Die Zimmer sind in Richtung Stadt urban gestaltet, meines in Richtung Tiergarten war im Dschungel-Stil eingerichtet. Zimmer geräumig, Matratzen äußerst bequem, Tropendusche angenehm. Panoramafenster mit Blick auf den riesigen Tiergarten. WLAN sowohl im Up- als auch Download schnell. Umfangreiches Frühstück im Restaurant NENI im Dachgeschoss mit tollem Blick über die Stadt. Eigene Bäckerei im Haus und ein schön gestalteter Saunabereich, von dem man ebenfalls einen direkten Blick auf den Tiergarten hat. Weiterempfehlung? JA.
Hotel Motel One Berlin Tiergarten
(An der Urania 12/14, Hotel buchen*): gute Lage nahe der U-Bahn-Station Wittenbergplatz (drei Linien), kleine aber nicht beengende Zimmer, modern und stilvoll eingerichtet, sauber, schönes Bad, WLAN-Geschwindigkeit gut, Frühstück nicht gebucht. Weiterempfehlung? JA.
Weitere schöne Hotels in Berlin könnt ihr hier* suchen und buchen.

TRANSPARENZHINWEISE

*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn ihr über diese Links etwas bucht, unterstützt ihr meine Arbeit und ich erhalte eine kleine Provision. Für euch entstehen dabei keine Nachteile.

Mein Aufenthalt in Berlin im Sommer 2018 wurde vom 25hours Hotel Bikini Berlin unterstützt. Der Reisebericht ist davon nicht beeinflusst und stellt meine persönliche Meinung dar.

 

Ein Mural an einer Hausfassade in Berlin

Berlin ist voller Überraschungen

Stand Anfang 2019 hat es mich bereits fünfmal nach Berlin verschlagen – die Stadt zieht mich also offensichtlich magisch an. 😉 Das hat auch einen guten Grund: Berlin ist für mich die Stadt für Entdecker! Nachdem ich bei meinen ersten Besuchen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abgehakt hatte, konnte ich mich dann ohne großen Zeitdruck an das Erforschen der deutschen Hauptstadt machen. Dabei habe ich mich teils einfach treiben lassen, teils aber auch weniger bekannte Attraktionen im Internet aufgestöbert und dann bewusst aufgesucht.

Das brodelnde Berlin

Berlin ist für mich keine romantische Stadt im klassischen Sinne, sondern eine extrem lebendige und aufregende Metropole – natürlich mit allen positiven und negativen Seiten, die so ein großer Ort mit sich bringt. Ich schätze das pulsierende Treiben, das intensive Nachtleben und die vielen verschiedenen Einflüsse auf das Essen. Im blauen Infokasten in der Mitte des Artikels seht ihr beispielsweise, was ich von Steak bis Street Food alles probiert habe.

Das Bekannte und Unbekannte

In zwei eigenen Blogbeiträgen habe ich euch bereits die bekanntesten Sehenswürdigkeiten Berlins nähergebracht – das ist für euch sinnvoll, wenn ihr noch nie oder nur kurz dort wart. Die Links zu den Artikel findet ihr gleich nachfolgend. In diesem und im Nachfolgeartikel (Berlin für Fortgeschrittene, Teil 2) führe ich euch nun zu insgesamt 12 Orten und Gebäuden, die ihr sicherlich nicht sofort im Fokus habt, wenn ihr an Berlin denkt. Darunter sind unter anderem Einblicke in ein Funkhaus, einen alten Flughafen und das geschichtsträchtige Stadion. Viel Spaß beim Schmökern!

REISEBERICHTE ZU BERLIN

Berlin für Anfänger, Teil 1

Berlin für Anfänger, Teil 2

Berlin für Fortgeschrittene, Teil 1

Berlin für Fortgeschrittene, Teil 2

 


Großer Sendesaal im Haus des Rundfunks in Berlin

1) Haus des Rundfunks

Auf der Suche nach neuen Orten und Gebäuden in Berlin bin ich auf das Haus des Rundfunks (Masurenallee 8-14) gestoßen, das mich sofort brennend angezogen hat. Das Bauwerk von Architekt Hans Poelzig wurde 1931 eingeweiht und zählt zu den ältesten Rundfunkhäusern der Welt. Seit 2003 ist es der Sitz des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), der zweimal wöchentlich kostenlose Führungen anbietet. Jeweils Montag um 18 Uhr und Samstag um 15 Uhr kann man in rund 90 Minuten das Haus erkunden. Dazu ist allerdings eine telefonische Voranmeldung unbedingt notwendig, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Alle Infos dazu findet ihr auf der Seite rbb-online.de.

Rundfunkgebäude mit zeitloser Architektur

Die Führung an meinem Besuchstag wurde von einem enorm ambitionierten Studenten durchgeführt, der sich offensichtlich sehr für die Materie interessiert. 🙂 Während des Rundgangs bekommt man die zeitlose Architektur in vielen Bereichen des Hauses zu Gesicht. Poelzig hatte während der Planungen des Gebäudes eigentlich keine Erfahrung mit Rundfunkhäusern, dennoch gelang ihm eine Anordnung der Räume in einer Art und Weise, die auch heute noch perfekt auf den Sende- und Produktionsbetrieb abgestimmt ist.

Zahlreiche Highlights während der Führung

Besonders beeindruckt haben mich folgende Bereiche: gleich nach dem Betreten des Hauses die Haupthalle mit den gelb verzierten Galerien, der Große Sendesaal, das kreativ gestaltete Treppenhaus und das Hörspielstudio. In diesem werden verschiedene Hörspiele aufgezeichnet und es verfügt über ausgeklügelte Technik sowie Materialien, um originalgetreue Geräusche oder realistische Akustik je nach Hörspielthema produzieren zu können – wirklich faszinierend! Weitere Details zur umfangreichen Geschichte des Haus des Rundfunks hört ihr euch am besten selbst persönlich während einer Führung an. 🙂

Fotospots

 


Abflughalle im Flughafen Tempelhof in Berlin

2) Flughafen Tempelhof

Ein monumentales Bauwerk ist der Flughafen Berlin-Tempelhof () im Süden der Stadt. Seht ihr euch das Gelände auf Google Maps in der Satellitenansicht an, erkennt ihr die gigantischen Ausmaße! Das ist auch kein Zufall, denn während der Zeit des Nationalsozialismus sollte der Flughafen eigentlich noch größer werden, als er in der heutigen Form erscheint – der Zweite Weltkrieg verhinderte aber die komplette Fertigstellung des als größtes Flugkreuz Europas geplante Bauwerk.

Luftbrücke rettet die Bewohner

Nach dem Ende des Kriegs sperrte die sowjetische Besatzung von 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 alle Straßen- und Eisenbahnverbindungen von den westlichen Besatzungszonen nach West-Berlin. In dieser Zeit versorgten die Westalliierten per Luftbrücke (also per Flugzeug) auf dem Flughafen Tempelhof die isolierten Bewohner mit Lebensmitteln – in der Haupthalle des Flughafens erinnert daran das Kunstwerk „Luftbrücke“ von Dick Kramer. 1951 begann mit einigen zwischenzeitlichen Ausnahmen die Ära der zivilen Luftfahrt in Tempelhof. Am 30. Oktober 2008 folgte dann aber das endgültige Ende für den Luftbetrieb.

Führung durch den Flughafen

Während das Vorfeld mit den Start- und Landebahnen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, ist das denkmalgeschützte Flughafengebäude sowie das Rollfeld nur im Rahmen einer Führung zugänglich. Dazu seht ihr euch am besten auf der Seite thf-berlin.de die verschiedenen Themenführungen an – die klassische nennt sich „Mythos Tempelhof“. Während der rund zweistündigen Tour bekommt man spannende Einblicke in die Abfertigungshalle, einen Ausblick auf das gesamte Gelände, den oberflächlichen Prunk der Architektur und auch die schweren Schäden aus der Kriegszeit. Bedrückend ist der Gang in den Bunker, in dem witzige Wandmalereien die Schutzsuchenden aufheitern sollten. Ein Besuch des Flughafens Tempelhof empfehle ich euch unbedingt!

Fotospots

 


Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain in Berlin

3) Märchenbrunnen

Wenn ihr eine Entspannungsmöglichkeit sucht, gleichzeitig aber auch etwas besichtigen wollt, dann ist der Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain () genau der richtige Ort für euch! Der denkmalgeschützte Brunnen stammt aus dem Jahr 1913 und ist im neobarocken Stil gestaltet. Rund um das und auch im Wasserbecken selbst sind von Ignaz Taschner 1912/13 entworfene Grimmsche Märchenfiguren aufgestellt – es macht dabei Spaß zu erraten, welche Figuren welches Märchen darstellen sollen. 🙂

Von Rotkäppchen bis zum Froschkönig

Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Figuren und des Brunnens zerstört, weswegen man heute Nachbildungen zu Gesicht bekommt. Das tut aber der Schönheit keinen Abbruch und ich habe den Ort wirklich genossen, um mich kurz vom anstrengenden Sightseeing zu erholen. Der Volkspark Friedrichshain geht übrigens hinter dem Märchenbrunnen noch ein gehöriges Stück weiter, falls ihr einen ausgiebigen Spaziergang zwischen Bäumen und Wiesen machen wollt.

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ESSEN UND TRINKEN IN BERLIN

Trinkt ihr auch gerne guten Kaffee? Dann solltet ihr unbedingt einen Zwischenstopp in der Berliner Kaffeerösterei (Uhlandstraße 173/174) am Kurfürstendamm einplanen. Man kann aus einer Vielzahl an Kaffeebohnen aus aller Welt wählen, dazu lachen einen aus einer Vitrine sündhafte Kuchen und Torten an.

Abseits der Touristen-Hotspots im Stadtteil Kreuzberg befindet sich die Markthalle Neun (Eisenbahnstraße 42/43) aus dem Jahr 1891. Alleine aus architektonischer Sicht ist das Gebäude sehenswert und im Inneren locken zahlreiche Stände mit deutscher und internationaler Küche. Es gibt täglich verschiedene Schwerpunkte, über die ihr euch auf der Webseite markthalleneun.de informieren könnt. Während meines Besuchs liefen beispielsweise gerade die Vorbereitungen für den Street Food Thursday – dieser beginnt aber leider immer erst um 17 Uhr und damit etwas zu spät für mich. Ich musste deshalb die Halle aufgrund großen Hungers zugunsten einer anderen Berliner Köstlichkeit verlassen (siehe nächster Punkt).

In Berlin muss man eigentlich unbedingt zumindest einmal ein Döner Kebab essen. 😉 Nachdem ich in der Markthalle Neun noch nichts zu essen bekommen hatte, sorgte das naheliegende Restaurant Baraka (Lausitzer Platz 6) für meine Rettung. Im stilvoll eingerichteten Lokal mit orientalischer Küche bekam ich ein großartiges Dürum, das meinen Hunger wunderbar stillte.

Bei Besuchen in Deutschland gehört für mich das Essen der Steak-Lokal-Kette Block House eigentlich auch schon fix dazu. Ich schätze die perfekte Qualität des Fleisches und der Beilagen, noch dazu hat man im Restaurant Block House Bikini Am Zoo Palast (Budapester Straße 42-50) von der Terrasse einen super Blick auf die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

 


Panorama des Olympiastadions in Berlin

4) Olympiastadion

Für mich als Fußballfan und Sammler von Stadionpanoramen war eine Besichtigung des Olympiastadions (Olympischer Platz 3) natürlich ein Fixpunkt in Berlin. Heute ist die rund 75.000 Menschen fassende Arena die Heimstätte des Fußballclubs Hertha BSC, außerdem wird das Stadion auch für zahlreiche andere Events genutzt. Erbaut wurde es von 1934 bis 1936 anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1936. Dass die riesige Anlage auch für Propagandazwecke während des Nationalsozialismus genutzt wurde, liegt auf der Hand.

Besichtigung oder Führung möglich

Abeits von Veranstaltungen kann man das Olympiastadion entweder mit einer Führung oder aber auch eingeschränkt auf eigene Faust erkunden. Erreichen könnt ihr das Besucherzentrum entweder mit der S-Bahn (Linien S3, S5, S9, Station Olympiastadion) oder mit der U-Bahn (Linie U2, Station Olympia-Stadion). Ich habe es bei meinem Besuch aus Zeitgründen vorgezogen, ohne Tourguide die Arena zu besichtigen (alle Infos dazu auf der Seite olympiastadion.berlin). Dabei kommt man zwar nicht in die Innenräume, kann sich ansonsten aber auf den Tribünen fast vollkommen frei bewegen. Alle angebotenen Führungen seht ihr auf der Seite olympiastadion.berlin aufgelistet.

Aussicht vom Glockenturm

Wenige Hundert Meter weiter solltet ihr auch noch dem Glockenturm (Am Glockenturm) Beachtung schenken. Er wurde ebenfalls anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1936 errichtet und diente als Beobachtungsposten für Polizei, Rettung und Rundfunk. Außerdem gab es im Turm einen „Führerstand“ – welche Bedeutung dieser hatte, könnt ihr euch denken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Turm gesprengt, später aber wieder aufgebaut. Heute führt ein Aufzug auf die Aussichtsplattform, von der man das Olympiastadion perfekt überblicken kann. Habt ihr wie ich auch eine gute Fernsicht sowie ein Teleobjektiv dabei, bekommt ihr weiters eine fantastische Ansicht Berlins geliefert. Öffnungszeiten und Preise findet ihr auf der Webseite glockenturm.de.

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Innenansicht der Kirche am Hohenzollernplatz in Berlin

5) Kirche am Hohenzollernplatz

Ich bin zwar nicht übermässig religiös, aber Kirchen interessieren mich eigentlich schon immer. Ich finde es unglaublich faszinierend, mit welcher Detailliebe und welchem Aufwand Sakralbauten weltweit umgesetzt wurden und immer noch werden. Ein besonders herausragendes Exemplar ist in Berlin die Kirche am Hohenzollernplatz (Nassauische Str. 66-67), deren Besichtigung ich euch schwer empfehle. Erreichen könnt ihr die Kirche mit den U-Bahn-Linien U2 oder U3, das Gebäude liegt unmittelbar an der Station Hohenzollernplatz.

Architektonischer Traum

Erbaut wurde die Kirche am Hohenzollernplatz zwischen 1930 bis 1934 nach Entwürfen Ossip Klarweins aus dem Architekturbüro Fritz Högers. Das Bauwerk gilt als Hauptwerk deutscher expressionistischer Architektur, der damalige Superintendent bezeichnete die Kirche gar als „Kunstwerk für alle Zeiten“. Wie so vieles in Berlin fiel leider auch die Kirche dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer – erst 1956 erfolgte die erneute Einweihung des wiederhergestellten Gebäudes. Die auffallendsten Elemente sind der 66 Meter hohe Glockenturm und die bunten sowie modernen Fenster zwischen den spitzbögigen Betonpfeilern.

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Bibliothek im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum in Berlin

6) Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum

Moderne Bibliotheken üben auf mich eine besondere Anziehungskraft aus, da die Architektur in einem ruhigen Raum aus meiner Sicht wesentlich besser zur Geltung kommt. Ein solches Beispiel ist das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum () aus dem Jahr 2009, das die Zentralbibliothek und den Computer- und Medienservice (CMS) der Humboldt-Universität zu Berlin vereint. Von außen ist das große Gebäude mit dem sperrigen Namen (Lage unmittelbar am Bahnhof Friedrichstraße mit U-Bahn-, S-Bahn- und Straßenbahn-Anschluss) recht unspektakulär, drinnen aber dafür umso umwerfender.

So gelingt die Besichtigung

Wenn ihr das Gebäude besichtigen wollt, dann gebe ich euch ein paar nützliche Infos mit auf den Weg. Prinzipiell kann man die Bibliothek auch als Passant betreten, aber nicht mit Jacken und Taschen! Diese müsst ihr in den Gepäckfächern vor dem Eingang deponieren – das Problem dabei: ihr braucht zum Verschließen der Fächer im Erdgeschoss einen Studentenausweis oder im Keller ein Vorhängeschloss. Wenn ihr das nicht wisst (so wie ich bei meinem ersten Besuch), dann habt ihr Pech gehabt. Sofern ihr nicht alleine seid, könnt ihr aber zumindest abwechselnd auf die Gegenstände aufpassen, während der andere einen Blick hinein machen kann.

Die richtige Besuchszeit

Ein weiterer Punkt ist den richtigen Zeitpunkt des Besuchs zu finden, wenn ihr ein paar Fotos machen wollt. Denn wie ihr euch vorstellen könnt, ist niemand in einer Bibliothek an lauten Klickgeräuschen von Kameras interessiert. 😉 Ich empfehle euch deshalb, unter der Woche gleich zur Öffnung um 8 Uhr zu kommen. Dann ist nämlich noch so gut wie kein Mensch im Lesesaal und ihr stört niemanden. Kommt nicht wie ich auf die Idee, einfach spät abends vorbeizuschauen – selbst um 21 Uhr war der Saal noch gerammelt voll!

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ALLGEMEINE TIPPS

Nachdem der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) aufgrund diverser Pannen nicht so schnell in Betrieb geht, erreicht ihr Berlin wahrscheinlich über den Flughafen Tegel. Von dort gelangt ihr entweder mit dem Schnellbus TXL zum Hauptbahnhof und Alexanderplatz oder mit dem Schnellbus X9 zur Jungfernheide und zum Zoologischen Garten. Alternativ gibt es noch die beiden Buslinien 109 und 128, die etwas gemächlicher in die Stadt fahren. Am besten kauft ihr euch gleich am Flughafen an den gelben Automaten bei der Busstation ein Tagesticket für den Bereich Berlin AB um EUR 7,-. Wenn ihr euch nicht gleich zurechtfindet, helfen Mitarbeiter direkt vor Ort. Mit dem Tagesticket könnt ihr euch dann in Berlin bis 3:00 Uhr am Folgetag (Achtung, nicht 24 Stunden!) mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen. Welcher Bus am nächsten zu eurer Unterkunft fährt, könnt ihr mittels Fahrplanauskunft auf der Webseite fahrinfo.vbb.de herausfinden.

Das öffentliche Verkehrsnetz ist in Berlin aus meiner Sicht hervorragend ausgebaut. Es gibt mehrere U-Bahn- und S-Bahn-Linien, dazu einige Straßenbahnen und eine Vielzahl an Bussen (zwei davon hebe ich im nächsten Punkt extra hervor). Wie schon im vorigen Punkt erwähnt, empfehle ich euch eine Tageskarte für den Bereich Berlin AB zu kaufen. Einen Liniennetzplan gibt es auf der Seite vbb.de zu finden.

Eine gute Option, um Berlin zu erkunden, ist die Berlin WelcomeCard*. Mit ihr sind die öffentlichen Verkehrsmittel und die Anbindung zum Flughafen inkludiert sowie eine ganze Menge an Eintritten und Ermässigungen.

Die Buslinien 100 und 200 sind perfekt, wenn ihr eine Stadtrundfahrt machen, euch aber die überteuerten Anbieter sparen wollt. Mit Einzelticket oder Tageskarte erreicht ihr mit den Bussen viele Sehenswürdigkeiten und wichtige Punkte in Berlin. Den genauen Streckenverlauf könnt ihr euch auf der Webseite wikiroutes.info (Linie 100) und wikiroutes.info (Linie 200) ansehen. Das Schöne ist, dass auf beiden Linien fast nur Doppeldeckerbusse im Einsatz sind und ihr so gleichzeitig ungewöhnliche Perspektiven auf die Stadt erhaltet.

Trotz des guten Verkehrsnetzes sind die Distanzen zwischen den Stationen nicht zu unterschätzen. Achtet deshalb auf bequemes Schuhwerk, ihr werdet einige Kilometer per pedes zurücklegen.

Wenn ihr eine bestimmte Adresse sucht, dann ist möglicherweise Verwirrung vorprogrammiert. In Berlin gibt es nämlich zwei Arten der Hausnummervergabe: beim Hufeisenprinzip beginnt die Hausnummerierung auf einer Seite bei 1 und folgt dem Verlauf der Straße hufeisenförmig, bis schlussendlich die letzte Nummer direkt gegenüber der Nummer 1 liegt. Das hat mich schon einmal vor vielen Jahren in den Wahnsinn getrieben. 😉 Bei der klassischen Variante liegen die ungeraden und die geraden Nummern halbwegs exakt gegenüber, was die Nummernsuche natürlich stark vereinfacht und logischer erscheint. Einen sehr interessanten Artikel über die geschichtlichen Gründe dieser beiden System könnt ihr auf der Seite tagesspiegel.de nachlesen.

Der Berliner Bär ist seit ungefähr 1280 das Wappentier Berlins und dementsprechend auch Teil des Berliner Wappens. In der ganzen Stadt werdet ihr immer wieder auf bunt verzierte Bären in Menschengröße stoßen, die sich hervorragend für Erinnerungsfotos eignen.

Die Ost-Ampelmännchen sind aus Berlin natürlich auch nicht wegzudenken. Seit dem Fall der Berliner Mauer haben sich die grüne und rote Figur zu einem Symbol für die deutsche Hauptstadt entwickelt. In allen Souvenirläden finden sich Mitbringsel, aber am besten fotografiert ihr einfach selbst eine Ampel ab. 😉

 

FAZIT

In diesem ersten von zwei zusammengehörenden Blogartikeln habt ihr sechs Gebäude und Orte in Berlin kennengelernt, die ihr wahrscheinlich nicht auf eurer Liste für den nächsten Besuch in der deutschen Hauptstadt hattet. In bin mir sicher, dass euch beispielsweise die Führungen durch das Haus des Rundfunks oder den Flughafen Tempelhof nicht nur extrem gefallen werden, sondern ihr auch eine Menge Geschichte mitnehmen könnt. Aber auch abseits dieser zwei Tipps verstecken sich in Berlin einfach noch unzählige architektonische Schätze, die es zu entdecken gilt. Weitere sechs Geheimtipps von mir für euch könnt ihr demnächst im zweiten Teil lesen! 🙂

 

Berlin: Reisebericht mit 12 versteckten Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.Berlin: Reisebericht mit 12 versteckten Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

4 Kommentare

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  4. […] euch habe ich diese Besonderheiten in diesen Blogartikel gepackt, der aus zwei Teilen besteht. Im ersten habe ich euch unter anderem schon zum alten Flughafen Tempelhof, ins Olympiastadion und in das Haus […]

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