Keukenhof: Das Blumenmeer vor Amsterdam

Windmühle zwischen einem Tulpenfeld in Keukenhof

Ihr kennt doch bestimmt aus dem Fernsehen, Magazinen oder dem Internet Bilder aus den Niederlanden, auf denen riesige bunte Blumenfelder zu sehen sind – optimalerweise auch noch mit Windmühle. Genau so einen Kitschmoment wollte ich auch unbedingt einmal erleben. Einen meiner Besuche in Amsterdam nutzte ich deshalb für einen Ausflug nach Lisse, wo sich mit der Gartenanlage Keukenhof eine der Top-Attraktionen der Niederlande befindet. Gute Planung ist aber angesagt!

Keukenhof

FAKTEN

Reisemonat: Mai 2017 (Halbtagesausflug von Amsterdam aus)
Anreise: Mit KLM vom Flughafen Wien-Schwechat nach Flughafen Amsterdam Schiphol (1:30 h). Details zur Anreise von Amsterdam nach Keukenhof siehe weiter unten im Detail.
Unterkünfte (Auswahl):
Hotel Clemens Amsterdam **
(Raadhuisstraat 39, Hotel buchen*): gute Lage zwischen dem Grachtengürtel, Straßenbahn-Stationen Westermarkt und Dam in unmittelbarer Nähe, Hotel innerhalb eines wunderschönen historischen Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert, typisch enge Treppe, sehr kleine aber stilvoll eingerichtete Zimmer, angenehme Betten, gutes Frühstück, Hauskatze, kostenloses WLAN. Weiterempfehlung? JA
Conscious Hotel Museum Square *** (De Lairessestraat 7, Hotel buchen*): sehr gute Lage nahe Museumplein, Straßenbahn-Station Van Baerlestraat in unmittelbarer Nähe, für die Niederlande überdurchschnittlich große Zimmer, schöne Einrichtung, Betten etwas weich, ausgezeichnetes Frühstück (!!), kostenloses WLAN, sehr freundliches und hilfsbereites Personal. Weiterempfehlung? JA
citizenM Hotel Schiphol Airport **** (Jan Plezierweg 2, 1118 BB Schiphol, Hotel buchen*): Aufgrund der extrem hohen Zimmerpreise in Amsterdam zu Ostern sind meine Freundin und ich in das Hotel am Flughafen ausgewichen. Gewohnte citizenM-Qualität mit kleinen, aber sehr stylishen Zimmern, durchdachtes Raumkonzept, Steuerung von Licht/Rollos/TV über ein iPad, pro Tag eine kleine Wasserflasche kostenlos, dafür hochpreisige Hotelbar, sehr gute Dusche, super bequeme Betten, kostenloses WLAN. Beim Self-Check-in habe ich vor Ort nach einem Zimmer mit Blick auf den Flughafen verlangt, was sofort berücksichtigt wurde. Dadurch kann man den Flugbetrieb vom Bett aus verfolgen, wobei die Lärmbelästigung sehr gering ist. Weiterempfehlung? JA
Weitere Hotels und Unterkünfte findet ihr hier*

TRANSPARENZHINWEIS

*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn ihr über diese Links etwas bucht, unterstützt ihr meine Arbeit und ich erhalte eine kleine Provision. Für euch entstehen dabei keine Nachteile.

 

Blumenfeld in Keukenhof

Acht Wochen Blumenpracht in Keukenhof

Die Niederlande gelten weltweit als das Blumenland Nummer eins, vor allem in Bezug auf Tulpen. Kein Wunder also, dass jedes Jahr Touristen in Scharen danach trachten, die bunten Blumenfelder zu besuchen und mit eigenen Augen zu sehen. Die bekannteste Anlage ist dabei Keukenhof in der kleinen Ortschaft Lisse, die vor den Toren Amsterdams liegt. Eine Besichtigung dieses 32 Hektar großen und mit rund sieben Millionen Blumen aufwendig hergerichteten Areals ist nur zwei Monate im Jahr möglich – dementsprechend zählt Keukenhof zu den gefragtesten Attraktionen des Landes. Die exakten Termine und Öffnungszeiten findet ihr auf der offiziellen Webseite keukenhof.nl.

Die Geschichte von Keukenhof

Der Name Keukenhof bedeutet auf Deutsch „Küchengarten“ und beschreibt exakt das, was das Gebiet rund um die heutige Anlage ursprünglich war – nämlich eine Kräuteranbaufläche und ein Jagdareal für das 1642 erbaute Schloss Keukenhof. 1857 wurde vom Landschaftsarchitekten Jan David Zoche rundherum ein Garten im englischen Stil entworfen, der die Grundlage für die Gegenwart schaffte. 1949 setzten Blumenzwiebelzüchter ihre Idee, eine Frühjahrsblumenausstellung im Garten abzuhalten, in die Tat um. Seit 1950 ist Keukenhof somit ein jährlicher Anziehungspunkt für professionelle Blumenhändler, Einheimische und Touristen.

Zufallsbesuch im Mai

Obwohl ich Keukenhof schon lange im Hinterkopf hatte, beschäftigte ich mich eigentlich nie aktiv mit einem Besuch. Als ich aber mit meinen Freunden für ein Konzert nach Amsterdam flog, stolperte ich bei der Recherche über das Blumenparadies. Unsere Reise fiel auf die zweite Woche im Mai, womit Keukenhof gerade noch geöffnet hatte. Ich nutzte diese Gelegenheit und es zahlte sich fast voll aus. Der einzige Haken an diesem späten Zeitpunkt ist, dass die rund um Keukenhof befindlichen Blumenfelder alle schon abgeerntet sind. Mehr Information und Eindrücke gebe ich euch aber zwischen den nachfolgenden Fotos!

HINWEIS

Keukenhof habe ich als Halbtagesausflug von Amsterdam durchgeführt. Alle Infos zur Anreise und auf was ihr achten müsst, findet ihr weiter unten im Artikel. Wenn ihr auch meine Erfahrungen, Entdeckungen und Tipps für die schönsten Fotospots in der niederländischen Hauptstadt lesen wollt, dann seht euch meinen Blogbeitrag Amsterdam: Die Stadt der schiefen Häuser an!

 

Blumenfeld vor dem Haupteingang von Keukenhof
Schon vor dem Haupteingang von Keukenhof wird man von bunten Blumen willkommen geheißen.
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Blumenbeete in Keukenhof
Dieses Foto zeigt aus meiner Sicht sehr schön, was man in Keukenhof erwarten kann. Schmale und breite Wege inmitten von perfekt inszensierten Blumenbeeten.
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Blumenfeld in Keukenhof
Gleich nach dem Betreten weiß man nicht, wohin man blicken soll – überall lachen einem allerlei verschiedene Blüten entgegen.
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Weg über einen See in Keukenhof
Wagemutige können sich auch über diese Holzplatten auf einem See wagen, was zugegebenermaßen ein mulmiges Gefühl in mir auslöste. 😉
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So kommst du nach Keukenhof

Die Ortschaft Lisse, wo sich die Gartenanlage Keukenhof befindet, ist vom Amsterdamer Zentrum aus in rund einer Stunde zu erreichen. Ich gebe euch nachfolgend drei Optionen für Kombitickets, die alle die Hin- sowie Rückfahrt und den Eintritt beinhalten. Wenn ihr mit dem Auto anreisen wollt, müsst ihr euch bitte anderweitig informieren, denn damit habe ich keine Erfahrung.

Anreise mit dem Keukenhof Express von Schiphol

Der Keukenhof Express ist einfach die Bezeichnung für die Buslinie 858, welche vom Flughafen Schiphol losfährt. Das Ticket könnt ihr online auf der Seite keukenhof.nl kaufen (EUR 25,-) – allerdings benötigt ihr dann noch eine Fahrkarte vom Amsterdamer Zentrum zum Flughafen, die ihr an den Ticketautomaten am Hauptbahnhof erhaltet (Einzelfahrt EUR 5,50). Ihr kommt dann also mit der Rückfahrt gesamt auf EUR 36,-. Am Flughafenbahnhof verlasst ihr die Ankunftshalle und folgt rechts einige Meter der Beschilderung bis zur Busstation (hier seht ihr die exakte Position). Je nach Warteschlange fahren alle 5-10 Minuten die Busse ab.

Anreise mit dem Keukenhof Express von Amsterdam

Der Keukenhof Express fährt nicht direkt von Amsterdam, sondern wie erwähnt nur vom Flughafen Schiphol aus nach Keukenhof. Wenn ihr euch ein paar Euro sparen wollt, dann fahrt nicht mit dem Zug von Amsterdam zum Airport (Hin- und Rückfahrt EUR 11,-), sondern mit dem Airport Bus 397 der Busgesellschaft Connexxion. Dafür kauft ihr euch auf der vorhin genannten Seite keukenhof.nl die Option um EUR 30,-, welche beide Busse inkludiert. Der Bus 397 fährt alle zehn Minuten beispielsweise von den großen Stationen Museumplein, Rijksmuseum oder Leidseplein zum Flughafen Schiphol, wo ihr dann in den Keukenhof Express 858 umsteigt.

Anreise per Direktbus von Amsterdam

Die bequemste, aber mit EUR 38,- auch die teuerste Variante ist der private Direktbus von Amsterdam nach Keukenhof*. Die Einstiegsstelle befindet sich beim Hochhaus A’DAM Lookout gegenüber des Hauptbahnhofs – dorthin gelangt ihr vom Bahnhof mit der kostenlosen Fähre.

Noch ein wertvoller Hinweis: in Amsterdam selbst werdet ihr eine Menge Keiler auf den Straßen herumlaufen sehen, die ebenfalls Touren nach Keukenhof anbieten. Die von mir gesichteten Preise bewegten sich dabei alle um die 50 Euro und höher – Hände weg!!

Windmühle zwischen Tulpen in Keukenhof
Der Star in Keukenhof ist natürlich die Tulpe! Gemeinsam mit ihren Artgenossen bildet sie hier einen tollen Rahmen für die Windmühle.
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Blumenfeld in Keukenhof
Im Nachmittagslicht kommen die Farben der Blumen richtig intensiv zur Geltung.
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Wie umgeht man die Massen in Keukenhof?

Unglaubliche 1,4 Millionen Personen besuchten 2018 Keukenhof – Tendenz steigend! Wenn man bedenkt, dass die Gartenanlage nur acht Wochen im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich ist, kann man sich das Gedränge vorstellen. Nachdem das Gelände mit 32 Hektar aber sehr umfangreich ist, verteilen sich die Massen halbwegs gut. Ich war mit meinen Freunden zur schlechtesten Zeit vor Ort, nämlich vom späten Vormittag bis zum frühen Nachmittag. Trotzdem erlebten wir größere Menschenansammlungen eigentlich nur an gewissen Hotspots wie der Windmühle oder den Pavillons (Details im nächsten Absatz).

Früh oder spät kommen

Einen Tipp der offiziellen Webseite kann ich euch aber trotzdem 1:1 weitergeben: kommt so früh wie möglich (ab 8 Uhr geöffnet) oder erst am späten Nachmittag, wenn die Tagestouristen (wie auch wir) schon wieder die Rückreise nach Amsterdam antreten. Keukenhof ist bis 19.30 Uhr geöffnet und ihr könnte die Blumen so auch im schönsten Abendlicht erleben.

Touristen in Keukenhof
Alleine ist man in Keukenhof nicht, denn mehr als eine Million Menschen kommen jährlich, um sich das Arrangement der Blumen und Pflanzen mit eigenen Augen anzusehen.
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Pavillons mit Blumenkunstwerken in Keukenhof
Hier seht ihr einen von fünf Pavillons, in denen weitere Blumenkunstwerke präsentiert werden. Mir war aber viel zu viel Trubel auf zu engem Raum, weswegen ich die Innenräume gleich wieder verließ.
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Windmühle in Keukenhof
Die Mühle ist mehr als hundert Jahre alt und wurde in Groningen gebaut. In Keukenhof dient sie aber nur mehr als Schaumühle ohne Funktion, auch wenn sich die Blätter im Wind noch drehen.
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Was gibt es in Keukenhof zu sehen?

Also eines erwartet ihr euch in Keukenhof hoffentlich nicht, nämlich Action. 😉 Die Gartenanlage ist wohltuend für das Auge und die Seele, das alleine ist schon mehr als genug. Nach dem Betreten des Areals holt ihr euch am besten einen kleinen Übersichtsplan, um euch zu orientieren. Meine Freunde und ich haben uns für eine Runde entgegen des Uhrzeigersinns entschieden. Egal wohin man beim Entlangflanieren auch blickt – überall leuchten einem Blumen in verschiedensten Farben und Formen entgegen. Dafür sorgen Dutzende Landschaftsgärtner, denen man auch bei der Arbeit zusehen kann.

Pavillons und eine Windmühle

Es gibt fünf Pavillons zu entdecken, in denen weitere Kunstwerke aus Blumen ausgestellt sind, vor denen sich die Touristen gierig für ein Selfie postieren. Mir haben die Innenräume recht wenig gegeben, da die Luft stickig ist und mir die Menschenmassen zuwider waren. Draußen in der Gartenanlage findet man eher seine Ruhe, wenn auch nur an manchen Fleckchen. Wo man definitiv nicht alleine verweilen kann, ist die Windmühle. Diese ist der magische Anziehungspunkt für alle Besucher, so auch für uns. Man kann sie kostenlos besichtigen und könnte theoretisch von oben eine herrliche Aussicht auf die außerhalb Keukenhofs liegenden Blumenfelder erhalten. Leider waren wir im Mai einfach schon zu spät und die Felder waren alle komplett abgeerntet. Als beste Reisezeit kann wohl der April betrachtet werden, allerdings nicht am Tag des jährlichen Blumenkorsos (googelt bitte den exakten Termin), denn dann herrscht überall absoluter Ausnahmezustand mit völligem Verkehrschaos. 😉

Blumenfeld in Keukenhof
Würde dieses Foto nicht auch einen tollen Blumenstrauß abgeben? 😉
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Gondel auf dem Wasser in Keukenhof
Fast wie in Venedig – sich mit der Gondel auf dem Wasser an den Blumenbeeten vorbeitreiben lassen. Wenn ihr die Preise dafür seht, vergeht es euch aber eventuell gleich wieder. 😉
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Blumenfeld in Keukenhof
Vergesst nicht, euch die verschiedenen Blüten auch einmal aus der Nähe anzusehen.
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Was kann man in Keukenhof essen?

In Keukenhof gibt es in den Pavillons und an einigen kleinen Verkaufsständen diverse Snacks und kleine Speisen zu kaufen. Neben den obligatorischen Pommes Frites (einfach nur Frites genannt) mit der super-leckeren Fritessaus (eine Art Mayonnaise) konnte ich auch zwei andere Dinge abhaken, die ich zuvor in Amsterdam nicht probierte. Einerseits die frisch gebackenen Stroopwafels (zwei dünne Teigwaffeln mit einer hauchdünnen Karamellschicht dazwischen) und andererseits Matjeshering (Maatjesharing). Zugegeben, über den Fisch muss man sich sogar als Fischliebhaber drübertrauen, denn das Aussehen und die Beilagenkombination mit Zwiebel, Essiggurkerl und Brötchen wird dem ein oder anderen den Magen umdrehen. 😉 Ich sage euch aber: es war genial!

Frisch herausgebackene Stroopwafels in Keukenhof
Ganz frisch herausgebackene Stroopwafels findet ihr in Keukenhof beispielsweise an einem Stand bei der Windmühle.
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Matjeshering (Maatjesharing) in Keukenhof
Matjeshering (Maatjesharing): Sieht grauenhaft aus, schmeckt aber wirklich grandios – sofern man Fisch mag 😉
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Frites mit Fritessaus in Keukenhof
Der Klassiker schlechthin in den Niederlanden, Frites mit Fritessaus!
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Blumenbeet in Keukenhof
Die Stunden in Keukenhof vergingen wie im Flug und mit diesem letzten wundervollen Blumenbild verabschiedeten wir uns auch schon wieder in Richtung Amsterdam.
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FAZIT

1,4 Millionen Besucher jährlich können nicht irren, oder doch? 😉 Ein Besuch in Keukenhof ist trotz dieser abschreckenden Zahlen ein wirklich empfehlenswertes Unterfangen. Wenn ihr innerhalb der acht Wochen Öffnungszeit in der Gegend rund um oder direkt in Amsterdam seid, solltet ihr euch das visuelle Spektakel auf keinen Fall entgehen lassen. Auch wenn die Kombitickets mit Anreise und Eintritt nicht besonders günstig sind, so entschädigen die kunstvoll arrangierten, rund sieben Millionen Blumen garantiert. Habt ihr jetzt auch Lust auf einen Ausflug nach Keukenhof bekommen? 🙂

 

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1 Kommentar

  1. […] Seid ihr zwischen März und Mai in Amsterdam? Dann lasst euch keinesfalls einen Besuch in der Gartenanlage Keukenhof entgehen! Diese liegt nicht weit von Amsterdam entfernt und bietet euch mit Millionen Tulpen und anderen Blumenarten ein visuelles Spektakel der Sonderklasse. Alle Infos und viele Fotos dazu findet ihr in meinem Blogbeitrag Keukenhof: Das Blumenmeer vor Amsterdam. […]

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