Legoland Deutschland: Top oder Flop?

Venedig-Abschnitt im Legoland Deutschland Resort

Ich kenne wirklich niemanden, der als Kind nicht mit Lego in Berührung gekommen ist. Die kleinen bunten Bausteine helfen seit Jahrzehnten Millionen Mädchen und Buben dabei, ihrer Kreativität beim Spielen freien Lauf zu lassen. Dass durch den weltweiten Erfolg über die Zeit ein Legoland nach dem anderen entstand, sollte also nicht weiter verwundern. Ich habe mir einen als Kind nicht erfüllten Wunsch in die Tat umgesetzt und das Legoland Günzburg in Deutschland angeschaut. Mein Fazit fällt dabei aber etwas zwiespältig aus, wie ihr in diesem Erfahrungsbericht lesen werdet.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 30. April 2019 aktualisiert.

Legoland Deutschland

FAKTEN

Reisezeit: August 2014 (1 Tag, 1 Übernachtung)
Anreise: Mit dem Auto von Wien über München nach Günzburg (ca. 5:00h)
Webseite und Tickets: https://www.legoland.de/
Unterkunft: Feriendorf Legoland (Legoland-Allee 3Zimmer buchen*): Bungalow mit drei Schlafzimmern, eines davon als Hochebene, sehr einfache und lieblose Einrichtung (Stand 2019 dürfte die Einrichtung aber Fotos zufolge wesentlich attraktiver und aufregender sein), großes Badezimmer, gute Dusche, WLAN mit guter Geschwindigkeit, Frühstück reichhaltig aber durchschnittlich, Buffet-Abendessen ebenfalls durchschnittlich, aber insgesamt dem Preis angemessen. Weiterempfehlung? Nur mit Kindern, allein reisende Paare sollten eher eine Unterkunft in der Nähe* in Betracht ziehen.

Eingang zum Legoland Deutschland Resort in Günzburg

Kindheitstraum Legoland

Als Kind habe ich ab Mitte der 1980er-Jahre fleißig mit den Lego-Bausteinen alle möglichen und unmöglichen Gebäude erschaffen. Recht bald wurde mir auch bewusst, dass es ein eigenes Legoland in Billund, Dänemark gibt – dem Herkunftsort und Firmensitz der bunten Bausteine. Damals waren die Flugpreise noch um ein Vielfaches teurer als heute und so rückte der Besuch in weite Ferne. Es sollte noch bis ins Jahr 2014 dauern, um meinen Kindertraum wahr werden zu lassen. Als 32-jähriger Erwachsener verschlug es mich schließlich mit meiner damaligen Freundin, ihrer Schwester und deren Familie mit zwei Kindern in das Legoland Deutschland Resort, welches rund 90 Minuten von München entfernt in Günzburg liegt.

Zweites Legoland in Deutschland

Beim Legoland in Günzburg handelt es sich um das zweite Resort in Deutschland. Das erste entstand 1973 in Sierksdorf (nordöstlich vom Hamburg), existierte aufgrund hoher Lizenzkosten und geringem Besucherinteresse aber nur bis 1976 – auf dem Gelände entstand später übrigens der heute so bekannte Vergnügungspark Hansa Park. Erst 2002 gab es dann die Rückkehr des Legolands in Deutschland, diesmal im Süden des Landes. Der Standort in Günzburg hatte den großen Vorteil, dass wir aus Wien relativ schnell dorthin reisen konnten. Mit dem Auto benötigten wir ca. fünfeinhalb Stunden, legten aber zusätzlich einen Tag Pause in München ein.

Übernachten im Feriendorf

Das recht große Areal mit eigenem Feriendorf ist in mehrere Bereiche aufgeteilt, wobei der eigentliche Vergnügungspark rund 14 Hektar Fläche ausmacht. Unsere Gruppe von vier Erwachsenen sowie zwei Kindern im Alter von fünf und sieben Jahren entschied sich für eine Übernachtung in den Bungalows des Feriendorfs. Die im Lego-Stil verzierten Häuser sehen von außen sehr nett aus, innen empfand ich sie aber als einfach und langweilig gestaltet – dieser Umstand dürfte sich aber mittlerweile (Stand 2019) geändert haben, denn auf offiziellen Fotos ist die Innengestaltung aus meiner Sicht nun sehr ansprechend und aufregend.

Eintrittspreise beachten!

Der Eintrittspreis ist regulär EUR 47,50 für Erwachsene und EUR 43,50 für Kinder von 3-11 Jahren – ein mehr als gesalzener Preis, der einiges erwarten lässt. Für den Parkplatz sind dabei nochmals extra EUR 6,- zu bezahlen, was mir aus psychologischer Sicht ein Rätsel ist. Warum rechnet man diese Kosten nicht in den Eintrittspreis ein, anstatt dem Besucher das Gefühl zu geben, abgezockt zu werden? Zumindest gibt es bei einem Online-Kauf deutliche Ermäßigungen und auch immer wieder Sonderangebote, informiert euch also unbedingt vorab! Im Park selbst gibt es eine Miniaturwelt aus rund 25 Millionen Legosteinen zu bewundern, dazwischen sind mehr oder weniger aufregende Fahrgeschäfte sowie Restaurants und Schießbuden zu finden. Bevor ich euch nun meine persönliche Einschätzung dazu gebe, was mir sehr gut gefallen und was mir sehr unangenehm aufgefallen ist, zeige ich euch zuerst ein paar Fotos der kleinen Bauwerke im Legoland.

Bungalow im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Einer der Bungalows im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
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Der Hamburger Hafen im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Der Hamburger Hafen
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Venedig im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Venedig
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Der Berliner Reichstag im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Der Berliner Reichstag im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
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Münchner Allianz Arena mit 30.000 Figuren im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Die Münchner Allianz Arena mit 30.000 Figuren
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Die Skyline von Frankfurt und der Römer im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Die Skyline von Frankfurt und der Römer
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Der Flughafen München im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Der Flughafen München im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
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Die Lego-Fabrik im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Die Lego-Fabrik
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Der Berliner Dom im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Der Berliner Dom
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Die Berliner Straßenbahn im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Die Berliner Straßenbahn im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
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Legoland: Das hat mir gut gefallen

Für mich waren ganz klar die grandios detailliert nachgebauten Bauwerke aus aller Welt das Highlight im Legoland. Miniaturwelten gibt es ja weltweit einige – beispielsweise das Minatur Wunderland in Hamburg – aber aus Millionen einzelnen Legosteinen errichtete berühmte Gebäude sowie Wahrzeichen sind auf ihre Art etwas ganz Spezielles. So finden sich im Legoland Deutschland beispielsweise der Berliner Reichstag, die Frankfurter Skyline, Windmühlen aus den Niederlanden, Venedig, das Fußballstadion Allianz Arena aus München oder Szenen aus den Star-Wars-Filmen wieder. Erst nach meinem Besuch (2014) erbaut wurden fünf der höchsten Wolkenkratzer der Welt, das hätte ich gerne auch noch gesehen! Alle Nachbauten sind aus handelsüblichen Legosteinen zusammengesetzt. Nachbauen ist also theoretisch möglich, wenn man die nötige Fantasie und das Geld für die Menge an Bausteine beisammen hat. 😉

Spaß für Jung und Alt

Die Fahrgeschäfte empfand ich als äußerst fantasiereich und liebevoll gestaltet. Es verwundert wohl nicht, dass die einzelnen Attraktionen Kinder als Zielgruppe haben und bei Erwachsenen eher nicht für die Ausschüttung von Adrenalin sorgen. 😉 Dennoch hat es auch mir Spaß gemacht, bei einer Fahrt mit der Wildwasserbahn nass zu werden, die Aussicht von der Hochbahn Tret-o-Mobil zu genießen oder mit der (harmlosen) Achterbahn Feuerdrache wild umherzufahren. Bei unserem Besuch war ganz klar der größte Gewinn, die beiden Buben glücklich zu sehen.

So entstehen die Legosteine

Sehr faszinierend empfand ich weiters die Lego-Fabrik, in der man den Herstellungsprozess der einzelnen Bausteine live miterleben kann. Die einzelnen Produktionsschritte lassen sich dabei hautnah begutachten und am Schluss erhält man einen frisch geprägten Legostein als Schlüsselanhänger. Generell gibt es aber im Legoland Deutschland noch eine riesige Anzahl an weiteren Attraktionen, bei denen die Kinderherzen höher schlagen dürften. Eine genaue Auflistung aller Bereiche findet ihr auf der in den Fakten verlinkten offiziellen Webseite.

Was mich im Legoland enttäuscht hat

Leider, leider muss ich euch auch einige Dinge aufzählen, die mir im Legoland Deutschland so gar nicht gefallen haben. Allen voran negativ empfunden habe ich die Preisgestaltung im Park selbst. Der Eintrittspreis ist vielleicht für Individualbesucher ohne Kinder noch akzeptabel, für eine Familie mit Kindern läppern sich die zusätzlichen Kosten zu den Tickets allerdings gehörig. An gefühlt jeder Ecke gibt es die schnelle Möglichkeit, Geld loszuwerden – egal ob Shops, Gastronomie, Erinnerungsfotos oder Schießbuden. Gerade die Kosten für Essen und Trinken haben mich regelrecht entsetzt, hier einige Beispiele: Pommes Frites oder Crêpes um EUR 4,50, Popcorn um EUR 5,- (Stand Anfang 2019).

Sinnlose Schießbuden

Apropos Schießbuden: diese habe ich als richtige Frechheit empfunden! Wie man es von Vergnügungsparks kennt, gibt es überall kleine Buden mit Gewinnspielen. Pro Spiel legt man hier gleich einmal ca. drei Euro ab und versucht dann mit Geschicklichkeit sein Glück, um zu gewinnen. Aber was gibt es denn überhaupt zu gewinnen, Lego? Nein! Und das ist genau der Punkt, der mir so sauer aufstößt. Ist man einmal erfolgreich, erhält man billigst wirkende Stofftiere als Siegertrophäe – warum nicht zum Beispiel kleine Lego-Bausätze oder ähnliches? Es schwingt so immer der Hintergedanke mit: „Lego selbst ist viel zu teuer und wertvoll, um gewonnen zu werden“ … wirklich ärgerlich!

Warten, warten, warten …

Ewig lange Warteschlangen an den Fahrgeschäften sind in großen Vergnügungsparks leider an der Tagesordnung. Die (vor allem im Hochsommer) relativ kurze Öffungszeit von 10-18 Uhr, wobei die Fahrgeschäfte und Restaurants bereits um 17 Uhr schließen, macht es nicht leichter, alles auszuprobieren. Im Legoland Deutschland hatte ich aber zusätzlich das Gefühl, dass die Wartezeiten durch eine allgemeine Unterbesetzung des Personals geradezu provoziert wurden. Wenn – überspitzt gesagt – eine Person an einer Attraktion alles alleine tun muss, gibt es eben zwangsweise zeitliche Verzögerungen. Einen weiteren Umstand sollten vor allem Eltern mit Kindern unterschiedlichen Alters berücksichtigen: für die Benutzung einiger Fahrgeschäfte ist eine Mindestgröße notwendig. Es kann also vorkommen, dass ein Kind nicht überall mitfahren darf, was organisatorische Überlegungen für die Eltern notwendig macht.

Ein T65 X-Wing in der Star-Wars-Dauerausstellung im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Ein T65 X-Wing in der Star-Wars-Dauerausstellung im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
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Millennium Falke in der Star-Wars-Dauerausstellung im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Der Millennium Falke in der Star-Wars-Dauerausstellung
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Der Allterrain-Scouttransporter (AT-ST) in der Star-Wars-Dauerausstellung im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Der Allterrain-Scouttransporter (AT-ST) in der Star-Wars-Dauerausstellung
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Darth Maul in der Star-Wars-Dauerausstellung im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Darth Maul in der Star-Wars-Dauerausstellung
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Schloss Neuschwanstein im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Schloss Neuschwanstein im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
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Die Hochbahn Tret-o-Mobil im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Die Hochbahn Tret-o-Mobil im Legoland
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Aussicht von der Hochbahn Tret-o-Mobil auf das Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Aussicht von der Hochbahn Tret-o-Mobil auf das Legoland
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Die Wildwasserbahn im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Die Wildwasserbahn mit Flamingos aus Legosteinen
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Niederländisches Windmühlendorf im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Niederländisches Windmühlendorf
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Venedig im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
Venedig im Legoland Deutschland Resort in Günzburg
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FAZIT

Mein Fazit zum Legoland Deutschland Resort in Günzburg fällt wie eingangs erwähnt zwiespältig aus. Für Einzelbesucher bzw. Paare ohne Kinder ist wohl nur die Miniaturwelt interessant – ob ihr für die wirklich sehenswerte Ausstellung den vollen Eintrittspreis zahlen wollt, müsst ihr wohl selbst abschätzen. Familien mit Kindern kommen prinzipiell voll auf ihre Kosten, sollten aber die negativen Aspekte schon im Vorfeld mitbedenken, um das Maximum aus einem Besuch herauszuholen: 1.) Bei Schönwetter und Ferien sind lange Wartezeiten an den Fahrgeschäften zu erwarten. 2.) Die Schießbuden kosten nur Geld und bringen keine interessanten Gewinne. 3.) Das Essen ist sehr teuer, hier zahlt sich wohl eher eine mitgebrachte Jause aus. Wenn ihr mit der richtigen und bewussten Einstellung kommt, verbringt ihr aber sicher eine tolle Zeit im Legoland Deutschland! Was ist eure Meinung dazu? 🙂

 

Legoland Deutschland Resort in Günzburg: Erfahrungsbericht mit Tipps zu Sehenswertem, den besten Fotospots sowie allgemeinen Hinweisen.Legoland Deutschland Resort in Günzburg: Erfahrungsbericht mit Tipps zu Sehenswertem, den besten Fotospots sowie allgemeinen Hinweisen.

2 Kommentare

  1. Hallo Christian,

    danke für den tollen Bericht und die tollen Bilder. Obwohl mein Besuch im Legoland schon ein paar Jahre her ist, teile ich deine Bewertung des Parks. Es ist (auch für Erwachsene) ein echtes Vergnügen, vor allem, wenn man als Kind früher selbst gerne mit Lego gespielt hat. Die Sache mit den Preisen fand ich damals auch schon echt uncool, und es scheint sich ja sogar noch verschlimmert zu haben.

    Trotzdem würde ich den Park immer wieder empfehlen, denn letztlich geht man ja (auch als als Familie) nicht jede Woche dorthin. Für einmal pro Jahr oder alle zwei Jahre kann man sich das Budget zurechtlegen bzw. einplanen.

    Tolle Seite hast du da! Mach weiter so!

    Herzliche Grüße
    Jan

    1. Hallo Jan,

      habe mir nun auch deinen Beitrag von 2014 durchgelesen. Wirklich lustig, wie ähnlich wir das Legoland beurteilt haben! 😉

      Viele Grüße
      Christian

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