Bierkulturreise durch Oberösterreich

Biere der Brauerei Freistadt in Oberösterreich

Ein- bis zweimal jährlich starten mein Vater, mein Bruder und ich eine Reise zu den Brauereien Europas. Da es dabei nicht nur um das Biertrinken, sondern auch das Erkunden neuer Ziele geht, nennen wir das Unterfangen liebevoll „Bierkulturreise“. 😉 Für den Frühsommer 2018 war eine Biertour in Oberösterreich angesagt, natürlich ohne Auto. Nur mit dem Zug und dem Bus ist solch eine Fahrt aus organisatorischer Sicht ganz schön aufwändig – aber der Aufwand hat sich ausgezahlt, wie ihr in diesem Artikel sehen werdet!

Dieser Artikel wurde zuletzt am 04. Juni 2019 aktualisiert.

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*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn euch mein Blogartikel bei der Planung eurer Reise geholfen hat, freue ich mich, wenn ihr über diese Links eure Unterkunft oder Freizeitaktivitäten bucht. Ich erhalte dadurch eine kleine Provision und ihr unterstützt den Erhalt dieses Blogs. Für euch entstehen dabei selbstverständlich keine Nachteile. Vielen Dank! 🙂

 

Die traditionelle Bierkulturreise

Man kann schon durchaus von einer Tradition sprechen: seit 2014 haben mein Vater, mein Bruder und ich es uns zur Aufgabe gemacht, zumindest einmal pro Jahr im In- oder Ausland den Spuren des Bieres zu folgen. Dabei beschränken wir uns nicht auf die bekannten und großen Brauereien, sondern interessieren uns auch für kleinere Betriebe. In der Vergangenheit besichtigten wir beispielsweise mehrere Brauereien in Tschechien, kosteten uns durch eine Menge an Kölsch beim Kölner Karneval und erkundeten ausführlich einheimische Braustätten in Salzburg. Alle Blogartikel mit Bierbezug findet ihr im nachstehenden blauen Infokasten.

 

Biergläser im Floriani Bräu

Oberösterreich als lohnendes Ziel

Für das Jahr 2018 stand eine logistisch herausfordernde Bierkulturreise durch Oberösterreich an. Dem Verband der Brauereien Österreichs nach gibt es Stand 2019 in Oberösterreich satte 42 Brauereien und 18 Hausbrauereien – ganz schön viele, auch für drei Männer mit Durst. 😉 Die erste Aufgabe war also, zunächst eine Auswahl zu diskutieren. Bei einem gemeinsamen Treffen in unserer Heimatstadt Wien (natürlich bei einem Bier) siebten wir so alle Orte aus, die entweder öffentlich schlecht zu erreichen waren, zum Zeitpunkt unseres geplanten Besuchs nicht geöffnet hatten oder uns einfach nicht interessierten.

Acht Biere auf dem Programm

Acht Brauereien beziehungsweise Braugaststätten oder Gasthäuser mit lokalem Bier blieben nach der Diskussion übrig und bis auf eine spontan notwendige Änderung während der Reise (Details dazu siehe unten) verlief auch alles nach Plan. Wir nahmen uns insgesamt vier Tage Zeit, um so täglich in Ruhe zwei bis drei Bierstationen absolvieren zu können – trotz zeitraubender Anfahrten mit Zug und Bus. Auf dem Programm standen das Freistädter Bier, die Stiftsbrauerei Schlägl, die Brauerei Grieskirchen, das Rieder Bier, durch eine Planänderung das Bier der Brauerei Baumgartner, die Kleinbrauerei Floriani Bräu, das Brauhaus Traun und der Urfahranermarkt in Linz.

Die Bierkulturreise im Detail

Nachfolgend zeige ich euch nun auf einer Karte die genaue Route, Eindrücke von den Ortschaften, unsere Unterkünfte, Details zur Reise per öffentlichen Verkehrsmitteln durch Oberösterreich und natürlich meine Einschätzung zu den gestesten Bieren. Wenn ihr selbst so eine Bierkulturreise durchführen wollt, könnt ihr sicherlich viele nützliche Infos mitnehmen! 🙂

Karte einer Bierkulturreise in Oberösterreich
Die Route unserer Bierkulturreise in Oberösterreich

Biertour in Oberösterreich: Tag 1

FAKTEN

Reisezeit: Anfang Mai 2018
Etappenplan:
Anreise mit dem Railjet von Wien Hauptbahnhof nach Linz Hauptbahnhof,
Weiterfahrt mit dem Bus 312 von Linz Hbf (Busterminal) nach Freistadt Busterminal (Stifterplatz),
Rückfahrt mit dem Bus 312 von Freistadt Busterminal (Stifterplatz) nach Linz Hinsenkampplatz (Ferihumerstraße),
Weiterfahrt mit dem Bus 289 von Linz Hinsenkampplatz (Ferihumerstraße) nach Aigen-Schlägl Pendlerparkplatz,
Fußweg zur Unterkunft
Verkostete Biere: Freistädter Bier (Braucommune Freistadt), Schlägler Bier (Stiftsbrauerei Schlägl)
Unterkunft: Biergasthaus Schiffner (Linzer Straße 9, 4160 Aigen-Schlägl, Zimmer buchen*): Gasthaus rund zehn Minuten vom Stift Schlägl und dem von uns anvisierten Stiftskeller entfernt, sehr schöne und geräumige Zimmer, super Dusche, WLAN-Geschwindigkeit gut, sehr große Auswahl an Flaschenbieren im Gasthaus, Frühstücksbuffet umfangreich und ausgezeichnet. Weiterempfehlung? JA

Zeitraubende Anreise

Für den Anreisetag von Wien nach Oberösterreich nahmen mein Vater, mein Bruder und ich uns nicht allzuviel vor, da doch einiges an Fahrzeit zusammenkommen sollte. Die Intervalle der öffentlichen Verkehrsmittel sind innerhalb des Bundeslandes nicht gerade berauschend, sodass eine exakte Vorausplanung von großem Vorteil war. Verpasst man nämlich einen Bus oder einen Zug – was uns trotz penibler Planung gleich dreimal wegen Verspätungen und zu enger Anschlusszeiten passierte – kann man sich ein bis zwei Stunden mit Warten auf das nächste Fahrzeug beschäftigen. Das erste Ziel erreichten wir jedenfalls noch problemlos: mit dem Bus ging es von Linz nach Freistadt, wo wir uns zuerst die überschaubare Innenstadt ansahen und etwas Sightseeing betrieben.

Das Freistädter Brauhaus

Mit großem Hunger und Durst stand dann das Brauhaus der Brauerei Freistadt () auf dem Programm. Bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein konnten wir den wunderschönen Gastgarten genießen und die lokalen Biere austesten. Dazu bietet das Brauhaus ein sogenanntes „Biertasting“ an, mit dem man fünf Freistädter Biere in 0,1l-Gläsern probieren kann: „Pegasus“ (dunkles Bier mit kräftigem, süßen Geruch, malzig, nussige Noten), „Rotschopf“ (rotes Bier, beerige leichte Note, weniger malzig, süffig), „Ratsherrn“ (relativ viel Kohlensäure, mild, süffig), „Zwickl“ (unfiltriertes Bier, kräftige orange Farbe, bittere Note) und mein Favorit, das „Junghopfenpils“ (extreme Hopfennote und -geschmack, riecht nach Heublumen, sehr süffig und leicht zu trinken).

Gute Stimmung mit leichtem Dämpfer

Dazu aßen wir fantastische Rindrouladen mit Spargel. Zusätzlich probierte ich später noch das Craftbier „Austrian Lager“, das in einer sehenswerten Flasche serviert wird. Geschmacklich (malziges Aroma, herbe bitte Note, schwierig zu trinken) war es aber überhaupt nicht mein Fall. Bei allem Genuss und Zufriedenheit stieß uns dann beim Zahlen der Umstand sauer auf, dass trotz genügend Umsatz noch extra drei Euro für drei Gläser Leitungswasser verrechnet wurden – so etwas können wir gar nicht ausstehen. Nach einem kurzen Abstecher zur Freistädter Brauerei ums Eck begaben wir uns wieder zum Busbahnhof, um die nächste Station anzusteuern.

Sightseeing in Freistadt: Bürgerkorpsturm, Hauptplatz mit Marienbrunnen und Linzertor
Sightseeing in Freistadt: Der Bürgerkorpsturm (o. l.), der Hauptplatz mit Marienbrunnen (u. l.) und das Linzertor (r.)
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Biertasting im Brauhaus der Freistädter Brauerei
Das Biertasting im Brauhaus der Freistädter Brauerei
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Eindrücke aus dem Gastgarten im Brauhaus der Freistädter Brauerei
Eindrücke aus dem Gastgarten im Brauhaus der Freistädter Brauerei
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Stiftskeller Stift Schlägl

Die Weiterfahrt in die kleine Ortschaft Aigen-Schlägl zeigte uns dann erstmals die Mühen des öffentlichen Verkehrs. Obwohl Freistadt und Aigen-Schlägl nur 40 Kilometer Luftlinie auseinander liegen, gibt es keine direkte Busverbindung. Wir mussten wieder zurück nach Linz und von dort in einen anderen Bus umsteigen – auf der Karte oben seht ihr den riesigen Umweg. Schon etwas ermüdet kamen wir am frühen Abend dann im Stiftskeller des Stifts Schlägl () an, wo wir trotz aufziehender Regenwolken noch den Gastgarten aufsuchen konnten. Obwohl es nicht wie in Freistadt ein „Biertasting“ gab, zeigte der Kellner seine Flexibilität und stellte uns spontan vier Kostproben des hauseigenen Bieres auf den Tisch.

Perfektes Bier und schmackhaftes Essen

Die Biersorten: „Urquell“ (helles, leicht bitteres, untergäriges Bier), „Bio Zwickl“ (naturtrüb, ungefiltert, herrliche Farbe, fruchtige Note, süffig), „Bio Roggen“ (aus Gerste, Roggen und Hopfen, angeblich erstes Roggenbier Österreichs, leicht herb, angenehme Bitterkeit) und „Stifter“ (obergäriges Bier, im offenen Bottich vergoren, bitter, geschmacksintensiv). Vom Essen her wählten wir passenderweise eher Deftiges wie Schweinsbraten, Rindsbraten und ein Wiener Schnitzel. Mit unserem Besuch waren wir ganz und gar zufrieden, sodass wir in unserer Unterkunft im Biergasthaus Schiffner* nur noch einen kleinen Absacker an der Bar einnahmen, bevor es ab ins Bett ging.

Gastgarten und Biere im Stiftskeller des Stift Schlägl
Der Gastgarten und die gekosteten Biere im Stiftskeller des Stift Schlägl
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Deftige Kost als perfekte Unterlage für die Bierverkostung im Stiftskeller des Stift Schlägl
Deftige Kost als perfekte Unterlage für die Bierverkostung im Stiftskeller des Stift Schlägl
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Biertour in Oberösterreich: Tag 2

FAKTEN

Reisezeit: Anfang Mai 2018
Etappenplan:
Fahrt mit dem Bus 280 von Aigen-Schlägl Stift nach Rohrbach-Berg Busterminal, Umstieg in den Bus 230 nach Linz Hbf (Busterminal),
Weiterfahrt mit dem Regionalzug von Linz Hauptbahnhof nach Grieskirchen-Gallspach Bahnhof,
Weiterfahrt mit dem Regionalzug von Grieskirchen-Gallspach Bahnhof nach Ried im Innkreis Bahnhof (umsteigen in Neumarkt-Kallham Bahnhof),
Weiterfahrt mit dem Regionalzug von Ried im Innkreis Bahnhof nach Braunau/Inn Bahnhof,
Fußweg zur Unterkunft
Verkostete Biere: Grieskirchner Bier (Brauerei Grieskirchen), Rieder Bier (Brauerei Ried), Baumgartner Bier (Brauerei Baumgartner)
Unterkunft: Hotel Mayrbräu *** (Linzer Straße 13, 5280 Braunau am Inn, Zimmer buchen*): Sehr gute Lage am Rand der Altstadt, stilvolles Zimmer, kleines Bad mit sehr guter Dusche, WLAN-Geschwindigkeit gut, netter Innenhof, Frühstücksbuffet umfangreich. Weiterempfehlung? JA

Start mit Anlaufschwierigkeiten

Tag zwei der Bierkulturreise meines Vaters, meines Bruders und mir begann mit starkem Regen, der aber bald nachlassen sollte. Per Bus sollten wir zuerst nach Rohrbach fahren, wo wir in einen weiteren Bus in Richtung Linz umsteigen mussten. Doch so einfach ist das nicht in Oberösterreich … zuerst kam unser Bus mit zehn Minuten Verspätung, dann übergab sich während der Fahrt ein Kind im Fahrzeug und dies erforderte einen Zwangsstopp. Nach der Innenreinigung und Weiterfahrt war uns schon klar, dass wir den Anschlussbus in Rohrbach verpassen würden. Die eine Stunde Wartezeit auf den nächsten Bus überbrückten wir mit einem Spaziergang durch Rohrbach, bevor es weitergehen sollte. Sollte! Denn auch der nächste Bus hatte 15 Minuten Verspätung, wodurch wir in Linz unseren Zug nach Grieskirchen verpassten. Wir ließen uns die Laune aber nicht verderben und legten eine Zwangspause bei Leberkas-Pepi auf dem Linzer Hauptbahnhof ein. 😉

Grieskirchner Bier

Obwohl wir somit bereits zwei Stunden des Tages verloren hatten, lief das restliche Programm nach Plan und ohne Stress ab. Vom Bahnhof Grieskirchen marschierten wir in die Innenstadt, um ein Lokal mit den einheimischen Bieren zu suchen. Durch die Verspätung hatten leider die für uns interessanten Gasthäuser bereits Mittagspause eingelegt, sodass uns nur das Cafe Rondo () übrig blieb. Dort verkosteten wir das Grieskirchner Pils (lieblich, Heublumenduft, sehr einfach und angenehm zu trinken) – mehr gab es leider nicht zu probieren.

Blick in die Brauerei Grieskirchen

Obwohl wir wussten, dass die Brauerei Grieskirchen kein eigenes Braugasthaus betreibt, warfen wir dennoch einen persönlichen Blick auf das Betriebsgelände. Und siehe da, das Glück war uns hold. Eigentlich ist ein Flaschenverkauf nur für Großhändler vorgesehen, doch unser überraschender Auftritt sorgte für Staunen und wir bekamen die Chance, einige Flaschen mit den verschiedenen Sorten zu erwerben. Mit nach Hause kamen so ein Zwickl, ein Märzen, ein Pils, ein Edelsud, ein Jörger Weisse hefetrüb sowie ein Jörger Weisse dunkel. Nachdem ich die Biere nicht vom Fass probieren konnte, möchte ich hier auch keine Bewertung abgeben – geschmeckt haben die Biersorten daheim jedenfalls allesamt sehr gut.

Bahnhof Grieskirchen-Gallspach und Innenstadt
Spaziergang vom Bahnhof Grieskirchen-Gallspach in die Innenstadt – das Sightseeing beließen wir aber bei einem Minimum
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Grieskirchner Pils und die Brauerei Grieskirchen
Im Cafe Rondo wurden wir fündig und konnten ein Grieskirchner Pils verkosten, bevor wir die Brauerei Grieskirchen aufsuchten
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Das Rieder Bier

Endlich einmal ohne Schwierigkeiten zischten wir per Zug weiter nach Ried im Innkreis. Dort entschieden wir uns, vom Bahnhof mit dem Taxi in die doch etwas entfernte Innenstadt zu gelangen, was sich als Glücksfall erwies. Denn unsere Taxifahrerin gab uns mit dem Weberbräu (Doktor-Franz-Berger-Straße 1) einen ausgezeichneten Tipp für ein Lokal, in dem wir gleich mehrere Sorten des Rieder Biers kosten konnten. Das „Rieder Naturtrüb“ (cremiger Schaum, leichte Bitterkeit, sehr süffig und einfach zu trinken), das „Rieder UrEcht“ (leichtes, süffiges Bier mit Pilsgeschmack, leichte angenehme Bitterkeit), die „Rieder Helle Weisse“ (geschmackvoll, süffig, einfach zu trinken) und das Hausbier „Weberbräu“ (intensiver, herber, leicht malziger Geschmack, süffig).

Mein absoluter Favorit

Ich muss es gleich hier in der Mitte des Blogartikels vorwegnehmen: das Rieder Bier war mein absoluter Favorit in den vier Tagen Bierkulturreise! Gerne hätten wir auch noch etwas zum Bier gegessen, aber die Zeit lief uns sprichwörtlich davon. Wir wollten unbedingt unseren Regionalzug nach Braunau erwischen, um nicht zwei weitere Stunden Wartezeit überbrücken zu müssen. So fuhren wir mit derselben Taxifahrerin wieder zum Bahnhof zurück.

Rieder Bier und Rieder Weisse
Im Weberbräu wärmte uns die Sonne, während wir die Rieder Biere durchprobierten
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Planänderung in Braunau

In Braunau kam es dann zu der anfangs erwähnten Planänderung. Eigentlich wollten wir der Hausbrauerei Bogner einen Besuch abstatten und dort im Garten die Biere austesten. Die Brauerei hatte aber unerwarteterweise nicht geöffnet, sodass wir eine Alternative benötigten. Vom Besitzer unserer Unterkunft im Hotel Mayrbräu* bekamen wir einen Lokaltipp, wo es gutes Bier und ausgezeichnetes Essen geben sollte. Nach einem kurzen Rundgang über den sehenswerten Hauptplatz von Braunau fielen wir dann hungrig sowie durstig in der Gugg-Lounge (Linzer Straße 6) ein.

Bier aus Schärding in Braunau

Ausgeschenkt wurde das Bier der Brauerei Baumgartner, die in Schärding beheimatet ist. Das „fremde“ Bier kannten mein Vater, mein Bruder und ich bisher nicht – der Geschmack überzeugte uns aber vollkommen. Das „Baumgartner Helle“ ist süffig, geschmackvoll und einfach zu trinken, das „Baumgartner Zwickl“ etwas herb im Abgang, aber sonst auch sehr süffig und das „Baumgartner Weizen“ war mit seinem leicht fruchtigen Geschmack und einer angenehmen Kohlensäurekonzentration genau mein Fall. Dazu noch herrliche Schweinsmedaillons mit Rösti und Broccoli – ich war im absoluten Himmel. 😉

Anfahrt nach Braunau mit dem Regionalzug
Nostalgische Gefühle während der Anfahrt nach Braunau mit dem Regionalzug
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Hauptplatz von Braunau
Der Hauptplatz von Braunau und die umliegenden Gassen zeigen wunderschöne Hausfassaden
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Baumgartner Bier aus Schärding in der Gugg-Lounge in Braunau
In der Gugg-Lounge ließen wir uns das Baumgartner Bier aus Schärding und das großartige Essen schmecken
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Biertour in Oberösterreich: Tag 3

FAKTEN

Reisezeit: Anfang Mai 2018
Etappenplan:
Fahrt mit dem Regionalzug von Braunau/Inn Bahnhof nach Linz Hbf, dann Fußweg zu Linz Hbf (Kärntner Straße),
Weiterfahrt mit dem Bus 17 von Linz Hbf (Kärntner Straße) nach Dörnbach-Hitzing,
Weiterfahrt mit der Linzer Lokalbahn von Dörnbach-Hitzing nach Linz Hauptbahnhof,
Weiterfahrt mit der S-Bahn S4 von Linz Hauptbahnhof nach Traun OÖ Bahnhof,
Rückfahrt mit der Straßenbahn von Schloss Traun nach Linz Hauptbahnhof,
Fußweg zur Unterkunft
Verkostete Biere: Floriani Bier (Brauerei Floriani Bräu), Trauner Bier (Brauhaus Traun)
Unterkunft: Hotel Schwarzer Bär **** (Herrenstraße 9-11, 4020 Linz, Zimmer buchen*): Ausgezeichnete und äußerst ruhige Lage inmitten der Innenstadt, überdimensioniertes Einzelzimmer mit moderner, aber sehr kahler Ausstattung, großes Badezimmer mit geräumiger Dusche, WLAN-Geschwindigkeit sehr gut, Frühstück nicht gebucht. Weiterempfehlung? JA

Auf und Ab am Tag drei

Tag drei unserer Bierkulturreise führte uns dann vom Innviertel per Direktverbindung mit dem Zug zurück nach Linz. Die oberösterreichische Hauptstadt sollte an diesem Tag zwar unser Übernachtungsort sein, auf dem Plan standen allerdings zwei Brauereien außerhalb der Stadt. Verkehrstechnisch funktionierte im Großraum Linz mit Benutzung von Bus, Lokalbahn, S-Bahn und Straßenbahn alles problemlos. Vom Erlebniswert her gab es ein Auf und Ab, wie ihr gleich lesen werdet. 😉

Das Floriani Bräu

Vom Bier her hat mir wie vorhin erwähnt das der Rieder Brauerei am besten geschmeckt – das mit Abstand beste Erlebnis war aber mit Sicherheit unser Besuch des Floriani Bräus (). Das Brauhaus ist in einem alten und sehr kleinen Feuerwehrhaus in der Ortschaft Dörnbach untergebracht. Einmal pro Monat, nämlich jeweils am ersten Samstag, wird im Gastgarten des Brauhauses ausgeschenkt. Ich kannte das Floriani Bier bereits von einem Jahre zurückliegenden Bierfest in Wien und war damals so begeistert vom Geschmack, dass ich dort unbedingt hin wollte. Dementsprechend planten mein Vater, mein Bruder und ich unsere Bierkulturreise exakt so, dass die Kleinbrauerei auch geöffnet hatte.

Trinkspaß im Regen

Von der Linzer Innenstadt aus gelangten wir mit der Buslinie 17 bis zur Endstation Dörnbach-Hitzing und von dort über einen zehnminütigen Fußmarsch zum Floriani Bräu. Der Besucherstrom war um die Mittagszeit bereits enorm und wir hatten Glück, noch einen Platz auf den Heurigenbänken zu ergattern. Per Selbstbedienung versorgten wir uns mit dem „Floriani Naturpils“ (süffig herb, ein Trinkgenuss), dem „Floriani Festbräu“ (sehr malzig, hat mir mit Fortdauer des Probierens aber immer besser geschmeckt) und dem „Floriani Weizen“ (wenig Kohlensäure, leicht zu trinken, etwas fruchtig, extrem süffig). Für die stimmungsvolle Untermalung sorgte der ortsansässige Musikverein. Die Atmosphäre war einfach perfekt zum Biertrinken und nicht einmal der leichte Regen konnte dem etwas entgegensetzen. Nur auf den Ansturm der Leute auf Gulasch und Würstel waren die Gastgeber leider nicht vorbereitet. 😉

Gastgarten des Floriani Bräu in Dörnbach
Jeden ersten Samstag im Monat wird im Gastgarten des kleinen Floriani Bräus ausgeschenkt
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Bierglas im Floriani Bräu in Dörnbach
Unser Besuch des Floriani Bräus war mit Sicherheit das Highlight der Bierkulturreise!
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Ausschank im Floriani Bräu in Dörnbach
Für gute Unterhaltung wurde im Floriani Bräu problemlos gesorgt
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Das Sudhaus Traun

Schon gut gelaunt machten wir uns am späten Nachmittag auf zu unserer nächsten (und letzten) Station des Tages. Per Fußmarsch ging es vom Floriani Bräu zurück zur Station Dörnbach-Hitzing, wo neben dem Bus auch noch die Linzer Lokalbahn mit dem liebevollen Namen LILO verkehrt. So gelangten wir schnell zum Linzer Hauptbahnhof und von dort per S-Bahn-Linie S4 nach Traun. Das Sudhaus Traun () interessierte uns eigentlich brennend, der erste Eindruck vor Ort war aber leider alles andere als einladend.

Herbe Enttäuschung

Vom Betreten weg hatten wir eher das Gefühl, nicht willkommen zu sein. Im an und für sich schönen Gastgarten saßen nur wenige Gäste, dennoch benötigte die humorbefreite und ziemlich harsche Kellnerin für alle Tätigkeiten eine Ewigkeit. So gut gelaunt wir vom Highlight Floriani Bräu herkamen, so schnell kühlte sich die Emotion ab. Das Bier konnte uns den Moment da auch nicht mehr retten – weder das „Helle“ (ziemlich herb) noch das „Weizen“ (gut vom Geschmack, sehr viel Kohlensäure, herb und eher anstrengend zu trinken) überzeugten mich nachhaltig. Wir entschieden uns trotz Hungers, nach einem Bier wieder in Richtung Linz zu fahren und in der Landeshauptstadt den Abend in einem der zahlreichen Lokale ausklingen zu lassen, bevor wir unsere Unterkunft Hotel Schwarzer Bär* aufsuchten. Immerhin sorgte ein großartiges Feuerwerk anlässlich des Urfahranermarkts (siehe nächster Tag) noch für ein versöhnliches Ende.

Linzer Lokalbahn LILO und Sudhaus Traun
Mit der Linzer Lokalbahn LILO und der S-Bahn gelangten wir zum Sudhaus Traun, wo wir nach einem Bier enttäuscht wieder gingen
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Fotos rechts oben und unten: Aufnahmeort anzeigen
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Biertour in Oberösterreich: Tag 4

FAKTEN

Reisezeit: Anfang Mai 2018
Etappenplan:
Fußweg zum Urfahraner Markt,
Rückreise mit der Westbahn von Linz Hauptbahnhof nach Wien Westbahnhof
Verkostete Biere: diverse Standardbiere der Brau Union

Der Linzer Urfahranermarkt

Der vierte und letzte Tag stand ganz im Zeichen des Linzer Urfahranermarkts, der jährlich Ende April bis Anfang Mai abgehalten wird. Der traditionelle und älteste Jahrmarkt Österreichs (seit 1817) ist für die Linzer, aber auch zahlreiche Besucherinnen und Besucher ein Fixpunkt – rund eine halbe Million Gäste pro Jahr sprechen Bände. Für mich war es eine Premiere, mein Vater und mein Bruder kannten die Veranstaltung bereits aus der Vergangenheit.

Würstel und Bier zum Frühstück

Unseren Rundgang durch das Veranstaltungsgelände entlang der Donau begannen wir bereits am späten Vormittag, wenn die Menschenmassen noch nicht anwesend und die Bierzelte noch recht leer sind. Als erste Stärkung des Tages kamen stilecht selbstverständlich nur Rostbratwürstel mit Sauerkraut und einer Semmel infrage, dazu ein frisch gezapftes Krügerl. Leider muss man sich auf dem Urfahranermarkt mit den „Kommerzbieren“ der Brau Union begnügen, deshalb gibt es von mir dazu auch keine Bewertung. Aber wir sind ja nicht immer wählerisch. 😉

Die Stimmung steigt

Frisch gestärkt schauten wir uns auf dem Urfahranermarkt etwas um. Es gibt Dutzende Vergnügungsstände, Attraktionen und natürlich Verköstigungsstationen. Wir machten es uns ab der Mittagszeit in einem der großen Bierzelte bequem und tranken unsere erste Maß während der viertägigen Bierkulturreise. Mit Fortdauer des Tages füllten sich die Plätze und die Stimmung erinnerte bald an das Münchner Oktoberfest – wenn natürlich auch nicht ganz so extrem. Am Nachmittag war es dann aber soweit: unsere Biertour sollte enden. Mit deutlichem Schwipps ging es zurück zum Linzer Hauptbahnhof und per Westbahn in etwas mehr als einer Stunde zurück nach Wien.

Eindrücke vom Linzer Urfahranermarkt
Eindrücke vom Linzer Urfahranermarkt
Fotos oben rechts und links, unten rechts: Aufnahmeort anzeigen
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Rostbratwürstel mit Sauerkraut und Semmel auf dem Urfahranermarkt in Linz
Rostbratwürstel mit Sauerkraut und Semmel sind ein typisches Essen auf dem Urfahranermarkt in Linz
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Blick auf die Donau und den Urfahranermarkt in Linz
Mit einem letzten Blick auf die Donau und den Urfahranermarkt verabschiedeten wir uns von Linz
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FAZIT

Eine Tour durch Oberösterreich nur mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durchzuführen, das erfordert schon einiges an Vorbereitung. Doch der logistische Aufwand hat sich wieder einmal absolut gelohnt! Gemeinsam mit meinem Vater und meinem Bruder erkundete ich vier Tage lang die Herkunftsorte verschiedener Biere. Das Spannende dabei ist neben der Verkostung der Biersorten vor allem das Kennenlernen neuer Gegenden, aber auch die Fahrt zwischen den Orten selbst ist ein echtes Erlebnis. Ich denke, dass solch eine Tour auch für viele von euch eine lohnende Sache wäre. Was meint ihr? 🙂

 

Biertour in Oberösterreich: Erfahrungsbericht zum Besuch von acht Orten verschiedener Brauereien mit Beschreibung der Biersorten und Restauranttipps.Biertour in Oberösterreich: Erfahrungsbericht zum Besuch von acht Orten verschiedener Brauereien mit Beschreibung der Biersorten und Restauranttipps.

1 Kommentar

  1. […] und Planung recht aufwendig, der Aufwand hat sich aber wegen der genialen Erfahrungen echt gelohnt! Bierkulturreise durch Oberösterreich […]

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