Sigmund-Thun-Klamm: Die Sensation im Fels

Jede Wanderung durch eine Klamm bringt meine Emotionen erneut in ungeahnte Höhen. Das tosende Rauschen der Bäche, beeindruckende Wasserfälle, wilde Felsformationen und enge Stege durch die schroffe Landschaft – der Traum für jeden Naturliebhaber! Eine wirkliche Natursensation ist dabei die Sigmund-Thun-Klamm im Salzburger Kaprun. Sie bietet all das und im Anschluss noch weitere Wandermöglichkeiten. Doch gute Planung ist angesagt, will man sich nicht mit Hunderten Menschen gleichzeitig durch die Klamm schieben. Alles Wissenswerte über die Sigmund-Thun-Klamm findet ihr in diesem Blogartikel!

Dieser Artikel wurde zuletzt am 24. September 2019 aktualisiert.

Sigmund-Thun-Klamm

FAKTEN

Reisezeit: mehrere Male in den letzten Jahren, jeweils Sommer
Ausgangspunkt: Parkplatz bei der Klamm, Kesselfallstraße, 5710 Kaprun
Öffnungszeiten: täglich von ca. Mai bis Oktober geöffnet, 08.30 – 17.00 Uhr
Eintrittspreis: Erwachsene EUR 6,- (mit Gästekarte EUR 5,40), Kinder und Familien siehe Webseite
Webseite: http://www.kaprunmuseum.at/de/sigmund-thun-klamm/
Gehzeit: Klamm ca. 10-15 Minuten in eine Richtung, mit Klammsee und Schneckenreith-Alm gesamt ca. 1 Stunde ohne Pausen
Distanz: 2,8 km (Routenprofil auf bergfex.at)
Schwierigkeit: leicht

Unterkunftstipp: Tauern Spa Hotel Kaprun ****superior (Tauern Spa Platz 1, 5710 Kaprun, Hotel buchen*): schöne helle Zimmer (Fotos von meinem Urlaub im Winter), bequemes Bett, schnelles WLAN, exzellenter Wellnessbereich mit spektakulärem Blick auf das Kitzsteinhorn vom Skylinepool aus, sehr gutes Frühstück und Abendessen. Weiterempfehlung? JA
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Natur pur in Kaprun

In den vergangenen Jahren konnte ich über ein Dutzend Klammen in Österreich und dem benachbarten Ausland durchwandern. Immer wieder bin ich von der Natur überrascht, wie vielseitig sie sich präsentiert! Meine Erlebnisse versuche ich Schritt für Schritt in Blogartikeln festzuhalten – über welche Klammen ihr euch auf meinem Blog bereits informieren könnt, erfahrt ihr über die Suche. Die Sigmund-Thun-Klamm ist nun ein weiteres Beispiel, wie sehr sich Wanderungen durch die teils engen Schluchten lohnen.

Kaprun als lohnendes Ziel

Die Salzburger Gemeinde Kaprun ist umgeben von Bergen, toller Landschaft und dem wunderschönen Zell am See. Nicht umsonst war ich schon mehrmals vor Ort, um mich von der Großstadt zu erholen und mit der Kamera geniale Eindrücke einzufangen. Als Beispiele seien etwa im Winter das Kitzsteinhorn (siehe mein Beitrag Kitzsteinhorn: Ein Schneeparadies in 3.000 Metern Höhe) und im Sommer die Hochgebirgsstauseen Kaprun (siehe mein Artikel Hochgebirgsstauseen Kaprun – mehr als Wasser) genannt. Die Sigmund-Thun-Klamm ist ein weiterer Höhepunkt der Region und wenig überraschend äußerst beliebt bei den Touristen. Von der Ortsmitte in Kaprun ist sie entweder mit dem Auto in rund fünf Minuten oder zu Fuß in ca. 20-25 Minuten zu erreichen.

Die Geschichte der Sigmund-Thun-Klamm

Für die Entstehung einer solch beeindruckenden Schlucht wie die Sigmund-Thun-Klamm waren verständlicherweise viele Tausende Jahre notwendig. Die Kraft des Wassers bahnte sich langsam, aber stetig ihren Weg durch das Kapruner Tal und formte bizarre Felsformationen. 1893 erfolgte die touristische Erschließung der Klamm mittels Holzstegen nach Plänen von Nikolaus Gaßner. Als Namensgeber fungierte der Stadthalter von Salzburg, Sigmund Graf von Thun. Von ihm stammt auch das berühmte Zitat „Tosend und mächtig strömen uns die Fluthen entgegen“ – das denkt sich wohl auch heute jeder, der die Klamm betritt. 😉

Über 50 Jahre Stillstand

1938 stellten die beginnenden Kriegswirren für die folgenden 54 Jahre das vorläufige Ende der Steganlage in der Sigmund-Thun-Klamm dar. Die Nationalsozialisten begannen mit mäßigem Erfolg den Bau eines Wasserkraftwerks. Am oberen Ende der Sigmund-Thun-Klamm errichtete man eine Staumauer und der Klammsee entstand. Am unteren Ende steht seit 1944 das Kraftwerk Hauptstufe Kaprun. Nach Kriegsende wurde das Megaprojekt „Kraftwerk Kaprun“ mit dem Bau der Hochgebirgsstauseen erfolgreich erweitert und stellte ein kräftiges Symbol für den Wiederaufbau von Österreich dar. Der Turbinenraum des kleinen Kraftwerks beim Eingang der Klamm kann heute durch eine Glasscheibe besichtigt werden – macht das unbedingt, sehr sehenswert! Ein spannender Umstand: hier wird der komplette Strom für die Eigenversorgung der anderen Kraftwerksteile erzeugt.

Die Rückkehr der Sigmund-Thun-Klamm

Kaum zu glauben, aber erst 1991 startete der eigens geschaffene Verein VSF-Kaprun (die Abkürzung für den sperrigen Namen Verein zur Schaffung spezieller Fremdenverkehrseinrichtungen in Kaprun) neue Bemühungen, die Steganlage in der Sigmund-Thun-Klamm wiederherzustellen. Seit August 1992 ist der Weg durch Fels und über Wasser wieder möglich und begeistert Jung wie Alt. Der Eintrittspreis von EUR 6,- (EUR 5,40 mit Gästekarte) für Erwachsene mag abschreckend klingen, doch aus meiner Sicht ist er völlig gerechtfertigt. Die Anlage erhält sich schließlich nicht von selbst und muss jedes Frühjahr kontrolliert und Winterschäden repariert werden.

Die beste Besuchszeit

Wenn ihr mit dem Auto anreist, könnt ihr vor dem Eingang gratis parken. Früh kommen ist nicht nur aus platztechnischen Gründen, sondern auch für das Naturerlebnis in der Klamm wichtig. An Wochenenden und bei Schönwetter schieben sich nämlich ab dem späten Vormittag die Massen durch die Sigmund-Thun-Klamm. Die beste Besuchszeit ist deshalb gleich zur Öffnung um 8.30 Uhr oder kurz vor Schließung um 17 Uhr. Bei Regen ist es nochmals ruhiger und die nassen Felsen sowie Holzstege fangen so richtig schön zu leuchten an – das ist genau mein Wetter! 🙂 Seit 2017 wird die Klamm übrigens jeweils Freitagabend bunt beleuchtet. Dieses Spektaktel mit dem Namen „Klammlichter“ konnte ich aber noch nicht selbst erleben.

Der Weg durch die Klamm

Die Sigmund-Thun-Klamm ist mit nur 320 Metern Länge ziemlich überschaubar und wäre mit bloßem Durchgehen in rund 10-15 Minuten absolviert. Natürlich solltet ihr immer wieder stehenbleiben und die Wasserfälle sowie die ausgespülten Felsbecken beobachten. Das geht aber eben nur, wenn ihr wie vorhin beschrieben zu einer ruhigen Zeit kommt – ansonsten ist an ein Stehenbleiben nicht zu denken, ohne einen Rückstau mit schimpfenden Menschen zu verursachen. Die Klamm endet an der Staumauer des Klammsees, den man auf einem schönen Weg umrunden kann. Empfehlen kann ich euch aber die leichte Weiterwanderung zur Schneckenreith-Alm, wo es köstliche Stärkungen gibt! Mehr Details zur Sigmund-Thun-Klamm erfahrt ihr nun aber mit den folgenden Fotos, viel Spaß dabei! 🙂

Turbinenhalle des Kraftwerks Hauptstufe Kaprun vor der Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
Vor dem Eingang der Sigmund-Thun-Klamm lohnt sich ein Blick in das Kraftwerk Hauptstufe Kaprun. Dort erhält man geschichtliche Informationen über den Bau der Hochgebirgsstauseen und kann auch einen Blick in die Turbinenhalle werfen.
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Brücke beim Eingang der Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
Nachdem man sein Ticket gekauft und das Drehkreuz passiert hat, bietet sich dieser erste schöne Blick auf die türkisblaue Kapruner Ache und eine kleine Brücke.
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Der Weg durch die Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
Gleich nach der Brücke geht es dann voll los! Auf recht engen Stegen aus Holz (Achtung: bei Nässe etwas rutschig!) durchquert man die Sigmund-Thun-Klamm. Alle paar Meter stürzt das Wasser in die Tiefe und sorgt so für einen ordentlichen Spühnebel ringsherum. Vor allem an heißen Tagen ist das natürlich eine willkommene Abkühlung.
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Der Weg durch die Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
Seht euch unbedingt die Felsen etwas genauer an. Es ist absolut faszinierend, wie die Kraft des Wassers über Jahrtausende das Gestein abgeschliffen und wunderschön geglättete Strudeltöpfe und Kolke erschaffen hat.
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Wasserfall und Holzbrücke in der Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
An einer Stelle prasseln die Tropfen eines Wasserfalls direkt auf den Weg herab – durch eine kleine Holzbrücke wird man als Besucher aber gut vor einer unerwünschten Dusche geschützt. 🙂
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Weg durch die Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
In der Sigmund-Thun-Klamm bieten sich trotz ihrer geringen Länge ununterbrochen geniale Fotomöglichkeiten an.
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Hexengesicht in einer Felswand der Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
Erkennt ihr in der Felswand auch das Gesicht einer Hexe? 😉
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Menschenmassen in der Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
Hier noch ein Eindruck aus der Sigmund-Thun-Klamm, wenn einmal viel los ist. Die Besichtigung der Naturschönheit ist dann nur sehr eingeschränkt möglich, was das Erlebnis enorm schmälert. Kommt deshalb nach Möglichkeit früh oder spät und im Idealfall bei Schlechtwetter.
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Staumauer vor dem Klammsee in der Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
Nach rund 320 Metern Weg ist das Ende der Sigmund-Thun-Klamm auch schon wieder erreicht. Ein letzter künstlicher Wasserfall stürzt furchterregend schnell die Staumauer herunter.
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Der Klammsee vor der Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
Der angrenzende Klammsee sieht dank seiner grünen Farbe fantastisch aus und kann umrundet werden.
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Blick hinab in die Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
Wollt ihr nach dem Ausgang der Sigmund-Thun-Klamm wieder retour zum Parkplatz gehen, müsst ihr dem Forstweg folgen. Dabei überquert man auf einer Brücke die Klamm und erhält von oben interessante Blicke hinab in die Tiefe.
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Blick von der Schneckenreith-Alm auf den Klammsee und die Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
Ich empfehle euch aber, die Wanderung noch etwas zu erweitern und Richtung Klammsee zu spazieren. Nach wenigen Meter gibt es eine Abzweigung zur Schneckenreith-Alm, die auf dem Schild mit Buttermilch, Käse und Speck lockt. Oben angelangt offenbart sich euch dann diese tolle Aussicht auf den Klammsee und die umliegende Bergwelt.
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Schneckenreith-Alm nach der Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
Die kulinarische Pause in der Schneckenreith-Alm war ausgezeichnet und das Speckbrot ein absoluter Genuss.
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Blick in das Kapruner Tal nach der Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
Ein letzter Blick von der Alm in das Kapruner Tal hinein – was für eine Aussicht trotz wolkenverhangenen Himmels!
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FAZIT

Die Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun zählt mit Sicherheit zu den schönsten und beeindruckendsten Schluchten in Österreich. Sie ist mit einer Länge von nur 320 Metern zwar schnell durchwandert – die Eindrücke, die man als Wanderer mitnimmt, sind aber unbezahlbar. Sehr spannend finde ich auch die Ausstellung über Wasserkraft am Eingang der Klamm. Nach dem Ausgang dagegen wartet die Natur mit weiteren Highlights wie einer Umrundung des grün leuchtenden Klammsees oder einer Tour in das Kapruner Tal. Für eine Pause zahlt sich eine Einkehr in der Schneckenreith-Alm aus, wo frischer Käse und Speck auf einen wartet. Wart ihr schon in der Sigmund-Thun-Klamm? Wie hat es euch gefallen? Ich freue mich auf eure Kommentare! 🙂

 

Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun: Erfahrungsbericht zu einer Wanderung durch die Klamm, rund um den Klammsee und Einkehr in der Almwirtschaft Schneckenreith.

Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun: Erfahrungsbericht zu einer Wanderung durch die Klamm, rund um den Klammsee und Einkehr in der Almwirtschaft Schneckenreith.

2 Kommentare

  1. […] die Sigmund-Thun-Klamm. Welche Naturwunder ihr dort erleben könnt, habe ich in meinem Blogartikel Sigmund-Thun-Klamm: Die Sensation im Fels […]

  2. […] die Sigmund-Thun-Klamm! Welche Naturwunder ihr dort erleben könnt, habe ich in meinem Blogartikel Sigmund-Thun-Klamm: Die Sensation im Fels zusammengefasst. […]

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