Sobald es draußen wieder kühler wird und langsam der Herbst Einzug hält, versüßt uns eine kleine Frucht das Leben – Maroni! In vielen Städten und Orten sprießen zu dieser Zeit die Maronibrater förmlich aus dem Boden. Neben dem guten Geschmack und vielen Vitaminen helfen die heißen Früchte auch gleich dabei, die kalten Hände zu wärmen. Ein kleines Dorf im Burgenland geht sogar so weit, gleich ein großes Kastanienfest zu veranstalten. Was es dort alles zu entdecken und zu erleben gibt, erzähle ich euch in diesem Blogbeitrag.
Dieser Artikel wurde zuletzt am 2. Jänner 2024 aktualisiert.
KLOSTERER KASTANIENFEST
FAKTEN
Reisezeit: 26. Oktober (Tagesausflug)
Anreise: Mit dem Auto von Wien über die A2 bis Knoten Guntramsdorf, A3 bis Knoten Eisenstadt, S31 Richtung Mattersburg/Györ, dann den Schildern nach Klostermarienberg folgen (ca. 1:20 h).
Kastanienfest: jährlich am Nationalfeiertag am 26. Oktober ab 12 Uhr (unbedingt früh dran sein!)
Webseite: http://www.kastanienfest.at
Parkplätze: ab der Ortseinfahrt stehen bereits Hunderte Autos kreuz und quer – fahrt trotzdem einfach weiter und lasst euch von den Feuerwehrleuten zum großen Parkplatz direkt beim Festgelände lotsen, dort ist genügend freier Raum.
Die Edelkastanie als großer Star
Ich muss ja ehrlich gesagt zugeben, dass ich gar nicht wusste, dass die Edelkastanie (oder Esskastanie) auch in Österreich beheimatet ist. Aber tatsächlich – neben der Südsteiermark ist es vor allem das angrenzende Burgenland, wo die mächtigen Kastanienbäume angebaut werden und dank des Klimas sowie der sauren Böden ideale Bedingungen vorfinden. Die Edelkastanie hat in Europa noch viele weitere Namen und auch im Burgenland existiert mit dem Begriff „Kaesten“ eine eigene Form davon. Die Einwohner der Orte Klostermarienberg, Rattersdorf und Liebing gründeten 2006 sogar den Verein D’Kaestnklauba, der sich der Erhaltung und Förderung der Edelkastanie im Günser Gebirge zwischen Österreich und Ungarn widmet.
Ausnahmezustand im kleinen Dorf
Einmal im Jahr, am österreichischen Nationalfeiertag am 26. Oktober, verwandelt sich das 350-Seelen-Dorf Klostermarienberg in einen Ort des Trubels. Dann nämlich wird das Kastanienfest gefeiert und eine Unnmenge an Produkten angeboten – alles natürlich mit Maroni als Inhaltsstoff. Der Reinerlös des Tages kommt der Erhaltung der Klosteranlage Abtei Marienberg zugute, die direkt neben dem Festgelände steht. 2017 ist es sogar schon das 24. Mal, dass der Kastanie mittels Fest gehuldigt wird. Ein Jahr zuvor habe ich mir selbst ein Bild gemacht und kann euch nun mit den folgenden Bildern Lust auf einen Tagesausflug ins Burgenland machen!
Fotos vom Klosterer Kastanienfest

Besucheransturm am Kastanienfest
Kaum steigt man in Klostermarienberg am großen Wiesenparkplatz aus dem Auto, blickt man auch schon auf das Festgelände des Klosterstadels. Das Fest beginnt um 12 Uhr und ab diesem Zeitpunkt muss man auch schon mit einer Masse an Besuchern rechnen!

Abtei Klostermarienberg
Bevor ich mich in das Getümmel gestürzt habe, wollte ich zuerst das Abtei Klostermarienberg besichtigen, dem der Reinerlös des Kastanienfestes zugute kommt.

Barockkirche in Klostermarienberg
Hier der Blick in das Innere der Barockkirche. Erbaut wurden die Kirche und das Kloster von Zisterziensermönchen aus Heiligenkreuz, wobei die Gründung des Klosters bereits in das Jahr 1195 zurückgeht.

Besucher am Kastanienfest in Klostermarienberg
Um 12 ging es los, um 13 Uhr war ich selbst dann anwesend. Nach einem ersten Rundgang, der sich aufgrund der vielen Gäste als schwierig herausstellte, wollte ich mit einem Paar Frankfurter meinen Hunger stillen. Doch man glaubt es nicht: um diese frühe Uhrzeit war die Wurst bereits ausverkauft und über 200 Paar verspeist.

Edelkastanie mit Speck und Dörrzwetschke
So musste also eine Alternative her! Zwischen den Dutzenden verschiedenen Produkten entdeckte ich diesen interessanten Snack. Es handelt sich dabei um eine eingelegte Edelkastanie mit Speck und einer Dörrzwetschke. Zugegebenermaßen eine eigenartige Kombination, die aber hervorragend geschmeckt hat!

Maronibrater am Kastanienfest
Der Klassiker durfte natürlich nicht fehlen: gebratene heiße Maroni. Doch es zahlt sich auch stark aus, die anderen diversen Stände aus der Nähe anzusehen. So werden dort beispielsweise Kastaniennudeln, Kastanienmehl, süße und pikante Speisen mit Maroni, Kastanienschokolade, Kastanienschnaps und viele weitere kreative Produke angeboten.

Das G’riss um die Mehlspeisen
Besonders beliebt ist naturgemäß die Mehlspeisenecke. Rund eine halbe Stunde musste ich mich anstellen, um an die süßen Köstlichkeiten zu gelangen! Zumindest führt aber die Warteschlange am Getränkestand vorbei. 😉

Köstliche Sünden am Kastanienfest in Klostermarienberg
Belohnt wurde ich dafür mit einem traumhaften Maroniknödel mit Schlagobers und Kirschen.

Maroni-Schoko-Palatschinke am Kastanienfest
Meine Freundin wählte dagegen die Maroni-Schoko-Palatschinken, die ebenfalls ein kulinarisches Geschmackserlebnis darstellten!

Golser Maronibier am Kastanienfest
Die burgenländische Brauerei Gols braut mit gemahlenen Maroni sogar ein eigenes Bier. Das „Golser Kästensud“ weist zwar Duftnoten der Edelkastanie auf, im Geschmack selbst ist die Maroni aber nur mit Fantasie zu erkennen – ein gutes Bier ist es trotzdem.

Ausverkauf der Süßspeisen am Kastanienfest in Klostermarienberg
Eigentlich war mein Plan, für zu Hause noch ein paar Kostproben der Maroni-Mehlspeisen mitzunehmen. Doch mehr als dieses Foto einer fremden Kardinalschnitte mit Kastanienfülle konnte ich nicht mehr ergattern – um kurz vor 15 Uhr waren alle Süßspeisen verkauft oder aufgegessen. 🙁
FAZIT
Das Kastanienfest in Klostermarienberg ist ein wunderbarer Tagesausflug. Jährlich am österreichischen Nationalfeiertag wird in dem kleinen Dorf alles aufgefahren und angeboten, was mit Maroni zu tun hat. Die Produktpalette ist enorm und es ist schwer, sich zu entscheiden, was man denn probieren will. Beachten sollte man aber, dass der Andrang riesig ist und viele Produkte in kürzester Zeit ausverkauft sind. Also am besten zur Eröffnung um 12 Uhr kommen und sich nicht allzu lange Zeit lassen mit der Entscheidung, an welchen Ständen man zuschlägt (das gilt vor allem für die Mehlspeisen)! 😉
Toller Tipp! Hab noch nie davon gehört, aber vielleicht schau ich nächstes Jahr vorbei 🙂