Interrail: Genussreise durch Europa

Collage aus Fotos aus Frankfurt, Berlin, Paris und Amsterdam

Mit dem Zug durch ganz Europa reisen, ohne sich andauernd um Tickets kümmern zu müssen? Das geht mit Interrail! Das Konzept wird oftmals nur mit Jugendlichen in Verbindung gebracht, ist aber auf jedes Alter zugeschnitten. Um europäische Länder und Städte flexibel sowie günstig kennenzulernen, ist Interrail wirklich eine exzellente Art zu reisen. Gemeinsam mit meiner Freundin führte ich mit dem Zug eine gemütliche und entspannte Interrail-Genussreise mit Stopps in sechs Metropolen durch. Meine Erfahrungen dazu findet ihr in diesem Reisebericht!

Was dich bei Interrail erwartet

Die Möglichkeit, mit einem einzigen Zugticket durch ganz Europa zu fahren

Viele neue Eindrücke und Erlebnisse innerhalb kurzer Zeit

Die Flexibilität, sich nicht auf ein bestimmtes Ziel festlegen zu müssen

Die Freiheit, an einem Ort so lange bleiben zu können, wie man will

Eine umweltschonende und angenehme Art zu reisen

 

Dieser Artikel wurde zuletzt am 30. November 2021 aktualisiert.

Per Interrail durch Europa

FAKTEN

Reisezeit: 8 Tage, 7 Übernachtungen
Ausgangs- und Endpunkt: Wien Hauptbahnhof
Bereiste Länder: 6 (Österreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande, Tschechien)
Anzahl Züge: 7 (1x ICE, 1x TGV, 2x THALYS, 1x Intercity, 1x Eurocity, 1x Railjet)
Zurückgelegte Kilometer: 2.826
Zurückgelegte Zeit in Zügen: 1 Tag, 5 Stunden, 6 Minuten

Ausgehend von Wien ging es mit dem ICE nach Frankfurt am Main (1 Übernachtung), von dort mit dem TGV weiter nach Paris (2 Übernachtungen), gefolgt von zwei Fahrten mit dem THALYS nach Brüssel und gleich am selben Tag weiter nach Amsterdam (2 Übernachtungen). Mit einem Intercity fuhren wir nach Berlin (1 Übernachtung) und schlussendlich mittels Eurocity noch nach Prag (1 Übernachtung), bevor die letzte Fahrt mit einem Railjet uns zurück nach Wien brachte. Die Fahrtrichtung spielt dabei aus meiner Sicht keine Rolle und ist sicherlich in beide Richtungen reizvoll. Viel Spaß beim Lesen des folgenden Erfahrungsberichts zu Interrail!

Karte einer Interrail-Route durch Europa

TRANSPARENZHINWEIS

*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn euch mein Blogartikel bei der Planung eurer Reise geholfen hat, freue ich mich, wenn ihr über diese Links eure Unterkunft oder Freizeitaktivitäten bucht. Ich erhalte dadurch eine kleine Provision und ihr unterstützt den Erhalt dieses Blogs. Für euch entstehen dabei selbstverständlich keine Nachteile. Vielen Dank! 🙂

 

ICE der Deutschen Bahn

Interrail: Flexibel im Zug von Stadt zu Stadt

Für Jugendliche ist es sicherlich ein Traum, mit einem einzigen Zugticket durch ganz Europa zu pilgern und vielleicht zum ersten Mal allein aufregende Entscheidungen zu treffen. Doch das Konzept von Interrail ist keinesfalls nur für junge Menschen gedacht. Auch als Erwachsener oder Senior ist ein Interrail-Ticket eine hervorragende Möglichkeit, flexibel und mit wenig Aufwand die Schönheiten Europas kennenzulernen. Meine Freundin und ich stürzten uns acht Tage in das Abenteuer und durchquerten ausgehend von Wien ohne konkreten Plan Deutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Tschechien. Die jeweils nächste Destination legten wir immer erst ein bis zwei Tage im Voraus fest.

Wie funktioniert Interrail?

Mit einem Interrail-Pass könnt ihr eine bestimmte Anzahl an Tagen mit allen Zügen (und teils sogar Fähren) quer durch Europa fahren. Das Gute: Die Tage müssen (je nach Passart) nicht unbedingt zusammenhängen! Es gibt sowohl Interrail-Pässe, die nur in einem einzigen Land gelten (Interrail Ein-Länder-Pass), als auch den Interrail Global Pass, der in 33 Ländern gilt. Meine Freundin und ich wählten den Global Pass. Für beide Arten des Interrail-Passes habt ihr dann mehrere Möglichkeiten, wie lange dieser gültig sein soll. Auf der Webseite interrail.eu findet ihr die möglichen Varianten. Wir wählten beispielsweise die Option „5 Tage innerhalb von 1 Monat“. Das bedeutet, dass wir ab dem ersten, selbst festgelegten Reisetag insgesamt fünf Tage zur freien Wahl hatten, an denen unser Pass in ganz Europa gelten soll.

Warum Interrail?

Schon immer empfand ich Zugreisen als äußerst entspannend und Flugreisen als stressig und nervenaufreibend – trotz der schnelleren Ankunft am Zielort. Im Zug kann ich mich relativ frei bewegen, arbeiten, Zeit im Speisewagen verbringen oder einfach die Landschaft an mir vorbeiziehen lassen und entspannen. Im Flugzeug ist das alles nicht oder nur extrem eingeengt möglich, noch dazu kommen vor und nach dem Flug mitunter lange Anfahrtszeiten zum Flughafen und jede Menge Wartezeit vor Ort hinzu. Einfach zusammengefasst: Im Zug lässt sich die Vorfreude und das Erlebte einfach besser verarbeiten als im Flieger – inklusive einer bewussten Ruhephase für den Geist durch die langsamere Art zu reisen.

Die Überlegungen vor dem Start

Die schwierigste Frage galt es für meine Freundin und mich gleich zu Beginn zu klären: Wohin starten wir unsere Reise? Der Ausgangspunkt war unsere Heimatstadt Wien und wir hatten exakt acht Tage Urlaub zur Verfügung. Das ist zwar nicht wenig, aber auch nicht sonderlich viel für eine ausgiebige Entdeckungsreise durch Europa – je mehr Zeit ihr also habt, desto besser! In unserem Fokus lagen jedenfalls der entspannte Genuss und das Abenteuer, nicht zu wissen, wo es uns überall hin verschlagen würde. Das ausführliche Erkunden kompletter Städte stand dagegen nicht auf dem Programm. Erst am Wiener Hauptbahnhof legten wir nach dem Kauf des Interrail-Tickets schlussendlich Frankfurt am Main als erstes Ziel fest, da wir von dort problemlos in alle Himmelsrichtungen Europas weiterfahren konnten.

ALLGEMEINE TIPPS ZU INTERRAIL

Je mehr Zeit ihr für eure Reise habt, desto besser! Mit acht Tagen war unser Trip eigentlich schon recht knapp bemessen. Da wir aber alle sechs angesteuerten Ziele schon bei früheren Besuchen intensiv erkundeten, konnten wir diesmal den Fokus rein auf das Sich-treiben-lassen und Genießen legen.

Die Interrail-Pässe sind sowohl online als auch am Bahnhofsschalter erhältlich. Zugunsten einer schönen, greifbaren Erinnerung entschieden wir uns für das Papierticket vom Bahnhof.

Vor oder gleich nach dem Einsteigen in den Zug müsst ihr das Datum des Reisetags eintragen, um den Interrail-Pass zu aktivieren. Auch die genutzte Zugverbindung muss unbedingt eingetragen werden (siehe Bild unten).

Beim Interrail Global Pass ist sowohl die Fahrt vom als auch zurück ins Heimatland einmalig inkludiert. Beim Interrail Ein-Länder-Pass ist das nicht der Fall und der Pass gilt ausschließlich für das gewählte Zielland!

In einigen Städten könnt ihr mit eurem Interrail-Pass auch einen Teil des öffentlichen Verkehrs nutzen. Beispiel Berlin: das S-Bahn-Netz wird von der Deutschen Bahn (DB) betrieben und ist deshalb Teil von Interrail. Die U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse werden allerdings von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) betrieben und ihr benötigt ein eigenes Ticket. In welchen Ländern welche Bahnen (und Fähren) inkludiert sind, könnt ihr auf der Seite interrail.eu nachsehen.

Für viele Hochgeschwindigkeitszüge in Europa müsst ihr zwingend eine Platzreservierung kaufen. Diese erhaltet ihr entweder über die Interrail-App (siehe nächster Punkt), über die Webseiten der jeweiligen Bahngesellschaften oder direkt am Bahnhof am Schalter. Beachtet bei eurer Reiseplanung, dass manche Strecken oft mehrere Tage im Voraus stark gebucht sein können! Ich empfehle euch aus eigener Erfahrung generell, Reservierungen vorzunehmen – auch für Züge, in denen keine Reservierungspflicht besteht.

Ladet euch die Interrail-App Eurail/Interrail Rail Planner (Download für iOS, Download für Android) herunter, um euren Interrail-Pass in der App zu hinterlegen und eure Reiseplanung an einem zentralen Ort durchführen zu können. Die App ist sehr hilfreich, um Zugverbindungen zu finden und gleich zu sehen, ob eine Reservierung benötigt wird. Wie ihr diese durchführen könnt, seht ihr in der App unter „More – Seat reservations“. Wählt dazu das entsprechende Land aus und schaut, ob eine Reservierung auf einer Webseite des entsprechenden Bahnunternehmens oder direkt über die Interrail-App (Registrierung erforderlich) möglich ist.

Ein weiterer Pluspunkt der Interrail-App sind Statistiken über eure Reiseroute, die auch visuell auf einer Karte dargestellt wird.

Gepäck mitschleppen ist immer nervig. Am besten ladet ihr euren Rucksack oder Koffer entweder gleich in eurer Unterkunft ab oder sperrt es in einem Schließfach am Bahnhof ein, wenn ihr nur einige Stunden in einer Stadt seid.

 

Skyline von Frankfurt/Main

TAG 1/2: WIEN – FRANKFURT/MAIN

Aufenthalt: 1 Übernachtung
Zugart: ICE
Reservierung: nicht erforderlich, aber dringend empfohlen
Distanz und Fahrzeit: 598 Kilometer, 6:24h
Komfort: sehr gut
Unterkunft: Hotel Motel One Frankfurt-Römer* (Berliner Straße 55): super Lage am Rand der Altstadt, in fünf Minuten am Römer, sehr gute Schallschutzfenster, Blick auf Hochhäuser, kleine aber nicht beengende Zimmer, modern und stilvoll eingerichtet, sauber, schönes Bad, Highspeed WLAN Upload/Download, Frühstück nicht gebucht. Weiterempfehlung? JA!
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Alle wollen nach Frankfurt

Aufregender Start am Wiener Hauptbahnhof! Nachdem wir uns bis kurz vor der morgendlichen Abfahrt nicht komplett auf das erste Ziel festlegen wollten (Nürnberg stand etwa auch zur Debatte), reservierten wir keinen Sitzplatz für den ICE in Richtung Frankfurt am Main. Montagmorgen, wer fährt da schon nach Deutschland? Tja, falsch gedacht: der Zug war komplett ausreserviert und selbst der Zugbegleiter war überrascht, wie voll die Belegung bereits ab Wien war. Mit letzter Not ergatterten wir einen Platz im Speisewagen, den wir bis Frankfurt nicht mehr verließen und uns die mehr als sechsstündige Fahrt eben mit Kaffee, Wasser, Bier und Snacks vertrieben.

Hui und pfui in Frankfurt

Frankfurt bot uns dann nach dem Aussteigen zunächst ein wenig berauschendes Bild. Rund um den Bahnhof hielten sich viele dubiose Personen auf, umgeben von zweifelhaften Geschäften und Lokalen. Nicht nur deshalb waren wir froh, unser Hotel Motel One* abseits des Bahnhofs in unmittelbarer Nähe zur Altstadt gebucht zu haben. Nach rund 15 Minuten Fußweg checkten wir schnell ein und suchten dann sofort ein Lokal zum Essen. Mit einem guten Steak bei Block House (Börsenplatz 5) im Bauch ging es dann noch zur Hauptattraktion der Stadt, dem Römer. Dieser wunderschöne Platz lädt mit seinen zahlreichen Fachwerkhäusern zum Verweilen ein. Normalerweise meiden wir Touristenlokale, hier aber passte die Situation und wir probierten bei Römer-Bembel (Römerberg 20-22) noch einen „Blemel“ – ein typischer Frankfurter Tonkrug, gefüllt mit „Ebbelwei“ (Apfelwein). Ein etwas herber, aber genialer Genuss!

Beeindruckende Skyline

Am Vorabend kamen wir an einigen Gebäuden und Geschäften vorbei, die wir uns bei Tageslicht näher ansehen wollten. Zuerst stand aber noch ein Spaziergang zur Ignaz-Bubis-Brücke an, wo wir einen fantastischen Blick auf die spektakuläre Frankfurter Skyline werfen konnten – noch dazu mit hochdramatischem Licht der im Herbst niedrig stehenden Sonne. Nach einem kurzen Besuch im beeindruckenden Kaiserdom probierten wir im Kaffeehaus Goldene Waage (Markt 5) den Frankfurter Kranz, eine köstliche (und sündige) Spezialität. Einen herzhaften Snack in Form einer Frankfurter Stadtwurst mit Kartoffelsalat gönnten wir uns dann noch im Lokal Alten Limpurg (Römerberg 17). Um 12 Uhr mittags ging es dann auch schon wieder zum Hauptbahnhof – Paris stand als nächstes auf dem Programm!

Fotos aus Frankfurt/Main: Skyline, Apfelwein, Kranz, Römer
Bild links oben: Die Skyline von Frankfurt im schönsten Morgenlicht (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts oben: Probiert in Frankfurt unbedingt den „Ebbelwei“! (Aufnahmeort anzeigen)
Bild links unten: Der Frankfurter Kranz ist eine sündige, aber herrliche Süßigkeit (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts unten: Der Frankfurter Römer untertags (Aufnahmeort anzeigen)
Fotos aus Frankfurt/Main: Skyline, Apfelwein, Kranz, Römer
Der Frankfurter Römer ist abends wundervoll beleuchtet
Aufnahmeort anzeigen
Fotos aus Frankfurt/Main: Skyline, Dom, Bratwurst, Architektur
Bild links oben: Die Frankfurter Skyline ist auch nachts ein echter Blickfang (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts oben: Innenansicht des Frankfurter Kaiserdoms St. Bartholomäus (Aufnahmeort anzeigen)
Bild links unten: Frankfurter Stadtwurst mit Kartoffelsalat im Lokal „Alten Limpurg“ (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts unten: Hochhäuser überragen das historische Palais Frankfurt (Aufnahmeort anzeigen)

Sacre-Coeur in Paris

TAG 2/3/4: FRANKFURT/MAIN – PARIS

Aufenthalt: 2 Übernachtungen
Zugart: TGV
Reservierung: zwingend erforderlich
Distanz und Fahrzeit: 477 Kilometer, 3:58h
Komfort: gut
Unterkunft: Hotel 25hours Terminus Nord* (12 Bd de Denain): großes Hotel mit äußerst kreativer und verspielter Gestaltung, viel zum Anschauen und Entdecken, „Space Invader“-Thema im ganzen Haus, Zimmer M extrem klein, aber typisch für Paris, beengter Platz wird gut genutzt, erstaunlich geräumige Dusche, kleines, aber sehr bequemes Bett, Safe, Minibar, Highspeed WLAN Upload/Download, Restaurant Neni im Hotel, Frühstück nicht gebucht. Weiterempfehlung? JA!
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Mit Highspeed nach Paris

Meine Freundin und ich konnten unsere Aufregung am Frankfurter Hauptbahnhof schwer unterdrücken: auf Bahnsteig 19 stand unser TGV Inoui, der uns in knapp vier Stunden nach Paris bringen sollte. Für diese Fahrt benötigten wir zwingend eine Platzreservierung, die wir schon am Vortag am Bahnhofsschalter besorgten (siehe auch Allgemeine Tipps im blauen Infokasten). Die Fahrt selbst war eine Premiere für uns, da wir beide noch nie mit einem Hochgeschwindigkeitszug (320 km/h) in Europa fuhren. Nach der Ankunft am Gare de l’Est (Ostbahnhof) checkten wir in das wenige Minuten entfernte Hotel 25hours Terminus Nord* gegenüber des unweit gelegenen Gare du Nord (Nordbahnhof) ein. Unsere Suche nach einem kleinen Restaurant in der Umgebung war mit dem Bonobo Café (66 Rue d’Hauteville) schnell von Erfolg gekrönt und wir genossen ein saftiges Entrecote und ein zartes Lachsfilet.

Die Highlights von Paris

Der nächste Tag stand komplett im Zeichen von Genuss und Sightseeing in Paris. Das geschäftige Treiben auf den Straßen überforderte uns anfangs, doch wir gewöhnten uns schnell an das Chaos aus Autos, Rollern, Fahrrädern und Fußgängern. Meine Freundin sah Paris das erste Mal, also fügten wir in unser Programm zumindest die allerwichtigsten Sehenswürdigkeiten ein – Paris sieht uns sowieso sicherlich wieder einmal! In einer der unzähligen Bäckereien (Maison Bayat, 112 Bd de Magenta) besorgten wir uns mit frischen Zutaten belegte Baguettes und genossen sie auf einer Bank sitzend vor der durch einen Großbrand 2019 schwer beschädigten Kathedrale Notre-Dame. Mit einer Mischung aus Spaziergängen und Metro-Fahrten (wir nahmen uns gemeinsam das 10er-Ticket „Carnet“) sahen wir noch die Shopping-Meile Champs-Elysees, den Triumphbogen und die spannenden Galeries Lafayette Hausmann (mit traumhafter Aussicht von der Terrasse!)

Eiffelturm im schönsten Licht

Im Künstlerviertel Montmartre durfte natürlich die spektakuläre Basilika Sacré-Cœur nicht fehlen, gefolgt vom gemeinsamen Sitzen auf den davor befindlichen Stufen und im Gras mit Blick über Paris. Das Highlight folgte danach mit einer Metro-Fahrt zum Platz Trocadéro, von dem aus sich der Eiffelturm perfekt präsentiert. Die Sonne war bereits verschwunden und im letzten Licht gab sich der eiserne Turm wirklich majestätisch. Das Abendessen in einem Bistro in der Nähe unseres Hotels hinterließ dann zwar keinen bleibenden Eindruck – dafür aber am nächsten Morgen im Café du Nord (19 Rue de Dunkerque) das kleine, typisch französische Frühstück Petit Déjeuner in Form von Orangensaft, Kaffee, Tartine (ein Viertel Baguette) mit gesalzener Butter und einem Croissant mit Marmelade. Natürlich stilgerecht im Freien sitzend zelebriert!

Fotos aus Paris: TGV, Galeries Lafayette, Eiffelturm, Baguettes
Bild links oben: Nur knapp vier Stunden benötigt der TGV von Frankfurt nach Paris (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts oben: Die Decke der Galeries Lafayette Haussmann ist ein absoluter Traum! (Aufnahmeort anzeigen)
Bild links unten: Den Eiffelturm erwischten wir im schönsten Licht nach Sonnenuntergang (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts unten: Alleine die großartigen Baguettes rechtfertigen einen Besuch in Paris (Aufnahmeort anzeigen)
Künstlerviertel Montmartre und Basilika Sacré-Cœur in Paris
Einen fantastischen Blick auf das Künstlerviertel Montmartre mit der Basilika Sacré-Cœur gibt es von der Dachterrasse der Galeries Lafayette Haussmann
Aufnahmeort anzeigen
Fotos aus Paris: Eiffelturm, Notre-Dame, gegrillter Lachs, petit déjeuner
Bild links oben: Der Eiffelturm, gesehen von der Dachterrasse der Galeries Lafayette Haussmann (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts oben: Die bei einem Brand schwer beschädigte Kathedrale Notre-Dame (Aufnahmeort anzeigen)
Bild links unten: Butterweiches Lachsfilet mit Grillgemüse im Bonobo Café (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts unten: Petit déjeuner mit Kaffee, Orangensaft, Croissant und Baguette in einem Café (Aufnahmeort anzeigen)

 


Historische Gebäude auf dem Grand Place in Brüssel

TAG 4: PARIS – BRÜSSEL

Aufenthalt: 5 Stunden
Zugart: THALYS
Reservierung: zwingend erforderlich
Distanz und Fahrzeit: 264 Kilometer, 1:22h
Komfort: Durchschnitt
Unterkunft: Keine Unterkunft gebucht
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„Ungewollt“ nach Brüssel

Dass es uns nach Brüssel verschlagen würde, war nur unserer Naivität geschuldet. Eigentlich wollten wir von Paris direkt nach Amsterdam fahren. Für den auf dieser Strecke verkehrenden Hochgeschwindigkeitszug THALYS wird eine fixe Reservierung benötigt. Eben diese wollten wir am Vortag online buchen – mit dem Ergebnis, dass alle (!) Zugverbindungen für die nächsten vier Tage ausgebucht waren. Also prüften wir noch die Abschnitte Paris – Brüssel und Brüssel – Amsterdam, für die noch Reservierungen verfügbar waren. Unglücklich waren wir über diesen Zwischenstopp übrigens nicht, denn so konnten wir in der belgischen Hauptstadt noch fünf Stunden Zeit genießen. Die Zugfahrt von Paris nach Brüssel war so schnell vorbei, wie sie begonnen hatte – nur 1:22 Stunden Fahrzeit!

Fünf Stunden purer Genuss

Das Gepäck schlossen wir am Ankunftsbahnhof Gare Bruxelles-Midi im Schließfach ein (24 Stunden XL-Fach für 10 Euro, Platz für zwei Gepäckstücke). Per Straßenbahn erreichten wir vom Bahnhof in wenigen Minuten die Börse (Beurs) und spazierten bei herrlichen 16 Grad und Sonnenschein zum Place Sainte-Catherine, wo es bei Noordzee – Mer du Nord (Pl. Sainte-Catherine 50) großartige Meeresfrüchte gibt. Gestärkt mit Fischsuppe, Muscheln und zwei Gläsern Weißwein schlenderten wir einige Gassen weiter und fanden in einem der zahlreichen Cafés Platz (Le Roi des Belges, Rue Jules Van Praet 35). Dort zelebrierten wir in der Sonne sitzend mit einem belgischen Bier die Stimmung. Unbedingt zeigen wollte ich meiner Freundin noch das Schokomousse von Neuhaus in den Galeries Royales Saint Hubert (siehe auch mein Beitrag Essen in Belgien: 11 kulinarische Sünden), doch leider war coronabedingt die Produktion eingestellt. Nun ja, so mussten wir uns eben mit „normalen“ Pralinen zufriedengeben. 😉

Sehenswürdigkeiten im Vorbeigehen

Brüssel kannten meine Freundin und ich beide bereits von früheren Besuchen. Da wir aber erstmals gemeinsam vor Ort waren, durften natürlich für das Fotoalbum zwei bekannte Orte für Selfies nicht fehlen. So schlenderten wir noch gemütlich zur kleinen Statue Manneken Pis und zum Grand Place, der mit seinen prachtvollen Fassaden und dem Rathaus immer wieder eine Freude zum Ansehen ist. Vor der Weiterfahrt bestand meine Freundin noch auf einen Abstecher zum Kiosk Fritland (Rue Henri Maus 49), wo es mit dem sogenannten Mitraillette einen deftigen Snack gibt. Inmitten eines weichen Baguettes finden ein Hamburgerlaibchen, geröstete Zwiebel, Pommes Frites und eine Sauce nach Wahl Platz – eine heftige Sauerei, aber köstlich und naturgemäß mehr als sättigend (deshalb auch zum Teilen geeignet). Mit der Straßenbahn ging es dann wieder flott zurück zum Bahnhof Bruxelles-Midi und pünktlich weiter nach Amsterdam.

Fotos aus Brüssel: Grand-Place, Place Sainte-Catherine, Bier, Mer du Nord
Bild links oben: Der Turm des Rathauses zwängt sich zwischen engen Gassen durch (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts oben: Der Place Sainte-Catherine zählt zu meinen Lieblingsplätzen in Brüssel (Aufnahmeort anzeigen)
Bild links unten: Bier darf in Brüssel natürlich nicht fehlen, hier bei Le Roi des Belges (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts unten: Super Fischsuppe und Muscheln gibt es bei Nordzee – Mer Du Nord (Aufnahmeort anzeigen)
Blick von der Altstadt auf das Rathaus von Brüssel
Zwischen den bezaubernden Gassen der Altstadt blitzt immer wieder das Rathaus von Brüssel durch
Aufnahmeort anzeigen
Fotos aus Brüssel: Manneken Pis, Pralinen, Pommes Frites
Bild links oben: Souvenirläden in Brüssel zeigen Humor, wenn es um Manneken Pis geht (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts oben: An Pralinen gibt es in Brüssel einfach kein Vorbeikommen, hier bei Neuhaus (Aufnahmeort anzeigen)
Bild links unten: Mit dem Mitraillette gibt es in Brüssel einen deftigen, aber leckeren Snack (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts unten: Jeder Tourist schaut der Statue Manneken Pis beim Pinkeln zu (Aufnahmeort anzeigen)

 


Grachtenkanal in Amsterdam

TAG 4/5/6: BRÜSSEL – AMSTERDAM

Aufenthalt: 2 Übernachtungen
Zugart: THALYS
Reservierung: zwingend erforderlich
Distanz und Fahrzeit: 175 Kilometer, 1:52h
Komfort: sehr gut
Unterkunft: Hotel Prins Hendrik* (Prins Hendrikkade 53): gute Lage zwischen Hauptbahnhof und Beginn des Rotlichtviertels, teuer aber für Amsterdam noch eines der günstigeren Hotels, altes Gebäude, sehr großes Zimmer, keine schallgedämpften Fenster, nichts für Ruhesuchende, weiches aber bequemes Bett, sehr gute Dusche mit Badewanne, kein Safe, Highspeed WLAN Upload/Download, Frühstück inklusive aber nicht empfehlenswert. Weiterempfehlung? Nur für lärmunempfindliche Personen.
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Herbstliebe in Amsterdam

Für Amsterdam buchten wir aufgrund der späten Ankunft zwei Nächte in einem Hotel nahe des Hauptbahnhofs. So konnten wir am nächsten Morgen frisch ausgeschlafen gleich im nahe gelegenen, hinter der Oude Kerk befindlichen Café De Koffieschenkerij (Oudekerksplein 27) starten, um mit einem kräftigen Cappuccino und hausgemachtem Lemon Cake und Banana Chocolate Cake Kraft zu sammeln – einfach fantastisch! Danach schlenderten wir entlang der bildschönen Grachten durch das herbstliche Amsterdam. Diese Jahreszeit ist wohl ohne Übertreibung die beste, um der niederländischen Hauptstadt einen Besuch abzustatten! Die langen Schatten der tiefstehenden Sonne und das bunte Laub verleihen Amsterdam einfach einen unvergesslichen Charakter.

Köstlichkeiten vom Markt

Unser nächstes Ziel war der Albert Cuypmarkt, den ich euch schwer ans Herz lege. Auf einer Strecke von rund einem halben Kilometer reihen sich Dutzende Stände aneinander, an denen ihr Obst, Gemüse, Kleidung, Souvenirs, Haushaltswaren, Blumen und jede Menge zu Essen bekommt. Gerade der letzte Punkt hat es meiner Freundin und mir angetan. Zuerst holten wir uns beim Kiosk Fishmongers Albert Cuyp (Albert Cuypstraat 155) einen gebackenen Kibbeling, ein Heringbrötchen und ein großartiges Lachs-Carpaccio. Gleich am Nebenstand gab es bei Poffertjes Albert Cuyp (Albert Cuypstraat 161) als Nachspeise köstliche Poffertjes (kleine, runde, gebackene Teigtaschen) und am Stand daneben eine Stroopwafel. Ein danach folgender langer Verdauungsspaziergang führte uns zum nächsten Highlight.

Von der Windmühle ins Rotlichtviertel

Was sich als Sehenswürdigkeit tarnt, ist eigentlich eine Brauerei: die Brouwerij ’t IJ (Funenkade 7) befindet sich nämlich in einer historischen Windmühle. Das vor Ort gebraute Bier probiert ihr am besten mittels Beer Tasting, mit dem ihr fünf verschiedene Sorten erhaltet. Mit der Straßenbahn düsten wir gleich darauf zurück in die Innenstadt und holten uns noch die obligatorischen Pommes Frites beim bekannten Stand Manneken Pis Damrak (Damrak 41). Den Tag ausklingen ließen wir dann in der trashigen Bar Café Hill Street Blues (Warmoesstraat 52A), wo wir im Schaufenster sitzend unsere Biere genossen. Auch ein abschließender Rundgang durch das Rotlichtviertel stand natürlich am Programm. Schaut euch dabei unbedingt den Trompettersteeg an, die engste Gasse der Stadt! Mit einem mitternächtlichen Snack im Automaten-Geschäft FEBO (Oudezijds Voorburgwal 33) endete schließlich ein langer, intensiver und grandioser Tag in Amsterdam.

Fotos aus Amsterdam: Grachten, Pommes Frites, Café, Brouwerij 't IJ
Bild links oben: Eine besonders schöne Ecke in Amsterdam ist Keizersgracht/Reguliersgracht (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts oben: Frites von Manneken Pis Damrak isst man am besten am Wasser (Aufnahmeort anzeigen)
Bild links unten: Hinter der Oude Kerk lädt das tolle Café De Koffieschenkerij ein (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts unten: In einer alten Mühle ist heute die Brauerei Brouwerij ’t IJ untergebracht (Aufnahmeort anzeigen)
Beleuchtete Häuserzeile Damrak in Amsterdam
Direkt gegenüber des Hauptbahnhofs von Amsterdam begrüßt die sehenswerte Häuserzeile Damrak die Besucher und Besucherinnen. Vor allem abends ist dieser Ort ein hervorragendes Fotomotiv.
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Fotos aus Amsterdam: Trompettersteeg, Kibbeling, Grachten, Fahrräder, Rotlichtviertel
Bild links oben: Der Trompettersteeg im Rotlichtviertel ist die engste Gasse Amsterdams (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts oben: Köstlichen, gebackenen Kibbeling gibt es beispielsweise am Albert Cuypmarkt (Aufnahmeort anzeigen)
Bild links unten: Fahrräder und Grachten – Klischees bietet Amsterdam genügend! (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts unten: Die drei Kreuze stammen vom Amsterdamer Wappen, erinnern aber auch an ein sündiges Gewerbe (Aufnahmeort anzeigen)

 


Touristen vor einem Kunstwerk auf der East Side Gallery in Berlin

TAG 6/7: AMSTERDAM – BERLIN

Aufenthalt: 1 Übernachtung
Zugart: Intercity
Reservierung: nicht erforderlich, empfohlen
Distanz und Fahrzeit: 574 Kilometer, 6:22h
Komfort: sehr gut
Unterkunft: Hotel Moxy Berlin Ostbahnhof* (Andreasstraße 76-78): Lage direkt am Ostbahnhof, mit S-Bahn schnell in der Innenstadt, einfache aber stylische Zimmer in ausreichender Größe, kleines Bad mit super Dusche, Highspeed WLAN Upload/Download, Welcome Drink inkludiert, Frühstück nicht gebucht. Weiterempfehlung? JA!
Auf meiner bevorzugten Hotelsuchmaschine booking.com findet ihr weitere schöne Unterkünfte in Berlin*!

Lange, angenehme Fahrt nach Berlin

Um 11 Uhr vormittags sollte unser Intercity vom Hauptbahnhof Amsterdam in Richtung Berlin Hauptbahnhof losrollen. Das ermöglichte uns noch einen angenehmen, stressfreien Start in den Tag. Uns stand mit 6:22 Stunden eine der längsten Zugfahrten während unserer achttägigen Interrail-Reise bevor und zu unserer Überraschung sollte es auch eine der angenehmsten sein. Die Zeit nutzten wir zum Vorbereiten dieses Blogartikels, zum Befüllen des Bullet Journals meiner Freundin mit Reiseberichten und natürlich zum Entspannen. In Berlin angekommen fuhren wir vom Hauptbahnhof mit der S-Bahn (im Interrail-Ticket inkludiert, da Deutsche Bahn) noch zum Ostbahnhof, wo sich unser Hotel Moxy Berlin Ostbahnhof* befand.

Berlin, wie es leibt und lebt

Rund 24 Stunden in Berlin ist natürlich keine lange Zeit. Deshalb nutzten wir gleich nach dem Einchecken im Hotel die Abendstunden, um noch Essen zu gehen und kurz in die Partyszene einzutauchen. Fündig wurden wir beim Ostbahnhof im Restaurant Volkskammer (Straße der Pariser Kommune 18B), das sich komplett der ehemaligen DDR verschrieben hat – eine heiße Empfehlung! Danach führte uns ein spärlich beleuchteter Weg vorbei am berühmt-berüchtigten Technopalast Berghain (Samstag, 21 Uhr, kein Mensch vor Ort) zum Bahnhof Warschauer Straße, wo wir uns im RAW-Gelände (ehemaliges Industriegebiet) im Club Urban Spree (Revaler Straße 99) noch etwas mit elektronischer Musik sowie Bier, Vodka Mate und Berliner Luft vergnügten, ehe es ins Hotel zurück ging.

Kultur und Streed Food

Den angebrochenen Tag nutzten wir im Sonnenschein gleich mit einer Besichtigung der bekannten East Side Gallery, wo sich seit den 90er-Jahren auf den Überresten der Berliner Mauer Dutzende Künstler mit beeindruckenden Werken verewigt haben. Erneut landeten wir danach auf dem RAW-Gelände, wo ein großer Flohmarkt und ein herrlich duftender Street Food Market unsere Herzen vor Freude hüpfen ließen. Wir probierten zwei Gerichte aus Kirgistan (das Reisgericht Plov und Teigtaschen Manti), die beide fantastisch schmeckten. Am Rückweg zum Hotel kamen wir nochmals am Berghain vorbei, wo sich überraschenderweise am Sonntag um 13 Uhr Hunderte Feierwütige vor dem Eingang tummelten. 😉 Wir aber mussten leider schon zum Hauptbahnhof, wo wir uns noch mit einer Curry-Wurst bei Curry 36 verpflegten, bevor es ab nach Prag ging.

Fotos aus Berlin: Fernsehturm, Street Food, Technoclub, East Side Gallery
Bild links oben: Ein Klassiker unter den Berliner Motiven – Fernsehturm und Alex-Schild (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts oben: Köstliches Street Food aus Kirgistan auf dem RAW-Gelände (Aufnahmeort anzeigen)
Bild links unten: Der Tanzclub Urban Spree auf dem RAW-Gelände (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts unten: Wundervolle Kunst entlang der East Side Gallery (Aufnahmeort anzeigen)
Oberbaumbrücke in Berlin
Die Oberbaumbrücke am Bahnhof Warschauer Straße ist eine der weniger exponierten, aber enorm beeindruckenden Sehenswürdigkeiten in Berlin
Aufnahmeort anzeigen
Fotos aus Berlin: Flohmarkt RAW-Gelände, Skatehalle, U-Bahn, Currywurst
Bild links oben: Sehr empfehlenswert: der Flohmarkt am RAW-Gelände in Berlin (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts oben: Ebenfalls am RAW-Gelände befindet sich eine Skatehalle mit nettem Café (Aufnahmeort anzeigen)
Bild links unten: Die charakteristische gelbe U-Bahn im Bahnhof Warschauer Straße (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts unten: Vor unserer Weiterreise nach Prag gönnten wir uns noch eine Currywurst (Aufnahmeort anzeigen)

 


Astronomische Uhr in Prag

TAG 7/8: BERLIN – PRAG

Aufenthalt: 1 Übernachtung
Zugart: Eurocity
Reservierung: nicht erforderlich, empfohlen
Distanz und Fahrzeit: 281 Kilometer, 4:20h
Komfort: sehr gut
Unterkunft: Hotel Jungmann Prag* (Jungmannovo nám. 762/2): sehr günstiges Hotel in sehr guter Innenstadtlage unweit des nördlichen Endes des Wenzelplatz, Metro-Station Můstek direkt vor der Tür, schmales Haus aber überraschend geräumige Zimmer, großes bequemes Bett, super Dusche, Safe, Minibar, WLAN Download Durchschnitt, Upload sehr schwach, kein Frühstück gebucht, Dachterrasse mit Sitzgelegenheiten vorhanden, aber keine spektakuläre Aussicht. Weiterempfehlung? JA!
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Auf zu Bier und Svíčková nach Prag

Etwas mehr als vier Stunden beträgt die Fahrzeit von Berlin nach Prag, wo wir abends gegen 19:30 Uhr ankamen. Mit der U-Bahn (einmal umsteigen) konnten wir direkt vor die Haustür unseres gebuchten Hotel Jungmann Prag* in der Innenstadt fahren (heißer Tipp!), das sich als sehr guter Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung, Cafés und Restaurants erweisen sollte. Nach dem Zimmerbezug fielen wir hungrig in das gleich an das Hotel angrenzende Restaurace „Otevřeno“ (Jungmannovo nám. 763/3) ein, wo wir köstliches Bier von Pilsner und Kozel sowie das tschechische Nationalgericht Svíčková genossen. Mit einem Stamperl Sliwowitz im Körper war es dann nicht mehr schwer, den Tag mehr als zufrieden im warmen Bett zu beenden. 😉

Frühstück im Kubismus-Museum

Tag acht und somit die letzte Etappe stand am nächsten Morgen auf dem Programm. Mit etwas Wehmut machten meine Freundin und ich uns auf den Weg, um noch einmal das Thema „Genussreise“ aufleben zu lassen. Da wir in Hotels generell sehr selten Frühstück buchen, suchten wir uns gleich interessante lokale Cafés heraus. Für einen schnellen, kräftigen Cappuccino eignet sich zum Beispiel das neben dem Hotel Jungmann liegende Coffee Cube Black (Jungmannovo nám. 6/767). Das eigentliche Frühstück fanden wir dann aber im Haus zur Schwarzen Madonna, in dem sich das tschechische Kubismus-Museum, ein sehenswertes Treppenhaus und im ersten Stock das stilvolle Grand Café Orient (Ovocný trh 19) befinden. Von unseren gefüllten Croissants und Semmeln sowie einer Honigtorte und dem „Kubismus“-Brandteigkrapfen waren wir wirklich begeistert!

Letzter Blick auf die Sehenswürdigkeiten

Gestärkt schlenderten wir durch die zauberhaften Gassen der Prager Innenstadt zum Hauptplatz Altstädter Ring, wo wir die wirklich faszinierende Astronomische Uhr bestaunten, welche in der Vergangenheit lange Zeit wegen Restaurierung verdeckt war. Auch ein Abstecher zur Karlsbrücke mit Blick auf die Prager Burg musste natürlich sein, bevor wir langsam über einige kleine Umwege wieder in Richtung Hotel gingen. Dort in der Nähe machten wir einen letzten Halt im Restaurant Potrefená Husa (Národní 364/39), wo wir erneut die köstliche Speise Svíčková bestellten. Dazu tranken wir endlich auch das aus Prag stammende Bier Staropramen, welches vor allem unfiltriert wirklich süffig den Gaumen hinunterläuft. Und dann war es soweit: nach acht Tagen Erlebnis und Genuss bestiegen wir am Hauptbahnhof Prag unseren Zug in Richtung Endstation Wien. Schön war’s!

Fotos aus Prag
Bild links oben: Das renovierte Nationalmuseum in prachtvoller Beleuchtung (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts oben: Die tschechische Nationalspeise Svíčková in purer Vollendung! (Aufnahmeort anzeigen)
Bild links unten: Süffiges Lagerbier aus der lokalen Prager Brauerei Staropramen (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts unten: Mehrere U-Bahn-Stationen weisen ein sehenswertes Wandmuster auf (Aufnahmeort anzeigen)
Die astronomische Uhr auf dem Altstädter Ring in Prag
Die Astronomische Uhr auf dem Altstädter Ring (im Hintergrund die Teynkirche) erstrahlt nach einer langen Renovierungsphase endlich wieder in vollem Glanz
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Fotos aus Prag: Palác Koruna, Grand Café Orient, Haus zur Schwarzen Muttergottes, Karlsbrücke
Bild links oben: In der Passage des Palác Koruna gibt es diesen Blick nach oben (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts oben: Frühstück im Grand Café Orient mit kubistischem Einfluss (Aufnahmeort anzeigen)
Bild links unten: Im Haus zur Schwarzen Muttergottes befindet sich das Kubismus-Museum (Aufnahmeort anzeigen)
Bild rechts unten: Die Karlsbrücke und Prager Burg im kalten Novemberwetter (Aufnahmeort anzeigen)

 


FAZIT

Eine Europa-Rundreise komplett mit dem Zug durchzuführen, war eine absolut großartige Entscheidung! Mit dem Interrail-Ticket hatten meine Freundin und ich die nötige Flexibilität, um relativ spontan direkt während unserer Reise die Route nach Lust und Laune festlegen zu können. So gelang es uns, in acht Tagen mehrere Metropolen Europas anzufahren und die dortigen Köstlichkeiten zu genießen, die Highlights der Städte zu zelebrieren und einprägsame Momente mitzunehmen. Ich kann nur jedem von euch empfehlen, auch einmal mittels Interrail solch grandiose Erfahrungen zu machen und das Zugfahren als entspannte Art des Reisens zu erleben!

 

Interrail in Europa: Erfahrungsbericht und Tipps zu einer Interrail-Tour durch Frankfurt, Paris, Brüssel, Amsterdam, Berlin und Prag.

Interrail in Europa: Erfahrungsbericht und Tipps zu einer Interrail-Tour durch Frankfurt, Paris, Brüssel, Amsterdam, Berlin und Prag.

2 Kommentare

  1. Hallo Christian,
    als Jugendlicher war ich ein begeisterter Interrailer, daher war ich sehr neugierig, wie sich eine genussvolle Reise mit der Bahn durch Europa wohl ausmachen würde. Für mich war ja damals eine der wichtigsten Vorteile des Interrail-Tickets die Option, mit Nachtzügen von Metropole zu Metropole zu reisen und sich weitere Übernachtungskosten weitgehend zu ersparen. Ich habe damals auch Experten kennen gelernt, die ihren Urlaub nur in 2 Städten verbrachten und jede Nacht von der einen zur anderen gefahren sind. Hattet Ihr bei Eurer Reiseplanung auch über die Option nachgedacht, in einem Nachtzug von einer Stadt zur nächsten zu reisen und wäre das möglich und sinnvoll gewesen? Die Städte, die Ihr gesehen habt, sind natürlich wunderbar und ich habe sehr gut verstanden, wie entspannt eine solche Reise ist, ohne Flugzeuge oder Autos. Vor 10 Jahren habe ich auch noch einmal so eine Reise durch Südosteuropa unternommen und wir sind auch immer mit Zügen gefahren, die wir allerdings jeweils bezahlt haben. Das hat es ein wenig komplizierter gemacht. Und das ist ja doch gerade das Tolle am Interrail-Ticket, dass es Dir so viel Freiheit gibt und enorme Spontaneität ermöglicht. Werdet Ihr wohl nochmal mit einem Interrail-Ticket aufbrechen? Herzlichen Dank für den eindrucksvollen Artikel und die vielen hilfreichen Infos. Ich habe auch direkt mal geschaut, wie teuer ein Interrailpass für unsere ganze Familie wäre… Bis bald, vielleicht mal in einem Zug, Jens

    1. Lieber Jens,

      danek für deinen umfassenden Kommentar und Einblick in dein Interrail-Leben! Zu deiner Frage: Ja, Nachtzüge waren eine Option für uns. Allerdings sind wir dann von der Idee abgekommen, weil wir nur so kurz (8 Tage) unterwegs waren und nicht riskieren wollten, geschlaucht in einen neuen Tag zu starten. Meine letzten Nachtzugfahrten waren da leider nicht so erholsam (unbequemer Liegewagen, kein Schlafwagen). 😉 Wir haben jedenfalls schon neue Interrail-Tickets, die wir im Sommer einlösen und etwas länger unterwegs sein wollen. Da ist dann ein Nachtzug sicherlich wieder eine Option!

      Viele Grüße
      Christian

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