Diese Zugfahrt bleibt dir garantiert in Erinnerung! Die Bergensbanen verbindet die norwegische Hauptstadt Oslo mit der zweitgrößten Stadt Bergen und zählt zu den schönsten Eisenbahnstrecken Europas. Die Bahn durchquert auf einer Länge von rund 500 Kilometern die spektakuläre Landschaft Norwegens und zeigt die unglaubliche Vielfalt der Natur. Wie du an Zugtickets gelangst, was es während der Fahrt alles zu erleben und zu sehen gibt und mit welchen Abenteuern du die Bergensbanen verbinden kannst, erfährst du in diesem Artikel mit vielen Bildern!
DIE HÖHEPUNKTE DER BERGENSBANEN IN DIESEM REISEBERICHT
Interessante und faszinierende Details zur Geschichte und zum aufwendigen Bau der Bergensbanen
Persönliche Empfehlungen für zentrumsnahe und komfortable Unterkünfte in Oslo und Bergen
Tipps aus der Praxis, wo du deine Tickets kaufst und welchen Sitzplatz du am besten buchst
Viele Fotos aus der Bergensbanen von Oslo nach Bergen und retour mit den besten Ausblicken
Empfehlungen für Ausflüge und Touren in die Natur sowie die spektakulären Fjorde ab Oslo und Bergen
Dieser Artikel wurde zuletzt am 23. Februar 2025 aktualisiert.
BERGENSBANEN VON OSLO NACH BERGEN
FAKTEN
Reisezeit: Anfang Dezember (6 Tage, 5 Übernachtungen)
Anreise: Detaillierte Infos zu unserer Reiseroute siehe Fließtext
Unterkunftstipp 1 in Oslo: Forenom Aparthotel Oslo* (Lakkegata 3, 0187 Oslo): günstiges Apartment-Hotel, zehn Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt, Asia-Supermarkt direkt neben dem Eingang. Zimmer klein, funktional und einfach aber sauber und attraktiv. Sehr bequemes schmales Bett, Küchenzeile mit Herd, Kühlschrank, Wasserkocher. Kleines Bad mit geräumiger und sehr angenehmer Dusche. Schnelles WLAN, Klimaanlage abschaltbar, Balkon vorhanden, kein Frühstücksangebot. Weiterempfehlung? Für die Durchreise JA!
Unterkunftstipp 2 in Oslo: Hotel Citybox Oslo* (Prinsens gate 6, 0152 Oslo): günstiges Cityhotel in sehr guter Lage fünf Minuten vom Hauptbahnhof entfernt, Straßenbahnstation Dronningens gate vor dem Eingang, müheloser und schneller Self-Check-in an einem Terminal. Einfache Zimmer in ausreichender Größe, sehr sauber und ansprechend gestaltet, super Dusche, Klimaanlage abschaltbar, schnelles WLAN, Frühstück nicht gebucht. Weiterempfehlung? JA!
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Unterkunftstipp in Bergen: Skostredet Hotel & Spa Bergen* (Domkirkegaten 6, 5017 Bergen): modernes, neu errichtetes Hotel in sehr guter Lage vor der Domkirche, fünf Gehminuten vom Bahnhof und nur wenige Schritte von der Altstadt entfernt. Geräumige Zimmer mit Blick auf die Kirche oder den schönen Hof. Bequeme Betten, Nespresso-Maschine mit einigen kostenlosen Kapseln, kleines Bad aber sehr gute und geräumige Dusche, Klimaanlage (abschaltbar), schnelles WLAN. Exzellentes Frühstücksbuffet mit warmen und kalten Speisen und Fischauswahl inkludiert. Neuen (kostenpflichtigen) Wellnessbereich nicht getestet da noch nicht eröffnet. Weiterempfehlung? JA!
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TRANSPARENZHINWEIS
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Das Abenteuer Bergensbanen
Als meine Freundin im Frühling beruflich mit der Bahn in Norwegen unterwegs war, schrieb sie mir eine kurze, eindeutige Nachricht: „Die Bergensbanen müssen wir unbedingt einmal gemeinsam machen!“ Nur wenige Monate später setzten wir den Plan in die Tat um und buchten die Tickets für eine der beeindruckendsten Zugfahrten, die man in Europa machen kann. Anfang Dezember ging es per Flugzeug von Wien nach Oslo, von wo aus sich die Bergensbanen mehrere Male pro Tag in Richtung Bergen in Bewegung setzt. Bergen ist die zweitgrößte Stadt Norwegens und war unser Ziel für eine traumhafte dreitägige Städtereise in der Adventzeit (siehe mein Artikel Bergen: Weihnachtsflair im Fjord). Durch die Flugzeiten – der Hinflug fand am Nachmittag, der Rückflug nach Wien am Vormittag statt – bekamen wir Oslo jeweils nur wenige Stunden in der Dunkelheit zu sehen. Eine Rückkehr in die norwegische Hauptstadt muss also sein! 😉
Die Bergensbanen als technische Meisterleistung
Von der romantischen Beschreibung der Zugstrecke her klingt die Bergensbanen schon fast wie eine kitschige Touristenbahn, doch es handelt sich tatsächlich um eine wichtige reguläre Verbindung zwischen Oslo und Bergen, den zwei größten Städten Norwegens. Das Gelände, das der Zug dabei überqueren muss, ist ziemlich unwirtlich. Es geht durch weite Täler, durch Dutzende Tunnel und über unzählige Brücken, durch das schroffe Gebirge und über die Hochebene Hardangervidda. Es handelt sich um die höchstgelegene Eisenbahntrasse in Nordeuropa, der höchste Bahnhof Finse liegt auf 1.222 Metern Seehöhe. Du kannst dort sogar kurz aussteigen und ein Erinnerungsbild machen. Die Strecke wurde zwischen 1875 und 1909 erbaut und im Hinblick auf die damaligen beschränkten Werkzeuge und Maschinen ist es unglaublich, wie solch eine Meisterleistung großteils in Handarbeit vollbracht werden konnte.

Karte und Strecke der Bergensbanen
Die Bergensbanen schlängelt sich von Oslo nach Bergen auf einer Länge von 505 Kilometern durch die abwechslungsreiche Landschaft Norwegens. Die Fahrzeit beträgt je nach Zugverbindung zwischen 6,5 und 7,5 Stunden – das klingt im ersten Moment vielleicht abschreckend lang, doch die Zeit vergeht wie im Flug! Von den ursprünglich 39 Bahnhöfen sind heute nur noch 21 in Betrieb, die meisten Züge bleiben aber in weniger Stationen stehen. Auf der Karte habe ich dir die wichtigsten Bahnhöfe zur Orientierung eingezeichnet. Der Bahnhof Myrdal hat einen besonderen Stellenwert, denn dort kannst du in die weltberühmte Flåmsbana umsteigen – die kurze, aber spektakuläre Strecke in das Dorf Flåm gilt neben der Bergensbanen ebenfalls als eine der schönsten in ganz Europa.
TIPP: Per Bergensbanen zur Städtereise nach Bergen
Meine Freundin und ich wählten die Bergensbanen nicht nur wegen der sehenswerten Zugstrecke, sondern verbanden die Fahrt gleich mit einer dreitägigen Städtereise nach Bergen. Bergen ist für seine malerische Lage inmitten der Bergwelt und zwischen den Fjorden bekannt, außerdem für das historische Hanseviertel Bryggen und die kulinarischen Köstlichkeiten der lokalen Küche. Im Artikel Bergen: Weihnachtsflair im Fjord habe ich dir alles Wichtige zusammengefasst, damit du in Bergen eine unvergessliche Zeit verbringen kannst.
Wann ist die beste Reisezeit für die Bergensbanen?
Wann du die Bergensbanen benutzt, hängt in erster Linie von der Frage ab, zu welcher Jahreszeit du Norwegen besuchen möchtest. Das Land hat in allen Monaten viel zu bieten und der Zug verkehrt das gesamte Jahr. Die Fahrt ist ein Klassiker, wenn du die Stadt Bergen besichtigen willst und eventuell noch eine Schifffahrt entlang der Fjorde durch die Hurtigruten planst. Aus landschaftlicher Sicht kommst du garantiert immer auf deine Kosten. Entweder ist während eines Großteils der Zugfahrt die Landschaft tiefwinterlich und romantisch, oder es blüht alles und erstrahlt in schönsten Farben. Einheimische nutzen die Bergensbanen intensiv, um die Wintersportorte entlang der Strecke (z.B. Ål, Geilo, Voss und Finse) zu erreichen. Neben Skifahren kannst du im langen Winter auch Langlaufen sowie Skitouren von Hütte zu Hütte unternehmen. Im Sommer bieten sich ausgedehnte Wandertouren und Radfahren auf dem Rallarvegen an.
Wie und wo Tickets für die Bergensbanen kaufen?
Pro Tag fahren sechs Direktzüge zwischen Oslo und Bergen, die Fahrzeit beträgt je nach Verbindung zwischen 6:30 und 7:30 Stunden. Tickets kannst du auf der offiziellen Webseite des norwegischen Bahnbetreibers Vy kaufen, alternativ aber auch an Ticketautomaten in den Bahnhöfen und am Schalter. Die Fahrkarten werden 90 Tage im Voraus freigeschalten und du hast die Wahl zwischen verschiedenen Kategorien. Je früher du buchst, desto günstiger erhältst du die Tickets – ein spontaner Kauf kostet rund 100 Euro. Eine Sitzplatzreservierung ist im Standardticket immer inkludiert, bei Aktionstickets wird dir jedoch ein Platz ohne Auswahlmöglichkeit zugewiesen. In der Hochsaison solltest du frühzeitig buchen, um einen attraktiven Preis bzw. überhaupt einen Platz in deinem gewünschten Zug zu ergattern. In der Nebensaison ist ein Kauf aber problemlos auch kurz vor der geplanten Reise möglich.
TIPP: Audioguide für die Bergensbanen
Bei der Buchung deines Tickets hast du die Möglichkeit, für einen kleinen Aufpreis einen Audioguide zu kaufen. Meine Freundin nutzte den Service und war hellauf begeistert. Du erhältst während der Fahrt anhand deiner Position ortsspezifische Informationen, geschichtliche Hintergründe, witzige Anekdoten und Erlebnisse rund um die Bergensbanen und die landschaftliche Umgebung.
Wo du in der Bergensbanen am besten sitzt
Die Frage nach der Reservierung des „richtigen“ Sitzplatzes ist nicht einfach zu beantworten. Prinzipiell bieten beide Seiten während der Fahrt mit der Bergensbanen außergewöhnliche Ansichten der Landschaft. Deshalb buchten meine Freundin und ich sowohl bei der Fahrt von Oslo nach Bergen als auch bei der Rückfahrt Plätze jeweils auf derselben Seite – in unserem Fall in Fahrtrichtung rechts. Damit war sichergestellt, dass wir während beiden Fahrten eine andere Seite zu Gesicht bekamen. Rückblickend betrachtet würde ich es heute aber exakt andersherum buchen und die linke Seite in Fahrtrichtung bevorzugen. Warum? Von Oslo Richtung Bergen tauchen auf der rechten Seite zwar auch regelmäßig sehenswerte Motive auf (siehe meine Fotostory unten), doch insgesamt ist die Landschaft auf der linken Seite deutlich imposanter mit vielen Seen, Gletschern und landschaftlicher Weite.
Was du in der Bergensbanen machen kannst
Rund sieben Stunden Fahrzeit schrecken im ersten Moment vielleicht ab und lassen dich eventuell rätseln, was du in dieser langen Zeit in der Bergensbanen machen sollst. Langeweile kam bei meiner Freundin und mir allerdings zu keinem Zeitpunkt auf – ganz im Gegenteil. Wir fühlten uns in der Bergensbanen derart wohl und unterhalten, dass wir am Ende fast enttäuscht waren, als wir im Bahnhof von Bergen aussteigen mussten. Die meiste Zeit blickten wir abwechselnd gespannt und gedankenverloren aus dem Fenster und ließen die Flüsse, Seen, Berge, schneebedeckten Bäume und die kleineren sowie größeren Bahnhöfe an uns vorbeiziehen. Dazwischen lohnt ein Abstecher in das Bordbistro, um sich beispielsweise mit einer warmen Waffel mit Braunkäse und einem frisch gebrühten Filterkaffee zu verwöhnen. Was uns dagegen schwerfiel: dösen, lesen oder am Handy spielen – wir wollten ja schließlich draußen nichts verpassen! 😉
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Fotostory: Eindrücke von der Fahrt mit der Bergensbanen
Nun geht es los und du kannst mit meiner Fotostory hautnah dabei sein, als meine Freundin und ich Anfang Dezember von Oslo nach Bergen und einige Tage später wieder zurückfuhren. Unser Reiseverlauf: von Wien aus flogen wir in Norwegens Hauptstadt, wo wir am späten Nachmittag ankamen und noch kurz über den größten Weihnachtsmarkt von Oslo schlendern konnten. Am Folgemorgen ging es mit der Bergensbanen nach Bergen, um dort drei Tage lang diese wunderschöne Hafenstadt anzusehen. Nach der Rückfahrt mit dem Zug kamen wir am frühen Abend in Oslo an und blieben noch eine weitere Nacht, um am nächsten Vormittag wieder nach Wien zu fliegen. Nachfolgend zeige ich dir nun die schönsten Bilder von unserer Zugreise mit der Bergensbanen!

Weihnachtsstimmung in Oslo
Da unsere Reise mit der Bergensbanen frühmorgens in Oslo starten sollte, reisten meine Freundin und ich bereits am Vortag in die norwegische Hauptstadt an und buchten eine Nacht in einem günstigen Hotel beim Bahnhof. Bei der Ankunft am Nachmittag herrschte bereits Dunkelheit, dafür strahlten die Lichter auf dem bekanntesten Weihnachtsmarkt „Jul i Vinterland“ umso heller und schöner. Für mehr Sightseeing war allerdings keine Zeit mehr – unsere intensive Erkundung von Oslo muss also in der Zukunft nachgeholt werden!
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Boarding der Bergensbanen im Hauptbahnhof Oslo
Wir wählten für die Nacht das günstige Forenom Aparthotel Oslo* in der Nähe des Hauptbahnhofs, um am Folgetag zeitgerecht beim Zug der Bergensbanen zu sein und uns vorher noch mit etwas Proviant eindecken zu können. Pünktlich um 8:25 Uhr verließ der grüne Zug die Hauptstadt. Die Verbindung zwischen Oslo und Bergen trägt übrigens die Bezeichnung F4.
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Innenansicht der Bergensbanen
Die Ausstattung in der zweiten Klasse der Bergensbanen ist zwar nicht überragend modern, aber dennoch sehr komfortabel. Die Sitze sind bequem, bieten viel Platz und Beinfreiheit sowie einen aufklappbaren Tisch zum Essen oder wenn du mit dem Laptop arbeiten willst (eine Steckdose ist vorhanden). Die Gepäckfächer über den Sitzen sind großzügig dimensioniert, sodass du deine Tasche oder deinen Koffer nicht unbedingt unbeaufsichtigt in den Ablagefächern am Ende des Waggons lassen musst.
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Die Landschaft wird winterlich
Die Fahrt beginnt im Dunklen, denn die Sonne geht in Norwegen im Dezember erst nach 9 Uhr auf. Aber schnell dämmert es und die Konturen der Landschaft werden klarer. In der ersten Stunde ist das nicht schlimm, denn die Aussichten sind zunächst noch städtisch und wenig spektakulär. Industriebetriebe, Lagerhäuser, schöne Einfamilienhäuser und größere Wohnsiedlungen ziehen an uns vorbei. Nach etwas mehr als einer Stunde tauchen wir ab in ländliche Gebiete und die Landschaft zeigt sich zusehends rauer: es geht durch Täler sowie über Flüsse und langsam wird es richtig winterlich.
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Kalendermotive während der Fahrt mit der Bergensbanen
Mit jedem Kilometer und Höhenmeter, den wir in der Bergensbanen zurücklegen, wird die Schneeschicht dicker. Mächtige Schneeflocken tanzen vor unseren Augen, die Bäume präsentieren sich romantisch eingehüllt in einer weißen Decke und Kalendermotive wie hier im Bild reihen sich aneinander. Wir können uns gut vorstellen, wie heimelig es in solch einer eisigen Atmosphäre in den laufend auftauchenden, liebevollen Holzhäusern zugehen muss, aus deren Kaminschloten der Rauch aufsteigt.
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Zwischenhalt im höchsten Bahnhof Finse
Die Bergensbanen klettert immer höher und kommt schließlich am höchsten Bahnhof der Strecke an: Finse im kargen Hochgebirge auf 1.222 Metern Seehöhe. Unser Zug hat hier fünf Minuten Aufenthalt und wir nutzen gemeinsam mit anderen Wagemutigen unsere Chance, ein Selfie und Fotos der Bahn im Schnee zu machen. Wir bleiben allerdings in der Nähe der Tür, immer mit scharfem Blick auf den Zugbegleiter und seine Pfeife – in der eisigen Kälte zurückbleiben will hier niemand. Durch einen langen Tunnel, der die historische Strecke massiv verkürzt, geht es nach der Weiterfahrt schrittweise wieder bergab in gemäßigtere Gefilde.
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Stärkung im Bordbistro der Bergensbanen
Es wird Zeit für eine Stärkung im Bordbistro! Zwar hat es nicht das nostalgische Flair eines echten Speisewagens, aber das Angebot und die Sitzmöglichkeiten lassen nichts zu wünschen übrig. Es gibt warme und kalte Speisen, Waffeln mit Braunkäse, süße und pikante Snacks, Getränke und vieles mehr. Den überraschend guten Filterkaffee lässt du dir nach dem Bezahlen selbst herab. Die Bezahlung ist auch in bar möglich – durchaus ungewohnt in Skandinavien. Die Internetverbindung für die Kartenzahlung funktioniert nämlich in einigen Abschnitten nicht, was allerdings kein Problem darstellt. Mir wurde vom netten Personal gesagt, ich solle zum Bezahlen einfach in ein paar Minuten nochmal vorbeikommen, wenn wir das Hochgebirge verlassen und wieder Verbindung haben würden.
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Spektakuläre Blicke aus dem Fenster
Die Zeit vergeht wie im Flug und es fühlt sich für meine Freundin und mich nicht so an, als würden wir seit Stunden im Zug sitzen. Wenige Minuten vor der Ankunft im Bahnhof von Myrdal zieht an uns diese gewaltige Landschaft vorbei. Wir blicken direkt auf den zugefrorenen See Seltuftvatnet und in die weite Bergwelt dahinter.
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Die Flåmsbana im Bahnhof Myrdal
Nur kurze Zeit später erreichen wir den Bahnhof Myrdal, der einen besonderen Knotenpunkt darstellt. Unser Zug leert sich hier stark und zahlreiche Passagiere wechseln am gegenüberliegenden Gleis direkt in die wartende Flåmsbana. Sie ist eine weitere weltberühmte Panoramabahn in Norwegen und steht auch noch auf der To-do-Liste meiner Freundin und mir. Sie schlängelt sich in einer einstündigen Fahrt durch das Gebirge in das Dorf Flåm, von wo aus du per Schiff oder Bus durch die spektakuläre Landschaft weiterreisen kannst.
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Blick zurück auf den Bahnhof Myrdal
Ab Myrdal haben wir fast den ganzen Waggon für uns alleine und können uns die Seite zum Hinausschauen und Fotografieren problemlos aussuchen. Kurz nach der Abfahrt zieht die Bergensbanen eine lange Rechtskurve und ermöglicht diesen Blick zurück auf den Bahnhof und die Handvoll bunter Holzhäuser.
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Der Schnee verschwindet wieder
Der Druck in den Ohren zeigt uns an, dass es relativ schnell bergab geht. Der Zug klettert die Höhenmeter herunter und rasch verschwindet auch der Schnee in der Landschaft. Der Schönheit tut das keinen Abbruch: hier im Bild siehst du den Fluss Vosse, kurz bevor er den See Seimsvatnet erreicht.
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Motive ohne Ende in der Bergensbanen
Schon eine gehörige Zeit steht mein Laptop aufgeklappt vor mir, um meine Gedanken für diesen Artikel niederzuschreiben. Doch so richtig zum Tippen komme ich einfach nicht, da andauernd die kitschig-schöne Landschaft um Aufsehen buhlt und ich meine Kamera zum Glühen bringe.
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Sonnenshow im norwegischen Fjord
In der Dunkelheit des Morgens fuhren meine Freundin und ich von Oslo ab – mit den letzten Strahlen der untergehenden Sonne bogen wir am Nachmittag in das letzte Teilstück der Bergensbanen vor Bergen ein. Die kurvenreiche Strecke ermöglicht es dir, immer wieder tief in die Landschaft hineinzublicken und atemberaubende Ansichten zu genießen, hier im Bild etwa der kilometerlange Veafjorden.
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Ankunft im Hauptbahnhof Bergen
Nach sechs Stunden und 35 Minuten erreichen wir schließlich den modern renovierten Kopfbahnhof von Bergen, der weihnachtlich geschmückt ist. Die nächsten drei Nächte verbringen wir im großartigen Skostredet Hotel & Spa Bergen* und genießen in Bergen den Weihnachtsmarkt und die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Alle Details dazu liest du in meinem Artikel Bergen: Weihnachtsflair im Fjord nach.
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Ausblick auf Bergen vom Aussichtspunkt Fløyen
Bevor ich dich wieder auf die Highlights der Rückfahrt mit der Bergensbanen mitnehme, zeige ich dir hier noch eines meiner Lieblingsfotos aus Bergen. Mit der Standseilbahn gelangst du schnell auf den Hausberg Fløyen, wo du von einem Aussichtspunkt aus diesen Anblick der gesamten Stadt genießen kannst. Vor allem in der Dämmerung zur blauen Stunde sind die Lichter der Stadt ein Augenschmaus und ein grandioses Fotomotiv.
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TIPP: Ausflüge in die Natur und Fjorde ab Bergen
Ab Bergen: Spektakuläre Fjordkreuzfahrt nach Mostraumen*
Ab Bergen: UNESCO-Fjordkreuzfahrt, Flåm & Stegastein, inkl. Mittagessen*

Rückfahrt durch die atemberaubende Landschaft
Unsere Rückfahrt von Bergen nach Oslo beginnt um die Mittagszeit. Diesmal bekommen wir durch unsere Sitzplätze die andere Seite der Landschaft zu Gesicht und es offenbaren sich neue faszinierende Einblicke in die Natur. An einer Stelle führt die Trasse der Bergensbanen knapp am Ufer des Flusses Raundalselvi vorbei und lässt mich dieses mystisch wirkende Bild schießen.
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Der Winter kehrt zurück
Die Landschaft wird Schritt für Schritt wieder weißer: zuerst tauchen erste kleine Schneereste auf, dann kleiden der Frost und Raureif die Bäume in ein Kleid aus weißen Kristallen ein. Die Weite des Tals ist beeindruckend, als wir auf einer kleinen Brücke den Fluss Rjoåni überqueren.
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Goldenes Licht in der Winterlandschaft
Zwar zeigen sich ab und zu blaue Lücken im Himmel, doch die Sonne ist zwischen den Schleierwolken nur schemenhaft zu erahnen. Das goldene Licht ist trotzdem sanft und vorteilhaft für die ohnehin an Schönheit kaum zu überbietende Landschaft.
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Frost und Eis beim Blick aus der Bergensbanen
Die Seen und Flüsse in der Umgebung rund um den Bahnhof Upsete sind zugefroren und durch die Schneeschicht darüber nur noch schwer als Gewässer zu erkennen. Die einzelnen Häuser in der Landschaft machen sofort Lust, sich hier einzuquartieren und die Einsamkeit sowie Ruhe zu zelebrieren.
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Erneuter Stopp im Bahnhof Finse
Wir erreichen Finse und steigen erneut kurz aus. Diesmal wechseln wir ein paar Worte mit dem Zugbegleiter, der uns Interessantes erzählt: Finse wird wegen der im Winter extrem harschen Wetterverhältnisse und der Nähe des Gletschers Hardangerjøkul auch als Antarktis in Miniaturform beschrieben. An diesem Ort konnten die Polarforscher Nansen, Amundsen und Shackleton unter „idealen“ Bedingungen für Expeditionen zum Nordpol trainieren. Außerdem wurden 1979 in Finse auch die Szenen für den Eisplaneten Hoth im Filmklassiker „Star Wars – The Empire strikes back“ gedreht.
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Letzter Blick aus der Bergensbanen auf die Winterlandschaft
Die Dämmerung taucht die vorbeiziehende Szenerie rund um den riesigen See Ustevatn langsam in ein blaues Licht und es ergeben sich attraktive Farbkontraste zwischen der Schneelandschaft und dem Licht der untergehenden Sonne. Es bleibt mein letztes Bild aus der Bergensbanen, denn nach Sonnenuntergang ist es rasch zu finster, um noch etwas zu erkennen. Nun kann ich „endlich“ die Kamera weglegen und meine Gedanken auf dem Laptop niederschreiben. 😉
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Endstation Hauptbahnhof Oslo
Gegen 19 Uhr abends kommen wir wieder in Oslo an und beziehen das Hotel Citybox Oslo*. Nach dem Abendessen schlüpfen wir rasch ins Bett, denn am nächsten Tag geht es frühmorgens zum Flughafen, um zurück nach Wien zu fliegen – das Ende eines außergewöhnlichen Adventtrips mit der Bergensbanen!
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FAZIT
Die Fahrt mit der Bergensbanen von Oslo nach Bergen gilt als eine der schönsten Zugstrecken in Europa – und das ist aus meiner Sicht keine Übertreibung. Selten war ich knapp sieben Stunden hin und sieben Stunden zurück in einem Verkehrsmittel unterwegs und derart begeistert. Die Zeit verfliegt wie im Flug, denn du kommst mit dem Schauen und Staunen über die spektakuläre Landschaft Norwegens fast nicht nach. Weite Täler, schroffe Gebirgsketten, tiefe Fjorde und jede Menge Seen sowie Flüsse machen die Fahrt zu einer Show der Natur. Das alles in winterlicher Pracht erleben zu dürfen war einfach unglaublich! Die Bergensbanen kann ich dir nur weiterempfehlen und ans Herz legen, wenn du eine Städtereise nach Oslo und/oder Bergen oder zu den Hurtigruten planst. Schreib mir gerne einen Kommentar, ob du jetzt auch sofort in die Bergensbanen einsteigen würdest!




























