Belfast: Titanic, Troubles, Tradition

Bunt beleuchtetes Titanic Museum in Belfast, Nordirland

Wenn du auf der Suche nach einer spannenden Städtereise bist, dann ist Belfast genau die richtige Destination für dich! Die nordirische Hauptstadt stand früher im Mittelpunkt des Nordirlandkonflikts („The Troubles“) und bietet heute einen abwechslungsreichen Mix aus Geschichte, Kultur und Genuss. Sehenswürdigkeiten wie das imposante Titanic Museum, das prachtvolle Rathaus und ein gruseliges Gefängnis stehen im Kontrast zum pulsierenden Nachtleben in der Innenstadt und der Kulinarik am St George’s Market. Folge mir in diesem Artikel zu den faszinierenden Plätzen von Belfast und erfahre, warum die Hauptstadt der ideale Ausgangspunkt für einen Roadtrip durch Nordirland ist!


DIE HÖHEPUNKTE AUS BELFAST IN DIESEM REISEBERICHT

Persönlicher Erfahrungsbericht über Belfast als Start- und Endpunkt für einen Nordirland-Roadtrip

Überlegungen zur Anreise per Flugzeug oder Bahn und konkrete Hoteltipps in der Innenstadt

Ein kurzer Einblick in die Geschichte des Nordirlandkonflikts, der Belfast lange im Griff hatte

Sehenswürdigkeiten wie die City Hall, das Titanic Museum, die Innenstadt und das Belfast Castle

Viele Bilder und die besten Fotospots von Belfast mit exakten GPS-Koordinaten für dich

 

Dieser Artikel wurde zuletzt am 9. Juli 2026 aktualisiert.

Inhaltsverzeichnis Anzeigen

BELFAST

FAKTEN

Reisezeit: Oktober (4 Tage, 4 Übernachtungen)
Anreise: vom Flughafen Wien-Schwechat nach London Heathrow Airport, dann Weiterflug nach Belfast City Airport (ca. 4:30 h inklusive Umsteigezeit)

HOTELTIPPS

Unterkunft 1 in Belfast: Hotel room2 Belfast hometel* (32-36 Queen St, Belfast): wundervolles neues Hotel in sehr guter Lage unweit des Rathauses mit zahlreichen Geschäften und Lokalen in unmittelbarer Nähe, alle wichtigen Buslinien inkl. Airport Bus nur wenige Meter entfernt. Lobbybereich mit Restaurant, Sitzecken, Art Gallery und Bar sehr einladend. Zimmer in angenehmer Größe, moderne Einrichtung, Küchenzeile mit Herdplatte, Mikrowelle, Abwasch, Toaster, Teekocher. Bett sehr bequem, nur typisch britisch etwas schmal, Klimaanlage abschaltbar, schönes Bad mit guten Pflegeprodukten, Dusche super, schnelles WLAN, empfehlenswertes Frühstücksbuffet mit Irish Breakfast und kontinentaler Auswahl, frisches Joghurt, Croissants. Weiterempfehlung? JA!


Unterkunft 2 in Belfast: Hotel ibis Belfast City Centre* (100 Castle St, Belfast): großer Hotelbau in guter Ausgangslage für eine Stadtbesichtigung, fünf Gehminuten von der zentralen Busstation (mit Verbindung zum Flughafen) am Rathaus entfernt. Für die klassische ibis-Kette ungewöhnlich modern gestaltete Zimmer in angenehmer Größe, bequeme Betten, gute Aussicht in den oberen Stockwerken, Klimaanlage (abschaltbar), schnelles WLAN. Badezimmer im Kontrast dagegen sehr einfach als sterile weiße Kapsel ausgeführt, dafür geräumige und sehr gute Dusche. Frühstück nicht gebucht. Weiterempfehlung? JA!

Weitere zentral gelegene und schöne Unterkünfte in Belfast*

TRANSPARENZHINWEIS

*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn dir mein Blogartikel bei der Planung deiner Reise geholfen hat, freue ich mich, wenn du über diese Links deine Unterkunft oder Freizeitaktivitäten buchst. Ich erhalte dadurch eine kleine Provision und du unterstützt den Erhalt dieses Blogs. Für dich entstehen dabei selbstverständlich keine Nachteile. Vielen Dank! 🙂

 

Mann vor einem Belfast-Schriftzug in Belfast, Nordirland

Der starke Reiz von Belfast

Belfast geisterte schon lange in meinem Kopf herum. Der Name war für mich in meiner Kindheit und Jugend unweigerlich mit dem Nordirlandkonflikt verbunden, als sich zwischen 1968 und 1998 protestantische und katholische Gruppierungen 30 Jahre lang mit Gewalt bekämpften. Heute ist die nordirische Hauptstadt ein pulsierender Ort mit aufgeschlossenen und feierwütigen Menschen, wovon du dich abends am besten in einem der zahlreichen Pubs und Lokale selbst überzeugst. Die Mischung aus historischen Prachtbauten, viel bunter Street Art, verfallenen Häusern und moderner Architektur zog mich schon bei der Recherche richtig in den Bann und die Vorfreude war riesig.

Belfast: Städtereise oder Rundreise?

Belfast eignet sich sowohl als eigenständige Destination für eine mehrtägige Städtereise als auch als Startpunkt für eine Rundreise durch das Landesinnere mit dem Mietwagen*. Genau das setzten meine Freundin und ich in die Tat um und bereisten Nordirland elf Tage lang. In Belfast übernachteten wir gleich zweimal: die Stadt stellte die erste und letzte Station unseres Roadtrips dar, dazwischen staunten wir über die unfassbare Schönheit der Natur entlang der Panoramastraße Causeway Coastal Route. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist die zweitgrößte Stadt Nordirlands, Derry/Londonderry. Über alle meine Erfahrungen habe ich mit vielen Bildern in vier weiteren Artikeln berichtet, mit denen du dich perfekt auf deine eigene Reise einstimmen kannst. In der nachfolgenden blauen Infobox sind alle Beiträge verlinkt.


 


Belfast City Airport in Belfast, Nordirland

Die Anreise nach Belfast

Belfast verfügt über zwei Flughäfen: den großen, rund 40 Minuten vom Zentrum entfernten Belfast International Airport (BFS) und den kleinen Belfast City Airport (BHD), der von der Innenstadt in etwas mehr als zehn Minuten erreichbar ist. Das war für meine Freundin und mich ein starkes Argument, um diesen Flughafen anzusteuern. Da von Wien aus zum Zeitpunkt unserer Reise kein Direktflug nach Belfast bestand und wir somit ohnehin umsteigen mussten, wählten wir British Airways und reisten über London-Heathrow zum Belfast City Airport an. Der Flughafen ist sehr überschaubar und das Ausborgen eines Mietwagens* dort viel entspannter als auf dem riesigen internationalen Flughafen. Von beiden Airports fahren Busse (BFS: Linie 300 alle 12 Minuten, BHD: Linie 600 alle 20 Minuten) zur zentralen Busstation beim Rathaus im Stadtzentrum. Tickets erhältst du an den Automaten vor Ort.

Alternative Anreise nach Belfast über Dublin

Es gibt noch eine weitere interessante Art der Anreise nach Belfast. Von der irischen Hauptstadt Dublin fährt der Zug Enterprise in 2:10h in die nordirische Hauptstadt. Oder du wählst einen der Busse (dublinexpress.ie oder translink.co.uk), die in ungefähr derselben Zeit zwischen den beiden Destinationen pendeln. Willst du lieber unabhängig und flexibel selbst mit dem Mietwagen ab Dublin unterwegs sein, so ist das problemlos möglich. Zwischen Irland (das zur EU gehört) und Nordirland (Teil von Großbritannien) gibt es auf dem Landweg keine Grenzkontrollen, allerdings musst du dennoch die Einreisebedingungen beachten (siehe blaue Infobox unten). Belfast mit Irland zu verbinden, das klingt natürlich ziemlich reizvoll. Für solch eine größere Tour würde ich aber genügend Zeit einplanen.


Wichtiger Tipp zur Einreise nach Belfast

Nordirland liegt zwar auf der irischen Insel, ist aber ein Landesteil von Großbritannien. Deshalb wird hier mit dem britischen Pfund (GBP) bezahlt und das imperiale Einheitensystem mit Meilen statt Kilometern genutzt. EU-Bürgerinnen und -Bürger müssen eine elektronische Einreisegenehmigung (Electronic Travel Authorization, ETA) beantragen, um nach Großbritannien einreisen zu können. Das geht in wenigen Minuten mit der App UK ETA (Download iOS / Android) oder alternativ über ein Onlineformular. Die Links dazu findest du auf der offiziellen Webseite gov.uk/eta. Die Einreisegenehmigung kostet GBP 16,- und ist zwei Jahre gültig (außer dein Pass muss dazwischen erneuert werden).

 


Doppeldeckerbusse im City Centre von Belfast, Nordirland

Wo in Belfast am besten übernachten?

Die aus touristischer Sicht wichtigsten Stadtviertel von Belfast sind das Cathedral Quarter im Stadtzentrum, das Titanic Quarter auf einem ehemaligen Werftgelände, das Queen’s Quarter mit der Universität (das wir leider zeitmäßig auslassen mussten) und West Belfast mit den zahlreichen Murals und Peace Walls zum Nordirlandkonflikt. Ich empfehle dir ganz klar, dein Hotel oder deine Unterkunft im Stadtzentrum von Belfast* zu buchen. Hier kannst du viel zu Fuß entdecken, hast beim Rathaus alle wichtigen Buslinien inklusive den beiden Airport Buses zur Verfügung und kannst so schnell auch die etwas außerhalb des Zentrums liegenden Sehenswürdigkeiten erreichen. Meine Freundin und ich waren am Beginn und am Ende unserer Rundreise in Belfast einquartiert. Meine beiden Hoteltipps findest du in der orangen Factbox am Beginn des Artikels.

Öffentliche Verkehrsmittel in Belfast: Doppeldecker-Bus und Glider

Öffentliche Verkehrsmittel in Belfast

In Belfast gibt es ein sehr effizientes Bussystem. Im Stadtzentrum benötigst du keine öffentlichen Verkehrsmittel, für Sehenswürdigkeiten wie das Titanic Museum, die Queen’s University oder die Peace Walls sowie das Gefängnis Crumlin Road Gaol ist es aber ratsam, zumindest eine Strecke mit dem Bus zurückzulegen. Es gibt zwei „Glider“ genannte Schnellbusse (G1, G2), die futuristisch aussehen und dich flott in der Stadt voranbringen. Unterstützt werden sie von zahlreichen pinken Metro-Bussen, die teilweise als Doppeldecker wie in London die Straßen durchqueren. Tickets für den Glider musst du vor der Fahrt am Automaten an den Stationen kaufen, Tickets für die Metro-Busse sind im Fahrzeug beim Fahrer per Tap and Go mit deiner Bankkarte erhältlich. Wir nutzten für die Routenplanung mit dem Bus vor Ort Google Maps, was sehr gut funktionierte.
Bild l.: Aufnahmeort / Bild r.: Aufnahmeort

Die beste Jahreszeit für Belfast

Wenn du nur Belfast als eigenständige Städtereise planst, spielt die Jahreszeit aus meiner Sicht eine untergeordnete Rolle und du kannst problemlos in jeder Saison anreisen. Zwar herrscht in der Nebensaison auf der irischen Insel das typisch britische Wetter mit unberechenbaren Ereignissen, doch bei starkem Regen und Sturm gibt es in der Stadt viel Sehenswertes im Trockenen zu erleben. Meine Freundin und ich entschieden uns bei der Planung unseres Roadtrips durch Nordirland inklusive Belfast ganz bewusst für den Oktober. Die Sonne zeigte sich zwar nicht immer und es wurde ab und zu auch etwas nass, doch die kräftigen und einmalig schönen Herbstfarben entschädigten dafür komplett (und es war auch touristisch viel weniger los). Außerdem lockt Halloween, wenn in ganz Belfast gefühlt jedes Haus mit aufwendigen Dekorationen geschmückt ist – in Derry findet dann sogar ein Halloween Festival statt.

Der allgegenwärtige Nordirlandkonflikt

Der Nordirlandkonflikt („The Troubles“) mit seiner Welle an Gewalt ist seit dem Karfreitagsabkommen 1998 theoretisch Geschichte, doch sichtbar und spürbar ist er auch in der Gegenwart. Im Kern geht es um die nationale Identität: Während die (meist katholischen) Nationalisten ein vereintes Irland anstreben, wollen die (meist protestantischen) Unionisten die Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich beibehalten. Der Ursprung des Identitätskampf geht in das 17. Jahrhundert zurück, als in der irischen Provinz Ulster gezielt protestantische Engländer und Schotten angesiedelt wurden („Plantation of Ulster“). 1921 erfolgte nach dem Unabhängigkeitskrieg die Teilung der Insel: der Süden blieb irisch, der Norden britisch mit protestantischer Mehrheit.

Peace Wall (Friedensmauer) in Belfast, Nordirland

Belfast und „The Troubles“ 1968–1998

Die katholische Minderheit wurde durch das unionistisch geprägte System politisch und gesellschaftlich benachteiligt. In den 1960er-Jahren formierten sich friedliche Bürgerrechtsbewegungen, um für die Gleichberechtigung zu demonstrieren. Viele davon wurden durch polizeiliche Gewalt und paramilitärische Angriffe blutig niedergeschlagen, bis die Eskalation schließlich in den dreißigjährigen Bürgerkrieg „The Troubles“ zwischen 1968 und 1998 mündete. Neben Belfast stand vor allem Derry im Mittelpunkt des Konflikts mit schrecklichen Ereignissen wie dem „Bloody Sunday“ 1972 – mehr dazu in meinem Artikel Derry: 10 Highlights in der „Walled City“. Heute ist der Konflikt offiziell beigelegt, die hier abgebildeten Peace Walls sind aber noch an zahlreichen Orten in Belfast sichtbar.
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Ist Belfast eine sichere Stadt?

Du stellst dir diese Frage sicherlich genauso wie wir vor der Reise. Meine Freundin und ich fühlten uns in Belfast aber zu keiner Zeit unsicher, ganz im Gegenteil. In den touristischen Vierteln bemerkst du absolut nichts mehr von den Nachwehen des Nordirlandkonflikts. Anders sieht es aus, wenn du dich in die protestantisch und katholisch geprägten Wohnviertel entlang der Falls Road und Shankill Road begibst, wo Dutzende Murals an die Geschehnisse der Vergangenheit erinnern. Dort stehen auch noch die an die Berliner Mauer erinnernden Peace Walls, welche die verfeindeten Lager trennt. Die Spannungen sind zwar auch heute nicht komplett abgebaut, aber es herrscht immerhin seit Jahrzehnten ein relativ stabiler Friede mit sporadischen Provokationen. Dennoch wird Besucherinnen und Besuchern von Belfast empfohlen, die Wohnviertel nur bei Tageslicht zu besichtigen.


 


BELFAST: DIE 10 BESTEN SEHENSWÜRDIGKEITEN

Pink beleuchtete Belfast City Hall, Nordirland

1) Sehenswertes in Belfast: Die City Hall

Die City Hall (das Rathaus von Belfast) ist das markanteste Gebäude in der Innenstadt. Es steht inmitten des riesigen Donegall Square, wo zahlreiche Buslinien ihren Start- und Endpunkt haben. Meine Freundin und ich stiegen hier aus dem Flughafenbus aus und auf dem kurzen Weg zu unserem Hotel room2 Belfast hometel* faszinierte mich die City Hall von außen bereits enorm. Das neobarocke Bauwerk wurde 1906 fertiggestellt und ist von einer großen Parkanlage mit Denkmälern umgeben. Das Innenleben kannst du auf zweifache Art besichtigen. Im Erdgeschoss ist um GBP 4,- (Kinder bis 18 Jahren kostenlos) die sehenswerte Ausstellung über die Geschichte von Belfast, die Titanic, über die BürgermeisterInnen, Bildung, Industrie, Kultur, Sport, Frauenrechte und vieles mehr zugänglich. Um GBP 6,- werden außerdem Führungen angeboten, die in das Obergeschoss und 16 repräsentative Räume führen.

Außenansicht der City Hall von Belfast

Außenansicht der City Hall von Belfast

Der Blick von außen auf die City Hall von Belfast mit ihrer 53 Meter hohen Kuppel ist äußerst imposant. Pläne für den Bau eines Rathauses wurden erstmals angefertigt, nachdem Belfast durch Queen Victoria 1888 den Stadtstatus erhalten hatte.
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Empfangshalle und Buntglasfenster in der City Hall in Belfast

Die Empfangshalle und die Buntglasfenster in der City Hall

Nach dem Betreten der City Hall stehst du in der Empfangshalle, die in prachtvollem Marmor ausgestaltet ist. Hier kannst du dich ohne Ticket umsehen, für die Besichtigung der Ausstellung oder für die Teilnahme an einer Führung erhältst du die Tickets gleich links vom Eingang. Enorm beeindruckend zum Ansehen sind die zahlreichen Buntglasfenster – im Bild siehst du meinen Favoriten mit vielen Motiven aus Belfast.
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Pink beleuchtete City Hall in Belfast

Pink beleuchtete City Hall im Oktober

Die City Hall wird zu verschiedenen Anlässen bunt beleuchtet. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs erstrahlte sie anlässlich der Baby Loss Awareness Week in kräftigem Pink. Von 9.-15. Oktober wird dabei jährlich an Frühgeburten, Totgeburten und frühen Säuglingsverlust aufmerksam gemacht.
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The Big Fish in der Innenstadt von Belfast, Nordirland

2) Sehenwertes in Belfast: Die Innenstadt und das Cathedral Quarter

Die City Hall ist nicht nur eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in Belfast, sondern auch der ideale Ausgangspunkt für die Erkundung der Innenstadt (City Centre) und des Cathedral Quarter, wo du abends in das lebendige Nachtleben eintauchen kannst (und solltest). Prachtvolle Bauten wechseln sich mit verfallenen Geschäftslokalen ab, einfache Wohnhäuser stehen in Kontrast zu Neubauten aus Glas und Stahl. Die bunte Mischung aus viktorianischer Pracht, morbid-verfallenen Häusern und fancy Geschäftslokalen erinnert eindrücklich daran, dass hier während des Nordirlandkonflikts vor wenigen Jahrzehnten noch eine Bürgerkriegszone herrschte und danach schrittweise eine moderne Belebung der Straßen stattfand. Erkunden lässt sich alles perfekt zu Fuß und du wirst zwischen breiten Boulevards, kleinen Gassen mit Kopfsteinpflaster und engen Durchgängen garantiert alle paar Meter ins Staunen kommen.

Die Albert Memorial Clock in Belfast

Die Albert Memorial Clock

Die 43 Meter hohe, gotische Albert Memorial Clock wurde zwischen 1865 und 1869 errichtet und erinnert an Prince Albert, den Gatten von Queen Victoria. Optisch ähnelt der Turm Big Ben in London – der auch das Vorbild für den Uhrturm in Belfast war. Der 2.000 Tonnen schwere Turm sank im Laufe der Zeit etwas ein und neigt sich leicht zur Seite.
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Die Linen Hall Library in Belfast

Die Linen Hall Library in Belfast

Die Linen Hall Library ist ein verstecktes Kleinod an der Nordseite des Donegall Square gegenüber dem Rathaus. Die Bibliothek wurde im 18. Jahrhundert eröffnet und ist sowohl für Einheimische als auch Besucherinnen und Besucher zugänglich. Die Räume sind ein idealer Ort, um kurz einmal innezuhalten und zu entspannen oder in einem der Bücher zu schmökern. Es gibt auch ein kleines Café, das während unseres Besuchs leider bereits geschlossen hatte. Ein Tipp: Im Treppenhaus lohnt sich ein Blick auf die Ausstellung über Plakate zur Zeit des Nordirlandkonflikts.
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Außenansicht der Crown Bar in Belfast

Die Crown Bar in Belfast

Die Crown Bar (Crown Liquor Saloon) ist von außen wie von innen absolut grandios zum Ansehen! Sie wurde 1826 im Barockstil erbaut und zählt zu den schönsten Pubs in Großbritanniens. In der blauen Infobox (Essen und Trinken in Belfast) am Ende des Artikels zeige ich dir das Innenleben der Bar, in der du auch gut Abendessen kannst.
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Außenansicht des Grand Opera House in Belfast

Das Grand Opera House in Belfast

Schräg gegenüber der Crown Bar sticht bereits das nächste Highlight im Cathedral Quarter ins Auge. Das Grand Opera House stammt aus dem Jahr 1895 und weist orientalische Stilelemente auf.
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Skulptur Beacon of Hope in Belfast

Die Skulptur Beacon of Hope

Am Ufer des Flusses Lagan an der Queen Elizabeth Bridge ist die Skulptur Beacon of Hope vom schottischen Künstler Andy Scott zu finden. Die rund 20 Meter hohe weibliche Figur steht auf einer Weltkugel und erhebt sich spiralförmig nach oben. In den Händen hält sie den „Ring of Thanksgiving“ (Ring der Dankbarkeit), was ihr den spöttischen Spitznamen „The Thing with the Ring“ („Das Ding mit dem Ring“) einbrachte. Die Symbolik ist jedenfalls ernst und erinnert an die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nach dem Nordirlandkonflikt, auf Frieden und Versöhnung sowie auf Offenheit gegenüber der Welt.
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Skulptur The Salmon of Knowledge (The Big Fish) in Belfast

Die Skulptur The Big Fish

Eine auf den ersten Blick etwas seltsame Sehenswürdigkeit ist The Big Fish aus dem Jahr 1994. Die auch als Salmon of Knowledge bekannte, zehn Meter lange Skulptur von John Kindness besteht aus Dutzenden blau-weißen Keramikkacheln. Diese sind mit historischen Texten und Bildern zur Geschichte von Belfast bedruckt. Der Fisch ist vielleicht kein spannender Ort, aber ein faszinierendes Objekt und mittlerweile ein Wahrzeichen der Stadt.
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Murals und Street Art in Belfast

Murals und Street Art in Belfast

Street Art ist in Belfast an gefühlt jeder Ecke zu finden. Die zahlreichen Murals sind in der von der Vergangenheit geprägten Stadt nicht nur ein Ausdruck von künstlerischer Freiheit, sondern großteils auch sehr tiefgründig. Im Stadtzentrum stehen kreative Motive im Vordergrund, im Titanic Quarter – wie der Name schon sagt – die Geschichte der Titanic und ihres Schicksals. In den katholischen und protestantischen Vierteln dagegen erinnern die Wandgemälde an die Gräueltaten des Nordirlandkonflikts (siehe Punkt 7 und 8).
Bild o. l.: Aufnahmeort / Bild o. r.: Aufnahmeort
Bild u. l.: Aufnahmeort / Bild u. r.: Aufnahmeort


The Samson & Goliath Cranes im Titanic Quarter in Belfast, Nordirland

3) Sehenswertes in Belfast: Das Titanic Quarter

Wo früher stählerne Giganten der Meere gebaut wurden, ist heute das Titanic Quarter zu finden. 1861 gründeten Edward Harland und Gustav Wolff die weltberühmte Schiffsreederei Harland & Wolff und errichteten östlich der Belfaster Innenstadt ihre Werft. Rund 1.700 Schiffe wurden hier gebaut und in die weite Welt entlassen, darunter auch die schicksalsbehaftete RMS Titanic sowie ihre Schwesternschiffe Olympic und Britannic. Nach dem Niedergang der Schiffsbauindustrie lag das Gelände brach und wurde erst vor wenigen Jahrzehnten revitalisiert. Exakt 100 Jahre nach dem Untergang der Titanic 1912 eröffnete 2012 an der Stelle der ehemaligen Werft das Titanic Museum (siehe nächster Punkt). Das Titanic Quarter beherbergt ein Filmstudio, moderne Wohnhäuser und zahlreiche historische Erinnerungsorte – es ist damit weniger ein attraktiver Ort zum Verweilen, als vielmehr zum Eintauchen in die Geschichte.

Uferpromenade des Titanic Quarter in Belfast

Uferpromenade des Titanic Quarter

Wenn du von der Innenstadt kommst, überquerst du hinter der Skulptur The Big Fish die Fußgängerbrücke Lagan Weir Footbridge und betrittst danach die Uferpromenade des Titanic Quarter. Ein Spaziergang entlang des Flusses Lagan ist sehr empfehlenswert und bietet interessante Ausblicke auf neue und historische Bauten.
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Spiegelung von modernen Häusern im Titanic Quarter in Belfast

Moderne Häuser rund um das Titanic Quarter

Entlang des Ufers sind in den letzten Jahren zahlreiche Wohn- und Bürobauten aus dem Boden geschossen. Vom Titanic Quarter aus spiegelt sich die neue Skyline von Belfast im Fluss Lagan.
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Zwillingskräne Samson and Goliath in Belfast

Die Zwillingskräne Samson and Goliath

Eines der wichtigsten Wahrzeichen von Belfast sind die Zwillingskräne Samson and Goliath – hier im Bild ist der vordere der beiden nach biblischen Figuren benannten stählernen Ungetüme zu sehen. Die gelben Kräne wurden 1969 (Goliath) bzw. 1974 (Samson) errichtet, dominieren bis heute das Stadtbild und stehen unter Denkmalschutz.
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Glasfenster "Glass of Thrones" in Belfast

„Glass of Thrones“ in Belfast

Nordirland war einer der Hauptdrehorte für die Kultserie “Game of Thrones”. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Produktion wurde der Glass of Thrones Walking Trail geplant. Sechs große Glasfenster zeigen Szenen aus der Serie und sind bis auf ein Fenster alle entlang der Uferpromenade im Titanic Quarter leicht zu finden.
Bild l.: Aufnahmeort / Bild r.: Aufnahmeort


Bunt beleuchtetes Titanic Museum in Belfast, Nordirland

4) Sehenswertes in Belfast: Das Titanic Museum

Das Titanic Belfast Museum ist die bekannteste Attraktion der Stadt und absolut sehenswert! Es wurde 2012 eröffnet – 100 Jahre nach dem tragischen Untergang der Titanic. Der futuristische Bau steht auf dem Gelände der ehemaligen Schiffswerft von Harland & Wolff und zeigt eindrucksvoll die Geschichte vom Bau und Schicksal des damals größten Passagierschiffs der Welt. Das Museum sollte nach dem Ende des Nordirlandkonflikts die Wirtschaft und den Tourismus beleben, was eindrucksvoll gelang. Die Besucherzahlen übertrafen alle Erwartungen und in der Hauptsaison sind die Eintrittskarten tagelang im Voraus ausgebucht. Kaufe dir deshalb unbedingt bereits im Vorfeld die Tickets für das Titanic Museum inklusive SS Nomadic*. Willst du das volle Titanic-Erlebnis, quartiere dich gegenüber im Titanic Hotel Belfast* ein. Es ist im historischen Gebäude untergebracht, wo früher die Pläne für die Schiffe gezeichnet wurden.

Beleuchtetes Titanic Belfast Museum

Die spektakuläre Architektur des Titanic Belfast Museum

Das Titanic Belfast Museum wurde in dreijähriger Bauzeit errichtet und benötigte damit sogar etwas länger als der Bau der RMS Titanic selbst. Die vier zackigen Kanten sollen an einen Schiffsbug erinnern. Nach Einbruch der Dunkelheit wird das imposante Bauwerk beleuchtet und ich fuhr mit dem Glider-Bus extra noch ein zweites Mal zum Museum, um es in den schönsten Farben zu fotografieren.
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Ausstellungsstücke im Titanic Belfast Museum

Ausstellungsstücke im Titanic Belfast Museum

Für den Besuch des Titanic Belfast Museum würde ich zwei bis drei Stunden einplanen, da es wirklich viel zu sehen gibt. Die Ausstellung ist in mehrere interaktive Bereiche gegliedert: Belfast zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der Bau in der Schiffswerft, der Stapellauf 1911, die Innenausstattung, die Jungfernfahrt, der Untergang in der Nacht von 14. auf 15. April 1912, die Nachwirkungen des Unglücks, Mythen und Legenden sowie das Wrack am Meeresgrund.
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Blick vom Titanic Belfast Museum auf das Trockendock der ehemaligen Werft

Das Trockendock der ehemaligen Werft

An einer Stelle im Titanic Belfast Museum überblickst du das ehemalige Werftgelände von Harland & Wolff. Durch die Dutzenden aufgestellten Stelen erkennst du gut die Dimensionen des Trockendocks, wo die Titanic zusammengebaut wurde.
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Animation des Wracks der Titanic im Titanic Belfast Museum

Bedrückende Blicke auf das Wrack der Titanic

Der letzte Abschnitt im Titanic Belfast Museum lässt nochmals Gänsehaut aufkommen. In beeindruckender Art und Weise blickst du hinab auf das Wrack der Titanic und fährst mit der Kamera entlang des einstmals größten Passagierschiffs der Welt.
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Collage der Beleuchtung des Titanic Belfast Museum

Die Farben des Titanic Belfast Museum

Das Gebäude des Titanic Belfast Museum ist ein absoluter Blickfang. Sobald es dämmert, wird es in abwechselnden Farben stilvoll beleuchtet.
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SS Nomadic, Schwesterschiff der RMS Titanic vor dem Titanic Belfast Museum

Die SS Nomadic

Vor dem Titanic Belfast Museum ist die SS Nomadic ausgestellt – das letzte überlebende Schiff der White Star Line, welche vor hundert Jahren die bekannteste und größte Reederei war. Mit deinem Ticket für das Titanic Museum* hast du gleichzeitig auch Zugang zu diesem Schiff. Meine Freundin und ich hatten aber nach der umfangreichen Besichtigung keine Kräfte mehr, in das Innere der SS Nomadic zu schauen.
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Innenansicht des St Georges Market in Belfast, Nordirland

5) Sehenswertes in Belfast: St Georges Market

Was darf während einer Städtereise nie fehlen? Richtig, Märkte! In Belfast gibt es mit dem St Georges Market eine der besten Markthallen in ganz Großbritannien. Das Gebäude stammt noch aus der viktorianischen Zeit und ist ein absoluter Pflichtbesuch – sofern du Freitag, Samstag oder Sonntag in Belfast bist. Denn nur an diesen Tagen ist der Markt geöffnet und bietet unterschiedliche Schwerpunkte. Freitags (8:00 – 14:00 Uhr) werden an rund 200 Ständen frisches Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch, Antiquitäten, Kleidung und Kunst angeboten. Der Samstag (9:00 – 16:00 Uhr) läuft unter dem Motto City Food and Craft Market und punktet mit großartigem Street Food sowie Dutzenden Künstlerinnen und Künstlern mit ihren Produkten. Der Sonntag (10:00 – 16:00 Uhr) ist eine Mischung aus den beiden vorangegangenen Tagen. Komm hier unbedingt mit leerem Magen her!

Viktorianische Markthalle des St Georges Market in Belfast

Viktorianische Markthalle des St Georges Market

Beim Betreten der viktorianischen Markthalle des St Georges Market strömt eine Reizüberflutung auf dich ein. Am besten verschaffst du dir erst einmal einen Überblick über das riesige Angebot und lässt dich von deinen Augen und der Nase leiten.
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Street Food im St Georges Market in Belfast

Street Food im St Georges Market in Belfast

Nachdem wir zweimal in Belfast übernachteten – am Beginn und am Ende unseres Roadtrips durch Nordirland – nutzten wir die Gelegenheit und probierten uns gleich doppelt durch die Köstlichkeiten am St Georges Market. Sehr empfehlenswert ist der Seafood Chowder (ein Eintopf mit Meeresfrüchten) und Pommes Frites (Bild o. r.). Die lokale Spezialität Belfast Bap ließen wir aus, denn offensichtlich ist diese Speise nur etwas für Fleischtiger mit kräftigem Magen (u. l.). Unbedingt probieren solltest du aber die Süßigkeit Fifteens, eine Mischung aus 15 Biscuits, 15 Marshmallows und 15 glacierten Kirschen (u. r.).
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Commercial Court (bunte Gasse mit Regenschirmen) in Belfast, Nordirland

6) Sehenswertes in Belfast: Commercial Court

Hier steppt der Bär! Das Nachtleben von Belfast ist intensiv und man merkt den Einheimischen an, dass sie gut und gerne feiern. Der beste Ausgangspunkt für eine Pubtour durch die Stadt ist der Commercial Court im Cathedral Quarter. Die kleine Gasse ist untertags schon sehenswert, aber nach Einbruch der Dunkelheit funkelt und schimmert hier alles in bunten Farben. Hier sind gleich mehrere Bars und Pubs mit Livemusik zu finden, darunter das bekannteste der Stadt: Duke of York. Es lohnt sich, in jeden noch so kleinen Durchgang zu blicken, denn du wirst einige Überraschungen entdecken. Ein Tipp: während du im Commercial Court und der Umgebung garantiert nicht durstig bleibst, sieht es beim Thema Essen schon schwieriger aus. Ohne Reservierung fanden meine Freundin und ich nirgendwo einen Platz und die Küchen in Belfast schließen ungewohnt früh.

Beleuchteter Commercial Court in Belfast

Viel Trubel im Commercial Court

Bunt, schrill und laut geht es im Commercial Court von Belfast zu. Die von Regenschirmen und Dutzenden LED-Lichtern gesäumte Gasse ist das Herz des Ausgehviertels im Cathedral Quarter.
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Livemusik im Pub The Duke of York in Belfast

Livemusik im Duke of York

Das bekannteste Pub ist The Duke of York. Von den Decken und an den Wänden hängen unzählige Fahnen, Wimpel, Plakate, Tafeln und sonstige Erinnerungsstücke an die Vergangenheit. Während du im vorderen Bereich im dichten Gedränge dein Bier trinkst, geht es im hier abgebildeten hinteren Bereich angenehmer zu. Das Pub ist für seine Livemusik bekannt – unter anderem hatte die weltbekannte nordirische Band Snow Patrol hier 1998 ihren ersten Auftritt.
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Sehenswerte Murals im Commercial Court in Belfast

Sehenswerte Murals im Commercial Court

In jedem Durchgang und Hinterhof wartet eine Überraschung in Form von Street Art und sehenswerten Murals. Sei es Whites Tavern etwas abseits vom Commercial Court (Bild o. l.) oder das Pub The Dark Horse mit seinem fantastischen Innenhof, wo typische Belfaster Szenen an die Wand gemalt sind.
Bild o. l.: Aufnahmeort / Bild o. r.: Aufnahmeort
Bild u. l.: Aufnahmeort / Bild u. r.: Aufnahmeort

Das Pub The Dark Horse und eine der Holztüren aus „Game of Thrones“ in Belfast

The Dark Horse

Das Pub The Dark Horse ist auch von innen erwähnenswert. Es ist nicht nur ein stilvoller Ort, um ein Pint Guiness oder einen irischen Whiskey zu genießen, sondern bietet noch eine Besonderheit. Das Pub ist einer von zehn Orten in Nordirland, wo sich eine fein geschnitzte Holztür mit Motiven aus der Serie „Game of Thrones“ befindet. Was es damit auf sich hat, kannst du in meinem Artikel Causeway Coastal Route: 10 sehenswerte Orte nachlesen.
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Peace Wall im protestantischen Viertel in Belfast, Nordirland

7) Sehenswertes in Belfast: Das protestantische Viertel The Shankill

Der Nordirlandkonflikt (“The Troubles“) ist seit 1998 offiziell beigelegt, doch die Nachwehen dieser 30-jährigen Schreckenszeit sind in Belfast bis heute spür- und sichtbar. Der Kern des Konflikts ist ein jahrhundertelanger Kampf zwischen Unionisten/Loyalisten (meist Protestanten) und Nationalisten/Republikaner (meist Katholiken) um die nationale und kulturelle Identität und die Frage, ob Nordirland Teil des Vereinigten Königreichs bleiben oder sich mit der Republik Irland vereinen soll. In meinem Artikel Derry: 10 Highlights in der „Walled City“ findest du mehr Informationen darüber. Das Viertel Shankill in Belfast war neben Derry einer der Hotspots im Bürgerkrieg. Um die protestantischen von den katholischen Vierteln zu trennen, wurden Mauern („Peace Walls“) und Tore („Peace Gates“) errichtet. Ich empfehle dir, beide Viertel entweder zu Fuß oder per Black Taxi Tour* anzusehen, um die Geschichte nachvollziehen zu können.

Murals rund um die Shankill Road in Belfast

Murals rund um die Shankill Road

Die Shankill Road ist nach dem gleichnamigen Viertel The Shankill benannt und war im Nordirlandkonflikt einer der zentralen Orte der Unruhen. Die Gegend ist vorwiegend von protestantisch-britisch geprägten Menschen bewohnt, was die beiden Wandgemälde von King Charles III und Queen Elizabeth II zweifelsfrei bestätigen. Entlang der Shankill Road kommst du an unzähligen Murals und Denkmälern vorbei, die nichts für schwache Nerven sind und die Gräueltaten der Vergangenheit schonungslos in Erinnerung rufen.
Bild o. l.: Aufnahmeort / Bild o. r.: Aufnahmeort
Bild u. l.: Aufnahmeort / Bild u. r.: Aufnahmeort

Peace Wall am Cupar Way in Belfast

Peace Wall am Cupar Way

Der Cupar Way ist eine der Trennlinien zwischen protestantisch und katholisch geprägten Stadtvierteln und ein optisch prägendes Beispiel für die Peace Walls in Belfast. Nach intensiven Straßenschlachten wurde bereits 1969 von der britischen Armee damit begonnen, hohe Mauern und Barrieren aufzubauen, um die rivalisierenden Bewohner zu trennen. Im Bild siehst du eine gerade stattfindende Black Taxi Tour*, eine der am stärksten nachgefragten Aktivitäten für Touristen in Belfast. Zeitzeugen der Vergangenheit fahren dich in einem Taxi zu den wichtigsten Orten des Nordirlandkonflikts und erzählen dir die Geschehnisse aus ihrer Sicht.
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Peace Gates am Lanark Way in Belfast

Peace Gates am Lanark Way

Am Ende des Cupar Way biegst du links auf den Lanark Way ein und stößt dann auf das nächste Relikt des Nordirlandkonflikts. Die Peace Gates sind tatsächlich immer noch aktiv und werden aus Sicherheitsgründen täglich ab dem späten Abend bis zeitig in der Früh geschlossen.
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Clonard Martyrs Memorial Garden im katholischen Viertel in Belfast, Nordirland

8) Sehenswertes in Belfast: Das katholische Gaeltacht Quarter

Auf der anderen Seite der Peace Gates beginnt das katholisch geprägte Gaeltacht Quarter. Ausgehend von der Falls Road forderten in den späten 1960er-Jahren pro-irische Republikaner mit Protestmärschen („The Civil Rights Movement“) mehr Bürgerrechte. Es kam daraufhin zu brutalen Zusammenstößen mit pro-britischen Unionisten und die Falls Road erlangte traurige Bekanntheit als einer der Hauptschauplätze im Nordirlandkonflikt. Die britische Armee wurde in das Viertel entsandt und zunächst auch willkommen geheißen. Bald wurden die Soldaten aber als Besatzungsmacht empfunden und es kam zu weiteren Krawallen. Selbst nach dem Karfreitagsabkommen – dem Ende des Konflikts – verließen erst 2005 die letzten Truppen das Viertel. Auf der Black Taxi Tour* erfährst du auch hier persönliche Einblicke von Bewohnern des Gaeltacht Quarter.

Der Clonard Martyrs Memorial Garden in der Bombay Street in Belfast

Clonard Martyrs Memorial Garden in der Bombay Street

Im August 1969 wurden viele der Häuser in der Bombay Street bei einem Angriff von protestantisch geprägten Bewohnern niedergebrannt. Der Clonard Martyrs Memorial Garden erinnert an Aktivisten und Zivilisten aus dem Viertel sowie an gefallene Mitglieder der IRA und ehemalige politische Häftlinge.
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Peace Walls auf katholischer Seite (Falls Road) in Belfast

Peace Wall auf katholischer Seite

Perspektivenwechsel: Während die Peace Wall auf der einen Seite mit bunten Graffitis und Friedensbotschaften übersät sind, blickst du an anderen Abschnitten auf nackten Beton und meterhohe Sicherheitszäune.
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Bobby Sands Mural an der Falls Road in Belfast

Bobby Sands Mural an der Falls Road

Eines der bekanntesten Wandgemälde in Belfast ist das Bobby Sands Mural an der Ecke Falls Road/Sevastopol Street. Das riesige Porträt zeigt Bobby Sands, Schriftsteller und Mitglied der Irischen Republikanischen Armee (IRA). Er starb mit 27 Jahren nach einem 66-tägigen Hungerstreik im Gefängnis und erlangte daraufhin unter den pro-irischen Bewohnern den Status eines Märtyrers.
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Das alte Gefängnis Crumlin Road Gaol in Belfast, Nordirland

9) Sehenswertes in Belfast: Das Gefängnis Crumlin Road Gaol

Das 1996 geschlossene Gefängnis Crumlin Road Gaol zählt zu den morbiden Highlights während einer Städtereise nach Belfast. Es liegt nördlich der Innenstadt und ist mit den pinken Metro-Bussen von mehreren Stationen aus gut erreichbar (nutze dazu einfach Google Maps). Die Haftanstalt wurde 1846 erbaut und diente Verbrechern, Mördern und Suffragetten (die frühen Aktivistinnen der Frauenrechtsbewegung im 19./20. Jahrhundert) als Verlies. In der Zeit des Nordirlandkonflikts nutzte man das Gefängnis für die Inhaftierung von politischen Rebellen. Heute wird es als Museum, für Events und weitere Veranstaltungen genutzt. Der Eintrittspreis ist recht hoch, das Erlebnis aber einzigartig. Meine Freundin und ich fanden den Besuch jedenfalls sehr informativ, wenn auch bedrückend. Alle Infos zu Tickets und Öffnungszeiten findest du auf der offiziellen Webseite crumlinroadgaol.com.

Ausstellung im ehemaligen Gefängnis Crumlin Road Gaol in Belfast

Ausstellung im Gefängnis Crumlin Road Gaol

Ein Rundgang durch das ehemalige Gefängnis Crumlin Road Gaol führt durch die Innen- und Außenräume der Haftanstalt im Norden von Belfast. Du bekommst über Informationstafeln, Videoinstallationen und in Schauräumen einen sehr guten Einblick, wie es damals hier zugegangen sein muss und dass nicht immer die Gerechtigkeit im Vordergrund stand.
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Innenhof des ehemaligen Gefängnisses Crumlin Road Gaol in Belfast

Innenhof im Crumlin Road Gaol

Der Innenhof des Crumlin Road Gaol beeindruckte mich besonders. Ich fühlte mich vor Ort an diverse Filme und Serien erinnert, in denen Gefängnisse dieselbe Ästhetik aufweisen.
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Mc Art's Fort auf dem Cave Hill Trail in Belfast, Nordirland

10) Sehenswertes in Belfast: Belfast Castle und Cave Hill Trail

Der letzte Punkt in meinem Artikel über die besten Sehenswürdigkeiten in Belfast ist dann sinnvoll, wenn du in der Hauptstadt deine Rundreise durch Nordirland beginnst. Fährst du dann nämlich mit dem Mietwagen in Richtung der Causeway Coastal Route, ist das Belfast Castle ein perfekter Zwischenstopp. Das Schloss selbst mit seinem wunderschönen Garten ist sehr spektakulär anzusehen. Was meiner Freundin und mir aber besonders gefiel, war der dort startende Wanderweg Cave Hill Trail mit dem Ziel McArt’s Fort. Der grün markierte Rundwanderweg ist 7,2 Kilometer lang, wobei wir nicht die komplette Runde absolvierten und am Ende auf „nur“ rund fünf Kilometer Marsch kamen. Der Weg bzw. später Pfad ist recht einfach zu gehen, erfordert allerdings etwas Kondition und trittfeste Schuhe! Nimm dir auch unbedingt etwas zu trinken mit. Die Aussicht vom McArt’s Fort ist die Mühe absolut wert und sensationell!

Das Belfast Castle und die Gartenanlage

Das Belfast Castle und die Gartenanlage

Das Belfast Castle aus dem 19. Jahrhundert liegt wunderbar versteckt eingebettet inmitten der Natur. Es wird als Restaurant und Veranstaltungszentrum genutzt, Ausstellungen gibt es keine zu besichtigen. Dafür gilt es im Garten ein Rätsel zu lösen: neun Katzen verstecken sich in Form von Skulpturen, Symbolen sowie auf andere Art und Weise – die Suche war gar nicht so einfach!
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McArt's Fort auf dem Cave Hill Trail mit Aussicht auf Belfast

McArt’s Fort auf dem Cave Hill Trail

Das Ziel der Wanderung auf dem Cave Hill Trail ist das geheimnisumwobene McArt’s Fort. Bis auf Grundmauern (die ich nicht erkennen konnte) gibt es heute keine Überreste der Festung. Das Highlight ist aber ohnehin der Berg, von dessen Plateau du ganz Belfast und weite Teile der Umgebung überblickst.
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McArt's Fort auf dem Cave Hill Trail mit Aussicht auf Belfast

Beste Aussicht auf Belfast

McArt’s Fort ist offensichtlich ein beliebter Ausflugspunkt, denn allein waren wir auf dem Berg nicht. Dutzende Familien und Wanderer trotzten dem wenig ansprechendem Wetter und hielten hier oben ihr Picknick ab. Die Aussicht macht diesen Ort aber auch wirklich zu etwas ganz Besonderem!
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ESSEN UND TRINKEN IN BELFAST

The Crown Liquor Saloon (46 Great Victoria St): Das Erdgeschoss der Bar ist sensationell zum Ansehen, hier ist die Stimmung inmitten der prachtvollen Innenausstattung und Verzierungen am Höhepunkt. Mit etwas Glück ergatterst du einen Platz in einer der Sitznischen, die „Snugs“ genannt werden. Da wir etwas essen wollten, mussten wir in den ersten Stock wechseln, wo das Ambiente eher klassisch angehaucht ist.

Duke of York (7-11 Commercial Ct): Das Pub, das du nicht auslassen darfst! Die Erinnerungsstücke der Vergangenheit zieren alle Wände, Ecken und sonstigen freien Flächen. Eine unheimlich starke Atmosphäre am Abend!

Agra Indian Cuisine (7 Bridge St): Sehr gutes indisches Essen, wir hatten Papadamme mit Chutney-Mix, Butter Chicken Tikka, Aloo Gobi mit Pilau Reis und Garlic Naan mit Raita.

Bean around the world (20 Cupar Way): ein kleines Kiosk-Café direkt an der Peace Wall und eine gute Möglichkeit, inmitten der Geschichte rund um den Nordirlandkonflikt kurz innezuhalten und eine Pause einzulegen.

Sawers (Fountain Centre, College St): ein sehr cooles Lebensmittelgeschäft, um Delikatessen und Mitbringsel aus Belfast mitzunehmen.

 


FAZIT

Viele Jahre schon wollte ich unbedingt einmal nach Belfast und mit der Rundreise durch Nordirland wurde dieser Traum erfüllt. Die Hauptstadt bietet einfach ein unglaublich abwechslungsreiches Spektrum aus Geschichte und Sehenswürdigkeiten. Sich auf die Spuren der Titanic zu begeben und zu sehen, wo das damals größte Passagierschiff der Welt vom Stapel ging, berührte mich sehr. Ebenso emotional wird es bei einem Spaziergang durch die protestantisch und katholisch geprägten Stadtviertel, wo die Nachwehen des Nordirlandkonflikts auch heute noch deutlich spürbar und sichtbar sind. In der Innenstadt dagegen wird gefeiert, als gäbe es kein Morgen – das Cathedral Quarter mit dem bunt-schrillen Commercial Court gefiel mir dabei am besten. Belfast kann ich dir von ganzem Herzen empfehlen, wie denkst du darüber? Schreib mir gerne einen Kommentar!

 

Belfast, Nordirland: Reisebericht mit den 10 besten Sehenswürdigkeiten, den schönsten Fotospots und allgemeinen Tipps mit Lokalempfehlungen.

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