Wo das Christkindl wirklich wohnt

Christkindl-Wachsfigur in der Wallfahrtskirche Christkindl

Als ich noch klein war, ging es mir zu Weihnachten wohl wie vielen anderen Kindern auch: gespanntes Warten auf den Heiligen Abend und das Christkind. Die Wahrheit kam dann mit zunehmenden Alter zwar rasch ans Tageslicht, die Illusion und Faszination hat das Christkind aber nicht verloren. In diesem Artikel zeige ich euch deshalb, wo es wohnt: nämlich in Christkindl! Der kleine Ort in Oberösterreich ist jedes Jahr während der Adventzeit ein magischer Anziehungspunkt für Groß und Klein. Euch erwarten eine zauberhafte Geschichte, märchenhafte Krippen, eine sagenhafte Wallfahrtskirche und ein liebevolles Sonderpostamt.


Dieser Artikel wurde zuletzt am 24. Dezember 2019 aktualisiert.

Christkindl

Reisezeit: Dezember 2019
Ort:
Christkindlweg 6, 4411 Christkindl
Zeitraum: 29. November 2019 bis 6. Jänner 2020
Öffnungszeiten und Webseite Sonderpostamt: https://www.christkindl.at
Öffnungszeiten und Webseite Kirche/Krippen: https://www.dioezese-linz.at/
Anreise von Wien: mit dem Auto über die A1 bis Ausfahrt Haag, dann B42/B122 bis Steyr, den Schildern nach Christkindl folgen (ca. 2:10 h)
Parkplatz: gegenüber der Volksschule Christkindl (Position anzeigen)
Unterkunft: Hotel Christkindlwirt* (Christkindlweg 6, 4400 Christkindl/Steyr): tolle, sehr ruhige Lage direkt neben der Wallfahrtskirche an einem Hang, schöne Aussicht, modern eingerichtete, geräumige Zimmer, sehr bequeme Betten, super Dusche, kostenloses WLAN, ausgezeichneter Wellnessbereich zum Wohlfühlen mit Sonnenterrasse, Frühstücksbuffet gut aber nicht umwerfend, Abendessen nicht gebucht, Sonderpostamt von Ende November bis Anfang Jänner direkt im Hotel. Weiterempfehlung? JA
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Straßenschild Christkindlstraße

Christkindl – ein Ort mit Anziehungskraft

Die Wallfahrtskirche in Christkindl zählt zu den bekanntesten Kirchen Österreichs und darüber hinaus. Der auf einem Hügel gelegene Ort Christkindl gehört als Stadtteil zu Steyr, das wunderschön darunter liegt und sich ebenfalls einen Besuch verdient. Jedes Jahr um die Weihnachtszeit erhöht sich das Interesse am Ort extrem: einerseits zieht es zahlreiche Menschen aufgrund der mystischen Geschichte von Christkindl hierher. Andererseits schreiben Tausende Kinder ihre Wünsche an das Christkind, welche in einem eigenen Sonderpostamt beantwortet werden. Außerdem locken Sonderbriefmarken und Sonderstempel Sammler an, um die begehrten Exemplare aus der Welt der Philatelie zu erhalten.

Eine sagenhafte Geschichte

Selten habe ich eine so faszinierende Geschichte über die Entstehung eines Ortes gehört wie die von Christkindl. Die Kurzfassung davon möchte ich natürlich mit euch teilen! Laut einer Sage fing alles damit an, dass ein Mann namens Ferdinand Sertl im Jahr 1691 nach Steyr kam und sich als Chorregent sowie als Türmer verdiente. Der tiefgläubige Sertl litt an Fallsucht (Epilepsie) und befestigte an einer Fichte im damals noch dichten Wald nahe Steyr das Bild der Heiligen Familie. Mit der Hoffnung, von seiner Krankheit geheilt zu werden, betete er fortan an dieser Stelle – an der heute die Wallfahrtskirche steht.

Wundersame Heilung

Eines Tages kam Sertl zu Ohren, dass eine an den Füßen gelähmte Chorschwester der Nonnen der Zölestinerinnen ein Wunder ereilte. Die Schwester erhielt über Umwege von einem Mann aus Rechling in Salzburg ein kleines Christkindl aus Wachs, das sie um Linderung ihrer Not bat. Das Gebet wurde erhört und die Frau konnte plötzlich wieder gehen. Sertl bemühte sich also ebenfalls um solch ein Christkindl, welches er von den Nonnen dann auch tatsächlich erhielt. Das Bild der Heiligen Familie im Wald ersetzte er mit der Wachsfigur, für die er eine kleine Aushöhlung in den Baum schnitzte und das Christkindl hineinstellte.

Ein Pilgerort ensteht

Auch die Gebete von Ferdinand Sertl wurden erhört und der Mann konnte alsbald ohne Beschwerden leben. Die Genesung sprach sich natürlich herum und mit der Zeit pilgerten immer mehr Menschen zu dem Fichtenbaum im Wald, um das Christkindl um Hilfe zu bitten. Aufzeichnungen zufolge erfolgten noch viele Heilungen, darunter die eines Kindes des Bauern Rahofers von St. Ulrich. Aus Dankbarkeit errichtete der Bauer eine kleine Kapelle aus Holz, die den Baum sowie das Christkindl einschloss und schützte. Der Platz wurde für die zahlreich erscheinenden Pilger aber rasch zu eng und die Opfergaben in Form von Votivbildern sowie Geld mehrten sich.

Von der Kapelle zur Kirche

Der Klosterabt von Garsten, Anselm I., bat deshalb das Ordinariat in Passau um Bewilligung für den Bau einer größeren, steinernen Kapelle. Davon wollte man in Passau nichts wissen und forderte die Herausgabe der Wachsfigur. Das wiederum verweigerte Anselm aufgrund der mittlerweile enorm religiösen Anziehungskraft des Christkindls für die Bevölkerung. Einige Jahre dauerte es, bis man schließlich doch die Bewilligung erhielt und den Baumeister Antonio Carlone mit dem Bau einer Kirche statt einer Kapelle beauftragte. Carlone verstarb aber noch während der Errichtung, sodass Jakob Prandtauer – bekannt für das weltberühmte Stift Melk in Niederösterreich – die Kirche vollendete.

Prächtiges Zuhause für das Christkindl

Der Fichtenbaum, in dem das Christkindl stand, wurde an seiner ursprünglichen Stelle in den Bau eingeschlossen und wird seitdem von einem prachtvollen Hochaltar umrahmt. Was sagt ihr zu dieser Geschichte, ist sie nicht herrlich? Wenn ihr euch die Wallfahrtskirche persönlich anseht, dann findet ihr das kleine Christkindl in der Mitte des Altars. Es steht in einem goldenen Strahlenkranz und wird garantiert übersehen, wenn man nicht weiß, wohin man schauen muss. 😉 Nachfolgend zeige ich euch nun einige Eindrücke von Christkindl.

Außenansicht der Wallfahrtskirche in Christkindl, Steyr
Wunderschön thront die Wallfahrtskirche auf einer Anhöhe über Christkindl. Der Bau wurde 1702 von Giovanni Battista Carlone begonnen und nach seinem Tod ab 1708 von Jakob Prandtauer vollendet. Der offizielle Name der Kirche lautet übrigens „Wallfahrtskirche Zum göttlichen Christuskind“.
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Innenansicht der Wallfahrtskirche in Christkindl, Steyr
Wenn ihr unter dem Jahr in die Kirche geht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Gitter euch den Weg zum Altar versperrt und ihr diesen nur aus der Distanz bewundern könnt. Schaut deshalb entweder in der Adventzeit oder während des Jahres im Rahmen einer Führung in Christkindl vorbei. Es wäre doch schade, die kleine Wachsfigur im goldenen Strahlenkranz nicht aus der Nähe betrachten zu können! Immerhin ist sie der Auslöser für den Bau der Kirche und die Entstehung des Ortes Christkindl. 😉
Beide Bilder: Aufnahmeort anzeigen
Grundstein in der Wallfahrtskirche in Christkindl, Steyr
Wer genau schaut, entdeckt auf der linken Seite den Grundstein der Kirche. Schriftlich erwähnt wird darin der Klosterabt von Garsten, Anselm I. – er startete die Bemühungen für den Bau der Wallfahrtskirche. Ein interessantes Detail: der Grundstein ist nicht auf Bodenniveau, sondern etwas höher eingemauert. Das liegt daran, dass die Grundmauern bereits gesetzt wurden, bevor die Baubewilligung aus Passau einlangte. Erst danach konnte der Grundstein tatsächlich eingesetzt werden.
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Loretokapelle an der Wallfahrtskirche in Christkindl, Steyr
Außerhalb der Kirche solltet ihr noch einen kurzen Blick in die sehenswerte Loretokapelle machen. Diese wurde 1876 errichtet und besticht vor allem durch ihren neugotischen Altar. Zahlreiche Menschen nutzten während unseres Besuchs die Möglichkeit, ein Opferlicht für die Verstorbenen anzuzünden.
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Außenansicht der Wallfahrtskirche und des Pfarrheims in Christkindl, Steyr
Im zauberhaften Licht der untergehenden Sonne seht ihr hier die Wallfahrtskirche und das Pfarrheim von Christkindl. Ganz links befindet sich der Eingang zur Krippenschau.
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Die Pöttmesser-Krippe in Christkindl

Die Krippen von Christkindl

Die Wallfahrtskirche ist nur eines der Highlights in Christkindl. Nur wenige Schritte entfernt findet ihr im Pfarrheim eine Krippenausstellung, die es in sich hat. Eigentlich sind dort nur zwei Krippen ausgestellt, doch jede davon ist in ihrer Art eine erstaunliche Besonderheit. Es sind zwar EUR 3,50 Eintritt zu bezahlen, aber die Ausstellung ist jeden Cent wert! Hervorheben möchte ich auch das Engagement und die Begeisterung, mit der die Mitarbeiter aus dem Ort hier ihrer Arbeit nachgehen. Man spürt als Besucher einfach sofort, dass sich jeder der Atmosphäre von Christkindl bewusst ist.

Die mechanische Krippe

Was der Schlosser Karl Klauda (1855-1939) mit der mechanischen Krippe geschaffen hat, kann zurecht als Lebenswerk bezeichnet werden. Stolze 40 Jahre lang arbeitete Klauda an rund 300 Figuren, Dutzenden Häusern und vielen weiteren Details. Ein genauer Blick auf das Kunstwerk offenbart allerhöchste Schnitzkunst, perfekte Malerei und vor allem eines: seine Fähigkeit als Schlosser. Ein Zusammenspiel aus Zahnrädern, Fahrradketten, Walzen und Wellen sorgt dafür, dass große Teile der Krippe in Bewegung sind und dem Zuschauer etwas bieten. Früher noch mit Muskelkraft angetrieben, werden die Figuren heute mittels Elektromotor bewegt.

Meisterwerk mit vielen Details

Zu Lebzeiten noch kümmerte sich Klauda darum, einen Nachfolger in die Technik der mechanischen Krippe einzuführen, um das Funktionieren und den Fortbestand auch nach seinem Tod zu garantieren. Diese Aufgabe übernimmt bis heute Walter Schmidt, der den Spitznamen „Doktor Kripperl“ verliehen bekam. Er kennt die Krippe ebenfalls in- und auswendig – immerhin zerlegte er sie bereits mehrmals zur Reinigung und baute die Einzelteile dann wieder passend zusammen. Die mechanische Krippe in Echtzeit ansehen könnt ihr euch übrigens ca. alle 15-20 Minuten. Ein ortsansässiger Führer erklärt euch die Details und Umstände ganz genau, während ihr den liebevollen Drehorgeltönen lauschen und den Bewegungen der Figuren zusehen könnt.

Die Pöttmesser-Krippe

Die zweite ausgestellte Krippe im Pfarramt befindet sich im ersten Stock und ist die Pöttmesser-Krippe. Seht sie euch entweder direkt nach der Vorführung der mechanischen Krippe an oder während der Wartezeit auf diese. Tolles Service: ein Lichtsignal im ersten Stock weist darauf hin, sobald die mechanische Krippe im Erdgeschoss wieder zugänglich ist. Als ich vor der Pöttmesser-Krippe stand, blieb mir ehrlich gesagt kurz einmal die Luft weg. Es handelt sich um eine wirklich riesige Anlage! 18 Meter Länge und eine Größe von 58 m² sind absolut beeindruckende Zahlen.

Überdimensionales Kunstwerk

Geschaffen wurde die überdimensionale Krippe von Ferdinand Pöttmesser (1895-1977), der seinen Brotberuf aufgab, um sich komplett der Krippenschnitzerei zu widmen. Die im Pfarrheim dauerhaft aufgestellte Krippe hat schon mehrere Auf- und Abbauten von anderen temporären Standorten hinter sich. Die dabei entstandenen Schäden wurden repariert und dabei das Werk auch eine Spur vergrößert. Die orientalische Krippe ist in vier Bereiche aufgeteilt: die Hirten-Verkündigung, die Geburt Jesu, ein Beduinenmarkt und die Heiligen Drei Könige samt Gefolgschaft. Nehmt euch genügend Zeit, um die 778 Figuren genau studieren zu können! 😉

Die mechanische Krippe in Christkindl, Steyr
Die mechanische Krippe von Karl Klauda könnt ihr im Rahmen einer rund 10-/15-minütigen Führung in Aktion erleben. Ein ortsansässiger Führer erklärt mit Freude die zahlreichen kleinen Details, welche sich in der Krippenlandschaft verstecken.
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Die mechanische Krippe in Christkindl, Steyr
Dass Klauda rund 40 Jahre seines Lebens mit dem Bau der mechanischen Krippe verbrachte, verwundert nicht. Der Detailreichtum ist unglaublich und zeugt von höchster Präzision in den Bereichen Mechanik, Malerei und Schnitzerei.
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Die Pöttmesser-Krippe in Christkindl, Steyr
Nicht weniger spektakulär ist die im ersten Stock des Pfarrheims untergebrachte Pöttmesser-Krippe von Ferdinand Pöttmesser. Ganze 58m² Fläche nimmt die Installation ein.
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Die Pöttmesser-Krippe in Christkindl, Steyr
Die Pöttmesser-Krippe ist in vier Bereiche unterteilt. Hier seht ihr den Abschnitt, welcher die Geburt Jesu darstellt. Die feinen Details sind erneut einfach nur sensationell anzusehen und verdienen sich eine längere Betrachtung.
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Die Pöttmesser-Krippe in Christkindl, Steyr
778 Figuren und Tiere finden in der Pöttmesser-Krippe Platz. Dazu kommen liebevolle Nachbildungen von orientalischen Dörfern mit den charakteristischen Häusern.
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Schild zum Sonderpostamt Christkindl

Das Sonderpostamt

Falls ihr jemals Briefmarken gesammelt habt, dann versteht ihr garantiert die Faszination vieler Leute für das Sonderpostamt. In meiner Jugend landeten nicht nur Briefmarken in Alben, sondern auch Dutzende Sonderstempel, die zu besonderen Anlässen ausgegeben wurden. Nicht fehlen durfte dabei jedes Jahr der Sonderstempel von Christkindl auf der aktuellen Weihnachtsbriefmarke! Diesen kann sich im Grunde jeder auch von Zuhause holen: schickt eure Weihnachtskarten einfach vom Schalter eures Postamts ab und sagt, dass die Karten über Christkindl laufen sollen. Dann kommen Sie mit einem sehenswerten Stempel beim Empfänger an. 🙂

Postamt im Hotel

Viel intensiver ist das Erlebnis natürlich direkt vor Ort. Dafür suchten meine Freundin und ich uns ein ganz besonderes Jahr aus – 2019 feierte das Sonderpostamt nämlich sein 70-jähriges Jubiläum. Am 15. Dezember 1950 öffnete das „Postamt“ erstmals in der Küche des Mesners der Kirche. Dort stempelte die Postexpedientin Johanna Zeilinger händisch 42.000 Postsendungen mit dem allerersten Sonderstempel. Durch den großen Zuspruch der Bevölkerung übersiedelte man das provisorische Postamt bereits im Folgejahr – bis heute – in das nebenan liegende Gasthaus „Zur schönen Aussicht“, in welchem mittlerweile das Hotel Christkindlwirt* untergebracht ist.

Zwei Stempel in der Weihnachtszeit

Seit 1951 werden auch ausländische Briefe angenommen und so sind es Stand 2018 bereits zwei Millionen Sendungen, die immer noch per Hand mit dem Sonderstempel versehen werden. Natürlich machen dies heute mehrere Personen. 😉 Genau genommen gibt es übrigens nicht einen, sondern zwei Stempelversionen. Vom Eröffnungstag Ende November bis zum 26. Dezember wird ein Stempel mit Weihnachtsmotiv und vom 27. Dezember bis zum 6. Jänner ein Stempel mit den Heiligen Drei Königen als Thema verwendet. Für Kinder hat das Postamt Christkindl eine besondere Bedeutung: sie können nämlich ihre Weihnachtswünsche übermitteln. Diese werden dann auch tatsächlich beantwortet – ein tolles Service!

Der Christkindl-Laden

Nicht übersehen dürft ihr zum Abschluss noch den kleinen Christkindl-Laden neben der Wallfahrtskirche. Auf recht engem Raum wird hier lokales Kunsthandwerk von höchster Qualität angeboten. Im hinteren Bereich versteckt sich noch ein richtiger „Schatz“. Dort ist nämlich die Philatelie-Ecke, in der ihr sogenannte Ersttagsstempel bekommt. Dabei handelt es sich um spezielle Stempel mit dem Datum der erstmaligen Ausgabe einer neuen Briefmarke – unter Sammlern heißbegehrte Stücke! Ich durfte dort Helmut Brandtner kennenlernen, der sich mit Herz und Seele um dieses Hobby kümmert. Er kennt jeden einzelnen Sonderstempel seit Anbeginn des Sonderpostamts im Jahr 1950 und kann mit herrlichen Geschichten aufwarten. Ein mehr als grandioser Abschluss eines wundervollen Tags in Christkindl! 🙂

Das Sonderpostamt in Christkindl, Steyr
Das Sonderpostamt in Christkindl befindet sich direkt hinter der Wallfahrtskirche. Es ist seit 1951 im Hotel Christkindlwirt untergebracht, welches früher das Gasthaus „Zur schönen Aussicht“ beherbergte.
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Sonderstempel im Sonderpostamt in Christkindl, Steyr
Die jährliche wechselnden Sonderstempel und Weihnachtsbriefmarken sind einerseits für Sammler ein begehrtes Objekt. Andererseits werden sie auch gerne allgemein für die Wehnachtspost genutzt: im Jahr 2018 gingen gleich zwei Millionen Postsendungen über das Postamt Christkindl in die Welt hinaus!
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Sonderstempel im Sonderpostamt in Christkindl, Steyr
Hier seht ihr den Sonderstempel, der im Jahr 2019 anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des Sonderpostamts Christkindl verwendet wurde.
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Philatestist Helmut Brandtner im Christkindl-Laden neben der Wallfahrtskirche Christkindl, Steyr
Wenn ihr wie ich selbst einmal Briefmarken oder Sonderstempel gesammelt habt, dann kennt ihr die Faszination für dieses Hobby. Im Christkindl-Laden neben der Wallfahrtskirche wartet versteckt im hinteren Bereich Helmut Brandtner. Er hütet dort die Ersttagsstempel und -briefe seit Anbeginn des Sonderpostamts im Jahr 1950. Wenn euch also ein Exemplar fehlt oder ihr einem Sammler ein besonderes Geschenk machen wollt, dann findet ihr es dort!
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FAZIT

Ein Ausflug in den Ort Christkindl nimmt zwar nicht sehr viel Zeit in Anspruch, hält aber in eurer Erinnerung garantiert sehr lange an. Allein die Entstehungsgeschichte von Christkindl ist sagenhaft spannend und nicht nur für Kinder eine schöne Geschichte. Die Wallfahrtskirche besticht durch den prächtig ausgestatteten Hochaltar mit der kleinen Figur des berühmten Christkindls in der Mitte. Hinter der Kirche holt ihr euch im Sonderpostamt die aktuelle Weihnachtsbriefmarke, den dazugehörigen Sonderstempel und versendet so eure Grußkarten an die Liebsten in alle Welt. Mit der mechanischen Krippe und der Pöttmesser-Krippe warten zum Schluss noch zwei echte Meisterwerke der Handwerkskunst auf euch. Wenn ihr in Christkindl wart, dann freue ich mich auf eure Meinung in den Kommentaren! 🙂

 

Christkindl: Erfahrungsbericht zum Wallfahrtsort bei Steyr mit der Wallfahrtskirche, der mechanischen Krippe, der Pöttmesser-Krippe und dem Sonderpostamt.Christkindl: Erfahrungsbericht zum Wallfahrtsort bei Steyr mit der Wallfahrtskirche, der mechanischen Krippe, der Pöttmesser-Krippe und dem Sonderpostamt.

3 Kommentare

  1. […] Die Wallfahrtskirche Christkindl bei Christian Öser […]

  2. „Selten habe ich eine so faszinierende Geschichte über die Entstehung eines Ortes gehört wie die von Christkindl.“

    Ich hab ein bisschen geschmunzelt darüber, denn tatsächlich ist der Werdegang von Kirche und Wallfahrt in Christkindl geradezu idealtypisch für im 17. Jahrhundert entstandene Gnadenbild- und Nahwallfahrten im süddeutsch-österreichischen Raum. Vom Andachtsbild, das in einen Baum gehängt wird und sich dann als gnadenreich erweist über die Verweigerung „von oben“, eine größere Kirche bauen zu lassen, da die alte Kirche der Zahl der Wallfahrer nicht mehr standhielt bis hin zur Tatsache, dass man den Baum in die Kirche miteinbezog.
    Lediglich der „Umweg“ über die Chorschwester ist eine Anomalität, wenn man so will. Normalerweise wird in diesen Entstehungslegenden ein Bild aufgehängt – das gerne mal eine spannende Vorgeschichte hat – und darum entsteht dann eine Wallfahrt. Hier allerdings wird das Bild ausgetauscht, weil das erste nicht halten kann, was man erhoffte. Das spielt natürlich schön in den Topos von Wallfahrtslegenden mithinein, dass genau dieses eine Bild besonders wunderkräftig ist. Das wird hier ja noch einmal verstärkt dargestellt, weil in der eigentlichen Legende gesagt wird: Nicht jedes Bild ist gnadenreich! Und das wächserne Christkindl hat ja gleich zwei Mal bewiesen, was es kann 😉

    Ich war so frei und hab den Artikel in meiner kleinen Reihe über Barocke Wallfahrten verlinkt (ich hab damals meine Magisterarbeit darüber geschrieben).

    LG und schöne Weihnachten,
    Ilona

    1. Danke Ilona für deine tolle Ergänzung! Man merkt, dass das eines deiner Themen ist. 😀

      Alles liebe und schöne Weihnachten!
      Christian

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