Dokumentation Obersalzberg

Ausstellung in der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden

Berchtesgaden liegt wunderschön eingebettet in einer wildromantischen Landschaft am Fuße des Watzmanns. Vor gar nicht allzu langer Zeit war diese Idylle aber überschattet von den Schreckensjahren des Zweiten Weltkriegs. Der Obersalzberg spielte im Dritten Reich eine zentrale Rolle, die nach Kriegsende lange nicht aufgearbeitet wurde. Seit 1999 widmet sich allerdings die Dokumentation Obersalzberg als Erinnerungsort der düsteren NS-Geschichte in Berchtesgaden.


Dieser Artikel wurde zuletzt am 19. Mai 2020 aktualisiert.

Dokumentation Obersalzberg

FAKTEN

Besuchszeit: Juni 2019 (Halbtagesausflug von Berchtesgaden aus)
Adresse: Salzbergstraße 41, 83471 Berchtesgaden
Anreise per Auto:
An der Dokumentation Obersalzberg stehen zwei Parkplätze zur Verfügung (EUR 3,-/Auto)
Anreise per Bus: Die Linie 838 verkehrt vom Ort Berchtesgaden zum Eingang, siehe Fahrplan (PDF)
Öffnungszeiten und Preise: siehe Webseite https://www.obersalzberg.de

Unterkunftstipp 1: Avalon Hotel Bad Reichenhall*
(Bahnhofplatz 14, 83435 Bad Reichenhall): Das Hotel liegt direkt an der Hauptstraße gegenüber des Hauptbahnhofs, dadurch ist es unter der Woche etwas laut durch den Autoverkehr. Der Fußweg ins Zentrum beträgt ca. zehn Minuten. Sehr geräumige Zimmer, altmodisches Bad, gute Betten, tolle Aussicht auf die Bergwelt. Kostenloses WLAN mit sehr guter Geschwindigkeit. Super Saunabereich mit großer Panoramasauna! Frühstück im Dachgeschoss und auf der Terrasse sehr gut mit jeden Tag wechselnden warmen Speisen. Weiterempfehlung? JA

Unterkunftstipp 2: Hotel Krone Berchtesgaden* (Am Rad 5 1/3, 83471 Berchtesgaden): Berchtesgaden ist durch unterschiedliche Höhenlagen gekennzeichnet, das Hotel Krone liegt dabei deutlich über dem Marktzentrum. Dadurch ergibt sich eine unglaublich geniale Aussicht auf den Watzmann und die Stadt Berchtesgaden. Sehr schöne, durch viel Holz rustikal wirkende Zimmer in angenehmer Größe. Ruhige Lage, bequeme Matratzen, geräumiges Badezimmer, Balkon und Minibar. Frühstücksbuffet umfangreich und in guter Qualität, Frühstücksterrasse ebenfalls mit Blick auf den Watzmann. Kleiner, aber feiner Wellnessbereich mit Sauna (max. 2-3 Personen) und Dampfkammer (max. 2 Personen). Kostenloses WLAN mit sehr schwacher Verbindung. Weiterempfehlung? JA

Weitere schöne Hotels und Unterkünfte könnt ihr auf meiner bevorzugten Buchungsplattform booking.com suchen: Bad Reichenhall*, Berchtesgaden* oder allgemein im Berchtesgadener Land*.

TRANSPARENZHINWEIS

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Weitere Artikel rund um Berchtesgaden

Die Dokumentation Obersalzberg solltet ihr unbedingt mit einer Fahrt zum Kehlsteinhaus verbinden. Darüber berichte ich im Artikel Kehlsteinhaus: Wo Geschichte spürbar wird

Einen wunderbar entspannten Tag könnt ihr am Königssee verbringen. Mehr dazu in meinem Beitrag Königssee – Ein malerischer Märchenort

In Berchtesgaden und Bad Reichenhall könnt ihr euch auf die historischen Spuren des Salzes begeben: Auf Salzzeitreise im Berchtesgadener Land

Ein toller Ausflug ist eine Fahrt mit der historischen Seilbahn auf den Predigtstuhl. Alle Infos dazu findet ihr in meinem Beitrag Mit Nervenkitzel auf den Predigtstuhl

 

Bunkeranlage in der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden

Aufarbeitung einer düsteren Zeit

Die Dokumentation Obersalzberg stand schon lange auf meiner Liste, und doch dauerte es viele Jahre, bis ich dem geschichtsträchtigen Ort einen Besuch abstatten konnte. Berchtesgaden ist mit dem Königssee, den malerischen Wanderwegen und den vielfältigen Ausflugszielen rundherum eine beliebte Urlaubsdestination. Doch auch im Entspannungsmodus ist es wichtig nicht zu vergessen, welche Rolle der Zweite Weltkrieg in Berchtesgaden spielte. Ein Rundgang in der Dokumentation Obersalzberg ist aus diesem Grund absolut empfehlenswert.

Der idyllische Obersalzberg

Dass der Obersalzberg eine wichtige Rolle in den Kriegsjahren einnahm, ist wenig verwunderlich. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts war das Gebiet rund um ein Bergbauerndorf eine beliebte Tourismusdestination. Auch Adolf Hitler kam ab 1923 oftmals nach Berchtesgaden und kaufte mit dem „Haus Wachenfeld“ seinen eigenen Wohnsitz vor Ort. Das Haus ließ er schließlich zu einem repräsentativen Anwesen ausbauen und erklärte 1936 den Obersalzberg zum „Führersperrgebiet“.

Ausbau zum Machtzentrum

Die Einwohner des Bergbauerndorfs wurden vertrieben und der Obersalzberg nach und nach zur zweiten Schaltzentrale neben Berlin ausgebaut. Hitler verbrachte hier fast vier Jahre seiner Regierungszeit und traf Dutzende Entscheidungen. Der Obersalzberg wurde aber noch für einen anderen Zweck genutzt – der Propaganda. Inmitten der traumhaften Landschaft inszenierte sich Hitler als Naturfreund und volksnaher Staatsmann. Am 14. Juli 1944 verließ der Diktator den Obersalzberg und zog in das Führerhauptquartier Wolfsschanze ein.

Kriegsende am Obersalzberg

1945 zerstörten britische Bomber einen Großteil der Einrichtungen auf dem Obersalzberg. Das heute noch berühmte Kehlsteinhaus dagegen überstand den Angriff fast unbeschadet. Dem Kehlsteinhaus widmete ich übrigens einen eigenen Blogartikel: Kehlsteinhaus: Wo Geschichte spürbar wird. Nach Kriegsende besetzten amerikanische Truppen den Obersalzberg und nutzten die Gegend als Erholungsgebiet für die US-Armee. Die Aufarbeitung der Geschichte wurde jedoch für mehrere Jahrzehnte verdrängt.

Die Dokumentation Obersalzberg

Der Startschuss für die Dokumentation Obersalzberg fiel im Februar 1995, als die US-Armee den Beschluss verkündete, das Gebiet an den Freistaat Bayern zurückzugeben. Eine Bürgerinitiative forderte daraufhin die Errichtung einer Erinnerungsstätte. Am 20. Oktober 1999 wurde die Dokumentation Obersalzberg schließlich feierlich eröffnet. Das Ziel ist die historische Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus mit Hauptaugenmerk auf den Ort Berchtesgaden und den Obersalzberg im Speziellen.

Dauerausstellung und Bunker

Die Dauerausstellung in der Dokumentation Obersalzberg hat mich wirklich beeindruckt. Im Obergeschoss wird anhand von Dokumenten, Infotafeln, Zitaten und historischem Bildmaterial die heile Welt des Obersalzbergs dargestellt – quasi die Propagandawelt Hitlers. Die Treppe ins Erdgeschoss symbolisiert dann den Weg in die reale, düstere Welt. Im Tiefgeschoss findet man Informationen über die Widerstandsbewegungen. Einen faszinierenden Abschluss stellt eine Begehung des zwischen 1943-45 im Obersalzberg errichteten Bunkersystems dar – Dimensionen, die ihr euch nicht vorstellen könnt.

Gebäude der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden
Das Gebäude der Dokumentation Obersalzberg steht an der Stelle des ehemaligen Gästehauses Hoher Göll
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Dauerausstellung der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden
Das Obergeschoss der Dauerausstellung ist der Propagandaseite des Obersalzbergs gewidmet
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Dauerausstellung der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden
Zahlreiche Infotafeln helfen bei der Einordnung der Ereignisse zu Zeiten des Nationalsozialismus
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Historische Darstellung in der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden
Eine historische Darstellung zeigt die Dimensionen des zum „Führersperrgebiet“ erklärten Obersalzbergs
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Dauerausstellung der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden
Im Erdgeschoss der Dauerausstellung der Dokumentation Obersalzberg wird den Besuchern nähergebracht, wie die reale Welt des Dritten Reichs aussah und warum so viele Menschen Hitler verfielen
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Bunkeranlage in der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden
Ein beklemmender Höhepunkt in der Dokumentation Obersalzberg ist sicherlich die Bunkeranlage, welche zwischen 1943 und 1945 errichtet wurde
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Bunkeranlage in der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden
Ein Plan veranschaulicht die unglaublichen Dimensionen der Bunkeranlage, von der für Besucher nur ein Bruchteil zugänglich ist
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Bunkeranlage in der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden
Orte wie dieser hier lassen erahnen, mit welchem Aufwand die Bunkeranlagen im Obersalzberg errichtet wurde
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Bunkeranlage in der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden
Schießscharten in einer Wand in der Bunkeranlage Obersalzberg
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Bunkeranlage in der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden
Der Blick in einen riesigen Schacht, welcher ursprünglich das Gästehaus über eine Holztreppe mit den verschiedenen Ebenen des Bunkersystems verband
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Bunkeranlage in der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden
Mehrere Räume in der Bunkeranlage im Obersalzberg
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FAZIT

Der Besuch der Dokumentation Obersalzberg hat mich wahrlich tief beeindruckt und mit einem beklemmenden Gefühl zurückgelassen. In stilvoller Art und Weise wird an dieser Erinnerungsstätte den Besucherinnen und Besuchern nähergebracht, warum der Obersalzberg so eine wichtige Rolle für Hitler spielte. Die Ereignisse werden sowohl in der Dauerausstellung als auch in der überdimensionalen Bunkeranlage schonungslos dargestellt. Ich kann jedem von euch nur empfehlen, diese Erfahrung und Aufarbeitung der Geschichte unbedingt selbst einmal zu sehen und zu spüren.

 

Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden: Erfahrungsbericht über die Dauerausstellung und die Bunkeranlage im Zweiten Weltkrieg.

2 Kommentare

  1. […] Kehlsteinhaus solltet ihr gemeinsam mit der Dokumentation Obersalzberg ansehen, um einen Überblick über die Geschichte des Gebietes zu […]

  2. […] also auf jeden Fall ein Ort, der bewegt. Königssee – Ein malerischer Märchenort (Reisebericht) Dokumentation Obersalzberg (Erfahrungsbericht) Kehlsteinhaus: Wo Geschichte spürbar wird […]

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