Bamberg: Bierstadt mit Mehrwert

Beleuchtetes Altes Rathaus von Bamberg nach Sonnenuntergang

Jeder von euch kennt sicherlich viele Orte, in denen es eine Brauerei gibt. In der deutschen Stadt Bamberg finden sich aber sage und schreibe gleich neun Brauereien – also das ideale Ziel für eine Bierreise! Doch Bamberg bietet noch so viel mehr als nur den Gerstensaft: einen mittelalterlichen Ortskern, rundherum sieben Hügel und mit der Gärtnerstadt einen Stadtteil, wie ihr ihn wohl noch nirgends erlebt habt. In diesem Reisebericht zeige ich euch die Highlights von Bamberg!

Dieser Artikel wurde zuletzt am 10. September 2019 aktualisiert.

Bamberg

FAKTEN

Reisezeit: Mai 2019 (4 Tage, 3 Übernachtungen)
Anreise: Mit dem Zug ICE von Wien Hauptbahnhof nach Nürnberg Hauptbahnhof, dann mit dem Regionalexpress weiter bis Bamberg (5:06 h)
Unterkunft: Hotel Central *** (Promenadestraße 3, Zimmer buchen*): einfaches, aber schönes Hotel in sehr guter Lage direkt am Busbahnhof (ZOB) zwischen Bahnhof und Innenstadt (jeweils rund zehn Minuten Fußweg). Einzelzimmer ausreichend groß und sauber, weiche Matratze aber trotzdem perfekter Schlaf ohne Kreuzschmerzen, sehr gute Dusche die jedoch eine Überschwemmung verursacht. Innenhoflage völlig ruhig, dafür keine Aussicht. Kostenloses WLAN mit exzellenter Geschwindigkeit (auch Upload). Frühstück nicht gebucht da nebenan am Busbahnhof eine Bäckerei zu finden ist. Weiterempfehlung? JA
Weitere schöne Hotels in Bamberg findet ihr auf meiner bevorzugten Buchungsplattform booking.com*.

TRANSPARENZHINWEIS

*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn euch mein Blogartikel bei der Planung eurer Reise geholfen hat, freue ich mich, wenn ihr über diese Links eure Unterkunft oder Freizeitaktivitäten bucht. Ich erhalte dadurch eine kleine Provision und ihr unterstützt den Erhalt dieses Blogs. Für euch entstehen dabei selbstverständlich keine Nachteile. Vielen Dank! 🙂

 

Panorama von Bamberg

Bierkulturreise nach Bamberg

Alle Jahre wieder zieht es meinen Papa, meinen Bruder und mich hinaus in die weite Welt, um uns auf die Spuren von bekannten und unbekannten Brauereien zu machen. Für den Frühling 2019 hatten wir mit Bamberg ein besonders spannendes Ziel im Visier. Bamberg wird nicht umsonst als Bierhauptstadt Deutschlands bezeichnet – immerhin gibt es hier gleich neun Brauereien. Wobei es um diese Zahl immer wieder rege Diskussionen gibt, wie ihr beispielsweise auf infranken.de nachlesen könnt. Da wir unsere Trips immer unter dem Motto „Bierkulturreise“ veranstalten und darin das Wort „Kultur“ vorkommt, sollte unsere ausgewählte Destination also am besten auch noch eben diese zu bieten haben. 😉 Und mit Kultur geizt Bamberg wahrlich nicht!

Eine Stadt auf sieben Hügeln

Für Bamberg nahmen wir uns inklusive An- und Abreise vier Tage Zeit, was genau richtig für das Erkunden der Stadt und Probieren der lokalen Biere ist! Zu sehen gibt es trotz der überschaubaren Größe nämlich mehr als genug. Bamberg ist durch die zwei Arme des Flusses Regnitz in drei Bereiche geteilt: Die Bergstadt an den sieben Hügeln im Westen, die Inselstadt zwischen den Flussarmen im Zentrum und die Gärtnerstadt im Osten. Alle drei gemeinsam gehören zum UNESCO-Welterbe, da die Bamberger Altstadt bis heute weitgehend original erhalten ist. Rund 1.000 Jahre war sie das Zentrum kaiserlicher sowie erzbischöflicher Macht und sollte einmal das neue Rom werden. Heute ist Bamberg durch die ansässige Universität und die Touristen eine außerordentlich lebendige Stadt – aber nicht unangenehm überlaufen. Eine gute und günstige Gelegenheit, einen ersten Eindruck der Stadt zu bekommen, ist ein geführter Spaziergang unter dem Motto Erlebnisführung „Faszination Weltkulturerbe“*.

 

Unsere Anreise

Von Wien aus kommend nutzten wir die zeitige ICE-Direktverbindung mit Nürnberg und stiegen dort in den Regionalexpress um. Die insgesamt fünf Stunden Fahrt vergingen wie im Flug und mein Papa, mein Bruder und ich kamen entspannt in Bamberg an. Vom Bahnhof aus waren es nur 10-15 Minuten Fußweg in das Zentrum. Es gibt natürlich auch Busse (Ticket EUR 2,-, beim Fahrer zu kaufen), diese sind aber aufgrund der geringen Distanzen nicht wirklich notwendig. Unser Hotel Central* lag genau am Busbahnhof (ZOB), von dem es nur noch ein kurzer Spaziergang zu einer der Hauptsehenswürdigkeiten – dem Alten Rathaus – war. Die Lage empfand ich insofern als perfekt, da der Trubel der Innenstadt nicht hörbar und andererseits dennoch die schnelle Erreichbarkeit des Zentrums und des Bahnhofs gegeben war.

Die Bierhauptstadt

Bamberg ist eine echte Bierstadt und definiert sich auch so. Während vor Beginn der Industrialisierung im Jahr 1818 noch 65 (!) Brauereien in Bamberg ansässig waren, sind es auch heute noch immerhin neun, die aktiv Bier brauen. Unser ehrgeiziges Ziel für die Bierkulturreise war natürlich, in allen Brauereien die angebotenen Biere auszutesten. Mit unseren drei Tagen Aufenthalt (netto) konnten wir somit pro Tag drei Braustätten ansteuern, ohne das Kulturprogramm rundherum zu vernachlässigen. Welchen Eindruck die verschiedenen Brauereien auf mich hinterließen und wo das Bier sowie das Essen am besten schmeckt, könnt ihr ab 17. September 2019 in meinem Blogartikel Bamberg: Bier, Bier und nochmals Bier nachlesen. Seht euch auch einmal die Bamberg Bierschmecker®Tour* an, in der vier Biergutscheine inkludiert sind.


Altes Rathaus in Bamberg

Die Highlights von Bamberg

In diesem Blogartikel zeige ich euch aber zuerst, welche Sehenswürdigkeiten es in Bamberg zu entdecken gibt. Ich habe diese in sechs Punkte unterteilt und stelle euch die absoluten Highlights wie das Alte Rathaus, den Bamberger Dom und Klein Venedig vor. Aber natürlich zeige ich euch ebenfalls die weniger bekannten und teils versteckten Orte, die ihr ansehen solltet. Die von uns getesteten Gaststätten, Cafés und Bäckereien fasse ich in einer eigenen Infobox zusammen. Viel Spaß beim Lesen!

Altes Rathaus

Das Alte Rathaus habe ich nicht zufällig als Titelbild dieses Blogbeitrags gewählt. Es ist das bekannteste Wahrzeichen Bambergs und ein echter Blickfang. Es steht genau zwischen den beiden Armen der Regnitz und blickt auf eine sehr interessante Geschichte zurück. Der Sage nach verweigerte der Bamberger Bischof den Bürgern, ein Rathaus auf seinem Grund zu bauen. Inmitten des Wassers wurden von den findigen Bürgern dann einfach Pfähle als Fundament verwendet und darauf das Rathaus errichtet. Das alles geht jedenfalls auf das Jahr 1461 zurück, wobei die schönen Fresken an der Außenseite erst Mitte des 18. Jahrhunderts dazukamen.

Witziges Detail in der Freskenwand

Erreichbar ist das Alte Rathaus durch zwei Verbindungen: die Untere und die Obere Brücke. Von beiden hat man eine gute Sicht auf die Regnitz, Klein Venedig (siehe Punkt 3) und die Fresken des Gebäudes. Aus der Wand schaut ein plastisches Bein eines Engels hervor – dieser zeigt mit seinem Finger auf den Namen des Freskenmalers, Johann Anwander. Ein wirklich witziges Detail. 😉 Den besten Blick auf das Alte Rathaus habt ihr übrigens vom gegenüber liegenden Geyerwörthsteg. Sofern ihr in Bamberg übernachtet, müsst ihr auch unbedingt am Abend hier vorbeischauen, wenn das Alte Rathaus wunderschön erleuchtet ist.

Fotospots

 


Panorama vom Bamberger Dom und Domplatz

Bamberger Dom und Domplatz

Der Bamberger Dom St. Peter und St. Georg ist neben dem Alten Rathaus ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Die vier Türme des Kaiserdoms sind extrem markant und mir in solch einer Form noch nirgendwo anders untergekommen. Am Domplatz stehen neben der Basilika auch noch zwei weitere wichtige Bauten, mehr dazu gleich. Schon 1012 existierte hier übrigens ein erster Dom. Nach einem Großbrand, einem Wiederaufbau und einem erneuten Großfeuer entstand bis zum Jahr 1237 die heutige Version des Bamberger Doms. Schon von außen sind die zahlreichen Details sehr spannend anzusehen – die wahren Schätze warten aber drinnen!

Kulturschätze im Dom

Ich empfehle euch, den Dom gleich am Morgen zu Beginn der Öffnungszeiten aufzusuchen (alle Infos dazu auf der Webseite bamberger-dom.de). Dann herrscht noch eine angenehme Ruhe, bevor später die großen Gruppen zu den Führungen durch das Innere gelotst werden. An Höhepunkten mangelt es nicht: der Bamberger Reiter ist die älteste erhaltene mittelalterliche Plastik eines Reiters und stammt aus dem Jahr 1230. Welchen Kaiser die Skulptur tatsächlich abbildet ist ungewiss, es gibt mehrere Deutungen. Das beeindruckende Kaisergrab in Mittelschiff zeigt das heiliggesprochene Kaiserpaar Heinrich II. und Kunigunde. Außerdem gibt es im Bamberger Dom das einzige erhaltene Papstgrab nördlich der Alpen für Clemens II. Leider kann es nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden, alle Infos dazu findet ihr über den vorhin genannten Link.

Alte Hofhaltung

Der Domplatz beherbergt noch zwei weitere interessante Gebäude: die Alte Hofhaltung und die Neue Residenz. Durch ein sehenswertes Portal namens „Schöne Pforte“ betritt man den Innenhof der Alten Hofhaltung. Ein kleiner Bereich stammt noch aus dem 11. Jahrhundert, ein Großteil aus dem 16. Jahrhundert im Stil der deutschen Renaissance. Genutzt wurde der Bau als Wohnstätte für die Bischöfe. Heute ist hier das Historische Museum untergebracht (Infos auf museum.bamberg.de). Übrigens: wenn ihr generell an den Museen in Bamberg interessiert seid, dann seht euch die BAMBERGcard* an, mit der fast alle Eintritte inkludiert sind. Die Katharinenkapelle ist ebenfalls noch wichtig, denn dort wird das Theater der Schatten aufgeführt. Leider fanden während unseres Aufenthaltes keine Vorführungen statt, aber hier gibt es alle Termine und Infos dazu: theater-der-schatten.de

Neue Residenz

Die mächtig wirkende Neue Residenz steht gegenüber der Alten Hofhaltung und entstand zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert. Eine Besichtigung der über 40 prunkvollen Räume ist nur im Rahmen einer Führung möglich, für die wir uns keine Zeit nehmen wollten. Wenn ihr interessiert seid, findet ihr auf schloesser.bayern.de alle weiteren Details. Im Inneren ist jedenfalls auch noch die Staatsbibliothek untergebracht, in die ich einen schnellen Blick werfen konnte. Hinter der Residenz führt ein unscheinbarer Weg in den Rosengarten, der im blühenden Zustand sicherlich grandios anzusehen (und zu riechen) ist. Wir mussten uns aber im Mai leider noch ohne farbenprächtige Rosen umsehen. 😉

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Klein Venedig in Bamberg

Klein Venedig

Menschentrauben, volle Cafés und überteuerte Souvenirs an allen Ecken und Enden? Ja, das ist Venedig! Und nein, das alles gibt es in Klein Venedig in Bamberg nicht! 😉 Außer dem Namen hat die Häuserzeile an der Regnitz nämlich absolut gar nichts mit Venedig gemeinsam. Die Bezeichnung stammt von zwei Journalisten aus dem Jahr 1842 und hat sich so eingebürgert. Es handelt sich einfach um eine Aneinanderreihung von rund 30 im 15. und 16. Jahrhundert erbauten Wohnhäusern in einer ehemaligen Fischersiedlung. Es gibt dort keine Lokale, sodass die Bewohner ihre Ruhe vor Touristen haben.

Venedig in Bamberg?

Den besten Blick auf die bezaubernden Häuser erhält man von der Promenade am anderen Ufer der Regnitz. Es werden zwar auch Schifffahrten angeboten, diese machen aus meiner Sicht aber keinen Sinn, weil der Blick vom Boot aus nicht anders als vom Ufer ist. Ach ja: einen Hauch von Venedig findet man doch im Bamberger Klein Venedig! Es werden nämlich originalgetreue Gondelfahrten mit den typischen Gondolieri angeboten – natürlich auch zu entsprechenden Preisen. Das ist etwas, was mich absolut gar nicht anspricht, aber nun wisst ihr Bescheid. 😉

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ESSEN UND TRINKEN IN BAMBERG

Lokale gibt es in Bamberg wie Sand am Meer und selbstverständlich wird auch in den meisten Brauereien Essen serviert. Welche fränkischen Köstlichkeiten wir in den Braustätten probierten, könnt ihr gesammelt in meinem zweiten Artikel Bamberg: Bier, Bier und nochmals Bier (erscheint am 17. September 2019) nachlesen. Dort findet ihr auch meine Bewertung des bekanntesten Gerichts namens Bamberger Zwiebel. Nachfolgend aber nun die Restaurants, Bäckereien und Cafés, die wir abseits der Brauereien aufsuchten.

Ein absoluter Tipp und unbedingt ansteuern solltet ihr Zum Sternla (Lange Straße 46). In uriger Atmosphäre werden hier lokale Gerichte wie Schäuferla (ofenfrischer Schulterbraten in Biersoße mit Kruste auf Fasskraut mit fränkischem Knödel), Gögala (halbes Grillhendl) und Lehbäkees (Leberkäse mit Spiegelei und Kartoffelsalat) geradezu zelebriert. Hier hat es uns im Vergleich mit den anderen Lokalen am besten geschmeckt! Ausgeschenkt wird von den Brauereien Mahrs, Spezial, Keesmann, Schlenkerla und Zirndorfer.

Essen mit Aussicht ist im Spezial Keller (Sternwartstraße 8) möglich. Die Lage ist zwar nicht ganz zentral, dafür überblickt man (halbwegs) schön die Innenstadt. Die Qualität der Speisen war auch hier in Ordnung, doch bei weitem nicht mit anderen Gaststätten zu vergleichen. Ein Spezial Rauchbier im Gastgarten zu trinken, lohnt sich aber auf alle Fälle!

Etwas weiter unten im Artikel berichte ich über die Altenburg. Direkt im Burghof liegt das Restaurant Altenburg (Altenburg 1) mit seinem kleinen, feinen und höchstgelegenen Biergarten in Bamberg. Man holt sich einfach von der Ausschank Speis sowie Trank und genießt dann den Moment! Zu empfehlen sind die Bratwürstel mit Sauerkraut, Senf und Brot. Ausgeschenkt wird hier von den Brauereien Weyermann und Mahrs.

Für eine Kaffeepause bietet sich das Restaurant Café Michaelsberg (Michelsberg 10) direkt beim Kloster Michelsberg (siehe letzter Punkt im Artikel) an. Der Aufstieg zum Kloster kostet etwas Kraft, sodass man sich mit einer der verführerisch klingenden Torten stärken könnte. Ich hätte liebend gerne die Michelsberger Haustorte probiert, diese war aber leider schon aufgegessen.

Gefrühstückt haben wir zweimal in der direkt vor unserem Hotel befindlichen Trosdorfer Landbäckerei (ZOB, Promenade 7a). Der Kaffee war erstaunlich gut und die Backwaren ausgezeichnet sowie sättigend.

Unbedingt kosten müsst ihr die Bamberger Hasen, ein Schmalzgebäck mit Zucker. Ich habe sie leider nur in der Bäckerei Kerling (Obere Königstraße 12) entdeckt, dort haben sie aber fantastisch geschmeckt!

Ein Absacker lässt sich sehr gut auf der Terrasse bei Scheiners am Dom (Katzenberg 2) einnehmen. Ich gönnte mir ein Weißbier vom St.-Georgen-Bräu aus der Ortschaft Buttenheim und genoss dabei den Blick auf die umliegenden Fachwerkhäuser.

Unmittelbar beim Alten Rathaus lockt das Hofbräu (Karolinenstraße 7) mit seinem Namen – doch der Schein trügt. Wer eine urige Gaststätte erwartet und an das Hofbräuhaus in München denkt, wird enttäuscht. Die Inneneinrichtung ist nämlich recht edel und passt nicht wirklich zur Vorstellung. Gut drinnen und draußen sitzen kann man aber auch hier!

 


Katze in einem Garten in der Gärtnerstadt in Bamberg

Gärtnerstadt

Einzigartig ist wohl die Gärtnerstadt im Osten Bambergs. Schon seit dem 17. Jahrhundert wird in der Stadt Gemüseanbau betrieben und die riesigen Gärten prägen bis heute das Stadtbild. Auf einem eigenen Themenrundweg kann man bei 18 Stationen eine Menge über die Geschichte der Gärtner, aber auch über diverse Besonderheiten entlang des Weges lernen. Ihr könnt euch den Plan zum Gärtnerstadt-Rundweg auf der Webseite bamberg.info herunterladen und ausdrucken. Ideal verbinden lässt sich der Rundweg übrigens mit den vier Brauereien Fässla, Spezial, Keesmann und Mahrs – mehr dazu aber in meinem Artikel Bamberg: Bier, Bier und nochmals Bier (erscheint am 17. September 2019).

UNESCO-Welterbe: Freud und Leid

In einigen der Gartenbetriebe ist es möglich, einen Blick hinter die Kulissen zu erlangen. So konnten mein Papa, mein Bruder und ich uns dankenswerterweise zwei große Gärten anschauen und sehen, wie vielfältig der Anbau von Gemüse sein kann. Die Gärtnerstadt ist Teil des UNESCO-Welterbes, was nicht nur für positive Gefühle sorgt. So sprach ich etwa mit einem Landwirt, der sich wohl zurecht beklagte, dass mit Ernennung des Welterbe-Status der Wert seines Grundstücks quasi in den Keller ging – denn ein eventueller Verkauf des Grundes ist damit nicht mehr möglich. Ich kann euch nur empfehlen, die Leute vor Ort selbst anzusprechen und eine Menge aus dem Alltag zu hören! Es gibt übrigens auch Führungen durch die Gartenstadt*, wenn ihr mehr Infos auf einem Rundgang erfahren wollt.

Fotospots

 


Die Altenburg in Bamberg

Altenburg

Die kleine Wanderung auf die Altenburg war für mich eine herrliche körperliche Betätigung, die gleich auf mehreren Ebenen belohnt wurde. Aber alles der Reihe nach! Die Altenburg ist vom Zentrum aus rund zwei Kilometer entfernt und thront auf dem mit 400 Metern höchsten der sieben Hügel. Die erstmalige Erwähnung der Festung geht auf das Jahr 1109 zurück. Über die Jahrhunderte diente sie als Wohnsitz der Bamberger Bischöfe, bevor sie 1553 fast vollständig zerstört wurde. Heute sind nur noch der 33 Meter hohe Turm aus dem 13. Jahrhundert und Teile der Außenmauer erhalten – die neueren Bauteile entstanden um das 18. Jahrhundert herum.

Aussichtspunkt am Altenburger Berg

Eine öffentliche Verbindung auf die Burg gibt es nicht, mit dem Auto gelangt man aber ganz nahe heran. Wir entschieden uns aber für den Fußweg von der Innenstadt aus. Die Beschilderung ist vorbildlich und wir fanden eigentlich ohne Hilfe von Google Maps zur Burg. Auf halbem Weg kommt man am Aussichtspunkt am Altenburger Berg vorbei, der eine fantastische Aussicht auf ganz Bamberg bietet! Und ich nehme es gleich vorweg: die Aussicht ist auf der Altenburg nicht besser.

Die Anstrengung lohnt sich

Ist man nach einiger Anstrengung schließlich oben bei der Altenburg angekommen, geht es gleich nochmal ein Stück bergauf – immerhin will der 33 Meter hohe Turm auch noch erklommen werden! Wie aber bereits erwähnt, ist die Aussicht zwar ausgezeichnet, aber nicht mehr ganz störungsfrei von Ästen und dem hervorragenden Dach des Burggebäudes. Sehr empfehlenswert ist nach den Strapazen der Besuch des Restaurant Altenburg mit seinem Biergarten (siehe auch meine Tipps dazu im blauen Infokasten weiter oben) inmitten des Burghofs. Aber Achtung: Ausschank erst ab 12 Uhr!

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Blick vom Kloster Michelsberg auf den Bamberger Dom

Sehenswertes beim Stadtspaziergang

Das Herumflanieren und Entdecken in der Innenstadt gehört natürlich bei jedem Städtetrip dazu. Dabei überraschen einen immer wieder interessante Plätze, versteckte Kirchen und sehenswerte Gebäude mit ihren Details. Was wir bei unserem Rundgang alles aufgespürt haben, erfahrt ihr nun hier.

Maximiliansplatz

Der größte und bedeutendste Platz in der Innenstadt von Bamberg ist der Maximiliansplatz. Von den Einheimischen wird er einfach nur Maxplatz genannt und ist ein beliebter Treffpunkt. Besonders schön anzusehen sind die historischen Häuser, teilweise mit faszinierenden Barockfassaden. Auch das langgezogene Rathaus verfehlt seine Wirkung nicht. Als wir vorbeikamen, war der Platz vollkommen leergefegt – aber wie man sich denken kann, werden hier laufend zahlreiche Märkte und Veranstaltungen abgehalten.

Kirche St. Martin

Nur einige Schritte entfernt sticht die Katholische Kirche St. Martin ins Auge. Auch wenn ihr euch vielleicht nicht so für Kirchen interessiert, solltet ihr einen kurzen Blick hineinwerfen. Schaut ihr nämlich zum Altar noch vorne, fällt die Kuppel sofort auf. Doch bei näherer Betrachtung stellt sich heraus: es ist nur eine Scheinkuppel. Einfach eine fantastische optische Illusion, geschaffen von Giovanni Francesco Marchini.

Kloster Michelsberg

Übersehen kann man es wirklich nicht: hoch auf einem der sieben Hügeln steht das Kloster Michelsberg. Von der im Internet beschriebenen Schönheit der Kirche kann ich euch leider nicht berichten. Das gesamte Kloster ist eingerüstet und für mehrere Jahre wegen Restaurierungsarbeiten nicht zugänglich. Trotzdem ist es eine gute Idee, zum Kloster über zahlreichen Stufen hinaufzusteigen. Der Ausblick auf den Bamberger Dom und Teile der Innenstadt ist absolut sehenswert!

Hexenmahnmal

Sehr gut versteckt ist das Hexenmahnmal. Es befindet sich hinter dem alten Residenzschloss Geyerswörth unmittelbar vor dem Brucknersteg. Die bodennahe Lichtskulptur erinnert an die Opfer der Hexenverfolgung – ein geschichtlicher Umstand, der auch zu Bamberg gehört. Abends ist das Mahnmal dezent beleuchtet und entfaltet seine Wirkung optisch stark. Anmerkung: seit Anfang Juli 2019 ist das Hexenmahnmal leider temporär abgebaut, da das angrenzende Residenzschloss Geyerswörth dringend renoviert werden muss.

Böttingerhaus

Eines der schönsten Häuser in Bamberg ist das Böttingerhaus. Johann Ignaz Tobias Böttinger sollte ein prachtvolles Stadtpalais für den Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn errichten. Die Fertigstellung erfolgte 1713 und heute ist im Inneren eine Kunstgalerie untergebracht. Zu gerne hätte ich einen Blick hinein geworfen, das Haus war aber leider verschlossen. Vielleicht habt ihr ja mehr Glück und berichtet mir dann, wie es innen aussieht? 🙂

Obere Pfarre

Die Obere Pfarre, deren eigentlicher Name Wallfahrtskirche zu unserer lieben Frau ist, fällt vor allem durch ihren ungewöhnlichen Aufbau auf. Es handelt sich um eine gotische Kirche mit beeindruckender Innenausstattung. Besondere Beachtung verdient das Deckengewölbe, das einen geradezu magischen Eindruck auf mich machte.

Fotospots

 

FAZIT

Bamberg habe ich wirklich in mein Herz geschlossen! Die deutsche Stadt an der Regnitz steht zurecht auf der Liste des UNESCO-Welterbes, denn die gesamte Innenstadt ist ein großes Kunstwerk. Natürlich stechen die Hauptsehenswürdigkeiten wie das Alte Rathaus, der Bamberger Dom oder Klein Venedig absolut hervor. Aber auch die zahlreichen kleineren Schätze inmitten der engen Gassen und Plätze sind ein Genuss zum Entdecken! Dass Bamberg auch noch die Heimat von neun Brauereien darstellt, war für meinen Papa, meinen Bruder und mich natürlich ein mehr als starker Grund, der Stadt unbedingt einmal einen Besuch abzustatten. Hat euch dieser Artikel gefallen und weitergeholfen? Dann lest doch ab 17. September meinen zweiten Beitrag Bamberg: Bier, Bier und nochmals Bier. 🙂

 

Bamberg, Deutschland: Reisebericht mit allen Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.Bamberg, Deutschland: Reisebericht mit allen Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

3 Kommentare

  1. Toll. Einer der wenigen Bamberg-Beiträge, die ich gelesen habe, die wirklich Substanz haben.
    Da ich dieses Jahr selbst sehr viel über Bamberg geschrieben habe, hab ich mir auch durchgelesen, was andere so schreiben und ich muss sagen: Von den meisten Beiträgen war ich doch ziemlich enttäuscht.
    Eine schöne Überraschung, das hier zu lesen.

    Eine kleine Ergänzung zu den „9 Brauereien“.
    Streng genommen sind es 8 traditionelle Brauereien, die ‚überlebt haben‘. Das Ambräusianum wird als neunte dazu gezählt, gibt es aber erst seit 2004. Inzwischen sind noch zwei weitere dazugekommen. In Bamberg gibt es jetzt also 11 Brauereien.

    1. Liebe Ilona,

      vielen lieben Dank für deinen aufmunternden Kommentar, ich freue mich sehr über dein Lob!

      Die Streitfrage mit 8, 9 oder 11 Brauereien ist mir zwar untergekommen, ich musste mich dann aber für irgendwas entscheiden. 😉 Und nachdem vor Ort in den Prospekten nur die neun erwähnten Brauereien vorkommen, habe ich Weyermann und Kronprinz mal außen vor gelassen. Aber ich spüre in mir, dass ich nochmal nach Bamberg will … vielleicht mal zur Bockbierzeit und dann mit allen 11 Braugaststätten? 😀

      Liebe Grüße
      Christian

      1. Damn, tatsächlich mit Weyermann sind es 12. Ich hab selber eine unterschlagen 😉 Der Hopfengarten ist ja auch noch da…
        Ja, kann man außen vor lassen, wenn man sich nur auf die traditionellen stützt, dann fällt Ambräusianum aber auch raus 😉

        Leider werd ich deinen Bier-Artikel nicht lesen können, wenn er rauskommt, erst nach meinem Urlaub. Ich hoffe, ich vergess es nicht.

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