Paris ist ein unglaublicher Hotspot für Kunst aller Art, egal ob im Louvre, im Musée d’Orsay oder einfach in einer der Dutzenden kleineren und größeren Galerien. Das größte Museum der Stadt befindet sich aber auf der Straße! Vor sechs Jahrzehnten eroberten die ersten Künstlerinnen und Künstler die Gassen sowie Plätze der französischen Hauptstadt und hinterließen ihre Werke und Botschaften auf den Wänden. Anlässlich dieses Jubiläums veranstaltet die Stadt eine Sonderausstellung mit dem Titel CAPITALE(S) – 60 Jahre Street Art in Paris. Alle Highlights dazu in diesem Artikel!
DIE HÖHEPUNKTE DER AUSSTELLUNG IN DIESEM ARTIKEL
Allgemeine Informationen zum Thema Street Art in Paris von der Vergangenheit bis heute
Ein persönlicher Erfahrungsbericht aus der Ausstellung CAPITALE(S) im Rathaus von Paris
Die Ausstellung als wichtiger Ort der Archivierung vergänglicher Street-Art-Werke
Fotos der vielfältigen Kunstwerke namhafter Street-Art-Künstlerinnen und -Künstlern
Weiterführende Informationen zum Künstler Invader und seinen „Space Invaders“-Mosaiken
Dieser Artikel wurde zuletzt am 5. Oktober 2026 aktualisiert.
AUSSTELLUNG CAPITALE(S) IN PARIS
FAKTEN
Reisezeit: Oktober (Tagesausflug von Brüssel aus)
Anreise: Mit dem Zug vom Bahnhof Bruxelles Midi nach Paris Gare du Nord (ca. 1:25 h)
HOTELTIPPS FÜR PARIS
25hours Hotel Terminus Nord* (12 Bd de Denain): großes Hotel in historischem Gebäude, sehr gute Lage direkt gegenüber des Gare du Nord, sehr kreative Innenausstattung, viel zum Schauen und Entdecken, Space-Invaders-Thema und Sammlerstücke im ganzen Hotel. Die Zimmerkategorie M ist sehr klein aber typisch für Paris und der Platz gut genutzt mit geräumiger Dusche. Die Zimmerkategorie L bietet viel Platz und ebenfalls eine geräumige Dusche. Super bequeme Betten, Safe, kostenlose Minibar, sehr schnelles WLAN up/down. Das Restaurant Neni ist direkt im Hotel, in dem auch das ausgezeichnete Frühstück aufgetischt wird. Weiterempfehlung? JA!
Hotel Zoku Paris* (48 Avenue de la Porte de Clichy): neu erbautes, sehr modernes Hotel am äußeren Ring der Innenstadt, Métro-Station Porte de Clichy (Linien 13 und 14) direkt vor der Tür mit schneller Anbindung an das Zentrum. Loft-Studios in angenehmer Größe mit Küchenzeile (Kühlschrank, Herd, Abwasch, Mikrowelle, Kaffeekapselmaschine, Wasserkocher, Geschirrspüler), Esstisch, Couch. Hochgestelltes Bett in einer Nische mit tollem Gemütlichkeitsfaktor, Klimaanlage abschaltbar, Safe vorhanden, ruhig dank Schallschutzfenster. Rezeption, Bar und öffentliche Co-Working-Spaces im 8. Stock, sehr nettes Personal, Frühstück nicht gebucht (Bäckerei gegenüber sehr empfehlenswert!). Weiterempfehlung? JA!
Hotel ibis Styles Paris Nation Cours de Vincennes* (96 Cours De Vincennes): günstiges und schön renoviertes Hotel in einem typisch französischem Altbau, gute Lage östlich des Stadtzentrums direkt an der Métro-Station Porte de Vincennes (Linie M1 und zwei Straßenbahn-Linien). Moderne Zimmer, baubedingt etwas eng aber nicht unangenehm (mit großem Koffer aber eventuell ein Platzproblem). Angenehme Dusche in geräumiger Kabine, Klimaanlage abschaltbar, schnelles WLAN, Zimmer mit Blick auf den grünen Innenhof sind komplett ruhig. Sehr gutes Frühstücksbuffet mit guter Auswahl. Rund um das Hotel sind Supermärkte und Restaurants zu finden. Weiterempfehlung? JA!
Finde hier weitere schöne und zentral gelegene Unterkünfte in Paris*
TRANSPARENZHINWEIS
*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn dir mein Blogartikel bei der Planung deiner Reise geholfen hat, freue ich mich, wenn du über diese Links deine Unterkunft oder Freizeitaktivitäten buchst. Ich erhalte dadurch eine kleine Provision und du unterstützt den Erhalt dieses Blogs. Für dich entstehen dabei selbstverständlich keine Nachteile. Vielen Dank! 🙂
Paris als Paradies für Street Art
Paris war schon immer eine Stadt, die große Kunst magisch angezogen hat. Diese muss aber nicht zwangsweise immer im Museum sein. Wenn du schon einmal in der französischen Hauptstadt umhergeschlendert bist, dann sind dir garantiert die kreativen Kunstwerke an Hauswänden, in Mauernischen oder am Boden aufgefallen. Die Gassen der französischen Hauptstadt sind voll von spannenden Arbeiten! Mit der Kunst auf der Straße bringen Künstlerinnen und Künstler ihre Meinungsfreiheit, Kritik und politischen Botschaften zum Ausdruck. Im Gegensatz zu Museen ist Street Art für alle Menschen ohne Einschränkungen zugänglich und somit ein wichtiger kultureller Faktor in einer Stadt.
Die Ausstellung CAPITALE(S) im Pariser Rathaus
Mit der kostenlosen Ausstellung CAPITALE(S) – 60 Jahre Street Art in Paris (franz. „60 ans art d’urbain à Paris“) bekommt das Thema Street Art in Frankreich zum ersten Mal endlich die Aufmerksamkeit und Bewunderung, die ihr zusteht. Die Stadt Paris stellt als Ausstellungsort das Rathaus (Hôtel de ville) zur Verfügung, was als starkes Zeichen für die Anerkennung von Street Art gedeutet werden kann. Als Kunst wird normalerweise nur bezeichnet, was in einem Museum oder einer Galerie ausgestellt ist – Kunst auf der Straße dagegen haftet vielerorts der Ruf von Illegalität an. Indem die Stadt die Werke der Street-Art-Künstlerinnen und -Künstler in das historisch bedeutungsvolle und oft als Ort der Bürokratie verstandene Rathaus holt, gibt sie zu verstehen, dass Street Art ein akzeptierter Teil der Identität von Paris ist.
TIPP: Weitere Artikel über Paris
Warst du noch niemals in Paris und suchst einen Leitfaden für die wichtigsten und schönsten Sehenswürdigkeiten? Dann bist du in meinem Artikel Paris: Zu Gast in Frankreichs Herz genau richtig!
Wenn du auf der Suche nach den besten und schönsten Aussichtspunkten in Paris bist (und davon gibt es wirklich unglaublich viele!), dann sieh dir doch meinen Beitrag Die besten Aussichtspunkte in Paris an.
Paris und Lyon sind sich in vielen Punkten ziemlich ähnlich, obwohl die Städte nicht gerade nebeneinander liegen. Einen Besuch sind sie jedenfalls beide wert! Im Artikel Warum Lyon das bessere Paris ist habe ich mir die Unterschiede zwischen Paris und Lyon angeschaut und zeige dir, warum Lyon trotzdem die Nase vorne hat.
Paris ist voll von Street Art! Das Mosaik als Kunstform sticht dabei besonders oft ins Auge. In meinem Artikel Paris: Die geheimen Street-Art-Mosaike stelle ich dir viele Mosaikkünstler vor, die sich auf den Straßen von Paris verewigt haben.
Ausstellung als Ort der Kunstkonservierung
Street Art gilt allgemein als vergänglich. Wenn nicht die Künstlerin, der Künstler oder andere Personen die Arbeiten (zum Beispiel fotografisch) festhalten, kann ein Werk von heute auf morgen zerstört, übermalt oder einfach auf andere Art und Weise verschwunden sein. Ausstellungen über Street Art sind also generell ein wichtiger Ort der Konservierung für die Kunst der Straße. Im Saint-Jean-Saal des Rathauses sind die Arbeiten von 70 Künstlerinnen und Künstlern ausgestellt, darunter einige sehr bekannte und große Namen wie Banksy, Blek le Rat, Miss.Tic, Invader, Zlotykamien, Pignon-Ernest, Villeglé, Swoon und André, um nur einige zu nennen. Sieh dir nach Möglichkeit das sehenswerte Making of der Kuratorin Magda Danysz vom Aufbau der Ausstellung an (Instagram-Account erforderlich).
Street Art in Paris in allen Facetten
Als Besucherin oder Besucher staunst du sicherlich nicht nur über die kreativen Bilder, du wirst durch tiefgründige Darstellungen, kritische und politische Botschaften auch laufend zum Nachdenken angeregt. Besonders interessant finde ich die unterschiedlichen Materialien, Medien und Techniken, mit denen die Arbeiten erstellt wurden. Spraydosen, Schablonen, Farben, Mosaiksteine, Sticker, Poster, Plakate und mehr ergeben eine Vielzahl an beeindruckenden Ergebnissen. Zahlreiche Kunstwerke wurden von den Street Artists sogar direkt vor Ort angefertigt (siehe das bereits erwähnte Making-of-Video auf Instagram) und verleihen der Schau das besondere Etwas.
CAPITALE(S): Das gibt es in der Ausstellung zu sehen
Die Ausstellung erzählt die Street-Art-Geschichte in Paris nach und bietet einen Querschnitt vom ersten Street-Art-Werk 1963 von Gérard Zlotykamien bis hin zur Gegenwart. Sehr schön inszeniert ist die Vielfalt der Materialien und Stile, die sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder veränderten. Prägende Momente sind besonders prominent dargestellt, so etwa die legendäre Graffiti-Attacke auf die Pariser Metro-Station Louvre-Rivoli am 1. Mai 1991. Für mich als großen Bewunderer des Künstlers Invader gab es eine besondere Station. Auf einem überdimensionalen Stadtplan von Paris wurden die zum Zeitpunkt der Ausstellung aktuell 1.475 Space-Invaders-Mosaike abgedruckt dargestellt – ein faszinierendes Bild!
TIPP: Die Space Invaders in der Ausstellung
Als Easter Egg brachte der Künstler Invader im Rathaus über dem Eingang des Saint-Jean-Saals zwei seiner Mosaike an, die du mit einer App „flashen“ und Punkte sammeln kannst. Im Bild oben siehst du die beiden Space Invader PA_1474 (links) und PA_1475 (rechts). In der Bildmontage ergeben beide gemeinsam ein zusammenhängendes Werk, in der Realität sind die beiden Mosaike aber mehrere Meter auseinander angebracht. Alles Wissenswerte zur Faszination Space Invaders kannst du in meinem ausführlichen Artikel Wien: Jagd auf die Space Invaders (Teil 1) nachlesen.
Fotos aus der Street-Art-Ausstellung CAPITALE(S)

Das Rathaus von Paris, Ort der Ausstellung CAPITALE(S)

Das Plakat zur Ausstellung CAPITALE(S)
Das Plakat der Ausstellung zeigt als Hintergrund die Namen der ausgestellten Künstlerinnen und Künstler. Hauptmotiv ist ein Werk von Invader, in dem der Mosaik-Künstler sich selbst beim Anbringen des „Space Invaders“ PA_1336 an einer Hauswand in Paris darstellt.
Aufnahmeort anzeigen

Einblick in die Ausstellung CAPITALE(S)
Die ersten Werke in der Ausstellung widmen sich dem Beginn der Street Art ab dem Jahr 1963.
Aufnahmeort anzeigen

Spraydosen für Graffiti
Die Materialien und Werkzeuge, wie hier im Bild Spraydosen und Schutzmasken für die Kunstrichtung Graffiti, werden im Detail beschrieben.
Aufnahmeort anzeigen

Street Art von Jean Faucheur (l.) und Jérôme Mesnager (m.)

Inspiration in der Ausstellung CAPITALE(S)
Die unterschiedlichen Stile sind inspirierend und die Motive laden zum Nachdenken ein.
Aufnahmeort anzeigen

Das Kollektiv Les BBC
Ein Werk des Graffiti-Kollektivs Les BBC (Bad Boys Crew), bestehend aus den Künstlern Ash, Jay, Skki und JonOne.
Aufnahmeort anzeigen

Stadtplan mit allen Space Invaders
Ein großer Stadtplan von Paris zeigt alle Space-Invaders-Mosaike des Künstlers Invader. Wenn du mehr über den berühmten Street Artist erfahren willst, sieh dir meine Artikel Paris: Sightseeing mit Invader und „Flash Invaders“: Sightseeing als Spiel an.
Aufnahmeort anzeigen

Space Invaders in der Ausstellung CAPITALE(S)
In der Nahaufnahme des Stadtplans lassen sich die Space Invaders gut erkennen.
Aufnahmeort anzeigen

Rero in der Ausstellung CAPITALE(S)

Swoon (l.) und Shepard Fairey (r.) in der Ausstellung CAPITALE(S)

Der Saint-Jean-Saal in der Ausstellung CAPITALE(S)

Künstler JonOne in der Ausstellung CAPITALE(S)

Werke von Levalet (l.) und Ludo (r.) in der Ausstellung CAPITALE(S)

Künstler Philippe Baudelocque in der Ausstellung CAPITALE(S)

Künstler Seth in der Ausstellung CAPITALE(S)
Für die Ausstellung CAPITALE(S) bildete Street-Art-Künstler Seth sein riesiges Mural „Gamin de Paris“ (zu finden in der Pariser Rue Jeanne d’Arc 110 im 13. Arrondissement, Foto auf Flickr ansehen) in abgewandelter Form nach.
Aufnahmeort anzeigen
Beispiele für Street Art auf den Straßen von Paris
Damit dieser Artikel nicht nur theoretisch bleibt, habe ich dir nachfolgend noch eine kleine Zusammenstellung an Street Art in Paris zusammengestellt. Die Beispiele sind nur eine Auswahl von meinem letzten Besuch in Frankreichs Hauptstadt. Wenn du das nächste Mal nach Paris reist, halte also einmal ganz bewusst die Augen offen nach unauffälliger, aber teilweise auch riesiger Street Art!

Street Art in Paris: Graffiti
Links ein Mural von Stéphane Opera und woizo für das Restaurant Siseng in Paris, rechts das Wandgemälde „La Baguenaude de Valmy“ von Vinie.
Bild links: Aufnahmeort / Bild rechts: Aufnahmeort

Street Art in Paris: Plakatkunst und Mosaike
Links bildet die Street-Art-Künstlerin OJA Schauspielerin Catherine Deneuve mit ihrem Zitat „Je ne suis pas un monument“ (dt. „Ich bin kein Denkmal“) ab, rechts siehst du ein Mosaik von Zigom, das eine Hommage an die Rolling Stones darstellt. Mehr Mosaikkünstler in Paris stelle ich dir im Artikel Paris: Die geheimen Street-Art-Mosaike vor.
Bild links: Aufnahmeort / Bild rechts: Aufnahmeort

Street Art in Paris: Aérosol, Fairey und Invader
Drei Meisterwerke von Street Art auf einer riesigen Fläche vereint: „Chuutt“ von Jef Aérosol, „Knowledge + Action = Power“ von Shephard Fairey und der weltweit größte Space Invader PA_1432 von Invader.
Aufnahmeort anzeigen

Street Art in Paris: Space Invaders
Die Mosaike des Künstlers Invader (hier Space Invader PA_250) sind in ganz Paris zu finden und bei über 1.475 Stück sollte es dir nicht schwer fallen, einen zu entdecken.
Aufnahmeort anzeigen

Street Art in Paris: LeDiesis und Miss Quark
Street Art auf den Straßen von Paris, hier Werke von LeDiesis (links) und Miss Quark (rechts).
Bild links: Aufnahmeort / Bild rechts: Aufnahmeort
FAZIT
Mit der Ausstellung CAPITALE(S) – 60 Jahre Street Art in Paris hält die französische Hauptstadt eine historisch bedeutsame Schau ab. Erstmals bekommt in Frankreich Street Art eine gebührende Anerkennung und wird im Rathaus von Paris gebührend zelebriert. 70 Künstlerinnen und Künstler, darunter zahlreiche berühmte Namen, geben einen Einblick in ihr Schaffen im größten Museum der Stadt – der Straße. Neben der geschichtlichen Aufarbeitung der Straßenkunst in Paris tauchst du ein in eine Welt, die mit ihren Arbeiten und Botschaften zum Nachdenken, Staunen und Lachen anregt. Wie stehst du zu Street Art? Schreib mir gerne einen Kommentar!



























Lieber Christian, das klingt sehr spannend. Danke für die vielen tollen Fotos, sie sind schon eine Reise durch die Street Art von Paris. (Kannst Du bitte die Ausstellung verlängern 😉 Gut, dass Dein Artikel bleibt. Grüße, Marike