Essen in Belgien: 11 kulinarische Sünden

Schokolade-Pralinen in Belgien

Kann denn Reisen Sünde sein? Im Fall von Belgien muss die Antwort ganz klar Ja lauten! Niemand, der Belgien besucht, entkommt den zahlreichen kulinarischen Sünden des Landes. In diesem Blogbeitrag habe ich für euch einige Highlights zum Thema Essen in Belgien zusammengetragen. Ob Waffeln, Schokolade oder Pommes Frites – ich garantiere, dass euch beim Lesen das Wasser zum Mund rauslaufen wird!

Dieser Artikel wurde zuletzt am 24. März 2020 aktualisiert.

Das Land der Schokolade – und mehr!

Belgien ist einfach immer eine Reise wert. Meine Freundin und mich zog es bereits mehrmals zurück – nicht zuletzt aufgrund der ausgezeichneten Küche, die uns dort jedes Mal verzaubert. Nun gut, die Leckereien werden nicht umsonst mit dem negativ behafteten Wort „Sünde“ in Verbindung gebracht. Schokolade, Waffeln, Bier und Pommes Frites sind zwar traumhaft für Genießer, aber natürlich auch mit einer beachtlichen Zahl an Kalorien verbunden. Beim Essen in Belgien ist maßvoller Genuss das Zauberwort! 🙂

Es geht auch gesünder

Natürlich besteht das Essen in Belgien nicht nur aus Süßigkeiten und Alkohol. Die belgische Küche bringt noch einige weitere Schmankerl auf den Teller, die etwas bekömmlicher und gesünder sind. Für diesen Blogbeitrag habe ich mich durch meine Archive der bisherigen Reisen durchgewühlt und stelle euch meine 11 Highlights der kulinarischen Sünden Belgiens vor. Ich nenne euch natürlich auch die Lokale, in denen ich gut verköstigt wurde. Mehr Details und ausführliche Reiseberichte findet ihr in den Artikeln zu den belgischen Städten gleich nachfolgend im blauen Infokasten.

 


Belgische Schokolade und Pralinen

1) Belgische Schokolade

Bei den ganzen Köstlichkeiten rund um das Thema Essen in Belgien ist es gar nicht so einfach, welches Schmankerl ich euch als erstes vorstelle. Aber es ist wohl ganz klar die belgische Schokolade. Dazu fällt mir immer wieder eine Episode der Simpsons ein, in der Homer vom Land der Schokolade träumt – es könnte sich dabei durchaus um Belgien handeln! 😉

Warum ist Belgien das Land der Schokolade?

Doch warum wurde gerade so ein kleines Land durch die Schokolade so weltberühmt? Die Kakaobohne fand vor Jahrhunderten ihren Weg natürlich nicht nur nach Belgien, sondern nach ganz Europa. Im Grunde lässt sich der Start für die Bekanntheit der belgischen Schokoladekunst jedoch auf ein Ereignis zurückführen – die Erfindung der Praline.

Per Praline zu Weltruhm

Es war das Jahr 1912, als der belgische Chocolatier Jean Neuhaus flüssige Schokolade in eine ausgestanzte Form goss, somit das Zeitalter der Praline einläutete und Belgien weltberühmt machte. Weitere Faktoren für den süßen Erfolg sind die hohe Qualität der Verarbeitung: die hochwertigen Kakaobohnen werden extrem fein gemahlen, der Kakaoanteil beträgt mindestens 35% (meist sogar von Haus aus 43%) und in jeder Schokolade wird ausschließlich Kakaobutter verwendet.

Kunst und Schokolade

Hinzukommt, dass die belgischen Chocolatiers ihre Produkte einfach unglaublich zelebrieren und wahre Kunstwerke schaffen. Für Belgier wie für Touristen ist es einfach spannend, sich in den Städten von den liebevoll gestalteten Auslagen inspirieren zu lassen, dem verführerischen Duft der Schokolade zu folgen und sich durchzukosten. 🙂

Von großen und kleinen Chocolatiers

Die bekanntesten Vertreter der belgischen Pralinen sind Neuhaus, Godiva, Pierre Marcolini und Leonidas. Aber eines möchte ich euch gleich ans Herz legen: konzentriert euch nicht nur auf diese Marken, sondern sucht in den Städten auch ganz bewusst kleinere Läden mit vielleicht unbekannteren Namen auf. Das zahlte sich vor allem in Brügge aus, wo meine Freundin und ich zwei wundervolle Entdeckungen in Bezug auf Waffeln, heiße Schokolade und Pralinen machten – siehe meine Tipps im nachfolgenden blauen Infokasten.

Eigenes Schokoladenmuseum

In Antwerpen wiederum empfehle ich euch das Schokolademuseum Chocolate Nation (siehe mein Artikel Antwerpen – Die Stadt der Kontraste), das eine Mischung aus interaktiven Bereichen, Ausstellung sowie Erlebnisstationen ist. Inklusive Kostproben und Schokobrunnen. 🙂

Belgische Schokolade und Pralinen in den Städten Brüssel, Brügge, Antwerpen und Gent
Schwer zu widerstehen, wenn man solche Anblicke in den Schaufenstern der belgischen Chocolatiers vorfindet

Meine Tipps für Schokolade und Pralinen in Belgien

Brüssel: an gefühlt jeder Ecke findet ihr Filialen der Chocolatiers Neuhaus, Godiva, Pierre Marcolini, Leonidas und vielen weiteren kleineren Herstellern. Bonustipp: probiert das Schokomousse bei Neuhaus in der Passage Galeries Royales Saint-Hubert – eine Sünde, die ihr nicht vergessen werdet!

Brügge: Pol Depla Chocolatier (Mariastraat 20), Neuhaus (Steenstraat 66), The Old Chocolate House (Mariastraat 1a)

Gent: Neuhaus (Groentenmarkt 16)

 


Belgische Pommes Frites

2) Pommes Frites

Essen in Belgien? Nicht ohne Pommes! Während Pommes Frites zwar überall auf der Welt zu finden sind, gelten sie nur in Belgien und den Niederlanden als Nationalspeise. Der Legende nach haben die knusprigen Kartoffelstäbchen in Belgien auch ihren Ursprung – allerdings stimmt das nicht.

Die Pommes-Legende

Um 1650 herum sollen in der Wallonischen Region Fischer ihren Fang frittiert haben, um den Geschmack zu steigern. Als es in einem strengen Winter aufgrund der zugefrorenen Seen und Flüsse nichts zu angeln gab, stiegen die Fischer auf frittierte Kartoffelspalten um. Schöne Geschichte, allerdings kam die Kartoffel erst Anfang des 18. Jahrhunderts in diese Region.

Jeder liebt die belgischen Frites

Der tatsächliche Ursprung der Pommes Frites ist nicht belegt – aber das ist auch egal. Denn der Siegeszug des Erdapfels, wie er in meiner Heimat Österreich genannt wird, hält bis heute an. Wenn es um das Thema Essen in Belgien geht, lieben die Einwohner ihre Frites (französisch) bzw. Fritjes (niederländisch) einfach. In jeder Stadt findet ihr Dutzende Frittenbuden, die je nach Landesgebiet entweder Friture, Frituur oder Fritkot heißen.

Doppelt frittiert

Das Geheimnis des unwiderstehlichen Geschmacks ist der Umstand, dass die Kartoffeln zweimal frittiert werden, zumeist im Rinderfett. Beim ersten Durchgang mit 120°C, um die Erdäpfel weich zu machen und danach noch einmal mit 150°C, um sie außen schön knusprig zu bekommen.

Die Qual der Saucenwahl

Zu einer Portion Pommes Frites könnt ihr an den Frittenbuden zumeist aus einer Vielzahl an Saucen wählen. Einheimische werdet ihr kaum dabei entdecken, Ketchup auf ihr Essen zu geben. Wenn ihr es klassisch halten wollt, nehmt Mayonnaise. Ich persönlich bin eigentlich überhaupt kein Fan dieser fettigen Sauce, zu den belgischen Frites passt sie aber erstaunlich gut. Wobei ich in Belgien leider etwas enttäuscht wurde.

Die fehlende Fritessaus

An keinem Kiosk fand ich die sogenannte Fritessaus bzw. Frietsaus. Diese ist einer Mayonnaise ähnlich, schmeckt aber zu Pommes Frites einfach viel besser! Obwohl es sich um ein Produkt aus dem Nachbarland Niederlande handelt, war es in Belgien unauffindbar. In meinen Blogbeiträgen zu den Niederlanden gebe ich euch aber natürlich konkrete Tipps, wo es die besten Pommes in Amsterdam & Co. gibt – inklusive Fritessaus. 😉

Pommes Frites in den belgischen Städten Brüssel, Brügge, Antwerpen und Gent
Brüssel, Brügge, Antwerpen und Gent: vier Städte in Sachen Pommes Frites vereint

Meine Tipps für Pommes Frites in Belgien

Brüssel: Maison Antoine (Place Jourdan 1), Frit Flagey (Place Eugène Flagey)

Brügge: Mobiler Kiosk am Marktplatz

Gent: Frituur Jozef (Vrijdagmarkt 20), Frituur Bij Filip (Pensmarkt 8)

Antwerpen: Fritkot Max (Groenplaats 12)

 


Belgische Waffeln

3) Belgische Waffeln

Die belgischen Waffeln sind beim Essen in Belgien eine Sünde, an der ihr unmöglich vorbeikommt. Mir selbst fließt schon wieder das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an diese zarte und süße Versuchung denke. Je nachdem, in welchem Landesteil ihr euch aufhaltet, lautet die Bezeichnung gaufres (französisch) oder wafels (niederländisch). Dabei gibt es übrigens nicht die belgische Waffel, denn man unterscheidet zwischen zwei Arten.

Lütticher vs. Brüsseler Waffel

Die Lütticher Waffel wird aus Hefeteig hergestellt und ist sehr süß, recht dick sowie relativ fest. Man gibt dem Teig Kristallzucker hinzu, der beim Backen karamellisiert und den typischen Geschmack erzeugt. Die Brüsseler Waffel dagegen besteht aus einem weichen Rührteig. In der Praxis konnte ich eigentlich an keinem Verkaufsstand optisch erkennen, welche Waffel ich jetzt tatsächlich erhalten würde. Vom Geschmack her ist der Unterschied aber schon deutlich erkennbar – beide Varianten schmecken aber vorzüglich!

Das typische Waffeleisen

Gebacken wird der Waffelteig immer in einem speziellen Waffeleisen, welches das typische Muster erzeugt. Ein Umstand ist für den Genuss ganz, ganz wichtig: achtet unbedingt darauf, immer eine frisch gebackene Waffel zu bekommen! Gerade in den großen Touristenhochburgen wie Brüssel oder Brügge kommt es oft vor, dass große Mengen an Waffeln vorgefertigt und dann verkauft werden.

Kalte Waffeln schmecken nicht

Eine Waffel muss immer frisch und warm sein, um ihren vollen Geschmack entfalten zu können! Es zahlt sich deshalb aus, auf kleine mobile Verkaufsstände auszuweichen. Ach ja, wenn ihr eure Lieben daheim mit Waffeln aus dem belgischen Supermarkt überraschen wollt: bitte lasst es sein, es bringt nichts außer geschmackliche Enttäuschung.

Zucker – oder darf es mehr sein?

Ich persönlich bestelle Waffeln immer nur mit Staubzucker und/oder Zimt, um den leckeren Teig optimal zu schmecken. Euch werden an den Kiosken aber auch die wunderlichsten Toppings unterkommen – in meinen Fotos unten seht ihr ein Beispiel. Bestellt euch natürlich immer das, was euch anlacht. Aber bedenkt, dass die mit Schlagobers (Sahne) sowie Obst oder sonstigen Auflagen belegten Waffeln dann eine echte Sauerei in eurem Gesicht verursachen. 😉

Belgische Waffeln in den Städten Brüssel, Antwerpen, Brügge und Gent
Egal ob nur mit Zucker oder übermäßig belegt: die belgische Waffel ist aus dem Alltag nicht wegzudenken

Meine Tipps für Waffeln in Belgien

Brügge: The Old Chocolate House (Mariastraat 1a)

Brüssel: Mobiler VW Bus auf dem Place Royale

Generell: haltet in allen Städten und Orten einfach nach kleinen Kiosken Ausschau, die ihre Waffeln garantiert frisch backen

 


Moules-frites in Belgien

4) Moules-frites

Neben den schon weiter oben vorgestellten Pommes Frites gibt es noch ein weiteres leckeres Essen in Belgien, das als Nationalgericht gilt – Moules-frites, Muscheln mit Pommes Frites. Also werden einfach gesagt zwei Nationalgerichte zu einem kombiniert. 😉 Ein Alleinstellungsmerkmal haben Moules-frites aber nicht, denn auch in Frankreich und einigen anderen westeuropäischen Ländern findet man die Meeresfrüchte auf der Speisekarte.

Muscheln zu jeder Tageszeit

Auf jeden Fall sind Moules-frites eine Speise, die in Belgien regelrecht zelebriert wird. Schon zur Mittagszeit findet ihr in vielen Lokalen Mittagsmenüs- oder angebote, die Muscheln mit Pommes Frites beinhalten. Für meine Freundin und mich gehört es jedenfalls immer zum Pflichtprogramm, zumindest einmal das Nationalgericht zu essen. Restaurants, wo es uns besonders gut schmeckte, findet ihr gleich nach dem Foto im blauen Infokasten. Am besten bestellt ihr euch noch ein Glas oder eine kleine Karaffe Hauswein, der ideal zu den Muscheln passt.

Moules-frites à la marinière

Serviert werden die dampfenden und lecker riechenden Muscheln immer in einem großen Topf. Darin wurden die Meeresfrüchte zuvor in einem Weißweinsud mit vielen Kräutern sowie Zwiebeln gekocht („à la marinière“). Dies ist meine Lieblingsvariante, es gibt aber auch noch andere Zubereitungsarten. Die Pommes frites passen zwar gut dazu, ich greife aber gerne zusätzlich zum immer angebotenen Weißbrot, um den herrlich schmeckenden Sud aufzusaugen. 😉

Moules-frites à la marinière in einem Restaurant in Brüssel
Moules-frites à la marinière in einem Restaurant in Brüssel

Meine Tipps für Moules-frites in Belgien

Brüssel: Le Zinneke (Place de la Patrie 26)

Ostende: Diplomat (Albert I-promenade 47), Kombuis (Van Iseghemlaan 24)

 


Belgisches Bier in Brügge

5) Belgisches Bier

Kommen wir nun kurz vom Essen in Belgien weg und schauen zum Trinken. Bier und Belgien – das passt einfach seit Jahrhunderten zusammen wie Topf und Deckel. Die Braukunst ist dabei so perfektioniert, dass belgisches Bier von der UNESCO 2016 sogar zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Ursprung des schmackhaften Gerstensafts geht auf das Mittelalter zurück. Von Mönchen gebrautes Bier wurde damals als einzige Alternative zum oftmals verschmutzten Wasser herangezogen.

Über 1.000 Biersorten in Belgien

Heute gibt es in Belgien über 1.000 verschiedene Biersorten und es ist wirklich schwierig, eine Empfehlung abzugeben. Ich halte es pragmatisch und probiere bei jedem Besuch einfach ein neues Bier aus. 😉 Das ist auch wirklich nicht schwer, denn in jedem Ort bieten unzählige Lokale eine schier unendliche Liste an Biersorten an. Am bekanntesten ist immer noch das Delirium Café in Brüssel – wobei es für mich mittlerweile an Reiz verloren hat, seitdem Ableger in vielen europäischen Städten zu finden sind.

Hochprozentig und fruchtig

Auffallend ist beim belgischen Bier die hohe Anzahl an Spezialbieren sowie an hochprozentigeren Sorten. Das liegt am geschichtlichen Umstand, dass von 1919 bis 1983 durch das Vandervelde-Gesetz der Ausschank von Spirituosen in Bars verboten war. Dementsprechend gab es eine große Nachfrage nach Bier mit höherem Alkoholgehalt. Außerdem probierten die Brauer durch Zugabe von Kräutern und Früchten, den Bieren eine spezielle Note zu verleihen.

Bier = Alltag in Belgien

Biertrinken gehört in Belgien einfach zum Alltag und auch als Tourist sollte man sich diesem Brauchtum nicht verwehren (außer ihr mögt generell kein Bier). Für welches Lokal ihr euch entscheidet ist dabei nicht so wichtig. Meine Freundin und ich ließen uns immer von der Stimmung leiten und suchten hauptsächlich Bars auf, in denen gute Laune unter den Besuchern herrschte oder man gut im Freien sitzen konnte. Einige konkrete Tipps dazu findet ihr gleich nachfolgend. 🙂

Belgisches Bier in den Städten Brüssel, Antwerpen, Brügge und Gent
Die belgischen Biersorten gehen beim Probieren garantiert nicht aus

Meine Tipps für belgisches Bier

Brügge: Brasserie Bourgogne des Flandres (Kartuizerinnenstraat 6), Huisbrouwerij De Halve Maan (Walplein 26)

Brüssel: Delirium Café (Impasse de la Fidélité 4), Bar des Amis (Rue Sainte-Catherine 30), Bar du Matin (Chaussée d’Alsemberg 172)

Gent: Bier Central (Botermarkt 11), Het Waterhuis aan de Bierkant (Groentenmarkt 9)

Antwerpen: Muziekcafé De Kroeg (Wolstraat 46), Cafe Kleine Tunnel (Hoogstraat 76)

 


Belgische Speise Vol-en-vent

6) Vol-en-vent

Von der recht deftigen Speise Vol-au-vent hatten meine Freundin und ich zuvor noch nie gehört. Es handelt sich um ein Ragout, das in eine hohe Form aus Blätterteig gefüllt wird. Erstmals in Berührung damit gerieten wir in Brügge, wo wir in unserem Hotel nach einem Tipp für das Abendessen fragten. Die freundliche Mitarbeiterin an der Rezeption schickte uns in ein klassisches Restaurant, in dem Vol-au-vent als Spezialität des Hauses angepriesen wurde. Also ließen wir uns nicht lange bitten und probierten den Gaumenschmaus.

Eine Speise fliegt in die Luft

Der französische Name Vol-au-vent bedeutet übersetzt „in die Luft fliegen“. Natürlich steckt erneut eine Legende dahinter. 😉 Ein Koch soll Ende des 18. Jahrhunderts einmal für die Zubereitung einer Pastete statt einem Pasteten- einen Blätterteig verwendet haben. Dieser ging beim Backen stark auf, was eine Gehilfin des Kochs zum Aufschrei „Maître, il vole au vent!“ („Meister, sie fliegt in die Luft!“) bewogen haben soll. Die Geschichte stimmt aber nicht, denn Vol-au-vent wurde laut Aufzeichnungen in Frankreich schon weitaus früher erwähnt.

Sehr guter Geschmack mit kleinem Aber

Meine Erfahrung mit Vol-au-vent war sehr positiv, auch wenn mir ein Aspekt gar nicht gefiel. Sehr gut empfand ich die Blätterteighülle und das Ragout aus Hühnerfleisch, Pilzen und Gemüse. Dazu wurde frischer Salat und knackige Pommes Frites gereicht, beides ideale Begleiter dieser Speise. Einzig die sehr dickflüssige bzw. gut gebundene Sauce war so gar nicht nach meinem Geschmack. Auf jeden Fall empfehle ich euch, Vol-au-vent nach Möglichkeit selbst einmal zu kosten!

Vol-en-vent in einem Restaurant in Brügge
Vol-en-vent schmackhaft angerichtet in einem Lokal in Brügge

Mein Tipp für Vol-au-vent in Belgien

Brügge: Passage Bruges (Dweersstraat 26)

 


Belgische Spezialitäten Vlaamse Stoverij und Waterzooi

7/8) Vlaamse Stoverij und Waterzooi

In diesem Punkt zum Essen in Belgien stelle ich euch der Einfachheit halber gleich zwei Speisen vor, die meine Freundin und ich in einem Restaurant in Gent verschlangen. Vlaamse Stoverij ist die Bezeichnung für Flämische Karbonade – ein geschmorter Fleischeintopf mit Gemüse. Vom Aussehen her erinnert das Gericht sehr stark an ein Gulasch und der Geschmack ist auch ähnlich. Was mir extrem an Vlaamse Stoverij schmeckte, war die leichte Biernote – denn kräftiges belgisches Bier ist essentiell für die Zubereitung.

Ein leichter Suppeneintopf

Die vor allem für Gent bekannte Speise Waterzooi (dt. Wassersud) bezeichnet ebenfalls einen Eintopf, der von der Konsistenz und Schwere aber ganz anders als Vlaamse Stoverij daherkommt. Es handelt sich eher um eine Suppe, die leicht gebunden wird. Darin wird entweder Huhn, Kalb, Fisch oder eine Kombination daraus mit viel Gemüse sowie einer Menge an Kräutern gegart. Ein super leichtes Essen, das auch wirklich schmackhaft war. Zu beiden Gerichten werden traditionellerweise wieder Pommes Frites gereicht – was sonst. 😉

Vlaamse Stoverij und Waterzooi in einem Restaurant in Gent
Vlaamse Stoverij und Waterzooi – zwei wunderbar schmeckende belgische Gerichte

Mein Tipp für Vlaamse Stoverij und Waterzooi in Belgien

Gent: Sint-Jorishof (Botermarkt 2)

 


Belgische Fischsuppe auf einem Markt in Brüssel

9) Fischsuppe

Nicht unbedingt nur für Belgien typisch, aber diesen kleinen Geheimtipp kann ich euch unmöglich vorenthalten. Als ich einen guten Freund in Brüssel besuchte, stand naturgemäß auch ein bieriger Abend am Programm. Nachdem die belgischen Biere ja bekanntermaßen etwas stärker daherkommen, war der nächste Morgen nicht der schönste. 😉 Doch es gibt eine Rettung gegen den verfluchten Kater!

Fischsuppe gegen Kater

Auf dem Place Saint Catherine, der mit seiner wunderschönen Kirche ein toller Blickfang ist, sind auch einige fixe Marktstände aufgebaut. Einer davon ist eine Fischbar, an der ich eine der besten Fischsuppen meines Lebens genießen durfte. Aus einem großen Topf dampfte es verführerisch und der Geruch versprach nicht zu viel. Zur Suppe wird Brot und geriebener Käse gereicht, den man selbst nach Belieben in den Teller streuen kann (unbedingt machen!). Dazu gönnten wir uns noch gegrillte Scampi – und weg war er, der böse Kater! 😉

Fischsuppe auf einem Markt in Brüssel
Fischsuppe schmeckt nicht nur ausgezeichnet, sondern hilft auch gegen Kater 😉

Mein Tipp für Fischsuppe in Belgien

Brüssel: Fischbar De Noordzee / La Mer du Nord (Place Saint Catherine)

 


Belgische Fischkroketten in einem Restaurant in Brüssel

10) Fischkroketten

Fischkroketten sind, was das Essen in Belgien anbelangt, so richtig typisch. In den benachbarten Niederlanden werden sie ebenso zelebriert und oft angeboten. Die frittierte Masse unter anderem aus Kartoffeln, Käse, Garnelen oder Nordseekrabben findet ihr an vielen Pommes-Ständen, aber auch als Vorspeise in Restaurants. Geschmacklich sind sie recht deftig und füllend, aber super gut! Passt nur auf, dass ihr nach dem Verzehr keinen Hunger mehr für die Hauptspeise habt. 😉

Fischkroketten in einem Restaurant in Brüssel
Fischkroketten sind ein knackig-leckerer Snack zwischendurch oder als Vorspeise

Meine Tipps für Fischkroketten in Belgien

Brüssel: Toucan Brasserie (Avenue Louis Lepoutre 1)

Brügge, Gent, Antwerpen: diverse Kioske auf den Straßen

 


Genter Nasen (Couberdons)

11) Genter Nasen

Als letzten Punkt für das Thema Essen in Belgien habe ich mir eine Besonderheit aufgehoben. Die Genter Nasen (Gentse Neuzen) bzw. Cuberdons stammen wie der Name schon sagt aus Gent. Meine Freundin und ich haben während unserer Rundreise durch Flandern diese kegelförmige Süßigkeit auch tatsächlich ausschließlich in Gent entdeckt. Dort wird sie vor allem mittels mobilen Ständen in der Innenstadt verkauft.

Außen hart, innen weich

Genter Nasen sind außen hart und innen mit weichem Gelee gefüllt. Sie werden in verschiedenen Geschmacksrichtungen sowie unterschiedlichen Farben angeboten. Mein Fall sind sie ehrlich gesagt nicht, aber ich bin generell kein großer Fan von Gummibärchen & Co. Meine Freundin dagegen mochte die Genter Nasen sehr. Ihr solltet sie also auf jeden Fall selbst einmal kosten, um euch eine eigene Meinung zu bilden. 🙂

Genter Nasen in der belgischen Stadt Gent
Genter Nasen sind eine faszinierende belgische Spezialität

Mein Tipp für Genter Nasen (Couberdons)

Gent: In der Innenstadt findet ihr viele mobile Verkaufsstände

 


FAZIT

Mit diesem Blogbeitrag habe ich euch 11 typische Beispiele für das Essen in Belgien vorgestellt. Das Land selbst bietet mit seinen Städten, Orten und Landschaften schon genügend Reize und Gründe, zu Besuch zu kommen. Meine Freundin und ich kommen aber besonders wegen der kulinarischen Seite Belgiens immer wieder gerne zurück. Ob Schokolade, Pommes Frites, Waffeln, Bier oder die vielen weiteren Köstlichkeiten: der Genuss kommt in Belgien unmöglich zu kurz. Welche Speisen lachen euch am meisten an? 🙂

 

Essen in Belgien: 11 kulinarische Sünden mit Infos zu den Nationalgerichten Moules-frites, Pommes Frites, belgischer Schokolade, Bier, Waffeln und mehr!Essen in Belgien: 11 kulinarische Sünden mit Infos zu den Nationalgerichten Moules-frites, Pommes Frites, belgischer Schokolade, Bier, Waffeln und mehr!

5 Kommentare

  1. Frank Reinhard sagt: Antworten

    Hallo Christian,
    Schöner Bericht mal wieder-dieses Mal über Belgiens Kulinarik.

    Ich persönlich mag die Fritten sehr, sterbe für die Waffeln und bin auch Fan der COUBERDONS. Fritten mit Muscheln schüttelt es mich schon beim Gedanken, aber das kann ja jeder nach seinem Gusto handhaben. Finde es jedenfalls toll, dass du die verschiedenen Leckereien aufführst und beschreibst.

    Weiter so 👍👌

    1. Danke für deinen Kommentar, Frank!

      Wie du sagst, jeder hat einen anderen Geschmack, zum Glück. 😉

      Alles Gute dir!
      Viele Grüße
      Christian

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