Bremen: Im Bann der vier Stadtmusikanten

Die Skulptur der Bremer Stadtmusikanten

Nur eine Stunde mit dem Zug von Hamburg entfernt, stand Bremen schon lange auf meiner Wunschliste. Aber man kennt das ja: es kommt immer etwas dazwischen! Nach vielen Jahren habe ich es dann 2017 aber doch endlich geschafft und die Bremer Stadtmusikanten persönlich kennengelernt. Auch wenn die Stadt natürlich weitaus mehr zu bieten hat als die berühmte Skulptur, so sind die vier Märchentiere doch an jeder Ecke allgegenwärtig.

Bremen

FAKTEN

Reisezeit: Juli 2017 (3 Tage, 2 Übernachtungen)
Anreise: Mit dem Zug von Hamburg Hauptbahnhof nach Bremen Hauptbahnhof (0:55 h)
Unterkunft: elements pure FENG SHUI CONCEPT HOTEL **** (Birkenstraße 15, Webseite): Recht neues Hotel nach dem Feng-Shui-Konzept, viel offene Fläche, jedes der fünf Stockwerke sowie die Zimmer sind einem der Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser gewidmet. Großes Zimmer mit geradezu überdimensioniertem Badezimmer, großartige Dusche, Minibar mit einigen kostenlosen antialkoholischen Getränken, ausgezeichnete Betten, etwas klein geratener Flachbildfernseher, kostenloses WLAN. Kleiner, aber feiner Wellnessbereich mit Panoramasauna und Dampfbad, kleine Außenterrasse (ohne besondere Aussicht). Sehr reichhaltiges, vielfältiges und hochqualitatives Frühstücksbuffet, Abendbar mit großer Weinauswahl auch zum Mitnehmen aufs Zimmer. Weiterempfehlung? JA

Weitere Stationen dieser Reise

Bremen habe ich mit Hamburg kombiniert, meinen Reisebericht dazu könnt ihr hier lesen: Hamburg – Die Hafenstadt meines Vertrauens

Reiseverlauf: Wien –> Flughafen Hamburg (Flug Eurowings) // Hamburg Hauptbahnhof –> Bremen Hauptbahnhof (Zug) // Bremen Hauptbahnhof –> Hamburg Hauptbahnhof (Zug) // Flughafen Hamburg –> Wien (Flug Eurowings)

 

Touristen vor den Bremer Stadtmusikanten

Kleine Skulptur im Mittelpunkt der Stadt

Man muss sie schon fast suchen, so unscheinbar und direkt unmotiviert platziert steht die Skulptur der Bremer Stadtmusikanten versteckt neben dem Rathaus. Das Auffinden einfacher machen da schon die Trauben an Menschen, die der Reihe nach die Beine des Esels angreifen wollen, was einen Wunsch in Erfüllung gehen lassen soll. Es ist schon faszinierend zu sehen, wie das Märchen der Gebrüder Grimm einer Stadt zu internationaler Bekanntheit verholfen hat.

Überall in Bremen stößt man auf die Tierfiguren, ob man will oder nicht. Seit 2009 sind die Stadtmusikanten sogar im Stadtlogo abgebildet und haben das zuvor verwendete Schlüssel-Symbol – immerhin im Stadtwappen verankert – abgelöst. Dass es in Bremen aber nicht nur eine kleine Skulptur zu bewundern, sondern noch einige andere äußerst nette Sehenswürdigkeiten zu entdecken und vor allem kulinarisch spannende Speisen zu probieren gibt, möchte ich euch nachfolgend näherbringen.

Panorama des Marktplatz in Bremen

Die Altstadt von Bremen

Die Bremer Altstadt mit ihrem historischen Kern ist recht überschaubar und so gut in einem halben Tag zu erkunden. Zwar gehören zur Altstadt auch noch das Schnoorviertel und das Weserufer mit der Schlachte, diese beiden Bereiche behandle ich allerdings aufgrund ihres anderen Charakters in eigenen Punkten weiter unten. Bleiben wir vorerst aber in der Stadtmitte und sehen uns an, was es alles rund um den zentralen Marktplatz zu entdecken gibt.

Der Marktplatz

Steht man in der Mitte des Marktplatzes und dreht sich einmal im Kreis, muss einem zwangsweise das Herz aufgehen. Ich habe noch wenige Städte gesehen, die auf einem Platz ein derart harmonisch angeordnetes zentrales Ensemble an historischen Gebäuden und Kirchen aufweisen. Zwar steht mit dem Haus der Bremischen Bürgschaft auch ein etwas moderneres Haus auf dem Marktplatz, doch nicht einmal dessen Hässlichkeit stört inmitten der anderen wunderschönen alten Bauten. 😉 Märkte finden auf dem Platz übrigens – mit Ausnahme des Weihnachtsmarkts und des Kleinen Freimarkts – keine mehr statt. In den Allgemeinen Tipps am Ende dieses Beitrags geb ich euch aber noch Infos zum Domshof mit der angrenzenden Markthalle. Diese befinden sich unweit des Marktplatzes und sind einen Abstecher wert!

Fotospots

 

Die Bremer Stadtmusikanten

Die berühmte Bronzeskulptur der Bremer Stadtmusikanten steht an der Westseite des Rathauses und könnte sehr leicht übersehen werden. Die Betonung liegt auf „könnte“, denn man kann sie aufgrund der Menschentrauben davor eigentlich nicht verfehlen. Die Plastik hat mich sofort an den pinkelnden Buben Manneken-Pis in Brüssel erinnert. Zwar gibt es zwischen den Skulpturen keinerlei optische Verbindung, aber im ersten Moment kam mir an beiden Orten der Gedanke: „Wow, das Ding ist aber klein!“ Dass die Stadtmusikanten für Bremen allerdings enorm wichtig sind, merkt man an den zahlreichen künstlerischen Nachbildungen überall in der Stadt – einige Beispielfotos seht ihr unten.

Das Märchen der Bremer Stadtmusikanten von den Gebrüdern Grimm stammt aus dem Jahr 1819 und ist wohl vielen von euch aus der Kindheit bekannt. Es handelt von vier alten Haustieren, die nach schlechter Behandlung davonlaufen, um in Bremen Stadtmusikanten zu werden. Dort kommen sie aber nie an: auf dem Weg dorthin erobern sie die Beute einer Räuberbande und leben fortan in deren Haus. Die Stadt Bremen spielte schon vor Beginn des Zweiten Weltkriegs mit dem Gedanken, ein Denkmal für die Tiere zu errichten. Es dauerte aber bis ins Jahr 1951, als der Besuch des deutschen Bildhauers Gerhard Marcks schließlich die Umsetzung in Gang setzte.

Seitdem ist die Bronzeskulptur der Bremer Stadtmusikanten die Hauptattraktion und gehört für jeden Besucher der Stadt zum Pflichtprogramm. Angeblich soll ein Wunsch in Erfüllung gehen, wenn man mit geschlossenen Augen und beiden Händen beide Hufe des Esels berührt. In der Praxis kann man vor Ort ein ums andere Mal beobachten, wie Touristen funktionieren: alle wollen das Tier angreifen, aber offensichtlich beschäftigt sich so gut wie niemand mit der Legende – die meisten Menschen berühren die Hufe nämlich nur mit einer Hand. Die Bremer selbst haben dafür einen eigenen Satz: “Dort schüttelt wieder ein Esel dem anderen die Hand”. 😉

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Das Rathaus und der Roland

So klein die Skulptur der Bremer Stadtmusikanten ist, so gegenteilig groß ist die daneben stehende Roland-Statue aus dem Jahr 1404. Stolze 10,21 Meter ragt das Symbol für Freiheit und Marktrecht in die Höhe. Die Figur stellt ein ideales Fotomotiv dar, vor allem mit dem Rathaus im Hintergrund. Dieses gehört zweifelsohne zu den schönsten in ganz Deutschland! Gebaut wurde es zwischen 1405 und 1410, im 17. Jahrhundert erhielt es zusätzlich die traumhafte Fassade im Stil der Weser-Renaissance. Seit 2004 gehören der Roland und das Rathaus zum UNESCO-Welterbe. Völlig zurecht!

In der oberen Rathaushalle befindet sich der schönste und repräsentativste Festsaal Bremens – früher tagte dort der Stadtrat. Und das Beste: man kann das Rathaus mit einer Führung besichtigen, was ich getan und als absolutes Highlight in Bremen empfunden habe! Führungen finden von Montag bis Samstag um 11, 12, 15 und 16 Uhr sowie am Sonntag um 11 und 12 Uhr statt. Tickets kosten EUR 6,50. Bucht diese am besten schon im Voraus über die Webseite bremen-tourismus.de. Beim geführten Rundgang durch das Rathaus bekommt man unter anderem den Festsaal, die Obere Rathaushalle mit seinen von der Decke hängenden Modellschiffen und die mit Jugendstilelementen ausgestattete Güldenkammer zu sehen.

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Der Dom St. Petri

Der Bremer Dom St. Petri ist ein weiteres Bauwerk auf dem Marktplatz, das ihr euch unbedingt von innen ansehen solltet. Die beiden Türme der Kirche sind von vielen Plätzen aus sichtbar, einer davon kann auch bestiegen werden (mehr dazu gleich). Der Dom wurde im 11. Jahrhundert im Stil der Romanik erbaut und im 13. Jahrhundert dann mit gotischen Elementen ergänzt und umgebaut. Das Innenleben hat mir sehr gut gefallen – angefangen von den prachtvollen Goldlustern, den bunten und kunstvoll verzierten Glasfenstern bis hin zur allgemein detailreichen Ausstattung. Besichtigt werden kann der Bremer Dom St. Petri von Montag bis Freitag 10-16.45 Uhr und am Wochenende zwischen 14 und 16 Uhr.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, um EUR 1,- einen der Türme zu besteigen, was ich natürlich sofort begeistert getan habe. Oben jedoch war ich sehr enttäuscht und die Ernüchterung groß. Prinzipiell würde man perfekt über die Stadt Bremen sehen – wäre da nicht ein engmaschiges Gitter im Weg. Sieht man schon mit bloßem Auge nur genervt durch die kleinen Zwischenräume, ist das Gitter natürlich auch auf Fotos mehr oder weniger immer sichtbar. Der Einsatz eines Teleobjektivs mit offener Blende hat den störenden Effekt zwar abgemildert, dennoch verstehe ich nicht, warum man die Absperrung dort oben nicht etwas besucherfreundlicher gestalten konnte. Trotz dieses Umstands empfehle ich euch dennoch nach oben zu gehen, weil der Preis mit EUR 1,- wirklich ein Schnäppchen ist. Der Aufstieg ist möglich von Montag bis Freitag 10-16.30 Uhr, Samstag 10-13.30 Uhr und Sonntag 14-16.30 Uhr.

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Schnoorviertel in Bremen

Weitere Sehenswürdigkeiten

Nicht nur das Stadtzentrum rund um den Marktplatz ist interessant. Nicht weit entfernt finden sich mit dem Schnoorviertel, der Böttcherstraße und der Schlachte am Weserufer gleich die nächsten wichtigen Orte in Bremen, wo es eine Menge zu entdecken gibt. Abrunden könnt ihr die Besichtigungstour mit einer Hafenrundfahrt, die ich euch ebenfalls schmackhaft machen möchte.

Schnoorviertel

Beim Schnoorviertel handelt es sich um den ältesten Stadtteil Bremens. Der Name leitet sich vom niederdeutschen „Schnoor“ ab, was „Schnur“ bedeutet. In diesem Viertel waren im Mittelalter hauptsächlich Schiffshandwerker am Arbeiten und Wohnen, weswegen auch die Namen zahlreicher Straßen damit in Zusammenhandwerk stehen. Ein Spaziergang durch die engen Gassen ist ein Traum! Man flaniert zwischen wunderschönen Fachwerkhäusern und kann sich in den Schaufenstern an den Kunstwerken der lokalen Händler und Manufakturen nicht sattsehen. Dazwischen laden zahlreiche Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Ich war von einem Lokal derart begeistert, dass ich gleich zweimal zum Essen dorthin gegangen bin – mehr Details dazu in den Allgemeinen Tipps am Ende des Beitrags. Eine Besonderheit ist übrigens, dass man im Schnoorviertel zwischen 1. April und 31. Dezember auch Sonntags von 11-16 Uhr einkaufen kann.

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Böttcherstraße

Wenn ihr vom Stadtzentrum zum Flussufer der Weser gehen wollt, führt euch der Weg durch die enge Böttcherstraße. Der Name leitet sich vom Beruf des Böttcher (Fassbinder) ab – an diesem Ort wurden also im Mittelalter Fässer hergestellt. Mitte des 19. Jahrhunderts verlor die Straße an Bedeutung und verfiel zusehends. Ludwig Roselius, Kaffeehändler und Gründer von Kaffee Hag, kaufte nach und nach mehrere Häuser der Böttcherstraße und verwandelte sie über die folgenden Jahre in eine Prachtstraße mit zahlreichen sehenswerten Gebäuden. Die Architektur ist dabei ganz besonders hervozuheben, denn es handelt sich um eine Mischung aus Backstein und Art Déco, was ich in solch einer Form bisher noch nicht gesehen habe.

Heute sind in der Gasse, deren Zugang durch das goldene Fassadenrelief von Bernhard Hoetger unübersehbar ist, viele kleine Geschäfte mit Kunsthandwerk, einem beeindruckenden Teeladen und Manufakturen zu finden. Hervorheben möchte ich die Bremer Bonbon Manufaktur (Böttcherstraße 8), in der man hautnah erleben kann, wie Bonbons hergestellt werden. Spannend zum Zusehen – und Kostproben fallen auch ab. 😉 Wenn ihr Glück habt, könnt ihr vor dem Haus des Glockenspiels eben diesem, aus 30 Porzellanglocken bestehenden, lauschen. Leider nicht besichtigen konnte ich den spektakulären Himmelssaal im Haus Atlantis. In dem Gebäude am Ende der Böttcherstraße ist heute das Hotel Radisson Blu untergebracht und es ist nur jeweils am Sonntag um 11 Uhr möglich, mit einer Führung um EUR 6,50 eine Besichtigung durchzuführen (Infos und Tickets gibt es auf der Webseite bremen-tourismus.de).

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Schlachte

Der im ersten Moment etwas seltsam klingende Name Schlachte bezeichnet einen Abschnitt der Uferpromenade entlang der Weser. Während dort früher der Hafenplatz zugegen war, tummeln sich heute die Einheimischen und Touristen an diesem Ort. Wenn man etwas Party oder eine große Auswahl an Restaurants sowie Biergärten sucht, ist man an der Schlachte genau richtig. Ich selbst bin aber nach einem kurzen Spaziergang in der Dämmerung rasch wieder geflüchtet, da mir zum Zeitpunkt meines Besuchs einfach zu viele Junggesellenabschiede unterwegs waren.

Stattdessen habe ich die Chance genutzt und über die Teerhofbrücke die Seite gewechselt. Vom gegenüberliegenden Ufer konnte ich nämlich in Ruhe und so richtig schön die Innenstadt Bremens mit der Martinikirche, den Türmen des Bremer Doms St. Petri und zwei historischen, fest verankerten Schiffen im Abendlicht fotografieren. Außerdem warf ich noch einen Blick in den Teerhof, welcher ursprünglich der Platz für alle Teerarbeiten in Verbindung mit dem Schiffshandwerk war. Heute werden die Gebäude im alten Stil als Wohnräume und Büros genutzt.

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Hafenrundfahrt

Wo immer es möglich ist und angeboten wird, nehme ich liebend gerne das Angebot einer Bootsfahrt in Anspruch. In Bremen legen vom Martinianleger an der Schlachte die Schiffe zur Hafenrundfahrt ab. Die Fahrt dauert rund 75 Minuten und kostet EUR 11,- – Tickets erhaltet ihr am Kiosk vor Ort. Für die Abfahrtszeiten schaut ihr am besten auf die Webseite hal-oever.de.

Während der Fahrt bekommt man zuerst schöne Blicke auf die Schlachte, danach auf die eher hässlichen Fabriksgebäude der Brauerei Becks und von Kellogg’s – wo übrigens seit November 2017 keine Frühstücksflocken mehr produziert werden. Nachdem das moderne Viertel Überseestadt mit seinen Neubauten an einem vorübergezogen ist, markiert der unter Denkmalschutz stehende Leuchtturm Molenfeuer Überseehafen Süd (auch Mäuseturm genannt) den Beginn des Hafenareals. Auch wenn es hier nicht so spektakulär zugeht wie im Hamburger Hafen, sind die Schiffe und Kräne doch auch ziemlich schön anzusehen. Wenn man sich dazu noch ein Bier an Deck gönnt und die Sonne auf den Kopf scheinen lässt, könnte die Fahrt auch ruhig noch länger dauern. 😉

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Die Mühle am Wall in Bremen

Persönliche Empfehlungen

Abschließend stelle ich euch noch einige Orte und Plätze vor, die es mir bei meinem Besuch in Bremen ebenfalls sehr angetan haben und die ich euch auch bedenkenlos weiterempfehlen kann.

Die Mühle am Wall

Auf dem Areal der ehemaligen Stadtbefestigung ist heute eine Parkanlage angelegt, die Bremer Wallanlagen. Unweit des Zentrums steht die unübersehbare Herdentorswallmühle (genannt Mühle am Wall), wodurch man sich sofort an die Niederlande erinnert fühlt. Die Mühle ist nicht nur ein tolles Fotomotiv, sondern beherbergt auch das Bistro Kaffeemühle (Am Wall 212), wo man unter dem sich drehenden Rad der Mühle seine Torte und einen Capucchino genießen kann.

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Historische Gebäude

In der Bremer Innenstadt gibt es sehr viele historisch bedeutsame Gebäude, keine Frage. Zwei davon möchte ich euch empfehlen: Das Haus des Reichs (Rudolf-Hilferding-Platz 1) direkt an den Wallanlagen ist ein Kontorhaus mit Stilelementen des Expressionismus und Art Déco. Im Inneren befindet sich heute das Finanzamt und ihr könnt unter der Woche einen Blick in das Haus werfen. Die zwei Besonderheiten sind zum Einen das traumhafte Treppenhaus und zum Anderen die alten Paternoster-Aufzüge, die zum Zeitpunkt meines Besuchs sogar in Betrieb waren. Ein weiteres interessantes Gebäude ist die Bremer Baumwollbörse (Wachtstraße 17-24), wo es ebenfalls ein auffallendes Treppenhaus und ein großes Mosaik aus dem Jahre 1906 beim Haupteingang zu bewundern gibt.

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Universum Bremen

Wenn ihr zwei bis vier Stunden übrig habt oder opfern wollt, dann solltet ihr mit der Straßenbahn-Linie 6 bis zur Station Universität-Süd fahren. Dort liegt nämlich das Universum Bremen, ein Wissenschaftsmuseum in Form eines großen Wals. Auf mehreren Stockwerken und in einem Außenbereich kann man als Besucher in den Bereichen Mensch, Technik und Natur unglaublich viel lernen. Fast alles ist zum selbst Ausprobieren, wodurch es wirklich nie langweilig wird. Ein Highlight war für mich ein Erdbebensimulator, wo man in einem nachgebauten Wohnzimmer sitzend die Erdstöße von historisch bedeutsamen und sehr schweren Erdbeben nachempfinden kann – nichts für schwache Nerven! Der Eintrittspreis ist mit EUR 16,- zwar nicht der billigste, aber es lohnt sich wirklich. Alle Infos dazu gibt es auf der Webseite universum-bremen.de.

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Das Überseetörn-Fest im Europahafen

Kein unbedingtes Muss ist das moderne Viertel Überseestadt mit dem Europahafen. Ich erwähne es hier aber trotzdem, da dort zum Zeitpunkt meines Besuchs im Juli das Fest Überseetörn stattgefunden hat. Wenn ihr auch das Glück habt und diese Veranstaltung während eures Besuchs läuft, dann solltet ihr auf jeden Fall vorbeischauen. Mit der Straßenbahn-Linie 3 oder dem Bus 20 fährt man bis zur Station Bremen Europahafen, danach steht man direkt vor dem kleinen Festareal. Auf einer Bühne werden diverse Acts von Musik bis Tanz dargeboten, während man sich bei zahlreichen mobilen Ständen mit Craftbeer und Streetfood verköstigen kann. An einem lauen Sommerabend definitiv zu empfehlen! Alle Infos findet ihr auf bremen.de.

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ALLGEMEINE TIPPS

Wenn ihr mit dem Zug anreist, dann seht euch im Hauptbahnhof bewusst die unter Denkmalschutz stehende Empfangshalle an. Auch die Außenansicht des Bahnhofgebäudes ist aus architektonischer Sicht beeindruckend.

Wenn euer Hotel halbwegs im Stadtzentrum liegt, benötigt ihr im Normalfall keine Öffentlichen Verkehrsmittel. Alles Wege sind relativ kurz und einfach zu gehen. Wollt ihr aber zum Europahafen oder zum Wissenschaftsmuseum Universum, benötigt ihr die Straßenbahn oder den Bus. Ein Einzelticket kostet EUR 2,80, eine Tageskarte EUR 8,-. Netzpläne gibt es auf der Webseite bsag.de zum Download im PDF-Format.

In der Altstadt lohnt es sich auch einmal auf den Boden zu schauen. Dort entdeckt ihr nämlich die Nagelroute aus großen Metallnägeln, die einen Rundgang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten anzeigen – eine sehr nette Idee, wie ich finde!

Einige Meter vom zentralen Marktplatz entfernt liegt hinter dem Bremer Dom St. Petri der Domshof, wo immer wieder Märkte abgehalten werden. Als ich vor Ort war, gab es zwar nur einige wenige Stände mit lokalen Produkten, aber in der angrenzenden Markthalle Acht lohnt sich ebenfalls ein Blick hinein. Dort findet ihr von Dienstag bis Samstag 10-20 Uhr ausgewählte Händler, die mit ihren Produkten einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit legen. Dabei geht es sowohl um Handwerkskunst als auch Kulinarik. Ich habe eine kurze Pause bei der Bremer Braumanufaktur mit ihrem großartigen Hopfenfänger-Bier eingelegt. Donnerstags von 10-22 Uhr wird in der Marthalle übrigens Streetfood aufgetischt – das hätte ich wirklich gerne erlebt!

Ein ausgezeichnetes Lokal mitten im Schnoorviertel ist das Restaurant Kleiner Olymp (Hinter der Holzpforte 20). Dort habe ich nicht nur das lokale Schnoorbier ausprobiert, sondern mit meiner Freundin auch gleich an zwei hintereinanderfolgenden Tagen gegessen – es hat uns einfach perfekt geschmeckt. Das Restaurant ist auf norddeutsche und speziell Bremer Speisen spezialisiert, was wir natürlich ausgiebig probierten. Neben einer Zwiebelsuppe aßen wir noch Bremer Pannfisch, eine Speckscholle mit Nordseekrabben, Bremer Knipp und Bremer Labskaus. Alles ein Gaumenschmaus!

Wenn ihr eine Hafenrundfahrt geplant habt und die Wartezeit überbrücken oder einfach einmal so ein Bier am Ufer der Weser trinken wollt, dann empfehle ich euch den fest verankerten Dreimaster Alexander von Humboldt (Anleger Schlachte 1a). Das grüne Segelschiff ist aus der Becks-Werbung „Sail away“ bekannt und liegt heute zu einem Gastronomie- und Hotelschiff umgebaut vor Anker. An Deck ist ein kleines Café, wo man stilecht sein Bier genießen kann. Dort hat mir sogar ein Becks geschmeckt, obwohl dieses Bier wirklich nicht zu meinen Favoriten zählt. 😉

 

FAZIT

Lange habe ich darauf gewartet, und dann war es endlich soweit: endlich einmal in Bremen zu Gast! In den drei Tagen Aufenthalt habe ich mich bestens aufgehoben und unterhalten gefühlt. In der Altstadt gibt es mit den fantastischen Gebäuden rund um den Marktplatz (und speziell das Rathaus) viel zu entdecken. Überall lachen einem neben dem Original der Bremer Stadtmusikanten kreative Nachbildungen entgegen. Auch die Böttcherstraße und das liebevolle Schnoorviertel bleiben mir sicherlich ewig im Gedächtnis. Eine tolle Erfahrung war es auch, am Überseetörn-Fest im Europahafen teilzunehmen, wo es zwischen Einheimischen Streetfood und Craftbeer zu genießen gab. Eines kann ich euch nach meinem Kurzurlaub in der norddeutschen Stadt garantieren: Bremen ist einfach ein perfektes Ziel für einen Städtetrip!

 

Bremen: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.Bremen: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

2 Kommentare

  1. […] Hamburg habe ich mit Bremen kombiniert, meinen Reisebericht dazu könnt ihr hier lesen: Bremen: Im Bann der vier Stadtmusikanten […]

  2. Martina sagt: Antworten

    Hallo! So ein guter Artikel über die Reise, du hast einen tollen Blog! Die Bilder sind super schön! Mach weiter so!

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