Gent – Das Highlight von Flandern

Nachtaufnahme von Gent

Das Beste kommt zum Schluss! Dieser Satz passt wirklich perfekt zur Stadt Gent – die letzte Station meiner sechstägigen Rundreise durch Flandern mit dem Zug. Vor dem Beginn meiner Recherchen für diesen empfehlenswerten Trip war Gent für mich noch überhaupt kein Begriff. Jetzt im Nachhinein kann ich euch aber getrost sagen: Gent war der absolute Höhepunkt in Belgien! Eine zauberhaft romantische Innenstadt mit vielen historischen Gebäuden, eine angenehme Atmosphäre und natürlich kulinarische Genüsse ohne Ende. Über all das erzähle ich euch in diesem Reisebericht!

Dieser Artikel wurde zuletzt am 27. August 2019 aktualisiert.

Gent

FAKTEN

Reisezeit: April 2019 (2 Tage, 1 Übernachtung)
Anreise: Mit dem Zug von Brugge nach Gent-Sint-Pieters (je nach Zug 22-41 Minuten, Einzelfahrt EUR 6,60)
Unterkunft: Hotel NH Gent Belfort **** (Hoogpoort 63, Zimmer buchen*): Klassisches, großes Hotel der Kette NH, absolut perfekte Lage inmitten des Zentrums, alle Sehenswürdigkeiten in Gehweite. Äußerst geräumige Zimmer in zeitlosem und etwas sterilem Design, großes bequemes Bett, schönes Bad. Klimaanlage an-/ausschaltbar, Minibar mit nervigem Motor. Saunabereich nicht genutzt, Frühstück nicht gebucht. Weiterempfehlung? Aufgrund der nicht zu schlagenden Lage ein klares JA!
Ist das Hotel schon voll? Dann findest du auf meiner bevorzugten Buchungsplattform booking.com weitere Unterkünfte und Hotels in Gent*.

TRANSPARENZHINWEIS

*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn euch mein Blogartikel bei der Planung eurer Reise geholfen hat, freue ich mich, wenn ihr über diese Links eure Unterkunft oder Freizeitaktivitäten bucht. Ich erhalte dadurch eine kleine Provision und ihr unterstützt den Erhalt dieses Blogs. Für euch entstehen dabei selbstverständlich keine Nachteile. Vielen Dank! 🙂

 

Burg Gravensteen in Gent

Gent als würdiger Reiseabschluss

Viel Wehmut war dabei, als meine Freundin und ich die letzte Station unserer sechstägigen Reise durch Flandern antraten. Die Tage zuvor erlebten wir bereits großartige und emotionale Momente in Antwerpen, Brügge und Ostende – alle Reiseberichte dazu könnt ihr im blauen Infokasten unten aufrufen und nachlesen. Als Fortbewegungsmittel nutzten wir den Zug, was ausnahmslos perfekt funktionierte. Von Brügge aus gelangten wir so in nur 25 Minuten nach Gent. Nachdem die Züge vorbildlich alle 5-20 Minuten fahren, war bei der Anreise auch keine große Vorausplanung unsererseits notwendig. Wir erreichten unser Ziel also völlig stressfrei – ein ungewohntes Gefühl! 😉

Die Anreise in die Innenstadt

In Gent kommt man meistens am Hauptbahnhof St. Pieters an, der etwas vom Stadtzentrum entfernt liegt. Nur bei Fahrten von oder nach Antwerpen bietet sich mit dem Bahnhof Gent-Dampoort noch eine zweite Option an, die sich näher am Zentrum befindet. Meine Freundin und ich starteten unser Abenteuer in Gent jedenfalls von St. Pieters aus, der sowohl innen als auch außen echt sehenswert ist. Mit der Straßenbahn-Linie 1 fuhren wir dann einige Haltestellen in die Innenstadt bis zur Station Korenmarkt. Nur ein kurzes Stück davon entfernt befand sich unser Hotel NH Gent Belfort* – zentraler und verkehrstechnisch günstiger geht es nicht! 🙂

WEITERE REISEBERICHTE ZU BELGIEN

Gent habe ich während einer sechstägigen Flandern-Rundreise mit dem Zug besucht. Dabei sind natürlich einige interessante Blogbeiträge und Reiseberichte entstanden. Nachfolgend findet ihr alle Artikel und zusätzlich einen Bericht über die Hauptstadt Brüssel.

Flandern: Sechs Tage Genuss und Kultur

Antwerpen – Die Stadt der Kontraste

Brügge – Ein Ort zum Träumen

Ostende – Romantischer Kurztrip ans Meer

Gent – Das Highlight von Flandern

Brüssel: Schönheit im grauen Mantel

 

Panorama der Zunfthäuser am Graslei in Gent

Gent als großes Freilichtmuseum

Nach einem ersten Spaziergang konnten wir bereits mit Sicherheit sagen: die gesamte Innenstadt ist einfach ein großes Freilichtmuseum. Die Dichte an historisch sehenswerten Gebäuden ist enorm und man kommt aus dem Staunen schwer heraus. Als Höhepunkte empfand ich die Burg Gravensteen, die Genter Dreiturmreihe sowie die beiden gegenüber liegenden Uferterrassen Graslei und Korenlei. Nicht nur optisch ist dieser Platz ein Genuss, sondern auch von der entspannten Atmosphäre – hier kommen Einheimische sichtlich genauso gerne her wie Touristen.

Es geht auch ruhig

Nur weil ich Gent vor unserem Trip noch nicht wirklich am Radar hatte, heißt das natürlich nicht, dass es anderen Reisenden genauso geht. 😉 Tatsächlich war die Stadt sehr gut besucht und es wimmelte nur so vor Menschen. Trotzdem hatten wir nie das beengte Gefühl, welches einen in vielen anderen touristischen Hotspots wie Barcelona oder Venedig in den Wahnsinn treiben kann. Und das Beste: wenn es einem doch einmal zuviel wird, geht man einfach einige Minuten raus aus dem Zentrum und findet sich plötzlich in einer Idylle wieder – ein Beispiel dafür gebe ich euch weiter unten.

Übernachten lohnt sich

So gut wie überall achte ich darauf, mindestens eine Nacht an einem Ort zu bleiben. Das zahlt sich in Gent ganz besonders aus, denn die Stadtverwaltung beleuchtet seit vielen Jahren Straßen, Plätze und Gebäude in gezielter Art und Weise. Es gibt sogar einen eigenen Stadtplan mit einem Vorschlag für einen abendlichen Spaziergang, während dem man alle wichtigen Sehenswürdigkeiten in besonderem Licht bewundern kann. Mehr Details darüber sowie Tipps, welche typisch flämischen Köstlichkeiten ihr in Gent probieren könnt, erfahrt ihr nun im weiteren Verlauf meines Reiseberichts. Viel Spaß beim Lesen! 🙂


Die sieben Highlights von Gent (und mehr)

Innenansicht der St.-Bavo-Kathedrale in Gent

1) St.-Bavo-Kathedrale

Die bekannteste und zugleich berühmteste Sehenswürdigkeit ist die St.-Bavo-Kathedrale (Sint-Baafskathedraal). Die Ursprünge der Kirche, die Johannes dem Täufer geweiht ist, geht bis auf das Jahr 942 zurück. Das heutige Aussehen besteht seit Mitte des 16. Jahrhunderts (1559) – eine beeindruckend lange Zeit. Teile des ursprünglich romanischen Baus sind heute noch in der Krypta sichtbar, das restliche Gebäude wurde aber im gotischen Stil umgebaut. Geöffnet ist die Kathedrale das gesamte Jahr über bis auf den 1. Jänner, die genauen Öffnungszeiten während der verschiedenen Jahreszeiten findet ihr auf der offiziellen Webseite sintbaafskathedraal.be.

Der Genter Altar

Von außen sieht die St.-Bavo-Kathedrale vielleicht schmal und nicht so groß aus, nach dem Betreten offenbart sich aber ihre wahre Dimension. Das Kirchenschiff wirkt riesig und zieht sich weit nach hinten. Gleich nach dem Eingang befindet sich auf der linken Seite der Zugang zu einer Kapelle, in dem das Original des berühmten Genter Altars steht. Das Werk trägt den Namen „Die Anbetung des Lamm Gottes“ und stammt von den Gebrüdern van Eyck. Für die Besichtigung gelten eigene Öffnungszeiten, die ihr ebenfalls über den vorhin erwähnten Link aufrufen könnt. Während der Zutritt zur Kathedrale selbst kostenlos ist, müssen für den Genter Altar EUR 4,- bezahlt werden – eine lohnenswerte Investition, die ihr unbedingt tätigen solltet!

Viele Schätze in der Kathedrale

Der Genter Altar ist hinter einer Glaswand geschützt und kann von allen Seiten aus betrachtet werden. Eine Besonderheit ist, dass täglich zwischen 12 und 13 Uhr die Tafeln des Altars zugeklappt werden, um auch die Außenseiten in voller Pracht bestaunen zu können. Sollte der Zugang zur Kapelle mit dem Genter Altar übrigens geschlossen sein, gibt es in der Kathedrale selbst immerhin eine kleine Kopie zu besichtigen. Seht euch auch unbedingt die enorm detailliert ausgearbeitete Rokokokanzel aus Eiche und die weiteren Schätze in der Kirche an! Übrigens: den Turm der St.-Bavo-Kathedrale kann man einmal pro Jahr zur Zeit der Genter Feste besteigen. Den aktuellen Zeitrahmen für das Fest findet ihr auf der Webseite gentsefeesten.stad.gent.

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Detailaufnahme des Belfrieds von Gent

2) Belfried

Die berühmte Genter Dreiturmreihe besteht aus den Türmen der St.-Bavo-Kathedrale, der St.-Nikolaus-Kirche und dem dazwischen liegenden Belfried. Der Begriff Belfried bezeichnet einen hohen Glockenturm, der typisch für flämische Städte ist. Die Türme wurden früher unter anderem als Zeichen der Macht, zur Aufbewahrung von Urkunden und als Wachposten genutzt. Der Belfried von Gent ist dabei nicht nur eines der Wahrzeichen der Stadt, sondern mit 91 Metern auch der höchste in ganz Belgien. So verwundert es wohl kaum, dass das sehenswerte Bauwerk auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht.

Aussicht und mehr

Ein Aufstieg auf den Belfried darf natürlich bei einem Besuch in Gent nicht fehlen. Sehr erwähnenswert ist, dass es neben der Aussicht auf die Stadt auch noch einige andere Dinge im Belfried zu besichtigen gibt. Nach dem Kauf des Tickets (EUR 8,-, täglich außer 25.12. und 01.01. von 10-18 Uhr geöffnet) zahlt sich ein kurzer Blick in die angeschlossene gotische Tuchhalle von 1907 aus. Danach geht es gegenüber der Kassa über eine Treppe in das Erdgeschoss, wo Kopien der außen am Belfried angebrachten Wächterfiguren stehen. Der weitere Aufstieg erfolgt dann entweder zu Fuß oder per Aufzug.

Der Drache vom Belfried

Ich empfehle euch jedenfalls zu Fuß zu gehen – auch weil es mehrere Etagen gibt, in denen man eine Pause einlegen und sehenswerte Objekte ansehen kann. So ist beispielsweise ein schwer malträtierter Drache zu sehen, der von 1839 bis 1979 die Spitze des Belfrieds säumte. Es ist übrigens der Nachfolger des ersten Drachen, der ab 1377 für fast 500 Jahre über die Stadt wachte. Heute stellt die dritte Version der Drachenfigur ein stolzes Symbol und Maskottchen für Gent dar.

Die Glocken des Belfrieds

Weitere Höhepunkte während des Aufstiegs sind ein ausgestelltes Glockenspiel und die Glocke „Roeland“. Deren Vorgängerglocke ist seit einem Riss im Jahr 1914 nicht mehr im Einsatz und hängt mittlerweile ausgestellt in Sichtweite des Belfrieds unmittelbar neben der benachbarten St.-Nikolaus-Kirche. Im vierten Stock ist es möglich, hautnah die Mechanik des Glockenspiels zu studieren. Bis zu diesem Stockwerk fährt der Aufzug, danach ist noch ein kurzes Stück zu Fuß zu bewältigen.

Gent von oben bewundern

Über eine sehr schmale und steile letzte Treppe gelangt man dann auf eine offen liegende Balustrade, die rund um den Belfried führt. Angst haben muss man hier nicht, denn die Mauer ist hoch genug, sodass auch Menschen mit Höhenangst keine Probleme haben sollten – einzig die beengten Verhältnisse sind nicht unbedingt angenehm. Kommt nach Möglichkeit gleich zur Öffnung um 10 Uhr zum Belfried, um oben noch halbwegs ungestört die Aussicht genießen zu können! Diese ist jedenfalls ausgezeichnet und man blickt direkt auf die benachbarte St.-Nikolaus-Kirche und die St.-Bavo-Kathedrale.

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Uferterrassen Graslei und Korenlei in Gent

3) Graslei und Korenlei

Das pulsierende Zentrum und gleichzeitig wohl der schönste Fleck von Gent sind ganz sicher die gegenüber liegenden Uferterrassen Graslei und Korenlei. Seit dem 11. Jahrhundert bis heute legen hier Schiffe an, während rundherum ein Gewusel aus Einheimischen und Touristen herrscht. Die Schönheit ist einfach umwerfend, vor allem die Mischung aus Zunfthäusern und den beiden Türmen des alten Postgebäudes (in dem sich heute ein kleines Einkaufszentrum befindet). An jeder Ecke sitzen Menschen und genießen einfach die Atmosphäre. Zahlreiche Straßencafés laden außerdem zu einer entspannten Pause ein.

Die St.-Michael-Brücke

Eine der beiden Übergänge zwischen Graslei und Korenlei ist die St.-Michael-Brücke (Sint-Michielsbrug) – eine eigene Sehenswürdigkeit für sich. Nicht nur ist die Brücke selbst wunderbar zum Ansehen, sondern bietet auch exzellente Blicke auf die bereits kurz erwähnte berühmte Genter Dreiturmreihe. Steht man auf der Brücke, offenbaren sich in alle Himmelsrichtungen die Postkartenmotive und man kommt mit dem Fotografieren gar nicht mehr nach. Einerseits bekommt man von hier die St.-Nikolaus-Kirche, den Belfried und die St.-Bavo-Kathedrale auf ein Bild, andererseits präsentieren sich auch die Uferterrassen Graslei und Korenlei von ihrer perfekten Seite. Kommt an diesen Ort auch unbedingt abends, siehe nächster Punkt!

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Beleuchtete Genter Dreiturmreihe

4) Gent bei Nacht

Den Reiz und Charakter einer Stadt kann man meiner Meinung nach erst im Ansatz spüren, wenn man über Nacht vor Ort bleibt. Nicht nur verändert sich abends die Atmosphäre, sondern vor allem auch die Ausstrahlung durch die beleuchteten Gebäude. Gent hat dabei eine eigene Strategie entwickelt und setzt seit mehreren Jahren besondere Akzente mittels gezielter Bestrahlung der Sehenswürdigkeiten und anderer markanter Plätze. Alle drei Jahre gibt es sogar ein eigenes Lichtfestival, das mit Lichtkunstwerken und -installationen für Aufsehen sorgt. Das nächste findet leider erst von 27.-31. Jänner 2021 statt.

Der Lichtplan von Gent

Zu jeder Jahreszeit möglich ist aber ein gezielter Spaziergang durch Gent nach Einbruch der Dunkelheit. Entweder macht ihr es wie meine Freundin und ich und sucht nur die Plätze eurer Wahl auf. Oder aber ihr ladet euch von der Webseite stad.gent den ausdruckbaren Plan herunter, mit dem ihr euch auf einen fünf Kilometer langen (Dauer rund zwei Stunden) Weg quer durch die Stadt machen könnt und an den besonders beleuchteten Häusern vorbeikommt. Dieser Spaziergang lässt sich natürlich jederzeit anpassen oder abkürzen.

Die beleuchteten Sehenswürdigkeiten

Auf keinen Fall verpassen dürft ihr jedenfalls den im vorigen Punkt vorgestellten Blick von der St.-Michael-Brücke auf die Umgebung. Die wunderschön beleuchteten Genter Sehenswürdigkeiten im Kontrast zum dunkelblauen Himmel zu sehen … das bleibt einfach im Gedächtnis! Außerdem ist es ein guter Zeitpunkt, um nochmals die Uferterrassen Graslei und Korenlei aufzusuchen – dort kann man einfach nicht lang genug bleiben. 😉

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ESSEN UND TRINKEN IN GENT

Gent ist voll von Restaurants, Cafés, Bierlokalen und vor allem Kiosks mit süßen Versuchungen. Aber alles der Reihe nach. Meine Freundin und ich wurden bei der Suche nach typisch flämischen Speisen von einer Einheimischen auf das Restaurant Sint-Jorishof (Botermarkt 2) hingewiesen, welches gleich schräg gegenüber unseres Hotels NH Gent Belfort* liegt. Wir probierten Vlaamse Stoverij (eine Art Rindergulasch) und Waterzooi (Eintopf mit Hühnerkeule und Gemüse), beides ein Gedicht! Nur der unfähige Kellner fiel uns negativ auf – aber das kann man zum Glück mittels verweigertem Trinkgeld wieder ausgleichen …

Pommes Frites (Belgische friet) durften natürlich nicht fehlen und gehen immer zwischendurch. 🙂 Sehr zufrieden waren wir mit den beiden Kioskständen Frituur Jozef (Vrijdagmarkt 20) und Frituur Bij Filip (Pensmarkt 8). Einzig die in Belgien anscheinend nicht erhältliche Fritessaus (eine niederländische Mayonnaise) fehlte uns etwas – diese fanden wir bisher eben nur im Nachbarland.

Ein geniales Caféhaus mit echt perfektem Kaffee ist unserer Meinung nach das Mokabon (Donkersteeg 35). Es ist stimmungsvoll beleuchtet, erinnert eher an eine Bar und war von Einheimischen belagert – und die irren bekanntlich selten. 😉

Bierfreunde kommen an vielen Stellen in Gent auf ihre Kosten. Einen schönen Blick auf den Belfried und das Rathaus bekommt man beispielsweise vom Gastgarten des Lokals Bier Central (Botermarkt 11). Gleich zweimal versumpert sind meine Freundin und ich allerdings im Het Waterhuis aan de Bierkant (Groentenmarkt 9). Dort kann man entweder draußen am Wasser sitzen, aber auch innen ist es sehr angenehm zum Biertrinken. Aber Achtung: das belgische Bier ist echt nicht ohne – ich weiß, wovon ich spreche. 😉

Eine hauptsächlich in Gent vorkommende Spezialität sind die Genter Nasen (Gentse Neuzen) bzw. Cuberdons. Diese kegelförmige Süßigkeit ist außen hart und innen mit weichem Gelee in verschiedenen Geschmacksrichtungen gefüllt. Mein Fall sind sie zwar nicht, aber ihr solltet sie auf jeden Fall einmal kosten. Man kann sie an einem der kleinen Stände in der Innenstadt probieren.

Chocolatiers gibt es wie in jeder anderen belgischen Stadt wie Sand am Meer. Egal ob Pralinen, Trüffeln oder sonstige Schokolade – ihr findet garantiert für jeden Geschmack etwas Passendes.

Auf dem Groentenmarkt sind Stände mit allerlei Kunsthandwerk zu finden. Unsere Aufmerksamkeit verdiente sich jedoch ein mobiler Meeresfrüchte-Anhänger, bei dem es auch Cava um fünf Euro das Glas gab. Zum Abschluss unserer Reise gönnten meine Freundin und ich uns also ein Glas und haben es nicht bereut! 🙂

 


Wasserburg Gravensteen in Gent

5) Gravensteen

Eine mittelalterliche Burg mitten im Stadtzentrum ist etwas, das man wohl nicht so oft mit eigenen Augen sieht. In Gent ist das mit der Wasserburg Gravensteen aber Realität! Es ist die einzige erhaltene Wasserburg in Flandern und weist noch heute über ein vollständig intaktes Verteidigungssystem auf. Man kann das mächtige Bauwerk natürlich auch von innen besichtigen (Infos dazu auf der Webseite historischehuizen.stad.gent). Meine Freundin und ich sind aber nicht so große Burgen-Fans und ließen diesen Punkt zugunsten anderer Sehenswürdigkeiten aus.

Eine Wasserburg als Blickfang

Dennoch sollte man die Burganlage zumindest einmal von außen gesehen und am besten umrundet haben. Auf der nördlichen Seite kann man im Schatten der Burgmauern gemütlich auf einer Wiese sitzen und den Enten sowie Gänsen im Wasser zusehen. Südlich der Burg liegt der Platz Sint-Veerleplein, auf dem sich einige Lokale mit direktem Blick auf Gravensteen befinden. Dass dieser attraktive Platz immer stark bevölkert ist, verwundert nicht. Einen sehr guten Blick auf die Festung erhält man übrigens von der kleinen Gasse Sint-Widostraat – die exakten Koordinaten findet ihr in den Fotos unten.

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Innenansicht der St. Michaelkirche in Gent

6) St. Michaelkirche

Fast könnte man sie übersehen, aber das wäre ein großes Malheur – die St. Michaelkirche (Sint-Michielskerk) liegt am westlichen Ende der in Punkt 3 vorgestellten St.-Michael-Brücke und kann mit viel Fantasie als viertes Gebäude der Genter Dreiturmreihe gesehen werden. Wäre da nur nicht ein Problem: es gibt keinen richtigen Turm. Nach Plänen von 1662 sollte der Kirchturm eigentlich sagenhafte 134 Meter hoch werden und so ähnlich aussehen wie der Turm der Liebfrauenkirche in Antwerpen. Geworden sind es 24 Meter und ein Flachdach. 😉

Besichtigung lohnt sich

Die Besichtigung der St. Michaelkirche ist nicht ganz so einfach wie die der bekannteren Kathedralen. Von April bis Ende September ist der kostenlose Zugang von Montag bis Freitag möglich und im Oktober nur samstags (immer von 14-17 Uhr). Außerhalb dieser Zeiten ist die Kirche geschlossen. Meine Freundin und ich hatten Glück, dass wir zufällig kurz vor der Schließung noch einen Blick hineinwerfen konnten. Das Innere ist nämlich mehr als sehenswert – vor allem die Kanzel, das imposante Kirchenschiff und die stilvolle Beleuchtung blieben mir in guter Erinnerung.

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Innenansicht der St.-Nikolaus-Kirche in Gent

7) St.-Nikolaus-Kirche

Die St.-Nikolaus-Kirche (Sint-Niklaaskerk) ist ein Teil der Genter Dreiturmreihe und eine der wichtigsten Kirchen der Stadt. Schon von außen hat sie mir mit ihren Dimensionen äußerst imponiert. Innen ist die Ausstattung prunkvoll und detailliert. Eine Besonderheit ist der Turm, der sich nicht über dem Eingang, sondern über der Kreuzung von Haupt- sowie Seitenschiff befindet. Durch seine Glasfenster ermöglicht er das Eindringen von Tageslicht in die gesamte Kirche. Geöffnet ist die St.-Nikolaus-Kirche Dienstag bis Sonntag von 10-17 Uhr sowie am Montag von 14-17 Uhr.

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Häuserzeile auf dem Vrijdagmarkt in Gent

Bonustipps

Einige weitere interessante Beobachtungen möchte ich euch kurz in diesem letzten Punkt zusammenfassen. Auf dem Vrijdagmarkt findet – wie der Name schon sagt – jeden Freitag und auch Samstag ein Markt statt. Leider waren meine Freundin und ich gerade zum Zeitpunkt dort, als bereits das große Aufräumen stattfand und wir somit keine offenen Stände mehr vorfanden. Der Platz selbst ist aber durch seine wunderschönen Häuserzeilen rundherum sehenswert und ein würdiger Rahmen für einen Markt.

Große Fleischerhalle

Typisch für Gent ist der Ganda-Schinken, der auch heute noch in der Großen Fleischerhalle (Groot Vleeshuis) an der Decke baumelt und trocknet. In der Halle gibt es ein Geschäft, in dem ihr allerlei regionale Spezialitäten kaufen könnt. Im angeschlossenen Restaurant kann man die Köstlichkeiten auch gleich probieren.

Graffiti Street

In jedem Reiseführer und Blogartikel über Gent wird die Graffiti Street Werregarenstraat als besonderes Highlight hervorgehoben. Ich habe den Hype um diesen Ort ehrlich gesagt nicht verstanden, denn die enge Gasse ist wirklich nichts Außergewöhnliches. Die Wände sind bunt und wild besprüht, ohne dass irgendwelche herausragenden Motive erkennbar wären. Fairerweise muss man natürlich sagen, dass sich das Aussehen je nach Künstler schnell ändern kann. Macht euch am besten selbst ein Bild von der Situation vor Ort. 😉

Die Stadthalle

Kunst liegt im Auge des Betrachters – das denken sich wohl viele beim Anblick der Stadthalle (Stadshal) direkt am Fuße des Belfrieds. Die dort 2012 eröffnete offene Halle fällt durch ihre moderne Architektur und die intensive Beleuchtung in den Abendstunden auf. Genutzt wird sie hauptsächlich für Veranstaltungen. Viel Kritik gab es dafür, dass die Halle den ungestörten Blick auf den Belfried und das sehenswerte Genter Rathaus daneben verdeckt.

Lievebrug und Prinsenhof

Ganz zu Beginn des Artikels habe ich erwähnt, dass man dem Trubel der Innenstadt ganz leicht entkommen kann, indem man einige Minuten einfach raus aus dem Zentrum spaziert. Ein schönes Ziel ist etwa die romantische Lievebrug und die Gegend rund um den Prinsenhof. Dort kann man die Eleganz der Stadt auch einmal in Ruhe auf sich wirken lassen.

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ALLGEMEINE TIPPS

Wahrscheinlich erreicht ihr Gent so wie wir, nämlich mit dem Zug über den Bahnhof St. Pieters. Dieser ist rund drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und mit den Straßenbahnlinien 1, 2 und 4 verbunden. Die Haupthalle sowie die Außenansicht sind dabei sehenswert und sollten von euch eines kurzen Blickes gewürdigt werden. 😉

Das Genter Zentrum ist so klein, dass man problemlos alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreicht. Meine Freundin und ich haben uns deshalb keine Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel genommen, sondern nur jeweils ein Einzelticket (EUR 3,-) für die Straßenbahnfahrt von und zum Bahnhof St. Pieters. Diese kauft man einfach an den selbsterklärenden Ticketautomaten bei den Stationen.

Eine Bootsfahrt durch die Grachten der Stadt stand eigentlich auch auf unserem Programm. Aus Zeitgründen ließen wir die rund 40 Minuten dauernde Fahrt aber aus. Wenn ihr Interesse habt: es gibt mehrere Reedereien und Ablegestellen entlang der Kanäle sowie einen Einheitspreis von EUR 7,50 pro Person.

Murals, also großflächige kunstvolle Wandgemälde, findet man mittlerweile schon in sehr vielen Städten (siehe auch mein Artikel über die schönsten Murals in Wien: Wien: Diese Murals musst du sehen). In Gent wurde ich leider nur einmal fündig, die Koordinaten findet ihr beim Foto unten. Vielleicht habt ihr mehr Glück und zeigt mir weitere Orte? 🙂

Wenn ihr mindestens zwei Tage in Gent seid und viel Kultur erleben wollt, dann zahlt sich vielleicht die City­Card Gent für euch aus. Die Karte beinhaltet die öffentlichen Verkehrsmittel sowie freien Zugang zu allen Sehenswürdigkeiten, Denkmälern und Museen. Die 48-Stunden-Karte kostet EUR 30,- und die 72-Stunden-Karte EUR 35,-. Für meine Freundin und mich hätte sich das ganze aus Zeitgründen nicht gelohnt, aber ihr wisst nun Bescheid!

 

FAZIT

Ein besseres Ziel als Abschluss unserer sechstägigen Rundreise durch Flandern hätte es nicht geben können! Gent überraschte meine Freundin und mich in allen Belangen und bleibt uns sicher ewig als fantastische Destination in Erinnerung. Die kleine, aber mehr als feine Innenstadt ist ein einziges Gesamtkunstwerk mit sehenswerten Gebäuden an gefühlt jeder Ecke. Mit dem Genter Altar gibt es noch dazu eine weltbekannte Sehenswürdigkeit zu bewundern. Aber auch die kulinarische Seite Gents konnte uns voll überzeugen – egal ob typisch flämische Spezialitäten oder süße Verführungen. Gent ist ganz sicher mein persönliches Highlight von Flandern. Schreibt mir doch einen Kommentar, ob ihr das genauso seht! 🙂

 

Gent, Belgien: Reisebericht mit allen Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.Gent, Belgien: Reisebericht mit allen Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

4 Kommentare

  1. […] Gent – Das Highlight von Flandern […]

    1. Hallo Christian,

      Wie immer ein toller Bericht mit super Fotos und praktischen Informationen.

      Habe schon so viel gutes über Gent gehört – Mitte September werde ich mich selbst davon überzeugen 😉 und deine Tipps machen wie immer das Leben leichter.

      Viele Grüße und weiter so 👌

      1. Vielen Dank Frank!

        Bin schon auf deine Eindrücke gespannt, gute Reise wünsche ich!

        Liebe Grüße
        Christian

  2. […] und die malerische Schönheit der flämischen Städte Antwerpen, Brügge (mit Ostende) sowie Gent hatte uns vollkommen in den Bann […]

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