Montafon: Vom Wiegensee zum Kopssee

Der Wiegensee im Montafon

Das Vorarlberger Tal Montafon ist durch seine Länge von 39 Kilometern wahrlich nicht arm an attraktiven Wanderzielen. Während eines knapp einwöchigen Urlaubs in dieser Region ist mir eine Tour aber besonders in Erinnerung geblieben: der Weg vom Wiegensee zum Kopssee. Warum diese Wanderung durch eine Moorlandschaft so besonders ist und was euch alles erwartet, verrate ich euch in diesem Blogbeitrag!

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. September 2020 aktualisiert.

Wanderung vom Wiegensee zum Kopssee

FAKTEN

Reisezeit: August (Tagesausflug während eines Urlaubs in der Region Montafon)
Ausgangspunkt: Parkplatz Tafamuntbahn in Partenen
Fahrzeiten und Preise Tafamuntbahn: siehe Webseite silvretta-bielerhoehe.at
Gehzeit: ca. 4:00h
Distanz: ca. 8,2 km
Routenprofil: bergfex.at
Schwierigkeit: einfach, aber Ausdauer notwendig
Gastronomie: Einkehrmöglichkeiten an der Tafamuntbahn, Verbellaalpe und am Kopssee
Unterkunft: Pension Faneskla* (Dorfstraße 19, 6782 Silbertal): sehr nette Familienpension, Lage direkt an der Talstation der Kristbergbahn, herzliche und hilfsbereite Gastgeberin mit vielen Wandertipps, einfache aber sehr schöne Zimmer, bequeme Betten, ausgezeichnetes Frühstück mit regionalen Produkten, öffentliche Terrasse zum Entspannen, kleine Sauna und Dampfbad. Weiterempfehlung? JA!
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Der Wiegensee im Montafon

Der Wiegensee als Landschaftserlebnis

Wenn ich an meinen Wanderurlaub im Montafon zurückdenke, rückt immer wieder dasselbe Bild vor meine Augen. Der Wiegensee ist an Idylle und Perfektion schwer zu überbieten. Er liegt eingebettet in einer Hochmoorlandschaft, die zu den bedeutendsten dieser Art in Europa gehört. Ein wundervoller Wanderweg führt von der Bergstation der Tafamuntbahn zum Wiegensee, dann weiter zur Verbellaalpe und endet schließlich am Stausee Kops. Von dort geht es per Bus wieder zurück ins Tal. Aber alles der Reihe nach!

Los geht’s in Partenen

Das Auto ließen meine Freundin und ich am kostenlosen Parkplatz der Talstation der Tafamuntbahn stehen. Ihr kommt im Montafon aber auch ohne Auto sehr gut zurecht – das Bussystem ist hier vorbildlich ausgebaut (Fahrplanauskunft auf vmobil.at). Mit der Seilbahn geht es in wenigen Minuten auf rund 1.500 Meter Seehöhe hinauf, wo die Tour zum Wiegensee startet. Der attraktive Weg führt entlang der Baumgrenze über Wurzeln, Stock und Stein. Noch heute, während ich diesen Artikel schreibe, habe ich den betörenden Duft der Föhren in der Nase!

Der Wiegensee als erstes Zwischenziel

Nach rund 2,5 Kilometern und 400 Höhenmetern Anstieg steht ihr ganz plötzlich vor dem ersten Etappenziel, dem Wiegensee. Der Naturstausee ist mit Sicherheit eines der schönsten Plätzchen im gesamten Montafon. Den Namen verdankt das Gewässer den zwei Mulden, zwischen denen der See wie in einer Wiege eingebettet ist. Bei Windstille würde sich die umgebende Landschaft der Gargellner Berge perfekt im Wasser spiegeln – leider wehte während unseres Besuchs ein spürbares Lüfterl. Unvergesslich war es trotzdem und meine Kamera glühte nur so beim Anblick der zahlreichen Motive.

Das Hochmoor am Wiegensee

Die Besonderheit am Wiegensee ist wie schon eingangs erwähnt die Hochmoorlandschaft rundherum. Vom Ufer aus breitet sich eine Pflanzendecke – der sogenannte Schwingrasen – auf dem Wasser aus. Mit freiem Auge ist dieser dicht bewachsene Bereich kaum vom festen Boden zu unterscheiden. Die gekennzeichneten Wege zu verlassen, ist hier also nicht nur aus Naturschutzsicht keine gute Idee – ihr würdet einfach in den See einsinken. Für die Wissenschaft ist der Wiegensee ein Paradies: im Moor werden Insekten, Pollen und Pflanzen zuverlässig konserviert und geben Aufschluss darüber, wie es hier vor Jahrtausenden ausgesehen haben muss.

Der Kopssee im Montafon

Next stop: Verbellaalpe und Kopssee

Sich von der Idylle des Wiegensees zu trennen, ist zugegeben ein schwieriges Unterfangen. 😉 Aber es warten ja noch weitere sehenswerte Ziele auf euch! Nach der etwas anstrengenderen ersten Etappe geht es jetzt deutlich angenehmer weiter zur Verbellaalpe. Dort würde ich euch empfehlen, zumindest eine Trinkpause einzulegen. Meine Freundin freute sich über frische Buttermilch und ich mich über ein kühles Bier. Eine Brettljause bestellten wir mangels Hunger zwar nicht, vom Aussehen her lief uns aber das Wasser im Mund zusammen. Der Weiterweg zum Stausee Kops bot uns dann ein fantastisches Bergpanorama.

Der Kopssee als lohnendes Ziel

Das letzte Drittel der Wanderung vom Wiegensee zum Kopssee verläuft leicht abfallend und somit sehr angenehm zum Gehen. Schon von Weitem präsentiert sich die Staumauer des Kopssees und lockt mit seinem türkisblauen Wasser. Ein kleiner Tipp: achtet bei den Wegweisern darauf, nicht dem Weg nach Kops, sondern zum Zeinisjochhaus zu folgen – ein großer Umweg ist ansonsten die Folge. Am Stausee Kops angekommen lohnt sich noch ein kleiner Spaziergang entlang des Wassers!

Die Rückfahrt nach Partenen

Natürlich könntet ihr die gesamte Wanderung wieder zurückgehen und mit der Seilbahn ins Tal fahren – ich glaube aber kaum, dass das einer von euch tatsächlich vorhat. 😉 Von der Station Kops Gasthaus Zeinisjoch fährt regelmäßig die Buslinie 260 zur Bielerhöhe (die übrigens auch ein tolles Ausflugsziel ist, siehe mein Artikel Bielerhöhe: Ein Stausee für das Auge). Dort steigt ihr um in die Linie 85, welche euch zurück ins Tal zum Parkplatz der Tafamuntbahn bringt. Wann die Busse genau fahren, könnt ihr am besten mittels Online-Fahrplanauskunft auf vmobil.at herausfinden. Nun aber genug geschrieben, ab zu den Fotos! 🙂

Tafamuntbahn in Partenen
Knallrot und mit moderner Gondel bringt euch die Tafamuntbahn von Partenen aus zur Bergstation, wo die Wanderung zum Wiegensee startet.
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Wanderweg Wormser Höhenweg vom Wiegensee zum Kopssee
Ich liebe solche Wanderwege: über Stock und Stein geht es entlang der Baumgrenze in Richtung Wiegensee.
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Wanderweg Wormser Höhenweg vom Wiegensee zum Kopssee
Nicht nur bieten sich immer wieder interessante Fernblicke, auch der Duft der Bäume ist enorm betörend.
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Wanderweg Wormser Höhenweg vom Wiegensee zum Kopssee
Mit meinem Teleobjektiv konnte ich schon aus weiter Entfernung einen Blick auf das letzte Ziel werfen, den Kopssee.
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Wanderweg Wormser Höhenweg vom Wiegensee zum Kopssee
Der erste Eindruck am Wiegensee ist einfach nur umwerfend. Die Perfektion der Natur wird hier optisch so richtig zelebriert und lädt zum Genießen ein.
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Wanderweg Wormser Höhenweg vom Wiegensee zum Kopssee
Normalerweise spiegelt sich im See die umliegende Gargellner Bergwelt – doch der Wind wollte nicht mitspielen und verhinderte eine Reflexion im Wasser des Wiegensees.
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Wanderweg Wormser Höhenweg vom Wiegensee zum Kopssee
Hier seht ihr noch gut den sogenannten Schwingrasen im Wiegensee. Vom Ufer aus ist nicht zu erkennen, dass es sich nicht um festen Boden, sondern eine dichte Pflanzendecke auf dem Wasser handelt.
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Wanderweg Wormser Höhenweg vom Wiegensee zum Kopssee
Der Weiterweg zur Verbellaalpe ist geprägt von der Aussicht auf den Kopssee, blühenden Pflanzen und guter Luft.
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Verbellaalpe auf dem Wanderweg vom Wiegensee zum Kopssee
Die Verbellaalpe liegt strategisch gut zwischen Wiegensee, Kopssee und Heilbronner Hütte. Dementsprechend beliebt ist sie bei Wanderern, um eine Pause einzulegen.
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Wanderweg vom Wiegensee zum Kopssee
Nach einer Trinkpause machte das letzte Teilstück des Wanderwegs vom Wiegensee zum Kopssee einfach nur Freude. Links seht ihr ganz klein die Staumauer – das Ziel des Tages.
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Stausee Kops auf dem Wanderweg vom Wiegensee zum Kopssee
Türkisblau präsentierte sich das Wasser des Stausees Kops. In der Mitte ragt die Ballunspitze (2.671m) empor.
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Stausee Kops am Wanderweg vom Wiegensee zum Kopssee
Wenn ihr noch Kräfte habt, könnt ihr den Stausee umrunden. Meine Freundin und ich beließen es aber bei einem kleinen Abstecher zum See, um noch dieses einprägsame Foto zu schießen.
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Busfahrt (Linie 260) vom Kopssee nach Partenen
Mit dem Bus 260 ging es zurück zur Bielerhöhe und anschließend mit der Linie 85 weiter zum Ausgangspunkt im Tal an der Tafamuntbahn. Während der Fahrt konnte ich noch die Silvretta Hochalpenstraße fotografisch einfangen.
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FAZIT

Ohne Zweifel ist die Wanderung vom Wiegensee zum Kopssee eine der reizvollsten Touren, wenn ihr in der Vorarlberger Region Montafon Urlaub macht. Mit der Tafamuntbahn geht es in luftige Höhe und dann entlang der Baumgrenze zum idyllischen Wiegensee. Das Hochmoorgebiet rundherum zählt zu den wichtigsten in Europa und macht den Ort zu einem besonderen Erlebnis. Die Verbellaalpe lädt mit ihrem urigen Aussehen und den Ausblicken zu einer Pause ein, bevor es zum Stausee Kops geht, der mit seinem türkisblauen Wasser und dem Bergpanorama punktet. Na, habt ihr den Wiegensee jetzt sofort auf eure To-do-Liste geschrieben? 😉

 

Montafon: Erfahrungsbericht zur Wanderung vom Wiegensee zum Kopssee mit Infos zur Anreise, den besten Fotospots und allgemeinen Tipps.

Montafon: Erfahrungsbericht zur Wanderung vom Wiegensee zum Kopssee mit Infos zur Anreise, den besten Fotospots und allgemeinen Tipps.

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