Eine Stadt, zwei Namen, Dutzende Sehenswürdigkeiten und hunderte Zwerge. Das polnische Wrocław, bis zum Zweiten Weltkrieg unter dem deutschen Namen Breslau bekannt, zählt zu den spannendsten Zielen für eine Städtereise in Europa! Die Altstadt ist mit ihren historischen und bunten Bauwerken ein Traum fürs Auge, das Essen zwischen Pierogi und Bigos eine kulinarische Offenbarung und die Geschichte der Stadt abwechslungsreich und faszinierend – wie etwa die beeindruckende Jahrhunderthalle, ein UNESCO-Weltkulturerbe. In diesem Artikel führe ich dich mit vielen Fotos zu den zehn schönsten Orten in Wrocław!
DIE HÖHEPUNKTE AUS WROCLAW IN DIESEM REISEBERICHT
Ein persönlicher Erfahrungsbericht mit Tipps zur Anreise, zu Unterkünften und zum Straßenbahn-System
Die zehn besten Sehenswürdigkeiten wie der Marktplatz, die Zwerge, die Dominsel und die coole Markthalle
Großartige Aussichtspunkte wie die Universität und die Bußbrücke für ein Panorama über die ganze Stadt
Konkrete Lokaltipps für Pierogi & Co. sowie empfehlenswerte Cafés für Pausen zwischen dem Sightseeing
Viele Fotos aus Wrocław mit exakten GPS-Koordinaten, damit du die besten Fotospots schnell findest
Dieser Artikel wurde zuletzt am 22. Mai 2026 aktualisiert.
WROCŁAW (BRESLAU)
FAKTEN
Reisezeit: April (3 Tage, 3 Übernachtungen)
Anreise: Mit dem Zug direkt von Wien Hauptbahnhof nach Wrocław Główny (5:12 h)
HOTELTIPP
Unterkunft: Hotel PURO Wrocław Stare Miasto* (Pawła Włodkowica 6): modernes Boutique-Hotel in sehr guter Lage in einer ruhigen Seitengasse am südlichen Rand der Altstadt, vom Hauptbahnhof mit der Straßenbahn-Linie 22 (einsteigen bei Dworzec Główny, aussteigen bei pl. Orląt Lwowskich, dann 5 Minuten Fußweg) in rund 15 Minuten zu erreichen, Salzmarkt und Marktplatz Rynek zu Fuß fünf Minuten entfernt. Moderne Zimmer mit ausgezeichnetem Bett, Bad mit Fußbodenheizung, sehr gute Dusche und Pflegeprodukte von Alba1913. Schnelles WLAN, zwei kostenlose Dosen Wasser am Zimmer, Laptopsafe, Klimaanlage (nicht abschaltbar, aber mittels leicht gekipptem Fenster leicht zu deaktivieren), Multimedia-Steuerung über ein Tablett. Ausgezeichnetes Frühstücksbuffet und frische warme Speisen. Weiterempfehlung? JA!
TRANSPARENZHINWEIS
*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn dir mein Blogartikel bei der Planung deiner Reise geholfen hat, freue ich mich, wenn du über diese Links deine Unterkunft oder Freizeitaktivitäten buchst. Ich erhalte dadurch eine kleine Provision und du unterstützt den Erhalt dieses Blogs. Für dich entstehen dabei selbstverständlich keine Nachteile. Vielen Dank! 🙂
Die Wohlfühlstadt Wrocław
Inspiriert von unseren vergangenen Städtereisen in die polnischen Städte Krakau, Warschau, Danzig und Posen, hatten meine Freundin und ich wieder einmal Lust auf Pierogi, Wodka und die sympathische polnische Kultur. Mit Wrocław wählten wir eine sehr spannende Destination aus, die auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken kann und dementsprechend vielfältig ist. Sie ist die drittgrößte Stadt des Landes und die Hauptstadt von Niederschlesien. Schon nach der Ankunft am an ein prachtvolles Schloss erinnernden Hauptbahnhof spürte ich, dass mir diese Stadt gefallen würde. Wir fühlten uns von Beginn an wohl und dieses positive Gefühl sollte auch die nächsten Tage nicht mehr vergehen.

Die Geschichte von Wrocław bzw. Breslau
Der heutige Name Wrocław ist relativ jung und wurde erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernommen, als die bis damals deutsche Stadt Breslau Polen zugeschrieben wurde. Breslau blickt auf eine über 1.000-jährige Geschichte zurück und war Teil von Böhmen, Habsburg, Preußen und Deutschland. Das erklärt gut die unterschiedlichen Baustile der unzähligen sehenswerten Gebäude. Heute ist Wrocław eine sehr lebendige Studentenstadt mit einer unheimlich schönen Altstadt, in die wir uns jeden Tag aufs Neue verliebten. Eine Besonderheit ist die riesige Anzahl an Zwergen, die es in der ganzen Stadt und sogar darüber hinaus zu entdecken gibt. Sie erinnern ursprünglich an die Widerstandsbewegung „Orange Alternative“ in den 1980er-Jahren gegen das kommunistische Regime (im Bild der Zwerg Krasnal Konspirek), sind mittlerweile aber eine beliebte Attraktion.
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Die Anreise nach Wrocław
Ich liebe es, Städtereisen gemütlich und stressfrei mit dem Zug zu beginnen. Dank einer zweimal täglichen Direktverbindung vom Hauptbahnhof Wien bist du in knapp über fünf Stunden auch schon am monumentalen Hauptbahnhof in Wrocław angekommen, der zentrumsnahe liegt und mit der Straßenbahn gut an die Innenstadt angebunden ist. Die Fahrzeit klingt im ersten Moment vielleicht etwas lang, doch mit dem Flieger bist du aufgrund der An- und Abreise zum Flughafen, der Sicherheitskontrollen und der Flugzeit auch nicht viel schneller, dafür aber wahrscheinlich gehetzter. Kommst du trotzdem mit dem Flugzeug am Flughafen Wrocław Nikolaus-Kopernikus (was für ein klingender Name!) an, nimmst du am besten den öffentlichen Bus 106, der alle 15 Minuten fährt und in rund 30 Minuten am Hauptbahnhof in der City ankommt.
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Öffentliche Verkehrsmittel in Wrocław
Die meisten Sehenswürdigkeiten von Wrocław befinden sich im Stadtzentrum und lassen sich problemlos zu Fuß erkunden. Dennoch ist die Innenstadt von Wrocław größer als wir dachten und wir nutzten mehrmals die Tramway, um nach einem langen Sightseeing-Tag erschöpft wieder zurück in unser Hotel PURO Wrocław Stare Miasto* am Rand der Altstadt zu gelangen. Die blauen Straßenbahnen prägen das Stadtbild und binden die Attraktionen in und außerhalb des Zentrums perfekt an – die rotgelben Stadtbusse benötigten wir dagegen nie. Der Ticketkauf ist wirklich vorbildlich einfach: in den Straßenbahnen findest du an jeder Tür einen kleinen „Tap & Go“-Automaten (auch auf Deutsch), wo du per Knopfdruck entweder ein reguläres Einzelticket (PLN 4,60 / ca. EUR 1,10) oder ein 15-Minuten-Ticket (PLN 3,20 / ca. EUR 0,80) auswählst und mit deiner Bankkarte oder per Smartphone zahlst.
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Wie viele Tage benötigst du in Wrocław?
Wrocław ist eine Stadt, die sich theoretisch recht schnell an nur einem Tag besichtigen lässt. Davon rate ich aber ab, denn du würdest dich um viele einprägsame Momente bringen. Meine Freundin und ich buchten drei Nächte und hatten mit An- und Abreise zwei volle sowie zwei halbe Tage zur Verfügung. Das war absolut nicht zu lange und wir hätten auch noch mehr Zeit vor Ort verbringen können. Die Altstadt mit ihren Hausfassaden, den Hunderten Zwergen und der historischen Dominsel sind bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit wundervoll anzusehen, weshalb wir hier mehrmals zurückkehrten. Es gibt in jeder Gasse viel zu entdecken und außerhalb der Innenstadt lockt die Jahrhunderthalle, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Nicht zu vergessen die vielen Restaurants und Cafés!
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WROCŁAW: DIE 10 SCHÖNSTEN SEHENSWÜRDIGKEITEN
1) Sehenswertes in Wrocław: Rynek (Breslauer Ring)
Wie in vielen polnischen Städten (etwa Warschau, Krakau oder Posen) ist der Marktplatz Rynek mit seinen bunten Hausfassaden das Zentrum und mit Abmessungen von 205 x 175 Metern einer der größten Plätze in Europa. Der deutsche Name Breslauer Ring trifft es besser, denn in der Mitte des riesigen Areals stehen zahlreiche Gebäude mit kleinen Gassen, um die ringförmig der Platz verläuft. Eindrucksvoll ist das Rathaus: es stammt aus dem Jahr 1299, wobei der 66 Meter hohe Turm im 16. Jahrhundert ergänzt wurde. Innen sind das Historische Museum und der Schweidnitzer Keller untergebracht, das älteste Gasthaus der Stadt. Die Häuser am Rynek tragen traditionelle Namen (Haus zum Goldenen Hirsch, Haus zum Goldenen Krug, usw.), was im Mittelalter Analphabeten die Orientierung ermöglichte. In der südlichen Ecke des Platzes ist die Touristeninfo zu finden, wo du Infos bekommst und Souvenirs kaufen kannst.

Das Rathaus von Breslau
Das Rathaus von Breslau ist ohne Zweifel das schönste Bauwerk auf dem Hauptplatz von Wrocław. In der großen Glasscheibe einer Fast-Food-Kette spiegelt es sich und so lässt sich ein außergewöhnliches Erinnerungsfoto schießen. Sonntags um 12 Uhr Mittag ist im Turm übrigens ein Trompetenspieler zu sehen und zu hören, der die ersten vier Takte des alten Volksliedes „We Wrocław na Rynecku“ („In Breslau auf dem Marktplatz“) spielt.
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Der Brunnen Fontanna Zdrój
Die prächtig aussehenden Fassaden der alten Häuser rahmen den Marktplatz idyllisch ein. Ein optisch krasser Gegensatz dazu ist der Brunnen Fontanna Zdrój mit seinen Glasplatten und Granitsteinen. Er wurde 1996 geschaffen und stieß anfangs bei der Bevölkerung auf wenig Gegenliebe. Eigentlich sollte das moderne Element nur zwei Jahre auf dem Rynek stehen, mittlerweile sind es bereits Jahrzehnte. Mir gefällt der Kontrast jedenfalls. 🙂
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Hänsel und Gretel, Goldener Hirsch und das Kurfürsten-Wandgemälde
In der nordwestlichen Ecke stechen zwei kleine Häuser mit dem Namen Hänsel und Gretel ins Auge. Sie stellen das Tor zum ehemaligen Friedhof der Kirche St. Elisabeth dar, deren Turm du über 300 Stufen erklimmen kannst (o. l.). Zahlreiche Häuser tragen klingende Namen wie „Haus zum Goldenen Hirschen“, was vor vielen Jahrhunderten Analphabeten die Orientierung erleichterte (o. r.). In der Mitte des Marktplatzes laden kleine Gassen zur Erkundungstour ein (u. l.). Das große Wandgemälde am Haus Nr. 8 zeigt ein Bild von Leopold I. zusammen mit den sieben Kurfürsten (u. r.).
Bild o. l.: Aufnahmeort / Bild o. r.: Aufnahmeort
Bild u. l.: Aufnahmeort / Bild u. r.: Aufnahmeort

Spiegelung des Marktplatzes Rynek
Dass Schlechtwetter nicht immer ein Nachteil sein muss, beweist dieses Foto. Die sich auf dem Boden bildenden Wasserlachen eigneten sich ideal für beeindruckende Spiegelungen der Szene. Hier siehst du das Rathaus und historische Häuser auf dem Marktplatz Rynek.
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2) Sehenswertes in Wrocław: Plac Solny (Salzmarkt)
Der große Marktplatz hat einen kleinen Bruder, der in seiner Schönheit um nichts nachsteht. Der Plac Solny (Salzmarkt) ist direkt mit dem Rynek verbunden und war früher der Hauptumschlagplatz für Salz, das unter anderem vom Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau kam. Optisch herausragend ist die Häuserzeile auf der westlichen Seite des Platzes. Im Untergrund wurde ein Luftschutzbunker erbaut, der 1.700 Menschen im Zweiten Weltkrieg Schutz bieten sollte. Heute ist darin das Museum MovieGate untergebracht, das zahlreiche Filmrequisiten und Kostüme von Filmklassikern ausstellt. Eine Besonderheit auf dem Salzmarkt ist der Blumenmarkt mit seinen zahlreichen Blumenläden, die ohne Unterbrechung 24 Stunden, sieben Tage die Woche geöffnet sind. Blumen nehmen in Polen eine besondere Bedeutung ein und sind somit immer erhältlich, egal zu welchem Anlass.

Die historische Häuserzeile auf dem Plac Solny
Der Plac Solny (Salzmarkt) mit seiner historischen Häuserzeile ist ein echter Wohlfühlort. Die Dimensionen sind nicht so überwältigend wie auf dem benachbarten Marktplatz Rynek, die Schönheit der Häuser aber ebenso groß. Mit etwas Glück erwischt du während deiner Städtereise nach Wrocław einen Tag, an dem ein Markt mit lokalen Produkten und viel Handwerkskunst stattfindet.
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Der Blumenmarkt auf dem Plac Solny
Der Blumenmarkt auf dem Plac Solny ist wunderbar anzusehen und den betörenden Geruch, der hier vorherrscht, kannst du dir sicherlich vorstellen. Die Blumenläden haben rund um die Uhr geöffnet – solltest du also um 2 Uhr in der Früh auf die Idee kommen, deiner Liebsten Blumen kaufen zu wollen, bist du hier an der richtigen Stelle! 😉
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Spiegelung der Häuserzeile auf dem Plac Solny
Den einzigen Regentag während unserer Städtereise nach Wrocław nutzte ich intensiv für solche Fotos. Die historische Häuserzeile auf dem Plac Solny ist prädestiniert für Bilder, in denen sich die bunten Hausfassaden am nassen Boden spiegeln.
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3) Sehenswertes in Wrocław: Die Zwerge von Breslau
Eine sehr ungewöhnliche und witzige Art von Sehenswürdigkeit sind die über 1.000 Zwerge (Krasnale), die du in Wrocław aufspüren kannst. Die Geschichte der kleinen Figuren hat aber einen ernsten Hintergrund. Als Polen in den 1980er-Jahren noch unter kommunistischer Führung stand und jeder Protest verboten war, setzte sich die Gruppe „Orange Alternative“ zusammen. Ihr Ziel war es, mit absurden Aktionen Widerstand zu leisten. Orangefarbene Zwergenmützen wurden auf Hauswände gemalt und von Demonstranten auf dem Kopf getragen. Mit der Festnahme der „Zwerge“ machte sich das Regime dann in der Öffentlichkeit selbst lächerlich. Nach dem Ende des Kommunismus 1989 dauerte es bis 2001, als ein Denkmal in Form der Zwergenstatue Papa Krasnal errichtet wurde. Die Zwergen-Invasion von Wrocław begann dann so richtig 2005, als die Stadt fünf Figuren in Auftrag gab und bis heute jährlich Dutzende neue hinzukommen.

Die allgegenwärtigen Zwerge in Wrocław
Lange dauert es nicht, bis du während eines Spaziergangs einen von über 1.000 Zwergen entdeckst. Die Suche nach den kleinen Statuen macht die Erkundung zu einem spielerischen Vergnügen und schärft den Blick für die kleinen Details. Jeder Zwerg stellt eine Tätigkeit oder einen Beruf dar. In diesem Bild siehst du den Zwerg Krasnal Leszko z Wrocławca. Er stellt den polnischen Blues- und Rockgitarristen Leszek Cichoński dar, der Initiator des jährlich am 1. Mai stattfindenden Gitarren-Events am Breslauer Ring. Dabei kommen Tausende Gitarristen zusammen, um gemeinsam den Song „Hey Joe“ von Jimi Hendrix zu spielen und damit den Guinness-Weltrekord zu brechen.
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Papa Krasnal & Co. in Wrocław
Auch für Kinder ist die Zwergenjagd sehr reizvoll, um spielerisch mit der Familie die Stadt kennenzulernen. In der Touristeninfo am Rynek gibt es einen eigenen Stempel sowie Pläne und Sticker zu kaufen, mit denen dann eine Zwergen-Schnitzeljagd durch die Innenstadt gemacht werden kann (Bild o. l.). Für das Smartphone wird die kostenpflichtige App Wrocławskie Krasnale (iOS / Android)angeboten. Die Statue Papa Krasnal ist der allererste Zwerg und sieht optisch deutlich anders aus (o. r.). Die Zwerge sind in Alltagssituationen nicht nur witzig anzusehen, sondern bieten sich auch für absurde Erinnerungsfotos an (u. l. und u. r.).
Bild o. l.: Aufnahmeort / Bild o. r.: Aufnahmeort
Bild u. l.: Aufnahmeort / Bild u. r.: Aufnahmeort

Zwergenaufstand in Wrocław
Während unserer dreitägigen Städtereise nach Wrocław gelang es meiner Freundin und mir, knapp 100 Zwerge zufällig zu entdecken – eine Auswahl von 24 sehenswerten habe ich dir hier zusammengestellt. Nachdem ich ein Faible für Schnitzeljagden habe, das ich bei der weltweiten Suche nach den Space-Invaders-Mosaiken des französischen Künstlers Invader schon jahrelang auslebe, holte mich die Zwergenjagd natürlich sofort ab.
4) Sehenswertes in Wrocław: Historische Altstadt
Fast alle in diesem Artikel vorgestellten Sehenswürdigkeiten befinden sich in der historischen Altstadt. Dennoch möchte ich dir in diesem Absatz einige Gebäude, Orte und Plätze zeigen, die sich abseits der Höhepunkte einen Blick verdienen. In der langen Geschichte der Stadt gehörte Breslau zum Königreich Polen, zur böhmischen Krone, zur Habsburgermonarchie, zu Preußen und schließlich zum Deutschen Reich, ehe es nach dem Zweiten Weltkrieg zu Polen kam und in Wrocław umbenannt wurde. Diese Durchmischung erklärt die vielen verschiedenen Baustile, die gesamt betrachtet dann doch eine harmonische und sehenswerte Einheit bilden. Während eines Spaziergangs durch die Altstadt stößt du laufend auf versteckte Gassen, interessante Geschäfte, alte deutsche Inschriften auf Häusern, mystische Innenhöfe und jede Menge bezaubernde Cafés (konkrete Tipps dazu findest du am Ende des Artikels).

Das Ossolineum Breslau
Die Ossolinski-Nationalbibliothek Breslau (kurz Ossolineum genannt) ist im auffälligen Gebäude des ehemaligen Matthias-Gymnasium untergebracht. Der idyllische Innenhof ist frei zugänglich und ein wunderbarer Ruhepol. Gerne hätte ich auch einen Blick in das Gebäude selbst gemacht, allerdings waren wir dafür bereits zu spät vor Ort.
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Alte Fleischbänke (Stare Jatki) in Wrocław
In einer kleinen, unscheinbaren Gasse verstecken sich die Alten Fleischbänke (Stare Jatki). Im Mittelalter waren die Fleischer und Metzger aus hygienischen Gründen an bestimmten Orten konzentriert, wo nach dem Schlachten der Tiere das Fleisch auch gleich verkauft wurde. Da sich zu dieser Zeit Fleisch nur wohlhabende Bürger leisten konnten, verdienten die Fleischhauer gut und bauten über den Verkaufsständen Wohnungen für die Familie, Gesellen und Dienerschaft. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts blieb die Nutzung aufrecht, danach wichen die Fleischer anderen Handwerkern wie Goldschmieden. Heute sind in den ehemaligen Verkaufsräumen Kunstgalerien, Künstlerateliers, Schmuckläden und Souvenirshops beheimatet. Auf der Gasse selbst erinnert eine Plastik an die Nutztiere und ihre Bedeutung für die Stadt.
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Hunderte Brücken im „Venedig des Nordens“
Was mir besonders in der Altstadt von Wrocław gefiel, waren die Straßenbahnen, die sich durch die engen und kurvenreichen Straßen schlängeln. Im Hintergrund siehst du die Mühlenbrücke (Most Młyński), eine von rund 120 Brücken in der Stadt! Aus diesem Grund wird Wrocław auch gerne „Stadt der hundert Brücken“ oder „Venedig des Nordens“ genannt, auch wenn der Vergleich optisch etwas hinkt. 😉
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Der Geschichtspfad in Wrocław
Bevor Breslau zu Wrocław wurde, passierte seit dem Jahr 1000 schon eine ganze Menge an diesem Ort. Auf der Straße Plac Nankiera kannst du dich am Gehsteig durch den Geschichtspfad (Ścieżka historii Wrocławia) über die wichtigsten Geschehnisse in der Geschichte der Stadt informieren. Jedes große Ereignis hat eine bronzene Bodenplatte bekommen und hilft dir dabei, die Vorgänge der letzten Tausend Jahre besser einordnen zu können.
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Das Viertel der vier Tempel
Im südwestlichen Teil der Altstadt liegt ein sehr spannendes Quartier: Das Viertel der vier Tempel (Dzielnica Czterech Wyznań). Auf engstem Raum stehen hier vier Gotteshäuser verschiedener Konfessionen konfliktlos nebeneinander: die orthodoxe Kathedrale, eine römisch-katholische Kirche, eine evangelisch-augsburgische Kirche und die Synagoge zum Weißen Storch. Außerdem findest du in diesem Viertel jede Menge Lokale und Bars. Im Foto siehst du die ruhige Gasse Pawła Włodkowica, in der sich unser empfehlenswertes Hotel PURO Wrocław Stare Miasto* befindet. Am Ende der Straße sticht das Mural des Jüdisch-Theologischen Seminars ins Auge.
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5) Sehenswertes in Wrocław: Die Bußbrücke
Die Bußbrücke (Mostek Pokutnic) ist eine kleine Verbindungsbrücke zwischen den beiden Türmen der Magdalenenkirche und wird heute als Aussichtspunkt genutzt. Die Kirche selbst verdient sich auch eine Besichtigung, bevor du beim Eingang links die Tickets für die Turmbesteigung kaufst (Erwachsene PLN 18,-, ca. EUR 4,30). Der Aufstieg in 45 Meter Höhe führt über 247 Stufen (kein Aufzug), die aber bequem zu gehen sind und nicht wie in anderen Kirchen über eine enge Wendeltreppe führen. Auf den Zwischenebenen kannst du dich kurz erholen und an Schautafeln etwas zur Legende der Bußbrücke erfahren. Der Aussichtspunkt bietet ein ausgezeichnetes Panorama in Richtung Marktplatz Rynek und in Richtung Osten zur Dominsel. Auf der kleinen Brücke finden nicht viele Menschen Platz und ich schätze, dass es hier an Wochenenden und in den Sommermonaten ziemlich eng werden kann und etwas Wartezeit einzuplanen ist.

Die Hexen Tekla und Martynka auf der Bußbrücke
Noch bevor du auf der Bußbrücke die tolle Aussicht genießen wirst, fallen dir sicherlich sofort die beiden Zwerginnen auf. Sie stellen einen Teil der Legende dar: Einer Sage nach wurden im Turm einst Mädchen eingesperrt und zum Putzen der Bußbrücke verdammt, die einen allzu offenen Lebensstil pflegten. Die Hexen Tekla und Martynka sollen sich ihrer angenommen und bei der Arbeit mit dem Besen geholfen haben. Deshalb trägt die Bußbrücke noch die weiteren Namen „Brücke der Büßerinnen“ und „Hexenbrücke“.
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Aussicht von der Bußbrücke in Wrocław
Die Aussicht von der Bußbrücke ist jedenfalls genial! Auf dem vorherigen Bild hast du den Blick in Richtung Marktplatz Rynek gesehen, hier abgebildet sind die Kreuzkirche (links) und die Kathedrale (rechts) – die beiden vorherrschenden Kirchen auf der Dominsel in Wrocław.
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6) Sehenswertes in Wrocław: Dominsel und Kathedrale
Die Dominsel ist der älteste Teil von Breslau bzw. Wrocław und über 1.000 Jahre alt. Eine richtige Insel ist es heute eigentlich nicht mehr wirklich, denn die meisten Flüsse rundherum wurden über die Zeit zugeschüttet und verbaut. Von der Innenstadt kommend betrittst du den Stadtteil über die sehenswerte Dombrücke (Most Tumski). Ein dort sitzender Zwerg mit Liebesschlössern erinnert daran, dass das Anbringen der metallenen Liebesbeweise an der Brücke seit 2019 verboten ist. Die Dominsel ist autofrei und ein sehr ruhiger Ort zum Flanieren. Das Kopfsteinpflaster und die historischen Gebäude sind vor allem abends sehr stimmungsvoll beleuchtet (siehe dazu auch der nächste Absatz über den Laternenanzünder). Das Hauptgebäude auf der Dominsel ist der Breslauer Dom (Kathedrale St. Johannes der Täufer). Einen der 98 Meter hohen Türme kannst du zu Fuß oder mit dem Aufzug erklimmen und die Aussicht genießen.

Die Dombrücke und der Breslauer Dom
Die Dombrücke (Most Tumski) war einer der Fotospots, die ich unbedingt in der blauen Stunde fotografieren wollte. Bei Windstille spiegelt sich die Kreuzkirche, die Türme der Kathedrale und die Brücke selbst sehenswert in einem ruhigen Seitenarm der Oder.
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Die Kathedrale in der blauen Stunde
Der Breslauer Dom (Katedra św. Jana Chrzciciela) ist die wichtigste Kirche in Schlesien. Sie wurde zwischen 1244 bis 1341 im gotischen Stil erbaut und ist das Wahrzeichen der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Bauwerk nach einem Bombenangriff schwere Schäden und brannte komplett aus. Der Wiederaufbau ging erstaunlich schnell und schon 1951 konnte die Kathedrale wieder eingeweiht werden. Statt der vernichteten Kunstwerke sind heute zahlreiche Schätze aus anderen damals schwer beschädigten Kirchen ausgestellt.
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Bestes Panorama der Dominsel in Wrocław
Den besten Blick auf die Dominsel erhältst du vom Ufer gegenüber entlang der Promenade Xawery-Dunikowski-Boulevard, die bei der roten Sandbrücke (Most Piaskowy) beginnt. Hier laden zahlreiche Bänke zum Sitzen und Staunen ein, außerdem gibt es auch ein paar Kioske, um etwas zu trinken zu kaufen. Für Fotografen ein nützlicher Hinweis: auch ohne Stativ kannst du hier scharfe Abendaufnahmen erstellen, da es entlang des Geländers möglich ist, die Kamera aufzulegen.
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7) Sehenswertes in Wrocław: Der Laternenanzünder
Auf der Dominsel wird noch eine Tradition gelebt, die in Europa so gut wie ausgestorben ist. Jeden Tag setzt ein Laternenanzünder (Latarnik) 102 historische Gaslaternen nach Einbruch der Dunkelheit händisch in Betrieb und löscht sie frühmorgens wieder. Natürlich ist der Angestellte des Gaswerks mit seinem Teleskopstab eine touristische Attraktion und keine technische Notwendigkeit. Dennoch ist es eine Besonderheit: zwar gibt es auch noch in anderen europäischen Städten Laternenanzünder, doch 365 Tage im Jahr wird das Schauspiel nur in Wrocław durchgeführt. Wann du vor Ort sein solltest, kannst du in einer Jahrestabelle im Blog wroclawguide.com nachsehen. Das Schauspiel startet rechts neben dem Dom und der Rundgang des Laternenanzünders dauert ca. 45 Minuten – wenn du zu spät kommst, halte einfach nach den noch nicht leuchtenden Laternen Ausschau, um ihn dort abzuwarten.

Es werde Licht auf der Dominsel
Mit stoischer Ruhe und Gelassenheit setzt sich der Laternenanzünder in Bewegung, um eine Gaslaterne nach der anderen mit seinem Teleskopstab aufleuchten zu lassen. Selbst an einem Montagabend wurde er von Dutzenden Schaulustigen umzingelt, die ihn zumindest die ersten Minuten auf Schritt und Tritt verfolgten.
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Die mystische Aura des Laternenanzünders in Wrocław
Der schwarze Umhang und Zylinder tragen sicherlich dazu bei, dass der Laternenanzünder eine mystische und geheimnisvolle Aura ausstrahlt. Mein Traumfoto konnte ich leider zeitlich nicht realisieren: zu gerne hätte ich den Anzündeprozess mit der beleuchteten Kathedrale im Hintergrund fotografiert. Doch der Rundgang des Laternenanzünders endet noch vor Beginn der blauen Stunde bzw. der Dunkelheit. Während die Gaslaternen dann bereits für Licht auf den Straßen sorgen, wird der Breslauer Dom erst recht spät illuminiert.
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8) Sehenswertes in Wrocław: Die Jahrhunderthalle
Die Jahrhunderthalle (Hala Stulecia) ist ein absolut beeindruckendes Bauwerk und ein Musterbeispiel für die Architekturrichtung der Breslauer Moderne. Erbaut wurde sie 1911 bis 1913 nach Plänen von Max Berg. Die Halle ist das Zentrum des Ausstellungsgeländes und bis heute in Betrieb. Mit dem Namen Jahrhunderthalle gedachte die damals zum Deutschen Reich gehörende Stadt Breslau des hundertjährigen Jubiläums der Völkerschlacht bei Leipzig 1813. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie während der kommunistischen Ära in Volkshalle (Hala Ludowa) umbenannt, dieser Vorgang später aber wieder rückgängig gemacht. 2006 erfolgte die Aufnahme der Jahrhunderthalle in das UNESCO-Weltkulturerbe. Erreichbar ist die Halle mit den Straßenbahn-Linien 2, 4 und 10 (Station Hala Stulecia). Überprüfe vor deinem Besuch auf der Webseite halastulecia.pl im Terminkalender, ob sie für Besucher zugänglich ist.

Außenansicht der Jahrhunderthalle
Die Jahrhunderthalle ist bereits von außen ein echter Blickfang und ein mächtiger Bau – auf dem Foto kommen die tatsächlichen Dimensionen nicht zur Geltung. Vor der Halle steht das 90 Meter hohe Denkmal Iglica, das 1948 anlässlich der in Breslau abgehaltenen Ausstellung der „wiedergewonnenen Gebiete“ errichtet und ursprünglich sogar 106 Meter hoch war. Das wie eine Nadel aussehende Teil erinnerte mich sofort an „The Spire“ in Dublin.
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Innenansicht der Jahrhunderthalle
Die Kuppel der Jahrhunderthalle war zum Zeitpunkt des Baus mit 65 Metern Durchmesser das größte freitragende Bauwerk der Welt. Im Inneren finden mehr als 10.000 Menschen Platz. Die Halle wird für Messen, Ausstellungen, Tagungen, Sportveranstaltungen und Konzerte genutzt. Fotografisch ist es eine große Herausforderung, die riesigen Dimensionen mit der Kamera festzuhalten.
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9) Sehenswertes in Wrocław: Die Universität
Das Universitätsmuseum Wrocław (Muzeum Uniwersytetu Wrocławskiego) darfst du keinesfalls verpassen! Das Gebäude ist schon von außen eines der schönsten der Stadt und beeindruckt durch eine der längsten Barockfassaden der Welt mit zahlreichen Skulpturen. Das Haupttor ist ein beliebtes Fotomotiv bei Studierenden, nachdem sie erfolgreich absolviert haben. In der Universität kannst du eine Ausstellung, die beiden Barocksäle Oratorium Marianum und Aula Leopoldina besichtigen und als Krönung auf dem Mathematischen Turm auch noch einen der besten Aussichtspunkte in Wrocław genießen (Achtung, kein Aufzug). Tickets gibt es beim Haupteingang und du kannst dich auch nur für einzelne Teilbereiche entscheiden. Ein Kombiticket für alle Räume ist aber derart günstig (PLN 26,-, ca. EUR 6,-), das ich es dir jedenfalls empfehlen würde.

Das Oratorium Marianum
Der zweite sehenswerte Raum in der Universität Wrocław ist das Oratorium Marianum. Die Errichtung fand ebenfalls im 18. Jahrhundert statt und der Raum ist vollgepackt mit großen Deckenfresken, prachtvollen Verzierungen mit Stuck, Vergoldungen und Marmor. Der Saal weist eine ausgezeichnete Akustik auf und wird deshalb vorwiegend für Konzerte genutzt.
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Die Aula Leopoldina
Die Aula Leopoldina (Leopoldinischer Saal) ist der größte und repräsentativste Saal in der Universität. Der Raum ist ein echter Barockschatz mit Deckenfresken, Skulpturen, Holzschnitzereien und Porträts bedeutender Gelehrter sowie Herrscher. Erschaffen wurde die Aula Leopoldina zwischen 1728 und 1732, der Name verweist auf Kaiser Leopold I., den Gründer der damaligen Jesuitenakademie. Heute wird der Saal unter anderem für wichtige akademische Feierlichkeiten genutzt.
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Aussichtsterrasse auf dem mathematischen Turm
Über die pompöse Kaisertreppe begibst du dich dann einige Stockwerke nach oben und kommst dabei an einigen Ausstellungsstücken vorbei. Auf der Terrasse des Mathematischen Turms bietet sich dir dann einer der besten Ausblicke auf Wrocław in alle Himmelsrichtungen! Der 42 Meter hohe Turm ist der ehemalige Astronomie- und Uhrenturm der barocken Jesuitenakademie und diente ab dem späten 18. Jahrhundert als astronomisches und meteorologisches Observatorium.
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10) Sehenswertes in Wrocław: Die Markthalle
Märkte sind in jeder Stadt immer ein Pflichtpunkt für meine Freundin und mich. Die Markthalle (Hala Targowa) in Wrocław bietet nicht nur ein interessantes Angebot an Speisen und Dienstleistungen, sondern sieht auch von der Architektur faszinierend aus. Auf zwei Ebenen verteilen sich rund 200 Geschäfte und Händler. Sie ist Montag bis Samstag von 8:00 Uhr bis 18:30 Uhr geöffnet, wobei nicht immer alle Händler anwesend sind. Die Markthalle wurde zwischen 1906 und 1908 erbaut und entwickelte sich nach der Eröffnung schnell zu einer der beliebtesten Einkaufsmöglichkeiten der Stadt. Ursprünglich gab es im Süden von Breslau noch eine zweite Markthalle in ähnlicher Bauweise, die fast dieselben Dimensionen hatte. Im Zweiten Weltkrieg erlitten beide Gebäude schwere Schäden, wobei nur die heutige Markthalle wieder aufgebaut wurde – bei der zweiten erfolgte in den 70er-Jahren der Abriss.

Starke Kontraste in der Markthalle von Wrocław
Nach dem Betreten faszinierte mich sofort der Kontrast in der Markthalle. Die kühle, symmetrische Stahlbetonarchitektur im Gegensatz zu den bunten und betörend duftenden Ständen der Obst- und Gemüsehändler. Du findest hier garantiert etwas zum Mitnehmen für daheim! Meine Freundin und ich nahmen beispielsweise köstliche Essig-Chili-Gurken mit nach Hause. Abgesehen von Speisen ist das Angebot kunterbunt mit Blumenhändlern, Schlüsseldiensten, Souvenirshops und vielem mehr.
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Köstliche Hausmannskost in der Markthalle von Wrocław
Im Eingangsbereich der Markthalle befinden sich auf der rechten Seite zwei kleine Milchbars (Bar mleczny). Dieser Begriff definiert traditionelle, preiswerte Kantinen mit Selbstbedienung. Die Preise sind enorm günstig und du erhältst hier polnische Hausmannskost wie Pierogi, den köstlichen Sauerkrauteintopf Bigos, Krautrouladen und mehr – heiße Empfehlung von mir!
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11) Bonustipp Wrocław: Das Stadion Miejski
Als Bonustipp habe ich mir das Stadion Miejski Wrocław (Tarczyński Arena) aufgehoben – für den Fall, dass du Interesse an Fußball oder Stadionarchitektur hast. Für mich hat es sich zu einer Tradition entwickelt, Stadien zu fotografieren und auf meiner Webseite coeser.de/showcase zu zeigen. Die rund 45.000 Personen fassende Arena wurde 2011 anlässlich der Europameisterschaft 2012 gebaut, die Polen gemeinsam mit der Ukraine ausrichtete. Im Stadion fanden damals drei Vorrundenspiele statt. Heute spielt der lokale Fußballklub Śląsk Wrocław in der riesigen Arena. Wenn du dir ein Spiel ansehen willst, kaufst du die Tickets über die offizielle Webseite bilety.slaskwroclaw.pl. Mir reichte aber eine Besichtigung des leeren mächtigen Bauwerks, was erstaunlich einfach und sogar kostenlos möglich ist.

Der kostenlose Aussichtspunkt im Stadion Miejski Wrocław
Das Stadion ist recht weit außerhalb der Innenstadt, von dort aber mit den beiden Straßenbahn-Linien 3 und 10 direkt in rund 20 Minuten erreichbar. Du steigst an der Station Tarczyński Arena (Lotnicza) aus und folgst dann einfach dem breiten Weg zur Arena vorbei an den Murals der Fans des lokalen Clubs Śląsk Wrocław. Der kostenlose Aussichtspunkt (Punkt widokowy) ist deutlich angeschrieben und durch die offenen Tore erkennbar. Sogar ein Zwerg (Krasnal Uefek) hat es dorthin geschafft und erinnert an das Finale der Conference League 2025 (Betis Sevilla – FC Chelsea 1:4), das hier ausgetragen wurde.
Bild o. l.: Aufnahmeort / Bild o. r.: Aufnahmeort
Bild u. l.: Aufnahmeort / Bild u. r.: Aufnahmeort

Einblick in die riesige Arena Miejski
Ob der kostenlose Aussichtspunkt im Stadion geöffnet ist, kannst du auf der Webseite tarczynskiarenawroclaw.pl nachsehen. Dort ist auch ein Link zum Eventkalender zu finden, um dir eine Orientierung zu geben, ob die Arena zum Zeitpunkt deines geplanten Besuchs zugänglich oder wegen einer Veranstaltung gesperrt sein wird. Willst du nicht nur einen Blick auf das Spielfeld werfen, sondern exklusivere Einblicke bekommen, werden natürlich auch klassische Stadionführungen angeboten.
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ESSEN UND TRINKEN IN WROCLAW
Restaurant Konspira (Plac Solny 11): Empfehlenswertes Themenrestaurant mit Einrichtung aus der kommunistischen Zeit, eventuell musst du etwas Wartezeit einplanen. Ausgezeichnete Pierogi, dazu hatten wir polnisches Pilsner-Bier und Polski Szot (ein Wodka-Shot mit Himbeersirup und Tabasco).
Pierogarnia Stary Młyn Wrocław (Rynek 29): Ein auf Pierogi spezialisiertes Lokal direkt am Marktplatz. Wir probierten die gute Rote-Rüben-Suppe mit vegetarischen Teigtaschen, danach sehr gute gemischte Pierogi. Gemundet hat auch das polnische Weizenbier!
good good – coffeebar & concept store Wrocław (Marszałka Józefa Piłsudskiego 52): Unser erster Kaffeestopp gleich nach der Ankunft in Wrocław führte uns in dieses nette Café mit coolem Concept Store. Köstlicher Honigkuchen, dazu Matcha-Latte und ein kräftiger Cappuccino!
Blossome Café (Rynek 2/1a): Ein fancy Café am Marktplatz, von der Einrichtung wohl ideal für Instagram-Influencer. 😉 Das Pistazien-Tiramisu und der Matcha-Erdbeer-Cookie waren gut, das Highlight aber der Blick auf die historischen Hausfassaden. Tipp: du kannst hier kleine Lebkuchen in Form der Häuser vom Marktplatz kaufen – ein ideales Mitbringsel!
Vinyl Cafe (Kotlarska 35/36): Eines meiner Lieblingscafés in Wrocław! Sehr stilvolle Einrichtung, richtig zum Wohlfühlen mit Schallplatten-Musik und sehr gutem, üppigen Karottenkuchen mit Preiselbeeren und Spartak-Honigkuchen.
Art Cafe Kalambur (Kuźnicza 29A): Sehr cooles Art Deco Café! Innen dunkel und mystisch, fühlt es sich an wie in einer vergangenen Zeit. Wir bewunderten die Jugendstileinrichtung und tranken untertags dort einen schnellen Wodka.
Baldachim Kawiarnia (Świętej Jadwigi 9/1A): Ein nettes Café direkt neben der Dominsel. Wir hatten einen kräftigen und schmackhaften Cappuccino, dazu ein empfehlenswerter Schokoriegel mit Milchcremefüllung.
Chmiel kawę – Specialty Coffee Concept (Szewska 27A): Mein zweiter Favorit unter den Cafés in Wrocław. Super gemütliche Atmosphäre und angenehme Sitzplätze, sehr guter Kaffee und fantastische Mehlspeisen (wir genossen eine Lemon Tarte und ein „Wuzetka“-Eclair).
Pączki nennen sich in Polen die klassischen Donuts bzw. Krapfen, die du in Wrocław überall zu kaufen findest. Sie sind in diversen Geschmacksrichtungen und Füllungen erhältlich, wobei traditionell hausgemachte Zwetschkenmarmelade besonders beliebt ist.
Was in Krakau der Obwarzanek ist, wird in Wrocław als Precel (Brezel) verkauft – der Teig und Geschmack ist ähnlich. Sie sind ebenfalls gefühlt überall erhältlich und eine köstliche Möglichkeit, den schnellen Hunger zu bekämpfen!
FAZIT
Wrocław war eine Städtereise, die meine Freundin und mich in allen Belangen überzeugte. Die polnische Stadt ist von Wien aus direkt mit dem Zug erreichbar und bietet alles, was man sich wünschen kann. Die Innenstadt rund um den wunderschönen Marktplatz ist kompakt und gut zu Fuß zu erkunden. Die abwechslungsreichen Sehenswürdigkeiten lassen dich in die wechselhafte Geschichte der ehemaligen deutschen Stadt Breslau eintauchen. Die Suche nach den über tausend Zwergen macht das Ganze nicht nur für Kinder zu einem echten Vergnügen! Ein weiterer Pluspunkt sind die vielen tollen Cafés und das Thema Kulinarik zwischen Pierogi, Bigos und anderen köstlichen Speisen ist in Polen sowieso immer ein Hochgenuss. Wenn du eine unkomplizierte Stadt für ein langes Wochenende suchst, bist du in Wrocław genau richtig! Schreib mir einen Kommentar, ob du nun Lust auf diese Städtereise hast. 🙂









































