Krakau: Das Salzbergwerk Wieliczka

Hl.-Kinga-Kapelle im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau

Krakau ist ja ein ganz heißer Tipp, wenn es um Städtereisen geht – davon habe ich euch bereits in einem eigenen Blogartikel vorgeschwärmt. Ein wunderbarer Halbtagesausflug ist dabei das Salzbergwerk Wieliczka nur unweit der polnischen Stadt. Ich habe in Österreich und Deutschland schon einige Salzbergwerke gesehen, aber keines davon ist auch nur annähernd vergleichbar mit dem im Krakauer Vorort Wieliczka. Deshalb nehme ich euch in diesem Beitrag mit auf eine spektakuläre Führung in die Tiefen der polnischen Salzmine!


Dieser Artikel wurde zuletzt am 28. Jänner 2020 aktualisiert.

Salzbergwerk Wieliczka

FAKTEN

Reisezeit: Ende Oktober 2016 (Halbtagesausflug von Krakau aus)
Anreise: Detailbeschreibung weiter unten im Text
Unterkunft: Aparthotel Art & Garden Residence* (Krowoderska 71, Krakau): ruhige Lage etwas abseits der Altstadt, 15 Minuten Fußweg zum Zentrum, Begrüßungssekt, moderne und stilvolle Zimmer, sehr schönes Bad, bequeme Betten, großes Frühstücksbuffet, schnelles und kostenloses WLAN. Weiterempfehlung? JA.
Auf meiner bevorzugten Hotelsuchmaschine booking.com findet ihr weitere schöne Unterkünfte in Krakau.*

TRANSPARENZHINWEIS

*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn euch mein Blogartikel bei der Planung eurer Reise geholfen hat, freue ich mich, wenn ihr über diese Links eure Unterkunft oder Freizeitaktivitäten bucht. Ich erhalte dadurch eine kleine Provision und ihr unterstützt den Erhalt dieses Blogs. Für euch entstehen dabei selbstverständlich keine Nachteile. Vielen Dank! 🙂

 

Weitere Stationen dieser Reise

Krakau habe ich mit der polnischen Hauptstadt Warschau kombiniert, meinen Reisebericht dazu könnt ihr hier lesen: Warschau: Polens unzerstörbare Stadt

Reiseverlauf (5 Tage): Wien –> Chopin-Flughafen Warschau (Flug LOT) // Warschau Centralna–> Krakau Główny (Zug) // Krakau Główny –> Warschau Centralna (Zug) // Chopin-Flughafen Warschau –> Wien (Flug LOT)

 

Figur eines Bergarbeiters im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau

Salzmine vor den Toren Krakaus

Die polnische Stadt Krakau bietet dem Touristenherz wirklich alles: einen feuerspeienden Drachen mit interessanter Legende, das faszinierende Königsschloss Wawel, eine echt sehenswerte Altstadt aus dem Mittelalter und kulinarische Gaumenfreuden ohne Ende. Am besten lest ihr euch meinen Artikel 48h Krakau: Kirchen, Wodka und Pierogi mit jeder Menge Infos und Fotos durch. Obwohl ihr mit all diesen Punkten euren Citytrip nach Krakau schon ziemlich ausfüllen könnt, empfehle ich euch unbedingt, auch das Salzbergwerk Wieliczka einzuplanen. Dieses ist sogar als UNESCO-Welterbe gelistet – und das zu Recht. Ich verspreche, dass euch dieser Ausflug garantiert lange in Erinnerung bleibt!

Mit dem Zug schnell zum Bergwerk

Die Anfahrt mit dem Zug ist wirklich sehr einfach. Vom Hauptbahnhof Krakau (Kraków Główny) fährt alle 30 Minuten ein Zug zur Endstation Wieliczka Rynek-Kopalnia. Das Ticket löst man vorher an einem der Automaten am Hauptbahnhof – einfach den Abfahrts- und Ankunftsbahnhof eingeben. Den Fahrplan findet ihr auf der Seite malopolskiekoleje.pl (rechts unter „Timetable“ ist der Link zu einem PDF versteckt). Wenn ihr nicht mit dem Zug fahren wollt, dann gibt es alternativ von Krakau aus auch Minibus-Touren inklusive Führung durch das Salzbergwerk*.

Tickets für das Salzbergwerk Wieliczka

Wenn ihr die Tickets für die Salzmine selbst besorgen wollt, dann macht das am besten schon vorab online auf der Seite kopalnia.pl. Vor Ort gibt es zwar auch Eintrittskarten – dann aber mit dem Risiko einer Warteschlange und anschließend langer Wartezeit auf die nächste freie Führung. Ich habe mit meiner Freundin die Touristenroute gewählt. Alternativ gäbe es die Bergmannsroute, bei der ihr den Alltag eines Bergwerkarbeiters nachspielen könnt. Der Eintritt mit deutschsprachiger Führung kostet 93,- PLN / 22,- EUR (Option „normale Eintrittskarte in Fremdsprache I“), die Sprache und das Datum wählt ihr im nächsten Schritt aus.

Fotografieren im Salzbergwerk Wieliczka

Wollt ihr im Bergwerk während der Führung Fotos machen, müsst ihr eine Fotogenehmigung um 10,- PLN / 2,30 EUR kaufen. Diese erhaltet ihr an der Kassa beim Abholen der reservierten Tickets.

Während meiner Führung haben zahlreiche Personen ohne Genehmigung fotografiert, diese wurden aber im späteren Verlauf an einer eigens aufgestellten Kassa nochmals an die Gebühr „erinnert“. 😉

Im Bergwerk ist es unglaublich dunkel zum Fotografieren! Wenn ihr nur mit einem Smartphone unterwegs seid, erwartet euch lieber nicht zuviel von den Fotos, ihr benötigt optimalerweise eine Kamera mit sehr gutem Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten.

 

Figuren von Bergarbeitern im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau

Start für die spektakuläre Führung

Am Tag eures Besuchs kommt ihr nun also entweder mit der oben genannten Minibus-Tour von Krakau aus* oder mit dem Zug zum Salzbergwerk Wieliczka. Nach der rund 20-minütigen Anfahrt mit dem Zug vom Krakauer Hauptbahnhof seid ihr nach dem Aussteigen an der Endstation auch schon nach wenigen Schritten auf dem Bergwerksgelände. Nach der Abholung der vorreservierten Tickets beginnt die geführte Tour auch schon. Zu Beginn geht es eine gefühlte Ewigkeit 380 Stufen in 65 Meter Tiefe bergab – ein Blick nach unten erinnert dabei an einen unendlichen Zeittunnel wie in einem Science-Fiction-Film. Der Tourguide weist darauf hin, dass im Laufe der nächsten zwei Stunden nochmals 480 Stufen zu erklimmen sind, wenigstens ohne große Anstrengung fast immer nach unten.

Eine Stadt unter der Erde

Insgesamt begebt ihr euch in 135 Meter Tiefe, was schon ein seltsames Gefühl ist. Im Verlauf der Führung durchquert ihr jede Menge von Hand geschaffene Stollen, Wege und besichtigt 20 Kammern, von denen einige außergewöhnlich schön sind. Alle paar Meter säumen historische Bergbaumaschinen und Schaufiguren den Pfad, dazwischen gibt es Salzseen und Kunstwerke aus Salz – die wahren Schätze des Bergwerks – zu bestaunen.

Die beeindruckende Hl.-Kinga-Kapelle

Im letzten Drittel der Führung kommt ihr zum Höhepunkt, der 465m² großen Hl.-Kinga-Kapelle. Von oben erlangt ihr zuerst einen herrlichen Gesamtblick auf den riesigen, mit Kronleuchtern geschmückten Raum, bevor ihr euch über Stufen hinunterbegebt. Die Kapelle wird immer wieder für Konzerte und Theateraufführungen genutzt, bis zu 400 Personen finden hier Platz. Die Tour ist mit diesem Highlight aber noch nicht beendet, es geht immer noch für rund eine halbe Stunde weiter durch die Tiefe.

Per Aufzug in die Höhe

Nach insgesamt drei Stunden war ich dann aber wirklich müde und froh, dass der Ausgang (bzw. das unterirdische Restaurant) erreicht wurde und es mit einem extrem rasanten, engen, zweistöckigen und authentisch aussehenden Bergwerksaufzug in 20 Sekunden wieder an die Oberfläche ging. Theoretisch könntet ihr im Berginneren auch noch eine Multimediaausstellung ohne Führung ansehen, die nochmals eine Stunde beansprucht – für alle, die absolut nicht genug bekommen können. 😉

Außenansicht des Salzbergwerks Wieliczka bei Krakau
Wenn ihr am Salzbergwerk Wieliczka ankommt, lässt der charakteristische Förderturm keinen Zweifel daran, dass es unterirdisch weit hinab gehen muss.
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Fotogenehmigung im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Gut zu wissen: wenn ihr im Salzbergwerk fotografieren wollt, müsst ihr euch an der Kassa eine Genehmigung besorgen. In der Praxis stellte ich aber fest, dass auch ohne diesen Aufkleber während der Führung fleißig geknippst wurde. Es gibt jedoch im Bergwerk kurz vor der Hl.-Kinga-Kapelle – das Highlight im Berginneren – noch einen Checkpoint, an dem ihr die Genehmigung erwerben könnt.
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Abgang in das Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Die Führung durch das Salzbergwerk Wieliczka beginnt gleich sportlich: 65 Meter geht es ab in die Tiefe! Dabei sind 380 Stufen zu überwinden – immerhin vorerst nur bergab. 😉
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Treppenhaus im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Wenn ihr im Treppenhaus einen Blick hinunter werft, besteht akute Schwindelgefahr. Scheinbar ohne Ende winden sich die Stufen in das Berginnere und lassen erahnen, dass man wohl einige Minuten bis zum Ende der Treppen benötigen wird.
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Gekalkter Stollen im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Die Stollen im Bergwerk sind an vielen Stellen weiß gestrichen. Das soll das früher angewendete Kalken imitieren, wodurch das schwache Licht stärker reflektiert werden sollte. Ich kann euch aber sagen: selbst heute noch ist es unglaublich düster!
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Schaufiguren von Bergarbeitern im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Während der Führung begegnet ihr an vielen Stellen Schaufiguren von Bergarbeitern. Diese sollen die beschwerliche Arbeit aus vergangener Zeit darstellen.
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Salzfigur des Astronomen Nikolaus Kopernikus im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Beeindruckend sind die aus Salz geschaffenen Figuren. Hier seht ihr die des berühmten Astronomen Nikolaus Kopernikus (polnisch Mikolaj Kopernik), dem eine eigene Kammer im Bergwerk gewidmet ist.
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Führung im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Mit der Qualität der Führung war ich sehr zufrieden. Etwas störend hingegen empfand ich, dass wir immer wieder an die vorangehende Gruppe stießen und so zu einer ungewollten Pause gezwungen wurden.
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Schaufiguren im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Hier seht ihr eine weitere Installation mit Schaufiguren, die erahnen lassen, wie schwer die Arbeit unter Tage gewesen sein muss.
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Stollensystem im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Während des rund drei Stunden dauernden Rundgangs durchquert ihr eine Vielzahl an Stollen.
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Ausstellung im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Wie schon erwähnt, ist es in einigen Kammern unglaublich düster. Das ist zwar äußerst stimmungs- und geheimnisvoll, brachte meine Kamera aber schon an die Grenzen des Möglichen. Mit Smartphones sind solche Szenen naturgemäß noch schwieriger abzubilden.
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Wege im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Immer tiefer führt der Weg in das Salzbergwerk Wieliczka hinein. Insgesamt kommt ihr während der Führung auf rund 800 Stufen!
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Historische Maschine im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
An einigen wenigen Stellen könnt ihr sogar selbst Hand anlegen und Nachbildungen historischer Maschinen betätigen.
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Salzwasserquelle im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Heute findet in der Mine Wieliczka kein aktiver Bergwerksbetrieb mehr statt. Trotzdem wird das eindringende Salzwasser immer noch an die Oberfläche geleitet und daraus Siedesalz gewonnen. Dieser Vorgang wird durchgeführt, um das Bergwerk vor dem Einbruch zu schützen und die touristische Nutzung zu sichern. An einem Punkt während der Führung könnt ihr an einer Quelle den Finger in das Wasser halten und probieren. Aber Vorsicht: mir zog es nach dem Kosten gleich den Mund zusammen, so salzig schmeckt es. 😉
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Hl.-Kinga-Kapelle im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Der Höhepunkt im Salzbergwerk Wieliczka ist ganz klar die riesige Hl.-Kinga-Kapelle. Der Legende nach soll die ungarische Kronprinzessin Kinga von Polen ihren Verlobungsring in eine Erdspalte bei Krakau geworfen haben. An dieser Stelle wurden dann Salz gefunden und ein Salzbergwerk errichtet.
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Wandkunstwerke in der Hl.-Kinga-Kapelle im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
An den Wänden der Hl.-Kinga-Kapelle finden sich Dutzende, fein herausgearbeitete Motive aus Salz.
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Kapelle im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Auf dem Weiterweg begegnet ihr noch weiteren Kapellen, die etwas kleiner gehalten sind. Durch die damals überall lauernden Gefahren im Berg verwundert es natürlich nicht, dass so viele Glaubensstätten errichtet wurden.
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Salzsee im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Diesen Salzsee mit seinem spektakulären Holzpfad an der Wand empfand ich persönlich als weiteres Highlight im Salzbergwerk Wieliczka.
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Holzkonstruktion im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Unglaublich faszinierend sind die Holzkonstruktionen im Inneren des Bergwerks!
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Treppe im Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau
Am Ende der Führung habt ihr dann die Wahl: entweder ihr verlasst das Salzbergwerk mittels authentischem, alten Aufzug. Oder ihr seht euch noch eine Multimediaaustellung an, die jedoch eine weitere Stunde in Anspruch nimmt. Meine Freundin und ich waren schon etwas müde und entschieden uns für die hier abgebildete Treppe, die uns zum Aufzug und wieder an die frische Luft beförderte. 🙂
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Fazit

Während unserer Städtereise nach Krakau einen Ausflug zum Salzbergwerk Wieliczka einzuplanen, stellte sich als wirklich ausgezeichnete Idee heraus! Meine Freundin und ich waren angenehm überrascht, wie unkompliziert die Anfahrt in den Krakauer Vorort ist. Was wir während der rund dreistündigen Führung durch das auf der UNESCO-Welterbeliste stehende Bergwerk erlebten, machte uns häufig sprachlos. Die zahlreichen Kunstwerke aus Salz, die detaillierten Nachstellungen der Bergmannsarbeit und vor allem die wunderschönen Kapellen sind einfach unbeschreiblich faszinierend. Wenn ihr also während eures Besuchs in Krakau ein paar Stunden aufbringen könnt, dann plant das Salzbergwerk Wieliczka unbedingt ein. Ich bin auf eure Erfahrungen gespannt! 🙂

 

Erfahrungsbericht über das Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau mit den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps zur Anreise und Tickets.Erfahrungsbericht über das Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau mit den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps zur Anreise und Tickets.

1 Kommentar

  1. […] Ein ganz heißer Besuchstipp ist die Salzmine Kopalnia Soli Wieliczka etwas außerhalb Krakaus. Ich habe in Österreich und Deutschland schon einige Salzbergwerke gesehen, aber keines ist auch nur annähernd vergleichbar mit dem im Krakauer Vorort Wieliczka. Die rund 20-minütige Anfahrt mit dem Zug vom Krakauer Hauptbahnhof ist wirklich unkompliziert und nach dem Aussteigen an der Endstation ist man nach wenigen Schritten auch schon auf dem Bergwerksgelände. Nach der Abholung meiner vorreservierten Tickets und einer kurzen Wartezeit hat die geführte Tour auch schon begonnen. Was euch dabei alles erwartet – und das ist einiges – erfahrt ihr in meinem Blogbeitrag Krakau: Das Salzbergwerk Wieliczka. […]

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