Lausanne: Ein Highlight auf vielen Ebenen

Unvergesslich schöne Momente hat meiner Freundin und mir ein einwöchiger Trip mit dem Zug durch die Schweiz beschert. Neben Genf und Zürich schmeichelte sich Lausanne dabei ganz besonders in unsere Herzen. Eigentlich nur als Lückenfüller gedacht, stellte sich die Stadt am Genfersee schlussendlich als der heimliche Star heraus, dessen Highlights ich euch in diesem Reisebericht vorstelle!

DIE HÖHEPUNKTE IN LAUSANNE

Viele Hügel, die ein spektakuläres Stadtbild ergeben und tolle Fotos ermöglichen

Eine Altstadt mit spannender Architektur, kreativen Läden und ein Wochenmarkt mit lokalen Spezialitäten

Eine fantastische Aussicht vom Turm der Kathedrale

Das Hafenviertel Ouchy am Genfersee als Ort der Entspannung und Erholung

Mit dem nahegelegenen Weinanbaugebiet Lavaux eine unkomplizierte und unvergessliche Ausflugsmöglichkeit

 
Dieser Artikel wurde zuletzt am 26. Mai 2021 aktualisiert.


Lausanne

FAKTEN

Reisezeit: August 2020 (2 1/2 Tage, 2 Übernachtungen)
Anreise: Mit der Bahn von Genf Hauptbahnhof nach Lausanne Hauptbahnhof (0:45 h)
Unterkunft: Hotel Moxy Lausanne City* (Rue de la Vigie 3): modernes neues Stadthotel, Lage gut zwischen den Metro-Stationen Flon (M1, M2) und Vigie (M1), Lausanne Transport Card ab einer Übernachtung inkludiert, 10 Minuten Fußweg ins Zentrum, Fortgehviertel Le Flon in unmittelbarer Nähe, abends trotzdem auch bei gekipptem Fenster recht ruhig, Zimmer ausreichend groß, aber kein Kasten, kein Safe, sehr gutes Bett, riesiger TV, Bad in schönem hell-dunklen Design, sehr geräumige Dusche, WLAN Up- und Download sehr schnell, öffentliche Bereiche modern und bunt, Frühstück nicht gebucht. Weiterempfehlung? JA!
Auf meiner bevorzugten Hotelsuchmaschine booking.com findet ihr weitere schöne Unterkünfte in Lausanne*.

TRANSPARENZHINWEIS

*Die mit Stern gekennzeichneten Verweise in diesem Blogartikel sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn euch mein Blogartikel bei der Planung eurer Reise geholfen hat, freue ich mich, wenn ihr über diese Links eure Unterkunft oder Freizeitaktivitäten bucht. Ich erhalte dadurch eine kleine Provision und ihr unterstützt den Erhalt dieses Blogs. Für euch entstehen dabei selbstverständlich keine Nachteile. Vielen Dank! 🙂

 

Stadtansicht von Lausanne mit Blick auf den Genfer See

Lausanne als lohnendes Zwischenziel

Eigentlich planten meine Freundin und ich schon seit geraumer Zeit einen kurzen Städtetrip nach Genf. Durch die Coronaviruskrise und das zwischenzeitliche Aufleben der Tourismusschiene im Sommer 2020 entschieden wir uns aber, den Citytrip auf eine ganze Woche auszudehnen und mit weiteren Destinationen zu kombinieren. Von Genf aus wollten wir mit dem Zug in Richtung Zürich und danach zurück nach Wien fahren. Ein Blick auf die Landkarte ließ keine Zweifel daran, dass Lausanne sich für dieses Vorhaben als perfektes Zwischenziel anbieten würde – obwohl wir beide noch keine Ahnung hatten, was es in der olympischen Hauptstadt überhaupt zu sehen gibt.

Auf und ab in Lausanne

Der Titel dieses Reiseberichts deutet es schon an: Lausanne ist eine sehr hügelige Stadt und auf mehreren Ebenen erbaut. Überall trifft man als Besucherin oder Besucher auf Steigungen, die mittels Brücken, Viadukten, Stegen, Treppen und Aufzügen überwunden werden können. Diese Mehrschichtigkeit des Straßensystems macht es einem am Anfang nicht ganz einfach, sich schnell zu orientieren. Nach einem Spaziergang durch die Innenstadt weicht die Verwirrung aber rasch und ihr findet euch sicherlich auch so gut zurecht wie meine Freundin und ich. 🙂

Ein Paar sitzt am Genfer See in Lausanne

Was Lausanne so sehenswert macht

Wenn ihr meinen Reisebericht über Genf gelesen habt (im nachfolgenden, blauen Infokasten verlinkt), dann wisst ihr, dass mir die Internetrecherche (zu Unrecht) wenig Lust auf einen Besuch machte. Ganz anders erging es mir mit Lausanne: Die Bildersuche spuckte eine beeindruckende Menge an faszinierenden Sehenswürdigkeiten, tollen Fotospots und interessanten Motiven aus. Die Realität stand dem um nichts nach – Lausanne ist absolut spannend und unbedingt einen Besuch wert! Alleine der Kontrast zwischen dem historischen Stadtkern, dem modernisierten Industrieviertel Flon und dem maritimen Hafenviertel Ouchy ist etwas ganz Besonderes. 🙂

Lage direkt am Genfersee

Ein ganz starkes Asset von Lausanne ist klarerweise die Anbindung an den Genfersee. Egal in welcher Stadt meine Freundin und ich auch waren – gab es ein Gewässer, ließ das immer unsere Herzen schneller schlagen. Die hügelige Lage von Lausanne ermöglicht bereits aus der erhöhten Stadtmitte heraus Blicke auf den Genfersee und die umliegende Bergwelt. Ein weiterer Pluspunkt ist die Nähe zum Weinanbaugebiet Lavaux. In nur wenigen Zugminuten könnt ihr so in eine völlig andere Welt eintauchen und eine Landschaft der Sonderklasse erleben (inklusive einem guten Tropfen Wein). Meinen ausführlichen Reisebericht zu diesem Ausflug von Lausanne nach Lavaux findet ihr ebenfalls im blauen Infokasten unten verlinkt.

Einfache Erkundung von Lausanne

Lausanne war mir auf Anhieb sympathisch und es machte mir unheimlich Spaß, die Vielzahl an historisch herausragenden Gebäuden anzusehen. Selbst die moderneren Bauwerke fügen sich stilvoll in das Gesamtbild ein. Durch die unebene Form der Stadt bieten sich gleich mehrere Fotospots an, von denen aus euch großartige Tag- und Abendaufnahmen aus verschiedenen Perspektiven gelingen. In Lausanne wird französisch gesprochen – ein Problem war das allerdings nirgends, denn auch Englisch wird überall ausgezeichnet verstanden. Im Gegensatz zu Genf hatten meine Freundin und ich in Lausanne sogar mehrere Situationen, in denen sich unser Gegenüber auf Deutsch mit uns unterhielt.


WEITERE REISEBERICHTE ÜBER DIE SCHWEIZ

Das wundervolle Weinanbaugebiet Lavaux liegt nur einen Steinwurf von Lausanne entfernt und bietet sich für einen traumhaften Ausflug an. Einen Erfahrungsbericht findet ihr im Artikel Lavaux: Weinwandern am Genfersee

Warum ich zuerst gar nicht nach Genf wollte und weshalb mich dieser Städtetrip schlussendlich doch sehr begeisterte, könnt ihr in meinem Reisebericht Genf: Ganz anders als erwartet nachlesen.

Zürich habe ich richtig in mein Herz geschlossen, auch wenn die Geldbörse nach jedem Urlaub um Hilfe schreit. In gleich mehreren Blogartikeln habe ich euch meine Eindrücke zusammengefasst: Zürich: Die teure Genussstadt / Die 10 schönsten Fotospots in Zürich / Zürich: 10 Dinge, die du noch nicht kennst / Zürich in 48 Stunden zelebrieren

 


Beleuchtete Kathedrale Notre Dame in Lausanne

DIE 7 HIGHLIGHTS IN LAUSANNE

In den nächsten Punkten stelle ich euch die schönsten Sehenswürdigkeiten und interessantesten Plätze in Lausanne vor. Ich habe sie nach meinem persönlichen Geschmack gereiht und nicht in chronologischer Abfolge unserer Besichtigungstour. Markiert euch am besten die für euch reizvollsten Punkte auf einer Karte und stellt euch so eure eigene Route durch Lausanne zusammen. Viel Spaß beim Inspirieren lassen! 🙂

1) Die Kathedrale Notre-Dame

Aus meiner Sicht klar die unangefochtene Nummer eins unter den Sehenswürdigkeiten in Lausanne ist die Kathedrale Notre-Dame. Das Bauwerk thront auf einem Hügel über der Innenstadt und ist damit von vielen Punkten aus gesehen ein echter Blickfang mit Garantie auf einprägsame Erinnerungsfotos. Die Kathedrale zählt zu den bedeutendsten gotischen Bauten der Schweiz und blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Schon im 6. Jahrhundert befand sich am heutigen Standort eine Kirche. Die Kathedrale Notre-Dame selbst errichtete man ca. zwischen 1170 und 1235 in mehreren Bauphasen – die Weihe selbst erfolgte aber erst 1275.

Spektakuläre Architektur mit Hörgenuss

Das Innenleben der Kathedrale Notre-Dame ließ meine Freundin und mich gleich doppelt entzücken. Einerseits lädt die sehenswerte Architektur zu einer ausführlichen näheren Betrachtung ein – etwa der Chor, das überwältigende Deckengewölbe, die imposante Orgel oder die wundervolle Fensterrosette mit Darstellungen der Jahreszeiten sowie der vier Elemente. Andererseits hatten wir das Glück, die Orgel gleich in Aktion zu erleben. Für ein bevorstehendes Konzert konnten die Besucherinnen und Besucher einige intensive Tonproben der kräftigen Orgelpfeifen erhaschen. Einfach immer wieder aufs Neue ein Genuss für die Ohren!

Ganz Lausanne zu euren Füßen

Nicht verpassen dürft ihr die Turmbesteigung! Zwar bietet auch die Terrasse vor dem Haupteingang einen super Blick in den Westen der Stadt, aber vom Südwestturm aus präsentiert sich euch Lausanne aus allen vier Himmelsrichtungen – inklusive des herrlichen Gefühls, den Genfersee von oben überblicken zu können. Angenehm ist weiters, dass es auf dem Turm zwei zugängliche Ebenen gibt, wodurch sich die Besucherinnen und Besucher besser verteilen. Alle Infos zu Öffnungszeiten und Preisen für den Turm findet ihr auf cathedrale-lausanne.ch (nur französisch).

FOTOSPOTS

Von der Bessières-Brücke (M2 Metro-Station Bessières) habt ihr einen tollen Blick auf die Kathedrale, ein Gymnasium in einem historischen Gebäude und die unterhalb der Brücke durchfahrende U-Bahn – auch abends in der Dämmerung zu empfehlen!

 


Treppe Escaliers du Marché in Lausanne

2) Die Treppe Escaliers du Marché

Direkt vor dem Hauptportal der Kathedrale führt die historisch bedeutsame Escaliers du Marché hinab in das Zentrum der Altstadt zum Place de la Palud (siehe Punkt 3). Die überdachte Treppe stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert und verband zwei Märkte miteinander. Während auf dem Place de la Palud auch heute noch am Mittwoch und Samstag ein Bauernmarkt seine Zelte aufschlägt, ist der zweite, etwas unter der Kathedrale gelegene Marktplatz, nicht mehr aktiv. An der Stelle des alten Marktplatzes, dem die Treppe ihren Namen verdankt, wurden jedoch nur bis in das 14. Jahrhundert Waren getauscht. Mittlerweile laden dort Bänke und Bäume zum Ausrasten ein.

Mittelalter-Feeling pur

Es ist übrigens nicht nur die mittelalterliche Treppe Escaliers du Marché, welche eure Aufmerksamkeit verdient. Entlang der kurvig verlaufenden Stufen reiht sich nämlich ein wunderschön anzusehendes Häuserensemble aus dem 16. Jahrhundert ein, das ebenfalls als Sehenswürdigkeit bezeichnet werden kann und ein super Fotomotiv abgibt. Die darin untergebrachten Boutiquen und Shops sind sicher für einige von euch interessant! Ebenfalls sehr fotogen und malerisch präsentiert sich der imposante Turm der Kathedrale vom Fuß der Treppe aus gesehen.

FOTOSPOTS

 


Die Altstadt von Lausanne

3) Spaziergang durch die Altstadt

Das Flanieren durch eine Altstadt gehört für meine Freundin und mich immer zu den absoluten Highlights, egal in welcher Stadt. Lausanne bildet hier keine Ausnahme und die historische Innenstadt hat uns zutiefst in ihren Bann gezogen. Beginnen wir gleich am unteren Ende der in Punkt 2 besprochenen Escaliers du Marché. Dort befindet sich wie bereits erwähnt der Place de la Palud, auf dem das Rathaus aus dem Jahr 1675 steht. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs überspannte eine überdimensionale Schweizer Flagge den Vorplatz des Rathauses, was die Szenerie visuell stark hervorhob.

Sehenswertes am Place de la Palud

Auf dem Place de la Palud weiters sehenswert ist der älteste Brunnen der Stadt, den seit 1585 die Statue der Justitia schmückt. Hinter dem Brunnen ist in der Hausfassade eine Wanduhr eingebaut, die stündlich von 9-19 Uhr mittels großer Figuren die Geschichte von Lausanne erzählt. Meine Freundin und ich kamen zeitlich etwas ungünstig, sodass wir die Figuren leider nicht zu Gesicht bekamen. Dafür genossen wir am Brunnenrand sitzend köstliche Pralinen von einem der umliegenden Chocolatiers (mehr dazu im blauen Infokasten weiter unten).

Flanieren und entdecken

Nehmt euch am besten genügend Zeit, um durch die kleinen und verwinkelten Gassen der Altstadt von Lausanne zu schlendern – es ist so spannend, die Vielfalt der verschiedenen Geschäfte zu erkunden! Ich nehme euch nun aber mit auf das andere Ende der Treppe Escaliers du Marché, die vor dem Portal der Kathedrale endet. Dort lohnt von der angrenzenden Aussichtsterrasse ein kurzer Blick über die Dächer der Stadt, auch wenn natürlich der Blick vom Turm der Kathedrale (siehe Punkt 1) um Welten spektakulärer ist. Falls ihr interessiert seid: rechts neben der Kathedrale gäbe es das Historische Museum von Lausanne mit einem Stadtmodell und dahinter das MUDAC (Museum für Design und angewandte Kunst).

Historische Schätze der Altstadt

Auf der linken Seite der Kathedrale führt die leicht ansteigende Gasse Rue Cité-Devant zuerst vorbei an der Alten Akademie (Ancienne Académie) aus der Mitte des 16. Jahrhunderts (beachtet den schönen Uhrturm!). Im Inneren befand sich früher die Lehrstätte für französischsprachige protestantische Theologie. Bevor es bis heute als Gymnasium genutzt wurde, war noch eine Universität darin untergebracht. Am Ende der Gasse wartet das mittelalterliche Schloss Château Saint-Maire, das zwischen 1400 und 1430 für die damaligen Herrscher erbaut wurde. Seit 1803 ist das beeindruckende Gebäude der Sitz der Regierung des Kantons Waadt – weshalb es auch leider nicht besichtigt werden kann.

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Das Palais de Rumine in Lausanne

4) Das Palais de Rumine

Das Palais de Rumine ist ein monumentaler Prachtbau und nicht zu verfehlen, wenn ihr in der Innenstadt umherspaziert. Das Bauwerk im Stile der Florentiner Renaissance wurde zwischen 1896 und 1906 an der Place de la Riponne (siehe auch mein Tipp zum Bauernmarkt im blauen Infokasten weiter unten!) errichtet und weist eine interessante Hintergrundgeschichte auf. Gabriel de Rumine, ein in Lausanne geborener Bauingenieur russischer Herkunft, vermachte der Stadt vor seinem Tod 1871 (er wurde nur 30 Jahre alt) eine stattliche Summe mit der Auflage, ein öffentliches Gebäude damit zu errichten.

Ein Gebäude, viele Museen

Die Stadtverwaltung von Lausanne entschied sich für den Bau einer Universität, welche vom französischen Architekten Gaspard André geplant wurde. Nach der offiziellen Einweihung 1906 schritt die universitäre Nutzung bis 1970 voran, ehe ein neuer Standort bezogen wurde. Das Palais de Rumine beherbergt heute gleich mehrere Museen und Institutionen: neben der Universitäts- und Kantonsbibliothek sind es weiters die Museen für Geologie, Zoologie, Archäologie und Geschichte sowie das Münzmuseum. Alle Infos zu Öffnungszeiten und Tarifen gibt es auf der Seite palaisderumine.ch (französisch und englisch).

Beeindruckendes Innenleben

Wenn ihr auf meinem Blog schon einige andere Reiseberichte gelesen habt, dann wisst ihr sicher, dass meine Freundin und ich eigentlich wenig Ressourcen für Museumsbesuche einplanen, da sie sehr zeitraubend sind und wir gerne mehr vom Stadtleben spüren wollen. Nachdem ich allerdings auch an der Innenarchitektur des Palais de Rumine interessiert war und die Dauerausstellungen kostenlos zu besichtigen sind, entschieden wir uns für einen kurzen Rundgang durch das Gebäude. Was soll ich sagen? Absolut umwerfend und faszinierend! Macht euch unbedingt selbst ein Bild von dieser außergewöhnlichen Sehenswürdigkeit!

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ESSEN UND TRINKEN IN LAUSANNE

Restaurants gibt es in Lausanne wie Sand am Meer – dennoch waren meine Freundin und ich nur einmal wirklich ausgiebig speisen. Auf der Suche nach einem Abendessen wurden wir im Café Romand (Place Saint-François 2) fündig, dessen Gastgarten im Schatten der schönen Kirche Eglise St-François liegt. Optisch war unser Rösti mit Champignons zwar kein Leckerbissen, geschmacklich dafür aber umso mehr!

Wirklich sehr zu empfehlen ist der Markt Marché du centre-ville, der jeden Mittwoch und Samstag an mehreren Orten in der Innenstadt zum Einkauf einlädt. Auf der Place de la Riponne vor dem Palais de Rumine kauften wir etwa ausgiebigen Proviant für unseren Ausflug nach Lavaux und waren vor allem über den günstigen Preis für den heimischen Käse Gruyère überrascht. Ebenfalls sehenswert ist der Markt auf dem Place Saint-François und in den angrenzenden Gassen, wo wir noch einige kleine kulinarische Köstlichkeiten für ein schnelles Frühstück fanden.

Apropos Frühstück: am Abreisetag fuhren wir vormittags in das Hafenviertel Ouchy (siehe Punkt 5) und holten in der Bäckerei Fleur de Pains (Avenue d’Ouchy 73) einige Kostproben. Am Ufer des Genfersees in der Sonne sitzend war das ein ziemlich guter Start in den Tag, wie ihr euch sicher vorstellen könnt!

Auch abends ist es im Hafenviertel Ouchy traumhaft, mit einem guten Wein auf das zuvor Erlebte anzustoßen und den Sonnenuntergang zu genießen. Eine relativ günstige Variante ist, sich im nahegelegenen Supermarkt Coop Pronto (Avenue d’Ouchy 68) mit Wein sowie Proviant einzudecken und sich am Wasserufer ein Plätzchen zu suchen.

Und noch ein letzter Tipp für euren Besuch im Hafenviertel Ouchy: gutes (und teures) Eis bekommt ihr bei Glaces Veneta Sàrl (Quai d’Ouchy, Place du Vieux Port) schräg gegenüber des Luxushotels Château d’Ouchy.

Chocolatiers gehören in Lausanne selbstverständlich ebenfalls zum süßen Alltag dazu. Ein Zufallsfund war für uns Durig Chocolatier (Rue Mercerie 3) in einer Seitengasse am Fuß der Escaliers du Marché. Die gekauften Pralinen waren nicht nur ausgezeichnet, wir wurden auch mit einigen Kostproben verwöhnt. 😉

In jedem Reiseführer erwähnt wird die Bar The Great Escape (Rue Madeleine 18) auf einer Terrasse neben dem Palais de Rumine. Wir haben sie getestet und mit Bier sowie einem Spritzer die Atmosphäre im Freien genossen. Durch die Covid-19-Schutzmaßnahmen waren nur wenige Gäste zugelassen, aber ich konnte mir gut vorstellen, wie voll und ausgelassen es hier normalerweise zugehen muss.

Für den schnellen Hunger zwischendurch bieten sich immer die Supermärkte Migros, Coop und andere an. Achtet beim Einkauf aber etwas besser auf eure Wahl als ich, damit ihr nicht versehentlich einen vertrockneten Toast erwischt. 😉

 


Sonnenuntergang im Hafenviertel Ouchy in Lausanne

5) Das Hafenviertel Ouchy

Was für ein Luxus: wenn euch die Stadt auf den Kopf fällt, hüpft ihr einfach in die Metro-Linie M2 und düst in wenigen Minuten zur Endstation Ouchy Olympique in das ehemalige kleine Fischerdorf Ouchy direkt am Ufer des Genfersees! Meine Freundin und ich waren von der Atmosphäre am See derart begeistert, dass wir in zweieinhalb Tagen Aufenthalt gleich dreimal nach Ouchy fuhren – wenn auch leider immer nur für sehr kurze Zeit. Rund um die Endstation herrscht reger Trubel, aber sobald ihr der Uferpromenade Richtung Westen oder Osten folgt, wird es deutlich ruhiger. Vor allem spätnachmittags zum Sonnenuntergang genießen hier Touristen wie Einheimische die einzigartige Stimmung!

Luxuriöse Bauten

Neben dem bildhübschen Hafen mit seinen kleineren und größeren Booten stechen vor allem zwei Gebäude hervor. Das Hôtel du Château d’Ouchy von 1893 im neugotischen Stil und das Hôtel Beau-Rivage von 1861 sind echte Prachtbauten und dementsprechend teure Luxushotels. Ebenso luxuriös, deutlich günstiger und obendrein romantischer ist es, wenn ihr wie wir im Supermarkt etwas zu trinken (es gibt auch Wein und Sekt) und eventuell einen Snack kauft und das Ganze am Ufer sitzend zelebriert! Wir deckten uns mit zwei kleinen Flaschen Sauvignon Blanc ein, dessen tollen Geschmack uns auch der Plastikbecher nicht verderben konnte. 😉 Ein Foto davon und die Adresse eines nahegelegenen Supermarkts findet ihr im blauen Infokasten weiter oben.

Ouchy und Umgebung

Gerne hätten meine Freundin und ich die Umgebung rund um das Hafenviertel Ouchy ausführlicher erkundet. Bei nur zweieinhalb Tagen Aufenthalt in Lausanne inklusive einem halbtägigen, fantastischen Ausflug in das Weinanbaugebiet Lavaux (siehe mein Artikel Lavaux: Weinwandern am Genfersee) blieb allerdings nicht mehr viel Spielraum. Interessiert hätte uns beispielsweise der westlich befindliche Hafen Port de Vidy mit seinem öffentlichen Strand oder der in östlicher Richtung stehende thailändische Pavillon im Parc du Denantou. Ein wichtiger Park liegt übrigens dazwischen: den Olympischen Park stelle ich euch gleich im nächsten Punkt vor.

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Olympisches Museum in Lausanne

6) Lausanne: Die Olympische Hauptstadt

Wie schon in der Einleitung erwähnt, ist Lausanne die olympische Hauptstadt – und das schon seit 1915 und somit über 100 Jahren. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat hier seinen Sitz und erhielt für den Bau des Olympischen Museums (Musée Olympique) eine 8.000m² große Parkfläche am Ufer des Genfersees zur Verfügung gestellt. Die gute Nachricht: in diesem Museum werden für Jung und Alt die Disziplinen der Olympischen Spiele mit modernster Computertechnik und interaktiven Stationen greif- und erlebbar präsentiert. Die schlechte Nachricht: meine Freundin und ich mussten den Besuch leider wieder mal aus Zeitgründen von der Liste streichen. Alle Infos zum Olympischen Museum erhaltet ihr jedenfalls auf der Seite olympics.com.

Der Olympische Park

Auch wenn wir die Ausstellung des Olympischen Museums nicht erleben konnten, gelang meiner Freundin und mir zumindest ein kurzer Spaziergang durch den interessanten Olympischen Park (Parc Olympique), der sich teilweise oberhalb, hauptsächlich aber unterhalb des Museums bis zur Uferpromenade des Genfersees erstreckt. Ausgestellt sind zahlreiche künstlerische Darstellungen und Skulpturen rund um das Thema Olympische Spiele und die griechische Antike. Wenn euch das Thema interessiert, plant unbedingt mehr Zeit ein als wir.

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Sonnenuntergang über dem Viertel Flon in Lausanne

7) Das hippe Viertel Flon

Ein altes Industrieviertel, umgerüstet zu einem modernen und hippen Ort? Genau die richtige Gegend für unsere Unterkunft! Meine Freundin und ich wählten unser Hotel Moxy Lausanne City* (alle Infos und Bilder dazu am Anfang des Beitrags) im Quartier Flon aufgrund der verkehrsgünstigen Lage und den vielen netten Cafés, kreativen Abendlokalen sowie Einkaufsmöglichkeiten. Das ehemalige Flon-Tal wurde zwischen 1874 und 1915 aufgeschüttet und mit Fabriks- sowie Lagerhallen aus Eisenbeton bebaut. Das Viertel stellte damals wie heute einen ziemlichen Kontrast zum mittelalterlichen Stadtteil direkt daneben dar. Genau dieser Umstand macht aber auch die Attraktivität von Lausanne aus!

Der erste Schweizer Wolkenkratzer

Ein Bauwerk sticht im Viertel Flon unübersehbar hervor: der Bel-Air-Turm (Tour de Bel-Air) gilt als einer der ersten Wolkenkratzer der Schweiz. Zwar wirken die 55 Meter Höhe des 1932 erbauten Hauses heute im Vergleich zu anderen Bauten im Ausland ziemlich mickrig, aber wenn ihr Lausanne vom Turm der Kathedrale (siehe Punkt1) aus überblickt, ist der Bel-Air-Turm immer noch deutlich eines der höchsten Häuser der Stadt. Abschließend noch ein Fotospot-Tipp: Vom Steg Passerelle du Flon bekommt ihr einen super Blick auf das Viadukt der Brücke Grand-Pont und die dahinterliegende Kathedrale!

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ALLGEMEINE TIPPS ZU LAUSANNE

Wenn ihr mit dem Zug nach Lausanne fahrt, verpasst nicht die wunderschöne Eingangshalle im Hauptbahnhof. An den Wänden sind historische Landkarten aufgemalt und die Ornamente in wundervollem Jugendstil ausgeführt.

Den Großteil von Lausanne könnt ihr zu Fuß erkunden. Ab einer Übernachtung in der Stadt erhaltet ihr in eurer Unterkunft jedoch kostenlos die Lausanne Transport Card, mit der ihr alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen könnt. Sogar eine Fahrt mit dem Zug in die Umgebung ist inkludiert, sodass ihr problemlos und ohne viel Nachdenken etwa die Weinregion Lavaux erkunden könnt.

Die Metro erwähne ich hier noch in einem eigenen Punkt, denn sie hat mich besonders fasziniert. Die Linie M2 fährt von der Innenstadt kommend auf einer überraschend steilen Strecke bergab in das Hafenviertel Ouchy – die Strecke wurde früher sogar von einer Zahnradbahn bedient. In der Station Lausanne-Gare (Hauptbahnhof) sind die Bahnsteige schräg angelegt, um das Einsteigen in die Metro zu ermöglichen. Durchaus ungewöhnlich und erlebenswert. 😉

Straßenkunst gibt es in Lausanne natürlich auch zu entdecken. Zwar kamen uns keine großflächigen Murals wie in anderen Städten unter, aber dafür einige kleine Kunstwerke. Ich liebe etwa das internationale Projekt des Künstlers Invader, der in vielen Städten an öffentlichen Orten Mosaikfiguren aus dem Computerspiel Space Invaders „versteckt“. Haltet die Augen offen, ihr werdet sicher einige finden!

 

FAZIT

Lausanne hat sich als Überraschungshit erwiesen! Die eigentlich nur als Ergänzung zu unserem Citytrip nach Genf ausgewählte Stadt überzeugte mich auf allen Ebenen. Und davon gibt es viele, denn die Hügel von Lausanne sorgen dafür, dass die Stadt vielschichtig und spannend wirkt. Das mittelalterliche Zentrum ist wunderschön zu erkunden, während angrenzend mit dem revitalisierten Industrieviertel Flon der Stadt modernes Leben eingehaucht wurde. Nur wenige U-Bahn-Minuten entfernt wartet am Ufer des zauberhaften Hafenviertels Ouchy der Genfersee auf seine Gäste. Alles in allem fühlten meine Freundin und ich uns unglaublich wohl in Lausanne – ein heißer Tipp, wenn ihr wieder mal auf der Suche nach einem Städteurlaub seid! Na, habt ihr jetzt Lust bekommen? 🙂

 

Lausanne: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

Lausanne: Reisebericht mit Erfahrungen zu Sehenswürdigkeiten, den besten Fotospots sowie allgemeinen Tipps und Restaurantempfehlungen.

4 Kommentare

  1. […] Lausanne hat sich als absoluter Überraschungshit für einen Citytrip erwiesen! Alle Details zu den Höhepunkten der Stadt erfahrt ihr in meinem Artikel Lausanne: Ein Highlight auf vielen Ebenen. […]

  2. […] Lausanne hat sich als absoluter Überraschungshit für einen Citytrip erwiesen! Alle Details zu den Höhepunkten der Stadt erfahrt ihr in meinem Artikel Lausanne: Ein Highlight auf vielen Ebenen. […]

  3. Eine schöne Zusammenstellung, ich bin auch Lausanne-Fan. Die Stadt ist so erfrischend vielfältig und jung. Neuenburg ist übrigens auch so eine unterschätzte Stadt.

  4. Lieber Christian, was für tolle Bilder! Die haben mich als erstes fasziniert. Und dann hast du mich mit deinem Text richtig animiert sofort loszureisen. Ich werde mir Lausanne auf alle Fälle merken. Danke dafür. LG Christiane

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